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Arbeits
Notizen

<Schreiberhand Friedrich Fontane>
  • Adressen von Perſonen fü
    die „Wanderungen
  • {
  • Die Poeten vom Figar
    Eduard Ferran
    Max Stirner, Edgar Baue
    u. die 7 Hippel’ſchen Weise
    u. eingeklebte Zeit.Zeitungs Notize
    (aber von wem?
    Faucher – Wilh.>Wilhelm Hense
  • Dann
  • Material zum II. Band „Wander“(Oderland

    Tamsel – Predikow – Landsberg
    Ziebingen – Gräfin Sch.Schwerin (?
  • Dann
  • Mitteilungen Frl. v. Rohrs übe
    „Frl. von Crayn“, alſo z
    „Schach v. Wuthenow
    Fr. W.Friedrich Wilhelm> IV. un
    endlich
    Mitteilungen über
    „Vor dem Sturm
<Schreiberhand Theodor Fontane>
    Der alte KloedenHeinrich v. BülowJulius v. Voß

  • Kurt v. Burgsdorf(vielleicht bei Ziebingen oder ſonſt)
  • Eberhardt von Rocho(vielleicht bei Rekahne)
  • Graf v. Königsmar(bei Schloß Plaue)
  • General v. Barfus (bei Predikow) Feldmarſchall v. Schoenin(bei Tamſel)

  • Maler Blechen. (Brose.Bernhard RodeLeßmann. (LesserWilhelm Henſel
  • Kloeden. | Kloeden’s SohnBormann. Prof. KoehlerProf. Beyrich. – SeinBücher von Heſekiel unLepel
  • Heinrich v. Bülow. Anfragebei F.Frau v. Bülow. – Urtheile über ihn in Foerstervielleicht auch im Pertzvor allem ſeine Bücher ſelbſt
  • Julius v. Voß. | Der alte GubitzDie Europa (oder ZtngZeitung für die ele-gante Wel?) etwa 1836 odeſo herum, unter Kühne’s RedaktionEin Aufſatz (Correspondenz) im Morgen-blat, vor ohngefähr 2 Jahren
Forſtrath Pfeil. – INeuſtadt erfragen. Der famoſe Aufſatz in der Kreuz-ZtngZeitunüber ihn. Pfeils eigne Bücherbeſonders das was Geßner beſitzt

Die Poëten vom „Figaro.

Das Lokal in der Adler⸗StraßeDie Klauſe in der O. Hoffmanſteckte; ſeine Perſönlichkeit, ſeinSchickſale
Einiges über den „Figaroſelbſt; ſeine Mitarbeiter, ſeinRichtung, ſeine Honorare. DaBlatt iſt inſofern merkwürdigals jeder, der es aus deBerliner Literatur⸗ und Studentenkreiſen ſpäter zu etwas gebrachhat, hier (im Figaro) begann. Umgekehrt aber ſtellt ſich ebenſo ſicher herausdaß faſt jeder dieſer Figaro⸗Poëtehinterher etwas wurde, ſo daſich das engliſche ExaminationsPrinzip rechtfertigte, daß ſtillſchweigend (natürlich dürfen die Betreffende nie davon hören) auf diVerſemachung Gewicht legtWer es thut, ſelbſt wenſie ſchlecht ſind, hat immer einAmbition, die, richtig behandelzur Mutter ſtaatlicher Brauchbarkeit wird. | Dannoch einiges über die „Verſemachung“ – ihre die abſolutWerthloſigkeit und doch wiededer Werth dieſer Kunſt, ihUeberſchätztwerden und woriſie nicht überſchätzt werdekann
Im Durchblättern de„Figaro“ finden wir folgende Namen:. . . . . . . . . . .. . . . . . . . . Von allen dieſen erzählewollen, hieße ein StücLiteraturgeſchichte ſchreiben. Wiſcheiden deshalb ſchon vielNamen aus, weil wir nuvon den „Märkern“ ſprechewollen und nur von den Todten. Es ſind dies
    (Koßarski.(Die HMarggrafs.(Hagedorn.FerrandJulius Minding
Es ſind auch dieſelben, diHeine die „hinterpommerſcheDichterſchule“ zu nenneliebte
Wegen Figarunſren Ernſt Schultze un Petrarca fragen
Ebenſo dieſelbebeiden (auch Spinozawegen Ferrand unMinding
Wegen Mindinauch an Frau v. Zobeſchreiben; vielleichweiß auch Soltmanvon ihm
Eduard Ferrand.
Eigentlich Eduard Schultgeb. zu Landsberg a. W.an der Warth
Die Schriftſteller jeneEpoche (Adami. Beta. etcet ceterakennen ihn alle, wiſſen abewenig von ihm zu erzählen
Es ſcheint er hatte hieſtudirt und poëtiſirt, beſaß eikleines Vermögen und lebtallergemüthlichſt in den Tahinein. In der Kronenſtraßwar eine Bierkneipe wo ſizuſammen kommen: Cornelius (eigroßer ſchwarzer Kerl, military-looking, wüſt aber talentvollHermann Marggraff. Hugo Hagen⸗dorfArthur Müller (ſpäter voder ewigen Lampe) und dekleine Krücken⸗Hoffmann voFigaro
Es ging mitunter ſehr lautſehr luſtig, ſehr wüſt her; Hoff-man wurde betrunken gemachtdann auf die Schultern debBeiden gelegt, wie Träger dieinen Todten tragen, und ſunter Trauermuſik die ſimit dem Munde wie Trompete und Poſaune blieſen, nacHauſe getragen
Ferrand ſaß dabei, freutſich lächelnd des Unſinnsnahm aber wenig daraTheil. Er war von Mittelfigur, torniſter⸗blond, mit blauen Augeund einem kleinen eleganteSchnurrbartdabei ziemlich breitſchultriund von geſunden FarbenAls Student oder aetwas ſpätehatte er eine Nähmamſelkennen gelernt, ein hübſcheKind, liebenswürdig und unbedeutend. Dieſer gab er ſelbeUnterricht und als ſie ihre Bildung „ſtandesgemäß“ geworden war, heirathete er ſie. Gutzkonannte dieſe blonde Näherin die Ferrand geheirathehatte „die Muſe der pommer⸗ſchen Dichterſchul“. (Siehe iden literariſchen Beiblättern zuDulterſchen Phönix, wovoübrigens nur wenige erſchieneſind, alſo vielleicht nicht allzuſchwer zu finden.Ferrand dichtete, ginſpatzieren, beſuchte die Kneip(ſo früh wie möglich) untrank. Er begann mit Weindann kamen die Bier⸗jahrezuletzt hielt er es mit GrogEs wurde ſchließlich zu vieund eines Tages warblieb ſeiPlatz in der Kneipe leer. Ewar todt. Still wie egelebt und getrunken hatteſo war er auch geſtorbenblond, lyriſch, gemüthlich iLeben und Tod
Hugo Hagendorff bildetſich als Poët nach ihm; ſwie er denn, in dem ganzen Kreiſe, als PDichter einegewiſſen, übrigens ſehr verdienten Anſehens genoß

Die ſieben Weiſevom Hippelſchen Keller


    Bruno BauerEdgar BauerLudwig BuhlMax Stirnerv. St. PaulJulius Faucher
  • Der ſiebente war wohTechow
Max Stirner. Der Einzigeund sein Eigenthum
. Die wohl-habende Anverwandt die geheirathet wird, um Geld zhaben. Die Anlegung deMilch⸗Bureaus in der Bern-burger⸗Straß (Keller). DeAufkauf en masse; diLieferungs⸗Contrakte. KeinKunden. Die Milch wirendlich in die Rinnen gelaſſen. Max Stirners Tod. – SeinFrau mit Techow in Londondann in Adelaide oder Mel-bourn, dort als unglückliche Perſon untergegangen
Edgar Bauer. (Siehe JulianSchmidts
Literatur⸗Geſchichtevielleicht auch die Halleſchenund die Deutſchen Jahrbüchevon Prutz, Ruge und Echter-meye
Erſte Begegnung in Londoam Strand, mit FaucherFaucher ſtellt mich ihm vorder Rebhühner⸗Einkauf unteBauer’s Direktion. Eiſenſachebei Mr: Mister Stone am New⸗Roa. – Edgar Bauer’s Wohnung am Fuß der Hügel voHamptead und Highgate; icglaube da, wo der FavoritOmnibus hielt, alſo da wo Isling-to, Holloway etc. etc. zuſammenſtoßen Seine Leit⸗ Artikel beim Volks⸗Blat (z. B. eim vierten Quarta1862) ſind leſenswerth, oft ſehwitzig. Z. B. „Der politiſcheWachenhuſe“ worin Herv. Kirchmann behandelt wirderſt wie er (in der Kammeran ballon hoch oben iſt undann wie er (als nach deKammerauflöſung) als gewöhnlicheSterblicher wieder unten iBreslau ankommt.

Die Rehberger von 1862.

Herr Grabow hat in den Abſchiedsworten, welcher in der Sitzung vom 13. October den Abgeordnetenachrief, die Arbeitſamkeit ſeiner Collegen gerühmtIm Sommer, ſagte er, in täglichen Vor⸗, Nachmittags⸗ und Abendſitzungen, und noch dazu in Räumewie ſie für ein Preußiſches Abgeordnetenhaus kauunwürdiger gedacht werden könnten, hätten die Herreeine große Summe von Arbeiten vollendet. DiBudget⸗Commiſſion allein habe hundert Sitzungegehalten. Wir wollen dieſes Lob vervollſtändigen, indem wir den Fortſchrittlern das Zeugnis geben, daſie in der That gearbeitet haben wie die Rehberger
Die Rehberger des Jahres 1848 waren die Kinder, die Lieblinge und zugleich die Opfer der Revolution. In ihnen ſtellten ſich am treuſten die Errungenſchaften der Bewegung vor Augen. DaVolk, welches die Feſſeln abgeſchüttelt, ſah ein, daes ſeinen Sieg verherrlichen müſſe, indem es für die
Seine Art zu leben und zarbeiten dort; wie eſich einrichtete; wovon elebte; alles ſelbſt eingekauftTiſch, Stühle, Fleiſch, Bier, immeFrau und Familie hinter ſichSeine Liebe zu ſeiner FrauDie Abſtrafung des nebenawohnenden Engländers, deer über den Zaun legt unihm hinten aufzählt; – der Engländezieht aus. Sein Erſcheineund ſeine Mitgliedſchaft ider Babel⸗society. EinBeſchreibung dieſer Geſellſchaftihrer ſeltſamlichen Elementewie es darin hergingAnderson’s Hôtel; di
Männer ſorge, welche bisher zurückgeſetzt, verwahrloſund nur ihrem ſtillen Bewußtſein, daß in ihnen daMark der Geſellſchaft zu finden ſei, überlaſſen worden waren. Das Volk ſchuf die Rehberger, gaihnen Arbeit und bewilligte ihnen täglich einen halben Thaler
Und die Rehberger machten ſich mit dem Ernſtewelcher Patrioten geziemt, an das Werk. Tägliczogen ſie hinaus. Im Sommer, des Vormittags, deNachmittags, des Abends arbeiteten ſie. Sand ſchaufelten ſie empor, daß Gräben entſtanden und Hohlwege und Wälle und Sandberge, und wenn ſie ſrecht von dem Gefühl ihrer hohen Beſtimmung durchglüht wurden, ſo waren ſie wohl auch im Standedie Gräben wieder zuzuſchaufeln, die Hohlwege wiedezu ebenen, die Wälle und Sandberge wieder abzutragen, um dieſe Denkmale ihres Fleißes bald daraunach einem anderen Punkte zu verpflanzen
Auch unterließen es die Rehberger nicht, Probeihres vaterlandsliebenden Sinnes abzulegen. Nocſpät Abends von den wüſten Flächen, welche ſich voder Jungfernhaide ausbreiten, zurückkehrend, überwanden ſie ihre Ruheſehnſucht ſo weit, daß ſie zden Zelten wallfahrteten und bei den Volksverſammlungen den Chor bildeten. Wer rief den lauteſteBeifall, wenn es galt zu decretiren, daß das ſouveräne Berlinerthum an die Stelle der Regieruntreten müſſe? Die Rehberger. Wer ſtellte ſich miHacke und Schaufel in Reih und Glied, wenn egalt, eine Demonſtration zu machen? Die Rehberger
Sie waren beliebt, die Rehberger, und meiſtenlagerte wohl auf ihnen eine ſtille Vergnügtheit. Abees kamen auch Stunden, wo ein gerechter Mißmutſie packte. Wir, klagten ſie, wir, die legitimeSproſſen des Volkes, wir, in denen das Recht deMaſſen ſich abſpiegelt, wir, das Mundwerk der Revolution, wir, die Zukunftsmacht, ſind verurtheiltfür einen Lohn, der uns gleich einem Almoſehingeworfen wird, uns abzuplagen. Nicht eiZeugniß der Gerechtigkeit ſind wir, ſondern eilebender Beweis der Unverantwortlichkeit, mit welcheMacht und Reichthümer vertheilt ſind. Wir bildedie ehrenwerthe, unverwelkliche Blüthe der Nationwir fühlen auch jenen gerechtfertigten Ehrgeiz in unswelcher der Bruder des Edelmuthes iſt. Gleichwohbehandelt man uns ſtiefmütterlich. Und von unſereWerke — was bleibt am Ende übrig? Der Winwird kommen, es umzublaſen
„Danish society“ nebenander franzöſiſche „Rothe“ (Namim Tagebuch), undMosabini, endlicFaucher und Bauer. DeNachhauſemarſch mit ihm durcGray’s Inn Lane; daEinkneipen; die muſikaliſchNegerbande; der Fuß mitaudem er mit dieſen Kerleſtand. Sein RüUmherkneipeüberhaupt, mit den engliſchePhiliſtern, dann mit deDeutſchen Socialiſten, Communiſten, Marxianern etcDie Vorträge die er hielt. Dieigenthümliche politiſche PoſitionDie Verachtung gegen de

So zwiſchen Pein und Beſeligung lebten die Rehberger dahin. So lebten nnd webten ſie täglich, deVormittags, des Nachmittags, des Abends, bis iHerbſte wirklich der Sturmwind der Reaction eintraund ſie ſelber hinwegwehte
Nun, im Jahre 1862, waren ſie uns wieder erſtanden. Statt der Blouſe von 1848 trugen ſie dies
mal den Frack und den Paletot. Aber das Koſtüabgerechnet, waren auch ſie die Kinder, die Lieblingund die Opfer der Bewegung. Auf’s Neue haben ſiGruben aufgeſchaufelt, Sandhügel emporgeführt, ſihaben gearbeitet zu jeglicher Stunde, des Vormittagsdes Nachmittags und des Abends; ſie haben gelachund geklagt; ſie haben Beifall geklatſcht und Unwillegedonnert; ſie haben für kleinen Lohn den großeHerren Demonſtrationen gemacht. Das fleißigſtCorps war die Budget⸗Commiſſion, die allerdings iihren „hundert Sitzungen“ einen Sandhaufen aufgeworfen hat, welcher die herbſtlichen Wirkungen deReaction überdauern wird. Unter dieſem Sandhaufeaber ruhet der Fortſchritt und die fortſchrittliche Conſtitution

Pielchen.

England beſaß ſeinen Peel, wie beſitzen unſePielchen. Auch verdienen wir nicht mehr. Die Engländer, welche in Auſtralien Gold graben, am Cader guten Hoffnung nach Caffern jagen, in CanadMais bauen, in Indien Revolutionen beſiegen, unin China den Leuten den Zopf abſchneiden, um ihneeinen engliſchen Zopf anzuſetzen — die Engländerſagen wir, waren eines Robert Peel werth; wir aberdie wir es nur verſtehen, unſere Armee, das Werkzeug unſerer Größe, zu ſchwächen, wir mögen froſein, wenn wir ein Pielchen haben. Der britiſchPeel erſchloß den Engländern neue Kräfte zur Eroberung und Behauptung des Weltmarktes, und auder Grundlage dieſes Strebens verſöhnte er diStände im engliſchen Reiche. Unſer Pielchen ſicherdem Herrn Julian Schmidt die Freiheit des Wortesund verſchafft uns ſomit den ununterbrochenen Genußbei der Leſung der Schmidt’ſchen Artikel uns eineſanften Gedankenloſigkeit in die Arme zu werfen
Liberalismus, Gothaismuund ihre Anſtands⸗ und Vornehmthuerei. Daher diAnlehnung – ganz aufrichtig – an Man-teuffe und die Kreuzzeitungs-Par-the, ob überhaupt mit arsièrepensées und mit welcheiſt ſchwer zu ſagen, dman auf einzelne Räthſelworte (die ich mehr deneinmal hörte) nicht zuvieGewicht legen darf. Wahrſcheinlich ſind es ganz aufrichtigMänner des aut-autſo oder ſo, Manteuffel odewirkliches Volks⸗Regime – d’Eſteund noch weiter ’runter
Berlin, 26. Febr. Das Haus der Abgeordneten verſcherzdurch ſeine unpraktiſche Politik die Freundſchaft des PublikumsDie Kreuz⸗Zeitung führte neulich einen Ausſpruch des „Standart“ über das Abgeordnetenhaus an, der unſere Volksvertretemit dem Namen von petty-foggers beehrt hatte. Der Correſpondent jenes Blattes bediente ſich des Rechtes, eine Ableitung deWortes petty-fogger zu geben — ein Recht, welches ihm um ſmehr zuſteht, als die Herkunft jenes Ausdruckes noch nicht genafeſtgeſtellt iſt. Er leitet das Wort von „fog“ der Nebel ab, ſdaß alſo die petty-foggers Leute wären, die kleinen Dunſt machenJohnſon meint, daß beide Theile des Wortes aus dem Franzöſiſchen herübergenommen ſeien, und daß daſſelbe urſprünglicpetit-vogueur gelautet habe. Hiernach würde es einen Ruderknecht bedeuten, welcher jede Bewegung nachmacht, die der vorderſte Ruderer der vogue-avant, ihm vormacht. Wenn devogue-avant auf die Regierung ſchimpft, ſo ſchimpft er nach, unwenn der vogue-avant eine Anwandelung von Patriotismus hatſo erhebt ſich der petit-vogueur auf einen Moment von der Ruderbank der Partei, an die er ſonſt gefeſſelt iſt
Grammatiker, die vorn Johnſon ſchrieben, gaben dem Wortpetty-fogger die Bedeutung eines kleinen Haustyrannen, eineTöpfchenkuckers, indem ſie ſich darauf beriefen, daß das Verbuto fog, deſſen Gebrauch freilich veraltet ſei, herrſchen heiße, midem Nebenſinne des launiſchen Nörgelns. Dann wäre der pettyfogger ein kribbeliger Burſche, welcher der Hausfrau jeden Thaler nachrechnet, mit dem Rockärmel über die Gläſer wiſcht, oſie auch vom Staube rein ſeien, und der ſeinen Zorn an unſchuldigen Tiſchen und Stühlen ausläßt, beſonders wenn an ſolcheTiſchen, die unter Umſtänden Miniſtertiſche ſein können, Niemand ſitzet. Da erhebt er ſeine Stimme und ruft: „von dieſeTiſche können wir keine Gerechtigkeit erwarten“. Wir haben füdas engliſche „to fog“ ein entſprechendes deutſches, welches zwaebenfalls ein wenig veraltet aber immer noch empfehlenswerth iſtnämlich das Wort „fauchen“. Ein Menſch, der faucht, iſt eiruheloſer Hans in allen Gaſſen, von ſeiner Wichtigkeit ſehr eingenommen, immer großen Dunſt um ſich verbreitend, immer miweltgeſtaltenden Gedanken ſchwanger gehend, und doch Nichthervorbringend. Demgemäß wären die petty-foggers auf Deutſclauter „kleine Fauchers.“ 17v

Edgar Bauers Arbeiten währendieſer Zeit. („Engliſche Frei⸗hei“ ein kleines hübſcheBuch); ſeine Correſpondenzeund Feuilletons für SchleſiſiſcheZeitun, „Zeit“ (Preuß. ZtngPreußische Zeitung) und Kreuz-zeitun. Ihre Eigenthümlichkeitdie Spekulation, das kühnSchlußziehn aus ein paagegebenen Sätzen, oft feiund zutreffend, oft unſinnig
Die tolle Seite ſeineLondoner⸗Lebens; Geld empfangen, etwas deponiren, aliebſten gleich etwas kaufefür Frau, Haus, Kinder, den Reſt verkneipen; dreTage lang gar nicht nach Haus

Bailey erklärt das Wort petty-fogger in einer Weiſe, daß wies am beſten mit Nachſtippeler überſetzen könnten. Fog heißnämlich nicht blos Nebel, ſondern auch Nachwuchs, Nachernteunter Umſtänden ſogar Abhub. Der petty-fogger wäre alſo eiMenſch, der, wenn die entſcheidende Ernte geſchehen iſt, nocauf dem Felde herumkrebſet, in jede Kartoffel riecht, ob ſie nichnoch brauchbar ſei, ein Kleinigkeitskrämer, der die Strohhalmzählt, welche aus Fahrläſſigkeit liegen geblieben ſeien, ein Chicaneur, der das Gras mit der Wurzel ausreißen möchte. Bekanntlich heißen in England hauptſächlich ſolche Winkeladvocatepetty-foggers, welche aus einer Maulſchelle ein weltgeſchichtlicheEreigniß machen, die wegen eines über dem J fehlenden Punkteein Erkenntniß umſtoßen und durch Berufung auf kleine Fomalitäten einen Proceß in die Länge ziehen wollen. Sie ſind Meiſtein der Kunſt, einen Geſetzparagraphen in ſein Gegentheil umzudeuten. Parlamentariſche petty-foggers würden demnach Leutſein, welche mit Taſchenpiſtolen knallen, nachdem die Kanonebereits das Urtheil geſprochen, und die mit unbedeutenden Einwänden dies Urtheil umſtoßen möchten. 18v

Wir geben ſchließlich den Etymologen anheim, ob ſie nichzwiſchen fog und Faxe eine Verwandtſchaft herſtellig machekönnen, ſo daß der petty-fogger ein kleiner Faxenmacher wäre. 

Dabei mit Frau und Familiimmer auf dem beſten FußDann wieder ſich hingeſetzund gearbeitet. – Sein Beſucbei uns; ſeine Rathſchlägwegen „Knigge’s Umgangmit Menſche.“ Seine Beziehungen zu Faucher unzum Faucher’ſchen Hauſeſeine Aushilfe beim M.MorningSta, überhaupt ſeine Gutmüthigkeit, Hülfebereitſchaft, daneben her aber immer eiSpott, der es unmöglicmachte zu erkennen, waernſt und was Spaß ſei. Mawurde nie die Empfindung los„jetzt wirſt Du vielleicht dupirt“ – undies war unerquicklich und au fonlangweiligDazu ſehr billige Art der Superiorität. 1861 kehrte enach Berlin zurücund übernahm die Redaktiodes Preußiſchen Volksblatts
Ludwig Buhl. Sein
Cynismus, ſeine Sentimentalität; ſeine Sauereien und dandoch das volle offene Geſtändnißnur das Geiſtige, das heiligſtLeben des Herzens ſei dawahre, ächte, wirkliche, alleandre ſei nichts. Seine verſchiednen Gefangenſchaften *. DiUrſachen davon. Die Sceneund Bekehrungen im KerkerSein Einfluß und ſeine Machüber ſeine Umgebung. Seiberühmter offner Brief aManteuffel. Seine Abendunterhaltungen mit dem ſpätreStaatsrath (ruſſiſchen) Fonton Hierüber weiß Beta zerzählen. Sonſtige Schickſale, bevor er endlich beiMagdeb: Magdeburger Correspondentelandet
Julius Faucher.
Die erſte Bekanntſchaft miihm bei Maron. Dann iſeinem Hauſe (Lenau). Dan1845 wo er Abends, à la Handwerksburſch, mit 10 hKerlen hinteſich, Leute anfocht und u 1/2 SgrSilbergroschen zum kneipen bat. Dannin London mit MoſabiniSeine Schilderung (Mosabini gegenüberder Brandenburger in Priegnitz unim Ruppiniſchen, an der Mecklen-burger Grenz entlang. Die Scenemit Graf und Gräfin. BeiMorning Star. Im Babel. DiKneipereien mit ihm. Lola Mon-te. Die Scenen in ſeinem Hauſe ſeine Stellung zu Frau und KindSeine Vorträge in den Debating clubs. Sein Erſcheinebei der Vermählung der PrinzeßVictori. Hof⸗coſtüm mit Galanterie Degen an der Seite. Sein Platin St James Palace unſein Wadenſpiel. Seine Reiſim Gefolge des Kronprinzen unſeine Polizei⸗Scenen in Berlin
Dann ſeine Rückkehr (nach deAmneſtie) nach Deutſchland. SeinRhapſodenſchaft, ſeine Wandervorträge; ſeine Bemühungen uin Wetzlar gewählt zu werden(Dazu der Artikel aus deVolksblatt.
Endlich taucht er in Berlin au und beſucht mich eines Sonn tags Nachmittags (d.den 22. Dezember 1861). Ganz der alteEr conſtruirt neue Reiche (wifrüher das baltiſche) und kuckdabei immer in den Spiegel. DeLiberalismus des Königs erklärer durch engliſches Gebundenſein; England habe erklärt uns nuſo lange gegen Frankreich helfezu wollen, als wir den Conſtitutionalismus aufrecht erhaltenPlaudereien über Bernstorff, übe„Lucie die ſchön wird“, über „Ca-rolin die an der Gebärmutteleidet“ etc. Dabei lebhaft, neidlos, anerkennend (trotz aller Eitelkeit) wie immer. Lobt PrinceSmit und DrDoktor Michaelis trotzdem ſie gegeihn ſind. Dann verſchwindet er, kometenhaftwie er gekommen Beta erzählt: „F.Faucher galt in deKreiſe als Hauptlügner. Er erzählte zu Zeiten wo er von deWelt noch wenig oder nichtgeſehen hatte, von ſeinen Reiſen iSpanien und Südfrankreich, bis Buhſich erhob und ihn anrief: „Du Vater aller Lüge, willſt Du ſtill ſeidas M . .  halten; Du haſt daund das Buch geleſen; du warſnie da; ſuch dir ein dummerePublikum etc.
Faucher wurde alſo (Janua1862) in Delitzſch gewählt
Ich traf ihn am 23. Januar bei Ste-hel. Er war ganz der alte, erzähltvon „Caroline“ und „Lucie“, von ſeineTriumphen in Frankfurt, vom Star etcund ſchloß damit: „jetzt muß Gelund Geſchichte gemacht werden.“ Eſagte das halb im Scherz und halb iErnſtIn dem Satz ſtecken ſeine zweHauptfehler drin, die ihn nizu etwas Reellem kommen laſſewerden: „ſeine Eitelkeit unſein Gelddurſt“. Schon in Lon-do ging ihm „Geld verdienenüber alles, ſelten iſt mir eiMenſch vorgekommen (am allerwenigſten ein feiner Kopf und halbeCyniker) der ſo auf Glanz, Repräſentation, fortman, Trumeauxund ähnlichen Schwindel verſeſſegeweſen wäre (hierhin gehörſeine Wohnung in Westbourne Terracund der Biſchof von Oxford* als Beſuchund der es, trotz aller ſeineGaben, zu ſo erſtaunlich wenigem auch nach der Seite gebracht hätte. Er ſchwelgtphantaſtiſch in Glanz, wollte dieſeGlanz auf jede erdenkliche Weiſe realiſire halten würde, wenn man ſeinem Gerippe begegnewürde und es wurde für ihn die Spezies„Literarchos“ gegründet. Es hieß weiterEdgar Bauer habe Saſs’en mal betrunken imn deRGoſſe gefunden und ihn aufheben herauswuchten wollen, hababer endlich ausgerufen: „der Kerl nimmt ja gakein Ende“ und habe ihn mit dieſen Worten wiedefallen laſſen. (Der Kladderadatſch oder irgend eianderes Witzblatt, bildete ihn mal ab, wier an den Thurm von Notre Dame herantrittauf dem ſich zufällig Louis Napoleon befindeund ſich von unten ſeine Cigarre an der L. Napoleonanſteckt. und brachte es doch immer nuzu Schulden und zum alltäglichſten
Bei Stehely war er wiedeſehr ergötzlich und fing, von alteZeiten an, zu erzählen; wie iden 30er und namentlich 40er Jahrebei Stehely Politik gemacht worden wäre. Er erzählte von de„dummen Correſpondenten“, deman jeden Tag Unglaublichkeiten aufgefbunden habe, die dann „ins Reichgingen, wo er verſchiedene kleinBlätter verſorgte. Bei Stehelwar damals auch der „lange Saſs“eine Hauptfigur, dieer wegen ſeineAufſätze über die Gründung einer deutſche Flotte „dererſte Maſtbaum der deutſchen Flott“ hießIn der Zeit als das „Hydrar⸗chos⸗Geripp“ gezeigt wurde, wurdoft die Frage verhandelt, wofüman nach 1000 Jahren Saſ

Schöne 28 [29Neue Lieder gedruckin dieſem Jahr


Dieſe Lieder wird Eggervon Trowitzſch wohl verſchaffekönnen
Die Stalls und Railings iLondon. Dort exiſtirt in deThat eine inferiore Literatudie nebenherläuft; hienährt ſich der gemeine Manvon derſelben Koſt (ich ſprechvon Norddeutſchland) und waſo von Ordinärereien nebenher geſungen wird, iſt deZahl nach unbedeutend, und meiſnur völlig lokal, und niemals ſpopulär wie die höher gegriffeneLieder
Man könnte verſucht ſeinda die Lieder unſrer Poëtezweifellos beſſer ſind, aldie Sorte (z. B. die Hinrichtungsgedichte) die in England fabrizirt wird, der FirmaTrowitzſc hinaus eiVerdienſt zu machen, abees iſt dennoch fraglich oſie Anſpruch darauf hat
  • 1) Iſt die Entlehnung aus deſchon gedruckten populären Liederbuch billiger und mindeſtens bequeme
  • 2) Geht der Volkspoëſiallgemach dadurch doch vielleicht im Klang verlorenden ſie ſonſt bewährekönnte (dies näher ausführen
  • 3) merkt man an unſreJanhagel keineswegs, daß eaus einer aeſthetiſch⸗reinereQuelle trinkt
Außerdem StatiſtiſchesTabellen⸗Zuſammenſtellung; wavorzugsweiſe wiederkehrt, welchSorte (Gattung) die populärſtſcheint; heiter oder sentimental, Liebe oder Heldenthum. Schließlich welche Poëtedas Haupt⸗Contingent ſei20 Jahren geſtellt haben

Wilhelm Hensel.

Er war ein glänzender Geſellſchafter, zumal bei Tiſch unverſtand es zu unterhalten, anzuregen und zu erheitern. Er excellirtin allen Arten von Tiſchreden, iProſa und in Verſen und ſeinderartigen Improviſationen, wener bei guter Laune war, wareoft vortrefflich und beſſer origineller als ſeineigentlichen Dichtungen. Er gehörtnoch der alten Berliner Wortſpiel⸗Schule an und war einevon denen, die mit einem hingeworfenen Satz minutenlanſpielen konnten, weil ſie diGabe hatten ſo zu ſagen jedeWorte ſeine lächerliche Aehnlichkeimit zehn, zwölf andren Wörter
Ich bitte Sie Ihre Gläſer zu füllen, umIhnen Es gilt einen Wunſch zu ſtilleden Sie lange im Stillen geheghaben, es gilt einen Toaſt auf daBeſte bei jedem Feſte, einen Toaſt audas Unbeſchreibliche, ewig Weibliche. Hocdie Frauen. Alter ſchützt vor Thorheit, mögen Sie Henſeln nicht wenn Sie mich hänſeln, wie denn ſo x---x michmuß es mich tröſten, daß ich Hensel bin. Komm es mir zu gute, daß ich Ihnen gut bin, und gelte ihnen einen Toaſt etwas weil er ihnen gilt. | Es giebt keinen Armen iihren Armen, ſie können nicht leidedaß wir leiden, ſie geben um zleben, ſie unterliegen um zu ſiegenWir tragen ihre Ketten; und ſie rufenuns zuſie rufen lachend undloſe: Löſe ſie. Aber im Augenbo wir zurlicw greifen nach Feder undFeile, greifen,da treffeuns neue Pfeile. Die Wunde brennt,bea PIhre Wunden ſind ihm Wunderihre Stiche ſind ſtechen aber ſie binden unfeſtigen auch. Traurigſtes aller Looſlooſelos und ledig zu ſein; gieb Dich gefangen recht, ſo haſDu es recht angefangen. Was iſt daGlück? ſo fragten ſie Dichter, „ein ſchaurig Augenblick!“ ſo antwortetder Dichte aber er ſelbſt. Ein Blick ſchöner Augen nues lebe was ſchmückt und beglückes lebe was glänzt und kränzes lebe der Mai, das Grün im GraHoch die Frauen, es lebe die Fraurichtiger beſſer treffender geweſen. Seien wir die Richter die richtiger ſprechen anzuſehn. Es mag dahin geſtellbleiben was dabei mehr deAusſchlag giebt, eine Art künſtleriſchplaſtiſcher Sinn der die Aehnlichkeiteſieht, oder einen feinen Sinn füden Klang der die Aehnlichkeitehört. Vielleicht beides. Ihm zuzuhören war wie ſich ikaleidoſkopiſche Figuren erliegenimmer daſſelbe und doch immewieder anders. Seine Tiſchredenwenn ſie nicht bloßes Spiel miWorten waren, waren Quodlibets, ganz nach Art muſikaliſcheSammelsStücke zuſammengeſtellt; Citataus alt und neu und wirkſam durcContraſte und die drollige Art deUebergänge. Nun Beiſpiele gebe(folgen die Beiſpiele.) Dieſe Beiſpielſollen nur ohngefähr die Art zei-
OderMelzer iſt ſtolAuf ſeinen Schwager ScholzAber Scholz iſt noch viel ſtölzeAuf ſeinen Schwager Melzer(Der bekannte Wiener Schauſpieler Scholin das Album ſeineSchwagers Melzer„Was ſich Kühne nicht erkühnWird ſich Laube nicht erlauben.Dieſe Art von Wortſpielereiewaren ſein Element; freilicwaren ſie nicht immer gleicgutSic transit gloriMundti gen. Sie ſind, obſchon igewiſſem Sinne vielleicht beſſer aler ſie zu improviſiren pflegtedoch im letzten ſchlechter, es falledie totalen Fehlſchlüſſe und – Albernheiten (?) aber es fallen aucdie Treffer. So was iſt hinterher nicht wiederzugeben; ewird mehr oder weniger fertigleblos. Aber es muß hier ſtehnum die Gattung zu charakteriſiren

Sein Verhältniß zu WilhelmMülle etc. u. Graf BlankenſeeDieſer war eine Bekanntſchaft voihm aus Paris (Louvre oder Tuilerien-ho) her, 1814 oder 15. Er ſchätzte ihtrotz ſeines ſchmachvollen Geigens, dener habe ihn, in der Freundſchaft, Frauausdauernd und ſelbſt aufopferungsfähigefunden. (Dies weiter ausführen.
Aber dieſe Eitelkeit hatte nichtBedrückendes, weil ſie völlinaïv auftrat und ſelbſt deLächerlichkeit verfiel ſie kauhalb, weil er ſo viel Mannhaftes, Banales hatte, was alGegengewicht wirkte. dafür ſprechen ſeine 3 Wundenein Sohn iſt Rittergutsbeſitzer. S.Siehe Ka-talog von 1862 S.Seite XVI. Mendels⸗sohn und MaxMülle müſſeallerhand übeihn wiſſen Er war außerordentlich eitel. Er Eines Tagebegegnete der Küſter er jener Dame ſeiner Bekanntſchaft in der Wilhelms-ſtraß, ſie ging hüben, er drübenund die Dame, raſch ihres Wegesgehend, hatte ih die breite Straßlag zwiſchen ihnen. Kaum aberdaß er ſie bemerkt hatte, ſo kaer quer über den Damm herüberzeigte auf ſeine weiße Gamaſche geſtärktes Halstuch unſagte mit färllichſtem Ernſt: „Siwundern ſich, Gnädigſte, daß ich einweiße Cravatte trage; – ich bin zMajeſtät befohlen.“ Damit ging eweiter. Er hatte dem Drang nichwiderſtehn können das andre zu Zeugen ſeines Glücks ſeinesHerzens auszuſchütte zu machen
Seine Portrait⸗Gallerie; ihr Lob und ihTadel. Seine Oelbilder. „Der Prinz vonWale“ in Charlottenburg. Seine Stellung in deAkademie. Seine Correspondenz in Verſen. Seiſpätes zu Bett gehn. Sein Muth, ſeine Ueberzeugungstreue. Die Scene 1848 mit dem Künſtler⸗ Corps. Seine letzten Gedichte. DiUrſach ſeines Todes. Sein Tod ſelbſtEnde November oder Anfang Dezembe1861

Sehn Sie„Da kommt AbekeIm Trabeken“

Zur Jenny LindWer iſt das auf IhreBranche
Es iſt die PastaAh, Paßt da; erwidertHenſel ebenſo raſch wigalant

Das Oderland

  • 1) Zwiſchen Frankfurund Schwedt
  • 2) Das Oderbruch
  • 3) Ziebinge
      a) Conrad v. Burgsdorfb) Ludwig Tieck
  • 4) ReitweinDie Finkenſteins
  • 5) Tamſel6) Prediko7) Friedersdorff.
    8) Luckow9) Das Blumenthal10) Hohenfinow11) Falkenberg12) WollupNeuſtadt⸗Eberswald(Pfeil13) Kunersdorff14) Zorndorff15) Altfriedland16) Schwedt
  • 17) Landsber(Boas
  • LebusSonnenburgLietzenNeu⸗Hardenberg
  • 18) Gielsdorf (Ober⸗Barnim) Seit 1460 alv. Pfuelſcher Beſitz. Damals wurde Wernerv. Pfue, Schloßhauptmann von Oderbergunter Kurfürſt Friedrich II damit belehntEs war immer in Pfuel’ſchen HändenDer jetzige Beſitzer iſt der zwölftſeit 1460. Mehrere der Bauern ſtammeauch noch aus der Zeit

Tamsel. Erst die

Lokalität landſchaftlic(namentlich auch dePark aber ohne ſeinhiſtoriſchen Details) geben
  • Dann Hans Adamvon Schoenin
  • Dann EleonoreLuiſe von Wreech, geb.v. Schoenin
  • Dann die Einweiſung 1840
  • Dann eine Beſchreibunvon Schloß und Parin seinen
    historischen
    hist:
    Details.
Ueber Hans Adamvon Schoenin werdich das Nöthige finde
  • 1) in ſeiner Biogra-phi von Kurd Wolf-gang v. Schoenin
  • 2) In deſſelbenGeſchichtliche Nachrichtenvon dem Geſchlechtevon Schoenin
  • 3) Kanitz Buch
  • 4) L.LouisL. SchneiderAufſätze
Luiſe Eleonore v.Wreech geb.geborene v. Schoeningeb. d.geboren den 2. Febr: Februar 1708vermählt 1723 (alſo 15 Jahalt) an Herrn v. Wreech1746 Wittwe, ſtar1764. „Die Correspondenz rechtfertigt ſigegen die Angriffe unAusfalle in den Briefeeines Grumckow unSeckendorff

Predikow.

Neben den Krummenseeſchen Gütern (ſpäter Schwerinſche Herrſchaft Alt⸗Lands⸗ber) lagen die Barfusſchen Güter) darunter vorzugsweiſe PredikowMögelin, PBarzlow>, aucviele andre noch. Einzelne dieſer Güter, darunter Predikow, wußtOtto v. Schwerin, nachdeer die Krummenſee’ſchehatte, nun auch nacde Barfus’ abzuluxen. Abe„Unrecht gGut gedeihnicht“ und etw1706 kam alles an diKameke’s (der grand maî⸗tr). Auch dieſe habees wieder eingebüßt

Der Feldmarſchall v.Barfu war in Möge-li geboren. DiBarfus haben jetzt nunoch Baazlow
Von allem was deGeneral ⸗Major geſchickt hatiſt nur folgende Sagzu brauchenAnfang des 17tn Jahrhundertwaren 4 Ritterſitze iHohen⸗ und Nieder⸗ Predi⸗ko. In Nieder⸗Pre-diko befand ſich daalte oder rothe Hauswelches maſſiv voZiegelſteinen erbauwar und worauf diSchloß⸗ und Burggerechtigkeit ruhte. Hier (irothen Haus) wohnte RichardBarfu, der Aelteſte de4 Beſitzer und Brüder; ſein3 Brüder waren: NicolausValentin und Casper. DiSage iſt nun folgendeEtwa 1610 kamen di4 Brüder beim älteſte(Richard) im rothen Hauſzuſammen. Valentin, deam Hofe des Pommern-herzog eine Völlerei zu Hauſe war, Oberjägermeiſter war, war eitüchtiger Zecher; aucſonſt wurde gejubeltund getobt (dies lebhafterwüſter ſchildern) und witoll getanzt. UMitternacht konnten diSpielleute nicht mehr; dſchrie Nicolaus: „weiterweiter, und wenn der Teu⸗vielleicht in Gaehde: Geſchichte von Alt⸗Landsberg (SiehFidicin)fel ſelber aufſpielen ſollteDa erſchien der böſFeind auf dem Ofemit der Sackpfeife unſpielte auf. Darauf entſetzteſich die Barfuse und ließeden Pfarrer holen unfingen, als er kam, miihm eifrig zu beten anDer Teufel verſchwanzwar, aber Unfriedeließ er in den Herzezurück (dies andermotiviren) es kam zuZweikampf zwiſchen Richarund Nicolaus und jene(der älteſte) fiel. (Da ſich dieſGeſchichte iSchwerinſchen x---x zu Alt⸗Landsberg vorfinden ſoll, ſo ſteht ſie
Das Blumthal. Dies,
gehörte zum Theil zden beiden Predikows„Es iſt ein wahrer Genudieſen üppigen Wuchs voLaub⸗ und Nadelholz zſehn, die herrlichſten Eichewechſeln mit Fichten, Tanneund Kiefern. Der Waldboden iſt ſehr fruchtbarhat ſchönes Niederholz unHügel wechſeln miFlachland; dazwiſchen kleinklare Seeen. DieſeWald gefiel den jagdluſtigen Markgrafen unKurfürſten ſehr wohlwiewohl ſie doch deWerbelliner Wald hatteneine der ſchönſten Forſtein Deutschland
Kurfürſt Johann Georbat die obengenannte34 Brüder um die Erlaubniß in ihren ſchönen Waldgehegen jagen zu dürfenwas ſie gern geſtattetennicht ahnend oder erwartend, daß daraus voSeiten des Kurfürſten dadauernde Recht der „Vorjagd“ gefolgert werdewürdeDenn 1602 brach daJagdgefolge JoachimFriedrich (des Nachfolgervon Johann Georg) mi2 bis 300 Händen in diPredikowſchen Waldungeein, hetzten das hohe Wilab und verrichteten dejungen Wildſtand. DiBrüder klagten auf Schadenerſatz. Der Kurfürſt ſetzteine Kommiſſion ein
  • Hieronymus Schlick, Grafenvon Passaun (Bassano
  • Kanzler Johann v. LoebenAlbrecht v. SchliebenHans v. d. SchulenburgDrDoktor> Friedrich Pruckmann
Allein es kam nichts 6dabei heraus; ſo ginman ans Kammergerichtweitre Verſchleppung; 10Jahre ſpäter war keiBarfus mehr iPredikow.

Landsberg
an
a
.
Warthe
W.

    a) Seine Vorgeſchicht
  • b) Das Neumärkiſche Dra⸗goner⸗Regimen
  • c) Schleiermacher vo1794 – 9
  • d) Ein ſehr gutes Altar⸗bil von Begas
  • e) Die Poëten
    • Dr Emil NürnbergeDrDoktor Woldemar NürnbergerFerrand.Dr. Eduard Boas

DrDoktor Woldemar NürnbergerAſſeſſor H.Hermann KettAdolf Moerner (Fiſcher)DrDoktor BornitzHerr Direktor Her⸗weg, Direktor deStadttheaters zu Lands-ber und Küſtrin

Friedrich Schlegels Katholicismus.

Sulpiz Boisserée. Zwei Bände. Stuttgart, Cotta, 1862.
Unſere Kenntniß der romantiſchen Periode iſt trotz mancheVeröffentlichung der letzten Jahre immer noch eine höchſt lückenhafte. Manches ſcheint für immer verloren, wie ſehr Vieles audem Nachlaß von Novalis und Friedrich Schlegel; anderes wartenoch immer der Veröffentlichung, wie der größte Theil der Correſpondenz von A. W. Schlegel und ſeiner Frau, ſowie von Schellingdie wiſſenſchaftlichen und künſtleriſchen Schulen, die ſich an dieſanſchloſſen, ſtehen uns immer noch zu nah, als daß Veröffentlichungen aus ihrem Kreiſe jetzt ſchon zu erwarten wären. So iſdenn die Erweiterung unſerer Kenntniß dieſer Periode nicht hocgenug anzuſchlagen, welche wir den umfaſſenden Veröffentlichungeaus Sulpiz Boiſſerée’s brieflichem Nachlaß verdanken. Detreffliche Mann, den ſein edles, großen Aufgaben zugewandtes Strebemit den bedeutendſten Männern ſeiner Zeit in Verbindung brachtehat in den letzten Jahren ſeines Lebens damit begonnen, ſeine reichen Erinnerungen für die Nachwelt aufzuzeichnen; als ihn a2. Mai 1853 der Tod überraſchte, fanden ſich nur einige Bruchſtücke von geringem Umfang, ſo anſpruchslos und anmuthig erzählt, daß wir nicht genug bedauern können, das Ganze entbehrezu müſſen. Wir verdanken nun ſeiner Wittwe die Zuſammenſtellung ſeiner Briefe und Tagebücher, welche ein beſonderes Intereſſbeanſpruchen dürfen. Einige Punkte von großer literariſcher Wichtigkeit erhalten durch die Zuſammenſtellung ein neues Licht. Sdie ſpätere Entwickelung Fr. Schlegel’s, dann Goethe’s Verhältnizur romantiſchen Kunſt, endlich die Begründung einer mittelalterlichen Kunſtgeſchichte und in Zuſammenhang mit ihr der romantiſchen Maler⸗ und Architectur⸗Schule
Friedrich Schlegel iſt auf die Entwickelung Boiſſerées voentſchiedenem Einfluß geweſen. Und zwar fällt dieſer Einfluß gerade in die Jahre jener entſcheidenden Umgeſtaltung ſeiner Anſichtten, welche ihn dem Katholicismus und der öſtreichiſchen Regierunzuführte. Ueber dieſe Zeit nun liegt eine ſchöne Erzählung Boiſſerées vor, von dankbarer Erinnerung an den lange verſtorbeneFreund erfüllt und in Folge davon freilich nicht von der rückſichtsloſen Offenheit des Urtheils, welche der Literarhiſtoriker von deManne wünſchen möchte, der allein dieſe entſcheidende Zeit miFr. Schlegel durchlebte. Von der Ueberſiedelung nach Wien a
finden ſich dann Briefe. Dieſe, wenn man ſie mit den jüngſt idritten Bande der Schleiermacherſchen Correſpondenz veröffentlichten vergleicht, geſtatten ſchon einen tieferen Einblick in die damalige Entwickelung Friedrich Schlegels. Freilich auch zu dieſewird man keine übertriebene Erwartung mit hinzubringedürfen. Wenn jemand die Triebfedern einer ſo complicirten Entwicklung geradezu in Händen halten möchte, ſo war FriedricSchlegel nicht der Mann, einen derartigen Wunſch zu erfüllenSein Bruder hatte bereits treffend bemer>kt, mit welcher Kunſt derſelbe, ſo oft er zur Feder griff, alle paradoxen Gedanken in glatten Worten und künſtlich abgewogenen Sätzen verſteckte: Er gehörte darin ganz zu der ſtyliſtiſchen Schule Göthe’s, wie ſeiBruder und Varnhagen. Das iſt auch, wenn er an Freundſchrieb, ſehr bemerkbar. Es kam aber dazu, daß es immer einbedenkliche Sache iſt, eine Umgeſtaltung der innerſten Geſinnungein Darlegungen, Vertheidigungen und Dupliken anderen verſtändlich machen zu wollen; gerade hierdurch entſteht am erſten jenGehäſſigkeit, Einſeitigkeit, Berurtheilung früherer Freundewie ſie dem Proſelytenthum eigen iſt. Völlig kann dieſwidrigſte Seite deſſelben eben nur verhindert werden, wenn manwie auch ein allgemeines Gefühl will, den veränderten innerſteUeberzeugungen einen äußerlich herausfordernden Ausdruck zu gebevermeidet. Und ſo hat ſich denn auch Friedrich Schlegel durchaunicht von Gehäſſigkeit gegen alte Freunde in ſpäteren Jahren frezu erhalten gewußt; aber damals in der erſten Zeit iſt ſehr ſichtbar, wie er Discuſſionen über ſeine Umkehr zum Katholicismuvermeidet. Nicht nur Schleiermacher gegenüber, mit welchem ſiczu verſtändigen er natürlich keine Hoffnung haben durfte, ſonderauch gegenüber ſeinem katholiſchen Freunde Boiſſerée. Man brauchnicht viel zwiſchen den Zeilen zu leſen, um zu erkennen, wie unangenehm dieſer nicht nur vom Zuſammentreffen ſeines Uebertrittmit ſeiner Ueberſiedlung nach Oeſtreich, ſondern überhaupt vodieſem öffentlichen Schritt berührt war; dennoch ignorirt FrSchlegel lieber die Andeutungen des Freundes und vermeidet jednähere Eröffnung über ſeine Motive. Man wird daher wohl miSicherheit ſagen können, daß in keinem etwa noch verborgeneDocument die Gründe ſeiner ſpäteren Entwickelung offen zu Tagtreten. Vielmehr wird man ſie durchaus aus den einzelnen Zügeſeiner damaligen Lage ableiten zu müſſen, und von dieſer geben unErzählungen und Briefe ein anſchauliches BildAls Friedrich Schlegel im Frühjahr 1802 Deutſchland ver ließ, um unklare Hoffnungen in Paris zu verfolgen, und als edann das lange hinausgezogene Plato⸗Unternehmen endlich völliaufgab, war ſein Schickſal entſchieden. Er gab damit den einzigePunkt auf, an welchem er bisher einen ſteten Halt beſeſſen hatteſeine griechiſchen Studien. Er unternahm es, ganz neue Gebietewie das indiſche Alterthum und die Kunſt des Mittelalters zugleicdurchzuarbeiten und für den momentanen Erwerb fruchtbar zmachen. Seine Schriften zeigen daher in dieſer Zeit einen Gravon Haſt, von formloſer Mittheilung ſeiner Reſultate, mit Hinzufügung all’ der zufälligen Wege, auf denen er ſich um ſie bemühhatte, durch den ſie ſonderbar von ſeinen früheren Arbeiten abſtechen. Die Neigung ſeiner Natur zu einſeitiger Begeiſterung und zeinem willkürlichen Enthuſiasmus erhielt auf einem Gebiete, auwelchem er keiner ebenbürtigen feindlichen Kritik zu begegnen fürchten mußte, eine gefährliche Nahrung. Von der Reiſe nach Paribis zur Ueberſiedlung nach Wien bewegte er ſich mit unruhiger Haſin einer Reihe hiſtoriſcher Unterſuchungen über das Mittelalter undas indiſche Alterthum, Unterſuchungen von einſchneidender Bedeutung für die betreffenden Gebiete, von höchſt anregender Wirkungdie aber in der ſtärkſten Einſeitigkeit befangen blieben. Beſonderdie mittelalterlichen Arbeiten tragen überall Spuren völliger Unfertigkeit; ſie entſtanden aus dem Verkehr mit Freunden, und wurdevon deren gründlicheren breit und ruhig betriebenen Forſchungeſehr bald überholt. Von da ab zog er ſich dann von dieſen Arbeitten eben ſo plötzlich und abrupt zurück, wie ehedem von denen übegriechiſche Literaturgeſchichte und Aeſthetik. Auf ſeine Geſinnunaber waren ſie von um ſo entſcheidenderem Einfluß, je unfertigeund in Folge davon phantaſtiſcher und einſeitiger ſie waren
Lag doch ihr erſter Urſprung nicht in wiſſenſchaftlicher Unterſuchung, ſondern in poetiſchen Phantaſien. Man darf NovalisAufſatz über die Chriſtenheit als das erſte Document dieſer poetiſcheGährung betrachten; die Herzensergießungen eines kunſtliebendeKloſterbruders, Tiecks Sternbald und ſeine Phantaſien über diKunſt malten die helldunklen Anſchauungen jenes Aufſatzes inEinzelne aus; dann kamen die Kunſtgedichte A. W. Schlegels vo1800: Friedrich Schlegels Geſpräch über die Poeſie geſtaltetalle dieſe Anregungen zu einem zuſammenhängenden äſthetiſcheGedanken. Zumal in der merkwürdigen Rede über Mythologiein welcher für die moderne Kunſt die Grundlage einer die Phantaſie befriedigenden Religion poſtulirt wird. Es war mit Händezu greifen, daß nur das katholiſch gefaßte Chriſtenhum ein
ſolche Grundlage zu währen vermöchte. Mit ſolchen Gedankebeſuchte Friedrich Schl el Dresden, den Niederrhein, endlich eineTheil von Frankreich und Paris. Sein Alarkos wakurz vorher mit beleidigendem Hohn aufgenommen wordenDes platoniſchen Studiums war er müde; die neuen Anregungefielen in eine Seele, welche ſich an etwas Großes feſtzuhalten verlangte, um ſich nicht ſelbſt zu verlieren. In ſolcher Stimmunentſtand zunächſt die Reiſebeſchreibung in der Europa und dann diGemäldebeſchreibungen aus Paris und den Niederlanden. Ewaren darin Nachklänge alter Geſpräche, die mit Tieck in deDresdener Gemäldegallerie geführt worden waren, wie denn TiecBoiſſerée I. S.Seite 558) nach Schlegels Tode bei Hälfte dieſes Auf⸗ſatzes für ſich in Anſpruch genommen hat: freilich bekanntlich füſolche literariſche Eigenthumsfragen kein ganz verläſſiges ZeugnißEs waren darin zugleich bereits die erſten Anſätze der Unterſuchungen, welche ſpäter gemeinſam mit den Boiſſerées geführt wurdenDenn ſeit dem Herbſt 1803 waren die beiden Freunde nebſt ihreGenoſſen Bertram in Friedrich Schlegels Hauſe. Es war einbunte Hausgenoſſenſchaft, welche ſich dort im ehemaligen Hotel deBaron Holbach um Friedrich Schlegel gruppirte, A. Hamilton, degroße Kenner des Sanscrit, Friedrich Schlegels Lehrer, und ein jungePhilologe Hagemann von Hannover, der ebenfalls unter ihm Sanscriſtudirte, und um die drei Kölner Freunde, junge Männer, welche ebeden Kaufmannsſtand verlaſſen hatten und eifrig unter Friedrich SchlegePhiloſophie, Geſchichte und Litteratur trieben, endlich eine BerlineDame, Frau von Hasfer, welche mit Frau von Genlis nach Parigekommen war und nun bei Coatta franzöſiſche Miscellen herausgab: ein buntes Treiben von Lehrenden und Lernenden, von weiausſehender wiſſenſchaftlicher Arbeit und leichtem litterariſchen Erwerb. Dort in jenem Hauſe wurde der Grund gelegt für dideutſche vergleichende Sprachwiſſenſchaft und für die Geſchichte demittelalterlichen Kunſt. Mit dem Frühjahr 1804 ſtob dann dibunte Geſellſchaft auseinander. Die Kölner Freunde mußten adie Rückkehr denken und Friedrich Schlegel entſchloß ſich, ſie nacKöln zu begleiten. Anderthalb Jahre war er nunmehr in Parigeweſen und alle Träume einer großartig vermittelnden litterariſchen Stellung zwiſchen Frankreich und Deutſchland, mit welcheer dorthin gegangen war, hatten ſich längſt als Illuſioneerwieſen. „Schlegel hatte damals, auf dem Wege ſeiner hiſtoriſcheund philoſophiſchen Studien, ſchon eine günſtige Anſicht nicht nuvon dem Mittelalter, ſondern auch vom Katholicismus gefaßtdaher war vieles ihm willkommen und merkwürdig, was Bertra von alten Einrichtungen und Gebräuchen der Reichsſtädte, deKlöſter und Stifte am Rhein, was er von dem Gottesdienſt unden Kirchen zu erzähl>en wußte. Durch irgend eine vorgefaßte Meinung hatte Schlegel die alte Kirche Notre⸗Dame zu Paris unbeachtet gelaſſen, dieſes großartige Gebäude verfehlte nicht, auf iheinen tiefen Eindruck zu machen und ſeine ganze Aufmerkſamkeiwurde rege, als die Kölner Freunde ihm einen weit höheren Genuß voden vielen alten Baudenkmalen in den Niederlanden, in Köln unüberhaupt am Rhein verſprachen.“ Zugleich bot ſich ihm an dehöheren Schule in Köln die Ausſicht wenigſtens einer vorübergehenden Anſtellung für Geſchichte und Litteratur dar, undie Möglichkeit einer Wiederherſtellung der alten Univerſitälag ja immer noch vor Augen. So verlaſſen denn nun diFreunde Ende April Paris und wandern durch Belgien nacAachen und von da über Düſſeldorf nach Köln. Auf dieſer Reiſwurden denn die bekannten „Gemäldebeſchreibungen aus Paris und deNiederlanden im Jahre 1802–1804“ vollendet, wie ſie nachher auder Europa und dem poetiſchen Taſchenbuch in den geſammelteWerken zuſammengeſtellt ſind. Das Wichtigſte gaben die Unterſuchungen der Kölner Kirchen, die Entdeckung der „neugriechiſcheMalerei“, denn ſo bezeichneten die Freunde damals die erſten aufgefundenen Bilder der Kölner Schule. In der Zelle einer kranken Nonne fand Melchior Boiſſerée eine Maria mit dem Kinde aGoldgrund, welche den Freunden die erſte Ahnung dieſer griechiſcheKunſtweiſe gab. Friedrich Schlegel’s Arbeiten wurden von deEntdeckungen der drei Freunde bald weit zurückgelaſſen; indem dieſden Beginn der Oelmalerei in Eyck und deſſen Schule feſtſtellteund die Einwirkung dieſer niederländiſchen Entwickelung auf diitalieniſche nachwieſen, war der Grund für die Geſchichte der Malerei gelegt. Hiervon hat dann Fr. Schlegel nur die Reſultatin die ſpätere Umarbeitung ſeiner damaligen Verſuche aufgenommen
Er fand aber in Köln zu gleicher Zeit durch das Studiudes Doms eine neue gewaltige Anregung, und als er dann iHerbſt 1804, nachdem ſich ſeine Anſtellung in Köln zerſchlagehatte, über die Schweiz, wo er bei Frau v. Staël und ſeinem Brudeverweilte, nach Paris reiſte und dann im Frühjahr 1805 von dnach Köln zurück, ſo nutzte er dies verworrene Wanderleben wenigſtens dazu, eine Ueberſicht über die Grundzüge der gothiſchen Baukunſt, wie ſie ſich ihm in den Niederlanden, den Rheingegendender Schweiz und Frankreich dargeboten hatte, zu entwerfen. Während des neuen Aufenthalts in Köln vom Sommer 1805 bis zuHerbſte 1806 wurden, mitten unter den ausgedehnteſten und gründ
lichſten philoſophiſchen Studien, welche Schlegel überhaupt wohje getrieben hat, in täglichem lebendigen Geſpräch mit den dreFreunden dieſe Briefe über die altdeutſche Baukunſt niedergeſchrieben
Abermals beginnt ein unruhiges Wanderleben zwiſchen Deutſchland und Frankreich. Erſt 1808 endigten die unſtäten WanderjahrFriedrich Schlegel’s — in Wien. Boiſſeré berichtet über die Kataſtrophe Friedrich Schlegel’s in ſeiner Selbſtbiographie ſo: „Lienun unſer Leben auf einen Wendepunkt hinaus, ſo war das nichweniger mit den Verhältniſſen unſeres Freundes und LehrerSchlegel der Fall. Alle Ausſichten zu einer angenehmen Stellam Rhein waren verſchwunden; dagegen hatte ſein Bruder AuguſWilhelm in der letzten Zeit in Wien Vorleſungen über dramatiſchLiteratur gehalten, und bei der hochgebildeten und vornehmen Weldort einen Beifall, eine Theilnahme gefunden, die ihn zu der Hoffnung berechtigten, Friedrich würde ſich in Wien als öffentlicheLehrer und Gelehrter eine ehrenvolle Laufbahn gründen könnenEr lud ihn deshalb ein, dorthin zu kommen, und traf auch ſchoEinleitung, daß er vor demſelben Kreis von Zuhörern Vorträgüber alte und neue Literatur halten ſolle. Friedrich Schlegemachte im April 1808 Anſtalten, Köln zu verlaſſen. Seine Fraſollte bei uns bleiben. Wir waren ſchon ganz mit dem Gedankean dieſe Reiſe beſchäftigt, da erklärten Beide eines Tages, es waam 16. April, ſie ſeien an dieſem Morgen zur katholiſchen Kirchübergetreten. Es war eine große Ueberraſchung für unsWir kannten zwar die entſchiedene Neigung, welche Schlegefür den katholiſchen Glauben und Gottesdienſt gefaßt hatteſeit langer Zeit, und ſahen voraus, daß er ſeine Ueberzeuguneinmal öffentlich bekennen würde, und freuten uns, ihn mit unſereeigenen religiöſen Geſinnung übereinſtimmend zu wiſſen; aber idieſem Augenblick, wo der Uebertritt, der reine Gewiſſensſache warſo leicht den Schein äußerer Abſicht und dadurch das wiederwärtigſte Aergerniß erregen konnte, war es uns ſchwer, die Ausführung eines ſo wichtigen Schrittes zu begreifen. Beide Freundverſicherten uns freilich, daß ſie eben aus Rückſicht auf perſönlichwie auf die Zeitverhältniſſe dieſen Schritt ganz im Stillen gethandaher auch uns nicht einmal etwas davon geſagt hätten, und daman ihnen bis zur angemeſſenen Zeit vollkommene Geheimhaltunverſprochen habe. Aber kaum war Schlegel ein paar Tage abgereiſt, als die franzöſiſche Kölner Zeitung eine Nachricht brachte, diſo abgefaßt war, als ſei die Handlung mit abſichtlicher Oeffentlichkeit und zwar im Dom vorgegangen. Es entſtand das unangenehmſte Geſchwätz in und außer der Zeitung, Wir mußten alle
aufwenden, um die Redlichkeit unſeres Freundes in Schutz znehmen.“ An dieſem Wendepunkt des Lebens von Friedrich Schlegebricht die vorliegende Selbſtbiographie ab. Aber es treten ſogleicBriefe ein, welche uns den vollen Gang der Ueberzeugungen unSchickſale deſſelben zu verfolgen geſtatten. Der erſte Brief vo9. Mai 1808 dankt dem Freunde für ſeine Maßregeln, den Discuſſionen in der Preſſe ein Ende zu machen. Dann reiſen ſidem Rhein herauf nach Wien zu. „Gerade dieſe Ufer, dieſe Hügeldieſe Felſen, ſchreibt Dorothea, ſind es, die mir immer als Fantaſie vorſchwebten, als ich noch troſtlos für immer an Berlin geſchmiedet zu ſein wähnte; mag immerhin mein Körper zufällig ijener Weiſe geformt ſein, meine ganze Seele bekennt die Ufer deRheins zu ihrem Vaterlande.“ Dann in Wien beginnt FriedricSchlegel mit Studien über Karl V. und Vorleſungen über deutſchGeſchichte. „Ludwig Tieck iſt jetzt bei uns. Ein wenig gebeugund herabgeſunken iſt er wohl, doch könnte er ſich wieder hebeund iſt oftmals ganz und gar der Alte, nur eigentlich zu ſehr; zwenig hat das Neue, Große ihn ergriffen, er ſteht noch ganz auder alten Stelle, aber immer iſt es eine Freude, ihn auch da zſehen, da er derſelben ganz Meiſter iſt.“ Im März 1809 endlicſchreibt Dorothea den Freunden: „Nun hören ſie: Friedrichat geſtern Abend die Beſtätigung erhalten und zwarecht gut und vortheilhaft. Er hat den Titel alHofſecretär, und die übrigen Bedingungen ſind ſo, dawir recht zufrieden damit ſein können. Sein Chef iſt der GraStadion, ein vortrefflicher Mann, die Beſtimmung iſt ganFriedrich’s Sinn und Wünſchen angemeſſen, und er iſt ganFriedrich’s Sinn und Wünſchen angemeſſen, und er ist ganz glücklich. Ja, liebe Kinder, will das Glück uns wohl, ſo iſt dies deAnfang zu einer ehrenvollen, erſprießlichen Thätigkeit, mit welcheeine neue Epoche für uns und für viele andere anhebt; betet nufleißig!“ Der Sommer findet Friedrich Schlegel in Ungarn, wihn Dorothea beſucht; ſie bewundert das Land, „eine Vegetationdie den Orient verkündet; unbeſchreiblich leicht könne das Land zeinem großen Garten gemacht werden, aber, aber.“ Aus Deutſchland dringen ſelſtam entſtellte Nachrichten zu ihm hin: „daß Schelling gegen mich geſchrieben hat, werden Sie wohl ſchon wiſſen.Er läßt bei dieſem Anlaß eine wunderliche Vermahnung an deFreund ergehen, mit dem „anvertrauten koſtbaren Gut ſeiner Philoſophie" künftig doppelt behuſtam zu ſein, zumal mit deIdeen über die Natur und ihr Verhältniß zur Gottheit. „Dieſes ſind im Grunde doch nur Geheimniſſder höheren Poeſie, welche den Menſchenkindern zu wiſſe nicht von Nutzen ſind.“ Er ſieht eine Sündfluth von Pantheismus ſich über Deutſchland ausbreiten, iſt aber gleich dem Schelling der ſpäteren Jahre höchſt behutſam, ſeine Widerlegung desſelben nicht vor das große Publikum kommen zu laſſen. Baadeallein erſcheint ihm als ein gewaltiger Mitſtreiter. „Könnte eſchreiben, ſo wie er zu ſprechen verſteht, ſo würde von Schellinund Fichte wenig mehr die Rede ſein; er iſt wohl der merkwürdigſte, geiſtvollſte, tiefſte Menſch, den ich ſeit lange geſehen, es iſmir vieles durch ihn klar geworden.“ Aber es enſpricht recht dieſer ſeiner Epoche myſtiſcher Träumereien, daß er auch ihm gegenüber ſich einſam fühlt. „Vielleicht gilt auch in der Philoſophifür mich der Spruch, es iſt gut, daß der Menſch allein ſei.“ Immer härter und herzloſer beginnt er ſich gegen die alten Befreundeten zu wenden: Er verfällt damit der Conſequenz der ApoſtaſieAls er das „Muſeum“ gründete, lud er Goethe ein. „Ich habe,erklärte er, „auch dieſen alten abgetakelten Herrgott der Vorſchrifdes Evangelii gemäß eingeladen.“ Er beginnt die Zeitſchrift mieinem Angriff auf Jacobi. „Die anderen philoſophiſchen Thierund Unthiere werden nun nach der Reihe folgen; Schelling bin ices lange ſchuldig, da ſeine ſogenannte Freiheit doch gegen mich geſchrieben iſt (!). Der freundliche Potrympos (ich meine den großeSchleiermacher, Verfaſſer des calviniſchen Krippenſpiels, der verächtlichen Religion und Aehnlicher) ſoll zuletzt herankommen.“ Ueber dieſunerquickliche Lage eines verbitterten Apoſtaten erhob ihn für einigZeit ſeine Thätigkeit zu Befreiung Deutſchlands. Hier in der That iſein Punkt, an dem er allezeit mit edlem Enthuſiasmus feſtgehalten hat„Ich habe, ſchreibt er zu Beginn des Jahres 1814, ſeit einem Jahrunabläſſig und immer ſicherer in der Politik gearbeitet, ich habviel gelernt und Einiges hat es wohl auch genützt, denn Aufträghatte ich ſeit dem 18. Auguſt und zwar ganz wichtige.“ Dankommt die Zeit der Frankfurter Thätigkeit am BundestageAber auch in ihr findet er keine dauernde Befriedigung. Schoim Frühjahr 1818 ſchreibt er: „Diejenigen, die nicht gern ſehendaß ein Mann meiner Art hier ſei, ermangeln nicht fleißig zarbeiten, um mich wegzubringen. Nun iſt die Entſcheidung mit deFrühjahr gekommen, ich erwarte meine Abberufung von einem Tazu dem andern. Ich habe auch jetzt gar nichts dagegen, dieſeBuolstag meinerſeits dahier wenigſtens Lebewohl zu ſagen.
Aus Wien dann ſind ſeine Briefe ſpärlich und beinahe nichtsſagend. Es war doch auch für dieſe Freunde, faſt die einzigendie ihm aus früherer Zeit geblieben, mehr eine ſchmerzliche Erinnerung an eine vergangene ſchöne Zeit, kein Verluſt für ih
gegenwärtiges Leben, als ſie die Nachricht von dem Tode FriedricSchlegels traf
Neben dem Urtheil dieſer Freunde, welche zu ſeiner Zeit deGlauben an Friedrich Schlegels redliche Geſinnung fahren ließenobwohl ſie wohl erkennen, wie er „bei ſeinem regen eifrigen Sinfür das Beſſere gerade da, wo es vergraben und verbannt iſt, nider Sünde einer augenblicklichen Einſeitigkeit entgehen könne“neben den Briefen Dorothea’s, die überall einen faſt rührendeGlauben an die große Geſinnung und hohe Aufgabe Friedrich Schlegelausſprechen, ſtehen ſcharfe Verurtheilungen deſſelben, vor Allem voGöthe, welche zuſammen mit der Steinhard’ſchen Correſpondendie innerſte Geſinnung des großen Mannes gegenübeden Schlegels und Tieck völlig klar enthüllen. „Göthklagte — ſo erzählt Sulpiz Boiſſerée im Tagebuch ſeines Sommeraufenthaltes in Wiesbaden — über Unredlichkeit der Schlegel unTiek’s. In den höchſten Dingen verſiren und daneben Abſichtehaben und gemein ſein, das iſt ſchändlich. Ach, und wenn ihr nuwüßtet, wie es zugegangen iſt. Wenn ich mit der italieniſcheReiſe fertig bin, werde ich es ihnen einmal recht klar und grelaufdecken. Komme ich zudem ſchon in die letzten 80er Jahre und iden Anfang der Neunziger, wo das ganze Treiben ſchon begannSchiller war ein ganz anderer, er war der letzte Edelmann, müßtman ſagen, unter den deutſchen Schriftſtellern, sans tâche et sanreproche.“ Einen blindgewordenen Adler nannte Auguſt WilhelSchlegel den Bruder ſeit ſeiner verhängnißvollen Wendung zuKatholicismus
Dies etwa ſind die Beiträge, welche die vorliegendeBriefe Boiſſerée’s zur Geſchichte der literar⸗hiſtoriſch ſo einflußreichen Wendung Friedrich Schlegel’s zum Katholicismus gewähren. Abermals zeigt ſich eine bedeutende perſönliche Einwirkundieſes groß angelegten Kopfes auf wichtige wiſſenſchaftliche Leiſtungen: die Entdeckung der Geſetze mittelalterlicher Architektuund des Verlaufs unſerer älteren Malerei. Aber für daauseinander fließende Bild der perſönlichen Gemüthsentwickelung deſſelben gewinnen wir nur ſpärliche Züge. Er erſcheint von Neuem ſeine eigenthümliche Abneigung gegen ein klareHerausſtellen der ihn bewegenden Motive: eine Willensbeſchaffenheit, welche ſchon bei ſeinen erſten entſcheidenden Entſchlüſſen, deVerbindung mit Dorothee und der Reiſe nach Paris, verhängnißvoll zum Vorſchein kommt und in der im Voraus der unglücklichVerlauf ſeiner Entwicklung beſtimmt war
den wärmſten Dank für die allgemeine Theilnahme der Bevölkerung aus und legte dann in eingehender Weiſe die Gründe dardie ihn zur Ablehnung der angebotenen Candidatur bewogen hätten. Der Herzog hat von allem Anfang an aufs Entſchiedenſterklärt, daß er niemals die Verbindung mit den angeſtammteHerzogthümern löſen würde, daß er deutſcher Souverain bleibewolle und die Krone Griechenlands nicht für ſich ſelbſbegehre; daß er die Regierung des Königreichs Griechenland nur zeitweilig, bis zur Einführung des von ihdeſignirten Nachfolgers und bis zur Ordnung der jetzt beſtehenden Wirren, zu übernehmen im Stande ſein würde. Fernewaren von Sr. Hoheit als Vorausſetzungen für die Möglichkeieines erſprießlichen Wirkens in Griechenland vornämlich noch diZuſicherung einer den Bedürfniſſen des Landes entſprechenden Ergänzung an materiellen Kräften, ſowie eine rückhaltloſe und loyalAusgleichung mit der bisherigen Dynaſtie hinzugefügt. Die Schwierigkeit, ja angebliche Unmöglichkeit, dieſe Forderungen ſämmtlich erfüllt zu ſehen, konnte den Entſchluß Sr. Hoheit, das Anerbietenals ein mit politiſchem Erfolg undurchführbares, abzulehnen, nubefeſtigen, — einen Entſchluß, dem der Herzog mit freudiger Genugthuung die Zuſtimmung des Landes zu Theil werden ſehe.Die Morning Poſt vom 5. d. M. hat indeſſen nicht, wie winach einem Telegramm der K. Z. mittheilten, den definitiven Abbruch der Unterhandlungen beſtätigt, ſondern vielmehr geſagt, ſiglaube, daß die Unterhandlungen nicht abgebrochen ſeien, und daman ſich noch immer der Hoffnung auf Beſeitigung der im Wegſtehenden Hinderniſſe hingebe. Das griechiſche Volk lege jetzt füHerzog Ernſt faſt eben ſo großen Enthuſiasmus an den Tag, wivor Kurzem für den Prinzen Alfred. — Die in London ſeßhafteGriechen haben allerdings an die Nationalverſammlung in Atheeine Adreſſe gerichtet, worin ſie den ſehnlichſten Wunſch ausſprechen, den Herzog Ernſt gewählt zu ſehen. Balbis iſt mit 155 von 209 Stimmen zum Präſidenten deNationalverſammlung gewählt worden. Danach ſcheint die gemäßigte Partei nur ein Viertel der Verſammlung zu bilden. Die Beſtätigung des Mandats der proviſoriſchen Regierung zeigt jedochdaß die Mitglieder des „Bergs“ auch nicht allzu rückſichtslovorgehen. Schweden und NorwegenStockholm, 5. Februar. Geſtern Abend fand im Reichstage eine lebhafte Debatte über die äußere Politik ſtatt. Sympathien für Polen und Dänemark wurden ausgeſprochen und erklärtOeffentlich prüfen w aren. Im Jahre 1861 betrug die Geſammtzahl derſelbeim Jahre 1862 mithin 38 mehr. Von dieſen 565 Candidatehaben 408 ihre Prüfung abſolvirt; die übrigen 157 ſind als Beſtand verblieben. Unter den 408 geprüften Candidaten befanden ſich1) ſolche, welche die Prüfung zum erſtenmal zurücklegten 316, 2) ſolchewelche die Prüfung früher nicht vollſtändig beſtanden hatten und ſich eineWiederholung derſelben unterwarfen 92, nämlich: 1) Candidaten, welchdie mündliche Prüfung zu wiederholen hatten 22, 2) Candidaten, welchblos die ſchriftlichen Arbeiten noch einmal anzufertigen hatten 70, und zwar noca) noch eine Relation 7, b) noch eine wiſſenſchaftliche Arbeit 54, c) noch einRelation und eine wiſſchenſchaftliche Arbeit 9, zuſammen 70, Summa 92beträgt zuſammen 408. Von dieſen 408 Candidaten haben 292 diPrüfung vollſtändig beſtanden, die übrigen 116 ſind nicht für genügenqualificirt erachtet worden. Die meiſten Candidaten hat das Kammergericht (84) und das Appellationsgericht in Breslau (57) geliefert, diwenigſten das Appellationsgericht zu Inſterburg (2) und der Juſtiz-Senain Ehrenbreitſtein (3). — Drei Fünftel der Candidaten haben die ProbeRelation bei dem Ober⸗Tribunal angefertigtH. Für Errichtung beſonderer Lehrgänge zur Ausbildung von Elementarlehrern in Ertheilung des Turnunterrichts wird eine Forderunim diesjährigen Budget gemacht, da der Turnunterricht, in den Volksſchulen bisher nicht in dem Umfange gefördert werden konnte, als es beder anerkannten Wichtigkeit deſſelben gewünſcht werden muß. Dem beſtehenden Mangel an geeigneten Lehrern, worin die Forderung des Unterrichts ihr weſentlichſtes Hinderniß findet, kann durch die CentralTurn⸗Anſtalt in ihren gewöhnlichen Courſen und bei den derſelbezur Ausbildung von Civil⸗Turnlehrern zur Verfügung ſtehenden Lehrkräften und Geldmitteln nur allmälig abgeholfen werden. So langnicht die von jetzt ab auch mit der Qualification für den Turnunterrichaus den Seminarien abgehenden Lehrer in größerer Anzahl an den Volksſchulen fungieren, muß vorübergehnd durch außerordentliche MaßregelFürſorge getroffen werden, wozu kürzere Curſe für im Amte befindliche Lehregehören. Dieſe Curſe werden nur zeitweiſe und vorübergehend nöthiſein, bis das Bedürfniß theils durch ſie ſelbſt, theils durch die Seminarien, welche jetzt ihre Zöglinge mit der Befähigung zur Unterrichtsertheilung iTurnen verſehen entlaſſen, befriedigt ſein wird. Zur Abhaltung ſolcher Curſbieten ſich als geeignet dar: die Central-Turnanſtalt, die Seminarien uneinzelne, des Turnweſens ſoweit kundige Lehrer, daß ihnen die Unterweiſung einer kleinen Zahl benachbarter Lehrer übertragen werden kannIn der Central⸗Turnanſtalt ſoll demnächſt ein ſechswöchentlicher Curſugehalten werden, wozu 80 Lehrer aus den verſchiedenen Provinzen deStaats einberufen werden ſollen. Später wird beabſichtigt, jährlich etw300 Lehrer für Ertheilung des Turnunterrichts plan⸗ und zweckmäßig averſchiedenen Punkten des Staats vorbilden zu laſſen— Die am 18. Januar confiscirte Nummer des Kladderadatſciſt, wie die Redaction deſſelben mittheilt, freigegeben— Der General⸗Intendant v. Hülſen hat auch dem Gymnaſium zHalberſtadt die Coſtüme zu Aufführung der Antigone von Sophoklebewillig 880. Spaniſche Creditbank von Rothſchild 660. Kurheſſiſche Looſe 57⅛Badiſche Looſe 55⅝. 5procentige Metalliques 6⅜. 4½procentige Metalliques 55½. 1854 Looſe 77¾. Oeſtreich. National⸗Anlehen 69Oeſtreich. Fr.⸗Sts.⸗Eiſenb.⸗Actien 235. Oeſtreich. Bank⸗Antheile 827Oeſtreich. Credit⸗Actien 229½. Neueſte öſtreich. Anleihe 79¼. OeſtreichEliſabethbahn 130¼. Rhein⸗Nahebahn 32½. Heſſiſche Ludwigsbahn 131¼Wien, Sonnabend, 7. Februar, Mittags 12 Uhr 30 MinutenSehr feſt. — 5proc. Metalliques 75,75. 4¼proc Metalliques 66,50Bankactien 817. Nordbahn 186,50. 1854er Looſe 92,00. NationalAnlehen 82,00. Staats⸗Eiſenb.⸗Actien⸗Cert. 234,50. Credit⸗Actie226,20. London 115,75. Hamburg 86,60. Paris 45,75. Böhm. Weſtbahn 168,00. Lombard. Eiſenbahn 271,00. Creditlooſe 134,80. 1860eLooſe 91,80Paris, Sonnabend, 7. Februar, Nachmittags 3 Uhr. Die 3proceröffnete zu 70,40, fiel auf 70,35 und ſchloß in feſter Haltung zur NotizConſols von Mittags 12 Uhr waren 92⅞ eingetroffen. — SchlußCourſe: 3proc. Rente 70,40. 4½ proc. Rente 99,00. Italieniſche 5procRente 71,40. 3proc. Spanier 50¼. 1proc. Spanier 46. OeſtreichiſchStaats⸗Eiſenbahn⸗Actien 512,50. Credit⸗Mobilier⸗Actien 1187,50Lombardiſche Eiſenbahn⸗Actien 597,50Amſterdam, Sonnabend, 7. Februar, Nachmittags 4 Uhr. Ziemliches Geſchäft. 5proc. Metalliques Lit. B. 79 ⅞. 5proc. Metalliques 612½ proc. Metalliques 31⅛. 5proc. öſtrreichiſche National⸗Anleihe 65 15⁄11proc. Spanier 46⅜. 3 proc. Spanier 50 5⁄16. Holländiſche Integral647⁄16. Mexikaner 32⅛. 5proc. Ruſſen 84⅞. 5proc. Stieglitz de 1859011⁄16London, Sonnabend, 7. Februar, Nachmittags 3 Uhr. Silbe61½ — 61⅝. — Wetter ſchön. — Conſols 92¾. 1proc. Spanier 46½Mexikaner 32¾. Sardinier 83. 5procentige Ruſſen 98. NeuRuſſen 94½Liverpool, Sonnabend, 7. Februar, Nachmittags 2 Uhr. Baumwolle: 2000 Ballen Umſatz; Preiſe matt. Fair Dhollerah 17—17½

Volkswirthſchaftlicher TheilBerlin, 7. Februar. Die Geſammtzahl der Zeichner zu den füLübecker Staatsangehörige zum Courſe von ½ pCt. über pari zur Zeichnung aufgelegten Obligationen im Betrage von 250,000 Thlr. beläufſich, wie den H. N. aus Lübeck geſchrieben wird, auf 1200 Perſonen, dimehr als eine Million Thlr. zeichneten. Es werden alſo den Beſtimmungen gemäß die Namen von 500 Zeichnern ausgelooſt werden, undieſe erhalten jeder 500 Thlr., während die übrigen leer ausgehen undie als Caution gezahlten 10 pCt. von der Nominalſumme ihrer Zeichnung wieder in Empfang nehmen können— Die baieriſche Staats chulden⸗Tilgungs⸗Commiſſion macht bekannt, daß mit dem 31. Januar c. die Verzinſung des gekündigten Anlehens aufgehört hat, und mit dem 28. Februar zugleich der Termin füHierzu eine Beilage

Ziebingen

Die Tieckzeit von 1809–19Der alte Bürger (Seiler?)Tiec hatte drei Kinde
    Ludwig Tieck. 31 Mai 1773Friedrich Tieck 14 August 1776Sophie Tiec
Ludwig Tieck heirathetmuthmaßlich 1797 die Tochtedes Hamburger PaſtorsAlbert. 1798 wurddie älteſte Tochter Do-rothe geboren. Schozu Anfang dieſes Jahrhunderts ſcheint er längerZeit in Ziebingen beFinkenſteins vielleicht aucbei Burgsdorffs (Medlitz?) gelebt zu haben
1805 ging er nach Romſein Bruder Friedrich auchFriedrich blieb bis 1809Ludwig aber kehrte ſcho1806 zurück, zunächſnach München, wo er deerſten ſtarken Gichtanfalbekam
Wann er genau nacZiebingen zu Frau unKind zurückkehrte, iſt nichgenau erſichtlich; – unſeTunnel⸗Leiſewitz meinaber, daß Tiecks Fra während der AbweſenheiBuihres Mannes, ein intimeVerhältniß mit W.Wilhelm v.Burgsdorf gehabt habe unTiecks 2t Tochter Agneswahrscheinlich 1806 geborenſei eine Frucht dieſes Verhältniſſes. Burgsdorff habihr auch ein Legat vo2000 Reichstaler ausgeſetzt und nuihr
Ludwig Tieck lebte danvon 1809–19 in Ziebin⸗ge; Finkenſteins bezahltealles, es war die glänzendſte Gaſtfreundſchaft die jgeübt worden ist; diTochter vom Hauſe, dijungGräfin Finkenſtein liebte ihund ein Diamantkreuz, daſie vermißte und deshalgeſucht wurde, wurde iTiecks Bett gefunden
1819 ging er von Zie-binge nach Dresden. DiGräfin folgte ihm; er lebtnun wie Graf Gleichemit 2 Frauen, die geb.Albert hamburgriſch grobdie Gräfin ihn verwöhnenund von ihm verwöhnt
Tunnel⸗Leiſewitz hälſeinen Onkel, den er nocſehr gut gekannt hat, füeinen mindeſtens ſehr bedenklichen Charakter. Verhältniſſeinfädeln, Intriguen ſpinnenandrer Leute Geld und Dienſte für ſich ausnutzen, ſcheint ſeine Neigung geweſen zu ſein. Nichts weniger als eine eigentlicnoble Natur, aber eiMenſch von den aller eminenteſten Gaben. Er hatteine Gabe der Ueberredungder niemand wiederſtehekonnte; dabei (jung) von gutem Ausſehn. Seine Arbeitecharakteriſiren ihn ganz, beſonders die Novellen, überaliſt er darauf aus, eineſchmucken, noblen Kerl zſchildernum ihn ſchließlich eine größeroder geringere Gemeinheit begehn zu laſſen undadurch im Leſer das Gefühl zu wecken – „ach, eiſt alles nichts.
Sein Verhältniß zufrüh verſtorbenen Wacken⸗rode, ſei eine etwadunkle Parthie
Seine glänzendſte Talentprobe habe er (ich glaub1805) in Wien abgelegtwo er ſeine SchweſteSophie Bernhardi (die Mutteunſres Bernhardi d. h. unsreTunnel⸗Leiſewitz) auf ihreFlucht nach Italien traf, unbehufs einer einzuleitenden Scheidung ſeineSchweſter Sophie von dezurückgebliebenen Prof. Bern-hard, eine Art Eſſaſchrieb, worin er diUnmöglichkeit eines Fortbeſtandes der Ehe zwiſchebeiden und die Nothwendigkeit einer Trennung nachwies
Auch die Antwort Prof.Bernhardi’ hierauf, ſolſehr gut ſein, wiewohnicht ſo bedeutend wiTiecks Arbeit, – beidArbeiten befinden ſich iOriginal unter den Aktedes KammergerichtsDies führt mich audie Verhältniſſe voSophie Tieck, die etw1798 oder 99 ſich miProf. Bernhardi, eineausgezeichneten Grammatiker und wie es ſcheinehrlichen Kerl vermählteder in die intriguirendehyperfeine literariſchRaſſelbande nicht rechhinein paßte
Sophie Tieck (Bernhardiwar nicht ſchön, abebeauté unwiderſtehlicanziehend, geistvoll, pikantganz die Schweſter Lud-wigSie gebar dem Bernhard4 Kinder, drei Söhne uneine Tochter. Ein Sohn uneine Tochter ſterben, zweSöhne blieben übrig, deältre iſt unſer Bern-hardi (Tunnel⸗Leiſewitzder jüngere iſt der jetzebenfalls in Berlin lebendHerr v. Bernhardi, de– nachdem er ſich jahrelanHerrnBaron v. Knorrig odeKnorring genannt hatt(Gründe ſpäter) – ſicſchließlich mit dem Namen Herr von Bern⸗hard begnügen mußte
Sophie Tieck war einkörperlich zarte Perſon unProf. Bernhardi war sehstramm. Als die 4 Kindegeboren waren (wahrſcheinlichatten ſie ihn nie rechgeliebt, während er bizuletzt für ſie ſchwärmteſagte ſie ihm: „stop, deares geht nicht mehr ſo; nimm Dir, wenn Du willſeine Kebsin; mir allegleich; nur was mich angeht: nicht näher und länger.Bernhardi wollte abedavon nichts wiſſen. Udieſe Zeit oder auch ſchofrühewar der kurländiſche Baronvon Knorrin nach Berligekommen, hatte lateiniſche Stunde bei Bernhardi genommenTieck kennen gelernt, wain die Familie eingeführworden und hatte mit dereizenden Sophie einen Liebeshandel angefangen. Vielleichdaß Ludwig Tieck, der ſeineSchwager Bernhardi füeine Art Bären haltemochte, das Verhältnibegünſtigte
Kurzum das Ende wardaß eine Entführung igroßen Stil angelegwurdeJede Vorſichtsmaßregewurde getroffen, ja mawußte ſich eine Art Cabinetsordre des Königs zfortverſchaffen (den man füdie Frau u. gegen den Maneinzunehmen gewußt hattedie den Zweck hatte eineetwaigen Verfolgung ſeiteneines Polizei⸗Beamten diSpitze abzubrechen
Hufeland (auch im Complott wie ſpäter W.Wilhelmv. Hum⸗bold) ſagte dem Bernhardiſeine Frau müſſe x---xins Banach Liebenſtein, um ſich zſtärken und B.Bernhardi glaubte ſo faſaan ein ehrlich Spiel, daß edem Dienſtmädchen, diihm zuletzt noch den ganzen Plan verrieth, einMaulſchelle gab
So ging es denn nacLiebenſtein. Von dort auſchrieb ſie an ihren Mann„lebe wohl, ich komme nichwieder.“ In Begleitunihrer 2 Söhne, des Baronsv. Knorrin (und vielleichnoch ein anderer) ging enun ſüdlich. Bernharddrang auf Verfolgung. Verhaftsbefehle wurden icglaube beim Kammergericherrichtet und in Wiewaes ſo weit, daß eindijunge Frau etc. etc. peGewalt nach Berlin zurückgebracht werden ſollteIn höchſter Noth wußtman ſich aber auch hiedurch das Verſprechen „zurömiſchen Kirche übertretezu wollen“ Hülfe zverſchaffen. Rom wurdvon irgend einem päpſtlicheLegaten als Zuflucht angeboten und dorthin gines nun; während LudwigTiec im Intreſſe ſeinedurchgebrannten Schweſter vielleicht durchgebrannt auf ſeinen Rath) das oben ſchon beſprochene berühmte „Memorial“ ſchrieb, das füScheidung plädirte
Sophie Tieck, dibeiden Kinder, Baron v. Knor⸗rin, bald auch Ludwiund Friedrich Tieck warenun in Rom. Abeſchlimme Tage kamen. DaGeld ging aus. Der alteKnorrin in Kurland, durcBernhardi von dem ganzeSkandal unterrichtet, ſchicktkeine Wechſel mehr unſofort ſaß man audem Blanken. In dieſeJammerzeit, traten zweRetter auf: zunächſt FriedrichTiec, der als Bildhauedurch ſeiner Hände Arbeidas ganze Bummelcorperwähnte, dann Wilhelmv. Humbold der theiljene Arbeiten vermittelttheils ſchützend ſeine Hannach über die ſelbſt binach Rom hin Verfolgteausbreitete
Zuletzt aber war aucdieſer Schutz zu ſchwach undie ganze Tieckſche Bandmußte über die Alpenach Deutſchland zurückAuch mochte Ludwig Tiecjetzt einſehn, daß Rückkehdas gebotenſte d. h. profitabelſte war
Das hat folgendeZuſammenhang
Prof. Bernhardi’s Vatelebte noch und war ſehreich. Er beſaß 6 ſchönHäuſer, mehrere Güter unBaarvermögen. Dealte Herr betrachtete miUnmuth die ganze liederlichWirthſchaft, hatte weniLuſt ſeinen Sohn den Profeſſorden er als einen ſchlechteWirth kannte und ſchon im Voraus, wenn diTiecks wollten jeden Augenblick wieder von deTiecks übervortheilt ſahzum Erben einzuſetzenerklärte aber ſchließlicdocher werde ſein Vermögen ſeinem Sohn(dem Profeſſor) hinterlaſſenwenn er mit ſeineFrau wieder zuſammenlebe; denn didenn die alte ehrliche Philiſterhaut nahm Anſtoß an dieſeſkandalöſen Wirthſchaft und wolltdas Seine thun, die Sache wiedein Schick zu bringen. Vielleichhatte ihn auch der Sohn, departout ſeine Frau wiederhaben wollte, zu dieſer Erklärung, deren Wirkung er vorauberechnen konnte, überredetEs war jetzt eine Geldfrage geworden und diGemüthlichkeit hörte aufAuch Ludwig Tieck, deimmer ein liking für Gelhatte, mochte jetzt füzeitweilige Wiedervereinigung ſein, weiweitre Trennung der Ehe-leut gleichbedeutend wamit Verluſt des Bernhardiſchen Vermögens. Undas wäre fatal geweſen
So erſchien denn diganze Caralinde wiedein Deuſchland. AbeiMünchen (vielleicht wader alte Bernhardi inzwiſchen ſchon geſtorbenkam es zu einem Compromiß
Eine Scheidung wurde ausgeſprochen; der ältrSohn (unſer Tunnel⸗Leiſe-wit) kehrte zum Vatenach Berlin zurück, – dejüngere Sohn und die Mutte(Sophie Tieck) gingen nacRußland, begleitet voimmer treuen Baron v.Knorrin, der nun dijunge Frau heiratheteDer Sohn erſter Ehe, dejetzige v. Bernhardi, wurddamals auch als ein 8junger Baron v. Knorrinangeſehn, bis die Famili(die Agnaten) dagegeproteſtirte. Knorring ſtarbdie Güter, da muthmaßlickeine Kinder aus dieſe2ten Ehe da waren, kamean andre Familienmitgliedeund die nun verwittwetSophie Tieck litt bittrNoth mit ihrem SohnNachher ge (Wie ſich dieſVerhältniſſe nachher geſtalteten, ein ſteter Wechſevon guter und höchſkümmerlicher Lage, endlicder Tod Sophies – das hab icvergeſſenEin Roman Sophies „Evremont“ giebAufſchluß über vieles

Gräfin
Schwerin
Sch....n

(nach Mittheilungen von Frl.Frau v. R.Rohrie war ſehr ſchön (eine geb: geboreneGräfin D....ffDönhoff) und vermähltſich 1807. Zwei Brüder liebten ſie; am Hochzeitstagean dem ſie ſich dem ältrevermählte, erſchoß ſich dejüngre. Der ältre wußtdie Urſach und eine leiſSchwermuth begleitete ihn durcſein Glück. Die Gräfin, dinur plo erfahren hatte dejüngere Bruder ſei plötzlicgeſtorben, glaubte ſich diUrſach dieſer Schwermuth unlitt darunter. Acht Jahre ſpätefiel ihr Mann (der ältre Bruderan der Spitze ſeines Küraſſier⸗Regiment bei Ligny odeBelle⸗Alliance
Das Jahr darauf wurdihr einziger Bruder, Graf D....ffDönhoff, deaus dem Kriege glücklicheimgekehrt war, in Göttin⸗ge wo er ſtudirte, voſeinem intimſten Freunde, deSaldernGrafen Saldern im Duelerſchoſſen. (Welche Veranlaſſung?
Die Vermählung des jungeGrafen S.Saldern (eines ihrer Neffewenn ich nicht irre) mit einebedenklichen Perſonage, machte ihGram. – Dann ſpäter die Adoptiv⸗Tochteund die Pflege⸗Tochter

(Fräulein von C..yn)

Nach Mittheilungen von Frl. v. R.RohFräulein v. C.Crayn’s Mutter, eingeb: geborenehatte 4 Kinderzwei Söhne und zwei TöchterEs war eine ſchöne, ſtolze Fraudie unglücklich darüber wardaß ihre jüngſte Tochter einziemlich extravagante Häßlichkeit zeigte. Die Schickſalder Tochter waren folgende
Schon 1802 kam Leutnantv. Schac, ein bildſchöner Kervom Regiment Gensdarmes, einArt Prinz Louis Ferdinandwenn auch von geringereGeiſtesgaben, ins Haus deMutterDie jüngſte Tochter war damals 15 Jahr alt, häßlicaber vielleicht anziehend, geiſtvoll, oder Schack ſchon ſo weidaß er ſagte „le laid c’esle beau“. Ein Verhältniß entſpann ſich, in wie weit unteZuthun der Mutter, iſt nicherſichtlich, – wahrſcheinlich abehinter dem Rücken der MutterWas aus der ſchönen Tochtewurde, weiß ich nicht mehrDie beiden Söhne fielen, deeine bei Jena, der andre iSpanien 1809 oder 10; nur Aſchenputeblieb. 1810 machte plötzlichnachdem das Verhältniß jahrelang beſtanden hatte, AſchenputedeMutter Geſtändniſſe. Nur Vermählung konnte retten. Abeder ſchöne Schack – er dachtnicht daran. Die Tochtebeſchwor die Mutter vor’König einen Fußfall zu thuund die Ehe als einen „Befehl vom Königsherrn“ (widergleichen unter Friedrich demGroße vorgekommen war) zerbitten. Dies geſchah. DeKönig willigte ein und ſagtzu Schack auf der Parade odeſonſt wo: „Leutnant v. Schacmorgen hoff’ ich Ihre Verlobunmit Frl. v. C..ynCrayn in der Zeitung zu ſehn.“ Und diVerlobung erfolgte und ſtand ider ZeitungDer Hohn war grenzenlosCarrikaturen erſchienen in deSchaufenſtern, Spottgedichte etcSchack konnte es nicht ertragen und 8 Tage nach der Verlobung, erſchoß er ſich auf deHintertreppe die vom Hof auin die C...n’Craynſche Wohnunführte
Das Kind wurde geborenein Knabe, ſpäter geadelt, erhieler den Namen Herr v. C..ynCarayonLebte und lebt noch am Rhein, in Mainz odeFrankfurt. Verheirathete ſich mi. Hat jetzt auch ſchoerwachſene Töchter, ſchöne Mädchen; eine derſelben, alſo einrichtige Enkelin unſres alteFrl. v. C..ynCrayn, verlobt mi. . . 

Friedrich Wilhelm IV unMin: Minister v. d. H.von der Heyd

(zur Charakteriſtik beiderHerr v. Uttenhofen wurdbeim Kampf in Elberfeld (1849von den Aufſtändiſchen erſchoſſenFrau v. Uttenhofen, einſchöne Blondine, wirder Königin vorgeſtelltdieſe hilft ſo gut ſie kannſchreibt aber vor allem eiBillet an Min: Minister v. d. H.Heydt denun Rath ſchaffen ſoll
Frau v. U.Uttenhofen fährt zu v. d.H.Heyd und dieſer macht einAttacke. Frau v. U.Uttenhofen verſtehkeinen Spaß, ſtößt ihn zurück, ruft um Hülfe, verläßt das Haus, fährt in höchſteAufregung wieder nach Charlotten-bur hinaus und klagt deKönigin ihr Leid. König unKönigin fuchswild; der Köniraſend. „v. d. H.Heydt ſoll kommen“(Eigentlich hatte er ihn wolleſofort verhaften und durcGarde du Corps nach Charlotten⸗bur bringen laſſen). v. d. H.Heydkommt. Der König überhäufihn mit einer Fluth voVorwürfen und Schimpfwörtern. v. d. H.Heydt ſteht da wiein Steinbild. „Haben Sinichtzu Ihrer Vertheidigung zſagen, gar nichts?“ v. d.H.Heyd bleibt ſtumm. „WareSie betrunken? ſprecheSie? haben Sie gar nichtzu ſagen..“ „‚NeinhMajeſtät, es war einAnfechtung der ich unterlegen habe.“‘ Die„Nein, Majeſtät“ entwafffnetden König. Frau v. U.Uttenhofen erhielt ſpäter und erhält noch von der StadElberfeld eine Penſion (alSchadloshaltung) von 1200 ReichstalerDer König aber hielt voda ab große Stücke auf v. d. H.Heydtjeden Angriff damit abwehrend„ein Mann, der ſo offen bekenntdaß er geſündigt, iſt edel und chriſtlich.Sein nobler Sinn gab der Sache die beſte Deutung

Frau Prof.
Heyse
H.
y.e

  • 1) „Ich habe zu meinem 73teGeburtstage ſo viel Brieferhalten, daß mir war alwollte man mir divorletzte Ehre erweiſen.
  • 2) „Unter mir wohnt einjunge Wittwe, die mir immeverſichert „‚Sie könne ohnMozart und Beethovenicht zu Bette gehn“‘ – ſinimmt es aber nicht ſgenau.

Material.

Die Zeit vom WeihnachtsheiligAbend 1812 bis Oſterheiligaben1813. Winter⸗ und Schnee⸗Landſchaft. Predigerhaus. ( Lokalität: gemiſchte Züge, Wuthenow, Kränzlinetc.
Eine halbe Meile entfernein andresOrtDorf mit deSchloß eines alten Adligen. EtwFriedersdorff und Marwitz. Charakter Marwitz, aber gemäßigter, viel Züge von KneſebeckNamentlich auch das ſtrategiſche
In der Stadt (Berlin) eiBürgerhaus in der Brüderſtraß
In der Kloſterſtraße einChambre garnie für die 2 Freundvom Lande (Predigerſohn und Adelsſohnund Zuſammenkunftsort für deliterariſchen Club. (halb diLokalität aus Dresden, halb Jüdenſtraße.
Die eingeführten Gäſte: deblaſſe, hagre, häßliche Comtoiriſt (deBegeiſtrungsmenſch) andre Figuren la Faucher, Maron etc. Schill, Erzherzog Karl, Fichte, Schleiermacher die Helden des Tages. Andre – diblos geiſtreichen – mit der Hinneigunzu Johann v. Müller
Als Beſuch auf dem Lande eiverwandter oder verwundeteOffizier von den „blauen Reitern“andre Geſtalten die vom ruſſiſcheFeldzug erzählen
Dorffiguren: der wahnſinnigTiſchler, der den Geldtopf auf deKirchhof ſucht. – Der Leichenſeher, odeder, der den Leichenwagen ſteheſieht. – Die geſpenſtiſchen Mäher. Der Pukerſtock in Claus Groth. Die ſchwarze Frau (vielleicht eine beßrFigur)
Die Scenen in der Prima degrauen Kloſters. Der alte Beller-man oder wie ſonſt ehieß
Etwas Colonie⸗Leben; ihrVertheidigung warum ſie ſo franzöſiſch waren
Eine Scene auf dem Eiſe. EinLume. Ertrinkende. Rettung
Drei Monate ſpäter: überſchwemmtes Sumpfland in deOderbruchgegend, vorher durch Eigedeckt
Das Erſcheinen der Franzoſein Frankfurt. Verſuch zur Aufhebung aller. Scheitert zum TheilEine Franzoſenjagd im WaldeBedenken dagegen, weil ſijetzt gar ſo elend ſind. Ihr wiedererwachender Uebermuth
Die Geſchichte von Herrn v. Schacbenutzen; die Geſchichte vom KünſchtlerEinzelne Züge von Frau Prof: Professor H.Heyse im ColonieHauſe benutzen
Das adlige Haus, aus alteZeit her, ein Zeit Haus der Liebestragödien aller Art. Bei deHochzeit (die Barfusgeſchichte) eineden andern niedergeſtoßen; bei eineandern die Gräfin Schwerin⸗Geſchichte benutzen; die Töchter, ohne aktiaufzutreten, wurden Urſach zu blutigen Fehden der Art und wurdedann Stiftsdamen. Der jetzt lebendhatte ſeinen Bruder niedergehaunSie hatten alle Liebesherzen; ſiwaren alle ernſt, keuſch, niwar einer lüderlich geweſen, abeihre Herzen nahmen eben alles zernſt und zerſtörten oder wurdezerſtört. Dieſer hatte 2 Söhne un1 Tochter. Es ging eine Sagewie der Fluch gelöſt werden könneLevin v. Vitzewitz
    Die drei Abtheilungen ſin
  • 1) Berlin und Hohen⸗Vietbis 3 Februar
  • 2) Hohen⸗Vietz, die Oderdie Nachbardörfer die verſchiednen Geſtalten und Truppen, einUeberſchwemmung. EinUeberrumpelung deFranzoſen in Frankfuroder Selow oder LebusNur theilweiſes GelingenDie Gefangennahme voLewin. Der Tod des Blaſſen
  • 3) Berlin. Hohen⸗Vietz. KüſtrinDer Verſuch Lewin zbefrein. Das ScheiternLewins Tod. Die Umwandlung der GemütherDers Alten Liebe zu GavainDas Gottesgericht des Krieges. Das Erlöſchen des Geſchlechtum in Glück wieder aufzublühn
Voſsische oder Spenerſche ZeitungFichte’s Reden an die deutſche NationDie Spezialgeſchichten von Frankfurt a. O.OderLebus, Selow, Küſtrin, Landsberg etcVor allem Marwitz’s Buch und BüchselBuch (wegen der Volkscharaktere). Kloe⸗de übers Oderbruch. Droysen überYor. Das Leben Steins

Erſter Band
  • I. Weihnachtsnacht. Schnee. Sterne. SchlittenLewin. Träumereien. LandſchaftlichesAnkunft. Lokalität. Nachtſtille. Alleſtill im Haus. Das Zimmer. Meta’Grüße und kleine AufmerkſamkeitenEr packt ſeine Geſchenke aus und legſie auf den Tiſch. Schläft
  • II. Der Morgen. Der alte Diener, dedie Stiefel putzt. Das Einheitzen voaußen in den alten Kachelofen; das Bummſen der großen Scheite und TorfſtückeDer alte Diener weckt ihn. Kurzes Geſpräch aus dem Bett. Erkundigtſich kurz nach allem: Vater, Schweſter etc. Trägdie Packete nach unten. Levin ſteht aufzieht ſich um. Meta klopft; holt ihn ab. Herzliche Begrüßung. In die Halle. Weihnachtsbaum. Der Alte auf dem SophaSeine kurze Anſprache. Beſichtigung deGeſchenke. Die Büchſe. etc. etc. Der Kaffam Kamin. Der Alte dampft ſeine kurzPfeife. Plaudereien. Levin und Meta übedie Leute im Dorf: der Tiſchler, Pukerſtock, die Tante etc. III In die Kirche. Die Kirche. Der Geiſtliche. Die Predigt. Der patriot: patriotische Inhalt der Predigt als Uebergang. Nun erſt, nach der Kirche, Levin in des Vaters Cabinet. Einſchwörung, Vertraut- machung. etc. | Meta ab. Levin midem Vater in deſſen Arbeitsſtube. Politiſches Geſpräch. Levin aber bringt Mittheilungevon den Patrioten
  • III. Die Fahrt zur Tante. Levin unMeta in kleinen Schlitten. PlaudereienMetas Traum. Ankunft. Das RococSchloß; die Roccoco Geſinnung. Der Charakteund die Beſetzung dieſes Hauſes nocunbeſtimmt
  • IV. Die Jagdparthie jenſeits der Oderübers Eis; die Heiterkeit; diZuſammenkunft: Bürger, Philiſter, Adelalles zuſammen, aber einig in eineGefühl. Die Leute aus der kleinen StadtBürgermeiſter, Gaſtwirth, Apotheker und Leihbibliothekar. Jagdſpezialitäten. Rückkehübers Eis. Die animirte Geſellſchaft. DiGefahren
  • V (oder VI) Die Rückkehr von der Jagd. Verirrung auf deEiſe. Der erſchlagene Jude. Die Scene am Schlitten. Aandren Tage das Begräbniß. Die Treue des Judenſohns
  • V. DasiePBauernhochzeit odeirgend eine andre Feſtlichkeit mimöglichſt viel Lokalton
  • VI. Der Abend in der Pfarre. DiUnterbrechung. Die Leute aus deKrug, die Meldung machen. Das Suchenach der Leiche. Das Finden. Die Beſtattunam andern Morgen. Die Rede des Geiſtlichen. Die Stimmung deLeute. Lewin kehrt nach Berlin zurück
I Band.
Spielt in Hohen⸗Vietz. Zeitraum von 24 bis 31. DzmberDezember 1812Kapitel⸗Eintheilung im Weſentlichewie oben angeführt, wenigſtens dieſelben Elemente. VielleichSchluß anders; nämlich eine großTreibjagd des ganzen Odervolks, udie Verbrecher aufzufinden. Werdeauch wirklich gefunden. (Später im 2tBand, Flucht, – der Judenſohn folgihnen, entdeckt ſie im Walde, wſie das Vergrabene herausbuddeln; – voda ab geſteigerter Haß.
II Band.
Spielt in Berlin, etwa vom 1Januar bis gegen Ende des MonatsDie Wirthsleute wo Lewin lebtPrima im grauen Kloſter. Das GedichtDas
literarische
literar:
Kränzchen. Der blasseKaufmann. Das Ladalinskiſche HausVater, Mutter, Sohn, Tochter. DetailsAbendgeſellſchaften. Liſe flieht mit eineColonnel. Peter kommt zu Levin und erzählt es. Schlußſcene des 2t Bandes
III Band.
In Hohen⸗Vietz. Zeit voAnfang Februar bis Mitte FebruarDerScene Ue zwiſchen Peter und MetaDie Vorbereitungen zum Ueberfalin Lebus. Der Ueberfall. Leviwird gefangen genommen und nacKüſtrin geſchafft. Weitres Leben iHohen⸗Vietz. Neue Scenen zwiſchePeter und Meta. Dorfleben. DiBauern-Verſammlung. Der Judenſohnder Hülfe ſchafft. Das Wagniß gegeKüſtrin. Levin wird gerettet. Peteund der blaſſe Kaufmann fallen als OpferPeter’s Leiche in der Halle von Hohen⸗Viet. Bruder und Schweſter. Sie ſagt: ſiſei die glücklichere. Der Aufruf deKönigs (im März). Auszug. RückkehrDie Geſchwiſter

Der Zeitungsausschnitt stammt aus der „Allgemeinen Münchner Zeitung“, 17. November 1862.
aber ſiehe auch die betr.betreffendenManuſkripte in Folio
*Ich glaube auch Niendorff ſaß mit ihm in deHausvoigtei und wird allerlei wiſſen
* ſo erzählt er wenigſtens