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C10beta

Albert
Alb.
Henning.
2 ½
Silbergroschen
sgr
Brüder-Str. 15. Dieses Buch hat 52 Blat.
Lassen Sie mich Ihnen hinaus meinen Dank aussprechen für die so freundliche Aufnahme in Schönfeld. So dankbar ich diesem schönen Anfang unsrer Reise in der Erinnerung habe, so beschleicht mich immer der leise Vorwurf daß wir Ihnen doch eigentlich nur Unruhe verschafft hatten, x---x Ihre vergebliche X---x liegt mir eh schon auf dem Gewissen. Lassen Sie mich hoffen, daß Sie u. Ihr werther Gemahl den etwaigen üblen Eindruck dann verwischt u. hören Sie von uns, daß wir den Anfang in Schönfeld in Ihrem reizenden Häuschen preisen, denn seitdem hat uns Ihr Reisesegen nur Genuß
und
u
Freude bereitet. Wir schwelgen u. können nicht satt
und
u
müde werden, Statuen und Kunst zu bewundern; täglich bin ich x---x doch gegen meinen Mann daß er nur das gegönt hat
und
u
in Liebe dessen mich sehr folgsam u. fügsam, so daß ich hoffe ich bekomme eine gute Reise. Hier haben wir sehr angenehme Gesellschaft aus
Berlin
B.
getroffen
Frau
Fr.
v
Noville
N.
und
u
Tochter die bereits sehr x---x uns x---x mit der Sprache sehr halfen. Morgen kommen wir ins Lido, sie sehen ihn Stückweise an. E lo permesso per via di montare nella Diligenza? Quanto costa? un ventaglio ein Fächer
Theodor
Th.
Fontane
Inschriften:
Jacobo III.
Jacobi II. Magnae
Britanniae
Brit.
Regis
Filio
Kailo Eduardo
Et Henrico Decano Patrum Cardinalium
Jacobi III. Filiès
Regiae Stirpès Stuardèae Postremis Anno MDCCCIX Drei Reliefportraits, Bruststücke.

Der Cardinal von York, an der Tracht kentlich, in der Mitte. Links und rechts zwei Ritter in Harnisch (etwa wie der Herzog von Berwick
et cetera
etc
) und mit hoher Stirn, wenig Haar; beide gleich alt und sehr ähnlich unter einander Vater u. Sohn, ohne daß man weiß, wer der Vater und wer der Sohn ist. Die Köpfe sind gütig, vornehm, eigensinnig; alle drei ähneln sich überraschend.
Grabmal; Grabmäler von James, Charles Edwart und Henry Benedict StuartGrabmaelervonJamesCharlesEdwartundHenryBenedictStuartPetersdom, Peterskirche, Sankt PeterGrabmal der Stuarts im Petersdom (Vatikan).
Großbritannien
Großbrit:
(Wappen)
3 Relief Porträts Inschrift Inschrift Freuender Engel Trauernder Engel
Kleine Inschrift über der Thür: Beati mortui qui in Domino moriuntur. (moriuntur.)
Grabmal; Grabmal Christinas von SchwedenGrabmalChristinasvonSchwedenPetersdom, Peterskirche, Sankt PeterGrabmal Christinas von Schweden im Petersdom (Vatikan). Hautrelief Portrait in vergoldetem Erz Umschrift. Inschrift Gelber Marmor Relief in weißem Marmor Gelber Marmor
Umschrift Christina Alexandra D.G.
Suecorum
Suec.
Gothor.
Vandalorumque
VandalorumQ
(wahrscheinlichstatt que) Regina. Inschrift
Christina Suecorum Reginae ob orthodoxam religionem abdicat0 regno abjurata Haeresi. pie susceptam ac delecta Romae sede eximie cultam Monumentum ab Innocentio XII. inchoatum Clemens XI. P. M. absolvit Anno sal. M.DCCII.
Männlicher Kopf, riesige Nase, hochbusig, volles starkes Haar, dem Vater ähnlich. Zwei Engel, der eine mit Scepter, der andre mit Schwert, halten auf einem Kissen die Krone.. Dem einen Engel entgleitet dabei das Schwert, das er über die beiden Arme gelegt hat und es fällt nach unten.
Freitag d.
dender
30.
Um 8 12 nach dem Vatikan.

Begonnen mit der Laurentius Kapelle.

Dann die Durchsicht der 4 Raphaelischen Stanzen fortgesetzt und beendet.

Um 11 nach San Onofrio und seinem Kloster. Draußen die drei St. Hieroni mus Bilder von . . . . , . . . Dann ins Kloster. Tasso-Zelle, wenn ich nicht irre jetzt Zelle No 28. Man geht einen Corridor lang und biegt rechtwinklig in einen zweiten, an dessen Ende (letzte Zelle) sichdie Tasso-Zelle befindet. An der Stelle wo der eine Korridor mit dem andren rechtwinklig zusammenstößt lunettenartig über einer Thür eine Madonna mit dem Kinde von Leonardo da Vinci. Alles in einer Art grau-grün gehalten. Sehr anziehend. Die Maria schön, ansprechend, ein ganz klein wenig verzerrt.

In der Tasso Zelle, die glaub ich drei Fenster hatte
Grundriss; Sant’Onofrio al GianicoloSant’OnofrioalGianicoloRomZelle Torquato Tassos im Kloster Sant’Onofrio al Gianicolo.
befanden sich 4 hochlehnige alte Lederstühle, der Bleisarg drin sich seine Ueberreste befunden hatten, der kleine Marmorgrabstein, ein längeres authographisches Blatt unter Rahmen und vielleicht noch einiges.

Unmittelbar hinter dem Kloster führt ein Gang durch einen verwilderten Garten hindurch zu einer kleinen Anhöhe, von der man einen schönen Blick auf Rom hat. Hier
einer davon sein Stuhl. bilden mehrere Cypressen eine Wand und in Front derselben steht malerisch schräg am Abhang die Tasso-Eiche.

Von San Onofrio in die Birraria und den Kuchenladen. Dann wieder in den Vatikan. Dritter Besuch der Sixtinischen Kapelle meinerseits. Meine Bemerkungen darüber stehen in dem andern kleinen Buch.

Vom Vatikan gegen 4 nach Haus ins Hôtel. Umgekleidet. Nach Palazzo Caffarelli. Zwei Karten abgegeben. Mit Emilie, die mich begleitet hatte, um das Kapitol her flanirt. Ich in Santa Maria Araceli hinein. Besuch bei in seiner kleinen Kapelle.

Weiterer Spatzirgang. Dann Abendbesuch bei Frau v. Pommer-Esche, Via due Marcelli 102. Um 8 12 nach Haus. Thee. Emilie an Theo, ich an Elsy v.
Wangenheim
W.
und Herrn v. Klüber geschrieben.
Sonnabend den 31. Oktober.

Um 8 12 in den Vatikan. Dritthalb Stunden in der Pinacoteca. Meine Aufzeichnungen darüber an andrer Stelle dieses Buches.

Um 11 nach Santa Maria Maggiore. Capella Borghese, Capella Sixtus V., Tomba di Pio nono. Fresken, Mosaiken, Kapellen. Siehe Baedeker und Fels.
Ins Hôtel. Versuch eines Frühstücks; gescheitert.

Um 2 in den Vatikan. Besuch der Statuen-Gallerie. Unsagbar herrliche Schätze: Porphyr-Vase, Porphyr-Sarkophage, Gabinetta dei Maschere, Antinous (Statue
und
u
Büste) Jupiter, Kaiser Nerva, bronzener Herkules, Phokion Statue, Galerie degli Animali, schlafende Ariadne, Apollo Eidechstödter, Discuswerfer, Siegeswagen, Pinienapfel, Eros (halbe Figur)Apollo fast in frauenartiger Erscheinung, vor allem: Laokoon, Apollo, Merkur, Perseus mit dem Haupt der Medusa (letztres modern, von Canova.)

Siehe im Uebrigen meine Striche im Fels’schen Buch.

Um 4 in die Peterskirche. Feierlicher Gottesdienst in der einen schönen Marienkapelle, gegenüber der Capella dello Sacramento.

Um 5 12 in die Birrarie. Gut gegessen: Grüne Erbsensuppe und Fricandeau.
Nach Haus. Emilie an Martha geschrieben; ich Brief an Zöllner angefangen.
Sonntag den 1.
November
Novmbr.
Um 10 in die Peterskirche: Gottesdienst in derselben Kapelle. Emilie alles mit durchgemacht; ich abgesprungen und die große Kirche, vom Eingang an, kapellenweise durchgenommen. Siehe das Felssche Buch und meine Notizen über die Grabdenkmäler der Königin Christine der letzten Stuarts. und

Um 1 in die Villa Farnese (Farnesina). Bis 3 die berühmten Raphaelischen Deckengemälde: die Geschichte oder das Märchen von Amor und Psyche darstellend, durchgenommen. Dann das 2. Zimmer. Raphaels Galatea; Peruzzis Deckengemälde; Poussins Landschaften; in Kohle gezeichneter großer Kopf Michel-Angelos. Das ganze Arrangement der Decke, die Kunst und die Künsteleien (daß alles plastisch, stuckartig erscheint) sehr schön; das Perseus-Bild von Werth; im Ganzen aber die übrigen Malereien doch überwiegend von blos dekorativem Werth.

Auch die Galatea, die so berühmt ist, ließ uns beide kalt. Es mag sehr schön sein; mehr ist nicht zu sagen.

Die Poussins wie alte Schmieralien wirkend.

Das Interessanteste ist der von Michelangelo herrührende in eine Lunette hineingezeichnete Kohlen-Kopf.

Nichtsdestoweniger macht der Saal einen sehr guten Eindruck, was das Verdienst Peruzzis bleibt, der so überaus gefällig und amüsant zu dekoriren verstand.

Von der Farnesina nach der Piazza Colonna. Brief an Martha zur Post. Zwei Briefe (poste restante) vorgefunden: einer von Theo, der andre von Martha.

Ins Café Cavour. Beide Briefe mit Vergnügen gelesen.

Auf den Monte Pincio. Wundervoller Sonnenuntergang. Sankt Peter in roth-goldner Gluth. Entzückender Corso der vornehmen Welt: schöne Equipagen und schöne Frauen.

Um 5 12 nach Haus. Um 6 zur Table d’hôte. Um 7 12 nach Fontana Trevi und jeder von uns dreimal aus dem Brunnen getrunken. Nach Haus. Emilie gepackt. Tagebuch.

Amor und Psyche in der Farnesina.


Der erste Eindruck ist nichts weniger als erbaulich, was wohl zu größtem Theile auf die manigfachen Aufbesserungen zu schieben ist, die so stark sich geltend machen, daß vielleicht nur noch von Beurtheilung der Composition die Rede sein kann. Der Grund ist ein sich breitmachendes Blau, in den Fleischtönen der zahlreichen Gestalten herrscht ein wenig erbauliches rothbraun vor, das an Feuer-herdsroth erinnert.

Nach einer kleinen halben Stunde rückte ich mich in den Dingen zurecht und begann ihnen Geschmack abzugewinnen. Aber doch immer nur partiell.

Ohne Weitres entzückend und zuerst den Sinnen angenehm zugänglich werdend, sind die kleinen Amorgestalten in den Kappen, die das Emblem irgend einer Gottheit von dannen tragen, also Pfeil und Köcher der Diana, die Aegis der Minerva, das Schwert des Mars, den Stab des Merkur, den Hammer des Vulkan etc. All dies ist zierlich, lieblich, geistvoll, amüsant.

Die größeren Gruppen dazwischen (mit zwei, mitunter drei Figuren) die die eigentliche Geschichte, der Liebe Lust und Leid, darstellen, sind von sehr ungleichem Werth. Zum Theil wohl eine Folge der Uebermalungen, zum Theil aber auch von Anfang an. Schön ist der erste: Venus zeigt dem Amor die Psyche; schön ist ferner auf dem Dritten die Gestalt der Venus, die der Juno und Ceres ihre Familienunannehmlichkeit erzählt; schön ist Venus als sie einherfährt die Psyche zu suchen; hübsch ist: Amor vor Jupiter, ebenso der Merkur, sowohl da wo er die Psyche sucht, wie da, wo er sie gefunden hat; aber die beiden Bilder wo Psyche die kleine Urne aus der Unterwelt holt und sie dann der Venus bringt sind eigentlich langweilig; ebenso ist das Erscheinen Amors bei den Grazien (das als Bestesgelobt wird) nicht gerade erobernd. Nur die Amorfigur ist hier sehr hübsch.

Nun bleiben noch die beiden großen Bilder, die die Mitte der Decke füllen.

Das Bild rechts, wo Jupiter im Götterrath zu Gericht sitzt, um den Amor-Fall, den Venus vorträgt, zu entscheiden, ist im Ganzen (nachdem man die häßlichen rothbraunen, gemein aussehenden Töne überwunden hat) sehr schön. Einzelne Köpfe, so der der Diana, sind halb verwischt, halb verzerrt, doch sind dies sicher nachträgliche Schädigungen, die das Interesse an dem Ganzen wenig beeinträchtigen können. Reizend ist Merkur, der die Psyche heranführt.

Ganz und gar langweilig, mit Ausnahme der beiden glücklich Liebenden, die nebeneinander am Oberrande der Tafel sitzen, ist die Tafelrunde der das hymenidische Fest feiernden Götter. Jede einzelne Gestalt – mit ganz wenig Ausnahme – ist entweder langweilig oder mehr oder weniger unangenehm. Das Ganze nimmt keineswegs die Sinne gleich gefangen; man muß sich sehr durcharbeiten, um zur Freude an der gebotenen Schönheit zu kommen. Diese ist durchaus eine innerliche; es ist etwas dem ganzen Gefühls-und Gedankengange nach außerordentlich Poetisches und Liebenswürdiges, aber man kann durchaus nicht sagen, daß die Form in der einem dies Liebenswürdige geboten wird, etwas Bezauberndes oder auch nur Einschmeichelndes an sich trüge. Es wirkt trotz der Form, nicht durch dieselbe. Diese Form mag einmal leicht, luftig, graziös, dem Gegenstand entsprechend gewesen sein; jetzt ist sie es nicht mehr. Es sind zur guten Hälfte halb=kupferfarbene Gestalten, die auch gleich noch tätowirt sein können. Die Idealität, der poetische Hauch leidet außerordentlich darunter. Es ist aber nicht blos die Farbe; mit ihr ist auch der Zauber feiner Linien verloren gegangen und von einem vollen, ungestörten, durchgängigen Genuß des Kunstwerkes, kann gar nicht mehr die Rede sein.

Wer es doch zu Wege bringt, nun der preise sein Geschick!


Die andre Hälfte der Pinacoteca
(das Treppenhausliegt dazwischen) enthält ebenso viele Säle, die verschiedene Schulen repräsentiren. In den ersten Räumen interessirte mich nur ein todter, ruhender Christus
von einem Unbekannten, } Schule des Correggio.
von einem Unbekannten, und ein Portrait das von Sebastiano del Piombo herrühren und die Anna Bulen darstellen soll. Wahrscheinlich beides nicht zutreffend, weder der Name des Malers noch der Gemalten. Keine Spur von Aehnlichkeit mit dem in Warwick Castle, wo sie ganz germanisch und ein wenig stubsnasig aussieht, während sie hier als dunkle, gradnasige Italienerin auftritt.

Dann kommen zwei kleinere Räume, die die Säle des Correggio und Raffael heißen, trotzdem sie in jedem Saal nur mit 4 oder 5 Nummern vertreten sind. Es sind Säle, die etwa der Tribuna in den Uffizien zu Florenz entsprechen. Lauter ausgesuchte Sachen, aber von den verschiedensten Meistern und zwar von: Salvator Rosa,
Sebastianeo
Seb.
del Piombo
, Correggio, Tiziano, Spagnoletto noletto, Giovanni Bellini, Luca d’Olanda, Hans Hemm link, Albrecht Dürer, Perugino, Johann van Eyck und Raffael. Auch hier wieder finde ich (wie z. B. auch den todten Christus im Kloster San Martino) die Spagnolettos ausgezeichnet. Peruginos einfaches Bild: „Madonna mit dem Kind“ herrlich wie immer; Giovanni Bellini sehr intressant; Luca d’Olanda (unsrer Dürer’schen Weise verwandt) ganz ausgezeichnet, Dürers Bild gut und interessant aber seine sonstigen schönen Klarheit entbehrend, Hemmlinck in den beiden Seitenbildern (betende Donatorenfamilie) ganz ausgezeichnet. Von den Correggios und Raffaels intressirt mich – wenn ich wieder von den Portraits des letztren absehe – keines sehr lebhaft. Eines: Santo famiglia von Raffael“ ist sehr berühmt; es ist Maria, eine braune Alte, auch mit Heiligenschein, Christkind und Johannes. Es ist sehr schön, doch wäre mir der Perugino beinah lieber, trotzdem er nicht gerade zu den besten Nummern des Meisters gehört. (Bei nochmaligem Sehen doch andrer Meinung geworden.) Am schönsten von allen Bildern dieser beiden berühmten kleinen Säle finde ich das Bild von Luca d’Olanda : „die Anbetung der drei Könige“. Das Bild ist dreitheilig; in der Mitte betet nur der eine König an; die beiden andren stehen in den beiden Flügeln des Bildes und nähern sich erst. Alle 5 Hauptköpfe des Bildes: die drei Könige, Maria und ein hinter dem anbetenden Könige stehender Alter (wahrscheinlich einHirt, keinesfalls Joseph) sind gleich ausgezeichnet. Diese Bilder sind mir die liebsten, sie sind ächt, schön, charaktervoll und noch ohne jede schönheitliche Patentheit.
} Schule des Correggio.
3. Saal
Scuola Neapolitana. 14. 15. und 16. Jahrhundert.

Vierter Saal.
Die Transfiguration und die Madonna di Foligno von Raphael und drittens die Communion des heiligen Girolamo von Domenichino.
Die Madonna von Foligno

Magdalena von Guercino, bedeutend. Aber ohne Wirkung auf mich.
Martyrium von Spagnoletto. In dem Moment als er von den Knechten auf den Rost gelegt werden soll. Der gläubig verklärte Kopf schön. Damit basta.
S. Margareta da Cortona, von Guercino. Schön, mit larmoyantem Beigeschmack.
San
S.
Sebastian
von Tizian. Der Kopf des alten, pompös gekleideten Bischofs, der zu wehklagen scheint, sehr schön; auch andere Köpfe, nur St. Sebastian selbst ganz indifferent.
Dritter Saal.
Enthält nur drei große Nummern: find’ ich durchweg entzückend; Aufbau, Gestalten, Köpfe, alles von höchster Schönheit und ohne viel Lärm und Bewegung die Theilnahme unsres Herzens weckend, beste und schönste Empfindungen anregend. Die Madonna, der Engel mit der Tafel in der Mitte der 4 andren Figuren (Johannes derTäufer, der heilige Franciscus (?) und zwei andre Heilige) dazu das Landschaftliche, alles gleich schön.

Die berühmte Transfiguration läßt mich durchaus kalt. Die Köpfe der Jünger und Gestalten am Fuß des Berges sind, einzeln genommen, der Mehrzahl nach schön; überhaupt wirkt alles schönheitsvoll in Gruppirung und Aufbau, aber mein Gemüth, nicht einmal meine Sinne werden lebhaft in Anspruch genommen. Alle Aufmerksamkeit der zahlreichen Figuren richtet sich auf einen blassen Knaben, der entweder taub oder stumm oder blind oder epileptisch war und der nun sieht, spricht, zeigt (auf den genhimmelfahrenden Christus). Aber von der Hauptsache, von der Himmelfahrt, wird dadurch alle Aufmerksamkeit abgezogen; uns ein oder zwei Gestalten zeigen empor. Die drei halb geblendeten Jünger auf der Höhe des Berges sind schön in ihrer wahrheits- und lebensvollen Bewegung. Im Ganzen ist mir die Madonna di Foligno zehnmal lieber.
heiligen Girolamo Die Communion des von Domenichino ist unverkenbar ein sehr bedeutendes Bild. Der nackte, weißbärtige Alte der die Hostie empfängt, der alte Bischof oder hohe Geistliche der sie ihm reicht, die Gestalt links im grünen Turban, die Engel, Architektur und Landschaft, alles sehr schön, aber es fehlt mir doch das Element der Erhebung und Erbauung. Der Ausdruck in dem mehr als halbgebrochenen Auge des nackten Alten, der nun das Heil empfängt, ist außerordentlich wahr und schön, der Ernst und die Ruhe des Bischofs, der ihm die Hostie reicht, kaum minder, aber über diese bewundernde Anerkennung kommt man nicht hinaus. Sie wird nicht freudig; man ist nicht entzückt.
Grundriss. Peristylium a b Atrium Alae
  • a. Tablinum
  • b. Triclinium.
    • Empfangs oder
    • Repräsentations zimmer
    • Eßzimmer.

Tu es Petrus et super hanc petram aedificabo ecclesiam meam et tibi dabo Claves regni Caelorum.

Neapel Museo nacionale

1. Saal Scuola Bolognese.

Enthält, neben vielen zum Theil guten Caraccis auch einige Guido Renis, die ziemlich bedeutend sind:
2. Saal Scuola Toscana.
Ein altes interessantes Bild von Pietro und Ippolito del Don zello (Donzello)Goldgrund. Maria mit dem Kinde in der Mitte; Sankt Sebastian und Sankt Jacobus (Giacomo) links und rechts. Oben (kleiner) der Gekreuzigtemit Magdalena und Evang. St. Johannes. Unten: Auferstehung Christi und links und rechts die zwölf Apostel. Namentlich oben und unten sehr interessant und auch gut. Oben und unten alles als halbe Figur.

Im Ganzen darf man aber von diesen Bildern aus der neapolitanischen Schule sagen, daß der Gefühlsausdruck mit Hülfe einer gewissen Fratzenhaftigkeit gewonnen wird.
4. Saal Scuola Neapolitana (16., 17. und 18. Jahrhundert)

Dies ist der Große-Saal, der neapolitanischen Schule, in dem sich 96 Nummern befinden. Zum Theil respektable Durchschnittsbilder; aber nichts Hervorragendes. Manches ist kühn und phantasievoll componirt, z. B. das von Domenico Gardiulo Micco Spadaro herrührende Bild: I Religiosi di
San
S.
Martino in Na
poli pregano la Vergine di far cessare il flagello delle peste nel 1650. Unten große Gruppe betender Mönche, über ihnen die heilige Jungfrau der bereits eine Bittschrift präsentirt wird. Diese hilft sofort, denn ein Engel mit Schwert und Gloria tritt der häßlichen, die Geißel schwingenden, unter Todten stehenden Pest entgegen und zwingt diese innezuhalten und zurückzuweichen. Das Ganze nicht gerade schön, aber interessant und phantasievoll gedacht und componirt.

In diesem Saale befindet sich auch ein etwa 60 Fuß langer und 5 Fuß breiter, riesenhafter Renaissance-Schrank, anscheinend von Nußbaumholz, der in seinen einzelnen Abtheilungen (Fenster vorn und hinten) werthvolle Kunstgegenstände in Glas, Alabaster, Metall, Elfenbein und Bernstein enthält.)
5. und 6. Saal
Deutsche, holländische, flamändische Schule.

Einige wenige gute Sachen von van Dyck, Wouwermann und Nachahmungen von Rembrandt und Rubens.


La Madonna con i S. S. Girolamo e von
Andrea
A.
Bonviccino do von Brescia
.

Alle Bilder dieses Saales, ob sie einem gefallen oder nicht, sind große
Gut. Besonders der jüngere Heilige zur Linken. andrer Guido-Bilder. Il Martirio di S.S. Processo e Martiriano von Valentin. Bedeutend aber furchtbar und unerquicklich. Dies sind keine Aufgaben für die Kunst. St Romualdo von
Andrea
Andr.
Sacchi
Il Redentore assiso sull’ Iride von Correggio. Madonna von Guido Sehr schön. StElena von Paul Veronese. schön, aber patent; rührt mich nicht. Weiße Mönche unter Bäumen. Wirkt erst langweilig, bis einem die Bedeutung der (Langweilig.) Köpfe und ihre Innerlichkeit aufgeht.

Vatican

Sankt
St.
Michelina
von Barocci. (gut)
Sankt
St.
Gregorio magno
von
Andrea
Andr.
Sacchi
gut.
Nostra Signora annun Ziato dall’ Angelo von Barocci sehr gut; namentlich der Engel. Die Maria etwas zu weltlich-naiv.
Il Martirio de
San
S.
Erasmo
von
Nicolas
Nicol.
Poussin
bedeutend, aber unerbaulich.
La Crocefissione di San Pietro
von
v
Guido.
so Ebenfalls; dafür hat es aber auch nichts von dem Dünnen und fast Sentimentalem
Pour Monsieur Swatlow de Berlin
Monsieur
Theodor
Th.
Fontane
  • 5
    Franken
    fr
    75 –
  • 2. 25
  • 1. 50.
Numero
No
1207
Sacred to the Memory John Bennet Hearsley
Captain
Capt.
in
her majesty's
H. M.
Army 19 April 1873
1206. Ici repose Henri Langer Polonais, né à Var sovie 1796 mort à Florence 6. April 1813.
1208