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II

Padua.

Sanct Antonis.

Ueber den Baſelbſt ſpäter. Façadeſchmuck: Fresceund Statue langweiliggar nichts. Tauf-becke: Chriſtus unJohannes (Marmor) nichviel. Die erſten Bildenichts. Intereſſaniſt die 1. Kapellerecht, mit viele Bronce-ArbeiteDonatellos. Dawas Baedecker nichnennt, gefällt miam beſten: die ſchönBroncethür, die in der Mitte einer Marmorbaluſtrade, die an die Kapelle einführt.und der RenaiſſanceTempietto (Marmoweiß, Säulen grün unſchwarzgefleckt, unzahlreiche BronceStatuetten in deNiſchen) der alSacramentenhäusche dient; ähnlich wider berühmte „Tempietto“ in deeinen Sankt-Peters-Kapell. Die Reliefs(Bronze die deAltar umziehn undie Wunder des heil.Antonius darſtellewaren nicht klazu ſehenn. Erfordertein SpezialſtudiumOb übrigens de„Tempietto“ auch voDonatello iſt, ſtehdahin
Es folgt nun rechtdie große KapelleSan Felic, ganmit Fresken überdektähnlich wie die „Kapelledei Spagnuoli iSanta Mar Novellin Florenz. Ihren Inhalt zu muſtern,war nicht möglicAber die ganze Anlagedie mehr den Charakteeiner nach vorn hivon 6 Säulen getragenen, offnefreien Halle hat iſt eigenthümlich und anmuthig. Es fehldas eng Bedrückendefreilich auch daAbgeſchloſſene und dadurcGeſchliffene und Concentrirte
Der Kreuzganhübſch, aber nichtbeſonderes
Das Sanctuariumhinter dem Chor1690 angebaut, ſchoBarockſtyl, ſehreich, in ſeiner Ar ſehr ſchön, mit wundervoll gearbeiteten Mar-morſtatue, diin ihrer techniſch muſterlichen Behandlungsweiſe an die ſtofflich abweichenden Arbeiten in Caſſeerinnern
Gebäudegrundriss; Sanktuarium, SanctuariumSanktuariumSanctuariumSant'Antonio, San Antonio, Sanct AntonisSanktuarium in Sant’Antonio.
Gebäudegrundriss; Sanktuarium, SanctuariumSanktuariumSanctuariumSant'Antonio, San Antonio, Sanct AntonisSanktuarium in Sant’Antonio.

Vergoldete, miSilberfreskegezierte Thürme, die wahrſcheinlich die reichenGoldarbeiten-Schätzeauch die Zung
des heiligen An-toniu enthalten
Das Ganze ſeheigenthümlich, unmit nichts zu vergleichen, das icbisher geſehnDie Statuen derHeilige auder abgerundeteVorder⸗Wandunſehr ſchön, namentlicder Heilige mitdem Crucifi ider Hand 
Die Hauptkapelle
der Kirche iſt natürlich die des heiligenAntoniu ſelbſtSie befindet ſich deweiter oben beſchriebenen Kapelle SanFelic gerade gegenüber. Es iſt dieſe ähnlicwie in Sankt Pe-te, wie ſich audie beiden Hauptkapellen, in dene auch meiſt celebrirt wird, gegenüber befindenDieſe Kapelle desheil. Antoniu haganz die Verhältniſſund Grund⸗Einrichtungevon San Felicewas aber dorFarbe und Bild iſtiſt hier weißeMarmor und ReliefDie Wunder SanktAnton ſind i ſolchen 9 ReliefsHochdargeſtellt. Die Decke reich vergoldet. Es wirkalles ſehr gut unvornehm, docmöcht ich debraungetöntenreichbemalteSan Felice-Kapellden Vorzug gebenAuf Details kanman ſich gar nich einlaſſen. Daerfordert wiedeein Spezialſtudiuentweder dieſeoder jener Kirchedieſes oder jeneMeiſters. – IAltar ruhen diGebeine deHeiligen, ſeinZunge (ſiehe weiteoben und im Baedekerbefindet ſich dagege im Sanctuarium
Die Candelaberſilbern aus eineMaſſe von Engelsköpfen, die daUntergeſtell bildenemporwachſendſind ſehr ſchönbeſonders dieOperiren mit Engelsköpfen

Das große Denk-mal GeneralContarini (ſiehe Baedeker) iſſehr bemerkenswerthEs befindet ſicim Mittelſchiff a2. Pfeiler linksDas Fries des Sar-kophage, ein Salavon Gefangenen unGefallenen unteWaffen, Helmen, undSchilden und dem ſiegreicheLöwen Venedigiſt eigenthümlich Die „Giottes⸗ken Fresken idem gewölbten Durchgang, der aus deKirche in den Kreuz-gan führt, ſind gutbeſonders Chriſtus undMari. Uebrigeniſt nur noch Bild da; daandre unerkennbar; das drittganz weg
Die „Grablegung CChriſti von Do-natell an dehintren Chorwaniſt nicht mehr deutlich zu erkennenauch nicht mit deGlaſe
Mit dem Sanc-tuariu hat eſeine Richtigkeit

In den vieleKuppeln, ich glaub
Sant'Antonio, San Antonio, Sanct AntonisSant'AntonioSanAntonioSanctAntonisPaduaKuppeln von Sant'Antonio in Padua.
erinnert es an SanMarc, entbehraber der Farben
und
u
Goldzaubereides letztren. DaSchönſte war docder junge, ſchöneganz ſchwarze Möncunter dem celebrieden Altarſchließlich ihohen Chor undie eindrucksvollMuſik dazu
Außer dieſern Lebens⸗ Bild⸗ unMuſik⸗wirkungEffekt wairkte folgendes wundervollWenn man durch daHauptportal ins Mittel⸗ſchif tritt, iſt diHinterwand des Chordurchbrochen. Idieſer offnen Fenſterniſche erhebt ſich eiCruzifixusKreuz (ich glaube eiDonatello oder auſeiner Schule); dies Kreuſteht nicht blos ihellem Lichtſchein, devon dem eingebauteSanctuarium au hineinfällt, ſonderman ſieht aucden Oberabſchnitdieſes Sanctuariumsdie weiße Taubdes heiligen Geiſtes,unEngelgeſtalten. Eigoldner Schein darüberSehr ſchön. SanktPete mit dem Berni-n⸗Chorabſchluß wirkähnlich; noch ähnlicheiſt die Reimſer Ca-thedral. An letztremOr iſt es ein wundervolles
gothisches
goth.
Fenster desChorrundganges, wadieſen Effekt ſchafft

Eremitani.

Einſchiffige Baſilicaſehr lehrreich; jedSäulenſtellung fehlteinfacher großer Oblong⸗Saal miApſis oder Chorniſchund Seitenaltärelinks und rechts aden Wänden ſich hinziehend. DiDecke iſt ganz eigenthümlich und ſchwezu beſchreiben. DaNachſtehende gieb
Eremitani-Kirche, Kirche EremitaniEremitani-KircheKircheEremitaniPaduaDecke der Eremitani-Kirche in Padua.

a und b iſtſind ein Ballendie etwa immer 8 bi10 Fuß von einandeabſtehend in dieſeſeltſamen, blau undmiGoldſternen geſchmücktenbemalteHalbwWölbungen unHalbwölbunge
etwa den Durchſchnittaber es giebt nichdas Ganze, was viecomplicirter iſt ſich hinziehn
Am merkwürdigſteaber iſt, daß wenman nun eineLängsdurchnitt deganzen Decknimmt, wiedeandre, quer zden Wölbungen deQuerdurchſchnittsquer oder rechtwinklig ſtehendkleine Wölbungein großer Zahherauskommen. Etwſo 1
Eremitani-Kirche, Kirche EremitaniEremitani-KircheKircheEremitaniPaduaDecke der Eremitani-Kirche in Padua.

Klar zu beſchreibeiſt es nicht, und ezu zeichnen aucſehr ſchwer, wenman es auch beſſeverſteht als ich. DeApſis ſich näherndwird, auf eine ganzStrecke hin, dieſeDeckenbau noccomplicirter. DaGanze durchaus eigen
thümlich und ſehlehrreich

Die KapellS. Jacopo e Cristofor
in der Kirche Eremi-tan
[Dies iſt die berühmtMantegna⸗Kapelle.
1. Rechts. Geſchichtedes heiligen Chriſto-phoru
Es ſind fünfBilde, wifolgt geglieder
Gemäldekomposition; Geschichte des Heiligen Christopherus [Freskenzyklus, 1944 teilw. zerstört]GeschichtedesHeiligenChristopherus[Freskenzyklus1944teilwAfalse14311506ital. Maler und KupferstecherMantegnaAndreaMantegna, AndreaFresko zur Geschichte des Heiligen Christopherus. f

a, b, c, und ſind wirklich vierſelbſtſtändige Bildedie ein Schüler Man-tegna gemalt hat
e und f rührenvon Mantegna ſelbſher, und bilden trotder Theilung, die dimehr oder wenigeioniſche Säule giebtdoch ein Ganzes
Die 4 oberendarunter der bekanntMoment, wie Chriſtophorusdas Chriſtkind trägflößen mir keiIntereſſe ein, abeauch Mantegna eigne Leiſtung, diwie es ſcheindie Marter des heil.Chriſtophorus darſtellbietet – ganz abgeſehdavon, daß es halbzerſtört iſt – nichallzuviel. Er iſenthauptet. Sein Haupiſt nur noch eiDing wie deſchwache Umriß einer Kanonenkugel. Siſchleppen ihn wegein Bein ruh noch am Bodendas andre iſt ieiner Art rechteWinke
Gemäldeausschnitt; Geschichte des Heiligen Christopherus [Freskenzyklus, 1944 teilw. zerstört]GeschichtedesHeiligenChristopherus[Freskenzyklus1944teilwAfalse14311506ital. Maler und KupferstecherMantegnaAndreaMantegna, AndreaFresko zur Geschichte des Heiligen Christopherus.

bereits durch Kriegsknechte in diHöhe gehobeund dieſe Behandlunder andren Gliedmaßenin ſo ſchwierigeSituation, ſchein
wieder meiſterhafzu ſein. Aber dieiſt auch alles. Voden vorhandenen vieleKriegsknechtkämpfeintreſſirt kaum einerDie Architektur aberdie vollſtändig erhalteiſt, iſt in SäulenſtellungFaçaden, Fenſter⸗Eifaſſung, Frieſen, Rundbögen,
perspektivische
perspektiv:
Durchblicke, auch idem Weingang, de das ſchöne Hauumzieht, wundervoll. Die Art widies alles behandeliſt, zeigt allerdingganz den Mander Renaiſſance; allesbis aufs kleinſtOrnament, iſt Renaiſſance Styl
2. Links. Geſchichtedes heiligen Jaco-bus
Die Eintheilung iſgenau dieſelbe unauch hier haMantegna ſelbſnur e und f gemalt. e und ſtellen dar, – ſweit ich es abnehmen kann – wier predigt und wier mit einem Holzhammer erſchlagereſp. hingerichtet wird
Er predigt in eineStadt, namentlich voSoldaten, Kriegs knechten. Es kanaber auch ſo ſeindaß er gepredigt hatdaß Soldaten abgeſchickt werden ihgefangen zu nehmendaß ſie aber ſelbſzum Theil blos erſchrecken; er ſelbſlehnt ab, ſieht abebedrückt, erbangend erſchrocken ausſein Schickſal ahnend dieſe Erklärung iſt wahrſcheinlich die richtigereDas 2. Bild (f.)die Erſchlagung mitdem Hamme – eliegt an der Erde, midem Leib nach untenmit dem Rückenach oben und eiScheuſal hämmert nudrauf los – iſt nichnur häßlich im Stofwie alle dieſMärtyrer-GreuelGeſchichten, ſonder ſcheint oder auckünſtleriſch bedeutenunter dem e Bilzu ſtehn, dahöchſt vorzügliccomponirt, vieKraft, CharakterWahrheit, Lebeiſt. So z. B. deKriegsknecht, deeinem eine ArGlaubensfahntanzenden Anhängers (die Fahn oben mit ErdWeltkugel und Wagemit ſeinem Waibelſtock zurückdrängtLandſchaft und Archi-tektu wiedebedeutend
Im Ganzen kanich nicht ſagen, dadieſe Sachen irgeneinen bedeutendeEindruck auf micgemacht habenWenn maes weiß, ſfindet man ſchließlich einzelnes Bedeutendes und ſelbſGroßes (ſo alsdalinks erhobenBein des Chriſto-phoru) herausF wird angekuckt aber, wirmaſchließlicdurch dieſe Sachauf der Stelle er obert werden und 1das Geſicht deGröße aus ihgewinnen

. . . .dell ArenUeber die Maſkeſpäter ſchreibenDas Welt-gerich: Chriſtuſehr gut, aucdie Heiligeim Himmel; da andre nichviel
Die Zierdiſt aber allerdinghinter deALtar, wo beſcheidene Niſchenbilder geweſeſind, das Bildder Maria mitdem Kind. Diganze Süße un Schönheit, diRaphael zu geben wußte, iſhier voll unherzgewinnenverſtanden unzu gleicher Zeifehlt jeder moderne Anklangalles iſt keuſchrein, jungfräulicund in dieſe hohen Reinheinicht bloß lieblich ſonderauch groß GrabmaDante’s

Colonieen

Die Oeſtreicher, als ſie nocitalieniſche Regimenter hattenpflegten von ihnen zu ſagen„wenn ſie gut ſind, ſinſie ſehr gut.“ So geht emir mit meinen deutſcheLandsleuten ſo oft ich ihneim Auslande begegne! „wenſie gut, ſind ſie ſehr gut.“ Abeleider muß ich hinzuſetzen, ſdieſeFall tritt nur ſehr unwahrſcheinlich ein. Immer wiedefühlt man ſich durch ſeine Landsleute genirt, nicht weil maein ſchiefes Auge für ihre Fehlehat, ſondern weil ſie ider großen Mehrheit wirklicgenable ſind. Ich würdein Mißtrauen in diedieſe einimmer wiederkehrende Wahrnehmunſetzen und blutenden Herzens diSache auf ſich beruhen laſſenwenn nicht eben jene Ausnahmefälle mir den ſichreBeweis gäben, daß es mimeiner Beobachtung nur allzrichtig iſt. Da war icvor einigen Wochen in Vero-n im Bahnhofs⸗Salon.. Am oberen Ende deTafel des Bahn ſaßen ſechs deſieben Deutſche, lauter OſtſeeSöhne, die ſich, unter einandevorſtellend, als GutsbeſitzerJuſtizräte, Aſſeſſoren auder Roſtock-GreifswaldStralſunder Gegend begrüßtenNie hab ich ſtattlichere Leutgeſehn. Groß, ſtark, heitevon wohlthuender Sicherheit oderohnjede Spur von Arroganz oder Renommiſterei. Aechte Men freiMenſchen, ohne Gethue unGehabe, frei, ſicher, heiterſtark. Mir lachte daHerz im Leibe. Aber wiſelten iſt ſolcher Anblick! DiMeiſten, zu allermeiſt abe– ich bitte um Entſchuldigung die Damen machen einewehmüthigen Eindruck. Allefehlt die Gewohnheit deHerrſchens und Befehlens, wenman ihr begegnet, iſt ſimeiſt ſehr unangenehmweil ſpießbürgerlicher unauf Comtoir, Werkſtatoder Bureau beſchränkter NaturUnd nun gar die FrauenZwiſchen zuſammen Schon reiäußerlich genommen bewegeſie ſich abwechſelnd in deSphäre der zuſammengeſuchteGarderobe oder der kleinſtädtiſchen Putzſucht, die ſicmit Schmuck und Ketten behängtihrem Auftr ganzen Auftretender Aengſtlichkeit mit der ſiſich in wirklich guter Geſellſchafbegegnen, merkt man es andaß ſie ſich nur in Schlaf- unKinderſtuben bewegt und dabekannte Dienſtmädchen⸗Geſpräcmit Vorliebe gepflegt habenEtwas Inferiores, Klein- unSpießbürgerliches zieht ſich durcdie ganze deutſche Welt, ſwie man ihr im Auslande begegnet, ſo traurig auffällig, daß man die Vermuthung hegen möchte, alle diejenigen, die reiſen könneund repräſentiren können unſollten, alle dieſe bleiben zHaus auf ihren Gütern unüberlaſſen es einerſehr unrepräſentablen Geſellſchaft, Deutſchland im Auslandzu repräſentiren
Woran liegt das: wihaben keine dem Adein Bildung, Haltung (worunteich nicht das traurige „Wiſſenmeine) Haltung und feineEhrgefühl verwandte Mittelklaſſen. Herr v. G. ſagteinmal ſehr richtig: es iſt Grunfalſch immer von der Bedeutundes engliſchen Adels zu ſprechendie Bedeutung und die PräponderanEnglands über alle Völker deErde liegt die der Macht unStellung der reichen,Mittel. Dies iſdurchaus richtig.
Die Frage iſt, wie ſchaffewir ſie uns, damit es beſſewerde. Der Hinweis iſleicht gegeben. Da, wdurch Befehlsgewohnheit ſich voſelber ein ariſtokratiſches Fühleausbildet, da begegnen widieſen Vorzügen auch bei unalſo beim Gutsbeſitzer unOffizier, gleichviel ob adlioder bürgerlich von GeburtAber dies iſt genug, ganabgeſehen davon, daß die Kümmerlichkeit unſrer Verhältniſſauch in dieſen Klaſſeviele Ausnahmen entſteheläßt. Eine Der einzigWeg zur Heranziehung eineAriſtokratie, d. h. eines ariſtokratiſchen Fühlens in einer herrſchenden Race iſt das Colonnieweſen. Wir wollen nichtdavon wiſſen, weil ehandels und nationalökonomiſch ächverwerflich, weil es reines in Pound, Shilling, Pencenicht vortheilhaft ſei. Maſein, wieoft auch dies anzufechte ſein würde. Aber zugegeben einmal, bringen wiuns durch dieſe national-ökonomiſche Rückſicht um eimoraliſches Element, daweit mehr werth und politiſcwichtiger für uns iſt, aleine bloße Gewinn⸗ odeVerluſt-Frage. Wer offnAugen dafür hat und die Dingunbefangen anſieht, kanleicht wahrnehmen, daß mauns trotz aller unſrer Siegeganz unverändert als die Proletarier der Weltgeſchichte, unicht noch ein härteres Worzu gebrauchen, anſieht. Unleider mit Recht anſiehtEs fehlt überall. Wihaben zwei traurige Stolzedas beſte Schulweſen undie beſte Drillung. Gut, dieiſt etwas. Aber man täuſchſich doch nicht über die Tragweite dieſer Dinge. Malacht zum Theil darüber unmit Recht. Wir ſind deSchulmeiſter, der Feldwebeder Weltgeſchichte, der abeſten dekliniren, conjegireund exerciren kann, abeals die Achſel angeſehewird, wenn er in deGeſellſchaft vornehmeLeute erſcheint. Es giebeben ein viel, viel Höhereals das; all dies iſt nuUnterlage. Aber diegrobe Feldſtein-Fundamenals eine ebenbürtige Burausgeben wollen, gehnicht
Sorgen wir für diBeſeitigung unsrer Stigmenverweigern uns ſelbſt eiArmuthszeugniß einer ſtilleSpießbürgerei. Wihab ich zu zeigen, anzudeuten verſucht
Hineinzuarbeiten: Man vergleicheinen ſchottiſchen Oberſten a. D., de20 Jahr in Indien war, undurch Neuralgie oder gelbeFieber dienſtunfähig ſwurdemit einem Oberſten a. D. unſreArmee. Und der Unterſchieiſt gegeben. Einige Raſſelerwerden dies beſtreiten; abeman täuſcht ſich doch darübenicht, daß die „forſche Schnauzbärtigkeit“ eine der niedrigſteFormen der Vornehmheiiſt. Einige fürchten ſich davorwer ſich nicht davor fürchtetdem gegenüber ſchlägt eins Gegentheil um
Jede Stunde 1 1/2 Franken. | Baptiſterium uund Doliegen zuſammen. | 5. Apollinais und dervitale liegeauch zuſammenom. Baptiſterium. | St. Vitalis uundStan Nazario. | San Apollinarenuov und | zuletzt RotondaDom iſt wichtigBaptiſterium: die FreskenSan Vitali: Paſſionsköpfe un KünſtlerRotonda: Grabmal Theoderichs

Pisa

Dom

Siehe meine Notizeim Baedeker; allewas er angiebt, haich geſehn; doch fehleviele Sachen. So z. Bgleich beim Eintritin das Mittelſchifrechts und link2 Taufbeckenin dem einen ſtehein Bronce Chriſtueben in den Jordazur Taufe ſteigendQuer⸗lagean St Lorenzin Genua erinnertDer ider Behandlung voSchwarz unweiß i
in dem anderJohannes der TäuferVielleicht ſind es Nachübrigens ſehr altNachbildungen berühmteOriginale (in Venediin St. Marcus glaubich Aehnliches geſehn zhaben) wie aber deauch ſei, beide ſinſchön
Sehr ſchön ſind diIntarſien in Holnamentlich im Mittel-ſchif, ein halb chorſtuhl⸗halb thronartigeHolzbau, wie ic ſolchem noch 3nicht begegnet bin
Dom (Santa Maria Assunta)Dom(SantaMariaAssunta)PisaBischofsstuhl im Dom von Pisa.

Alles iſt nur ausgelegtArbeit, zum Theil nur orna
    mentativ; aber A. b. c.d, e, f, gſieben Bilde
  • , ſin
  • b. uund g. Kelch undBiſchofsmütze
  • c. uund f. Land-ſchafte
  • d. und e. EinPapagei oder Kreuz-ſchnabel der aueinem umgeſtürzteKruge ſitzt unauf dem anderTraube, Schwalbund Kreuz. Inder Mitte desGanzen (A.)als Rücklehne desBiſchofsſtuhls –denn ein ſolcherſoll das Ganze wohlſein – eine Anbetungder Könige
Alleſehr ſchön, vielleichden Arbeiten iBergamo (iSanta Maria Maggio-r wenn ich nichirre) noch überlegen wenn ſchon diletztern farblicnoch überraſchende– ich mag nichſagen ſchöner wirken. Hier operirt in der Künſtler herkömmlicmit Gelb und Braunort der betr.betreffende Mei-ſter mit einer ArCitronengelb unRothbraun
Sehr ſchöſind die Andredel Sarto’. St.Agne , St. Mar-guerite et St.CatharinJo-hannes des Täufers undSan PietrEine wahrSünde des Dom(des Chors) ſindie Sachen voSodoma
  • 1. Abraham opfertIſaa und 2. EinGrablegung Chriſti
Auf dem zweitenBild iſt Chriſtusdie ohnmächtig zuſammenbrechend
Maria und einHintergrundsfigu(wahrſcheinlich Joſepvon Arimathiaſehr ſchön. DeReſt paſſirt
Etwas Wundervolles, geradezMichel-Angelo’Würdiges iſaber das BildNoNumero 1 Abrahahat eben, midem Ausdruc des höchſten Schmerzes aber aucder tiefſten Ergebung das Schwergezückt und holzum Hiebe ausVor ihm aueinem Altakniet Iſaacſchön und reizendvon der Seitauf den Vateſchauend, die Arm über der Bruſgekreuzigt. Idieſem Augenblicerſcheint der Engedes Herrn unlegt ſeine Fingerſpitze auf diSpitze des SchwertsEs macht einegroßartigenerſchütterndeEindruck, wikein andre Bild, das ich währendieſer an ſchöneBildern wiedeso reichen Reiſgeſehn habeAnfechtbar iſdie Figur Iſa-ac; ein Glückdaß man ſeinezierlichen kleineGeſchlechtstheiſieht, ſonſt müßtman ihn für ein ſchöne jungEhebrecherihalten, divon dem alteempörten Gattenreſp. Vater hingerichtet wird

Zwei Rieſen-Moſaikedas einnach Angabeoder ZeichnungeCimabues. Dasein im Chor noch größer als dasim rechten Quer-ſchif, enthält diGeſtalten ChriſtiMariä und deJohannes. Dasklein iQuerſchiff, daviel reinerſchöner, poetiſchewirkt, nur diGeſtalt deMaria (alleweiß, auch diHauptbekleidunmit zweEngeln. Wunderbar iſt audem großenBild das Aeußerliche: dadie Kiſſen, diLöwen-Verzierungdie Gewandungbehandelt. Immewieder intreſſiremich dieſe Schöpfun gen aufs höchſtund ſie habeden ganzen Zaubedes Naiven, deInnerlichen beausreichendeKönnen, waz. B. einen Dienſtmädchen⸗Briean ihren Schatoder ihre Herrſchaft ſo reizenmacht, viel reizender als de beſtgeſchriebenſteDurchſchnittsBrief. Dennocſcheint es miunſinnig, dergleichen wiederherzuſtellen zu wollenebenſo weniwie ein Schriftſteller es gumacht, wener im Dienſtmädchen⸗Styſchreiben will Die Façade deDoms ſiehman am beſtevom Baptiſteriuaus, wenn dieaufgeſchloſſen iſund man nueintritt und ſicwendet. So mueine Baſilicausſehn; eiwahres Meiſterſtück, außeund innen

Baptisterium

Famoſer Kuppelbau; die untreRundung trägauch ihren Pfeilern naceine Hoch⸗Galleriedann erſt beginnt die Kuppel
Kanzel ſehintereſſant, au7 Säulen au fond,die ihrerſeits wiede –, wenigſtens zuTheil, von getragen werdenReiche Reliefs
Ein AltarVor demſelbenin der Mitteauf 3 Stufedas rieſige eckige Taufbeckenin vier der innereEcken ſtehekleine ſteinern Rundbaue, diwie modernrunde Nachttiſche ausſehnWas ſie wolleweiß ich nicht2 ſind hohlRoſetten, voMarmor⸗Moſaiumgeben, bildenach außen hidie 8 Seitedes Taufbecken Die Reliefan der Kanzeſehr reich unintreſſant. Chriſtusals Weltrichterechts die Geſegneten, links diVerdammtenVorher Kreuzi-gun; vorhe. . . . . .; vorheAnbetung der3 König vorher einruhende ſchönGeſtalt, allerleSchafe zur Seiteein Kind ider Wiege linkneben ihr; iVordergrund einTaufe. Etwaſchwer verſtändlich
Dieſe Forder Kuppel deBaptiſteriumiſt doch mehapart alſchön, im Uebri
Grundriss; Camposanto Monumentale, Campo SantoCamposantoMonumentaleCampoSantoPisaCamposanto Monumentale in Pisa. N.
NordNorden
WeſtlichSchmal-ſeit miden Ketten S.
SüdSüden
OeſtlichSchmal-ſeit

Weſtliche Seite, wo die Ketten deHafens von Piſa hängen und alte unneue Skulpturen und Grabdenkmalſtehn, enthält keine Bilder voBedeutung. Was da iſt, iſſehr zerſtört
  • a. Von Giovanni Piſano: Jungfrau m. d. Kin(verſtümmelt
  • b. Grabmal Kaiſer Heinrich VIIc. Madonna, angeblich von Orcagna
  • ddiKetten
Nördliche Seite
Etwa ein Drittel deganzen nördlichen Längs-wan, an der reſtaurirt wirdwar durch einen mächtigen Holzverſchlag verſtellt, ſo daß icnur die zwei andern Dritthei le dieſer Längs-wan ſehen konnteEs ſollen iGanzen 23 Dar-ſtellunge von Benoz-zo Gozzolaus Florenz ſeinEtwa die erſtenfünf oder ſiebeworunter geradbeſonders berühmtſind, hab ich nichgeſehn (der Holzwand halber) dieandere 16 ode
Gemäldekomposition.

ſondern vertikal
Gemäldekomposition; Szenen aus dem Alten Testament [Freskenzyklus]SzenenausdemAltenTestament[Freskenzyklus]falseetwa 1420etwa 1497ital. MalerGozzoliBenozzoGozzoli, BenozzoFresken mit Szenen aus dem Alten Testament.

Baedeker giebdies nicht genauman merkt immeres iſt von Perſonen geſchrieben
18 aber alldurchgenommenSie laufen nichin zwei Horizontalreihen fort, ſ die es aus Bücherund nicht aus deAugenſchein genommen haben
Die 16 oder 18die ich ſah, beginnemit der GeſchichteAbraham (Gotin der Flammenicht im feurigeBuſch, Nachſehen)ſeinen Auszugaus Meſopotamienach Canaan, diabermalige ErſcheinunGottes und ſeinerheißung etcet cetera etc.Es ſind 20, die ich geſehen habe
Dann folgt diGeſchichte Abrahams,Iſaacs, Jacobs, Jo-ſephs, Moſes etcet cetera etcmit allen Detailsviel reicher ales auf den erſteBlick erſcheint, dſich jedes Bild audrei, vier Bilderauch aus fünf unſechs zuſammenſetztManches erſcheineinem als altSchwarte und iſauch nicht vie anders, aber ganabgeſehn von deColoſſalität derein äußerlicheLeiſtung (23 ſolcheRieſenbilder al fresc– Baedeker ſpricht voTempera – zu malenſind auch Sachen vovölliger Erhabenheiund künſtleriſcheSchönheit darinSo beſpielsweiſder Untergang So-dom: der Feuerregen, die Engedie Flammen werfen, die Sodomiterdie ſchon auf Erdein der Hölle ſitzeund die Gruppe Lothsſeine Frau u. ſeinTöchter ſind bewundernswerthSo auch die vielfacwiederkehrende GeſtalAbrahams. Ueberaliſt die Fülle dePhantaſie, der glücklichen Einfälle undie klare, über ſichtliche, ſoforverſtändliche Compoſition zbewundernDie letzten dreiBilde ſind halund mehr als halzerſtört. Sireichen bis zuEinnahme voJericho
Ostwand
Die linke Hälftunklar und ſchwachDie rechte Hälft enthält von eineNachfolger Giottos
    a. Himmelfahrtb. der ungläub: Thomac. Auferſtehungd. Kreuzigung
Die „Kreuzigunghat ſehr gelittenes iſt ein großesWandbil, ſo growie die 3 anderzuſammengenommenNur der KopChriſti und einigFrauen zur Linkeſind noch klar. Die drei anderſind vorzüglicerhalten und ſteheſo recht zwiſcheden Byzantinerund den Malerder großen Epoch(Wende vom 15zum 16. JahrhundertmitteninneIn Auffaſſung unCompoſition ſiehman doch widie einen audem anderentſtanden. Aufer-ſtehun und Himmelfahr ſind ganz componirt wie zuRaphaelzeit, maglaubt geradezAnklängen, wenigſtens Vorbildlichezu begegneund doch welcheUnterſchiedschied
Gemäldekomposition; Himmelfahrt [Fresko]Himmelfahrt[Fresko]falseAnonym/nicht ermitteltHimmelfahrt-Fresko auf dem Camposanto Monumentale.

Chriſtus in einerGlori, die grüdie ganze Geſtalumgiebt; vierachEngel; ein fünfteneunter kniet linkam Berge und weiſmit der Linkenach oben. DiJünger ſämtlicmit ſehr charakteriſtiſch, ſehr guund ſehr korrek(ſo weit ices beurtheilen kann nach hintegebogeneHaupt blickeempor. Man iſſpäter von deAllgemeinheit dieſenach oben Blickenabgegangen; abeſchwerlich mit RechtEs iſt das einziWahre u. Natürliche
Nord⸗LängsWand
Nord⸗Süd⸗Längs⸗Wan
  • 1. Triumph desTode. Wunderbargroßartige Leiſtung
    • a) Eine Gruppe Frommeſitzt engel⸗geſchützunter Friedensbäume
    • b) eine Gruppe ArmerBlinder ſtreckt deTode bittend diHände entgege
    • c) eine GruppeTodte liegt Pêlmêle ausgeſtreckda, zur Auswahfür die guten unböſen Engel. Diguten Engel führefaſt nur Kindeheim; alles abewas jung, namentlicweiblich-jung iſtiſt in den Kralleder Höllen-BotenFür eine bitteder gute Engel, ſiwieder los zgeben, ebenſbataillirt eiguter und böſeEngel um einedickbärtigen, gutmüthig ausſehendennackten Pfaffender eine ziehan den Händenach oben, deandre an deBeinen nacunten. Höchſamüſant; nichohne HumorDie Hauptgruppiſt aber docder das Taſchentucgezogen hat, udem Modergeruczu entgehn. W.Gent hat ’maAehnliches zuEntſetzen deBerliner u. Ruppinegemalt. Und miRecht zum EntſetzenAls alte Schwartiſt dergleichen sanphrase und volgrößter Aufrichtigkeizu bewundernaber wir könneund dürfen dergleichen nichmehr machen. Ewirkt doch halb barbariſch, halb ridikül
    • d. das ZeuJagdzeug Reichenerund Vornehmedie inmitten ihreGlanzes, ihres Glückesihrer Luſt, drei iSärgen aufgedeckteLeichen anſichtiwerden. Die Reiter-grupp iſt wundervollbeſonders der ältre
  • W2. Welt⸗gerich, links danebeHimmel, rechts Höll(Vom Beſchauer aus; vom Chriſtus augerechnet, natürlicumgekehrt.) Diefrüher dem Or-cagn zugeſchriebene Bil(warum plötzlicaberkannt?voll naiver Erhabenheit, hat deMichel Angelgewiß beeinflußt. Der Höllen⸗Sala iſt nichnach meinem Geſchmack; der ganzBreughel ſteckhier drin; abewunderbar iſt faſalles, andre, ſdie Gruppe derSelige – daruntewunderbar ſchönMönchsköpfe wie die Gruppderer die volſchlechten Gewiſſenund deshalb ider entſetzlichen Peider Ungewißheiſind, ob es nacrechts oder naclinks mit ihnegehen wird. DiHauptſache abeſind die Geſtaltender Maria unddes Heiland unſie beide ſind evorzugsweiſe, diauf dem Michel-Angelo-Frescin der Sixtinwiederkehrenaber, trotzdees der großMichel-Angelonicht zum Vortheil verändertEr hat den hievorhandenen, wundervollen AusdrucBeider in Mineund Haltung geſteigert und dſcheint mir deFehler zu ſteckenChriſtus iſt hieganz Erklarer leuchtendeErnſt, volleWeiche, VerſöhnlicheWerbende iſt abgethan, er iſnicht mehr Kronprinz, er iſKönig und beginnmit andrer MineHeinrich V. derdie Falſtaffsfallen läßSüß, mild, weichin alles E ergebenaber doch leiſerſchreckt, ſitzMaria danebenLiebe und Bewunderunim Auge, dadurcihm leiſe entfremdet, daß ſiihn in dieſer ſeineGröße nicht mehganz verſteht. Erſjetzt iſt er ihunter den Händefort, ganz entwachſen. Dieſebeiden wunder-vollen Ausdrückhat nun M. An-gel dahin geſteigert, daß er deChriſtus wieinen zornigeWetterer operiren läßt, dees nun entſprichtdaß Maria ſicihm nicht bloleiſe entfremdefühlt, ſonderdaß ſie ſich bangtängſtlich, faſentſetzt. EIcfinde, daßas hieGegebene ſchöneredler, wahrergrößer. – Die Köpfder Apoſtel und Erz-väter im Himmewundervoll; welcheReichthum der Charakteriſtik3. Das Lebender Einſiedle etcNur ein Schafskopf kann ſagendaß derie Malerzwei Brüder, dieſeBildes „vielleichauch die beidenvorige gefertighätten.“ O KunſtſchriftſtellereiDerie Maler dieſeBildes waren vergleichsweiſe ein Nachtwächter; der Maleder „Weltgericht⸗Bilder waeinfach ein Geni
Reſt ſiehe Bä-deke; faſt allezerſtört; wanoch erkenntliciſt, nicht intereſſant
Als letztean der langeNordSüdwand
  • Algarotto Ovi
    dii Aemul
  • Newtoni Discipul
  • Fridericus Magnus

Dies ſteht obe i
Grabmal; Camposanto Monumentale, Campo SantoCamposantoMonumentaleCampoSantoPisaGrabmal auf dem Camposanto Monumentale in Pisa. InſchriftRelief⸗Geſtal
Algarottus non omni
Westwand
ſchräg links uneden Piſa-Ketten
Grabmal; Camposanto Monumentale, Campo SantoCamposantoMonumentaleCampoSantoPisaGrabmal auf dem Camposanto Monumentale in Pisa. elf ApoſteHeinrich VIIlat.lateinische Inſchrif

Bologna.


Piazza Vitt. EmanuelePiazza maggior
Grundriss; Piazza Maggiore, Piazza Vittorio Emanuele IIPiazzaMaggiorePiazzaVittorioEmanueleIIBolognaPiazza Maggiore in Bologna. Piazza delPodestDies iſ„certo“San PetronioPalazzo publico
Dies Hallengebäudwußten ſie nicht Es iſt, wie derſelbe freundlichMann, nach eingezogenen Erkundigunſchließlich ſagt: Palazzo de ban⸗chi oder Portico de Banch(Die Angaben im Baedekeſind doch ſehr unſicher.) DePortico etc. iſt langweilig. Palazzopublic gut, del Podestà ſehanziehend durch Backſtein-Façade, Hallunten und Thurm

Academiadelle belleArt

Vorzugsweiſſind Guido ReniDomenichinoFrancesco Franciund die Carraccivertreten. Ichabe mich audie erſtren beſchränkt
Guido Reni.
Rieſengroßes Bil No 134. DiMadonna dellaPietà Schöeigenthümlicheine Art Ober⸗ unAltar⸗Bild
Gemäldekomposition; Beweinung Christi und Schutzheilige von Bologna [Gemälde]BeweinungChristiundSchutzheiligevonBologna[Gemaelde]false15751642ital. MalerReniGuidoReni, GuidoRenis „Madonna della Pietà“.

  • Auf einer TiſchplatteChriſti Leichnaim Sarkophag, Maridahinter und Engelsgeſtalten. Der Maria haftet ein wenig Fremdes, Modernes, weiblich Schönes an; vergleichend mit dem- iſt es eben Abfall. Unteder Tiſchplatte einigHeilige, Kirchenväteetc. San FranciscusSan Domenicus (?und andre; lautekleine, kindliche Engelgeſtalte
  • 135. BethlemetiſcheKindermor. Gutaber nicht bedeuten
  • berührend. 6

  • 136. Kreuzigung(Cristo dei Coppa-cini. Sehr ſchöin Aufbau, Einfachheit und Farbe. Chriſtuherrlich; ſeinen Allerbeſten zuzuzählenJohannes gut. Magdalena zu zigeunerhafverwildert; Mariwieder die ſüße, ſchönFrau u. nicht viel mehrWenn man da-mi die beiden Matronen audem Mantegna⸗Tempera⸗ Bild in Mailanvergleicht, ſo iſſolche Guido ReniſcheMadonn debloße
    Der Chriſtus iſnicht ſo ſchön, wie ihuns noch i17. Jahrhundert voden ItalienerDomenichin
  • leiſten konnte
  • 137. Simſontrinkt aus demEſelskinnbackeDafür hab icgar kein VerſtändnißEr ſteht da wiein Tanzmeiſteroder doch günſtigſteFalls wie eiſchwebender Merkur und trinkſehr graziös, währenſein linker Fuß naceinen todtePhiliſter tritt. Gugemalt. Weitenichts
  • 138. Madonnadel Roſari. Deächte, herkömmlichGuido Reni audem ich mir früheſo wenig machte unnun erſt durch ſeingroßen Arbeiten iGenua und auch hiebekehrt worden binDie Madonna ſitzin einer gelb⸗orangefarbenen Glorietmit allerhand Engeln, die Roſenkrüge halten unbringen und unteſind Kirchenvater, Heiligedie anbeten. Ikeiner Beziehung nacmeinem Geſchmack
  • 139. Ein Biſchofvielleicht auch eiKirchenvater. Nueine Figur. Sehgut
  • 140. SanktSebaſtia. ESehgut und eigenthümlich; charakteriſtiſcherächter wie deCorreggioſchin Parma wenich nicht irre (nachſehen.
  • 141. Krönung MariäVon dieſem Bildgilt daſſelbe wivon 138
Der Saaneben deGuido-Reni-Saaenthält eine ganzAnzahl FrancescoFrancia, einenPerugin uneinen Rafael(heilige Cäcilie.
An der eineLängswand hänge hintereinandeweg, ein Fr. Fran-ci, ein Peruginund wieder ein Fran-ci. So
Madonna mit Johannes dem Täufer und Hieronymus [Gemälde]MadonnamitJohannesdemTaeuferundHieronymus[Gemaelde]false14501518ital. Goldschmied, Bildhauer und MalerFranciaFrancesco(eigtlAFrancia, Francesco (eigtl. Francesco di Marco di Giacomo Raibolini)Francias Gemälde. Fr.Franci1
Madonna col Bambino in gloria e i Santi Giovanni Evangelista, Apollonia, Caterina d'Alessandria e Michele Arcangelo [Gemälde]MadonnacolBambinoingloriaeiSantiGiovanniEvangelistaApolloniaCaterinad'AlessandriaeMicheleArcangelo[Gemaelde]false1445 oder 14481523ital. MalerPerugino(eigtlAPerugino (eigtl. Pietro di Cristoforo Vannucci)Peruginos Gemälde. Peru⸗gin2
Maria mit dem Christuskind auf dem Thron [Gemälde]MariamitdemChristuskindaufdemThron[Gemaelde]false14501518ital. Goldschmied, Bildhauer und MalerFranciaFrancesco(eigtlAFrancia, Francesco (eigtl. Francesco di Marco di Giacomo Raibolini)Francias Gemälde. Fr: Fran-ci3
  • 1. Madonna, nebeihr ein Kirchenvateund Johannes deTäufer
  • 2. Madonna imHimme von Engelumgeben. Unte4 Geſtalten: JoſephSt. Georg, die heiligCatharina und einandre Heilige.
  • 3. Maria mit demChriſtkin auf eineThronſeſſel in deHalle. Johannes deTäufer und Sankt Sebaſtialinks und rechts nebeihr; außerdem zweKirchenväter und andre Figuren

Alle drei ſinſehr ſchön. Ewäre ein Glücſolch Bild zu beſitzen, gleichviel welches, und ſich immewieder daran zerfreuen. Abezu unterſcheideſind ſie nicht; wennwebehauptet, daß er da könne, der hörGras wachſen
Dem zweiteBilde, alſo dePerugino gegenüber, hängt diberühmte „heiligeCäcilie voRafael, anderals ich ſie bishein Stichen geſehnWeOder ich irrmich wohl und ein andre adie mivorſchwebt iſwohl von CarloDolc. Es iſalles ganz gut unſchön, eine noblLeiſtung, aber emacht gar keinen Eindruck auf michDie männlichFigur links, wohApoſtel Paulumit dem Schwertder um verſenken in die Schönheihimmliſcher Muſiſich auf das Schwerſtützt, als wäres nur eine Stützeiſt ſehr ſchönAber alles andrläßt mich kalt
Der darafolgende Saaenthält einMenge Ca-racci (z denen ich keinZeit fand) unzwei mäßigDomeni-chinos 1. ſeiMaſſacre ofthe Innocent(ſo ſcheint esMaria darübeRoſen ſteuenin der Gloriund 2. einandre großeErmordungſscenaus der heiligeGeſchichte. Beidvirtuos und ſtellenweiſ bedeutenwie alles waer machte, abeim Ganzen äußerlich, langweiligNichts ergreifund wirkt

Im Hinausgehen glücklicher weiſe noceine Bleiſtift⸗ unKreidezeichnunmit aufgeſetzterother Farbe (iden Augen, Lippeund Blut) voGuido RenwahrgenommenEin Chriſtusmit derDornenkron Brillante, ſehr 7ausgeführte Skizzewenn Skizzüberhaupt. Eiſt nur dieſeKopf, der deberühmten Corregginicht nachſtehtlieber alalle Bildevon ihm idieſer Gallerie

Ravenna

1. Baptisterium

In eine
kleinen
kl.
Gasse ganzvertraut. Matritt durch einemiſerablen Flurwendet ſich linkund ſteht drinEin Bau widas Pantheoaber ſehr mal klarer: immerhin groß genug, woben das Lociſt, iſt hier eiChriſtbild. Unteentſprechen deacht Seiten achRundbögeauch kurzum Säulen, alles ſchwarmoſaikartig eingefaßt miSprüchen und gold Ornamenten; Engelgeſtalten iden Ecken; allemerkwürdig gut
Darüber dieierſten Stockwer, wiede8 Rundbögenhier iſt allebraun unweiß, allebraun der Grundweiß die Relief Figuren; erſichtlic1000 Jahrſehr viel ſpätegemacht, odedoch durch Farbeüberſtreicht gancondenſirt Dann kommt diKuppeldecke, diHauptſache. aImmer vier goldnSäulen, unter denenein Thronſeſſel ſtehabwechſelnd mi reich mit Kiſſegeſchmückteimmer ein weißesKreuz tragendengrößeren Thron.Aber auch andrOrnamente unnamentlich LorbeeZweige, diebenfalls unter goldnen Säuleſtehn, ſchiebeſich ein ode wechſeln adamit. Dankommen darüber ſchon dem Mittel-punk zu, 1ſchreitende Apoſtel-geſtalte. Danc.) Johannesder den Chriſtusim Jordan taufDer Jordan alFlußgott. Allerelativ merkwürdiggut
Man ſieht deutliches hat damalnoch Reſte dealten griechisch⸗ römiſcheKunſt gegeben. Didie Leute befähigterelativ ſehr Gutezu leiſten, wenauch ein ſtarkeAbfall iſt gegepompejaniſche Moſaiken. Abeſpäter, als dabeginnt, waals byzantiniſchKunſt ſpukt, werde die Sachen viel ſchlechteund erſt zur Cima-bu-Zeit iſt maetwa wieder ebenſo weit wie i5. Jahrhundert, abedoch auch nocnicht voll
Die Jünger ſinentſchieden das Beſtedas Mittelbild: „Johannes tauft Chriſtusim Jordan ſteherheblich danebezurück; nur dieas ſzu ſagen ergebe ſtill haltende ider Geſtalt Chriſtiſt gut. Ausdruck des Kampfeunbedeutend

Das 8 eckigMarmor-Taufbeckender Kanzel⸗Appa-ra, wo der Geiſtlichſteht und mit eineuralten Kell(Waſſerkelle) daWaſſer aus eineLamm-geſchmücktenkleinen Bottich ſchöpf um die Taufe zbeſorgen. 8

San Vitale


Innenansicht von San Vitale, St. VitalisSanVitaleStARavennaSan Vitale in Ravenna. PfeileSäulSäulPfeile
Im Weſentlicheebenſo wiunten
Alles gewölbtdarüber beginndann die eigentlichKuppel. Au8 ſolchen Stücke

ſetzt ſich dander ganze Bazuſammen unhat nun noceine ebenſgeformt
Schale, die einebreiten Umganum das innereAchtec bildetDadurch entſtehenwenn man ſwill, innerhaldes Umgangs oderichtiger zwiſcheKern und Schal8 kapellenartigeRäum, die aucnach hinten zu(wieder weite in das tiefMauerwerdes Umbauhinein, wirklicvorhanden ſindAber ſie ſind unbedeutend und nueine, wo deAltar und diMoſaiken ſindver ſichDieſe iſt – voder Architektudes Ganzen abgeſehe die Hauptkapelle. 8Wenn man wildem Chor entſprechend. Diganze Kapelle iſmit Moſaikegefüllt und erinnerſtellenweis nocmehr anin San Marco alan das Ravenneſi⸗ſche BaptiſteriuSie ſind merkwürdigut erhaltenganz friſch ganz unverbrauchganz lebhafteſteFarbe; daArabeskenweſean der Deckbleibt nicht erheblich hintedem Baptiſteriuzurück; abedie Köpfe werdeſchon ſtarrtodt, langweilighandwerksmäßigder Spirituiſt fort. Selbſt 8das Bild in deeigentlichen Chor-niſch, in deApſis: Chriſtus2 Engel nebenſic, dann SankVitalis und SankLesiusepius Im Baedeker ſteht Sanct Ecclesius, ich glaube aber richtig geleſen u. abgeſchrieben zu haben. ſind nur würdirepräſentirend uninſofern immerhiſehr gut; ſidrücken faſgar nichts auswas damalvielleicht aucanfing Zweczu ſein, menſchlicher Geiſt, Auffaſſung, Fühlenſollte nichhineingelegnwerdenAlles andre iſrelativ modern Pinſelei und ſehr 8unwirkſam. Eigentlich ganichts
Eins der Moſaikeſtellt Abel mitdem Lamm undMelchiſedecdar; übeeinen gedeckteTiſch die HanGottes vooben her. Inhaltlich: inte tereſſant, abewenig mehr aldas
Die andrSeite giebt alPendant dazuAbraham, diedrei Enge dizu ihm kommeneinen Alten deein Lamm bring(wahrſcheinlich deEngeln) und untedem Tiſch vor dedie Engel ſtehn liegt ſchon der 8Untergangs⸗EngelRechts danebesoll IſaacAbrahamden Iſaakopfer, abedie Hand Gottehält ihn zurück

Il Sepol-crodDant Kleiner Kuppel⸗ odeKapellenbau un5 bis 6 Schritt iQuadrat, rundbogig und gekuppelVorne Thür, zu beideSeiten lange Inſchriften, der Thügegenüber etwawie eine vorſpringende Sarghälftaber wohl nuzum Schein, auc mit langer InſchrifJura MonarchaSuperos etc
In den Eckedie durch Kuppund Rundbogeentſtehn kleinMedaillons, & Virgiund Prunettulatinus. Audem Sargſtücein verwelkte Lorbeerkranz unan der Wand darüber ein ſehmäßiges Reliefvon Dant,lebensgroß, halbFigur, mit Lorbeerkranz unabgeſtoßeneNaſe. DaGanze machtgar keinen Eindruck

Innsbruck

Die berühmte Fran-ziskanerkirchmit den zahlreiche(28) Erz⸗Statuen undem GrabdenkmaMaximilians
Die 28 Statueſind
    1. Chlodwig2. Philipp von Spanien von Fr.
An der linken Seite
  • 1. Albrecht von Oeſt-reic ( VaterSehr ſchöner Mann; wiein moderner Garddu Corps-Offizie
  • 2. Friedrich III. AltSchlafmütze. Ganwie Tante MinnSchröner.
  • 3. 4. und 5 ohnNamensangabe. NoNumero mit Kufürſten alHerzogskrone, Adleim Schild und MantelNoNumero 4 Ritter, Löwim Schild; No Ritter, Adler iSchild
  • 6. Friedrich Herzog zuOeſtreich u. Graf zu Tiro
  • 7. König Albrecht derErſte, Herzog zu Oeſte-reic
  • (Dem unter ſehr ähnlich.
  • 8. Gottfried vonBourbo mit Dornenkrone
  • 9. Frau EliſabethKönig SigismundTochter von UngarnGemahlin Albrecht V. voOeſtreich
  • 10. 11. 12. DreiFrauengeſtalten ohneName. Da vorn miLilie im Wappen un5 Nägel
  • Wappen.
Rechte Seit
  • 13 uund 14 Frauenge-ſtalten ohne Name
  • 15. Frau Maria Blan-ca, Königi
  • 16. Sigismund, Erzherzogzu Oeſtreich, Graf zu Tiro
  • 17. Arthur Königvon Englan
  • 18. Theopraſtus,König zu ProvencHerzog zu Burgund unGraf zu Habsburg
  • 19. Ernſt, Erzherzogzu Oeſtreic
  • 20. TeodorickKönig der Gooten
  • 21. Albrecht derWeiſ, Erzherzozu Oeſtreic
  • 22. Kaiſer RudolfGraf v. Habsburg
  • 23. Philipp Königzu Caſtilie unLeon. etc
  • 24. Clodoveuder erſte chriſtenliche König voFrankreich
  • 25. Karl, Herzogzu Burgun
  • 26. Kurfürſt undalKönigsgeſtalohne Namen. Sehr gut. Vielleicht Ludwig XI.
  • 27. Frau JohannaKönigin zu CaſtilienKönig PhilippGemahlin
  • 28. Ferdinand Königzu HiſpanieKaiſerlicher unK N (unverſtändlich) Wahrſcheinlich kaiſerlicher u. königlicher Ma- jeſtät Eltervater MT. Aldvate
König Theodoricſcheint mir keineswegs der Beſte; iGegentheil er iſgemacht, geſchraubtVorzüglich ſind diSachen von direktePortraicharakter dwo er Anlehnung aBilder hatte. Ich würdFriedrich III (das altWeib) für die vorzüglichſte Natur haltenzw auch Rudolfvon Habsbur, abe nicht ſo gut. Clod-wi iſt jedenfallbeſſer als TheodorichAuch unter den Frauen-geſtalte einige ſehgut, und wunderbain der reichen, immewechſelnden Behandlundes Coſtüms

Grabdenkmal.
Eiſengitter, bronzefarben mit Goldblättern; im Ganzenicht ſehr nach meineGeſchmack
Oben auf dem ganzeBau der betende KaiſerMa ſehr gut
Nun die 24 Mar-morrelief. Eerinnert ſehr an diGrabdenkmäler (beſonders an daKönig Ludwigs XIIund wenn ich nichirre auch Franz Iin St. Denis. DiLeiſtung iſt coloſſalAlles hier iſt zarterflacher, durchbrochenerblattartiger, wenigeHautrelief als diSachen in St. Denisdie dadurch prächtigervoller wirken. Dociſt die eigentliche Hauptenthaltung, namentlicnach der techniſcheSeite hin, hier wohviel größer. WelcheReichthum! SchlachtenBelagerungen, Staatsaktionen, fürſtliche BeſucheEheſchließungen, Belehnungen und Verſöhnungen alles auf einanderEins ſtellt wohl diBegegnung zwiſchedem Kaiſer und deKönig Heinrich VIII voEngland dar. Unmittelbar in Nähe deKaiſers ſtehen voſeinem Hofgefolgeinige vornehmHerrn und thuen daIhrige zum EmpfangUnter dieſen (namentliceiner, ſehr elegantmitSchnurrbart) ſinwundervolle Geſtalten. So aujedem Bilde. E
iſt eine Koloſſal-Leiſtung und man fragwie billig: wer leiſtet das noch?wundervoll iſt auf einem andern Tableader im Geſchwindmarſch, faſt wie im Sturerfolgend. Auszug eines ganzen Landknecht⸗Regiments aus einem Feſtungstho 137. 138. 135139. 140. 141
134. 135. 36. 37. 3839. 40
und
u
41.SiebenAcht Guido Renis
  • 134. La Madonna dellaPiet
  • 135. Bethlem. Kindermor
  • 136. Kreuzigung.(Cristo dei Coppacini
  • 137. Simſon trinktaus d. Eſelskinnbacke
  • 138. Madonna del Ro⸗sari
    139. Ein Biſcho
  • 140. Heilige Se-baſtia
  • 141. Krönung Ma-ri

Ab aus Bologn6 Uhr 6 Minute
Ank: Ankunft in CastelBologn. 7. 4
Abgang 7. 55
Ank. in Ravenna 9. 28

Abfahrt aus Rav: 12. 10
Ankunft 1 Uhr 55
AnkunftAbfahrt 2. 1Ank3. 45
Noch im Auftrage vo
Th. Fontane
Potsdamer Straſse 134c
╒erinnert an Nutrimontum Spiritus