nächste Seite

A18beta

Wust

Kirche
Empore mit 25 Engels-kopfen
Holzdecke mit 92Amorin-Engeln.12 davon umschließenin der Mitte einBild die Dreieinig-keit darstellend. GottVater als alter Mannmit weißem Bart.Diese 12 mit Spruch-bändern auf denender Psalm steht.
Herr Gott gelobethHeilig ist unser Gott
et cetera
etc
Gebäudeaufriss; KircheKircheWust (heute: Ortsteil der Gemeinde Wust-Fischbeck)Kirche in Wust.
Alte Kirche,ursprünglich romanischaber immer wiederumgebaut.
Gebäudeaufriss; neuere GruftneuereGruftKircheGruftanbau der Kirche in Wust.
Grufanbau dersich andie kleineApsislehnt.Die andre Gruft ist indem Theil der Kirche, derunterm Thurm liegt, aberauch zu ebner Erde.
  • Grabstelle 2 Thaler

  • Barbier 1 Thaler 10 Sgr
  • Stempelbogen 15 —

  • Rechnung in Freien-walde
    5 Thaler 1

  • Trinkgeld (Kindchen) – 20.
  • — (Hausknecht) 15.

  • Für die Leinen
    et cetera
    etc
    in Tornow 10.
  • – – Armenbüchse 20.

  • Dem Herrn Cantor 1.

  • Dem Schuhmacher Papke 1.
Ludolph August
Preußischer
Preuß
Majorin WustvermähltmitDu Rosey
noch 2General-MajoreundeinGeneral-lieutenantHeinrichChristian
Preußischer
Preuß:
KönigsMinister(das schöneBild)
Hofmarschall in CoburgHans v. Kattegestorben 1684 } SteinbildinderKirche

Die hohe Rhön. Das Terrainzwischen Fulda und Werra.

Der Schauplatz der FalckensteinschenAktion beginnt südlich von Eisenach.Hier ziehen sich 3 Gebirgspartieen,Plateaus mit zahllosen Kuppen bisan den Main hin, zunächst dieHohe Rhön, dann der Spessart, dann
I (Erste Generation)
Hans v. Katte. Hofmarschall inCoburg, gestorben 1684 zu Wust *.
II (Zweite Generation)
Hans Heinrich v. Katte 1740 Preußischer General Feldmarschall,Vater des EnthauptetenChristoph v. Katte 1743
Magdeburger
Magdeb:
Kammerpräsident,Vater vieler Kinder

(wichtig) der Odenwald.
Zu beiden Seiten dieser großenzusammenhängenden Bergparthie ziehensich Flüsse hin; der nördlichste Theildieser ganzen Bergmasseheißt die hohe Rhön undliegt zwischen Werra und Fulda.Die Werra-Bahn folgt großentheilsdem Laufe des Werra-Flusses und
III (Dritte Generation)

A. die Kinder des Feldmarschalls.

Der Feldmarschall war 2 mal ver-heirathet, mit einer v. Wartens-leben und einer v. Bredow. Erhatte drei Söhne, die alle dreidas 30. Jahr kaum erreichten.Wust ging dadurch auf die Linieseines Bruders des Kammerpräsi-denten übrig. Die 3 Söhnedes Feldmarschalls waren:
  • Albrecht Rittmeister
  • Albrecht Friedrich Rittmeister
  • } beidewarenSöhne
    der Bredow undbeide starben (fielen?)in der Zeit der schle-sischen Kriege. Einerscheint schwer verwundetworden zu sein. giebt überall einen prächtigenBlick auf den Fluß, auf diekostbaren Wiesen die ihn begleiten,auf die Ostabhänge der hohenRhön und auf die kleinen Städte undDörfer, die an diesen Ostabhängenliegen.
    Die hohe Rhön, wenigstensauf der Strecke zwischen Salzungen und
    III (Dritte Generation)

    B. die Kinder des Kammerpräsi-denten.

    Der Kammerpräsident hatte5 Söhne:
    Von diesen 3 letztern ist nichtsbekannt.
    Von Heinrich Christian befindetsich ein sehr schönes Bild (Knie-stück) im großen Saal desWuster Herrenhauses. DerKopf drückt Feinheit, Wohl-wollen, Behagen, Humor aus.Es ist der Kopf eines heitrenvornehmen, humoristischen Lebe-manns. Meiningen, hat keineswegs einenbesonders tristen Charakter, auch liegenhier eine Menge Dörfer auf demPlateau, besonders wohl an den einzel-nen Wasserrinnen. Man darfdie hohe Rhön durchaus mit unsremhohen Barnim vergleichen und genauso, wie am Abhange hin, durchWiesengrün und am Hohen-Finow Er trägt eine Rüstung, überderselben einen weiten, male-risch drapirten Ordensmantel;auf demselben das Kreuz desDeutschen Ritterordens unsremeisernen Kreuz sehr ähnlich,nur schlanker, gezogener.Ludolph August (Major) warder älteste der Brüder undin seinen Besitz kam Wust.Bei seinen Lebzeiten begannin Wust ein glänzendesLeben. Die reichen Mittelüber die er verfügte, setztenihn dazu in Stand.
    Diese Mittel schöpfte erzum Theil aus Wust selbst,großentheils aber aus demVermögen seiner Frau. und Freienwalde vorbei die Wriezener-oder Oderbruch-Eisenbahn läuft, soläuft hier die Werra-Bahn,und ganz ähnlich wie Cöthen, Torge-low, . . . . . . . . . . . auf demhohen Barnim liegen, so liegenDermbach, Wiesenthal, Roßdorf etc.auf der hohen Rhön, freilichwohl an einer Stelle, wo sie vielleicht
    Seine Frau war eineDu Rosey, Tochter des . . . .Friedrich der Große wollte sie,als gute Pathin, einem derKattes vermählen und erließ die betreffenden Ordres. DerBeglückte war aber ursprünglichnicht Ludolph August, sondernein andrer Bruder. LudolphAugust wurde nur degutirt,um sich die Zwangsbraut, vonder man wenig erwartete,vorher anzusehn. Er fand sieso, daß er sich gleich mit ihrverlobte. Der König, derblos der Familie (nicht demeinzelnen) eine Gutthat erweisenwollte, scheint damit einverstanden kaum noch diesen Namen führt.
    Die hohe Rhön liegt nunwie ein breiter Wall zwischenWerra und Fulda.
    Falckenstein, nachdem er vonEisenach aus diesen Wall (über Marksuhl oder Salzungenerstiegen, nahm hier eine hoch-gelegene Centrums-Stellung zwischenseinen zwei Gegnern ein und schien gewesen zu sein.
    In jenen Jahren, diewahrscheinlich dem 7 jährigenKrieg unmittelbar vorausgingen(die Zwangsheirath kann auchschon unter
    Friedrich Wilhelm
    Fr: W.
    I.
    stattge-funden haben * und Wust kamdann erst 6 bis 10 Jahre späteran das Paar) wurde demHerrenhause und dem Park zuWust seine gegenwärtige Ge-stalt gegeben.
    sich zu besinnen ob er sich nachrechts hin gegen die Fulda (VIII Corps)oder nach links hin gegen die Werra (VII Corps)wenden sollte. Schließlich entschied ersich dahin, keins von beiden unddoch auch wiederum sowohl das einewie das andre zu thun. Erbeschloß seine Gegner darüber in Zweifelzu lassen, wem es eigentlich gelte Das Wohnhaus ist einfach,es besteht aus einem 2 stockigenMittelbau, an dem sich rechtsund links 1 stöckige Flügel, aberan der Frontlinie des Hauses an-lehnen. Die Zimmer sindhoch geräumig, stattlicher alsdie Gesammterscheinung des Bau’serwarten läßt.
    Von großer Schönheit istder Park (30 Morgen groß).Zwei prächtige Ulmengängeführen durch die ganze Längedes Parks, zugleichnach rechts und links dieEinfassung seines Hauptstückes bil-dend und münden auf diebeiden Flügel des Hauses. und abwechselnd nach rechts undnach links hin seine Schläge auszu-theilen, dadurch die Verwirrung beiderhintertreibend, zugleich aber, imVordrigen, immer die Richtungnach rechts hin (Frankfurt) imAuge zu behalten. Bei Dermbachkam ihm dieser Plan (ursprünglich wollteer vielleicht blos auf Fulda, Gelnhausen, Früher standen zwischen denArkaden- bildenden Bäumen,von Arkade zu Arkade, Sand-steinfiguren (wie in Potsdam)von denen nur noch wenigeReste vorhanden sind. Sie wareneine Zeitlang der Steinbruch desDorfes. 18 Statuen wurdenallein zur Befestigung einerMühle verwandt.
    Diese Anlage (mit denGängen etc) ist wahrscheinlichschon aus der Zeit des Feld-marschalls. Ludolph Augustthat aber einen andrenTheil hinzu. Er erweiterte den Park nachlinks hin, legte Teiche an,in dem Teich eine Insel und Frankfurt los) und es ist bekannt, wieglänzend er ihn ausführte.
    Das eigentliche berühmte Unter-schreiten der hohenRhön ist aberdoch wohl der Theil seiner Aktion,der dem Gefechte von Dermbachfolgte, also alles was zwischen dem 4. und 10. Juli liegt. gab diesem Theil des Parksdie schönsten Bäume, namentlichPlatanen. Am Rande desParks überblickt man eineprächtige Feldfläche bis zu derElbmündung hin und dieThürme von Jerichow und Tanger-münde ragen am Horizonteauf.
    Auf einem Stück lawnliegen zwei Kanonenröhre;wie es heißt aus der Zeitder schlesischen Kriege.

    Die Gemahlin Ludolph Au-gusts ( die Du Rosey) waram Hofe der Prinzessin Ferdinand(in Friedrichsfelde) besonderswohlgelitten. Man besuchte sichgegenseitig. „Mama ist wiegekocht; die Prin-zessin hat sich anmeldenlassen.“

    Kissingen

    Umgebungsplan; Kissingen (heute: Bad Kissingen)Kissingen(heute:BadKissingen)Kissingen. NüdlingenWinkels.
    Die Bilder.
    Die Familienbilder befindensich alle in dem großenVordersaal, in dem GeneralSoult (1806 oder 12)längere Zeit sein Haupt-quartier hatte. Er sollallerlei Interessantes mit-genommen haben. (Was?)
    Es befinden sich hier4 interessante Bilder.
    Lageplan; Kissingen (heute: Bad Kissingen)Kissingen(heute:BadKissingen)Kissingen. Steg der in dieMaxstraße führt.300 SchrittzwischenSteg undSteinbrücke.Steinbrücke diein die Haupt- undMittelstraße führt.Gitterbänke dieins Kurhaus führta.b.c.d.e.f.g.h.BrückenauHammelburgGaritz

    Das weitaus beste istdas von Heinrich Christian;wahrscheinlich von Pesne oderaus seiner Schule –
    Der Feldmarschall ist auchgut und charaktervoll gemalt;nur nicht so elegant. Erträgt die Uniform seinesCürassier-Regiments, Cüraß undKoller (eine Art Leder-manns). Kniestück.
    Neben ihm (links) dieDame.
    Neben ihm (rechts) HansHermann. Beide BilderOelbilder, Bruststück.
    Hans Hermann, vielleicht 24 oder 25 Jahr alt, trägteinen Cürassier-Cüraß, dasgepuderte Haar, rechts und linksin drei Locken gelegt.Er ist nicht häßlich, etwasStubsnase, der Ausdruckdes Ganzen klug, energisch,hartnäckig, selbstbewußt.Dem Bilde in Charlottenburgist es doch nur wenigähnlich.
    Kirche und Grüfte.
    Die Kirche siehe dieersten Blätter.
    Die Kirche hat zweiGrüfte, eine ältre undeine neure.
    Die ältre Gruft, befindetsich im Thurm, zu ebnerErde. Hier stehen kupferneund Zinksärge; die Särge,in edler Form, alle reichornamentirt, wie dieSärge aus der 2ten Hälfte des 17. Jahrhunderts, beispiels-weise wie die Särge inTamsel (Wreechs) und inGartz (Quast). Hierruht wahrscheinlich der Groß-vater und Urgroßvater Hans Hermans.
    Die zweite, etwasneure Gruft ist an dieApsis als selbstständiges Häus-chen angebaut. In dieserruht ausschließlich dieFamilie des Feldmarschalls,er selbst, seine zwei Frauenund seine 3 Söhne.
    Sie liegen alle in präch-tigen Särgen, mit AusnahmeHans Herrmans.
    Wenn man eintritt,in der Ecke links, so daß vondem einfallenden Tageslichtnur ein Schimmer hierher fälltsteht ein einfacher, langerHolzsarg. Er scheint gestrichengewesen zu sein, aber dieFarbe ist theils abgegriffen,theils abgesprungen.
    Wenn man den Deckelabgenommen hat, so stehtin dem äußren Sargein zweiter, eine bloßezugeschrägte Kiste mit einemflachen Deckel.
    Hat man auch diesenzweiten Deckel aufgehoben,so erblickt man alles,was von irdischen Ueberrestenvon dem unglücklichen Katteübrig ist.
    Ein hellblauer Seidenmantelumhüllt den Körper; dawo dieser Mantel aufhört,liegt ein Schädel, nebenihm eine blaue, kunstvollzusammengesteckte, mit Spitzen-überresten ausgeschmückteSchleife, die früher dasschöne blonde Haar desTodten zusammenhielt.
    Noch vor 20 Jahrenin dem ersten Viertel dieses Jahrhunderts war der Schädel wohlerhalten,er hatte noch die Kopfhautund an dieser das gelockteHaar, seitdem aberist der Verfall eingetretenund die sorgliche Pietätdes jetzigen Hauses (Herrv. Katte hat Wust seit20 Jahren) kam doch biszu einem gewissen Gradezu spät.
    Wie das überall ge-schieht, wo Sage oderGeschichte, einer Gruft ein besondres Intresse leiht, wie also beispielsweisein Buch, in Campehl, in Gusow, so wurde auchdiese Wuster Gruft der Gegen-stand der Neugier, derPilgerfahrten, der Curiositäten-krämerei, auch der bloßenübermüthigen Profanation.
    Ein junger Oekonomeim Dorf wettete erwolle den Katt’schen Schädelherbei holen und um Mitter-nacht wieder an seine Stelletragen. Er that’s und gelobtedann freilich: einmal undnicht wieder.
    Ein Engländer verweiltelange an dem geöffnetenSarge; dann nahm erden Halswirbel mit, den die Eindrücke vermischen. Es wolltenicht recht glücken. Da lagen dieumgestürzten Statuen. Auch hierdie Bilder der Vergänglichkeit.
    Weit am Ende desParks endlich trafen wir eineBirkenbrücke, hier ist eine Bankunter Hängenden und von diesemäußersten Punkt aus sieht manins Feld und Wiese hinein bishinüber nach dem Thurme vonJerichow. Esbegann zudämmern, Wiesen nebeln stiegenauf, einDämmern kamauch über unsselbst, jener

    ruhig x---xBetrachter, derin Leid undFreud nureine wechselndeKette derErfahrungen sieht. das Henkerschwert durchschnittenhatte.
    Andre nahmen nach und nachalle Zähne als Erinnerungs-stücke mit; alldashatdasTodesbild| nur der obereTheil des wohlgeformten Schädels ist ver-hältnißmäßig gut erhalten.
    Ein letzter Rest seinesHaares wird von demgegenwärtigen Besitzer auf-bewahrt.
    Wir schlossen den Sargwieder und traten in dasLicht zurück. Stumm schrittenwir neben einander her,über den Kirchhof fort,auf den Park zu. Seinestille Schonheit sollte gestört (?)
    Lageplan; Herrenhaus (heute: Grundschulde Wust), Wohnhaus, Wuster Herrenhaus, SchloßHerrenhaus(heute:GrundschuldeWust)WohnhausWusterHerrenhausSchloßWust (heute: Ortsteil der Gemeinde Wust-Fischbeck)Herrenhaus Wust. Teich undInsel.abcba
    Wust20002000100030Morgen Wald— Acker— Wiesen— Park.Melchow inder Nähe, mit sehralter romanischer Kirche.verte!!

    Wust

    Einleitung.
    Wust 1700
    Das Schloß. Der Besuch des19jährigen spätren Feld-marschalls. Sein Bruderder spätre Kammerpräsident.Der Park. Der Besuchin der Kirche. DieDenkmäler von 1684 unddes 14 Jahr alt gestorbe-nen Bruders.
    Wust im November 1730.
    Das Erscheinen desSarges. Der Sarg wirdin die Gruft gestellt Der Herr Schmid inBerlin (wahrscheinlich ein höhrerRegierungs-Beamter) schreibt anseinen Bruder Schmid (wahr-scheinlich Rath in der Regierung)in Halle.
    Berlin 9.
    September
    Sept:
    173
    0
    .
    Der Herr Rittmeister v. Katt istvergangnen Dinstag Morgen, zu seinemGlück noch vor unsres Königs Abreisenach Potsdam, hierher nach Berlingekommen. Es ist ihm dasQuartier auf der Hauptwache schonpräparirt gewesen. Nachdemer aber unsren König mit guterResolution angetreten und sichexculpirt hat, so ist ihm unserKönig recht gnädig begegnet, und in Entfernung vomGrabe seiner Mutter (v.Wartensleben). DiesenSarkophag wo möglichbeschreiben.
    Derweilen saß derAlte in Königsberg unddas Herz brach ihm. Seine(zweite) Frau, gleich außersich. Dann die beidenBriefe mit Trauerrand.
    Wust 1748
    Der Feldmarschall ist todt,seine drei Söhne sind todt,(die Kinder beider Ehen) dieganze Linie ist ausgestorben.Die Reiter-Linie ist jetztim Besitz des Gutes. DerKammerpräsident hat es. Ob erhat ihm alle Gnade ver-sprochen, auch zu ihm gesagt,daß er der Familie nichts wollteentgelten lassen. Ich habe esvon gewisser Hand erfahren,daß unser König etliche Malzu dem Herrn Rittmeister vonKatten gesagt hat: „Ihrseid ein ehrlicher Kerl“. Erist auch ganz frei und losund wird vermuthlich bald wie-der von hier entweder nachdem Werbeplatz oder zumRegimente gehn. Dieseslieber Bruder, könnt Ihr demHerrn Präsidenten v. Katten,nebst Vermeldung meinergehorsamsten Empfehlungen nur oft da ist, ist sehr fraglich,sogar zweifelhaft. DieLeute lebten damals wiejetzt Bismarck in Var-zin. Nur ausnahmsweiseauf ihrem Besitz. Esheißt: er lebte bis 1760.Wahrscheinlich hatte eres längst bei Lebzeitenschon einem seiner Söhne über-geben. Den wir näherkennen lernen werden.
    Wust 1775
    Ludolf August und dieDu Rosey. Nun dasheitre, üppige Treiben, dervolle Gegensatz gegendas Wust von 1730. Aberschon zeigen sich die Vorboten gewiß sagen. Im Uebrigenkann und mag ich von dieserMaterie weiter nichts schreiben.Gott gebe, daß dieser Troubleund dieses Ungewitterbald vorüber gehen möge.Schmid.Dieser Schmid in Hallecopirt diesen Brief seinesBerliner Bruders und schicktihn am 11. September abschriftlich an denKammerpräsidenten (also denOnkel Katts) nach Mag-deburg. des Verfalls.
    Wust 1820
    Der Spieler-Katte undder Stiefel-Katte.
    Wust 1870
    Schloß. Bilder. Manuskripte. Kirche.Der Besuch in derGruft. Das Katte-Schwert in Vieritz.
    Gang in den Park.Blick in die freieWiese, Heuduft. Stille.Leid und Freud, Ueppigkeitund blutiger Tod alleswird nur zu einem Gliedin der Kette und mannimmt es hin wie Bilder,wie Erscheinungen, wie den natürlichenWechsel der Dinge, vondenen Leid und Freud, das eine soschwer und so leicht wie dasandre.

    Schönhausen.

    Lageplan; SchönhausenSchoenhausenSchönhausen. abcde
    • a. Einfahrt mit gemauertenPfeilern.
    • b. Wirtschaftshaus.
    • c. große Linde
    • d. Sandstein-Vase
    • e. große Kastanie.
    Ueber der schlichten Eingangsthür,ohne Rampe, ohne Treppe,ist ein Wappenstein, mitden beiden Wappen der Bis-marcks und der Katt’s ein-gelassen. Die Katze hateine Maus gepackt und spieltmit ihr. Das war 1700.Dreißig Jahre früher als einStärkerer mit der KatzeMaus spielte. – InschriftAugustvonBismarckAnno
    DorotheaSophiaKatten 1700.Rechts und links hingen zweivertrocknete Kränze und vordem Wappen ein Birkenstrauch. Hübsche Baumgänge, alte undneue, ziehen sich durch denPark hin, der zwei Etagen(Stufen) hat und an desseneiner Seite sich ein schilf-bestandner Graben als Grenzezwischen Park und Feld(Runkelrüben und Mais)hinzieht. Ueber den Grabenführt eine Brücke. Andieser Stelle steht dervielgenannte Herkules,auf dessen Rücken GrafB. seine Büchse oder seineStehpostenflinte probte.Er hält vor Schmerz dieHand nach hinten.Auf den einen Schenkel hat – ersichtlichein neuer BesucherAdam geschrieben,von dem er nur dieEinfachheit des Costümsentlehnt.
    Gebäudeaufriss; Schloss SchoenhausenSchlossSchoenhausenSchönhausenSchloss Schönhausen. Garten-Seite
    Gebäudeansicht; Schloss SchoenhausenSchlossSchoenhausenSchönhausenSchloss Schönhausen.
    Bibliothekszimmer.
    Zwei große Schränke
    • 1. Eßsaal weißtapeziert
    • 2. Wohnzimmer grüntapeziert
    • 3. Schlafzimmer (in Front durch denGiebel des Seitenflügels halbzugebaut.)
    • 4. Bibliothek,roth gestrichen.
    • 5. Japanisches Zimmer
    • 6. Frontzimmer mitWand-Oelmale-reien.
    Grundriss; Schloss SchoenhausenSchlossSchoenhausenSchönhausenSchloss Schönhausen. Zimmermit denWand-Oelmale-reien.Schlafzimmer.WohnzimmerderGräfingrün.Eßsaal.niedrigJapanischesZimmerBiblio-thek.
    Wohnzimmer grün, ein-fach mit modernenBildern, Lithographien.Kamin mit Stuk-arbeit. Ueberdem Kamin, einFrauenbild in denStuck eingelegt. Eßsaal, weiß, mitStuckdecke und Stuck-fries, Stuck überden 2 Kami-nen.

      Die Eigenthümlichkeitdes Baus besteht
    • 1. in den Stuck-Decken und StuckFriesen
    • 2. Stuck-Kamine
    • 3. In den runden StuckUmrahmungen überden Kaminen viel-fach Portraits.
    • 4. Ein japanisches Zimmer;ein andres mit großenWandmalereien in Oel.
    • 4. In der Tiefe undverhältnißmäßigenNiedrigkeit der Zimmer.
    • 5. Die quadratische Grund-form des Baus.
    • 6. Die dicken Mauern;die schwere Treppe.
    Bemerkenswerth ist noch imErdgeschoß das nach demGarten hinausführende Zimmer.Die Stuckdecke zeigt dasBismarcksche und KattescheWappen, sehr hübsch aus-geführt, ist also auch, wie alle diese Stuckarbeiten ausder August v. BismarckZeit (1700).
    August v. Bismarck
    scheint nun überhaupt derHäupter gewesen zu sein,der Erneurer, der Erbauer,der Wiederhersteller inSchloß und Kirche. Entwederwar er reich, oderer wurde es durchseine Heirath.
    Auf der Stelle, wodas alte Schloß gestandenhatte, das während des30 jährigen Krieges ein-geäschert worden war (nur diedicken Mauern warenstehn geblieben) führteer das jetzige Schloß auf(1700). Seine Gemahlinwar Dorothea SophiaKatten.
    Besonders wichtig wurdeer auch für die schönegroße alte Kirche. Erschenkte oder errichtete:
    • 1. eine geschnitzte Kanzelmit dito Treppe (inder Mitte der Kirche etwa).
    • 2. den Altar mit Bildbeides eine Roccoco-Ar-beit).
    • 3. den herrschaftlichen,prächtig in Eichenholz geschnitz-ten Chorstuhl, der Kanzelgegenüber.
    • 4. Ein großes prächtigesEpithaphium, zum Gedächtnißseiner Eltern mitden eingelegten Oval-Bildnissen ( in derTracht etwa von 1680)beider.
    In einiger Entfernung daneben,befindet sich ein zweitesEpithaphium, das dem Augustv. Bismarck seinerseitsvon seinem Sohne errichtetwurde. Es ist aber sehrviel schlechter und zeigtnichts mehr von dem Reichthum und dem ver-hältnißmäßigen Geschmackder vorhergegangenen Gene-ration.
    Das ganze Dorf hatfast den Charakter einesFleckens: 26 Bauerngüterund 34 Kossäthengüter, wennich nicht irre.
    Dazu 2 Rittergüter,von denen 1 bei denBismarcks geblieben ist, dasandre (auch mit einemHerrenhause) sich im Besitzedes Deichhauptmanns Gärtnerbefindet. Dieser forderte,als Graf Bismarck dieseHälfte jetzt wiederkaufen wollte, 150,000 Thalerüber den Werth des Gutes.So wird – vielleicht über-trieben – erzählt. Graf Bis-marck sagte: „50,000 überdem Werth hätt’ ich gegeben,150,000 ist mir zuviel.“
    Der Blick vom hochgelegnen Kirch-hof aus, ist sehr schön;ebenso die Fahrt nachSchönhausen durch Jerichowund nachher an Tangermünde(zur Linken im Dämmer)vorbei.

    Kösen

    Sonntag d.
    dender
    18
    . August. Dinirt im „muthigen Ritter“(früher im „schmutzigen Ritter).Zu Zöllners Lindenstraße69.
    Am Bahnhof Begegnung mitEggers und Lucä’s.
    Am Abend mit denFreunden im „muthigen Ritter“.
    Mit Lucae bis 12 14 inKurtzhals-Hôtel geplaudert.Emilie kommt nicht, weilsieincognito schon da ist.
    Montag d.
    dender
    1 9.
    August.

    Emilie taucht auf.Geplaudert. Fahrt nachNaumburg. In den sächsischenHof. Naumburger-Dom.Kaffelokal. Fahrt über Almrich, Schulpforta(Emilie macht einen Besuchbei Frau
    Professor
    Prf.
    Hossfeldt
    )nach Kösen zurück.
    In Naumburg auchBendemanns Bild: „dieErmordung Abels; derEngel der Gnade und derGerechtigkeit in denWolken“ gesehn. Sehrrespektabel. – Zu Abendbei Chevaliers. Kartoffelund Hering. Vorfeier desGeburtstages der Chevalière.
    Dinstag d.
    dender
    2 0.
    August
    Geplaudert. Besuch vonKarl Lucae. ZumDiner im Kurhause. Nachmittagsparthie nach derRudelsburg. Romantik undFuhrmannskneipe. DenAufsatz über
    Paul
    P.
    Heyse
    vor-gelesen. Am Abend imKüchengarten.
    Mittwoch d.
    dender
    21. August.
    Geplaudert. Besuch von KarlLucae. Diner im Kurhause.Kaffe im Küchengarten.Parthie nach der „Rektors-wiese.“ Kartoffeln und Hering.Am Abend in den „muthi-gen Ritter“.
    Donnerstag d.
    dender
    22. August
    .
    Gepackt. Geplaudert. Ab-fahrt um 12 Uhr nachDietendorf und Arnstadt. Gang durch Arnstadt. Der grobeWirth im „Deutschen Hause“.(Der in der „goldnen Sonne“soll eben so grob sein). Omni-busfahrt nach Ilmenau. An-kunft 7 Uhr. Frl. v. Rohrund Herr Otto (Wirth und gestempelter Balladenfreund).
    Geheim
    Geh.
    RathHeyse nebst Frau und Töchtern;Oberstaatsanwalt Adelung;Musikdirektor Naumann.Forellen-Souper.
    Freitag d.
    dender
    23.
    August
    Frühstück. Spatziergang inden Bergen. Diner. ReizendeFahrt im Pony-Fuhrwerküber Manebach, dann Auerhahn, Gabelbach(Schönster Punkt) dasgroßherzogl. Sommerhaus,den Aussichtsthurm aufdem Kückelhahn, dasGöthe-Häuschen („Ueber allenGGipfeln ist Ruh“) und denHermannstein (die singen-den Studenten) nach Il-menau zurück. – Karpfen-souper.
    Sonnabend d.
    dender
    24. Augu st
    Das Erdbeermädchen.Frühstück. Gang auf denKirchhof, Porzellanfabrikund auf die Berge. Diner.Abschied. Bouquets von
    Geheim
    Geh.
    Rath Heyse. Fahrt im offnenWagen mit Frl. v. Rohrbis Arnstadt. Abschied vonihr. Fahrt nach Weimar.Ankunft gegen 9. Abge-stiegen im „Russischen Hof“.
    Sonntag d.
    dender
    25. August
    .
    Chevaliers und Roquettetauchen um 8 12 Uhr auf.Gemeinschaftliche Parthieen: Montag d.
    dender
    26. August.
    Früh auf. Gepackt. Um8 Abfahrt nach Erfurt.Drei Stunden in Erfurt.Flanirt; die alten Häuser;der schöne Dom mitden großen Treppenfluchtenund die St Severi’s Stifts-kirche. Schönes Backwerkgekauft. Um 12 nachEisenach. Abgestiegenim „Halben Mond“. Kaffegetrunken. Herr v. Pfuelund Frau. Um 5 12 aufdie Wartburg. Erst Besuchbei Reuter. Die Wart-burg bei Sonnenuntergang und in der Vorbereitung zumFest. Um 8 Uhr zurück.Gutes Souper. Ringsumnur Musiker. An Roquetteund Lepel geschrieben.Dinstag d.
    dender
    27. August
    Flanirt in Eisenach.Auf den Bahnhof. DieMusiker treffen inMasse ein. Abfahrt12 14; Emilie nach Kösen,ich nach Meiningen.An Marksuhl, Salzungen,Immelborn, Wernshausenund Wasungen (wahrscheinlichauch an Schloß Altenbergvorbei) nach Meiningen. Ankunft 4 Uhr. Abge-stiegen im „SächsischenHof.“ Die Post gehterst am andern Tag10 12 Uhr. [Wegender Terrainbeschreibung derhohen Rhön, siehedie Querblätter zuAnfang des Buchs.] Regen-wetter. Nach dem Regenflanirt. Sehr hübsche Stadt.An Dr Beutner geschriebenMittwoch d.
    dender
    28. August
    .Um 10 34 Abfahrt vonMeiningen mit der Post.Die Fahrt geht über Burg und Dorf Henneberg(die alten Grafen von Henne-berg saßen hier) Mellrich-stadt, Neustadt
    an der Saale
    a. d. S.
    ,Münnerstadt, Nüdlingen,Winkels nach Kissingen.Ankunft gegen 6. Abge-stiegen in einer Dependancedes „Sächsischen Hof“. Aufden Kirchhof. Ueber-blick. Geplaudert mitKirchner (Küster und Todten-gräber) Betzer, dessenFamilie schon 200 Jahredies Amt hat. Dannzum Souper in denSächsischen Hof. Militairisches ge-lesen. Donnerstag d.
    dender
    29. August
    Gang durch die aller-liebste Stadt. Kursaal,Brunnenhalle. DieBrücken. Der Alten-berg etc. Zum KichnerBetzer. Eingabenfür ihn gemacht. ZumDiner in den „SächsischenHof“. Bis Hôtel Sannerund zur südlichen Holzbrücke.In die Friedhofs-Kapelle.Alles aufgeschrieben (siehedas dicke Buch). Spatziergangmit Kirchner Betzer undeinem Eisenbahn-Direktoraus Glogau aufs Schlachtfeld bis über Winkelshinaus, am Kreuzdes Generals v. Zoller vor-bei. In die Depen-dance. Eingabe für Betzer.Thee getrunken.Freitag
    dender
    d.
    3 0.
    August. BambusKleine Kalender von 1800.Rudolfs Tuchnadel.Die Ringe an E. L undP. R.Das Buch von den Freiwilli-gen Jägern. Ob in Tornow?Wann? zwischen3 und 4.Wie viel eskostet?Ob dann seinehiesige (dieGlietzner) oderdie TornowerKirche.Platz aussuchen aufdem Kirchhof. Nach Meiningen12 Uhr 15. und3 Uhr 16.Nach KösenAbfahrt 12 UhrAnkunft 3 Uhr 39.Immelborn ist einDorf, die Kircheliegt etwas hoch aneinem Abhang, dasDorf unten, unmittel-bar an der Bahn.Schlichte Lehmhäuser, abermit Ziegel gedeckt.Ein Höhenzug, ebender auf dessen dissei-tigen Abhang dieKirche liegt, verstecktdie nach Westenhin gelegene Landschaft;wahrscheinlich auch Barchfeld,auf dem Wege wohin dererste Zusammenstoß stattfand. Bunte Bilder in raschem LaufStiegen wechselnd vor mir auf: Wust, der alte Katten-Sitz,Im Sarge der Freund von Kronprinz Fritz., der Schädel, diese Freunde des ein Schwertes-Blitz; Rother Abendschimmer umfloßDie alte Linde vorm Bismarckschloß,Und Mond und Wolken sahich ziehn Ueber Thurm und Pappeln von Redekin –Wünsche, die lang ich im Herzen getragenwurden erfüllt Kam Erfüllung in diesen drei Tagen
    <Beginn Textschicht 1>
    Und dessen wir in Dankbarkeit gedenken
    <Ende Textschicht 1>
    Theodor Fontane
    Th. F.
    <Beginn Textschicht 2>
    Und ein dankbarAngedenkenwerd’ ich der Damedes Hausesschenken
    <Ende Textschicht 2>
    Bureau-ChefOtto Bartenstein.in Meiningen. Nach GenthinVon
    Berlin
    Berl:
    bis Kösen (für Emilie) 5. -
    Lageplan des Schlachtfelds; DermbachDermbachDermbach. Werra-FlußSalzungenImmelbornWernshausenDermbach
    Wiesenthal
    Wies:
    Rossdorf
    Rossd.
    Neidhartshausen
    Neidh:
    Zella
    Diedorf
    Died.
    Goeben war im Wesentlichenvon Salzungen auf Dermbachgegangen. Von hier auserfolgten die Vorstöße.
    • 1. XXX
    • 2. XXX
    • 3. XXXV
    • 4. XXV
    Sixtus V vonJulius Minding 1846 an dieBühnen versandt.Neuerdings herausge-geben durch denvormaligen olden-burgischen SchauspielerClemens Kreitmayer
    genannt
    gen:
    Rainer
    .
    • Pomatum
    • Seidnes Tuch
    • Schirm.
    • Kleiderbürste (klein)
    • Meine braune Kappe
    • Pincette.

    *Ein Steinbild von ihm befindet sichin der Kirche. Er trägt eine Reiter- Rüstung wieGoertzke, Derfflinger. Das ältesteseiner Kinder starb früh, 14 Jahr altund hat neben ihm ein Epitaphiumin Stein, zum Theil bemalt. Minervamit Schild und Lanze und drei Maraboutsauf dem Haupt sitzt auf ihrem Thron,die Attribute von Kunst und Wissenschaftum sich her. Der junge Katte wähntsich ihr und reicht ihr huldigend, (wieParis der Venus) denApfel. Ein wahresMusterstück von Roccoco.
    * Ludolph August, ältester Sohn desKammerpräsidenten, war wahrscheinlichebenso alt wie Hans Herrmannder Enthauptete, (sein Vetter). Danachwürde Ludolph August im Jahre 1735 oder 36 etwa 30 Jahralt gewesen sein und in dieserZeit mag seine Verheirathung fallen.
    Fr. WolffhardtBuchbindermeisterPapierhandlungLeipziger-
    Straße
    Str.
    106.