nächste Seite

D2beta

1864

im September
  • Ruppiner Schweiz
    Binenwalde

  • Lübeck

  • Kopenhage
    Jütland biViborg
51011 Stüc
La fontaineFontaneUlefelX---x X---xPoſteExercirplatzManderuParsberg (ausgeſtorbenmit ſeiner Frau | Reichsrath von Dänemarhieb dem Tycho de Brahdie Nase ab. Noch 2 andre Ritter
und
u
Frauen vor demAltar. Von Marmor Erick Podbusk ausgeſtorbeFamilie RodsteeJuden aus Holland, großer X---ausgeſtorbenDer heilige Cle-men, Anker uden Hals. GerettetAltar, ClemenKirch510

Ruppiner-Schweiz.

Rottstiel. BeſchreibungAm ſchönſten an einegrauen Tag. Grau die kaugekräuſelte Waſſerfläche auder Binſen⸗Inſeln ſchwimmengrau ziehen die Wolkedrüber hin, – dann unwann fliegt eine Weihvon einem Ufer zuandern. Abſolute Stilledie Wolken hängen tiefes iſt als höre maſie durchüber die Spitzen deBäume ziehn. Ein leiſeMittagsgetön|Vogelſang aus dem Waldheraus, Grillenzirpen, Wolken und Waſſerziehn ein x---x X---x verklingende Klänge der NaturHedwig Margarethe Saſso14. Juni 1785. immer grünSchiff. (74 Kanonen) Skagen. Peter der GroßX---xx---xn.. zur Ausführunbracht Die Lebensader dieſer Schweiz iſder RhinDer Rhin; in deweiten, langgeſtreckten Seeverſchwindet er, dann triter wieder hervor und ſchlängelt ſich durch Wieſendann und wann wächſeine Buchengruppe auf unbildet ein Thor in deer verſchwindet, dann iſer wieder da, ſein dunkleBand unternahm durch Nymphäen Parthien, durch Schilund Binſengruppen. Wieſengrund zu beiden Seiten, Walzu beiden Seiten, auf deWieſen Heuhaufen würzedie Luft

Bienenwalde.

1753. Hieß damalEntreprise in deThat es wär ein Unternehmen
Die Diana. TerraſſenSchöne ächte TannenEine Tanne auf deWirthſchaftshof; dſaß der König unblickte nach SabineHäuschen hinüber, dadas doch im Seauf einem Inſelcheſtand, das nur leiſmit dem Ufer zuGrabmal von Jörgen EbbeseHerr auf Skanderborg, 3 mal verheiratheEr kniet als Ritter und 3 Frauen rumSchwarze Marmortafel von zahlloſeWappen umgeben; Hier liegt detreue Mann Jörg EbbesenKöniFriedrich V kaund ließ ewegkratzen ſammenhing
Das Haus wurddann ganz abgetrageund wurde ein Fiſcher⸗hau am Uferwas ſpäter abbrannte
Eine Wetterfahne auf eineScheune zeigC.S.K.Caroline Sabine Kusig CarolineSabine Kuſi. (Caroline iſt unſicher.

Von Ruppin bis Neustadt

im Omnibus
Eine Bauersfrau von 50 Jahr ſteigt in Wild-ber ein; ſie iſthat ein rieſiges Aſterbouquet in der Hand; mit ihr eiJunge von 8 Jahren. Es entſpinnſich ein Geſpräch zwiſchen ihr uneinem Fehrbelliner Bekannten
Fehrbelliner. Na Frau Matthiwolln Se ooch nach Berlin
Frau. Ne, ick will man nachbiNyſtadt; min Söhn koammt „vooben runner“
Fehrbelliner: Welcher denn
Frau. De bi de Jäger ſtehthe geiht nu wedder torügnach Lübbe
Fehrbelliner. Wo is denn de älteſjetzt, de Küraſſier
Frau. De liggt in Brannburgſe hebben em von nem Lazret
in’n annre ſchleppt; – he hetſich in Jütland verkülln
Fehrbelliner: Wat hettis he edenn
Frau. Ick weet et nichaberſcht he liggt feſt, min Mann iſt hen unwill ſehn wat eset is
Fehrbelliner. Kann de Jägeen beten in Nyſtedblirren
Frau. Ne, ichk will’ neman ſehn un ihden AſternStruuß gebn
Fehrbelliner. Wat macht dende dritt, de Wilhem
Frau. Den wulln ſe nnoch habben; – et is doctoo hard. Ach Je

Gespräche im Coupé

(zwiſchen Neuſtadt a. D.an der Dosse und Büchen.Ein Holländer (nebſt Frau) und eiHamburger
Holländer. Wann werden dendie Preußen aus Schleswig gehen?räumen
Hamburger. Das wird wohl noclange dauern
Holländer. Hat denn der Auguſten-burge noch Ausſicht
Hamburger. Ich glaube nicht; diSchleswig⸗Holſteiner glaubees ſelber nicht mehr

II. (Dieſelben
Holländer. Der König vonPreuße möchte Hamburwohl gern haben
Hamburger. Ja; aber wimöchten den König vonPreuße nicht haben
Holländer (lächelnd) Das glaub ich
Hamburger. Sehn Sie, wiſind zu frei, wir könnealles ſagen und druckelaſſen
Holländer. Wir auch. (Mit leiſer Ironie) Wenn wir’s voeinem Privatmann ſageiſt es „Calumnie“, wenwir’s von einem Miniſter ſagentraut ſich alles iſt es Freiheit
Hamburger. Sehen Sie, Ddie Preußen ſind nocunfrei
Volkstheater, Polichinelle-Theater, Harlequin und Concubine, Café chantantBolzenſchießen, Keulenſchlagen, Strauß und Lanner (der hieLungbergLuneberg heißt) Springbrunnen, Illumination und Feuerwerk, – wendieſer Zauber geſchloſſen iſt, ſo iſt es ſchwer ihn durch neuNummern zu erweitern. Tivoli hat ein Art Thal und HügeLage (weil es auf dem Terrain der alten Stadtbefeſtigung zwiſcheWall und Gräben angelegt iſt) vor Alhambra voraus; Alhambra-dieſe iſt ausgedehnter und hat eben ſeinen Alhambra-StilIm Uebrigen all daſſelbe, doch behauptet Tivoli, zum Theiwohl weil es näher an der Stadt gelegen iſt, einSuperiorität über Alhambra
Was an dieſen Lokalen geboten wird, iſt, wenn mawill, ausgezeichnet und jedenfalls preisſwürdig. Man bezahlt 16 Schilling däniſc Entrée, das sind 3
gute Groschen
ggr
und hat dafür all und jedes vom3 aktigen Luſtſpiel an bis zur Erleuchtung in Brillantfeuealles, was für Auge und Ohr beſtimmt iſt, frei. dDie Sacheſind gut, zum Theil vielleicht beſſer als wo anders, weiman eben mehr drauf giebt, dennoch verlohnt ſichs nicht übedieſe Art von Kunſt zu ſprechen. Wichtiger iſt die Betheiligung, diHaltung, die Zuſammenſetzung des Publikums und der Geiſt, der audem Ganzen ſpricht: Selbſtverherrlichung (Gamle Minder) unAbneigung gegen Deutſchland

Lübeck.

Donnerstag gegen 4 UhNachmittags eingetroffen. NacDüffckes Hotel
Spatzirgang im Regen. DaHaus der Schiffergeſellſchaft (miBild und Reim) die HeiligeGeiſt-Kirchekabinenartigen Hoſpitaliten⸗Wohnunge mit den 13
Die Stadt hat allerdings noceinen gothiſch,⸗mittelalterlicheCharakter; ſelbſt unter deneuen oder doch neu erſcheinenden Häuſern haben vielnoch den Zackengiebenach vorn. Die Kir-che
Gebäudeaufriss; Lübecker Staffelgiebel.
ſind alle aus Backſteiund ihre Thürme haben alle die Nade(Zuckerhutsform); dieſe völligUebereinſtimmung, dies alleaus einem Guß ſeimacht einen ſehr guteEindruck. Es iſt ſtylvoll. – Die neueHäuſer, überhaupt dieund das, erinnert an Hamburg; mehr Aehnlichkeiaber, ſo ſcheint es mirhat es mit Stettin. Hiewie dort ſteigen voFluß reſp. Hafen an diHügel aufwärts und audieſem Hügelzug liegt diStadt. Die Längsſtraßen laufe wie der Hügelrückevon Süd nach Nord, diQuerſtraßen gehen voOſt nach Weſt auf diTrave (d. h. auf den Flußhafen) zu. Der Eindruc– wiewohl alle Größe, alleImpoſante, ſelbſt aller Reichthuhin iſt – iſt doch ſehr günſtiund wohlthuend
Man könnte Lübecdas ſpitzthürmige Lübecnennen. Alle Kirchehaben den hohen ſpitzeThurm, außerdem aber findeſich an Thoren, Portalen Dächern vielfach (offaſt klein⸗minarettartigein ſchlankes Spitztthürmcheangebracht
Sehr hübſch ſind dikleineren Thürme einzelner ThKirchen, die ſogenannteDachreiter. Sie zeigen zuTheil, mehr als es digroßen Thürme thun, dereichgegliederten gothiſcheCharakter
Sonſt Bemerkenswerthes
  • 1) Die Dienſtmädchen trageein ganz kleines Tüllhäubchendas nur über den Dutt, de
  • zuſammengelegten Haarzopf paßt
  • 2) Die Marktfrauen (vielleichaus der Vorſtadt oder voLande) tragen merkwürdigeformte Strohhüte
    Vierländer Hut. Vierländer⸗Hu
    Lübecker Hut. Lübecker⸗Hut

  • 3) Die Fenſterkrammen, uinwendig einzuhaken, habenicht blos eine Oeſe, ſondern an der Oeſe noceine vorſtehende, geſchweiftVerzierung von 1 Zoll LängeDas iſt ſehr praktiſch. DieſeVorſprung wirkt nun wiein kleiner Hebel und makann leichter auf⸗ und zu⸗machen
  • 4) Die Aufläder. (Wahrſcheinlich eine Art „Gildeoder „Compagnie“ wie iBreslau) Vierſchrötige, ramaſſirte Kerle. Mit Kniehoſen, hohen wollneStrümpfen und Schuhen (odeauch mit hohen, blanken Stiefeln die bians Knie gehn) und darübeein kurzer Kittel, der durcſein Kürze etwas Joppenartiges erhält. Das Ganzkleidſam. (Es ſind auch einfach Gepäckträger
Der Hafen erinnert nocan die SZeiten, wo deOſtſee-Handel in LübeckHänden war. Schon die Name der Dampfſchiffe, die vohier aus den Verkehr unterhaltedeuten darauf hin „NevaKaiſer-Alexander, BagerViken, Hålland“ deuteauf den vorherrſchenden Verkehmit Rußland, FinnlandSchweden, NorwegenDänemark hin
  • Der Donm (zweithürmigliegt im Süde
  • Die Burg lag im Nordendas Burgthor exiſtirt noch
  • Marien⸗ und Jacobi⸗Kirchliegen im Weſten
  • Johannis Kirche (?) iOſten
Rathhaus und Marktplatz. Gefrühſtückt im Rathskeller. DeAdmiralstiſch, der Brautkeller, die Roſe, diLilie, die Germaniſten⸗Versammlung (1800 Mannzu Weihnachten 3 bis 4 000 Menſchen. Geibels Platz in der Roſe

d.
dender
9. September.

Nachmittags 4 1/2 UhAbfahrt auf dem Bagenach Kopenhagen. Trave-münd. Meer ruhig, Mondſcheinnacht. Zu derAuf hoher See etwas unruhig. Ankunft 8 1/Uhr Morgens

d
dender
. 10. September.

Ins Hotel d’Angleterre aKongens Nytorv. Beobachtungen vom Fenſter ausWachtparade. Gang in diStadt. Führer gekauftDie Börſe und die Erlöſer-kirch. Zum Diner. Spatzirfahrt durch Stadt und Umgegend Nach Haus. GeſchriebenFrüh zu Bett

d.
dender
11. September
.

Geſchrieben (an Dr B. Doktor Beutner) U12 in die K.Königliche Gemälde Galleriim Chriſtiansburger Schloß. DaThorwaldſen-Muſeum und ſeinFresken an der Außenwanangeſehn. Flanirt. ZuDiner. Im Omnibus nacFrederiksberg an Tivoli, Al-hambr und Sommerslyſvorbei. Wieder nach HausGeleſen. An Conſul Quehgeſchrieben. An DrDoktor B.Beutner geſchrieben

d.
dender
12. September

Beſuch von Herrn Quehlgeplaudert bis nach 11. Raſcangezogen und mit de12 Uhr Zuge nach Roe-skild (ſprich Roſkildeganz wie im Deutſchennichts von Röſkille; heißauch nicht „roth Quell“ (roiſt roth) ſondern RoesQuelle. Roes, dervielleichGenitiv von Ro oder Roiſt ein Eigenname)
Roſkilde liegt hübſcan See oder Bucht (vielleicht an beiden; habe hie keine Karte) und hat etwavon dem ſtillen Zaubevon Linlithgow. IUebrigen iſt es ein Neſvon nicht ganz 5000
Einwohnern
Ew:
das etwa an Bernaoder noch mehr aBMüncheberg erinnert. Fürſten-wald, Freienwalde unStädte dieſer Art ſind ſchoweſentlich beſſer. Ueberhaupliegt über allem docein gewiſſer Ton des Verfalls. All unſren Neſterſieht man an, daß ſie mögen ſie noch ſo miſerabel ſein – vorwärts kommeund da ſie vor 50 oder 100 ode150 Jahren jedenfalls viemiſerabler waren. Hiefehlt das Leben, nirgendthriving town; – fandie fanatiſchen Dänen wühlen iAlten umher, „gamlDanmark“ hinten und vornDanebrog und das Raufſchrauben jeder Größe, aber mablickt rückwärts und bewundert Rückwärts⸗Liegendesdenkt aber nicht adaraBauſteine für die Zukunfzu legen
Die „Domkirke“ iſſehr ſchön. Man ſieht, voKopenhagen kommend, den hoheChor und ein Querſchiffdie ſchlanken Thürme, diman natürlich auch ſiehtliegen abwärts nacWeſten zu. Grabkapelleumzirken unregelmäßig den Bau; dieſKapellen ſind von ſehverſchiedner Art und Jahreszahl. Die neuſte, flachgekuppelt, und vielleichdie größte, enthält di Särge der König voFriedrichs V Vater (icglaube Chriſtian VI) anDieſe Kapelle, ſchon voFriedrich V begonnen (ſſagte der Küſter) iſt erſ1825 beendet und ſiehganz aus wie eiSchinkelſcher Reſtaurationsbau z. B. wie deBerliner Dom; auch eibischen Rundbogenalles weiß und diDeckenflächen kaſſettirt Sehr intreſſant iſt aucdie heilige 3 König’s⸗Kapell in deruht. Mahat die Tünche neuerdingheruntergeklopft und dialten gothiſchen Fresko-malereie (wie iStrausberg) ſind wiedeganz klar zum Vorſchein gekommen
Der Blick voder Weſtfront aus idas Mittelkirchenſchifhinein iſt ſehr ſchön un faſt noch eigenthümlicher als ſchön. Maſieht nicht bloßos weißTünche und man ſiehauch nicht blos rotheBackſtein, ſonderman ſieht beides iglücklicher Einigunund Unterbrechung. DeGrundton an Wänden, Bündelpfeilern unDeckengewölben iſweiß, aber derothe Ziegel, entwedewirklich oder doch ge mltalt (wahrſcheinlicdas letztre) tritt alOrnament auf uneinzelne Bündel deweißen Pfeiler, einzelne Ecken und Kanten, namentlich abedie Gewölberibbezeigen den rotheZiegelton
In dem eineSeitenſchiff iſt Saxo Gram-maticu begraben; Fordes Steinwenn eine dgetreten
Grabmal; DomkirkeDomkirkeRoskilde, RoeskildeGrabstein in der Domkirke von Roskilde.
; die Inſchriftwar, weg Der Küſter ein freundlicher Mann; – ebenſder Wirth in der Soldatenkneipe, wo ich Hammelſuppe und Kalbscotelett ausder Mann ſprach ſehtraurig über den Kriegaber ohne beſondre Erbittrung gegen die Deutſchen. Die Unterhaltunüber „Profeſſor Grefi“als er hörte daß ich auBerlin ſei. — Meine Drangſal im Coupé auf deHinfahrt. Um 4 zurück. 5 1/in Kopenhagen. 7 Uhr Herr QuehlNach Tivoli. Bei mir bis 12 geplaudert Perhaps you can arrangit so
You give a Douceuralet me say 1 DanisThaler to the coachMan and give me bacthe rest of the moneythen I would go brailway. Otherwise I losso much time anmust stay at night aFrede-ricks-borI thought would havones

Dinstag d.
dender
13.
September
Septmbr.

Um 9 zum HelſingöDampfſchiff. Es war de„Hamlet“; Horatio kaeben an, als wir Mienmachten abzufahren
Die Fahrt ſehr hübſchaber am Ende doczu halten, als Fernſicht nicht glänzend genuin den Linien und alNah-ſicht (um ſich aden Details z. B. an ſchöneBäumen zu erfreun) wiedelange nicht nah genug genug
Schön wurde es aldie däniſche Flotte unSchloß Helſingör in Sichkam; um dieſealten Bau iſt allerdings ein Zauber. Allevereinigt ſich hier dazueine der großen Welt⸗ unHandelsſtraßen, das Zuſammentreffen von Kattegaund Sund, die eigenthümlichSchönheit des alteSchloſſes ſelbſt (wie geſchaffefür ſolchen Punkt) dihiſtoriſchen Erinnerungen und di poetiſche Glorie, deniShakeſpeare drüber ausgegoſſen
Auch die Stadt miſeinerihrer StSankt Annen⸗Kirchund einer andern kleinere(wahrſcheinlich Sophien⸗Kircheliegt ſehr maleriſch da
Dazu kam nochdaß eine Staubregenwolke voder Stadt ſtand, diweil die Sonne gradihr Licht darauf waralle Regenbogen⸗Farbezeigte, aber nun nich bandartig, ſondern einprismatiſch gefärbtedurchſichtige NebelwolkeDies war zauberhafund die Baſtionen, Mauerund Thürme des Schloſſeſchimmerten in immewechſelnden Uebergängein roth, gelb, grüund blau. DieſelbeFarben beobachtete icnachher vielfach aucauf der Waſſerflächebeſonders im Kattegat, ſdaß, wie man andre Orts einen goldneLichtſtreifen über deWaſſer ſieht, ſo lag hiedies Licht aufgelöſt iſeine Farben auf deWaſſer
Wir langten 12 Uhan (die däniſche Flottbeſtand aus 11 Kriegsſchiffen) und legten nebeder „Ophelia“ an deLandungsbrücke an und zwaſo, daß ſich Hamlet unOphelia ins Geſicht ſahnIch ging erſt in die Stadt dann auf alllten Wälleund Remparts bis inSchloß. Niemand rief mican; nur zuletzt, vor eineder Front⸗Baſtionen, wiemich eine Schildwacht zurück, aber ruhig und artigGanz wie in England auEdinburgh Castle. Franzoſen und Preußen hingegen ſind immer grobes ſteckt ihnen diPolizei⸗Natur allerdingviel mehr im LeibeEs iſt ſchlimm, aber mamuß ſich damit aus ſöhnen
Alte Kanonen (12 un24 Pfünder) und große Mörſer ſtehen in den Baſtionen und Batterieen umher, machen aber eineziemlich friedlichen Eindruck. Auch hier erſcheines ſo, als ſei man nichrecht auf den Ernſt eingerichtet
Das Ganze erinnerein bischen ans KüſtrinerSchlo, das ſich in derechten Winkel einſchiebtden Oder und Warthe bilden Freilich kann Küſtrihiergegen nicht an. Küſtriiſt überwiegend gruſligman ſieht immer KattsesHaup in den Sand rollenſtatt Kattes Haupt haman hier das Katte⸗ga und wiewohl dablos Katzenloch heißſo iſt es doch poetiſcher. Das Schloßdie Lage, die beideWaſſerflächen, die hiſtoriſcheund poetiſchenromantiſchen Erinnerungealles iſt gleich poetiſchier; e iſt allerdings eine Stellzum Dichten. Ich gindie verſchiednen Baſtioneentlang bis an die vorderſte niedrige Mauer, adie faſt das Meeſpült und ſuchte die Stellwo der Geiſt den Hamlet bis ans Meelockte. Ob ich ſie gefunden, ſteht dahin; vielleicht war es die Stelledie mir die Schildwachverbot
Das Schloß ſelbſt iſäußerſt maleriſch; hier könnt nichts beßres ſtehnDie neuſte Form dies zeigt hat es 173und 1824 erhaltenwie viel vom alteda iſt, weiß ich nichtgewiß noch eine Menge. Die Form iſein Vierec
Gebäudegrundriss; Schloss Kronborg, Schloß HelsingörSchlossKronborgSchloßHelsingoerHelsingör (dän. Helsingør), HelsingoerSchloss Kronborg in Helsingör.
So ohngefähr d. h. eiſt ein Hof in Quadratin deſſen Ecken unan 1 oder 2 Stellen aucin der Mitte der Innenfront ein Thurm ſtehtDer höchſte Thurm, deetwas durchaus kirchthurmartiges hat und deKopenhagner Petri⸗Kirche, ſwie den kupfergrünen Ham-burge und AltonaeThürmen gleicht, wächſwenn ich nicht irraus dem Dach deeinen Flügels heraus, doc iſt es auch möglichdaß er einen ſelbſtſtändigeThurmbau bildet. DiDach⸗Formation iſſehr ähnlich wie beder Kopenhagner Börſe undem alten Hauſe ider Oeſtergade; ziemlichoch und mit zwebis drei geſchweifteGiebeln beſetzt, alſo etw
Gebäudeansicht (Ausschnitt); Schloss Kronborg, Schloß HelsingörSchlossKronborgSchloßHelsingoerHelsingör (dän. Helsingør), HelsingoerDach von Schloss Kronborg in Helsingör.
ſolche Formation hadas Dach jedes de4 Flügel und zwaſowohl nach außen winach innen (dem Hofe zu)
Auf einer Bank aueiner der Baſtionen 1/Stunde gedämmert
Die Inſchriften an dePortalen zum Theil deutſchwahrſcheinlich aus 1735
In die Stadt. IHôtel d’OeresunBrot und Bier genoſſenDie engliſche Converſatio mit dem Poſtſekretair; endlich Erlöſunvon dem Engagemenfür FredriksborgDer rettende Jude iSchnittwarenlager; dejüdiſche Geldwechsler
Das Café-häuscheneben der Eiſenbahndie einſame PretzelRückfahrt in de„Jernbahn“ 3 1/2 UhrZuerſt 1) namlos 2) Fre-densbor (6 von Kopenhagen, 2 von Helſingör) 3) Frederiks-bor 4 3/4 von Kopenhage und 3 1/4 von Helſingoer
Gebäudeaufriss; Schloss Fredensborg (dän. Fredensborg Slot)SchlossFredensborg(daenAFredensborgSchloss Fredensborg.

Vielleicht Fredensborgweiße Wände, vieſchlanke Eckthürme, Laterne audem Dach. Daneben, nähezur Station, und tief iGrunde ein neuer Bahain Rothziegel (ſo viel icſehen konnte mehr einfache Renaiſſancals gothiſch) auf den aucLeute und rothröckige BedientFredensborg zugingen. Vielleicht iſdieſer neue Bau Fredens⸗bor. (Fragen
Gebäudeaufriss; Schloss Frederiksborg (dän. Frederiksborg Slot), FredericksborgSchlossFrederiksborg(daenAHillerødSchloss Frederiksborg.

FredriksborgRothziegel, das Ganzim Stil von RoſenborgFrederiksborgaber wie es ſcheinſtilvoller, minder barockvielleicht auch gediegneraber doch ſehr verwandt. Fünf ode6ſechs Längsſchiffe mihohem Dach ſtehen nebeneinander, rechts unlinks vom Ganzen eiThurm und in deMitte, alſo vielleichdem 3. Schiff entſprechender Hauptthurm, höher aldie beiden andern Helsingör nach Kopenhage
    1. unbekann2. Fredensbor3. Frederiksbor4. Lillerö5. Birkeroe6. Holt7. Lyngb8. Gyentoft9. Helleru10. Kjöbnhavn
bis hierher immer Blicaufs MeerSö, iſt ſehr hübſch. AucKlampenborg liegt iderſelben Höhe aMeer
Eine Strecke lanBlick aufs Meer. 6 UhAbends alles blau, ſehſchön
Die ganze Entfernung beträgnur 8 däniſche Meilen, ſo daß jedStation wenig über 3/4 Meilelang iſt
    AnſchaffenBilder von Roeskild
    — Helsingoe
    — Frederiksbor
    — Fredensbor
    — Frederiksberg
    — Rosenborg
Der Stil in welcheRosenborg, Frederiksborgbis zu einem gewiſſen Gradauch die Thürme von Helsing-oe, ſelbſt die Börſe etc. etcgebaut ſind und den maeinen verſchnörkelten, mivie Kupferkronen und Kupferdächern ausſtaffirten Eliſabeth (Tudor) Stil, nennekönnte, erinnert deshalb bimehr oder weniger an StJame, Hampton-CourtSt Georges Chapel und ähnlichBauten. Das beſondre ſich bemerklicmachen des rothen Ziegelträgt auch mit dazu bei; auder andren Seite haben didäniſchen Schloßbauten noch mehhohe und zugeſpitzte Dächer und Giebel. DieſForm iſt häufi
Gebäudeansicht (Ausschnitt); Dänischer Schlossgiebel.
Karte von SeelandPlan von KopenhagenDie Portraits degefallenen Offiziere

Bibliothek (?) miBrick-AnbauAdler. UnterſchrifCoelestem adspicilucem
Rosenborg. Regnfirmat pietasWer iſt Schouw

Mittwoch d.
dender
14.
September
Sept :

Früh auf. Geſchrieben. Beſuch von Herrn QuehlIn die Stadt
  • a) Einkäufe gemacht. Bildeund Landkarten
  • b) Um 12 Uhr auf deRunden⸗Thurm. Sehr intereſſant. Wendeltreppe. DiRunenſteine. Oben daPanorama von Stadt unSund. Die famoſen Matroſen von „Prince of Wales“
  • c) In die Moltke’ſcheGalleri im Thott’ſchen Pa-lai. Ausgezeichnete HolländerRembrandt, TeniersBreughel, Oſtade, Hobbemauysdael u.a.m.und andere mehr
  • d) Zum Conditor GenelliChocolade getrunken
  • e) In die Norges⸗Gad: die Amalienburgdie angefangene Marmorkirche und die nachbarlichen Palais
  • f) Ins Thorwaldſen⸗Muſeu. Wunderſchönüber alle Erwartunhinaus ergreifend unentzückend. Namentlich allewas Amor, die Grazieund die drei Göttinnen, inſonderheiVenus angeht, ſo muauch eine Laie daEntzückende dieſer Sacheherausfühlen. Ihr Zaubeiſt das Naïve, diſcheinbar Leichtigkeit, daunendliche Behagen midem dies alles gemacht iſt. Dabei gehein Zug des Schelmiſchendes humoriſtiſch-Heitredurch dieſe ganze Arder Produktion. Aldas andre (die Büſteund Statuen) iſt unendliclangweilig dagegen. Undoch iſt es auch groß iſeiner Weiſe
  • g) Zu Herrn Quehl zTiſch. Um 5 Fahr(mit ihm, ſeiner Frau unſeinem Töchterchen) nacdem „Thiergarten“, auder Chauſſée an der ſchönen Küſte entlanbis Klampenborgwas mehr Bad alVergnügungsort iſt. Danlinks ab mitten durch de„Thiergarten“ und übedie weite „Plainefort, auf der woh800 Hirſche oder mehgraſten, in die „Eremi-tage, – ein einſameLuſtſchloß von ziemlich traurigem Anſehn. Kaffgetrunken. Schöner Blikcvon oben über Wald, Felund Sund. Hier pflegtenim erſten Stock, oft Staatsrathsſitzungen unter Friedrich VIzu ſein, der dann voSkodsborg (am Strand) wer in einem ſchiffsartig eingerichteten Hauſe lebte, herüberkam
allerdings großartig und eiberechtigter StolzMitten auf dem ſteingedeckten Hofe ruht er einfacunter Blumen und dichtem Epheu; an denr Wand Palmen unLorbeer (gemalt) und al fresco Darſtellungen. Das Ganz Zurück bei MondſcheinDann in die „Alhambrawo grade ein Zauberfeſwar. Gamle Minder(etwa 12 oder 16 verſtorbne däniſchGrößen in Kunſt und Wiſſenſchaft) Transparentbilder michineſiſchenbunten Lampen drurum. Concert, FeuerwerkHarlequin Pantomime, Aufführung däniſcher Luſtſpiele etcErſt um 11 nach Haus
    Karte von JütlandReiſebuch von JütlandFahrt am Strand hin, Tolboden etcStreichrieBild und Beſchreibung von Helſingö
  • Hamlets Grab und Holger DanskeGrab

Donnerstag d.
dender
15.
September
Sept:

Mit Herrn Quehl und Gemahliins Rosenborger SchloßAlle Coronation-Dresses deKönige ſeit Chriſtian IV biauf Friedrich VII; das ganzSchloß voller Curioſitäten
Einkäufe mit Frau Quehgemacht beim NippſachenHändler
Ins Muſeum der „nordi-ſchen Alterthümer; merkwürdig intereſſant. Ob diganze Eintheilung richtig iſtiſt mir ebenfalls zweifelhaft. Das Pfahlbautenbild
Ins Hôtel. Gepackt. U3 nach dem DampfſchiffsplatzHerrn Quehl getroffen. ABord der Dania. Abfahrt 3 3/4Helſingör wieder wunderſchön. Schon vor 9 in diKoje gekrochen. ILimfjord wieder aufgeſtandenAnkunft in Aalborg 7 Uhr früh

Freitag d.
dender
16.

Bei Sturm und Regen in Aal-bor eingetroffen. Phoenix⸗Hote. Das ſonderbare BettGang in die Stadt. Kleine Einkäufe. Das Schloß Chriſtians I(Aalborg-huus). Die beiden alteKirchen. Das Rathhaus. HoyersConditore mit der SäulenVeranda. Oſter⸗ und WeſterAa. Die „Apotheke“, höchſmaleriſches Haus, im Stiwie das in der SchouwGad in Kopenhagen, ohngefähaus derſelben Zeit. Briefgeſchrieben und Correspondenzen

Sonnabend d.
dender
17.

Es gießt immer noch. Gearbeitet, den Kopenhagner Briebeendet. In denie eine altKirche. Ueber dieen Limfjornach Sundby hinüber. KoſtbareBlick auf Aalborg. Bei ſcharfeSüdoſt zurück. Flanirt. KleinEinkäufe, namentlich die däniſche Kriegs⸗ und Sieges⸗liederKaffe getrunken auf der Veranda in Hoyers ConditoreiGut gegeſſen im „Phoenix“Mit dem Wirth (Herrn Chris-tense) geplaudert über Generav. Flies, Graf MünſterPrinz Friedrich Karl, GeneraVogel v. Falckenſtein, dialle in ſeinem Hauſe gewohnhaben. General v. Flies dauerndWurde ſehr gelobt „liebenswürdiger Mann.“ Auch diSoldaten faſt von jedermannMädchen, Küſter, BuchbinderBuchhändler, die Leute im Hauſe all daſſelbe Urtheil. Beſonderdie „manirlichen Schleſier“; die 18.eweniger
Gearbeitet. Geleſen. Briefgeſchrieben

Sonntag d.
dender
18.
September
Sept:

Früh auf, um auf de„Fylla“ die um 7 1/2 früerwartet war, die großLimfjord⸗Fahrt zu machenAber „Fylla“ kommt nicht unſo muß ich warten, vielleichnoch einen ganzen dritteTag in Aalborg zubringenEin allerliebſter Junge vo14 Jahren leiſtet mir Geſellſchaft und unterhält micüber Aalborg und ſeine Familie Sein Vater ertrank vozehn Jahren im SchwarzenMee (zur Sebaſtopol-Zeitſein jüngrer Bruder vor Jahren im Limfjord, beiangeln. Der dritte Brudererſt 8 Jahr alt, alſo entweder ein Poſthumus odeein Illegitimer, iſt immekrank. Er (der 14 jährigelebt bei ſeiner Tante, dereMann Thierarzt iſt. Magewinnt Einblick in einkleine Familien⸗Tragödie. Der Junge führte micin die „Aalborger Anlagen und zeigte mir das alte Ge-fängni in Aalborg⸗HuusIm Uebrigen erkundigte er ſicnach Berlin und den dortigeBriefmarkenſammlungen; – eihöchſt intelligenter JungeSprach paſſabel deutſch; faſt allMenſchen hier ſprechen deutſchzum Theil ganz gut, faſimmer ausreichend
Den ganzen Tag übenoch in Aalborg
Flanirt. Geſchrieben. Dine(Aalſuppe) im Limfjord HotelGearbeitet. Gang in die StadtBriefe zurecht gemacht. KoſtbareBlick auf den Limfjord, beMondſchein und leiſem Nebel. Gege10 zu Bett. Ebenſo beſchaffen wie iPhoenix
Ueberall in Jütland, wie auch ſchon in den Herzogthümern, auf dieſer cimbriſchen Halb⸗inſe (ſchon in Holſtein tritt es hervorhat man den Eindruck: man lebt unteeinem Ackerbau und Viehzucht treibendeVolke. Ueberall mehr Agrikultur, alKultur; Holſtein, Schleswig, Jütland ſind didrei Mecklenburge der cimbriſchen Halb⸗inſe. Hierin iſt die Stärke und diSchwäche, ſind die Vorzüge und die Nachtheildieſer Landestheile ausgeſprochen. Malebt hier beſſer als bei uns, aber mawohnt ſchlechter; namentlich fehlt jede Eleganz. Man trinkt Fleiſch, Butter, SahneBrod; dazu (weil die Städte meiſt Handelsſtädte ſind) Kaffe und Thee ſind voeiner für den Binnenländer beſchämendeDurchſchnittsgüte, während Tapeten unGardinen, alles was zur Haus⸗ und Zimmer⸗Einrichtung gehört ſich im günſtigſten Fall in leidlich ſaubrem, meiſin ärmlichem und geſchmacklichem nie ielegantem Zuſtand befindet. Die altFrage die ja auch den gebildeten Berline ſein Lebelang beſchäftigt, tritt wiedeheran: was iſt das Vorzuziehende? beſſeeſſen oder beſſer wohnen

Montag d.
dender
19.t

Früh auf. Gepackt. Mit deSteamer „Aalborg“ um 1Uhr weſtwärts den Limfjorhinunter. Koſtbare Fahrt. Oder unHaff. Lögſtör halber erſtes Drittel des Wegs. Hiegeht ein Dampfſchiff ab, nacSkive, das ich hätte benutzekönnen; erfuhr es aber zſpät. War auch recht gut
So denn nach Nykiöbing übedie volle Breite der LögstoeBredn. Reizend gelegne (wiewohl flach) ſaubre kleine Stadauf der Inſel Mors. Zweitauſend Einwohner. Thysted ha3000 und gilt als eine ArReſidenz jener Gegenden; ſoll auc eine ſchöne Kirche habenDie Gegend fängt dort abeſchon an ſehr unfruchtbar zwerden
Nykiöbing beſteht iWeſentlichen aus einer Straßedie an einzelnen Stellen ſicerweitert und rundet, oder einkleine Parallelſtraße anſetztAlle Häuſer ſauber, neu, mit rotheDächern. Trapps Hôtel ſehgut. Zu Mittag gegeſſen. Idie Kirche ſchöner alter gothiſcher Bau, flach gewölbt, diPfeiler niedrig was eineäußerſt ſoliden Eindruck machtEin Altarbild aus Kopen-hage; Geſchenk von Friedrich VII Den DThurm erklettert (dedie übliche Schilderhausform hatund einen Ueberblick über deLimfjord und die Inſel Morgehabt
Dieſe iſt das fruchtbarſtStück Land dieſer Gegendenvielleicht 4 Quadrat. ml: Meilen groß odenoch größer, hat 40 Dörfeund verſchickt alljährlich 100,00Tonnen Getreide, faſt lauteHafer. Alles geht nach EnglandWahrſcheinlich iſt Nykiöpinder Platz wo dieſe Ausfuhſtattfindet es iſt der Stapelund Hafenplatz der ganzen InſelEinzelnes, aus dem Norden deInſel, geht vielleicht nach Thy⸗ste. Um einen Theil der Inſe läuft d eine Chauſſée(vom Sallingſund bis Ny-kiöbin,) hier biegt ſie landeinwärts und läuft quedurch die Inſel hindurch bigegenüber von Thysted. SkiveNykiöbing und Thyſted ſtehedurch Chauſſée unter einander iVerbindung (8 Meilen im GanzenNyköping halber Weg) unTelegraphen⸗Drähte laufenebenher
Im Regen aus Nyköpinfort; 1 Meile am Waſſehin bis an den Sallingſunddie ganze Zeit über einen prächtigen Regenbogen zur Seite Am Sallingſund, im Fährhausdas Wetter abgewartet. Audem Regen war zuletzt eiGewitter geworden
Das Fährhaus iſt ein freundliches Haus, in dem diOeſtreicher (meiſt Ungarn) übegehauſt und viel geſtohlen habeſollen: Koffer, Geld, Uhr, Tubus u.
dergleichen mehr
dgl. m.
Da lauten dieBerichte in Aalborg doch beſſer
Die Stube geweißt unwie immer Berliner Bilder aden Wänden. Vier ſcheußlichLithographien von Winckel-mann und Söhn: Frühling, SommerHerbſt und Winter; ferner (Drucund Verlag des Hof⸗Lithographen F.Silbe in Berlin) „Commel’amour vient aux gar⸗çon“ und ſchließlich diunvermeidliche „Entenjagd“Nach gerade fängt dieſe Arvon vordringender Berliner Cultumich zu verdrießen an; frühefreute ich mich ſolchen „Souvenirs“ zu begegnen, danachdedieſe Begegnungen aber längſt deReiz der Neuheit verlorehaben, wünſchte ich wohdie Kunſt meiner Landsleute wäre im Auslandbeſſer repräſentirt
Gegen 6 Abfahrt; crossinthe Limfjord in einem großeFahrboot: drei Wagen, 5 Pferde, 7 Men ſchen und 6 Bootsknechte ſammt deFährmann amn Ruden beiden rieſigeRudern. An jedem Ruder 3 Mannan einem 4. Die Beleuchtung, diStille, der leis niederfallende Regendie Köpfe der Rudrer, dann und wandie Unruhe der Pferde – koſtbareBild
Um 6 3/4 in einem offnen PoſtKaleſchwagen, bei ſtrömendeRegen, weiter nach Skive. Hügliges Haideland, ſoviel ich ſehekonnte, faſt ganz unbebaut, dockann ich mich etwas getäuſcht haben
Halben Wegs die koſtbarScene im Krug, wo Erndtefeſgefeiert wurde. Hakon und HaraldDie große Laterne in der Scheune. DaTanzen, Singen, ſpielen. Alles vorbei unwieder Nacht. Gegen 10 durchnäßt in Skive

Dinstag
den
d.
20
. ten

Ziemlich früh auf. FreundlichWirthsfrau. Gearbeitet; Briefgeſchrieben. Um 1 zu Tiſch; delektirt an den Mohrrüben in deSuppe, die ich alle herausfiſchteGemüſe⸗armes Land; die Kartoffelungenießbar. Als Zwiſchengerich– eine Paſtete, ganz gut und zwain Skive! Gang in die Stadthügelan zur Kirche und auf deKirchhof. Prächtiger Blick übedie fruchtbare Hügellandſchafttiefe Thalrinnen, zum Theil unteWaſſer; an den Abhängen Ackerfelder. Skive ganz Hügelſtadtwie Nyköping ganz Flachſtadtdie Kirche ſehr alt
Begegnung mit dem jüdiſcheHandelsreiſenden, der mir, trotder ganzen Süffiſance ſeiner Sortedoch wie gerufen kam, um die dunklPoſt⸗Situation zu klären. Wolltmich zu einem Abſtecher nacHolstebro verführen, ſei „dihübſcheſte Stadt in Jütland“; kanſein
Um 3 Fahrt nach Vibor(4 Meilen). Die erſten zweMeilen – bis an die ſchönStelle, wo die Limfjord-Spitzwieder im Wieſenthal zum Vorſchein kommt – nur Haideland; keiDorf, nur einmal eine Kirche ohnThurm, einzelne Häuſer, dann unwann d. h. 2 oder 3 mal 3 bis 4 Gehöfte zuſammenVon dem ſchönen Punkt an wirdbeſſer; die letzte Meile, jedenfall die letzte 3/4 Meile alles beſtellt und wie es ſcheint allefruchtbares Land. Hafer in Garben weitgeſtreckte Felder vollKleefelder etc. Der Charaktedes Landes auf dieſer Streckvon Skive bis Viborg giebvielleicht die Boden⸗ und Bebauungs-Verhältniſſe des ganzeLandes an
Es iſt ein wellenförmigePlateau, alles Haideland, ſeltneMoorland, noch ſeltner WeidelandAuf dieſem Plateau wohneverhältnißmäßig wenig Menſchen, wird verhältnißmäßig wenig gebaut und producirt
Das Leben ſteckt in de Thalklinſen, in den Niederungsſtrichen. Von halber Meilzu halber Meile zieht ſicmal ein Fluß, oder eindiBuchtung eines Meeresarms durcdas Land, oder ein Stück fruchtbares Sumpfland, das man durcAbzugsgräben leidlich trockezu legen gewußt hat
In dieſen Klinſen hauſ(ganz nach Art der Gebirge, wauch nur die Thäler in Betracht kommen) die Bevölkerung; hier liegen die Gehöfte dichter, hier gruppireſich mehrere, 6 oder 8 ode12, zu einem Dörfchen zuſammen, hier am Abhang ode auf der Höhe des Hügelſteht eine Kirche, hieziehen ſich Haferfelder hügelanſchmale KartoffelfeldſtreifenFlachs und in der Niedrundehnen ſich koſtbare Wieſemit weidendem Vieh. San der Spitze vom Hiarby-Fjor, wo das Dorf Hiarby (?ganz entzückend gelegen iſtLHügelkirche, Wieſen, Heumahtweidendes Vieh, 8 bis 10 Mägdmit rothen Tüchern im Scheider untergehenden Sonne
In der Nähe der Städte iſimmer alles bebaut, ſo beSkive, noch mehr beViborg
Ich glaube, es fehlt nuan Menſchen. Es mag in deNiedrung beſſer ſein, aber das Haideland auf der Höhe iſt aucgut und vielleicht ſichrer. Mitteim Haideland ſieht man ſchmalStreifen ſchöner Felder, – egeht alſo. Es fehlt aber aden Kräften zur Beſtellung. Sſagen die Leute: wir beſtellenhabelieber 100 Morgen in der Niederung als 1000 auf der HöheJene können wir beſtellen, dieſnicht, dort haben wir leichtZufuhr und Ausfuhr, hier nichtSo bleibt das Haideland waes iſt. Es fehlen nur MenſchenWas hätte Fr. W.Friedrich Wilhelm I und Friedrich I aus dieſem Lande gemachtHier fehlt Einwanderung. Deeinzelne, der in den Zuſtändedie er vorfindet untergehtmacht es nicht; aber 5 ode10,000 die machen es, digeben ein Beiſpiel, die feuern an. Es herrſchen vollſtändig patriarchaliſche Zuſtändein vieler Beziehung beneidenswerth, ein freies Mecklen-bur und doch zum Untergangbeſtimmt. Die Welt hat eineHaß gegen ſtilles Glück unalle größere Kraft iſt aufdringlich und ſetzt Leben, Bewegung, Thätigkeit über das GlückUm 6 in Viborg dealten Kathedralen-Stadt. Hietraf ich wieder die erſten Preußen50. Regiment. Gallenga haleider doch Recht; die däniſchRace ſteht unbedingt höherdas nordgermaniſche wie eſich in Niederſachſen, Frieſeund Angelnland, und denbei deJüten und Dänen zeigt, ſtehallerdings als Race auhöherer Stufe als das lauſitziſchſchleſiſch-polackiſche. Auch unſrMärker können durchaus nicht dagegen an. Was wahr iſt, muwahr bleiben. Das Menſchenthum tritt einem in dieſegroßen, kräftigen, blonden Geſtalten edler und ſchöner entgegen ales bei den Stämmen der Faliſt, die die Mehrzahl unſreProvinzen bewohnen. Sie ſineigentlich alle häßlich; diWeſtphalen ſtehen dieſen Jüteund Dänen vielleicht am nächſten, abeſie ſind roher und gröber. Aldies Lob trifft aber blos dibäuerliche Volksmaſſe; die Gebildeten taugen nichts und ſeheauch nicht gut aus
Gleich nach meiner Ankunfin die Domkirche. Sie iſt 172ausgebrannt und ich weiß nichob ſeitdem wieder hergeſtelltdoch glaub ich es faſt. Jedenfalls wird ſie jetzt ganneu wiederhergeſtellt, in integrureſtituirt. Alles Granit, nudie Füllung Ziegelſtein. DaEinzige noch wohlerhaltenedas bei all den Feuern nichgelitten hat, iſt die Crypt⸗Kirch. Ganz romaniſch. Säuleund Capitelle (alle von gleicheeinfacher Form demohne Blattwerk etcet ceteravon Granit; die Gewölbe voTuffſtein. Das Schiff iſt ſehhoch und wird noch einigEllen höher werden. Es ha3 Etagen und ſo zu ſageUnter⸗ und Ober⸗Licht, währendie Mitte (auch durch Fenſter markirt) dunkel bleibt. Das Unterlicht erhellt ſie das Schiff durch diFenſter desr Seitenſchiffe. – König ErikGlipping Grab im hohen Chor wird wiedehergeſtellt, wenigſtens die Stelle bezeichnet. Stat
der ſchlechten Thürme werden neue aufgeführt; alles in Granit. Es ſoll Jahre dauern und 350,000
Reichstaler
Rthr
dänisch kosten. Wird aber länger dauernund mehr koſten. In allen Landeskirchen wird geſammelt. Kopenhagner Architekteleiten den Bau. Auch Worsaae wird befragt. Man hat alle Pläne unGrundriſſe von der Kirche. Danach wird jetzt reſtaurirt. Auch in dieſeBeziehung ſind ſie nicht faul. Der Kölner Dom hat freilich wohl den Anſtoß gegeben
Skivendlicviebeſſealdie Berliner { Jung gefreit hat niemand gereut ( Druck und Werbung von May & Wirſing Frankfurt a/MMain(holländisch
und
u
englisch)
London, Mücke & CoCompagnie 42 Basinghall Str.Stree
Alte Liebe roſtet nicht. (Pendant
    Skive. 1) Villa Pamphili (Rom) Verlag uund Druck von F. Silber. BerliFährhaus. 2) Comme l’amour vient aux garçons. Verlag von F. Silber in BerliSkive 3) Am Strande (Après le x---x) Verlag von Iſidor RoccFährhaus 4) Frühling, Sommer, Herbſt und Winter. Verlag v. Winckelmann & Söhne in BerliFährhaus 5) Die EntenjagdSkive 6) Napoleon und ſein Sohn (Vaterglück) Winckelmann & Söhne, unter Leitung voI. Storchkive 7) Friedrich II und Fr: W: Friedrich Wilhelm III Ich frage Ew.Eure Majeſtät, wollen Sie mir dtodito 8) Kathinka (nach franzöſ: französisch Frivolmuſter) Verlag von.... uund Scherl (?) Berlin
Die däniſchen Bilderbogen etctaugen auch nichts; gezeichneſind ſie nicht ſchlechter, abees fehlt diKunſt deLithogrphieMalltis Daater
FederneKonge Hans, begraben iOdenſe, war der Vorgänger vonunwahrſcheinlich auch der Vatevon Chriſtian II. Hans regiertvon 1481–1513. Seine Gemahlin hieChriſtineAnbetungder HirteFlucht nachAegypteDie Capi⸗tellx---Napoleon und ſein Sohn(VaterglückGen: General v. Greniegedruckt bei Winckelmann etcet ceterunter Leitung voI. StorchFr: Friedrich II und Fr: W.Friedrich Wilhelm IIIIch frage Ew.Eure KMajeſtäetcWhen thiyou seremembeme Koſtbares Bronce-Taufbeckedas größte derart, das ich geſehTaube, Tulpen⸗Deckel mit de4 Evangeliſten. | HimmelfahrtTaufe und 2 Wappen
Das eine Wappen. das andrWappen. Roſe mit 3 BlätternInſchrift drunterOwe LVNG FederneAnn Gamle Minder. Tycho de Brahe. Ewald. (DichterWeisoder Wessel, nachſehn) Holberg. 4Heiberg. Oerstedt. Thorwald⸗se
Kammerherr v. ScheeGruft und Baron (?) Güldenkrone

ſchwarzer Gottfried v. PentMarmor im Seitenſchiff

Praeſter frgamle Ti

Commercienrath Gleerupmit Galantrie-Degen
Orla Lehmann. Vater und Muttewaren Deutſche; der Vater waEtatsrath oder dgl. Orla Lehmanſagte deshalb: „Deutſch war diSprache meiner Mutter, abedäniſch iſt meine Mutterſprache.Von ihm rührt auch die Wendung her: „wir wollens de
Schleswig-Holsteinern
Schl. Holst:
blutig auf den Rückenſchreiben, daß ſie Dänen ſind.R.Ryno Quehl ſtand anfangs durch ſeingeſellſchaftlichen Gaben und ſeiImproviſations-Talent ſehr guin der däniſchen Geſellſchaft. Dazkam ſeine Ueberſetzung von Win-ther Gedicht und ſein Buch übeBornholm. Später (nachdeer, wahrſcheinlich 1859, die Herzogthümer bereiſt und drüber Bericht erſtattet hatte) war everhaßt wie alle Deutſche de Meza, ein Mann iden 70 ern, iſt eine künſtleriſchvornehme angelegte Natur, eiStück Genie. Er iſt klein, gelbſchmächtig, bmit einer gewiſſeEleganz gekleidet, Spitzenmanchetten am Aermel. Er iſleidenſchaftlicher Muſiker und Componiſt. Seine Nerven ſind ſfein, daß ihm der Straßenlärein Greuel iſt und wenn edurch die Oeſtergade geht hält eſich nach Möglichkeit die Händvor die Ohren; in der Schlachſtört ihn aber der Kanonendonnekeineswegs. So iſt es auch miſeiner Empfindlichkeit gegen Zugdie Kopenhager ſagen ſcherzweiſ von ihm „er kann es nicht aushalten, daß im Nebenzimmer diCommode aufſteht“ in der Campagnſchläft er aber auf bloßer DieleDas furchtbarſte ſind ihm der Dunſt und Geruch friſchgeſcheuerte Stuben; und der Dunſeine Frau empfing ihn ſo, edankte ihr, legte ſich aber iſeinem KMantel auf den FlurNach dem Rückzug aus dem Dane-wirk, (und Oeverſee) ſetzte er ſich in Flens-bur gleich ans Klavier und componirte weiter. DarüberDann reiſte eab. Darüber zur Rede geſtellt, ſagter: „ ich hatte meine Dispoſitionen gegeben; ſie perſönlich auszuführen, wird docniemand von mir verlangen.“ Die Kopenhagehaben ihn abgebildet, wie er vom Danwirkzurückreitet, ein Fortepiano über der Kruppe, worauf er ſpielt
Ein Packet mit Büchernach Berlin ſchicken

Mittwoch.

    Brief ſchreiben. arbeitenThorwaldsen MuſeuRunde ThurmMoltkes GallerieFrauen-KircheRoſenbeorger-SchloßEſſen
  • Fahrt im Norden unam Hafen
  • Amalienburg
  • Einkäufe von kleineBildern und Büchern
Wann geht das Schiff nacAalborg? Kann ich in Helsing⸗ö aufſteigen
    Jeg haJeg hardJeg er (vi ereJeg var (vi vareJeg haaber (ich hoffeJeg takker (ich dankeJeg beede (ich bitteJeg ſender (ich ſchickeIdag (heute) Jaften (dieſen Abenddet glaeder mig es freut mich
  • At der ſkulde vaere daß dſollte ſein
  • Jeg wil hare Mod Ich werdMuth haben

Hest (Pferd) Hund, KatKoer (Kühe) Fugl, Regn (RegenFornöielse (Vergnügen) En VenEn Fiende
    glad frohfattig armRig. reicklog kluſlet ſchlechrolig ruhiſtor groliden klei
Es regnet. Die Sonne die ſicverkrochVerkriecht ſich immer weitenochO liebe Sonne ſo komme doch, Komm balde. Es regnet aber immer noch„Ich glaube der Himmel hat eiLoch.Kann ſein. Es regnet immenoch
  • Schütte wegen der Fahrt nacKopenhagen. KonſulHolſtenthor. Gang um die Stadt
  • Marienkirche. Todtentag. Diaſtronomiſche Uhr. Die BildeOverbecks. Altar (voThomas Quellinus). Bergen-fahrerkapell. Offen vo10–1
  • Der Dom. Der Altarſchran(vielleicht von Memling). – DeKüſter Hartengrub740
  • Jacobikirche. AltarſchreinKüſter Breiteſtraße 770
  • Rathhaus. RathhauswärteHüxſtraße 346
*Frederiksborg und Fredens-bor
    1. Lübeck2. Kopenhagen, Stadt und Volk3. Weſterbro. Tivoli. Alham⸗br. Frederiksborg*4. Norrebro. Der Thier⸗garte. KlampenborgEremitage. O.Orla Lehmann. de Meza5. Roeskilde und Helſingör6. Das Roſenborger SchloßDie Gallerieen iChriſtiansburg und Thott’sPalai7. Die National-GallerieDäniſche Schule8. Thorwaldſen⸗Muſeum unMuſeum für nordiſcheAlterthüme. Das Dagmar⸗Kreuz9. Däniſche Kriegs⸗ und Soldatenlieder
Dampfkibs Billet NoNumero 492
fo
en Kahyts-Plad
mellem Aalborg og Thiste
eller do. – Nykjøbin
do. –Skiv
Løgstør – Lemvi
do. – Strue
do. – Skiv
Thisted – Lemvi
do. – Skiv
2 Rdl. 3 Mk. RM
Billetten afleveres ved Afgangen fra Skibet

Dampfschiffe von Lübeck nach Stockholm.

    Bore (ſchwediſch) IISkåne (ſchwediſchSvea (ſchwediſchLennart Torstenson (ſchwediſchBråwiken (ſchwediſchAlexander (nach Reval uund Helsingfors