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C10beta

Albert
Alb.
Henning.
2 ½
Silbergroschen
sgr
Brüder-Str. 15.Dieses Buch hat 52 Blat.
Lassen Sie mich Ihnen hinausmeinen Dank aussprechen fürdie so freundliche Aufnahmein Schönfeld. So dankbar ichdiesem schönen Anfang unsrerReise in der Erinnerung habe,so beschleicht mich immer derleise Vorwurf daß wir Ihnendoch eigentlich nur Unruheverschafft hatten, x---xIhre vergebliche X---xliegt mir eh schon aufdem Gewissen. Lassen Siemich hoffen, daß Sie u. Ihrwerther Gemahl den etwai-gen üblen Eindruck dannverwischt u. hören Sievon uns, daß wir denAnfang in Schönfeld inIhrem reizenden Häus-chen preisen, dennseitdem hat uns IhrReisesegen nur Genuß
und
u
Freude bereitet. Wirschwelgen u. könnennicht satt
und
u
müdewerden, Statuen undKunst zu bewundern;täglich bin ich x---x dochgegen meinen Manndaß er nur das gegönthat
und
u
in Liebe dessenmich sehr folgsam u.fügsam, so daß ich hoffeich bekomme eine guteReise. Hier habenwir sehr angenehme Ge-sellschaft aus
Berlin
B.
getroffen
Frau
Fr.
v
Noville
N.
und
u
Tochterdie bereits sehr x---xuns x---x mit derSprache sehr halfen.Morgen kommen wir insLido, sie sehen ihn Stück-weise an. E lo permesso pervia di montarenella Diligenza?Quanto costa? un ventaglio einFächer
Theodor
Th.
Fontane
Inschriften:
Jacobo III.
Jacobi II. Magnae
Britanniae
Brit.
Regis
Filio
Kailo Eduardo
Et Henrico Deca-no PatrumCardinalium
Jacobi III. Filiès
Regiae StirpèsStuardè ae Postre-misAnno MDCCCIX Drei Reliefpor-traits, Bruststücke.
Der Cardinal vonYork, an der Trachtkentlich, in derMitte. Links undrechts zwei Ritterin Harnisch (etwawie der Herzog vonBerwick
et cetera
etc
) undmit hoher Stirn,wenig Haar; beidegleich alt und sehrähnlich unter einanderVater u. Sohn, ohnedaß man weiß,wer der Vater undwer der Sohnist.Die Köpfe sind gütig, vornehm, eigensinnig;alle drei ähneln sich überraschend.
Grabmal; Grabmäler von James, Charles Edwart und Henry Benedict StuartGrabmaelervonJamesCharlesEdwartundHenryBenedictStuartPetersdom, Peterskirche, Sankt PeterGrabmal der Stuarts im Petersdom (Vatikan).
Großbritannien
Großbrit:
(Wappen)
3 Relief PorträtsInschriftInschriftFreuenderEngelTrauernderEngel
Kleine Inschrift über derThür: Beati mor-tui qui in Dominomoriun-tur.(moriuntur.)
Grabmal; Grabmal Christinas von SchwedenGrabmalChristinasvonSchwedenPetersdom, Peterskirche, Sankt PeterGrabmal Christinas von Schweden im Petersdom (Vatikan). HautreliefPortraitinvergoldetemErzUmschrift.InschriftGelber MarmorRelief inweißem MarmorGelber Marmor
UmschriftChristinaAlexandra D.G.
Suecorum
Suec.
Gothor.
Vandalorumque
VandalorumQ
(wahrscheinlichstatt que)Regina.Inschrift
Christina SuecorumReginae ob ortho-doxam religionemabdicat0 regnoabjurata Haeresi.pie susceptamac delecta Romae sedeeximie cultam Monu-mentum ab InnocentioXII. inchoatum ClemensXI. P. M. absolvit Annosal. M.DCCII.
Männlicher Kopf, riesige Nase,hochbusig, volles starkesHaar, dem Vater ähnlich.Zwei Engel, der eine mitScepter, der andre mit Schwert,halten auf einem Kissen dieKrone.. Dem einenEngel entgleitetdabei dasSchwert, das er über diebeiden Arme gelegt hatund es fällt nach unten.
Freitag d.
dender
30.
Um 8 12 nachdem Vatikan.
Begonnen mitder LaurentiusKapelle.
Dann dieDurchsicht der 4Raphaelischen Stanzenfortgesetzt und beendet.
Um 11 nachSan Onofrio undseinem Kloster. Drau-ßen die drei St.Hieroni mus Bildervon . . . . , . . .Dann ins Kloster.Tasso-Zelle, wennich nicht irre jetzt Zelle No 28.Man geht einenCorridor lang undbiegt rechtwinkligin einen zweiten,an dessen Ende(letzte Zelle) sichdie Tasso-Zellebefindet. An der Stellewo der eineKorridor mitdem andrenrechtwinkligzusammenstößtlunettenartigüber einerThür eineMadonna mitdem Kinde vonLeonardo daVinci. Alles ineiner Art grau-grün gehalten.Sehr anziehend.Die Maria schön,ansprechend, einganz klein wenigverzerrt.
In der TassoZelle, die glaubich drei Fensterhatte
Grundriss; Sant’Onofrio al GianicoloSant’OnofrioalGianicoloRomZelle Torquato Tassos im Kloster Sant’Onofrio al Gianicolo.
befanden sich 4hochlehnigealte Lederstühle,der Bleisarg drinsich seine Ueberrestebefunden hatten,der kleine Marmor-grabstein, einlängeres autho-graphisches Blattunter Rahmenund vielleicht nocheiniges.
Unmittelbarhinter dem Klosterführt ein Gangdurch einen verwildertenGarten hindurchzu einer kleinenAnhöhe, von derman einen schö-nen Blick aufRom hat. Hier
einer davonsein Stuhl. bilden mehrereCypressen eineWand und inFront derselbensteht malerischschräg amAbhang die Tasso-Eiche.
Von San Ono-frio in dieBirraria und denKuchenladen. Dannwieder in denVatikan. DritterBesuch der Sixti-nischen Kapellemeinerseits. MeineBemerkungen darüberstehen in dem andern kleinenBuch.
Vom Vatikangegen 4 nachHaus ins Hôtel.Umgekleidet.Nach PalazzoCaffarelli. ZweiKarten abgege-ben. Mit Emilie,die mich begleitethatte, umdas Kapitol herflanirt. Ichin Santa MariaAraceli hinein.Besuch bei inseiner kleinen Kapelle.
Weiterer Spat-zirgang. DannAbendbesuch beiFrau v. Pommer-Esche, Via dueMarcelli 102.Um 8 12 nachHaus. Thee.Emilie an Theo,ich an Elsy v.
Wangenheim
W.
und Herrnv. Klüber ge-schrieben.
Sonnabend den 31. Oktober.
Um 8 12 inden Vatikan.Dritthalb Stunden in der Pinaco-teca. MeineAufzeichnungendarüber an andrerStelle dieses Bu-ches.
Um 11 nach Santa MariaMaggiore. Ca-pella Borghese,Capella Sixtus V.,Tomba diPio nono. Fres-ken, Mosaiken,Kapellen. SieheBaedeker undFels. Ins Hôtel. Ver-such eines Frühstücks;gescheitert.
Um 2 in denVatikan. Besuchder Statuen-Gallerie.Unsagbar herrlicheSchätze: Porphyr-Vase, Porphyr-Sarkophage, Gabinettadei Maschere,Antinous (Statue
und
u
Büste) Jupiter,Kaiser Nerva,bronzenerHerkules, Pho-kion Statue,Galerie degliAnimali,schlafende Ariadne,Apollo Eidechs-tödter, Discus-werfer, Sieges-wagen, Pinien-apfel, Eros(halbe Figur)Apollo fastin frauenartigerErscheinung, vorallem: Laoko-on, Apollo,Merkur, Per-seus mit demHaupt derMedusa (letztres modern, vonCanova.)
Siehe im Uebri-gen meineStriche imFels’schen Buch.
Um 4 indie Peterskirche.Feierlicher Gottesdienstin der einen schönenMarienkapelle, gegenüberder Capella delloSacramento.
Um 5 12 indie Birrarie.Gut gegessen: Grüne Erbsensuppeund Fricandeau.
Nach Haus. Emilie an Martha ge-schrieben; ich Briefan Zöllner ange-fangen.
Sonntag den 1.
November
Novmbr.
Um 10 in diePeterskirche: Gottes-dienst in derselbenKapelle. Emiliealles mit durch-gemacht; ichabgesprungen unddie große Kirche, vom Eingang an,kapellenweise durch-genommen. Siehedas FelsscheBuch und meineNotizen über dieGrabdenkmälerder Königin Christineder letztenStuarts.und
Um 1 in die Villa Farnese(Farnesina). Bis3 die berühmtenRaphaelischenDeckengemälde: die Geschichteoder das Mär-chen von Amorund Psychedarstellend, durch-genommen.Dann das 2. Zimmer.Raphaels Gala-tea; Peruz-zis Decken-gemälde;PoussinsLandschaften;in Kohlegezeichnetergroßer KopfMichel-Angelos.Das ganzeArrangementder Decke, dieKunst und dieKünsteleien (daßalles plastisch,stuckartig erscheint)sehr schön; dasPerseus-Bildvon Werth; imGanzen aberdie übrigenMalereiendoch über- wiegend vonblos dekora-tivem Werth.
Auch dieGalatea, dieso berühmtist, ließ unsbeide kalt.Es mag sehrschön sein;mehr ist nichtzu sagen.
Die Poussinswie alteSchmieralienwirkend.
Das Inte-ressanteste ist der von Michel-angelo herrührendein eine LunettehineingezeichneteKohlen-Kopf.
Nichtsdestowenigermacht der Saaleinen sehrguten Eindruck,was das Ver-dienst Peruzzisbleibt, der soüberaus gefälligund amüsantzu dekorirenverstand.
Von der Farne-sina nach derPiazza Colonna.Brief an Marthazur Post. ZweiBriefe (posterestante) vorge-funden: einervon Theo, derandre vonMartha.
Ins CaféCavour. BeideBriefe mitVergnügen ge-lesen.
Auf denMonte Pincio. Wundervoller Sonnen-untergang. SanktPeter in roth-goldner Gluth.EntzückenderCorso der vor-nehmen Welt: schöne Equipagenund schöne Frauen.
Um 5 12 nachHaus. Um 6 zurTable d’hôte. Um7 12 nach FontanaTrevi und jedervon uns dreimalaus dem Brunnengetrunken. Nach Haus.Emilie gepackt.Tagebuch.

Amor undPsyche inder Farnesina.

Der ersteEindruck istnichts wenigerals erbaulich,was wohl zugrößtem Theileauf die manig-fachen Auf-besserungen zuschieben ist, die
so stark sich gel-tend machen, daßvielleicht nur nochvon Beurtheilungder Compositiondie Rede seinkann. DerGrund ist einsich breitmachendesBlau, in denFleischtönen derzahlreichen Gestal-ten herrschtein wenig erbau-liches rothbraunvor, das an Feuer-herdsroth erinnert.
Nach einerkleinen halben Stunde rückteich mich in denDingen zurechtund begann ihnenGeschmack abzu-gewinnen. Aberdoch immer nurpartiell.
Ohne Weitresentzückend undzuerst den Sinnenangenehm zu-gänglich werdend,sind die kleinenAmorgestaltenin den Kappen,die das Emblemirgend einer Gottheit von dannentragen, alsoPfeil und Köcherder Diana, dieAegis der Mi-nerva, das Schwertdes Mars, denStab des Merkur,den Hammer desVulkan etc.All dies istzierlich, lieblich,geistvoll, amüsant.
Die größerenGruppen da-zwischen (mitzwei, mitunterdrei Figuren) die die eigentlicheGeschichte, derLiebe Lust undLeid, darstellen,sind von sehrungleichem Werth.Zum Theil wohl eineFolge der Ueber-malungen, zumTheil aber auchvon Anfangan. Schönist der erste: Venus zeigtdem Amordie Psyche;schön ist fernerauf dem Drittendie Gestalt derVenus, dieder Juno undCeres ihre Familien-unannehmlichkeiterzählt; schönist Venus alssie einherfährtdie Psyche zusuchen; hübschist: Amor vorJupiter, ebensoder Merkur,sowohl da woer die Psychesucht, wie da,wo er sie ge- funden hat;aber diebeiden Bilderwo Psyche diekleine Urne ausder Unterweltholt und sie dannder Venus bringtsind eigentlichlangweilig;ebenso ist dasErscheinen Amorsbei den Grazien(das als Bestesgelobt wird)nicht geradeerobernd. Nur die Amorfigurist hier sehrhübsch.
Nun bleibennoch die beidengroßen Bilder,die die Mitteder Deckefüllen.
Das Bildrechts, woJupiter imGötterrathzu Gerichtsitzt, um denAmor-Fall, den Venus vor-trägt, zu ent-scheiden, ist imGanzen (nachdemman die häßlichenrothbraunen,gemein aussehendenTöne über-wunden hat)sehr schön. EinzelneKöpfe, so derder Diana,sind halb ver-wischt, halbverzerrt,doch sind dies sicher nachträglicheSchädigungen, diedas Interesse andem Ganzen wenigbeeinträchtigenkönnen. Reizendist Merkur, derdie Psyche heran-führt.
Ganz und garlangweilig, mit Ausnahmeder beiden glücklichLiebenden, dienebeneinander amOberrandeder Tafel sitzen, ist die Tafel-runde derdas hymenidischeFest feierndenGötter. Jedeeinzelne Gestalt– mit ganzwenig Aus-nahme – istentweder lang-weilig odermehr oderweniger un-angenehm.Das Ganzenimmt keines-wegs die Sinne gleichgefangen; manmuß sich sehrdurcharbeiten,um zur Freudean der gebotenenSchönheit zukommen. Dieseist durchaus eineinnerliche; esist etwas demganzen Gefühls-und Gedanken-gange nachaußerordentlichPoetisches undLiebenswürdiges, aber man kanndurchaus nicht sa-gen, daß dieForm in dereinem diesLiebenswürdigegeboten wird,etwas Bezau-berndes oderauch nur Ein-schmeichelndesan sich trüge.Es wirkttrotz der Form,nicht durchdieselbe. Diese Form mageinmal leicht,luftig, graziös,dem Gegenstandentsprechend gewe-sen sein; jetztist sie es nichtmehr. Es sindzur guten Hälftehalb=kupferfarbe-ne Gestalten,die auch gleichnoch tätowirtsein können.Die Idealität, der poetischeHauch leidetaußerordentlichdarunter. Esist aber nichtblos die Farbe;mit ihr istauch der Zauberfeiner Linienverloren gegan-gen undvon einemvollen, unge-störten, durch-gängigen Ge-nuß des Kunst-werkes, kann gar nicht mehrdie Rede sein.
Wer es dochzu Wege bringt,nun der preisesein Geschick!


Die andreHälfte derPinacoteca
(das Treppenhausliegt dazwischen)enthält ebensoviele Säle, dieverschiedene Schulenrepräsentiren. Inden ersten Räu-men interessirtemich nur ein todter,ruhender Christus
von einem Unbekannten, } Schule des Correggio.
von einem Unbekannten,und ein Portraitdas von Sebastianodel Piombo herrüh-ren und die AnnaBulen darstellensoll. Wahrscheinlichbeides nicht zutreffend,weder der Namedes Malers nochder Gemalten. KeineSpur von Aehnlichkeitmit dem in War-wick Castle, wosie ganz germanischund ein wenigstubsnasig aussieht,während sie hier alsdunkle, gradnasigeItalienerin auftritt.
Dann kommenzwei kleinereRäume, die dieSäle des Correggiound Raffael heißen,trotzdem sie injedem Saal nurmit 4 oder 5 Nummernvertreten sind.Es sind Säle, dieetwa der Tribunain den Uffizien zuFlorenz entsprechen.Lauter ausgesuchteSachen, aber vonden verschiedenstenMeistern und zwarvon: Salvator Rosa,
Sebastianeo
Seb.
del Piombo
, Cor-reggio, Tiziano, Spag-nolettonoletto, GiovanniBellini, Luca d’O-landa, Hans Hemmlink, Albrecht Dürer,Perugino, Johannvan Eyck und Raffael.Auch hier wiederfinde ich (wie z. B.auch den todten Christusim Kloster San Mar-tino) die Spagno-lettos ausgezeichnet.Peruginos einfachesBild: „Madonna mitdem Kind“ herrlichwie immer; GiovanniBellini sehr intressant;Luca d’Olanda(unsrer Dürer’schenWeise verwandt) ganzausgezeichnet, DürersBild gut und inte-ressant aber seinesonstigen schönen Klar-heit entbehrend, Hemm-linck in denbeiden Seitenbildern(betende Donato-renfamilie) ganzausgezeichnet.Von den Correggiosund Raffaels intressirtmich – wenn ichwieder von den Por-traits des letztrenabsehe – keines sehrlebhaft. Eines: „Santo famigliavon Raffael“ ist sehrberühmt; es ist Maria,eine braune Alte,auch mit Heiligenschein,Christkind und Johannes.Es ist sehr schön,doch wäre mirder Perugino beinah lieber,trotzdem er nichtgerade zu den bestenNummern des Mei-sters gehört. (Beinochmaligem Sehendoch andrer Meinunggeworden.) Amschönsten von allenBildern dieser beidenberühmten kleinenSäle finde ich dasBild von Luca d’O-landa: „die Anbe-tung der drei Könige“.Das Bild ist drei-theilig; in der Mittebetet nur der eineKönig an; die beidenandren stehen inden beiden Flügelndes Bildes und nähernsich erst. Alle 5Hauptköpfe des Bildes: die drei Könige,Maria und einhinter dem anbetendenKönige stehender Alter(wahrscheinlich einHirt, keinesfallsJoseph) sind gleichausgezeichnet. DieseBilder sind mirdie liebsten, siesind ächt, schön, charak-tervoll und nochohne jede schön-heitliche Patentheit.
} Schule des Correggio.
3. Saal
Scuola Neapoli-tana. 14. 15. und 16. Jahrhundert.

Vierter Saal.
Die Transfigurationunddie Madonna diFolignovon Raphaelund drittensdie Communiondes heiligen Giro-lamo vonDomenichino.Die Madonnavon Foligno

Magdalenavon Guercino,bedeutend. Aber ohneWirkung auf mich.
Martyriumvon Spagnoletto.In dem Moment als ervon den Knechten auf denRost gelegt werdensoll. Dergläubig verklärte Kopfschön. Damit basta.
S. Margareta daCortona, vonGuercino.Schön, mitlarmoyantemBeigeschmack.
San
S.
Sebastian
vonTizian.Der Kopf des alten,pompös gekleidetenBischofs, der zu weh-klagen scheint, sehr schön;auch andere Köpfe, nurSt. Sebastianselbst ganzindiffe-rent.
Dritter Saal.
Enthält nur dreigroße Nummern: find’ ich durchwegentzückend; Aufbau,Gestalten, Köpfe,alles von höchsterSchönheit und ohneviel Lärm und Bewe-gung die Theilnahmeunsres Herzensweckend, beste undschönste Empfindungenanregend. DieMadonna, der Engelmit der Tafel inder Mitte der 4andren Figuren(Johannes derTäufer, der heiligeFranciscus (?) undzwei andre Heilige)dazu das Landschaftliche,alles gleich schön.
Die berühmteTransfigurationläßt mich durchauskalt. Die Köpfeder Jünger und Gestaltenam Fuß des Bergessind, einzelngenommen, derMehrzahl nachschön; überhauptwirkt alles schön-heitsvoll in Gruppi-rung und Aufbau,aber mein Gemüth,nicht einmal meineSinne werdenlebhaft in Anspruchgenommen. AlleAufmerksamkeitder zahlreichen Figu-ren richtet sich aufeinen blassen Kna-ben, der entwedertaub oder stummoder blind oderepileptisch war undder nun sieht,spricht, zeigt(auf den genhimmelfahrendenChristus). Abervon der Haupt-sache, von derHimmelfahrt, wirddadurch alle Auf-merksamkeitabgezogen; unsein oder zweiGestalten zeigenempor. Diedrei halb geblendetenJünger auf derHöhe des Bergessind schön in ihrerwahrheits- und lebens-vollen Bewegung.Im Ganzen istmir die Madonnadi Foligno zehn-mal lieber.
heiligen Giro-lamoDie Commu-niondes von Domeni-chino ist un-verkenbar einsehr bedeutendesBild. Der nackte,weißbärtige Alteder die Hostie em-pfängt, der alteBischof oder hoheGeistliche der sieihm reicht, dieGestalt links imgrünen Turban,die Engel,Architektur undLandschaft, allessehr schön, aberes fehlt mirdoch das Elementder Erhebung undErbauung. DerAusdruck indem mehr alshalbgebrochenenAuge desnackten Alten,der nun dasHeil empfängt,ist außerordentlichwahr und schön,der Ernst und dieRuhe des Bischofs,der ihm die Hostiereicht, kaumminder, aberüber diese be-wundernde An-erkennung kommtman nicht hinaus.Sie wird nichtfreudig; manist nicht ent-zückt.
Grundriss. PeristyliumabAtriumAlae
  • a. Tablinum
  • b. Triclinium.
    • Empfangs- oder
    • Repräsentationszimmer
    • Eßzimmer.

Tu es Petruset super hancpetram aedi-ficabo eccle-siam meamet tibi daboClaves regniCaelorum.

NeapelMuseo nacio-nale

1. SaalScuola Bolog-nese.
Enthält, nebenvielen zum Theil guten Caraccisauch einige GuidoRenis, die ziemlichbedeutend sind:
2. SaalScuola Toscana.
Ein altes interessantesBild von Pietro undIppolito del Don-zello (Donzello)Goldgrund. Mariamit dem Kinde inder Mitte; Sankt Se-bastian und SanktJacobus (Giacomo)links und rechts. Oben(kleiner) der Gekreuzigtemit Magdalena undEvang. St. Johannes.Unten: AuferstehungChristi und links undrechts die zwölfApostel. Namentlichoben und untensehr interessant und auchgut. Oben und untenalles als halbeFigur.
Im Ganzendarf man abervon diesen Bildernaus der neapoli-tanischen Schulesagen, daß derGefühlsausdruckmit Hülfe einergewissen Fratzen-haftigkeit gewonnenwird.
4. SaalScuola Neapoli-tana (16., 17. und 18. Jahrhundert)
Dies ist der Große-Saal, der neapolita-nischen Schule, indem sich 96 Num-mern befinden.Zum Theil respek-table Durchschnitts-bilder; aber nichtsHervorragendes.Manches ist kühnund phantasievollcomponirt, z. B.das von DomenicoGardiuloMicco Spadaroherrührende Bild: I Religiosi di
San
S.
Martino in Na-
poli pregano laVergine di farcessare il flagellodelle peste nel 1650. Unten großeGruppe betenderMönche, überihnen die heiligeJungfrau der be-reits eine Bittschriftpräsentirt wird. Diesehilft sofort, dennein Engel mitSchwert und Gloriatritt der häßlichen,die Geißel schwin-genden, unterTodten stehendenPest entgegenund zwingt dieseinnezuhalten undzurückzuweichen.Das Ganze nichtgerade schön, aberinteressant und phan-tasievoll gedacht undcomponirt.
In diesem Saalebefindet sich auchein etwa 60 Fuß langerund 5 Fuß breiter,riesenhafter Renaissance-Schrank, anscheinendvon Nußbaum-holz, der in seineneinzelnen Abthei-lungen (Fenstervorn und hinten)werthvolle Kunst-gegenstände in Glas,Alabaster, Metall,Elfenbein undBernstein enthält.)
5. und 6. Saal
Deutsche, holländische,flamändische Schule.
Einige wenigegute Sachen vonvan Dyck, Wou-wermann undNachahmungen vonRembrandt undRubens.


La Madonnacon i S. S.Girolamo evon
Andrea
A.
Bon-viccino do vonBrescia
.

Alle Bilder die-ses Saales, obsie einem ge-fallen odernicht, sind große
Gut. Besonders derjüngere Heilige zur Linken. andrer Guido-Bilder. Il Martirio diS.S. Processo eMartiriano vonValentin. Bedeu-tend aber furchtbarund un-erquicklich.Dies sind keineAufgaben für dieKunst.St Romualdovon
Andrea
Andr.
Sacchi
Il Redentoreassiso sull’Iride vonCorreggio.Madonna vonGuidoSehr schön.StElena vonPaul Verone-se.schön, aber patent; rührt mich nicht.Weiße Mönche unter Bäumen.Wirkt erst langweilig, biseinem die Bedeutung der(Langwei-lig.)KöpfeundihreInnerlich-keitaufgeht.

Vatican

Sankt
St.
Michelina
von Barocci.(gut)
Sankt
St.
Gregorio magno
von
Andrea
Andr.
Sacchi
gut.
Nostra Signora annunZiato dall’ Angelovon Baroccisehr gut; namentlich derEngel. DieMaria etwaszu weltlich-naiv.
Il Martirio de
San
S.
Erasmo
von
Nicolas
Nicol.
Poussin
bedeutend, aber un-erbaulich.
La Crocefissionedi San Pietro
von
v
Guido.
so Ebenfalls; da-für hat es aber auch nichts von demDünnen und fast Sentimentalem
PourMonsieur Swatlowde Berlin
Monsieur
Theodor
Th.
Fontane
  • 5
    Franken
    fr
    75 –
  • 2. 25 -
  • 1. 50.
Numero
No
1207
Sacred to the MemoryJohn BennetHearsley
Captain
Capt.
in
her majesty's
H. M.
Army 19 April 1873
1206.Ici reposeHenriLangerPolonais, né à Var- sovie 1796 mort à Florence 6. April 1813.
1208