Notizbuch: Medium, Material und Inhalt

Provenienz

Nach Theodor Fontanes Tod am 20. September 1898 wurden die Notizbücher von Fontanes jüngstem Sohn, dem Buchhändler und Verleger Friedrich Fontane, verwaltet. Er stempelte die Notizbücher, zählte die Blätter und vermerkte die Blatt- bzw. Seitenzahl in den Notizbüchern. Außerdem versah die Notizbücher mit Ordnungsnummern, die er auf Klebchen auf den hinteren Einbanddecken schrieb, von denen lediglich noch Reste überliefert sind (vgl. Notizbuch XXX). Ab etwa 1923 legte er für einen Teil der Notizbücher Inhaltsverzeichnisse an, die er auf die Rückseiten alter Kalenderblätter schrieb. Die Kalenderblätter klebte er dann auf die vorderen inneren Einbanddecken. Außerdem ließ Friedrich Fontane Teile der Notizbuch-Niederschriften abschreiben und vermerkte dies auf einigen Kalenderblättern (vgl. Notizbuch XXX). So findet man beispielsweise auf der vorderen inneren Einbanddecke zu A10 den Hinweis: Kopiert. 13. VII. 1928„, und in Notizbuch D2, Blatt IVr, steht „Die Seiten vor Lübeck sind noch abzutippen Alles übrige ist kopiert. Oktober 1925 Fr. F.“
Friedrich Fontane Inventarisierung (1924–1927) Besorgte 5 Kästen mit der Aufschrift „Tagebücher“ Inhaltsübersichten auf eingeklebten ehemaligen Kalenderblättern Signatur: Aufkleber auf dem Buchrücken Blattzählung und Beschriftung auf Blatt 1r Ließ Abschriften der Aufzeichnungen zu den „Wanderungen“ machen.
A3 Teilabschrift
A5 Juli, erste Hälfte 1927
A6 12. Juli 1927
A9 Juli 1927
A10 kopiert 13.VII.1928

Hinweis auf das Handexemplar „Gedichte“, Friedrich Fontane, betr. das Gedicht „Havelland“. Friedrich Fontane beabsichtigte offenbar, weitere Notizbucheinträge abzuschreiben. Vermutlich wollte er die Inhalte vor der Auktion 1933 sichern, auf der die Notizbücher verkauft wurden. Informationen zu Friedrich Fontanes Verwaltung der Notizbücher und zu geplanten postumen Projekten: angeklebte Kalenderblätter: Ab 1923 ist eine systematische Durchsicht bezeugt; Anfertigen von Inhaltsübersichten Es gibt Abschriften Friedrich Fontanes zu einzelnen Notizbuchaufzeichnungen Vgl. D02_055.jpg und D02, hintere Einbanddecke Italien (vgl. Manuskript von Voigt) Konvolut „Überkritiken“ (Rezension über Arnims „Die Kronenwächter“, A10, angeklebtes Kalenderblatt

Am 9. Oktober 1933 kamen 67 Notizbücher aus Fontanes Nachlass bei der Auktion der Berliner Autographenhandlung Hellmut Meyer & Ernst zur Versteigerung. Die Notizbücher gehörten zu den Spitzenstücken der Auktion. Der Schätzpreis lag bei 1275 Reichsmark, der Zuschlag erfolgte bei 670 Reichsmark. Mit dieser Auktion wurde Fontanes Nachlass endgültig auf verschiedene öffentliche Institutionen und Privatsammlungen verstreut. Glücklicherweise gilt das nicht für die Notizbücher. Obgleich das Auktionshaus eine Stückelung auf fünf Konvolute vornahm (Nr. 507 bis 511), wurde durch den Ankauf der Staatsbibliothek zu Berlin eine Zersplitterung verhindert.

Für die Versteigerung wurden die Notizbücher mit Auktionsnummern versehen, die die Notizbücher in fünf Gruppen gliederte (Nr. 507 bis Nr. 511); diese Nummern wurden auf den vorderen inneren Einbanddecken von fremder Hand 2 mit Bleistift geschrieben. Eine weitere Nummerierung auf den vorderen Einbanddecken (vgl. XXX No) ist noch nicht ermittelt worden.
Auf dieser Grundlage wurde ein archivalisches Signaturensystem eingeführt: Kasten A umfasst 21 Notizbücher, wobei der größte Teil der Aufzeichnungen zum Komplex der „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ gehört.
Kasten B umfasst 15 Notizbücher, hauptsächlich mit Aufzeichnungen zu den Theaterkritiken.
Kasten C Kasten D umfasst 11 Notizbücher mit Notizen, die Fontane während seiner Reisen zu den Schlachtfeldern nach Dänemark (1864), nach Böhmen (1866) und nach Frankreich (1870/71) anfertigte. Kasten E umfasst 6 Notizbücher mit Vorarbeiten zu den Romanen „Vor dem Sturm“, „Schach von Wuthenow“ und „Grete Minde“. Außerdem enthält dieses Konvolut einen Band mit Zeitungsausschnitten und Tagebuchnotizen.

Eine erste archivalische Foliierung hat ein Archivar in den 1960er Jahren vorgenommen, eine zweite Zählung, die erstmals auch alle Beilagen und aufgeklebten Blätter berücksichtigt hat, wurde von Archivar 2 im November 2011 im Rahmen der Gesamtedition der Notizbücher erledigt (vgl. weiterführende Informationen zu den Foliierungen in Gesamtdokumentation II. HeaderXXX. Archivar 3?
Probleme der Foliierung: Friedrich Fontane hatte nur diejenigen Blätter gezählt, die überliefert sind; unberücksichtigt bliebe alle Blattfragemente, Beilagen und Aufgeklebten Blätter. Das Medium und die Materialität des Notizbuches wurden nicht berücksichtigt. Beispiel Notizbuch E01 FF zählte zehn Blatt, Archivar 1? Tatsächlich waren es einmal XXX Blatt, von denen XXX Blattfragmente waren (Hinweis auf ein als verschollen geglaubtes Notizbuch). Zwischen 1965 und 2011 kamen die Notizbücher als Dauerleihgaben in das Theodor-Fontane-Archiv Potsdam. Seit 2012 befinden sich Fontanes Notizbücher wieder in der Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz.

Entstehung und Benutzung

Belege in Fontanes Briefen und Tagebüchern
Erste Nachweise von Notizbuchaufzeichnungen

Wann hat nun Fontane damit begonnen, in Notizbüchern zu schreiben? Zu diesem Thema gibt es natürlich unterschiedliche Meinungen. Bisher ist man davon ausgegangen, dass Fontane spätestens mit Beginn seiner ersten Wanderung durch die Mark Brandenburg 1859 angefangen hat, Notizbücher zu führen. Es gibt aber, so meine ich, gute Gründe für die Annahme, dass Fontane seinen Arbeitsalltag schon früher, etwa schon während der England-Aufenthalte in den 1840er und 1850er Jahren nicht ohne seinen täglichen Begleiter Notizbuch gestaltete und organisierte. Insbesondere der Band „Jenseit des Tweed“, den Fontane als Ergebnis seiner Schottland-Exkursion 1860 vorgelegt hat, unterstützt diese Vermutung, denn die Fülle von historischem Datenmaterial und Fakten, die Fontane offenbar vor Ort von Inschriften, Ausstellungstafeln und Geschichtstabellen entnommen hatte, legt es nahe, dass er diese Informationen nicht einfach aus dem Gedächtnis niedergeschrieben hatte, sondern auf der Grundlage erster Notizbuchaufzeichnungen, die während der Schottland-Reise entstanden waren. Der früheste Nachweis über Fontanes Gebrauch von Notizbüchern findet man in zwei Briefen Fontanes an seine Frau Emilie, die er am 14. und 30. Juni 1852 geschrieben hatte, als er zum zweiten Male in der britischen Residenz London weilte. Emilie Fontane hatte ihrem Mann eine Locke ihres Sohnes George nach London geschickt, und Fontane bedankte sich dafür in einem Antwortbrief und schrieb ihr unter anderem:

„<…> ich klebe sie <die Locke> heut Abend in mein Notizbuch, damit ich sie immer bei mir habe. Nur find’ ich der Junge hat storres Haar; ich riß eins der meinen aus und verglich: das meinige war viel feiner.“

Zwei Wochen später lässt Fontane seine Frau dann wissen, dass er „den kleinen, nur 4 Buchstaben langen Brief“ seines „lieben kleinen George <…> zur Locke gelegt“ hat, die Fontane sich in sein Notizbuch geklebt hatte.

Die überlieferten Notizbücher hingegen dokumentieren nunmehr Einträge, die zwischen 1860 und Ende der 1880er Jahre entstanden sind. Eine genaue Einschätzung hinsichtlich der Funktion, des Inhalts und der Angaben über die Jahre der Benutzung kann freilich erst nach einer systematischen Erschließung aller Notizbuchinhalte gegeben werden, die von uns noch zu leisten ist.

Die Notizbücher enthalten eine Fülle unterschiedlicher Aufzeichnungen, die weder chronologisch noch thematisch angeordnet sind, sondern sich willkürlich über die Seiten verteilen. Fontane benutzte gewöhnlich einen Bleistift. Der unregelmäßige Duktus, die vielen Buchstabenverschleifungen und die häufige Verwendung von Abkürzungen zeigen, dass die meisten Notizen unterwegs geschrieben wurden. Die Notizbücher dokumentieren die Produktivität und Vielfalt der schriftstellerischen Tätigkeit auf kleinem Schreibraum. Die Aura des ganzen Fontane ist in allen Notizbüchern präsent: Fontane als Wanderer und Reisender, als Journalist, als Kriegsberichterstatter, als Theater- und Kunstkritiker, als Romancier und Lyriker, als Briefschreiber und Tagebuchchronist sowie als Vortragsbesucher und Zeichner. Im Unterschied zu den anderen Fontane-Handschriften, die als lose Blätter aufbewahrt werden, dokumentieren die Notizbücher durch ihre Geschlossenheit die parallele Entstehung unterschiedlicher Texte und Werkideen.

Fontane bearbeitete die Notizbücher, die er bei den Berliner Schreibwarenhändlern gekauft hatte. Es befinden sich noch vereinzelte Klebchen der Firmen Fr. Wolffhardt (Buchbindermeister und Papierhandlung in der Leipziger Straße 10, XXX und XXX auf den Einbanddecken. Hinzu kommt ein Notizbuch mit der englischen EInprägung „NOTES“; dieses hatte Fontane vermutlich während seines England-Aufenthaltes gekauft. Er beschriftete die Etiketten mit Jahreszahlen und Inhaltsübersichten, klebte Blätter auf die etikettnelosen Einbanddecken, die er dann ebenfalls mit Inhalten versah, oder schrieb auf die Einbanddecken den Inhalt. Zur Aufbewahrung seiner gesammelten Beilagen fertigte Fontane aus Karton Taschen an, die er auf die vorderen und hinteren inneren Einanddecken klebte. Klebchen Fontane bearbeitete die Notizbücher (klebte Täschchen aus Karton auf die vorderen und inneren hinteren Einbanddecken; vgl. Notizbuch E01, 1r: Hinweis, dass er diese als Einsteckmöglichkeit für Beilagen anfertigte.
Vgl. Notizbuch D8, 1v: dort ein Hinweis, dass Fontane die Notizbuchtaschen selbst angefertigt hat.XXX Seitenzählung durch Emilie Fontane: Kasten c?, Fontane: D09.08.07, wird unter Besonderheit <handdesc>vermerkt.

Fontane hat in der Regel die linken Blätter zunächst freigelassen (vgl. Notizbuch A18, Blatt 20v, Streichung „Gusow, so wird“). XXX Schaft s bei „so“, Gusow in lat. schrift

Funktionen und Inhalte

Seit wann Fontane begonnen hat, Notizbücher zu verwenden, lässt sich nicht genau bestimmen. Denn es gibt nur wenige Brief- und Tagebuchstellen, in denen er über die Arbeit mit Notizbüchern reflektiert. Spätestens während seiner Aufenthalte in England (1844, 1852 und 1855–1859) dürfte Fontane jedoch Notizbücher geführt haben, die er bei seinen Exkursionen sowie den Besuchen von Theater- und Kunstausstellungen zur Vorbereitung der journalistischen und reiseliterarischen Veröffentlichungen in der Tagespresse verwendete. Da Fontane eine Fülle von historischen und kulturhistorischen Fakten in seinen Texten eingearbeitet hat, ist es eher unwahrscheinlich, dass er bei den Unternehmungen auf Notizbücher verzichtete und erst später aus dem Gedächtnis heraus niederschrieb, wie das in der Forschung bisher angenommen wurde. Den frühesten Nachweis eines nicht mehr überlieferten Notizbuchs findet man in zwei Briefen Fontanes an seine Frau Emilie, die er am 14. Juni und 1. Juli 1852 geschrieben hatte, als er zum zweiten Mal in der britischen Residenz London weilte. Emilie Fontane hatte eine Haarlocke ihres Sohnes George nach London geschickt, und Fontane bedankte sich dafür in einem Antwortbrief:

[…] ich klebe sie [die Locke] heut Abend in mein Notizbuch, damit ich sie immer bei mir habe. Nur find’ ich der Junge hat storres Haar; ich riß eins der meinen aus und verglich: das meinige war viel feiner.

Zwei Wochen später ließ Fontane seine Frau dann wissen, dass er „den kleinen, nur 4 Buchstaben langen Brief“ seines „lieben kleinen George […] zur Locke gelegt“ habe, die er dann in sein heute verschollenes Notizbuch klebte.

Der Gebrauchszeitraum der überlieferten 67 Notizbücher, die Gegenstand des Editionsprojekts sind, reicht von 1859/60 bis zum Ende der 1880er Jahre. Die Notizbücher waren Fontanes ständige Begleiter auf den Ausflügen in die Mark Brandenburg und während der Reisen durch Deutschland bis nach Schlesien und Böhmen, in die Schweiz, nach Italien, Dänemark und Frankreich. Fontane notierte nicht nur seine Eindrücke, sondern beschrieb auch Kunstwerke, hielt Gespräche von Mitreisenden fest oder exzerpierte Bücher und Inschriften. Er fertigte sogar Zeichnungen von Friedhöfen, Grabdenkmälern, Kirchen und Schlössern an (vgl. Abb. 2), skizzierte Übersichts- und Schlachtpläne und klebte Kartenmaterial und Zeitungsausschnitte (vgl. Abb. 3) ein. Gelegentlich schrieb er auch Vorträge mit, wie etwa am 29. Juni 1870, als er an einer Exkursion zur Pfaueninsel teilnahm und dort das Referat des königlichen Hof-Garten-Direktors Ferdinand Jühlke hörte. Einen großen Anteil der Aufzeichnungen bilden diejenigen schwer zu entziffernden Notizen, die Fontane als Theaterkritiker zwischen 1870 und 1890 während der Aufführungen im Königlichen Schauspielhaus am Gendarmenmarkt festhielt und in seinen wenige Tage später gedruckten Rezensionen in der Vossischen Zeitung verarbeitete (vgl. Abb. 4). Gelegentlich findet man auch Briefkonzepte und Tagebuchaufzeichnungen sowie Entwürfe zu seinen Romanen, Erzählungen und Gedichten. Hinzu kommen Alltagsnotizen wie Briefempfängerlisten und Informationen über Briefeingänge sowie Pack- und Einkaufslisten, Kochrezepte, Adressen und Reisekostenabrechnungen. Schließlich sind noch einige Beilagen überliefert, zum Beispiel Visitenkarten, eine Passkarte und handschriftlich beschriebene Blätter sowie getrocknete Pflanzen und Blumen. Diese kleine Zusammenstellung der Notizbuchinhalte verdeutlicht einmal mehr den eigenständigen Status, der Notizbüchern zukommt und der eine Zuordnung in die Gruppe der „Lebensdokumente“ nicht ermöglicht, weil Notizbücher mit ihren gemischten Inhalten eben keine strikte Trennung zwischen „Lebenszeugnissen und poetischem Werk“ belegen. Auch lassen sich ihre Inhalte nicht immer einer Textsorte oder Gattung zuordnen.

Wenngleich die Notizbücher als praktischer Gedächtnisspeicher für unterwegs verwendet wurden, so erschöpft sich ihre Funktion darin bei weitem nicht. Zahlreiche journalistische und poetische Texte sowie Fontanes kriegshistorisches Werk entstanden erst auf der Grundlage von Notizbucheinträgen, die Fontane immer wieder neu gelesen und umgeschrieben hat. Auch das Einkleben von Zeitungsausschnitten aus der aktuellen Tagespresse und das Heraustrennen von beschrifteten Notizbuchblättern (vgl. Abb. 5) belegen, dass mit dem ersten Eintrag Fontanes Arbeit im Notizbuch nicht abgeschlossen war. Die Niederschriften fungierten letztendlich als Ideen- und Stoffsammlung für anschließende Projekte; die Notizbücher bildeten als Rohmaterialdepot ein wichtiges Medium im schriftstellerischen Arbeitsprozess. Auch diese Funktion ist bei Notizbüchern anderer Autoren belegt, etwa bei Brecht, dessen Notizbücher Peter Villwock als „Ideenspeicher und transportables Schreiblabor“ beschreibt. Zur Orientierung legte sich Fontane grob strukturierte, mit Tinte in lateinischen Buchstaben ins Reine geschriebene Inhaltsübersichten an, die er zum Teil mit Jahreszahlen versah und auf die äußere Einbanddecke des entsprechenden Notizbuchs aufklebte (vgl. Abb. 1). Zwischen 1923 und 1925 hat Friedrich Fontane, der jüngste Sohn, Verleger und Nachlassverwalter der Werke Theodor Fontanes, eine erste Bestandsaufnahme der Notizbuchinhalte vorgenommen. Er ergänzte die von seinem Vater angelegten, aber längst nicht alle Aufzeichnungen erfassenden Themen- und Inhaltsübersichten. 1976 wurde in den Fontane Blättern eine Übersicht veröffentlicht, der allerdings keine Autopsie vorausging, sondern die lediglich die einzelnen, von Friedrich Fontane angelegten fehler- und lückenhaften Informationen zusammenführte. Spätestens auf seinen ersten Ausflügen in die Mark Brandenburg im Jahre 1859 hat Fontane begonnen, Notizbücher zu führen, die er dann fast dreißig Jahre bis zum Ende der 1880er Jahre benutzte. Die Notizbücher waren Fontanes ständige Begleiter auf den Ausflügen in die Mark Brandenburg und während der Reisen durch Deutschland bis nach Schlesien und Böhmen, in die Schweiz und nach Italien, Dänemark und Frankreich. Fontane notierte nicht nur seine Eindrücke, sondern beschrieb auch Kunstwerke, hielt Gespräche von Mitreisenden fest oder exzerpierte Bücher und Inschriften; er fertigte sogar Zeichnungen von Friedhöfen, Grabdenkmälern, Kirchen und Schlös-sern an, skizzierte Übersichtspläne und klebte Kartenmaterial und Zeitungsausschnitte ein. Gelegentlich schrieb er auch Vorträge mit, wie etwa am 29. Juni 1870, als er an einer Exkursion zur Pfaueninsel teilnahm und dort das Referat des Königlichen Hof-Garten-Direktors Ferdinand Jühlke hörte. Einen großen Anteil der Aufzeichnungen bilden diejenigen Notizen, die Fontane als Theaterkritiker zwischen 1870 und 1890 während der Aufführungen im Königlichen Schauspielhaus am Gendarmenmarkt festhielt und in seinen wenige Tage später gedruckten Rezensionen in der „Vossischen Zeitung“ verarbeitete. Gelegentlich findet man auch Briefkonzepte und Tagebuchaufzeichnungen sowie Entwürfe zu seinen Romanen, Erzählungen und Gedichten. Hinzu kommen Alltagsnotizen wie Brief-empfängerlisten und Informationen über Briefeingänge sowie Pack- und Einkaufslisten (vgl. Anlage 3). Wenngleich die Notizbücher als praktischer Gedächtnisspeicher für unterwegs verwendet wurden, so erschöpft sich ihre Funktion darin bei weitem nicht. Zahlreiche journalistische und poetische Texte sowie Fontanes kriegshistorisches Werk entstanden erst auf der Grundlage der Notizbucheinträge, die Fontane immer wieder neu gelesen und umgeschrieben hat. Die Niederschriften fungierten also letzt-endlich als Ideen- und Stoffsammlung für anschließende Projekte; die Notizbücher bildeten als Roh-materialdepot ein wichtiges Medium im schriftstellerischen Arbeitsprozess. Zur Orientierung legte sich Fontane grob strukturierte, mit Tinte in lateinischen Buchstaben ins Reine geschriebene Inhaltsüber-sichten an, die er zum Teil mit Jahreszahlen versehen auf die äußere Einbanddecke des entsprechenden Notizbuchs aufgeklebt hat.

Hinweis auf Notizbuch mit den Theaternotizen in der Theatergeschichtlichen Sammlung der Universität zu Köln

Inhaltsverzeichnisse

Über die Inhaltsverzeichnisse im Einzelnen informieren die Überblickskommentare zu allen Notizbüchern; darüber hinaus werden die Inhaltsverzeichnisse zu jedem Notizbuch in einer separaten Übersicht erfasst (vgl. Noitzbuch C7). Das Gesamtinhaltsverzeichnis ist über den Menuepunkt (Meta-)Edition [Link:XXX] aufrufbar.

Theodor Fontanes Inhalts- und Themenübersicht

Fontane notierte auf den vorderen äußeren Einbanddecken oder auf den Etiketten eine unvollständige Inhaltsübersicht, die er zum Teil mit einer Jahreszahl versah. Die Zusammenstellung der Inhalte weist große Lücken auf, die Jahreszahlen sind ebenfalls unvollständig oder falsch. Fontanes Inhalts- und Themenübersichten werden zusammen mit den ermittelten Inhaltsverzeichnissen zu jedem Notizbuch mitgeteilt (vgl. XXX).

Friedrich Fontanes Inhaltsübersicht

Zwischen 1923 und 1925 hat Friedrich Fontane, der jüngste Sohn und Nachlassverwalter Theodor Fontanes, eine erste systematische Bestandsaufnahme der Notizbuchinhalte vorgenommen. Er ergänzte die von seinem Vater angelegten, aber längst nicht alle Aufzeichnungen erfassenden Themen- und Inhaltsübersichten und notierte seine Ergebnisse auf den Rückseiten alter Kalenderblätter, die er in deer Regel auf die vorderen inneren Einbanddecken eingeklebt hat. Die Inhaltsverzeichnisse beruhen einerseits auf Fontanes unvollständigen und oftmals nur sehr vaen Angaben über dioe Notizbuchinhalte bzw. über den Benutzungszeitraum. Andererseits spiegeln die postumen Inhaltsverzeichnisse die Textkenntnis des jüngsten Fotnane-Sohnen wider und offenbaren eben auch seine Lücken in Bezug auf das Gesamtwerk des Vaters. Die Inhaltsübersichten sind unvollständig, fehlerhaft und ungenau. Denn Friedrich Fontane hatte stets nur das festgehalten, was er identifizieren konnte; alles andere blieb unberücksichtigt und wurde auch nicht als nicht identifizierte Aufzeichnungen aufgenomen.

Folie 4: Fontanes Notizbuch E03 Spätestens 1923 hat Friedrich Fontane eine erste Systematik der Notizbücher seines Vaters vorgenommen. Er hat die Notizbücher gestempelt, die Blätter gezählt und Inhaltsverzeichnisse angelegt.

Folie 5: Notizbuch E03, Kalenderblatt-Rückseite Die Inhaltsverzeichnisse schrieb er auf den Rückseiten alter Kalenderblätter, wie hier beispielsweise im Notizbuch E03 auf einem Kalenderblatt vom 16. August 1925. Das Inhaltsverzeichnis klebte er dann auf die Innenseite der vorderen Einbanddecke.

Folie 6: Notizbuch E03

Das Ergebnis seiner Blattzählung hielt Friedrich Fontane stets auf der ersten Notizbuchseite mit schwarzer oder blauer Tinte fest, wie Sie hier rechts oben sehen können.

Bis heute prägte Friedrich Fontanes Vorgehensweise die archivalische Konservierung und die Literaturwissenschaft, weshalb es sich lohnt, einen Blick besonders auf seine Inhaltsübersichten zu werfen: Die Inhaltsverzeichnisse beruhen einerseits auf Fontanes unvollständigen und oftmals nur sehr vagen Angaben über die Notizbuchinhalte bzw. über den Benutzerzeitraum. Andererseits spiegeln die postumen Inhaltsverzeichnisse die Textkenntnis des jüngsten Fontane-Sohnes wider und offenbaren eben auch seinen Lücken in Bezug auf das Gesamtwerk Fontanes. Die Inhaltsverzeichnisse sind, um es vorweg zu sagen, ebenso wie Fontanes Übersichten auf den vorderen Einbanddecken, unvollständig, fehlerhaft und zuweilen ungenau. Denn Friedrich Fontane hatte stets nur das festgehalten, was er identifizieren konnte; alles andere blieb unberücksichtigt und wurde auch nicht als nicht identifizierbare Aufzeichnungen etwa aufgenommen. Aufgrund der Vorarbeiten von Friedrich Fontane wurde dann in den 1970er Jahren in den „Fontane Blättern“ ein Gesamtinhaltsverzeichnis veröffentlicht, das leider alle diese Angaben ungeprüft übernommen hat, so dass sich bis heute die falschen Informationen weiterverbreitet haben. Zur Blattzählung – Foliierung Auch die von Friedrich Fontane vorgenommene Blattzählung führt den Leser zu falschen Fährten wie die Inhaltsverzeichnisse, weil auch hier weder Medium Notizbuch noch seine Materialität nicht berücksichtigt wurde. Denn Friedrich Fontane hat nur diejenigen Blätter gezählt, die noch vollständig überliefert sind.

Folie 10: Notizbuch E01 Beispiel für herausgeschnittene Blätter

Fragmentarisch überlieferte Blattreste, wie beispielsweise hier im Notizbuch E01, sind nicht aufgenommen worden. Sie blieben auch später bei der in den 1960er Jahren von einem Bibliothekar ausgeführten Foliierung unberücksichtigt. Friedrich Fontane hat für das Notizbuch insgesamt 10 Blatt gezählt; er bezieht sich also auf die tatsächlich noch überlieferten ganzen Blätter. Nach unserer Neu-Zählung steht nunmehr fest, dass das Notizbuch einmal 80 Blatt umfasste, nämlich die 10 überlieferten Blätter und einmal 6 Blätter, die am Anfang des Notizbuches fehlen und die schon erwähnten 64 fehlenden Blätter.

Die kompilierte Inhaltsübersicht in den „Fontane Blättern“

1976 wurde in den „Fontane Blättern“ eine Inhaltsübersicht zu Fontanes Notizbüchern veröffentlicht. Der Übersicht ging keine Autopsie voraus, sondern sie führt vielmehr lediglich die einzelnen, von Theodor und Friedrich Fontane angelegten fehler- und lückenhaften inhaltlichen Informationen zu den Noitzbüchern zusammen. Sie enthält viele Lese- und Datierungsfehler. Vgl. Fontane Blätter (1976), Sonderheft 4, S. 64–66.

Gabriele Radeckes Inhaltsverzeichnis

Im Rahmen der Notizbuch-Gesamtedition wurde erstmals ein Gesamtinhaltsverzeichnis erstellt, das nicht mehr nur die bisherigen Inhaltsübersichten zusammenführt, sondern das auf Autopsie beruht.

Edition und Rezeption

Ideen: Vgl. Andree: Katalog der Fontane-Sammlung Christian Andree S. 12, Nr. 4, Abschnitt 5: Reise-Notizbücher

Alle anderen Handschriftenbücher, in denen sich auch Fontanes „Notizen“ befinden, wie z. B Fontanes Aufzeichnungen von 1844 bis 1850, das fälschlicherweise als Heft „Aus der Soldatenzeit“, betitelt worden ist (TFA H1). Denn es enthält neben den „Verhaltensregeln beim dienstlichen Gebrauch des Gewehrs“, die Fontane sich während seiner Dienstzeit als einjährig-freiwilliger 1844 zusammengestellt hatte, auch 15 Gedichte bzw. Gedichtentwürfe, eine Titelliste für die erste Gedichtausgabe von 1851, englische und lateinische Vokabeln und vieles mehr. Im Rahmen eines größeren Projektes ist natürlich zu überlegen, inwieweit dieses Heft und andere Handschriften, die in Schreibheften zusammengeheftet sind, auch berücksichtigt werden sollen. Denn gerade das Heft von 1844 bis 1850 scheint mir ähnlich heterogen zusammengesetzt zu sein wie die Notizbücher der späteren Jahre und zeigt die Arbeitsweise des Dichters, verschiedene Textteile in nicht fortlaufender Folge zusammenzuhalten.

NFA Die Reisebriefe aus Jütland: tagebuchartige Aufzeichnungen in den Notizbüchern D1 (19.–27. Mai 1864, Schleswig Holstein und Düppel, auch in NFA nicht veröff.; Abdruck wurde für NFA nicht erteilt) und D2 (9.–27. September 1864, Jütland und Schleswig; Abdruck folgt nach einer Erstpublikation aus dem Jahre 1935) NFA XVIIIa aber nicht ganze Notizbücher, sondern Themenschwerpunkte (z. B. fehlt abschnitt Fontanes Aufzeichnungen über Lübeck, die erst 1979 von Sonja Wüsten veröffentlicht wurden) Fontanes Aufzeichnungen über die „Rheinreise 1865“ (Notizbuch C1), Nachdruck aus den Fontane Blättern (NFA XVIIIa); vorab schon ist ein Kapitel von Hermann Fricke veröffentlicht worden 1951, „Der Dom und St. Maria zur Kupfergasse“. Band XXIII/2 Band XXIV: Reisebriefe vom Kriegsschauplatz█ Band XVIIIa: Rheinreise Hier finden wir immerhin ausgewählte Veröffentlichungen aus Fontanes Notizbüchern; es handelt sich um Fontanes Aufzeichnungen. So die Erstveröffentlichung der Reisetagebücher und Notizen der Italienfahrt 1874/1875 aus Fontanes Notizbücher C (NFAXXIII/2)

Hanser Wanderungen: keine Angabe im Stellenkommentar über Notizbücher, da generell keine Angaben über H gemacht werden Theaterkritiken nein Kriegsbücher auch nicht Aber: – „Tagebuch aus Dänemark“ mit Lübeck S. 1489 – Rheinreise S. 1493 – Thüringenreisen 1867 und 1873 (vorher Wüsten in FBl 1973 und Rost in „Theodor Fontane und die Lutherstätten“) S. 1498 f. – Italien 1874/75

Der bisherige editorische Umgang mit Fontanes Notizbüchern sowohl in Einzelpublikationen als auch im Rahmen der vier großen Fontane-Studienausgaben zeigt, dass in der Vergangenheit weniger Fontanes Notizbücher, sondern vielmehr ausgewählte Notizbuchnotate Gegenstand der editorischen Bemühungen gewesen sind. Dieses Phänomen ist kein Einzelfall. So beklagt etwa Walter Morgenthaler eine ähnliche inadäquate Vorgehensweise bei Kellers Studien- und Notizbüchern, Thorsten Ries bei Benns Arbeitsheften, Peter Villwock bei Brechts und Klaus Müller-Wille bei Kierkegaards Notizbüchern, wo durch editorische Herausgeberentscheidungen „eine Entschärfung der „inhaltliche[n] und zeitliche[n] Heterogenität des in den Notiz- und Tagebüchern versammelten Materials“ erzielt wurde. Es gibt bisher keine Gesamtedition der Notizbücher Fontanes und auch in den vier Studienausgaben wurde auf eine Rubrik „Notizbücher“ verzichtet und die ausgewählten Notizbuchaufzeichnungen lediglich auf verschiedene Abteilungen zerstreut veröffentlicht. Diese Entscheidung hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Fontanes Notizbuchnotate stets entkontextualisiert, zum Teil sogar als Tagebuchaufzeichnungen gelesen und die Notizbücher nicht als Werk rezipiert worden sind. In der „Nymphenburger Ausgabe“ sind einige der Einträge zur Rheinreise, nach Jütland und Italien im Kommentarteil versteckt abgedruckt. Die „Hanser-Ausgabe“ bietet unter dem missverständlichen Titel „Tagebücher“ Kostproben der in den Notizbüchern enthaltenen datierten tagebuchartigen und undatierten weiteren Reiseaufzeichnungen und stellt somit ohne editorische Transparenz Fontanes Notizbuchaufzeichnungen neben die in seinem physischen Tagebuch festgehaltenen Niederschriften. Die Ausgabe der „Romane und Erzählungen“ des Aufbau-Verlags belegt, dass die Notizbücher gelegentlich für die Kommentierung genutzt wurden. Auch innerhalb der noch nicht abgeschlossenen „Großen Brandenburger Ausgabe“ werden einzelne Notizbuchniederschriften auf die Abteilungen der „Gedichte“ und der „Wanderungen“ verteilt abgedruckt bzw. in der Rubrik „Das erzählerische Werk“ auszugsweise in die Kommentare integriert. In der Abteilung der „Tage- und Reisetagebücher“ wurde ähnlich vorgegangen wie in der Hanser-Ausgabe. Der dritte Band erschien unter dem populären Titel „Die Reisetagebücher“, obwohl hier, im Unterschied zum ersten und zweiten Band der Abteilung, für die edierten Texte keine Tagebuchaufzeichnungen in Tagebüchern zugrunde gelegt wurden, sondern lediglich eine Auswahl der während Fontanes Reisen entstandenen tagebuchartigen Notizbuchaufzeichnungen. Dieses Verfahren, das auch von Wolfgang Albrecht in einer Rezension zu recht kritisiert wurde, ist gattungs- und überlieferungsbezogen unangemessen: Zum einen wird mit dem Reihen- und Bandtitel „Reisetagebücher“ suggeriert, dass es neben Fontanes Tagebüchern auch physische Reisetagebücher gegeben habe. Zum anderen umfassen die Reisenotizbücher nicht nur Tagebuchaufzeichnungen, sondern auch umfangreiche nichtdatierte Buchexzerpte, Skizzen, Beschreibungen von Orten und Sehenswürdigkeiten, Notizen zu Kunstausstellungen, Literaturhinweise, touristische Informationen über Wechselkurse, Adressen und Vokabeln sowie Reisekostenabrechnungen, die im Unterschied zur „Hanser-Ausgabe“ nun nicht mehr mitgeteilt werden. Ein ähnliches Verfahren kritisiert Christoph Hoffmann bei der 1976 erschienenen Ausgabe der Notizhefte von Robert Musil, in der die Herausgeber ebenfalls den Leser täuschenden Titel Robert Musil: Tagebücher gewählt haben.
In der „Nymphenburger Ausgabe“ sind einige der Einträge zur Rheinreise, nach Jütland und Italien im Kommentarteil versteckt abgedruckt. Die „Hanser-Ausgabe“ bietet unter dem missverständlichen Titel „Tagebücher“ Kostproben der in den Notizbüchern enthaltenen datierten tagebuchartigen und undatierten weiteren Reiseaufzeichnungen und stellt somit ohne editorische Transparenz Fontanes Notizbuchaufzeichnungen neben die in seinem physischen Tagebuch festgehaltenen Niederschriften. Die Ausgabe der „Romane und Erzählungen“ des Aufbau-Verlags belegt, dass die Notizbücher gelegentlich für die Kommentierung genutzt wurden. Auch innerhalb der noch nicht abgeschlossenen „Großen Brandenburger Ausgabe“ werden einzelne Notizbuchniederschriften auf die Abteilungen der „Gedichte“ und der „Wanderungen“ verteilt abgedruckt bzw. in der Rubrik „Das erzählerische Werk“ auszugsweise in die Kommentare integriert. Mit der jüngsten Publikation der „Reisetagebücher“ Fontanes liegt also immer noch keine Edition der Notizbücher Fontanes vor, sondern es werden wie bisher nur wenige, aus dem Überlieferungskontext herausgelöste Notizbuchaufzeichnungen ediert, die allein durch inhaltliche Kriterien motiviert in einen neuen Zusammenhang gestellt worden sind. Das physische Objekt ‚Notizbuch‘ mit seinen medialen, materialen und inhaltlichen Eigenschaften – der dokumentierten Reihenfolge der heterogenen, nicht immer datierten Aufzeichnungen, der Papierqualität, dem Format, der Blattbeschriftung, dem Schreibwerkzeug und dem Duktus, dem Wechsel von beschrifteten und unbeschrifteten Seiten, der Blattfragmente sowie der Relation von Schrift und Bild – spielten für die bisherigen Editionsprinzipien keine Rolle. Infolgedessen wurden alle Informationen, die insbesondere durch die Analyse der Materialität der Autographen hätten gewonnen werden können, im Druck verwischt und falsche Zusammenhänge hergestellt. Schließlich zeigt die Wahl des Titels „Reisetagebücher“ einmal mehr, dass editorische Entscheidungen letztendlich für die ausgebliebene Rezeption von Theodor Fontanes Notizbüchern verantwortlich sind.

(Gabriele Radecke)