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1879.

<Schreiberhand Friedrich Fontane> <Schreiberhand Theodor Fontane>

Ilsenburg

. (Altes Schloß)hof.
Stadtplan; IlsenburgIlsenburgIlsenburg. Niedriges HausNiedriges HausNiedriges HausLang-schiffAltes Hausaus neuer Zeit.AlterThurmHalb-giebel.Eingang.NiedrigesHaus.Alte MauerHolzpforteAltes Hausmit x------xSteintreppe vonaußen.Neues Hausmit RundbogenNeuesHausGiebelhausmitRundbogenEin-gang
Die romanische Kirche, um 1700 imInnern marmorirt, hatte ursprünglichzwei Thürme und der Grundriß waretwa folgender:
Gebäudegrundriss; KlosterkircheKlosterkircheKlosterKlosterkirche Ilsenburg. A.B.C.D.
  • A. Kirche; ein-schiffig.
  • B. „Mittelbau“;mit einem Schräg-dach an demKirchengiebelangeklebt.Früher Haupt-Eingang indie Kirche.
  • C. Thurm, dernoch steht.
  • D. Thurm, derfehlt.
Gebäudeaufriss; KlosterkircheKlosterkircheKlosterKlosterkirche Ilsenburg. abc.de
  • a. Romanischer Thurm-Unterbau
  • b. Holz-Aufsatz mit
  • c. angeklebten hölzer-nen Thürmchen etwa aus 1780.
  • d. HervorschauendesGiebelstück vonder altendahinter-gelegenenromanischenFeldsteinkirche
  • e. Alter Stein-vorbau als Eingang indie Kirche mit zugemauertem Rundbogen und ein-geschnittenem Spitzbogen.
Details
  • 1. Am Holzthürmcheneine Uhr
  • b. Obenauf eine Wetter-fahne.
  • c. Aus dem Gemäuer desThurmes wachsenBirken und Ebereschenheraus, und wildeKirsche.
  • d. In den alten Eingang-Anbau tritt man durchein gothisches kleinesPortal. dann ein schilderhausgroßerVorbau, aus demnun eine Rundbogen-Thür in den eigentlichenThurm-Anbau führt.Ueber dieser Rundbogen-thür ein altesromanisches Relief: Maria mit 2 Heiligen.Das Portal selbst aufromanischen Kapitellenruhend, aber wahrscheinlichspäter eingesetzt.
    Dieser alterMittel-Eingangin die Kirche, früherder Haupt-Eingang, hatte auch nach links einensolchen Thurm, wieder rechts jetztnoch stehende.
Altes Stück vomIlsenburger Schloß. Hof- front. Die Vorderfrontblickt auf die Ilse-Schlucht
Gebäudeaufriss; Schloss IlsenburgSchlossIlsenburgIlsenburgSchloss Ilsenburg.
Das Charakteristische ist der steinerne Anbaueiner Seitentreppe mit eisernem Gitter. Rosen, Cypressen,Wilder Wein, AechterWein, Epheu, Birnbaum,Goldregen. Der wildeWein klettert bisaufs Dach. Gossen laufenherunter. Hollunder.Obstbäume. RotherFlieder.

    Wald- u. Wiesen-

    blumen

    Anfang August im Friede-rikenthal zu Wernigerode.
  • 1. Distel.
  • 2. Schaf-garbe.
  • 3. Löwen-zahn oder Lowen-kraut (Linaria)
  • 4.Unserer Liebenfrauen-bettstroh.
  • 5. Wolfs-milch.
  • 6. Nessel(aber schon abgeblüht)
  • 7.. Wollige Königs-kerzen (abgeblüht)
  • 8. Fingerhut (halb-
  • 9.Rothe wilde Nelke(??)
  • 10. BlaueGlockenblume, Cam-panula.
  • 11. Thymianund Feldkümmel (Serpen-tyll) bunt und kleindazwischen, nochblühend,
    Disteln, „Bettstroh“ unddie hohen rothen, lang-weiligen Sumpfblumenmit Blättern wieWeidicht, standenin Massengruppen,wuchernd.
Echium vulgare, Plantago(Wegerich.); wilde Kamille.Tanacetum (Wurmkraut); Tussi-lago; Ledum (Sumpfpforst);Knöterich.

    An Mete.

  • 1. Ein Petschaft
  • 2. Karte von Lebus(liegt irgendwo aufeinem der Tische zu-sammengeknifft.)
  • 3. Zwei alte Taghemden.
  • 4. Flasche Cap Constantia.
  • 5. Sind „Rundschau“ und„Westermann“ ge-kommen? Dannschicken.

Graumann’s Wassermühle im Mühlenthalbei Wernigerode.

Gebäudeaufriss; WassermühleWassermuehleWernigerodeWassermühle in Wernigerode.
In dem Linksstück (Langhaus) istdas Schneidewerk für die Hölzer. Andem Giebelstück vorbei, in einer Holz-rinne, läuft der Mühlbach, passirt denoffenen Thorweg direkt unterhalb des kleinenGitterstücks und trifft dann bald dasRad.
Im Hintergrunde hohe Berge, theilsMatten, theils mit Tannenbestanden;ringsum Wiesen mit Obstbäumen;die große Straße führt dran vorüber, vonNußbäumen eingefaßt. Das hübscheste und charakteristischste Stück ist der offene Thor-weg, an der Stelle wo Giebel undLanghaus sich berühren; das Rinnen-Gitter durchschneidet es und dahintersieht man das dunkle Laub vonLinden und Nußbäumen.
Hauptsache. Das große Schwung-und Wasserrad von 14 Fuß Durch-messer. Der abgeleitete Bach ftürztaus einer breiten Holzrinne drüber. DiesWasser-Rad ist draußen, dicht neben dem Mühlhause und stecktin einem Holzschuppen wie in ei-nem Gehäuse drin. Der untere Theildes Rades steht schon in einemErdausstich – also wie im Keller,und wenn man an dem Radeetwas thun will, so muß maneine kleine schmale Steintreppeniedersteigen, als ob man ineinen Keller wolle. DieSteinstufen sind schmal und von Gras und Nesseln überwachsen. Dannkommt ein Thürchen und nun stehtman halb wie in einemKellerraum, das große Schwun-grad dicht vor sich oder nebensich. Ueberall ist nur ein schmalerzwei, drei Fuß breiter Raum.Alles dunkel, nur dann undwann sieht man nach oben hindas Wasser blitzen, wo einLichtstrahl durchs Dach fällt.
Sankt-Georgs-KapelleWernigerode.Grundriß.
>Gebäudegrundriss; St. Georgi Kapelle, Sankt-Georgs-KapelleStAWernigerodeSt. Georgi Kapelle in Wernigerode. Anbau mit Thürmchennach Art eines
gothischen
goth.
Seitenschiffs
AEigentlichegothische KapelleB.C.
Gothischer Anbau, Giebelnach vorn. Dieser Anbaudient wahrscheinlich fürBahre, Tücher etc.An dem Frontgiebel, dergroßen Straße zu, befindetsich ein ganz kleiner Eingangund darüber und danebendrei Nischen, einegrößere und zwei kleinere mit mittel-alterlichen Skulpturen
Gebäudeaufriss; St. Georgi Kapelle, Sankt-Georgs-KapelleStAWernigerodeSt. Georgi Kapelle in Wernigerode. abc
Hierher gehörtdann Wuster-hausen unddie Bes-kow-Stor-kow-Kapitel
Dampf-Schiffahrt
zwischen
Lübeck u. Stockholm.

Das rühmlichst bekannte schwedische eiserne Dampfschiff
Bore,
geführt von Capitain C. Örnmark,
wird bis Sonnabend, den 12. November, seine
Ladung an Bord nehmen, um Sonntag mit Tages-
anbruch die Reise anzutreten.
Nähere Auskunft ertheilen
Geo. Fr. Nölting & Söhne.
Lübeck, den 9. November 1864.
Nach Gothenburg
wird nach Ankunft sofort expedirt:
CAPT. Cederberg, schwedischer Schooner
Rosenberg.
Nach Stavanger
wird prompt expedirt:
CAPT.M. S. Mauritzen, norwegisches Schiff
Porto la Pano.
Nähere Nachricht ertheilen die Schiffsmakler
Mildberg & Engström.
Der am Sonntag Abend telegraphischangesagte Besuch
Seiner
Sr
Kaiserlichen
und
u
Königlichen Hoheit des Kron-prinzen
ist leider gestern Nachmittagwieder abgesagt worden. Da esnicht der Hohenzollern Art ist,gefaßte Pläne launenhaft zu än-dern, nehmen wir ein ernstesHinderniß an u. wünschen vonHerzen, daß vorhandenes Unwohl-sein zur Freude aller getreuenUnterthanenherzen bald gehobenwerden möge. Die Redaktion.

Thorenspiegel.Von Stadtgerichtsrath WertherSondershausener Geschichten.
Nicht ermittelt. MirdurchdendickenHaaseempfohlen.

Mir
durch
den
dicken
Haase
empfohlen.
3. Kapitel.
<Beginn Erledigung>
Das zweite schließtdamit ab, daß sieheimgehen.
Balzer sagtenichts am andernTag. Er tadeltenicht, er sprach auchnicht von dem Brand,wenigstens nicht inHildes Gegenwarte.Nur mit Grisselein kurzes Ge-spräch. Er lobtes, daß sie dawar. „Sie kann
<Ende Erledigung>
<Beginn Erledigung>
also auch ungehorsam sein. Sieh,Grissel, das gefälltmir. Der Menschmuß gehorchen,das ist das erste,sonst taugt ernicht. Aber daszweite ist, ermuß nicht ge-horchen, sonsttaugt er auchnicht. Wer immergehorcht, das istein fauler Knecht,
<Ende Erledigung>
<Beginn Erledigung>
ein Mensch ohneKraft, ohne Leben,ohne Liebe. Denn hat man dierechte Lust und Liebefür eine Sache, gutoder schlecht machtkeinen Unterschied,so kann manaus sich heraus,so kommt dieKraft und derMuthlose wirdmuthig und der Schwache
<Ende Erledigung>
<Beginn Erledigung>
hat plötzlich Kraft.
Grissel sagte: jaAber es ist gefährlichdamit. Denndas Böse kommt überjeden. Und dannist es besser keineKraft haben.
Nein, meineGrissel. DenSchwachen hatder Böse erstrecht. Das istdann die muthloseSchlechtigkeit und dasist die allerschlechteste.“
<Ende Erledigung>
<Beginn Erledigung>
Damit trenntensie sich.
Auch Grissel undHilde sprachenwenig von demFeuer, erst amAbend fragte Grissel
Bist Du traurig?
Nein.
Nun ein Gesprächüber die Mutter, überMuthe, die nieklagte und nieweinte, aberstill und herbewar. Und Hilde
<Ende Erledigung>
<Beginn Erledigung>
sagt nun esgefiel ihr besser.Hast Du Sehnsucht.
Nein.
Hattest Du dieMutter lieb?
Ja.
Aber nun ist dasHaus hin.
Ich seh sie dochund habe sie dochund habe dasGrab.
<Ende Erledigung>
Fontanes Notiz über Carl Ludwigs Roman „Der Thorenspiegel“ (zwei Bände, Leipzig: Otto Wigand 1847) entstand während seines Aufenthalts in Wernigerode zwischen dem 2. Juli und dem 1. September 1879. Er hatte dort die Bekanntschaft mit dem Schauspieler Friedrich Haase gemacht, der ihm den Band empfohlen hat (vgl. Chronik, Bd. 3, S. 2204, Fußnote 375, dort fehlt allerdings der Hinweis auf Fontanes Notizbuch).Fontanes Niederschrift zu seinem Roman „Ellernklipp“ entstand im Oktober 1879; die Überarbeitung und Abschrift des Notizbucheintrags beendete er vermutlich bis zum 15. Januar 1880 (vgl. Chronik, Bd. 3, S. 2215 und 2234; dort allerdings ohne den Hinweis auf Notizbuch E4. Vgl. auch GBA–Erz. Werk, Bd. 5, S. 170-172).