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1875
IV

  • Schweiz. Ober⸗Italie
    .. Mün⸗che
    . Wien
  • Mittwoch d.
    dender
    18. August.

    (Genua. Fortſetzung auBuch II.) Der PalazzoBalb iſt wohl der ſchönſte; Palazzo roſſo wirknur originell durch ſeinerothen Anſtrich; Palazzo delMunicipi iſt ſehr hübſchdurch die Art wie diFlanken⸗Anlagen ſind. DePalaſt ſteht hoch, aueinerm Art 15 bis 20 Fuhohen Unterbau; dieſeUnterbau trägt nun nichblos den Palaſt, ſonderauch rechts und links danebeColonnaden, GartenanlagenTreppen, Springbrunnen, waſich inmitten einer raumbeengten Straße und miHülfe des Unterbaus (wodurch es eine Art fliegendeGarten wird) ſehr guausnimmt. In einedieſer Gärten, oder docin einem angrenzendengleichgearteten Gartenſtück befindet ſich eigutes Café Restaurantwohl das erſte der Stadt
    Der Pallazzo roſſo (Brig-nole-Sale enthält einſehr gute Bildergalleriein der ſich namentlich vorzügliche Guido Renis unVan Dycks befinden [Meine Notizen darübeſiehe Buch II. ]
    Von Palazzo rossnach dem Hôtel zurückBriefe geſchrieben. ZuTable d’hôte. Nach dem Diner Fahrt nach dem Colum-busplat am Bahnhof, nacPalazzo Doria, dem Molonuov (mit Porta nuovund vecchia) und der große„Lanterna“, Leuchtthurm)Zurück bis zum Hôtel. Gandurch die Stadt. Café Rossi⸗n an der Piazza dellaFontana Moroſ. Nach Haus

    Donnerstag d.
    dender
    19. August.

    Früh auf. Frühſtück im CaféRossin. Die benachbarteKirchen San Lorenzo unSan Ambrogio, dann San Ste-fan beſucht. Die beiden letzternbeſonders San Ambrogio, enthalten gute Bilder voGuido Reni und Giulio Ro-man. [Siehe darüber meinNotizen in Buch II.] Hieraunochmals Fahrt durch Via Balbiam Columbusplatz vorbei, bizum Palazzo Doria etcet ceteraum die Stelle an der Dar-sena real (oder ſo ähnlichzu entdecken, wo Fiescertrank. Dieſe Stelle liegungefähr halben Wegs zwiſchedem Palazzo Doria undem Hôtel de la Ville, in welchesm letztre ich wohnteWo ſich das Thomas-Thobefindet, durch das Fiesceindrang, hab ich nicht erfahren. Vielleicht iſt edie Porta vecchia, dizwiſchen dem Palazzo Doriund der „Lanterna“ liegtHeyden wird dies vielleicht wiſſen
    Ins Hôtel. GeſchriebenEtwa um 1 1/2 Abfahrnach Spezzia und Pisa. Spez⸗zi iſt halber Weg; mafährt am Meere hin, odepaſſirt Tunnel. Alles iallem wird man ziemlicebenſo lange im TunnelDunkel, wie im Freiefahren. An einem heißeTage iſt dieſe beſtändigKeller⸗Erfriſchung ſehr angenehm. Von Spezzia aubiegt die Bahn ein wenilandeinwärts, ſo daß madas Meer nicht mehr ſiehtAm Apennin hin geht diFahrt, ziemlich ähnlich deFahrt von Florenz bis Folig⸗n. Bedeutende Höhenzüge mit Städteund Schlöſſern gekrönt. Sehbrillant nehmen ſich Carrarund Massa aus, an deneman ziemlich dicht vorübekommt. Das Bild iſt abeiden Stellen verwandtdie Vorberge thun ſican einer beſtimmten Stellthorartig auf und miHülfe dieſes Thors wireine weiter zurückgelegenehöhere, mächtigere Felspartiſichtbar. Dieſe Felspartie beſtehaus Kalkſtein und in dieſeKalkſtein ſteckt der Marmor. Das Bild daMaſſa gewährt, iſt ſchöneals das von Carrara. Bei guter Zeit, etwa u8, traf ich in Pisa einnachdem ich ſchon vorheden Dom, das Baptiſte-riu und den „ſchiefenThurm hatte begrüßekönnen. Ich nehme Quartiin dem angenehmen unempfehlenswerthen HôtelLungarn, das in erſteReihe Reſtaurant iſt, ganwie das Hôtel Bauer iVenedig

    Freitag d.
    dender
    20. August.

    Früh auf. Frühſtücim Reſtaurant. Fahrdurch die Stadt – die, wenigſtens am Arno hin, ganan Florenz erinnert – nacdem neben niedergelegeneComplex berühmter Baulichkeiten: Dom, BaptiſteriumCampanile (ſchiefer Thurmund Campo Santo
      a. Dom. b. Baptiſteriuc. Campanile. d. Campo Santo
    Das ganze wirkt öde ungroßartig zugleich, etwa wiSphinxe die ſich plötzlich auder Wüſte erheben. Kahlſonnig, ſchattenlos liegder weite Platz aRande der Stadt da unauf ihm dieſe BautenDaß ſie durch Schönheite
    Grundriss; Piazza del DuomoPiazzadelDuomoPisaPiazza del Duomo in Pisa. b
    ſofort den Sinn gefangen nähmen, kanman nicht ſagen. Es wirkgroß, eigenartig, wunderſam, aber nicht gerade wohlthuend. Der Dom ſelbſiſt ſchön, während de„ſchiefe Thurm“ den Eindruceines Curioſums, deCampo Santo, an den kahlen Außenwänden hin, den eineReitſchule, das Baptiſte-riu, ſo weit ſeinKuppel in Betracht kommtden des beinah Häßlichemacht. [Siehe meine Notizen in dem kleineBuch III.] Im Innerwirken aber all dieſBaulichkeiten ſehr bedeutendjede auf ihre WeiſeDer Dom iſt ſchön, uninnerlich wie äußerlich, dazu durch eine Fülle voKunſtſchätzen ſehr intereſſantDas Campo Santo bieteden Stoff für wochenlanges Studium; einzelnſeiner Fresken ſind durcinnerlichen Gehalt erſteRanges. Die Größtehaben eine Anlehnung adas hier Gebotene nichverſchmäht. [Ueber aldies hab ich in deBüchelchen III ausführlicgeſchrieben.] Den Cam-panil beſtieg ich nichtEr wirkt märchenhaftaber doch zugleich auchwie ſchon hervorgehobenmehr oder minder alCurioſum. – Ins Hôtezurück. Dejeuner. Abfahrt nach Piſtojar (zweStunden Raſt) und Bolog-n. Ankunft um Mitternacht. Abgeſtiegen iHôtel Brun

    Sonnabend den 21. August.

    Frühſtück im Hôtel. Audenie Piazza Vittorio Ema-nuel oder Piazza maggiore mit dem PalazzoPubblic, dem Palazzodel Podeſt und dePortico de’ banchi[Siehe Büchelchen III]. Danin die große Kirche SanPetroni, ebenfalls ader Piazza Maggiore. SiehBaedecker und meine daſelbſt angefügten Notizen. VoSan Petronio, in langeFahrt durch die Stadt, binach dem, eine gute Viertelmeile vorm Thore gelegeneCampo Santo von BolognaEin Die Kreuzgänge eines altern Kloſterbaus, ſeitdem umgebaut und erweitert, wurden dazu benutztEs hat keine Spur voAehnlichkeit mit dem CampoSant in Piſa, jeder Bilderſchmuck fehlt. Lange hallenartige Räume, die, rechtwinklig auf einandeſtehend, wieder großVierecke mit eineHofraum in der Mittbilden, enthalten in debreiten, kirchenſchiffartigen Mittelgange diGewölbe in denen diSärge ſtehn, währenrechts und links an deWänden hin ſich die Marmortafeln mit den Inſchriften in langer, langeReihe befinden. Numitunter werden dieſTafeln unterbrocheund das Auge begegnenur einem Marmormonument. Einzelndavon ſind ſchön, andrmehr eigenthümlich odeitalieniſch-naiv. Das ſchönſteund zugleich wunderlichſtiſt das, das die EnkelMurats (Pepolis ihreMutter, einer TochteMurats, errichteten. DiMutter iſt Nebenſacheund der Großvater: roiMura iſt alles. Serhebt ſich denn das pompöſMarmorbild dieſes letztren (lebensgroß, iHuſaren⸗Uniform) audem Grabe ſeiner TochterEin wenig ſonderbar. Menſchliche Eitelkeit. Die Welſoll erfahren: unſre Muttewar König MuratTochter. So denn ſeiBildniß. Verzeihlich iſt einſo weit, als den Anverwandten Murats keinrechte Gelegenheit anderweitig gegebewar, ihrem berühmtenVater reſp. Großvateein Denkmal zu errichten. In Neapel, wer erſchoſſen wurde, iFrankreich, wo die Bour-bon wieder einzogenüberall verbot es ſichſo mußte es denauf einem Umweggeleiſtet werden undas Grab ſeiner Tochtebot wohl oder übedie Gelegenheit dazu. DaBologneſer „Campo Santo(„Certosa“, Karthauſeiſt allgemeiner FriedhofBegräbnißſtätte für jedermann, auch für diArmen, welche letzterein den verſchiedenen Hofräumen, unter Aufrichtuneines Holzkreuzes, begraben werden. Das Ganzmacht einen außerordentlicvornehmen Eindruck, iſluftig, kühl, ſchattigder Wirkung der Monu- mente günſtig und conſervirt dieſelben mehals jede andre, frei daliegende Begräbnißſtätte. Von der Certosa idie Stadt zurück; eineImbiß genommen, dann idie Academia delle belleArt. In dieſer immerhin ſchönen Sammlung befinden ſich vorzugsweiſeGuido Renis, und Caraccisaußerdem Einiges voDomenichino, FranceſcoFranci, Perugino etcIch nahm mir nur diZeit die Guido Reniund weniges andre durchzunehmen. [Meine Aufzeichnungen darüber iBüchelchen III.] DanFahrt durch die Stadtnoch in einige Kirchehineingeſehn und dibeiden „ſchiefen Thürmebeſichtigt, die, theilin ihrer Einfachheit, theildurch ihr Zuſammenſtehnmehr auf mich wirkteals der ſchiefe Thurm iPisa. Der größer
    Gebäudeansicht; Torre AsinelliTorreAsinelliBolognaTorre GarisendaTorreGarisendaBolognaTorre Garisenda und Asinelli in Bologna.

    gewährt ganz den Anbliceines modernen Fabrikganz geringe Zuthaan ſeiner Krönung haausgereicht, dennoch eine durchaukünſtleriſche Schöpfung auihm zu machen. Beide Thür-m ſind in Backſteiausgeführt, während in Pisalles Marmor iſt. – DiStadt ſelbſt – auch in deHof der BUniverſität blickich hinein – iſt reich amächtigen Bauten und Arkaden; es iſt eine vornehme Stadt, intelligenund patriotiſch, die in deBefreiungskämpfen deLandes eine hervorragende Rolle geſpielt hatDie Arkaden, vielmehnoch als in Modenalaufen durch die meiſteStraßen hin. – Ins Hôtezurück. Geſchrieben. ZuTable d’hôte, an denur Engländer theilnahmendie ſämmtlich auf dem Wegnach Oſtindien warenCafé im Hofe des Hôtelgenommen; früh zu Bett

    Sonntag den 22. Aug ust.

    Früh auf. Um 6 nacRavenna. Ankunft (verſpätet) wegenum 10 Uhr. Sblieben mir nur zweStunden für die altberühmte Stadt, die übrigens nicht blos deEindruck der Stille unZurückgezogenheit, ſonderauch der Armuth und Verkommenheit macht. Noceh wir die Stadt erreichten, zeigte mir eiitalieniſcher Mitreiſender voCoupé aus das Grabmades Königs Theodorichwas mir ſehr lieb warda ich nicht Zeit genug hattedieſem Mauſoleum eineeignen Beſuch zu machenEs ſchien mir folgendForm zu haben
    Gebäudeaufriss; Grabmal Theoderichs des Großen, RotondaGrabmalTheoderichsdesGroßenRotondaRavennaGrabmal Theoderichs des Großen in Ravenna.

    vielleicht iſt auch das Unterſtück ein Rundthurm unnicht quadratiſch. Die oberHälfte ſah ich ganz klardie flache Kuppelung wirkteigenthümlich. StattlichAvenuen ſchienen auden Grab-Bau zuzuführenIn der Stadt ſelbſt begnügtich mich mi
      1. Baptiſteriu
    • 2. dem danebenliegendeDo
    • 3. San Vitale un4. der Grabkapelle Dantes
    Der Dom liegt aueinem Platz; das Bap-tiſteriu in einer nebenhinlaufenden Gaſſe ganverſteckt. Etwa ſo
    Grundriss; DomDomRavennaPiazza DuomoPiazzaDuomoRavennaDom und Piazza Duomo in Ravenna. A
    A. Platz; b. Dom; a aeine ganz ſchmale, winklig eckige Gaſſedie neben dem Dom ſich hin⸗zieht c Baptiſterium. DieBaptiſterium ſteckt in deHäuſern der Gaſſe derardrin, daß man von der eineSeite her gar nichts voihm ſieht, von der Domund Platz⸗Seite her abeein mehr⸗eckig vorſpringendeStück. Der Dom ſolauch ein ſehr alter Baſein; er wirkte nicht ſauf mich; in Details zgehn, hatt’ ich keine Zeit[Ueber Baptiſterium, SanVital – das ebenfalls ganverſteckt liegt und äußerlicvöllig unſcheinbar iſt ſo wie über das GrabmaDante’s ſiehe meine Notizen in Büchelchen III.] BeidBauten ſind ſehr intereſſantdas Baptiſterium durch ſeinFresken, San Vitale baulich als Tochter der SantaSophi und Mutter deres Aach-ner Münſter. Ob aucdas Baptiſterium architektoniſch eine vorbildlichBedeutung hat, oder oandre in gleicher Forund Einrichtung älter ſindweiß ich nicht. Auf diFresken Moſaiken paßt genau daswas Gregorovius übedie älteſten Fresken Moſaike(etwa aus der Mitte de5. Jahrhunderts) in SantaMaria Maggior ſagtSie ſind noch nicht byzantiniſch verſteinertnoch nicht ſtarr unleblos, haben noch 1Bewegung und ſelbſt GrazieEs klingt noch etwavon antiker Kunſt darinach, eh dieſelbe durch dinahezu künſtlichen byzantiniſchen Formen verdrängwurde. Es ſtimmt das aucmit den Zeitangaben,. „Audem 5. Jahrhundert“ ſagedie Nachſchlagebücher, alſo dieſelbZeit, vielleicht daſſelbe Jahrzehnt, in dem die Moſaikein Santa Maria Maggiorentſtanden. Die Moſaikein San Vitale ſind ſchoſchwächer, aber faſt nocbeſſer erhalten. Ravennhat noch drei vier, fünandre Bauten: KirchenBaptiſterium (S. Maria inCosmedin Rotonda (Grab⸗mal Theodorichs und Reſteines Palaſtes von KönigTheodoric, die alle de5. und 6. Jahrhundert angehören, alſo hiſtoriſch unarchitektoniſch höchſt intereſſant ſind, ich fanaber nicht mehr Zeietwas davon zu ſehenwas auch nicht ſonderliczu beklagen iſt, ddas Baptiſterium (nebedem Dom) und San Vitaldoch wohl die Hauptbauten bleiben, odemdoch im Weſentlichedaſſelbe zeigen wie diandern
    kirchlichen
    kirchl:
    Bautenjener merkwürdigeRavenna⸗Epoche. Nuſcheinen ſie nicht aus⸗ 1ſchließlich Kuppelbauten zſein, ſondern theils 3 ſchiffigBaſiliken, theils KreuzkirchenDie architekt: architektonische Bedeutung Ravennaſteckt aber in den KuppelnUm 12 1/2 nach Bolognzurück; Ankunft um 4Abfahrt nach Padua u5 oder 5 1/2; Ankunfin Padua (im Stellad’or) 9 Uhr

    Montag d.
    dender
    23. August

    Frühſtück im Hôtel. Fahrnach San Antonio. ZweStunden in dieſer großenkuppelreichen Kirchedie in mancher Beziehunwie ein nüchternesgeweißtes San Marcwirkt, verweilt. [Siehdarüber meine Notizein Büchelchen III.] Dannach der Kirche Eremi-tan, die, in einer ihrerKapelle, zwei berühmteFreske Mantegnaenthält; von der KircheEremitan nach debenachbarten, im Tonnengewölbe erbauteKapelle Madonnadell’ Aren, dimit Giotto’ſchen Fres-ke an all ihreWänden überdeckt iſtDie Maſſe dieſer Fres-ke iſt von ſehr zweifelhaftem Werth unkann nur kunſthiſtoriſcintereſſiren; wunderſchöaber iſt in der Chor-niſch eine Madonna mitdem Kin (worauf micſchon Prof. Steinlaufmerkſam machte) ungegenüber derſelbeein ſehr ähnliches Bildwahrſcheinlich..... midem Johannes darſtellendDie junge Perſon, dimich umherführte, bezeichnete das zweitals eine einfache Wiederholung des erſtenwas nur beweiſtwie wenig ſchardie Menſchen hinkuckendenn bei aller Aehnlichkeit ſind docſtarke Abweichungenz. B. in der Haltundes Kopfes da. „Dasjüngſte Gericht an deSchmalwand des Ein⸗gang konnte micnicht intereſſiren. [Näheres ſiehe meine Notizein Büchelchen III unden Photographien-Katalog, den ich in deKapelle erſtand.] InHôtel zurück. U2 Abfahrt nach VeronaAnkunft 5 Uhr. Abfahrt von Verona 6 1/2Verona lag prächtiim Schein der Abendſonne da. Bei Dunkelwerden in Ala. Gepäck⸗Reviſion

    Dinstag d.
    dender
    24. August.

    Um 6 oder 7 Uhr früAnkunft in InnsbruckNoch zwei Stundegeſchlafen (im Hôtel del’Europ.) Flanirt ider Stadt. Beſuch deFranziskanerkirche, didas berühmte Grab-denkma Kaiſer Maxi⸗milian und des An-dreas Hofe enthält[Siehe meine Notizein Büchelchen III.] Zwiſche3 und 4 Abfahrt nacMünchen. Ankunft gege10. Quartir genommeim „Engliſchen Hof“, frühe„Blaue Traube.

    Mittwoch d.
    dender
    25. Aug ust
    .

    In der Stadt unteerheblicher Langeweilumhergetrieben. U4 Uhr Emilie am Bahn-ho in Empfang genommenZurück ins HôtelSoupirt

    Donnerstag d.
    dender
    2 6.
    August

    In die neue PinakothekPiloty, Kaulbach, SchrsSchorn. Zur Tabled’Hôt. Um 2 1/2 iden Circus MeyerFlanirt. Am Abend iden Rathhauskeller

    Freitag d.
    dender
    27. August
    .

    In die Glyptothek. ZPaul Heyſe. Gegen Erwarten ihn und ſie getroffen. Zur Table d’HôteIn die Schackſche GallerieIns Hôtel zurück. Beſuch von Frau HeyſeAm Abend in de„Don Juan“. Soupirt

    Sonnabend d.
    dender
    28. August
    .

    Abreiſe nach Salzburg unBerchtesgaden. In Salz-bur in einer intereſſanten Kneipe einen Imbiß genommen, das Haydn⸗Stübche und den nichſonderlich intereſſanteDom beſucht. Danin einem Einſpännereizende Fahrt nacBerchtesgaden. Abgeſtiegen in Hôtel Belle-vu. Noch am ſelbeAbend Wohnung gemiethet, am Markt, gegenüber der Apotheke

    Sonntag d.
    dender
    29. Augus t
    .

    Im Hôtel gefrühſtücktDann Ueberſiedlunin unſre Wohnung. Spatzirgang. Geleſen. IHôtel Bellevue gegeſſenNach Haus. Thee genommen. Am Nachmittag, während wiim Hôtel warenhatte es zu regnebegonnen. 1

    Montag d.
    dender
    30. Augu st
    .

    Es regnet immer nochWir ſetzen uns fröſtelnd (ich krankauf unſren Balkound beginnen zu leſenUm Mittag nach deHôtel „zum Neuhaus“Sehr mäßige Speiſung. Vor Froſt einStunde zu Bett gegangen. In einer regenfreien halben StundSpatziergang. Nach HausThee. Geleſen

    Dinstag d.
    dender
    31. August

    Es regnet immenoch. Auf deBalkon iſt es nockälter, und wir leſenoch hitziger alam Tage zuvor. Icbin total krank, Emi-li halb; wir könnebeide keinen Biſſegenießen und gehen dadurch der einzigen Zerſtreuungsmöglichkeiverloren. EinzigFreude: eine voTheo eintreffende Poſtkarte; er hat daExamen glücklich überſtanden. Mittageſſen fällt ausKurzer SpatziergangThee. Geleſen. Wiimmer um 8 zu Bett

    Mittwoch d.
    dender
    1.
    September
    Septeb.

    Es regnet immer nochja viel toller alzuvor; überall Tümpel: kein Menſczu ſehn, dann unwann ein Wagenin dem einige Glückliche abreiſen. Wiaber halten ausAuf dem Balkogeht es nicht mehrſo ziehen wir unin den „Salon“ zurückund kriechen danund wann ins Bettum wieder warzu werden. Magenzuſtände erbärmlichman lebt von dünneThee und matzenartigeSemmel. Wie wüthend wird geleſender 1. Band Gregoro-viu iſt faſt ſchodurch; aber alle Greueder Vandalen⸗Plünderung machen keineEindruck auf uns unangeſteckte Städterſcheinen uns wünſchenswerth. Plänzur Abreiſe werdegemacht. Am Sonnabenſoll es nach Wiegehen

    Donnerstag 2. Sept.

    Sedanfeier, BöllerſchüſſeGlockenläuten, Trommelwirbel, aber allebei ſtrömendem RegenWir beſchließen ſoforabzureiſen, um dieſeQual ein Ende zmachen. GepacktTrauriges Diner vozähem Rindfleiſch. U5 Uhr Nachmittagim Poſt⸗Omnibunach Salzburg. Ankunf8 1/2. Nachtquartir i Goldnen Schiff. Furchtbare Nacht, wo meinZuſtände zur Kriſikommen

    Freitag d.
    dender
    3.
    September
    Septmbr.

    Bis 10 im Bett; halbgeneſen aufgeſtandenUm 2 Abfahrt nacWien über LinzMölk etcet cetera; Ankunf10 Uhr Abends. Abgeſtiegen im Hôtel MüllerEcke von Graben unKohlmarkt

    Sonnabend d.
    dender
    4. Septem ber

    Frühſtück im Hôtel. Ganin die Stadt: Die Burg der Ring, einigParks, Aſpern-BrückeLeopoldſtadt und wiedeins Hôtel. Am Abenins Theater; UrielAcoſt, Fräulein Franals Judith

    Sonntag d.
    dender
    5.
    September
    Septemb
    .

    Wie am Tage vorheflanirt, Kaffe getrunken und Eis gegeſſenIn die Hofkapelle zuHochamt; nach St. Stephanin die Kapuziner⸗Gruftnach dem Belvederenach dem Prater; inTheater: Arria undMeſſaline Frl. Wolte als Meſſaline. Thegetrunken im CaféDau. Nach Haus

    Montag d.
    dender
    6. Sept.

    Gepackt. Gefrühſtückbei Daum; kleinEinkäufe; wieder Regenwetter. Ins Hôtelgefrühſtückt, gezahltAbreiſe von Wie1 Uhr 48
    Minuten
    Min.
    überBrünn, Prag, Dres-de. Ankunft iBerlin am 7. September 8 1/2 Uhr früh


    Gnädigſte Fraudie ſpäte Stunde (10 1/4) zu deWilbrandts Meſſalinſchloß wie auch der zufälligUmſtand, daß ich ohne Manteund Umhang war, ließen ungleich nach der Vorſtellung nacHauſe eilen. Wollen Mit deBitte unſer Ausbleibeam Rendezvous: Platz Drehegütigſt entſchuldigen zwollen zugleich in deHoffnung Sie und Ihren HerrGemahl in Berlin wieder zu ſehngnädigſte Frau, Ihrergebenſt
    ThE. F

    Servant 1 Fl
    Portier 1 Fl
    Facchino 1 Fl