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187
I

  • Schweiz. Ober⸗Italie
    . Mün⸗che
    . Wien
Dinstag d.
dender
3. Augu st
. 1875.
Um 8 Uhr Abends Abreiſe auBerlin und zwar in eine„Cloſet⸗Coupé“. Fabelhafturdeutſch, barbariſch. Geſellſchafmäßig: eine Bourgeois⸗Familie Krüger, Schwager voPrediger Rolland) und ein reichervon Rheumatismus gelähmteRentier aus LichterfeldeDurchſchnittsgeplauder
Mittwoch d.
dender
4. Augus t
.
Ankunft in Frankfurt 7 1/2 Uhfrüh. Gleich weiter über Darm⸗ſtad, Heidelberg, CarlsruheRaſtatt, Oos (Baden-Badennach Freiburg. Ankuft 2 1/2Von Pinchen und Frau Grevempfangen. Nach Gartenſtraße. Vier Stunden geplaudertWegen ſchlechten Wetters deDom nicht beſucht. Man ſieh aber Thurm und Façademit Hülfe einer breiteStraße Avenue, die von der Eiſen-bahnſtraß aus bis zuſDom führt, ſehr gutIn der Eiſenbahnſtraße ſind Hôtels; eins (zum ZähringerLöwe) groß und elegant. BaErſt um 10 1/4 in Folge eineZugverſpätung, Ankunft iBaſel. Abgeſtiegen i„Storch“. Mäßig. Alleim Zuſtande eines gewiſſeUrmuffs. Uebrigengut geſchlafenDonnerstag d.dender 5. Briean Emilie geſchrieben, dandem ewigen Regevom Fenſter aus zugeſehnKein großes Vergnügen; de norddeutſchen Landregeſehr ähnlich. Um 4 1/2 UhAbfahrt nach Neuhauſen
Gebäudeansichten; BaselBaselBlick auf Basel vom Fenster des Gasthofs.

Dächer vom Hoffenſter im „Storchaus. Aber nur eiTheil davon
Alſo Abfahrt um 4 1/nach Neuhauſen. ReizendFahrt am Rhein hin. ErſRheinfelden (ich glaubder Ort, wo Kaiſer Albrechermordet wurde), danSäckingen, dann Lau-fenbur, eine Art Voroder Nachſpiel deSchaffhauſener Rhein-fall. Erſt um Uhr Ankunft im SchweizerHof bei Neuhauſen; ſchönes, großes, faſt ausſchließlich von Engländerbeſuchtes Hôtel in Frondes Rheinfalls. Dieſer iſaußerordentlich ſchön, meinErwartungen weit über treffend. Abendſpatziergannach Neuhauſen hineinum noch die Brückeunmittelbar im Rückedes Falls, zu erreichenauf Rath einiger Neuhauſener aber, die mir eineaccident prophezeihtenumgekehrt. SoupirtDie
englische
engl:
Gesellschaft sehrangenehm, aber etwafatiguirt; die deutſcheElemente höchſt traurig
Freitag d.dender 6. Ziemlicfrüh auf. Der Rheifällt immer noch. Frühſtück. An Emilie geſchrieben.Um 11 Abfahrt nach Con-ſtan; die Fahrt aUnter⸗See und der Main⸗a (?) hin, ſehr anmuthigDie Lage von Conſtanzan dem breiten, prächtigeSee, brillant. In diStadt hinein. Das Rath-hau mit Fresken. Denk⸗mal für die 1870 inden Krieg gezogenenConſtanzr, etwa 100davon 6 gefallen. Aintereſſanteſten das alt„Kaufhaus“ hart aSee, drin die Cardinälden Huß verurtheiltenDer betr: alte Saal jetzmit Fresken von FriedrichPech geſchmückt. – U1 1/2 Abfahrt von Conſtanzüber Romanshorn un Rorſchach nach Ragaz. In Romanshorn Dr. Hoep-ne und Familie getroffenGegen 6 in Ragaz. IHof⸗Ragaz Wohnung genommen und zwar i„Chalet de l’Impera-trice (weil KaiſerinEugeni eben darin gewohnt hatte.) Die Tami-n brauſte an meineFenſter vorbei. Geh.Geheim Ratv. Wangenheim begrüßtmich. Eine Stunde ſpätezum Souper. Frau v. W.Wangenheiund Frl. Elſy von alteLiebenswürdigkeit. Noczugegen von alten und neuen BekanntenProfeſſor Steinle und Tochteaus Frankfurt a. M.am Main, Oberſtv. Hahnk und Frau, Herrv. Reichli (früher badiſcheAbgeordneter oder Reichstagsmitglied) und Frau, Juſtiz-rath Adolf Staegemanund Frau, Johannes Scherund Frau, Herr v. Treskow⸗Friedrichsfeld und Frau, geb.geboreneGräfin Haesele. Mit dieſeallen hatt’ ich Converſation zu machen. Außerdem zugegen: Drdoktor v. Stein-rüc mit Familie unviele andre Berliner. Voſonſtigen BerühmtheitenCardinal Hohenlohe. – Nacdem Souper in meiChalet; bald zu BettNicht recht wohl; mäßigeſchlafen
Sonnabend den 7. August.
Erſt um 9 zum Frühſtücmit Wangenheims. U10 mit Geh. R.Geheim Rat v. W.Wangenheim Fahrnach Pfäffers, Beſuch deBades und der Tamina⸗Schluch. Sehr großartigunvergeßlich. Um 12 wiedein Ragaz. Herr v. W.Wangenheim zTiſch; ich in mein ZimmerAn Emilie geſchriebe(dritter Brief). Spatziergang in die Berge; audem „Buel“ Kaffe getrunken: WangenheimsSteinle’s, ReichlinsUm 6 wieder in RagazGepackt. Um 7 1/2 zuSouper. Um 8 1/2 Abfahrt nach Chur; u 9 1/2 Ankunft in ChurAbgeſtiegen im Steinbock
Sonntag d.
dender
8.
Um 4 3/4 Uhr Abfahraus Chur. ThuſisVia Mala (wundervoll)bis Dorf Splügen. Mittagbrod. Fahrt über deBernardin. Oben Waſſerſcheide zwiſchen Rhein und Städtchen SanBernardinMoeſa.. ReizendFahrt bergabwärts voSan Bernardino (Badeortbis Mesocco oder ſo ähnlich. Italien beginnt. Nocdurch eine Reihe von Ortſchaften. Zuletzt Bellinzona an der Ausmündundes Gebirgsthales und i Nähe des Lago Maggiore Quartier genommen im „En-gel, billig und gut
Montag d.
dender
9.
Um 9 Uhr Abfahrt voBellinzona (per Eiſenbahnnach Locarno. Hier aufDampfſchiff. Fahrt übeden Lago Maggiore biArona. Von hier peBahn nach Mailand. Ankunft 7 Uhr. Vorhean Somma (die Hannibal-Schlacht am Teſſin) und aLengano vorüber. Quartier genommen im Hôtelde la Vill; gut untheuer. Flanirt. Dom-plat, „Paſſage“, Piazza dellaScal
Dinstag d.
dender
10.
Auf die Poſt. KeiBrief. Flanirt. Dom-plat, „Paſſage“ (GaleriaVittore EmanuelPiazza della ScalaPiazza dei MercantiZwei Stunden gefahrenErſt nach St. Maria dellaGrazi; LeonardoAbendmahlsbild im Refek-toriu. Auch die Kirchintereſſant. Promenadenfahrt, Exercirplatz, Ber-ſaglierei-Kaſern (alteVisconti-Schloß) Arcodella Pac, Giardini publici, Statue Cavours beim Hôtel Cavour. Die Geſchichte ſchreibt ſeinen Na- men in Stein. ╒ Brera. Gemäldeſammlung. Spoſalizio, Far-benſkizze zum Chriſtus-kop auf dem Abend-mahlsbil, Schweißtuchder heiligen Veronicvon Guercino, ein koſtbareVelasquez, ein GentileBellin (San Marcuspredigt in Alexandrie) alleſehr ſchön. Auf deDomplatz zurück. FlanirtKaffehäuſer abgeſucht. InHôtel. Zum DinerIn die „Giardini publici“Militair-Muſik vom RegimentPrinz Amadäeu. Nach Haus
Mittwoch d.
dender
11.
Auf die Poſt. Brief voEmilie. Leider ſehr verſtimmt; ich als unſchuldige Schuldiger oder aucumgekehrt. FlanirtPiazza dei Marcantgenauer angeſehn ſehintereſſant. DaGanze iſt etwa ſo
Lageplan; Piazza dei MercantiPiazzadeiMercantiMailandPiazza dei Mercanti in Mailand. Piazzadei Mer-cantGaleria Vittore EmanuelGaler. Vitt. EmLeonardoStatuScala-Plat
    a. Dob. Arkade
  • c. Palaſt (ich glaubköniglicher.
  • d. Palazzo della Ragion
  • e. Palazzdella Cittmit deUhrthur
  • f. LoggiadegliOsii

Dieſe Zeichnung iſt nur ſehr ohngefähr zutreffend; deZuſammenhang mitdes Domplatzes mit der Piazzdei Mercanti iſt nichſo unmittelbar. Es verſchiebt ſich mehr. Aucſind die Einfaſſungsliniedes Domplatzes andersManches ſteht ſchrägTrotzdem reicht es aus
Der Palazzo dellaRagion, von PodeſtàTreſſen von 1228–3erbaut, iſt ſehr intereſſantJetzt unten Kornbörſeoben Archiv. | Relief u. Inſchrift. Ueberalin Oberitalien, begegneman Anklängen an deOrient, an das Saraceniſchedas via Venedi(Dogenpalaſt) ins Lankam. So der alte PalaſtCorteReal|nichtdel T–| in Man-tu. Hier dieſer Pa-lazzo della Ragion
Gebäudeansicht (Ausschnitt); Palazzo della Ragione, Palazzo della CittaPalazzodellaRagionePalazzodellaCittaMailandPalazzo della Ragione in Mailand.

Alles ziemlich helleBackſtein. UnverkennbarAnklänge an den Dogen-palaſ. Alle dieſe Bauteſind außerordentlich ſchöngroß und phantaſtiſch zugleichvoll poetiſchen ZaubersDie Renaiſſance-Bauteaus der Mitte des 17. Jahrhunderts die daneben ſtehſind einfaclangweiligzugleich unſchön überladen. Das archi tektoniſch Beſte, was icvon Palaſtbauten glaubgeſehn zu haben, ſindie alten florentiniſchePaläſte (vor allem Strozziund dieſe ſaraceniſch odedoch daranogenpalaſtlich⸗anklingende Bauten. DiRenaiſſance iſt nichimmer ſchön. Auch voihr wird ſich die Welwieder erholen. AlleModeſache
Ins Hôtel. LangeBrief geſchrieben. ZuDiner. In den Straßeflanirt; in der PaſſagEis gegeſſen; nacHaus. Geſchrieben
Donnerstag d.
dender
12.
Auf die Poſt. ZweiteBrief von Emilie. Derſelbe troſtloſe Tonſchmeckt alles wiTinte. Frühſtück ider Paſſage. In deDom. Mächtig unvon bedeutender Wirkung, abeallerdings ein wenig überladen; die durchbrochenArbeit (oder doch ſo gemaltin den Gewölbekappeiſt zu viel, macht unruhig, ebenſo die Marmorſtatuen, die entwededie Oberhälfte des Kapitells bilden ode es krönen. Das Inte- 1reſſanteſte iſt die Cryptkapelle und die Begräbniß-ſtätt des heiligen Carlvon Borromäu. – Audem Dom nach HausEinige Zeilen geſchriebenGepackt. Rechnung nichübertrieben hoch. U12 1/2 aus dem Hôtel. U1 Abfahrt nach Como. Ankunft gegen 3. AufDampfſchiff. Gegen 3 1/Abfahrt von Comogegen 5 1/2 Ankunfin Bellagio. DeSee wirkt anfänglicſehr ähnlich wie deLago Maggiore Vom Capo Lavedan (oder, da diLeute hier dieſen Namenden Baedeker giebt,nicht kennen, von VillaBalbianell an) wires aber ſchön und iſdieſe ganze Stelle biüber Bellagio hinauwohl dem Lago maggiore vorzuziehn. – Auder Landungsbrücke dejungen Lessing getroffenMit ihm ins Hôtel GranBretagne. Zimmer nebeneinander genommen. U6 1/2 zum Diner. Oberſtv. Hahnk und Herr v.Kotz auch zugegen; abegegenſeitig keine Notiz vo einander genommen. Flanirt, geplaudertFreitag d.dender 13. AuguſDurch ein ſtarkes Gewitter ziemlich früh geweckt. GemeinſchaftlicheFrühſtück. Dann eiBoot genommen; gemeinſchaftliche Beſichtigung der VillMelzi; hier trennewir uns. Er (Leſſingkehrt über Lugano idie Schweiz zurück; ichim Boot, zunächſt nach VillaCarlott, dann ins Hôtezurück. – Geſchrieben. ZuDinner. Verſuch VillaSerbellon zu erreichenum von dort aus übealle drei Arme deComer-Sees eineBlick zu gewinnenaber den Weg verfehltMüde und erhitzt in daHôtel zurück. Alles zuAbreiſe arrangirt
Sonnabend d.
dender
14. Augus t
.
Um 4 Uhr auf; um am Landungsplatz des Dampfſchiffes; um 6 mit deSchiff nach Lecco. DieſeSee-arm, weil ean ſeinen Ufern natürlicher, ungeleckter iſt aldie andern, gefällt mifaſt am beſten. U7 1/2 in Lecco. Sacheauf den Bahnhof ge bracht. Dann in den 1Lion d’or, um daſelbſ4 Stunden bis zum Abgandes Zuges abzuſitzen. U11 1/2 nach Bergamo. Ieiner Stunde, mit Hülfeines guten Kutſchers, diStadt abgeſucht: Palazzovecchi, Broletto, DomS. Maria Maggiore, Capelledes Colleon. Um 23/über Brescia nach De-ſenzan am Garda⸗SeeUm 4 ¼ Abfahrt, um 8 3/Ankunft in Riva. DeSee weitaus der ſchönſteRiva entzückend gelegenDer ganze Momenſehr ſchön. Im Freien, aSee, ſoupirt. Lauben, LampenLichter und – Luna darüber In einem Prachtzimmer geſchlafen, das immer die Paſſanten erhalten, auch die kleineNummern, um einen guteEindruck mit nach Hauſzu nehmen
Sonntag d.
dender
15.
August.
Ziemlich früh auf. Iden Lauben am See gefrühſtückt. Die Schattenſeitvon Riva kennen gelerntſeine Sonne. Das iſt gufür die Limonen⸗Zuchtaber nicht für den ComfortMan verkommt hier voHitze. Nur ſo erkläres ſich, daß der See und dieſſeine berühmteſte (keineswegs ſeine ſchönſte Stelleſo wenig in Aufnahmiſt. Engländer gar nicht Dies iſt ſehr charakteriſtiſch. 1Man begegnet ihnen nurwo alles mollig iſtſehr hübſch(Fortſetzung im nächſten Buch)ſehr hübſch(Fortſetzung im nächſten Buch)
Lageplan; Piazza del Duomo, KirchenplatzPiazzadelDuomoKirchenplatzBergamoPiazza del Duomo in Bergamo. S.
SüdSüd
O.
OstOsten
W.
WestWesten
N
NordNorden
Brolett
  • a. Der Dom (ſeinForm konnt’ ich nichſehn
  • b. S. Maria Maggior
  • c. Capella Colleoni (diesſchiebt ſich aber, ohne Zwiſchenraum, in den Winkel von S. Maria hinein
Dom und S. Maria MaggioreWwiewohl ers von jenem heiß„modernes Gebäude“ unvon dieſer „romaniſche Kircheaus dem Jahre 1173“wirken ganz gleich; ja S. Ma⸗ri wo möglich nocmoderner. Natürlich. DaNeue wird in alten Formen gebaut und das Altwird in ſeinem Kleid beſtändig moderniſirt. IDom iſt eine reichKapelle, die „Chriſtus Kapelle“, mit vielen Freskein der Doppelkuppel. Intereſſanter iſt S. MariaMaggior. An überaureicher, namentlich auch farbenreicher Ausſchmückung übertrifft S. Maria Maggiore „la prima chiesa dellcittá“ (wie der Küſter ſagte,) den Dom beWeitem. Die eingelegten Holzarbeiten (In-tarſien von Fra Damiano ſind entzückendDie 4, die ich ſah, ſtellen dar: ArchePharao und das rothe Meer, Judith u. HolofernesDavid u. Goliath. Ob die Compoſitionewerthvoll ſind, ſtehe dahin; ich hatte keinZeit zu genaurer Muſterung. Nur von einem gewiſſen, einem kunſthandwerklichen, nur die Gefälligkeit der Dingins Auge faſſenden Standpunkt aus, iſt jedes einzelne Blatt anmuthend. Mamöchte es beſitzen, aden ſchönen Farben, brauund gelb, ſich erfreun. DiKirche iſt an großen Bilderreich; mein Auge flog nudrüber hin, der Werth Einzelner war aber unverkennbar. In einer Eckvom ChorHaupt⸗ und Querſchiff iſdem in Bergamo geborenDonizetti († 1848) eiMarmor⸗Denkmal errichtetIn ſeiner Art ſehr bemerkenswerth. Die Muſe des Geſangesund der Muſi, gleichviewelche, trauert; | ihr zFüßen, in Flachrelief, dasePortraitkopf Donizettisam Sockel ein breiteFries, der die Hauptſache iſt. Es ſind 6 oder 8 Ge-nie, von denen namentlich 4 mich feſſeltenZwei dieſer Genien weinen bitterlich, wie betrübtKinder, die denen ihr Vogel weggeflogen iſt, zweandre machen ſich mit ihrer Leier, wie mieinem Spielzeug, auf das ſie ärgerlich ſind, zſchaffen. Der eine hat die Leier erhobenum ſie zornig zu Boden zu werwerfen der andrezweite ſtößt die ſeine bereits mit deFuß. „Was ſollen wir noch damites verlohnt ſich nicht mehr; er iſt todt.All dies hat etwas durchaus Komiſches, zuLachen Reizendes und paßinſofern nicht auf ein Denk-ma, das einen Geſtorbenefeiern ſoll. Aber wozu wäredie Ausnahmen? Der Doni-zett-Fall ſcheint mir eiſolcher. Der Maeſtro wirſelbſt als ein heitres, gelegentlich betrübtes odeſchmollendes Kind geſchildert, voll Liebenswürdigkeit aber ohne alle Größeſo daß mit Rückſicht auſeine ſpezielle Natur unBegabung dieſe Art deHuldigung ſchon gewählwerden durfte
Sehr intereſſant iſdie Capella ColleonisPietsch hat ausführlich darüberberichtetIch kann ſpäter ſeinen Artikel hier eiebe. nkl. Es ſcheint, daß man ſowohl die Kapellwie ihren Inhalt ſchön findet. Ich kann es nichtDer Bau iſt bunt und langweilig, nach meineGeſchmack beinah unſchön; ich habe für dieſRenaiſſance-Formen gar kein Organ. Ueber-haupt für die Renaiſſance nur in ihrem beſtenummern ein likingN Das Grabmal Colleoniſelbſt theilt in meinen Augen das Schickſader Kapelle. Der vergoldete Reiter iſt an deGrenze desbeinah rRidikülen; jedenfalls verhält ſteht er nebenſich zdem Colleoni in Venedig blos wie eiPfefferkuchenmann. Viel anſprechender iſt ader Linkswand daneben das Grabmonumenſeiner Tochter. Es ſcheint eine feine Arbeitin einer gewiſſen mageren Aſceſe wietwas ſehr Durchgeiſtigtes wirkendIn einemdem E kleinen Chor ⸗Stück der Kapellewo auch der Altar iſt, befindet ſich eiBild von Angelika Kauffmann. EineMari (ich glaube auch Joſeph neben ihrglücklich lächelnd über das Spiedes ChristusJeſus⸗ und des Johannes⸗KindeNatürlich nichts Größtes, Produkt des 18. Jahrhunderts, aber mit Rückſicht auf die Zei
Vom Palazzo nuovo iſt nichtzu ſagen. Der „Broletto“ iſeins jener vielen mittelalterlichen Gebäude und Paläſte, dibeim Beſuch italieniſcher Städtimmer wieder zur Bewunderunjener großen, erf kühnen unerfindungsreichen ArchitekturEpoche anregen. Es warDeBroletto trotz Verſchiedenheivon Material und Farbe unMaterial (er iſt aus Hauſtein) erinnert ein Wenigean den Palazzo della Ragio-n in Mailand, dann wiedean die Loggia dei Lanzi iFlorenz, wenn dieſe nocein Obergeſchoß trüge. Untegothiſche Halle, darüber irgenein Verſammlungsſaal, daiſt das Prinzip. Aber, bei alleVerwandtſchaft immer neugeſtaltet, treten einem dieſe Dinge entgegen. Adieſem „Broletto“ ſoll ein Standbild Torquato Taſſoſtehn; iſt mir leider entgangen
Durch die offene Halle des „Broletto“ tritman auf den Kirchenplatz. Die Kircheneinſchließlich der Capella Colleoni, ſtehen hier ſo
Elfter BriefRiva d.dender 15. AuguſDas war geſtern ein reicheTag. Die Stunden theilten ſich wifolgt
    Um 4 Uhr auf
  • Um 6 Abfahrt von Bellagio biLecco. Ankunft 7 1/2
  • UmVon 7 1/2 bis 11 1/2 im Liond’o zu Lecco
  • Um 11 1/2 Abfahrt nach BergamoAnkunft 1 Uhr
  • Von 1 bis 2 1/4 in Bergamo
  • VonUm 2 1/4 von Bergamo übeBrescia bis DeſenzanoAnkunft 4 Uhr
  • Um 4 1/2 per Dampfb voDeſenzano nach Riva übeden Garda⸗See. Ankunf8 1/2
BergamoFür Bergamo hatt’ ich nueine Stunde, wo von 3/4 Stundeauf die Fahrt, 1/4 Stunde auf daSehen kam. Dennoch bezwang ich es, die alten Sehenswürdigkeiten der Stadt, wenn man erſt den Markplatzdie jetzige Piazza Garibaldi, erreicht hat, harnebeneinander liegen. So glückte es mir, mich ausreichend zu orientiren und die Hauptſachen im Bildmit heimzunehmen. Bergamo zerfällt ieine alte und neue, oder, was daſſelbe ſagenin eine obere unwilluntre Stadt. Jene heißt die „Città“, dieſBorgo S. Leonardo. Zwiſchen beiden, wie eiZirkel das Mauerwerk der alten Stadt einfaſſend, eine Gartenſtraße, aber nur voeinem gewiſſen Vorſtadtscharakter. Den Mittelpunkder „Città“ zu am vom Bahnhof zu erreichen, währtſelbſt im leichten Wagen einhalbe Stunde. Der anſteigendWeg iſt aber ſehr ſchön, ebenſdurch ſeine prächtige KaſtanienAllèe wie durch den Blickden er in die reiche, zum Theil parkartiglombardiſche Landſchaft gönntDie Altſtadt ſelbſt macht deentgegengeſetzten Eindruckalles ſieht nach Armuth ausVor einem Café⸗Haus, damir der Kutſcher als eigutes bezeichnete (ſeineLage nach auch ſein mußteließ ich halten, um eine„Wermuth mit Waſſerzu nehmen. Aber daLokal ſah kümmerlicher auwie eine Bierſtube iZehdenick oder Granſee. Nuwaren wir endlich aMarktplatz (Piazza Garibaldi). Der Kirchenplatz, auf deder Dom und S. Maria Maggiore liegen, ſchließſich, nur durch den Palazzo vecchio oder Brolettgetrennt, unmittelbar an den Marktplatz an, ſo daß daGanze folgendes Bild giebt
Lageplan; Piazza del Duomo, KirchenplatzPiazzadelDuomoKirchenplatzBergamoPiazza Garibaldi (heute: Piazza Vecchia)PiazzaGaribaldi(heute:PiazzaVecchia)BergamoPiazza del Duomo und Piazza Garibaldi in Bergamo. d u. Kirchen⸗platMarktPlatStraßStraßStraß
  • a. Palazzo nuovo, Façadunfertig. Sitz der Municipalität
  • b. Palazzo vecchio odeBroletto, trenndie beiden Plätze
    c Der Dom
  • d. und e. SantMaria Maggiormit der KapelleColleon
Gebäudegrundriss; Cappella ColleoniCappellaColleoniBergamoCappella Colleoni in Bergamo.
  • a. Angelika KaufmannMaria Bild (auch Joſepglaub ich) die Chriſtuund Johannes lächelnſpielend ſieht. Sehr hübſchInnig
  • b. Colleoni goldenzu Pferd etcet cetera etc
  • c. Seine TochterViel Schmuck unBilder
Gebäudegrundriss; Santa Maria MaggioreSantaMariaMaggioreBergamoSanta Maria Maggiore in Bergamo. S
SüdSüden
O
OstOsten
ab W
WestWesten
N
NordNorden
    a. Donizettb. Mayr
  • c. THolz⸗Intar-ſie
  • N. (Nord) Alte Bäume. RenaiſſanceRenaiſſancVorbau, RundbogenOben: Maria etc.Darunter: Ein Reitermit Bischof und Ablinks u. recht
Der Dom, unfertig, vornichts. Schöne Chriſtuskapelle linkmit
bemerkenswerten
bemerk:
Bildern übermAltar und in der DoppelkuppelHalb Baſilika, halb Bau, ſehr reich ornamentirtbunt, farbig, überall Ich muß alſo u11 1/2 aus LeccDann bin ich u12 Uhr 57 iBergamo
Hier muß ich nuden direkten Zunehmen, weil dieſeden andern überhol
Dieſer direktZug geht erſt u2 Uhr 18 Minuten(Der nicht⸗direkte ſchon u1 Uhr 22 Minuten) auBergamo fort uniſt um 3 Uhr 49 iDesenczano. Abfahrt von dort deBoot um 4 Uhr 15. In Riva 8 Uhr 30 Schluß zum 10. Brief Der Lion d’or giebt mir auch Gelegenheit, gleich noceine Bemerkung einzuſchalten, die ſich mir, ſeit dem 8 Tagen ich in Bellinzona eintraf, beinah allſtündlich aufgedrängt hat. Deras Nnord-Iitalienerſche hatVolk iſt docſehr anders als das römiſche und neapolitaniſche. Bijetzt bin ich nur einem geſitteten, wohlanſtändigenund daher unbettelhaften Weſen begegnet. Das meinich wWirklich ein Culturvolk. Artig, lebhaft, intelligent; geſchäftlich exakt, weder Betrug noch Unverſchämtheit, am wenigſtensn die berühmte Miſchunvon beiden. In Rom ſtört mich ein Dünkelfür den ich, eigentlich in nichts, kein rechtes Fundament finden konnte: die niedren Neapolitaner abeſind einfach Geſindel
Abfahrt von Lecco um 11 1/2 Uhr. Zunächſt bis Berga-m, von wo man audie große LiniMailand⸗VeronaVenedig übegeht

Zehnter Brief. Lecco 14. August

Um 6 Uhr früh voBellagio aus mit deDampfboot nach LeccoSchon um 4 Uhr warhatt’ icauf. mich herausgemacht. Der See war idieſer Frühe und Friſche ſehſchön. Der erſte hellSchein fiel gerade auf diBergſpitzen* als ich das Boobeſtieg. Während wir di„Punta di Bellagio“ umfuhren, ſah ich, von dePunkte aus, der eineBlick in alle dreArme des Sees geſtattetdie ganze Schönheit deſſelbenDer Lecco-Arm, deſich zu dem Arm zwiſcheComo und Bellagio etw ſo verhält,wie das UrnerLoc zu dem VierwaldſtätterSee, iſt, nach mieinem Geſchmackden übrigen und berühmtereSee⸗Partieen durchaus ebenbürtig. Er iſt unbelecktevon der Cultur, wenigereich an einfaſſenden Parkund Villen, was ihm ſehrabewohldurchaus kleidet. Er wirkdurch ſein urſprünglichereGepräge auch charakteriſtiſcher
Um 7 1/2 waren wiin Lecco, einerm betriebſamekleinen StadtOrt. Ich brachtmein Gepäck auf den Bahnhof und begab mich danin die Stadt zurück, iden Lion d’or. Icbereu es nicht, hie4 Stunden bis zum Abgandes nächſten Zuges nacDeſenzano warten z müſſen. Ein Zimmer habich natürlich nicht genommenſondern ſitze in dem, iſeiner Art entzückendem Alber⸗go⸗Hof, des Albergo. dervon allen Seiten eingefaßtbemalt und umrankt,einim Erdgeſchoß aus KücheStällen, Remiſen und Thorwegen imn Höhe deerſten Stocks aber auGallerieen beſteht. Uebedieſen Gallerieen iſt eiLeinwanddach ausgeſpanntdas die eine Hälfte deHofes in Schatten hältwährend auf der ander(ungeſchützten) Hälfte diSonne liegt. Untedem Leinwanddach ſitich nun mit andern Gäſteund ſchreibe dieſe Zeilen. Topfgewächſe und KübelBäume.: Camelien, Oleanderund Cypreſſen, bilden eineHonoratiorenplatz, einesalle à manger, in degroße,weiß gedeckten Tiſche ſtehnan denen Kellner, in langſchößigen ſchwarzen Merino⸗Alpaca⸗Fracksan gedeckten und ungedeckteTiſchen geſchäftig ſind. DiKüchenfenſter, nur ſechSchritt von mir, ſtehen offeund geſtatten mir eineBlick auf die rußigen Wändund die weißbemützteKöche. Wieder empfinich die außerordentliche AehnVerlichkeitwandtſchaft zwiſchen dem italiſchen und dem böhmiſcheLeben. In MünchengrätzSobotka und Gitſchin hab ic Scenen 1866 ganz Aehnliches geſehnZu gleicher Zeit drängt ſichmir auf, daß die Italianiſsimi unter unſren deutſcheKünſtlern und Muſikern, von ihrem Standpunkte aus gewiRecht haben; wenn ſie eineimmer wieder beſchwörendie großen Hôtels zu meideund die nationalen Albergos aufzuſuchen. Mawird billig, freundlicund ſehr gut befdient, lernVolk und Landesſitte kenneund kommt aus dem zuletzlangweilig werdenden, weiimmer gleichen ſcharf vorgeſchriebenen TouriſtenGeleitse heraus. Alles ſehwahr. Dieſer Lion d’oiſt im Grunde viel intereſſanteals das Hôtel Grande Bre-tagn von dem ich komme nichts deſtoweniger geht es nichtDie fabelhaften Gerüche, diaus allen Poren eines ſolchenationalen AlbergosGaſthauſes quellendie „Oertlichkeiten“ reſp. di„Jardins“ (wie es in Mailanhieß,) das beſtändige Gebundenſeigleichſam mitzukochen unmitzubraten – ſchaffen Zuſtändedie man in einem gewiſſeAlter und bei gewiſſen Verwöhnungen auf die Dauenicht mehr ertragen kannDazu kommt, daß dieſe Albergokeineswegs immer bei einemdieſeLion d’or entſprechen; efinden ſich auch wahre Räuberhöhlenund einmal dem ganzeSchreckniß einesvon Knoblauch-Cotelettund entſprechendem „Caffè“ verfalleniſt man auf 4 Wochen ruinirtNur unverwöhnte Mägen und Naſen, dürfen ſich nationalen Studiehingeben.
    Florenz. Medici (Strozzi. Pazzi. Riccardi etc.) Mantua. GonzagMailand. Visconti. Sforza
  • Venedig. Dandolo. PiſaniFalierei. Foscari. Cor⸗nar. Moncenig
  • Genua. Doria. Lavagna

Passage


Die 4 Fresken.
  • Europa ſitzt als Königin, diealRepräſentantin der Monarchieeda; ſie trägt Krone und Scepterneben ihr aber liegen, wiGeſchmeide, ſechs, ſieben andrKronen, was doppelſinnig iſund entweder heißt: „ich habviel davon“ oder ich fange anmich dieſes Geſchmackes zu entledigenDer Genius der Kunſt und Wiſſenſchafteine Flamme auf dem Haupt, währenſich ihr und ſteht vor ihr und hälden Lorbeerkranz über diAttribute der Kunſt u. Wiſſenſchaft: Globus, Palette, Säulenknäufe, Leier
  • 2. America (weibliche Figuwie alle vier) iſt zunächſt durcheinen neben ihr ſitzenden mexikaniſchen Häuptling charakteriſirt. Dieiſt ſchwach. Ballen, die ausgeladen werden, deuten den Handean. Auch ſchwach. Neben deAmerika-Geſtalt ſteht ein Schiloder ein Doppel-Medaillomit den Namen: Columbuund Waſhington. Auch billigNicht übel aber iſt es, da– wenn ich richtig interpretire nach der einen Seite hin dunkelrothes Abendgewölk, nach deandern Seite hin erſte Morgenröthe liegt. Soll wohl heißenein alter Tag geht zRüſte und ein neuer Tabricht an
  • 3. Aſia iſt auch nicht ſehr glücklich. Sie trägt einen Blumenkranim Haar und ſitzt träumeriſch, halbmärchenhaft da. Dies möchtgehn. Ein Chineſe – als Repräsentant der
    mongolischen
    mongol:
    Race – huldigtoder bringt Geſchenke. Iſt allenicht viel
  • 4. Afrika. Iſt am hübſcheſten. Pyramiden, Obeliskenin Front derſelben thront irgend einCleopatra oder ſonſtige aegyptiſche Königstochter. Ein Nubier (Neger) hat goldenes Korin dichten Bündeln geſchnitten unbringt ſie dar. Das Ganze eminent maleriſch. Die Aegypterin, der ſchwarze Neger und dagoldne Korn, ſtimmen vorzüglich zu einander

ganz wegfälltSaal 9Von Guercino eiChriſtus auf dem Schweiß-tuch der heiligen VeronicAuffaſſung ganz wie beCorreggio, aber ihlange nicht gleich kommend Temperafarben auf Leinwand gemalt. DeKopf Chriſti, den man ſo zu ſagen voKinn aus ſieht, ſo daß die Stirm faſverſchwindet, iſt wundervoll in ſeinegroßartigen Ernſt. Eine coloſſale LeiſtungDazu welche techniſche Meiſterſchaft! Alleiſt in der Verkürzung gemalt (Menzehat mal ähnliches gethan) ſo daß diFigur verzwergt wirkt. DiKunſt iſt aber ſo groß, daß das Häßlichwas an dieſem Maezenthum haftet, Saal 8Hier iſt eine würde-volle Piet von Man⸗tegn. Höchſt merkwürdiges Bild, ChriſtuLeichnam liegt auf eineStein oder Tiſch, deaber (er ſcheint ein Kiſſenirgend eine Rückenlehngegeben iſt. Maria, faſals alte Frau, und eine andrſtehen weinend daneben. In

Brera

Pinacoteca. Saal 7Ein kleines Zimmer nur, abereich an Schönheit
  • 1. Sposalizio. Es iſentzückend und zählt zu deallerſchönſten, das er je gemacht hat. Die „Transfigu-ration beiſpielsweiſe wirkſchon wie eine virtuoſLeiſtung; hier entfalteſich eben das Genie. Schönheit und Lieblichkeit ſinganz und gar über dieBild ausgegoſſen. Nichtſtört. Es wirkt dennocſehr zum Theil anderwie ein Stich. DieTempel-Architektur tritt nicht bloß unbeſcheiden zurück, ſondern wirkt ſtakrmit, in voller Farbenfriſche. Maria,der Prieſter, Joſeph und der Stabbreche ſinalle entzückend, jeder in ſeiner ArtMaria die zarte Mädchenhaftigkeit ſelbſtganz menſchlich noch; Joſeph ſehr trübſeligals habe er vorweg die Empfindung deVice⸗mannes. Die außerordentliche Sauberkeiund Sorglichkeit, weil ſie nirgends eiProdukt nicht vollen Könnens, ſondern nuder Liebe iſt, wirkt außerordentlich wohlthuend. Eiſt wundervoll erhalten. Kein Unthätchedaran. Ob in Folge von Uebermalung ſtehdahin
  • 2. Der Chriſtuskopf vom AbendmahlsbildFarbenſkizze. Es weicht ſehr ab. Abenicht in Folge von Veränderungen, die das Fresko-bil erfahren hat, ſondern es iſt überhaupt etwas ganz andres, ſo anders, daes mir fraglich iſt, ob es überhaupt diSkizze dazu iſt. Nicht nur der Ausdruck iſt total anders, ſondern auch diHaltung des Kopfes. Auf dem bildeFresko iſt der Kopf ziemlich ſenkrecht Gemäldeausschnitt; Christuskopf auf Da Vincis „Abendmahl“., hier auf der Skizze neigt er ſich, vom Beſchaueaus, nach rechtsGemäldeausschnitt; Christuskopf auf einer Skizze zu Da Vincis Abendmahlsbild.. Mir iſt der Kopdes großen Bildes lieber als dieſe Skizzedieſe Skizze wirkt ein wenig trübſelig unweinerlich, während die verklärte Reſignation nicht nur viel ſchöner und größer iſtſondern auch zu dem wichtigen Händeſpiel mehr paßt. Dieſe Skizze würdgar nicht dazu paſſen
    3. Velasquez. Ein todter Mönche (Bruſt⸗
  • ſtück) auf dem Todtenbette ruhend. Wundervolwie alles was vodieſem Meiſter kommt
  • 4. Rembrandt. Weibli-ches Portrai. Sehr ſchön
Hand (der aufgelegt mit der linkeFlanke auf den Tiſch gelangte Daumenwährend die Finger einzeln ungraziös in der Luft ſpielen.ſehr gelitten hat und äußerlich genommen wenig hervortritt. Eſagt reſignirt: „ja, es iſt numal ſo; ich weiß es; und icmuß es tragen und ich werd’ es. Chriſtus ſelbſt iſt ſehr ſchön; aber faſnoch bedeutender als der himmliſchFriedens⸗und Ergebungs⸗ausdruck den er in den Kopgelegt hat, erſcheint mir das waer in die Bewegung der beiden Händzu legen wußte. Das iſt ſbedeutend und tritt ſo hervor, daß edas war, was ich auf deganzen Bilde überhaupt in alleDeutlichkeit ſah, trotzdem die rechte ſein. Jacobus der ältre, etwas outrirtThomas, der Kopf gut, aber die Bewegung mit dem Schwurfinger nicht ſehanſprechend. So zu ſagen der Ausdruchinter dem höchſt charakteriſtiſch Gewolltezurückgeblieben. Philippus langweiliin Haltung und Ausdruck. Matthäus,Taddäus, Simo, ſehr gut, brillantKöpfe, aber ſ im ſpeziellen Bezug audie Situation nicht ſehr charaktervoll.riſtiſch gewirkt. Dennockann ich beim beſteWillen nicht ſagendaß mir alles gefieleBartholomäus gut; Jacobuweniger (was er wilkommt nicht recht deutlicheraus). Andreas ſehgut; Petrus vieweniger. Judas vorzüglich. Nach meineDafürhalten die glänzendſte Geſtalt des Bildesauch beſſer als der Hei-lan. Freilich auch dileichteſte. Johannes ſchönein bischen ſehr weiblicher könnte auch Magdalena ſoll z. B. bei Thomas gewiß heißen„ſchwört ihn (den Heiland) zrächen“. Alſo him ſtatt himself
Was nun das Bild ſelbſt angeht, ſiſt die Compoſition großartig, ebenſder Reichthum und die Lebendigkeider Charakteriſtik. Nichts kehrt wiederAuf jeden haben die Worte eigenartig, ſeinem Charakter entſprechend Alle dieſe Erklärungeſind der Mehrzahl odedoch der Hälfte nacſehr dumm. Nocdummer ſind ſie augenſcheinlich durch diUeberſetzung aus deItalieniſchen ins Engliſche geworden. Es

Leonardo da VincAbendmahl

Vom Beſchauer auvon links nach rechts
  • 1. Bartholomäus wilwiſſen ob Chriſtus ewirklich geſagt ha
  • 2. Jacobus ſcheint evon Petrus erfahrezu wollen, deer – hinter Andreahinweg – mit deHand tippt
  • 3. Andreas iſt wigeſchlagen von Schreck unErſtaunen
  • 4. Petrus interpellirimn heftigem Zorn(?
  • 5. Judas ſieht ſich entdeckund heuchelt Sicherheit
  • 6. Johannes wneigt ſicPetrus zu, wie dieſeih
  • 7. Chriſtus
  • 8. Jacobus der ältriſt Schreckgetroffen (eiſt der, der beide Armentſetzt halb nach rückwärtausbreitet
  • 9. Thomas mit erhobenem Finger ſchwörſich zu rächen (to revenge himself. (??
  • 10. Philippus betheuert ſeine Liebe.
  • 11. Thaddäus Matthäubeſtätigt die Wortedie Chriſtus geſproche
  • 12. Thaddäus äußerVerdacht (in ſuſpicionis
  • 13. Simon zeigZweifel
zu den Terraſſen vom Schloß, in volleHöhe ein anspringendes Pferd, auf deein Engel mit gezücktem Schwertſitzt. Alles voll Orangerie. Das Ganzvon Park eingefaßt
Nicht ermittelt.
    a. S. Mariab. Colleonic. Diand.. x---x x---
Condukteur der ſehr freundlicwar und zog in den „Eng-gel wo ich endlich malein, der ſeinen Namewieder ſchlief. Ich lag wieEhre machte. Was man nicht von allein Abrahams SchooßEngeln ſagen kann. Ich watodtmüde und ſchlief wie iAbrahamSchooß

SchloTerraſſe
So diTerraſſenach allevier Seiten hin. Abedie Geſammtform deTerraſſenbaus oblongObelisk, Engel, Statue überalin Hochſtelligen. Vorn am Eingang
Fenſter zu,. Hinein kuckend, hinein, begrüßte undurch das Schellenklingeln und ſeines Geſchirrs und nahm dann wiedebeſcheidentlich die Queue, in pflichtſchuldigeAbſtand dem Wagen folgend
Ich könnte in ſolchen Schilderungen fortfahren; abees wird zu viel und – Doubletten wirkenicht. Das erſte Auftauchen der Nußbaum-) übergeh ich |alle( Der Mond ging auund warf ſeine Lichter mit über die Moesaverſchiedene Bergwäſſerdannzuletzt über den Teſſin. Um 9 Uhr fuhren wiin Bellinzona ein. Ich nahm Abſchied von meinem
Skizze der Straße mit Position von Pferden und Postkutsche.
iſt der Poſtwage, biſt das PferdDſiehſt, daß es an jeder Biegungsſtelle, trotzdem es hinteuns war, neben uns ſeimußtePferdes, das uns| anſichtig wurde, das, während es uns | auf 50 Schritfolgte, faſt neben mir ſichtbar wurde.an jeder Biegungsſtelle nichthinter ſondern neben uns warMiteinem Schellenbe geſchirr angeſchirrt, waes neben unsDanund wann, wenn nur eiflaches Stück Wieſenland den Raum zwiſcheder Serpentine füllte, ſpartes ſich die weite Biegungdurchſchritt kühn den Wieſen-grüneStreifen und lief dangeradezu auf unſer Seiten- fuhren ſofort bergab; deshalb genügten 4vier Pferdwährend fünf für bergauf verwendetfünf gebraucht zu werden pflegen. Sblieb dann von den 5 Umſpann⸗ Pferden, die diedenVormittagdes Vormittagseinige Stunden vor unſrer Ankunft in San / Bernardino von Meſocco auchaus, SanBernardin | hinaufgeklettert waren, eins übrigdas aber doch auf dem Wege den wir jetzt inebenfall|machtenentgegengeſetzter Richtung mußten, wieder zurück mußteWie geſchah das? Auf die einfachſte Weiſe von der Weltes einfach. Schon mochten wir eine Weiloder mehr bergab ſein, immer in ſcharfer Serpentine, als icplötzlich, mit Hülfe der Serpentine, daſſelbeeines Pferde 4 andre die HalbſSichel. war. EsDaalles ſtörte mich aber nicht keineswegs. Ich hättin dieſem Augenblick verdient Wichmann zu ſein. AEs war Sonntag.Auch war es wirklicſehr ſchön. Sonntag-Nachmittag;Das Volk überall geputzt und plaudernauf den Straßen auf dem Feldeoder auch zubeim Heumachen.Heu⸗Erndte hinausgegangen. Inmitten deHunde ſtand auch eine jungFrau, die die ganze Wiege, ider ihr Kind lag, mit einemals ob erothen Tuch überdeckt,es ein Leierkaſten wäre, auf deRücken trug. Ganz wie dieWas mich abeItaliener den am meiſten erſchütterte, war datragen.folgende. Dieſe Bilder waren derart, daß das Pendel⸗Bein von mir mich nicht ſtören konnte. Die Scene hatte aber noch einen Extra-Triumph für mich, vor der jede Vorſtellung hätte ſchwinden müſſen.hätte ſchwinden müſſen.| Wir Arbeiter aufgeſtiegen, den man aus Gutmüthigkeit mitnahm. Eerhielt ſeinen Platz neben dem preßte ſich, ſo gut es ging, mit in den Bock⸗Kaſten, auf democh obeh ders Poſtillons hinein. Da dieſer Platz abefür zwei nicht recht ausreichte, ſo kam es, daß ſeindalinkese Bein des Chauſſée-Arbeiters gerade vor meinem FrontCabriolet-fenſter baumeltehing. Zum Ueberfluß hatte er, kurz vodem Aufſteigen, in einem halb⸗ausgetrockneteKuhfFladen getreten, deſſen durch einen Strohhalm verzirten Ueberreſte halbſichelförmi an ſeinen Hacken hingen.Skizze vom Fuß des Postkutschers.Alles in allem kam eine Art Sichel heraus, auf deren Straf es ſich, daß ichHülfe ich nun die Landſchaft durchieinern einge weiten und engeren UmrahmungRahmen ſah,. von demDer wie das Fenſter, diee nur ein einziges Wort zu ſprechenes iſt alles langweiliges trivialesdumme Zeug und zieht einem nur voder ruhigen Betrachtung der Dingab,. ohne einem irgend etwasVernünftiges dafür zu bieteDer Weg den Bernardin hinauwar triſt und langweilig., ſeiPlateau intreſſant, ſein Südabhader Wegnbergabwärts entzückend, namentlicauf der Strecke von dem BadeorSan Bernardino aus biMesocco. Dies iſt –(ſelbſtverſtändlich mit Ausnahmvon derder Via mala abgeſehen der ein Ding für ſich iſt) dientzückendſte Strecke des Wegesdie Hitze ließ jetzt auch nach; diFarbentöne wurden immer ſchönerErIch rückte deshalb, aus dem Fondes Wagensdnachdem ein Platfrei geworden, aus dem Fond des Wagens, wieder in das CapeCabrioletwie bei uns eine Art Glaskaſten. Manches Neben-ſächliche erhöht meine gute StimmungIch ſollt enicht bereuen.In San Bernardino war ein BauerChauſſée Platz des Wagens glücklich erſtanden hatte. Schließlicreichte diederKraftTroſt, dieer mir daraus zuführte, abedoch nicht mehr aus, mich über dasie furchtbarneue Lage zu täuſchen. Die Sonne brannte, daein Straußenei hätte ausgebrütet werden könnenIch ließ alſo halten und kam nun (die CapeCabrioletplätze waren mittlerweile vergeben) in den Fondes Wagens für mich. Dies war ein Glück. Hier herrſchtam meiſten Schatten und dasanach |war es, ja gradewonach ich ſchmachtete meine Seele.. Zudem war ich allein. In dieſeAlleinſein (was aber kein Stich gegen Dich iſt,) ſchwelgtedenDu warſt eine vorzügliche Reiſegefährtin) ſchwelgte ich ordentlich. Während ich früher meine Scheuheit anklagteſegne ich ſie jetzt. Es verlohnt ſich nicht auch An dieſer Nordſpitze, liegtoder docin unmittelbarer Nähe derſelbenliegt Bellinzona
Um 1 Uhr waren wir in DorSplügen und nahmen ein ganz guteDiner. Um 2 Uhr weiter. Icimmer noch im Bankett, abe auf dem Adlerhorſt meineBankettplatzes thronend. BeiAbreiſen rief mir ein zurückbleibendePoſtilon zu: ja, das iſt der beſtPlatz. Ich hörte gleich etwavonwie Schelmerei heraus, ohne im Uebringen, vieſie aber nicht ganzGewicht darauf zu legen. Baldaberindeſſen ſollte mir die Tragweitdieſes Scherzes klar werden. Der Bernardinden wir jetzt in der Serpentinerkletterten, iſt ganz kahl unda ſaß ich nun im glühendeSonnenbrand, immer heißer und gedunſener werdend, und durch nichts getröſteals durch die Betrachtung, daß ichier 7 Francs 45 den theuerſteKieſsling. Nur nichporös, aber ſchilbri verzapft; wenn ſie einen Beiſatz hat, ſo iſt eder des Schrecklichen, der zum Großartigen Impoſanten und GroßartigenGewaltigen viel beſſepaßtals das Schönheitliche,e, weil ihm das Schreckliche verwandter iſt, als dem GroßartigeJene ſind verwandte. Das Weſen der Schönheit iſt daMaß, daß in einer Art Gegenſatz zum Großartigeſteht
Sehr bald nach der Via Mala kommt das hochgelegenDorf Splügen, das für zwei von Chur nach Italieführende Linien an den Gabelpunkt bildet. Die eine, dizuletztſpäter bei Chiavenna mündet,führt über den Splügen ſelbſt, die andre übeden Bernardin. Dieſe letztre hatte war die von mir ichgewählte, weil mein Reiſeplan dahin ging an deNordſpitze des Lago maggiore Italien zu erreichen. grobe undankbare Arbeit wie esüberlaſandre thunich dem Touriſten generis communis.. Nur das. Ich hättnicht geglaubt, daß nach|demdemallem waich alle in meinem Leben geſehehabe, ich noch ſo mächtig voDingen derdieſer Art bewegt werdekönnte. Zum Theil mag es daraliegen, daß meine Schweizer Eindrückeaus früher Zeit heſchon wieder verblaßt waren *Rheinfall-Geſchichte. *während die vorjährigen Italieni’ſchenEindrücke, die Italieſelbſt da, wo ſie großartig giebt, doch von ganz andrer Natur ſinſind, doch ganz anders wirkeDer GolfNeapel beiſpielsweiſe iſt auch großartig, abees iſt eine großartige Schönheitin der doch zuletzt das Großartige im Schönen untergeht. Ider Tamina-Schlucht war, unfaſt noch mehr in deVia mala, wie diGroßartigkeit ganz rei

Auf dem Lago Maggiore 9. August

Da wären wir alſo! Didurch Pietſch ſo berühmt gewordenen Nußbaum und Kaſtanienalleen „die ſich vom dunkleHintergrund der Berge abheben“ ſind wieder umich her und auch die Weinguirlanden ziehen ſich voBaum zu Baum. Alles ächund vorſchriftsmäßig
Geſtern Abend 9 Uhr traf icnach einer 16 ſtündigen Fahrin Bellinzona ein. Um 5 Uhfrüh hatt’ ich Chur im Eilwageverlaſſen. Unter gewöhnlicheUmſtänden wär das einStrapatze und eine um ſo größrals ich die während der drei NachtſStundendie ich im zu Chur Bette zubrachte 4keinen Augenblick Ruhe (aber wirklich) gefundehatte; nichts deſtoweniger wader ganze Tag eine Wonnvon Anfang bis Ende. Selbſeine leiſe Prellerei, deich ausgeſetzt wurde, konntdaran nichts ändern. Sie ginmit Freundlichkeit Hand iHand, undwas dannmich fragenjedesmaentwaffnet; nur die gemeinnorddeutſche Prellerei, didoppelt grob, | aufzutretepflegt, weil in der Endunſelbſt| nämlich ebenſo in deManier wie im Maaßaufzutreten pflegt, verſtimmmich. Wie undeutſchgermaniſch biich doch! Alle Augenblic(aber ganz im RechtErnſt) empfinich meine romaniſche Abſtammung. Und ich bin ſtolz darauf Friedel hat Recht: das Fahreiſt das Beſte von der Geſchichte.die Hauptſache. Einige machedie Hôtels zur Hauptſache, andrdie Bildergallerien, noch andr(ſchönſte Nummer) das Dauerlauf-Bergklettern, und Dauerlaufen als obwie wender Menſch als Ziege geborewäre. Dem allen ſtehdie Friedel’ſche Schule, der icmich anſchließe, mit höherer Berechtigung gegenüber. Das Beſtiſt fahren; und ſehen mit offneAugen vom Coupé, vom Wagenvom Boot, vom Fiacre undie Dinge an ſich vorüberziehlaſſen, erſchließt einem undas iſt das A und O allesbedingtReiſens. die Hauptſache. Was nocübrig bleibt, das iſt Sache deStudiums, längrer AufenthalteUnd auch mit dieſem Studium iſt es ſo ſo. In deſeltenſten Fällen iſt es möglic in den Kern der Dinge einzudringen und wer ein halbesJahrſieben Monat lang in Rom oder Florenz lebtwird nicht ſehr viel mehr heimbringewie der, der es 7 Tage lanmit Plan und Buch in der Handurchfuahr. haten Wir lernen mit deAuge am meiſten; es iſbeſtändig thätig, das Ohr nuſehr ausnahmsweiſe. Dazu kommdaß das Auge immerwir |durch Vermuthung des Augesim Sehenimmer gutes Lernenswerthes immer etwas empfangenwährend das Ohr ſo oft inein Hören ſehr oft nichts.die Lage kommt ſich nutzloanſtrengen zu müſſen
Alſo um 5 Uhr früh aus ChurIch hatte einen Platz im Cabrioletneben mir zwei däniſche DamenAls Verfaſſer des „Kriegs von 1864ſchwieg ich mich patriotiſch ausGleich der erſte Moment, beiEinbiegen in die große Chauſſe war prächtig. Die rhätiſchenAlpe ſchloſſen dunkel aHorizont, aber hoch über ſihinweg ſchaute das Schneehaupdes Piz Beverin, das ebeim Morgenlicht erglühteend, diſich ihm nähernden Fremden freundlicwillkommen heißenbegrüßen zu wollen ſchienDie Fahrt geht rheinaufwärts. Nacetwa 3 Stunden hat man Thuſierreicht, das am Eingangsthor deberühmten Via mala gelegen iſtIch orientirte mich ein wenigwährend die Pferde gewechſelwurden. Jetzt trat der Condukteurein breitſchultriger Graubündtedeſſen eingeborne SchweizeGrobBarſchheit längſt in SpirituoſenGetränmilde ſtimmende Spirituoſen untergegangen war, an micheran und machte diBemerkung ich würde voCapeCabriolet aus nicht viel ſehn; obe der Bankett⸗Platz, das ſei daWahre, um Umſchau zu haltenDie „Differenz“ könne ich ſpäter aihn erlegen.“ Mein bereitwilligſtes Eingehn auf dieſen Vorſchlag koſtete mich, außer eineAnzahl von Trinkgelder, 7 Franc45 Centimes, die natürlicau fond auch nur x---xKriegs Con-tributiowaren, diesoder am wahrſcheinlichſten allerhandRäuber-Einnahmen waren, dimachteneine zwiſchen zwei, drei BeſchütztenVerſchworenegetheilt ſich theilende Kriegscontribution wurdenwaren. Der migeleiſtete Dienſt war abeviel größer als die Brandſchatzungſo daß ich meinem Condukteur aucnoch nachträglich aufrichtig dankbabin. Nur von dem offnen Bankett-Platz aus, war es möglicdie Zauber dieſer Straße auf ſich wirken zu laſſen, denn man muebe im Stande ſein, jeden Augenblicrechts oder links, nach oben odeunten blicken zu können. Beſtändig mußte ich andrängte ſich mir die Erinnerung an BöcklinBild denken auf; alles war danur der Ichthyoſaurus kucktnicht aus ſeinem Felſenfenſteheraus. ErDennochn iſt er ungeſehen da: Dieſer Ichthyoſaurus iſtaber in der That deer iſt der GeniuHausgeiſtloci dieſer LokalitätVia mala,, er iſdie Verkörperung des Schreckhaften, UrElementar-Ungeheuerlichedas hier zu Hauſe iſt undſeine Stätte hat. wWaalles man auch über Böckliſagen, anja ob man beweiſemag, daß dies und ähnliches gar keinmaleriſchen Aufgaben ſeienſo iſt mir dieſer Nachtmaledoch lieber als hundert andredenen niemand ihren Titebeſtreitet. Auf Beſchreibungedieſes großen Stücks Naturlaß ich mich nicht ein; dieſ
Nicht ermittelt.
Die Schönheit unteihr wirſie unromanhafvergifte
Friedel hat Recht: DaFahren iſt die HauptſacheDie Geſchichte von defünften Pferde, das folgtDie Windungen. Alles heiter, das Gras, die Ziegendie Farben der Kleiderdie Geſichter. Eine Fratrug die Wiege roth zugedeckt auf dem Rückenetwa wie eineLeierkaſtenStengel: Die X---wirkung geht Sehen SiGold verliert iWerth weil enicht ſo viewerth iſt, wie ewerth iſtDer Kamm. Bier und PfefferkuchenPyrmont. München. Prag. LangweiliVerzogen und ungezogenGutartig, aber keine Spur voTakt, Erziehung, MädchenhaftiglkeiAlbern, prätenſiöſe Schnabberei

Engelberg beBrückenwinFrau v. WangenheiDiLimonenGärten wiColonnaden
Die reizende Scene mit den weißen CapitainsPudel und dem alten Steuermann. Esmeralda mit der Ziege
*Die ſchönſte dieſer Spitzen, pic⸗artig, iſdie des Monte Croce. Dann HôtelGrande Bretagn
gerade gegenüber