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1874.

<Schreiberhand Friedrich Fontane>
    Inhalt
  • Enthält
    Enth.
    Entwürfe zu
    „Schach von Wuthenow
  • In der Taſche am Schluß
    eine Paßkarte u
    〃 Rechnung au
    Wernigerod
  • Fr. F.Friedrich FontanN. R.Neu Ruppin 2/III 23
<Schreiberhand Theodor Fontane>
NoNumero> 125
Pass-Kart
auf das Jahr 1800 Vier und Siebzig
für
Den Schriftſteller Herr
Theodor Fontane
Königliches
Königl.
Polizei-Präsidium V.
Abteilung
Abth.
zu Berlin.

Hilger Kerſte
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Alter: 30.12.19 geb: geboren Beſondere Kennzeichen
Fehlen
Statur: groß
Haare: dunkelbraun
Unterschrift des Inhabers.
Th.Theodor Fontan
Wer die Paßkarte verfälſcht, oder von einer verfälſchten wiſſentlich Gebrauch macht, oder eine fü
einen Andern ausgeſtellte für ſich gebraucht, oder die ihm ertheilte einem Andern zum Gebrauch über
läßt, wird mit Haft oder mit Geldſtrafe bis zu fünfzig Thalern beſtraft
  • 1. Notiz-Zetteund Zettel voJenny ſteckein dem Täſchchehier zur Seite

Pappenhei„eventuell
    2.56331.
    4.7

In dem Salon der Frauv. Carayo waren einigFreunde und Bekannte verſammelund führten, wie es in dieſemSalo herkömmlich war, uden Theetiſch her ein lebhafteGeſpräch mit der Herrin desHauſe, während die Tochter Victoiram Theetiſch beſchäftigt war unnur danund wanſich wandtum aufzuhorcheoder durceinhingeworfenFrage ihrTheilnahman deGange de
  • 1. Drei Zimmeauf 8 Tagfür 7 Thale

  • 2. Von 15. Julbis 15. Auguſt eventuell auacht Tage mehr mit Küche 60 Reichstale

Geſpräches auszudrücken. DieſeGeſpräch wurdſehr lebhaft geführund ſchien ſicum Tagesfragen zdrehn, denes waren diMaitage 180und die Aufregunwar noch groüber diHaugwitziſcheMiſſiodie zu eineEinvernehmemit Frankreiczur Beſitzergreifung von Hannovegeführt hatte. Frau v. Carayoeine ſchöne Frau von wenig über 3ſchien dieſe Abmachungen fümiſſlich anzuſehn und namentlicdas Geſchenk Hannovers als miſſliczu betrachten. „Ich meine, makann nicht verſchenken, was manicht hat“ bemerkte ſie und deneben ihr ſitzende Offizir vom RegimentGensdarm küßte ihr die Hand, zuZeichen ſeiner beſondren Zuſtimmung„Ihrer Zuſtimmung war ich ſicherlieber Alvensleben. Aber ſehen Siwie importabel unſer FreunSander daſitzt und unſer FreunBülow dreht ungeduldig an ſeineSchnurrbartſpitze. Und ſo oft icdieſe Spitze ſehe, iſt ein ſpitzeStoß nicht fern. Victoire, präſentire oder beſſer reiche Herrnv. Bülo einige von den CarlsbadeOblaten. Ich weiß, er liebt ſie. Daeinzige Oeſtreichiſche was er gelteläſſt
Der angeredete lächelte vor ſichin und ſagte dann zu einem nebeihm ſitzenden Herrn mit dunklem Vollbart und Emboinpoint: Sander ſprecheSie. Sie haben es geleſen
Wozu ein ſchwacher Bericht, wenman das Original haben kannSprechen Sie ſelbſt. Wenich das wiedergebe ſo iſt dawie Spree oder Havel, bei ihnedonnert es wie der Rheinfallbei Schaffhauſe. Und ein ſfeiner Kenner der Herzen wirdoch wiſſen, was Senſatio(?) bedeutet, was Frauenherzewohlthut. Leidenſchaft. Sie

Herr
H.
v. Bülow
.

  • 1. Er iſt Anhängevom Bündniß mitFrankreic, Anhängevon Haugwitz H. v.Herr von Bülow ſchreibt dies im April 1806. Kurz vorher hatte man Haugwitz die ╒ und Lombard, billigt ihre Politik von 1805. Solltwas im Bündniß miRußland u. Oeſtreicgeſchehen, ſo mußtes vor Ulm unjedenfalls vor Auſter-lit geſchehn. Nachdedies geſchlagen, wadas was Haugwitdurchſeztzte – Bündniß aldoch Quaſi⸗Freundſchafmit Frankreich – daeſte. – Ha | S. S.Siehe Seite XLVII.
  • 2. Haß gegen Rußlanund Oeſtreich und EnglandVerachtung Kaiſer Alexan-der
  • 3. Am 14. April ſtehim Morning Chroniclman habe dem MiniſterHaugwi die Fenſteeingeworfen. A14. aber war v. H.Haugwitnoch gar nicht auParis zurück. Eſcheint alſo, davon England aus deAnſtoß kam, ezu thun. – Laich alſo die ganzScene AnfangEnde Aprioder Anfang Maſpielen, ſo läßt ſicdiesſe Haugwitz-Geſchichtals Neuigkeit ſehgut einführen. Undaran reiht ſicdann alles andreEiner von den andren ſagdie Stelle: „er corrigirjeden, ſchlägt Schlachten audem Papier und kankeine Compagnie über eineGraben führen.
  • 4. „Hannover, welcheein Sitz aller Vorurtheilund des nichtigſteEigendünckels iſt. S.
    SieheSeite
    LII.
Fenſter eingeworfen1. Kapitel 1
SiniSalo { Frau v. Carayo
Victoire v. Carayo
Buchhändler Sande
Lieutenant v. Alvenslebe
Heinrich v. Bülow

H.Herr v. Bülow führt daWort, namentlich gegeSander gerichtet, danund wann auch gegeAlvensleben, der ſeialtmärkiſcher Landsmann iſt
Zuletzt kommt SchackhDas Geſpräch nimmt momentan eine andre Wendung. Schach ſpricht ſehpreußiſch, ſehr loyalſehr königlich und prinzlich
England, das alles Engliſche überbieten möchte, iſt mir vollendzuwider. Unſre preußiſchWirthſchaft taugt auch nichtsſie iſt grundſchlecht und Mirabeahatte Recht als er ſchrieb: dieſePreußen ſei eine Frucht, diſchon faule bevor ſie reif geworden ſei“ aber faul oder nichteines haben wir: wir ſtehein der Zeit, wir haben einAhnung davon, daß die Welt eineSchritt vorwärts gemacht hat, daſich große Dinge vorbereiten. IHannover iſt alles Stagnation. Adelund Beamten und Profeſſoren Wirthſchaft und alles denkt ſich daBeſte. Wir wiſſen wenigſtendaß wir nichts taugen. Un immer in hergebrachtenconventionellen Formen
Bülow hört es an unfährt ihn über den Mundthut ſich aber doch nocZwang an
Dann trennen ſie ſichAlvensleben, Sander, Bülogehen in eine Weinkneipe. Hier werdeSchachs Perſonaliedurchgenommen. Dann wirauf ſeinen Charakter, ſeinEitelkeiten, ſeine Stellunzu Frau v. Carayon eingegangen. Die beideerſten, namentlich Sandefranzöſiren, Bülow iſheftig, ſtark verurtheilenin ſeinen Ausdrücken. Danfreuen ſie ſich. – 2. KapitelBrievon v. Schach an Frau v CarayonLandpartie. Geſpräch über Bülo
et cetera
etc
etc.darin ſteckt unſer Vorzug. Erkenntniß. Iſt die da, ſo kanes wenigſtens beſſer werdenWir ſind ihnen nicht im Einzelnen voraus, aber im Ganzen vorauund darin ſteckt unſer Vorzug. Wihaben nun Gelegenheit zu zeigewas wir können; es iſt einſchöne Aufgabe; dazu ſind eDeutſche und es verlohnt ſich. AuPolen dürfen Sie nicht recurriren das war ein Terrain für unſrAbenteurer, und man dachte: FüPolen iſt’s gut genug, deStaat ſtrengte ſich nicht anjetzt muß er’s. Und dieſAnſtrengung wird ihm ſelbewohlthun
Victoire, während das Geſpräcging, hatte ſich neben die Mutter audas Sopha geſetzt und ſagte: Sie ſprechen vodem Dünkel und Vorurtheider Hannoveraner. Trifft es unnicht auch allem Polniſchen gegenüber. Sind wir ihnen ſo überlegen, wie ſich alle Welt hieeinbildet
Es ſchien daß Bülow antwortewollte, als Rittmeiſter von Schacgemeldet wurde. Gleich darauf traer ein. Erſichtlich erregt. Eerzählt nun, daß man dem Grafen Haug-wit
die Fenſteeingeworfen habe. Büloerregt. Schimpft auf diBerliner. Es madies Hannover ein DanaeGeſchenk ſein, das er unſs gbracht hat, aber eins hat eser ungebracht, den Frieden, und das iſungeheuer viel. Es bedeutet unſrRettung, vielleicht unſer Glück. Nuperorirt er los, entwickelt diSchkeit aller Staaten, und diHerrlichkeit der Univerſalmonarchie

Ei Noſtitz Sie hier? Waruhaben Sie geſchwizt? DeHitze halberheiße Apriltage ſonderiſt daß er Maikräuter gelieferhat. AlſMaibowle
Via due Macelli. Via Sisti⸗n. Via Gregoriana. Piazzadi Spagn, Piazza Barberini

Barskewit

Großmutter Schack.


Thüringen. 1. Sommer.Garten. Laube
Es iſt Juli und der kleinGarten hinter dem ThüringerWeberhaus ſteht iSignora Reinhard, Via diquattro Fontan NoNumero  ? (VoPiazza Barberini kommend linkvon den 4 Fontainen auohngefähr das fünfte Haumit einem Hirſch in Relieüber der Hausthür
Mittag⸗ und Abendeſſen beCarlin(deutſch), dam oder in Nähvon Piazza Barberini. Gegenübevon Carlin ebenfalls eideutſches Speiſehaus. – Eiandres gutes Speiſehaus iſVia due Marcelli; es heißt„Al Genio.
Maler Dreber: Passeggiatadella Ripett (am Tiber) NoNumero 1. 1 Trepp
Maler Riedel: Via Mar⸗gutt NoNumero 60 (?
Bildhauer Gèrhardt im ſelbeHauſe wie Maler Dreber
Ehlert empfiehlt: Nedeau ieiner kl: kleinen Straße zwiſchen Corso unPiazza di Spagna, wahrſch: wahrscheinlich Via della CroceIm Uebrigen: Carlin, tre LadroniFalcone. Letzter von dieſen der beſte
Fr. WolffhardBuchbinder MeistePapierhandlunLeipziger Str. 10
Hôtel Mühlenthal
Rechnung für Herrn Fontan
Lithographische Anstalt von
Lith. Anst. v.
B. Angerstein
von C. C. Graumann.
    Reichsmark
    RM
        28 50
Dankend quittirſc C. Grauman

Theodor Fontane geb.geboren zu Neu⸗Ruppin, deutſcher Dichte
und
u
Schriftsteller. und zugleich einer der geistvollsten jetztlebenden Theaterkritiker. – Eine Reihe von Liedern iwelchen er in friſcher Weiſe preußiſche Kriegsheldebeſingt wurden finden eine große Verbreitunund werden namentlich zu den beliebteſten Schulliedern.gezähltSeine „Wanderungen durch die Mark Brandenburgſind ungemein lebensfriſch geſchrieben. – Außerde