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1866

Der Tag nach
der Schlacht. (Zeitungsausschnitte)

Schloß Sichrow in Böhmen, 27. Juni, früh. Truppen der 8. Division (Horn) haben vergangene Nacht die Oesterreichische Brigade Poschacher, bestehend aus den Regimentern Martini 30, König von Preußen 34 und dem 18. Jäger-Bataillon, bei Turnau an der Iser (südöstlich von Reichenberg in Böhmen gelegen) entschlossen angegriffen und nach hartem Kampfe zurückgeworfen. Die Preußen haben 7 Offiziere und 500 Mann vom Feinde zu Gefangenen gemacht. Auf Preußischer Seite haben wir mehrere Todte, darunter auch zwei Offiziere, zu beklagen.
Glaz, 26. Juni, Abends. Von den Seiten-Détachements der Armee des Kronprinzen sind Oesterreichische Windischgrätz-Dragoner und Ulanen des 10. Ulanen-Regiments zu Gefangenen gemacht worden.

Neueste Nachrichten.


(Nachschrift der
Redaktion
Red.
der Kreuzzeitung. Die Brigade Poschacher ist die sogenannte „eiserne Brigade“, welche bei Schleswig den Königshügel stürmte. Das Regiment Martini besteht, so viel wir uns erinnern, aus Galiziern, das Regiment König von Preußen aus Ungarn. Graf Gondrecourt, der sie in Schleswig führte, ist jetzt dem Grafen Clam-Gallas, dem Commandeur des 1. Oesterreichischen Armeecorps, als Ablatus beigegeben. Zur 8. Preußischen Division gehören von Infanterie-Regimentern das 1., 3. und 4. Thüringische Nr. 31, 71 und 72 Turnau an der Iser ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt; dort mündet die von Löbau-Zittau aus Sachsen über Reichenberg kommende Eisenbahn in die Bahn, welche nordwärts von Prag die Sächsisch-Böhmische Bahn verläßt und in einem nach Süden geöffneten Bogen — dessen Sehne die Bahnlinie Prag-Pardubitz ist — erst nordöstlich und dann südöstlich durch das Iserthal über Jungbunzlau, Münchengräz, Turnau, Eisenbrod, nach dem oberen Elbthale führt und, in demselben entlang nach Süden gehend, die Festungen Josephstadt und Königsgrätz berührend, bei Pardubitz wieder in die B hn Prag-Pardubitz einmündet. Podol liegt ein wenig südwestlich von Turnau, da wo die Esenbahn die Iser überschreitet; Böhmisch-Aicha ist nordwestlich von Turnau und westlich von Liebenau zu suchen, welches letztere halbwegs zwischen Turnau und Reichenberg liegt. Schloß Sichrow endlich ist nur auf Specialkarten zu finden; wenn wir uns nicht irren, liegt es etwa eine Stunde nordöstlich von Münchengrätz, in dem Dreieck, welches die von Münchengrätz nordwärts nach Böhmisch-Aicha und die von Münchengrätz nordöstlich nach Turnau führende Straße mit der Iser bilden.)
Reinerz, Mittwoch, 27. Juni. Hinter Nachod hat heute ein bedeutendes Cavalleriegefecht stattgefunden. Die mitengagirte Preußische Artillerie arbeitete bis 3 Uhr Mittags. Die Preußen haben die Oesterreicher bis Jaromierz zurückgeworfen, drei Fahnen erobert, viele Gefangene gemacht. Ueber die Verluste auf beiden Seiten ist vorläufig nichts Näheres anzugeben.
Breslau, Mittwoch, 27. Juni, Abends. Das ganze erste Armeecorps hat gestern die Grenze bei Liebau, ohne Widerstand zu finden, überschritten und ist auf Trautenau in Böhmen marschirt. Die Truppen stießen hier heute Vormittag auf den Feind und drängten denselben auf Josephstadt zu zurück. Das Gefecht dauert noch fort.
Berlin, 27. Juni, Abends. Das 1. Armeecorps fand Trautenau vom Feinde besetzt und ist seit 11 Uhr Uhr Vormittag im Gefecht. Der Feind in der Richtung auf Josephstadt zurückgedrängt. Die Truppen schlagen sich sehr brav. Das Gefecht dauerte um 3 Uhr noch fort.
Königgrätz
  • 1.
  • 2. Der Tag nach der Schlacht. (Genre)
  • 3. Die Verluste.
  • Einzelne östr: Reg: siehe Rüstow.
  • 4. Der Rückzug der Ostreicher. Benedeks Telegram an den Kaiser. Die Wirkung der Nachricht in Wien. Die Preß-Urtheile. Benedeks Abberufung. Benedeks Aburtheilung durch ein Kriegsgericht.
Die Vertheilung der Divisionen und ihre Biwaksstätten. Versuch zu Uebergabe der Festung. Heitres Schluß-Tableau. Ein Feldprediger schreibt:
. . . . Nach 2 Stunden war ich wieder auf; Kaffee und Pferdefutter mußten natürlich erbettelt werden — dann — auf den Verbandplatz! Da habe ich den ganzen Tag gearbeitet ganz allein, um die Verwundeten ein klein wenig zu erquicken. Zunächst galt es Aerzte holen, dann Essen. Keins von beiden war zu haben, an weibliche Hülfe gar nicht zu denken; denn das Dorf war ganz leer und nicht das geringste von Eß- oder Trinkbarem zu finden. Die Truppen hatten selbst nichts, mein übriger Wein, Citronen, Schokolade
und so weiter
u. s. w.
im Wagen, und der immer noch verschwunden. Das haarsträubende Elend des heutigen Tages versuche ich nicht zu schildern; denn mehr als die kühnste Phantasie sich ausmalen kann, wurde hier zur schrecklichen Wahrheit. Jedes Haus ein Lazareth, aber ohne Betten, meist ohne Heu und Stroh, ohne einen Trunk, ohne ein Stück Brod, ohne irgend welche Pflege. Ich mußte also betteln gehen. Uud so bekam ich denn ein Viertel vom Kalbe und etwa 10 Pfd. freilich schon halb faules Rindfleisch und etwas ungebrannten Kaffee. Was das aber für wunderbare Anstalten waren, bis dieser gebrannt und jenes zu Brühe gekocht war, wo im ganzen Dorfe kein Stück Geschirr heil oder zurückgeblieben war, davon hoffentlich einmal mündlich. Als aber alles fertig war — was war das unter so viele! Allein in diesem einen Bauernhofe lagen 50—60 Mann in einer Stube auf den platten Dielen nebeneinander und noch alle Fluren, Scheunen und Ställe dicht gefüllt. Und dieses Gewimmer! Dieses ohr- und herzzerreißende Stöhnen, Aechzen, dieses Brüllen der Verwundeten! Und diese Anblicke, diese verstörten Gesichter, diese blutigen Fetzen der Monturen, diese verstümmelten Glieder. Aber man gewöhnt sich dermaßen an diese zerschossenen, blutgetränkten Leiber, und stumpft dermaßen ab, daß man sich am meisten über sich selbst wundern muß. Um des furchtbaren Geruches willen konnte ich nur mit der brennenden Cigarre umhergehen und wurde zuletzt so kalt, daß ich keine nervöse mehr, wohl aber eine unauslöschlich tiefe, gemüthliche Bewegung davon trug.


Wenn schon bei dem rapiden Vordringen der preußischen Armeen auf die Beerdigung der gefallenen Krieger wenig Sorgfalt hat verwandt werden können, da die böhmischen Ortsbewohner fast sämmtlich geflohen waren, und die Aufsuchung der Verwundeten und Todten ausschließlich unseren Truppen überlassen war, so gewährt es sowohl für unsere Augen wie für die Geruchsorgane eine nicht angenehme Berührung, wenn wir die vielen Bodenaufwürfe erblicken, welche die Cadaver der gefallenen Pferde bergen. Hier hat der Mangel an Zeit und Arbeitskräften oft nur eine theilweise Ueberdeckung der Cadaver mit kaum einem halben Fuß Erde oder Baumreisern gestattet, und man sieht zuweilen den Kopf, die Beine und auch den ganzen Oberkörper der gefallenen Thiere gänzlich unbedeckt, von massenhaftem Ungeziefer umschwärmt und umkrochen, hervorragen. Welche Folgen diese mangelhafte Beerdigung der Menschen- und Thierleichen für die Anwohner der traurigen Kampfstätten hervorrufen muß, braucht nicht weiter erörtert zu werden.

Auf dem Weg von Horzitz nach Sadowa zu zeigen uns die über die Fluren und Felder eingeschlagenen, immer breiter werdenden Heerwege die immer mehr und mehr von verschiedenen Richtungen her erfolgte Zusammenziehung der Truppǝn, und je näher wir an Sadowa gelangen, desto schärfer markirt sich die unübersehbare Fläche des Kampfplatzes, auf dem die Feldfrüchte und Anpflanzungen dem Boden gleich zertreten, zerfahren und zerstampft sind. Wir berühren Sadowa auf der Straße nach Königgrätz und Chlum. Gleich rechts am Dorfanger, unter einigen Reihen von Kopfweiden, bezeichnen zwei einfache, aus Latten zusammengeschlagene, mit Bleistift versehene Kreuze die Hügel, welche die am 3. Juli c. gefallenen Helden, den Oberst-Lieutnant von Pannewitz vom 3. Garde-Grenadier-Regiment (Königin Elisabeth) und den Seconde-Lieutnant von Puttlitz vom 49. Infanterie-Regiment, für den ewigen Schlaf aufgenommen haben. Eine Epheuranke um das schlichte Denkmal des Ersteren dürfte wohl der Beweis kameradschaftlicher Liebe und Verehrung sein, welche dem gefallenen Helden gezollt werden konnte. Andere drei Hügel auf derselben Stelle bezeichnen durch fußhohe Holzkreuzchen und durch die darauf befindlichen Bleizahlen
5, 5, 9 die Zahl der übrigen Heldensöhne, welche, ob im Leben Freund oder Feind, im Tode friedlich vereint, miteinander schlummern.

Die vom Kugelregen stark beschädigten Gebäude in Sadowa, die noch jetzt massenhaft zerstreut, theils haufenweis herumliegenden Armaturgegenstände und die in einem Umkreise von 4 Meilen einer Tenne gleich zertretenen Fluren bezeugen deutlich, welcher Kampf hier stattgefunden hat. Wir gelangen endlich hinter Sadowa an den Weg, welcher von der Chaussee nach Königgrätz links ab nach Chlum führt, dem eigentlichen Mittelpunkte des Schlachtfeldes. Das Terrain ist ringsum theils sanft, theils ziemlich steil aufsteigend. Auf der Höhe desselben steht das kleine, mit großen Obstgärten umgebene Dorf mit seinem kleinen alterthümlichen Kirchlein, dessen Thurm weitum die Gegend beherrscht. Würde das Auge des Beschauers, welcher hier Schritt vor Schritt den blutgetränkten Boden berührt, nicht unwillkürlich an das düstere Bild des Schlachtfeldes gefesselt, man würde dort oben den Sitz des Friedens und der ländlichen Ruhe zu finden wähnen. Doch wie ganz anders treten die Bilder der Phantasie aus ihrem Rahmen in den der nackten Wirklichkeit. Das Dörfchen zeigt einen Schutthaufen, Gebäude und Bäume sind niedergeschossen und verbrannt. Weinend stehen die nach der Schlacht wieder heimgekehrten Dorfbewohner obdachlos vor der Asche ihrer gänzlich verlorenen, wenn auch ärmlichen Habe und sehen schon jetzt der unvermeidlichen Hungersnoth entgegen. Auf dem Kirchhofe, in den Gärten und auf den Feldern kennzeichnen frisch aufgeworfene Hügel und Hügelchen die Hand voll Erde, unter der, fern von der Heimath, getrennt von den Lieben, so mancher muthige Jüngling, so mancher beweinte Gatte und Vater schlummert. Tiefe, ernste Rührungen empfindet das Herz des einsamen Wanderers auf diesem großen meilenweiten Kirchhofe, das Lispeln des Abendwindes sendet die letzten Seufzer und Grüße der gefallenen Helden an ihre theuren fernen Lieben mit. Dem Auge entquillt die Thräne unter tiefster Bewegung des Herzens! Laß sie rinnen, sie ist das Weihwasser für die Gefallenen und vereint sich mit dem Herzblut und mit den tausend und tausend Thränen, welche hier geflossen sein müssen, bis die kalte Hand des Todes die namenlosen Schmerzen der unglücklichen Opfer gestillt hat.
Wir wandern von den Ruinen des Dörfchens wieder hinaus auf den freien Kampfplatz, etwa zweihundert Schritt südwestlich. Ein einfaches aus Latten gefertigtes, schwarz angestrichenes, mit weißer Schrift versehenes, mit Kränzen von Laubwerk geschmücktes Kreuz bezeichnet die Stelle, wo der Generallieutnant Hiller von Gärtringen den Heldentod starb und in kühler fremder Erde ruht. Neben ihm schlummert der Oberstlieutnant von Helldorf ; seinen Hügel bezeichnet ein schlichtes rohes Kreuz.
öffneten. Inzwischen gelang es Preuß Bataillone heranzuziehen; das Feuer ieg bei energischem Auftreten, und de ei eruhte Brigaden gegen uns h Die
Scenen von Königgrätz
Siehe
S.
Bessers Buch 30 – 46 und 47 – 71. Vor allem Rogge’s u. Kesslers Buch.

Aus Horsitz am 4.


— In dem Hause wurden an diesem grauenvollen Vormittage noch sechs Amputationen vollzogen. Die Aerzte trieften von Schweiß und Blut; als ich zur Thüre hinaus in den Flur trat, bemerkte ich auf der Treppe eine Frau, sie scheuerte das Blut fort, welches aus den Tragbahren, durch die man Schwerblessirte hinausgeschafft hatte, niedergeflossen war und sich als Lache auf den Steinfliesen sammelte. Wohin man die Straße entlang blickend das Auge weilen ließ, überall Wagen mit Verwundeten, aus jedem Fenster weiße Fahnen mit und ohne rothe Kreuze, Zeichen, daß an jenen Orten eine Ambulance errichtet worden war. Sprach man mit einem der Doctoren über die Gräuel der Verwundungen, fragte man nach der Zahl oder dem Zustande der Gefallenen, dann bestand meistentheils die ganze Antwort in einem schmerzerfüllten Händeringen oder in dem Ausrufe: „Es ist schrecklich — unbeschreiblich.“ Einer der Aerzte zeigte mir seine Hände. In den Nägelrändern klebte Blut. „Ich kann sie mir kaum noch reinigen,“ sagte der Mann, „sie werden sogleich wieder durch das unaufhörliche Verbinden und Amputiren roth vom Bluthe.“ — — Die Luft schien mir mit Weh und Ach geschwängert, und ich eilte in das nahe gelegene Feld, um mich von diesen ersten Eindrücken in Horzitz zu erholen.

Posen, 16. Juli.
Auszug aus dem Briefe eines schlesischen Arztes, der auf die Kunde von der Schlacht von Königgrätz nach dem Schlachtfelde gereist war, um Hülfe zu bringen, und am 10. Juli von dort zurückgekehrt ist:
„Unsägliches Elend haben wir gesehen, so unsägliches, daß es aller Beschreibung spottet. Als wahre Rettungsengel kamen wir denen, die oben in Chlum vergessen waren, nämlich vielen Verwundeten, welche zum großen Theil mit ihren namenlosen Schmerzen im Regen unter den Kirschbäumen lagen und theils auf den Tod theils auf Errettung hofften, einer Sektion von vier Aerzten, die unter der Last der Arbeit erlagen und seit vier Tagen nichts zu essen hatten, endlich einigen Kommandos Gardisten und Jäger, welche das dort zusammengefahrene massenhafte Kriegsmaterial, namentlich Geschütze, zu bewachen hatten. Meine sehr begüter
n.In einem Briefe des in preußische Gefangenschaft gerathenen und im Spital zu Nachod befindlichen österreichischen Feuerwerkes Anton Ulzer an seinen in Wien lebenden Vater befindet sich folgende Stelle: „Die Schlacht bei Königgrätz hatte sich zu unserm Nachtheile gewendet und die Preußen rückten gegen unsere Batterie, als ich eine Kugel in die Brust erhielt und für todt liegen blieb; kurz darauf zog sich die Batterie, durch die Stürmenden gedrängt, auf eine Anhöhe zurück, von wo aus sie ein verheerendes Feuer gegen die vorrückenden Preußen eröffnete. Diese, um sich vor dem Feuer zu schützen, suchten die herumliegenden Leichname zusammen und häuften sie übereinander zu einem Walle, auch mich, der ich leblos mit einer Brustwunde dalag, nahmen sie ebenfalls und warfen mich auf den Leichenhaufen, hinter welchem sie verschanzt das Feuer der Batterien erwiderten. Durch diesen furchtbaren Lärm und das Schmerzen meiner Wunde wieder zur Besinnung gelangt, ersah ich erst, in welch entsetzlicher Lage ich mich befand; rings um mich schlugen die Kugeln in die Leichen und jeden Augenblick mußte ich auch eine gewärtigen. Mit Zusammenraffung all meiner Kräfte bat ich einen hinter mir stehenden preußischen Soldaten mich aus meiner Lage zu befreien. Vor Ueberraschung ließ dieser das Gewehr fallen, und mit Lebensgefahr, da er dadurch eine Bresche in den Leichenwall machen mußte, die ihn bloßstellte, rettete mich der brave Mann, Friedrich Schumann heißt er, aus meiner furchtbaren Lage und veranlaßte, daß ich aus der Schlachtlinie getragen wurde, worauf ich in das Spital zu Nachod kam.“
— Ueberall auf dem Schlachtfelde gräbt man (am anderen Morgen) große lange Gruben, in denen die österreichischen und preußischen Todten in ihren Uniformen neben einander gelegt werden. Nur ein einfaches hölzernes Kreuz markirt jedes Grab, und darauf ist die Nummer jedes Regiments vermerkt, dessen Angehörige da unten liegen. Die Offiziere haben jeder einzelne ein Grab neben den Mannschaften. Hier und da sieht man Einige einen Kameraden zu einem abgesonderten Platze tragen. Auf einem Theil des Feldes begrub ein preußischer General mit seinem Stabe seinen Sohn, welcher in dem Angriff auf die österreichische Rechte gefallen war. Dicht dabei ließ die Frau eines preußischen Gemeinen, welche dessen Leiche auf dem Felde gefunden hatte, dieselbe durch einige Soldaten bestatten, hing einige Eichenzweige an das Kreuz, setzte sich auf den frischen Grabhügel und schluchzte laut, den zerschmetterten Helm in der Hand haltend. Sie war, um ihm seit dem Beginn des Feldzuges nahe zu sein, dem Regiment durch alle seine langen Märsche hindurch gefolgt.
auch dieses Re
gar zu große Verluste. Von dem Schlachtfelde nach der Schlacht sagt der Berichterstatter unter Anderem: In den Wäldern und auf dem gebrochenen Terrain liegen die Todten von beiden Seiten ungefähr in gleicher Zahl, gewöhnlich vier oder fünf, wo eine Granate crepirte, aber auf offenem Felde und jenseit des Lipaer Abhanges liegen die Oesterreicher erschrecklich dicht und ist kaum eine preußische Uniform zu sehen. Wo immer die Preußen ihre Gegner sehen konnten, ist das Mißverhältnis der Gefallenen sofort merklich. Das Korn ist überall auf dem Felde niedergetreten wie Stroh in einem Stalle, und der Grund ist aufgewühlt und von den Granaten so voll Löcher gerissen, daß man kaum 50 Schritte geradeaus reiten kann. Ueberall im Felde werden große Gruben ausgeworfen, in welche die gefallenen Preußen und Oesterreicher neben einander in ihren Uniformen begraben werden. Jedes Grab wird mit einem hölzernen Kreuze bezeichnet, auf welchem die Nummer des Regiments steht, welches darunter liegt. Die Officiere werden in einzelnen Gräbern bestattet neben ihren Leuten. An einer Stelle des Feldes begrub ein preußischer General mit seinem Stabe seinen Sohn, welcher beim Angriff auf die österreichische Rechte gefallen. Nahe dabei ließ die Frau eines Soldaten, welche den Leichnam ihres Mannes auf dem Schlachtfelde aufgefunden hatte, ihn durch einen Soldaten begraben und hing einige Eichenzweige auf das Kreuz zu Häupten der schlichten Ruhestätte. Dann saß sie auf dem frischen Hügel nieder und weinte sich aus mit dem zerschossenen Helm ihres Mannes im Schoße. Sie war ihrem Manne gefolgt durch alle die langen Märsche von Anfang des Feldzuges, ohne ihn früher zu erreichen.

— An der Kirchhofsmauer eines Ortes in der Nähe von Königgrätz befand sich ein östreichischer Wachtposten, das Schilderhaus stand an der Stelle der Mauer, wo am Morgen desselben Tages unzählige Leichen der Oestreicher, wohl auch einige Preußen hinüber geworfen und jenseits der Mauer aufgehäuft worden waren. Mitten in der Nacht hört der Posten öfter ein Gewimmer, und jedesmal, wenn er aufhorcht, verstummt das Geräusch wieder. Plötzlich vernimmt er
den heisern Ruf: „Schildwache, errette mich!“ Er sieht, wie eine Gestalt über die Mauer mit dem Kopfe hervorragt. — Von der schrecklichen Furcht ergriffen, läuft der Posten nach der Hauptwache zu und ruft, so laut er kann: „Wache ’raus! Unteroffizier, die Todten stehen auf!“
Oestr. Artillerist. Wischer, 2 große Kugeln unterm Arm. Am Abend des Schlachtfeldes. So fand man ihn nach 3 Tagen todt. Leute die sich bis an die Pfütze geschleppt hatten, aber starben eh sie trinken konnten
139 lag, diese Wendung x---x daher die Energie des trotz wiederholten Scheiterns, n erneuten e zurückzogen ngriff richtete sa en Ausläufer in das 2. Batai das die Tüte r. Das 1. Ba folgte, war 139 s das en r, 4. Regigedas, uweit

—. „Ich wurde“ — so erzählt ein in der Schlacht bei Königgrätz verwundeter preußischer Freiwilliger — „durch die Kugel eines Oesterreichischen Kaiserjägers schwer an der rechten Schulter verwundet und gerieth, als unsere Compagnie vor der Uebermacht der heranstürmenden Feinde zurückzuweichen genöthigt war, mitten unter die Oesterreicher hinein. Kraftlos und der Ohnmacht nahe und zudem von einem verzehrenden Durst bis aufs Aeußerste geplagt, dachte ich jeden Augenblick meinen Tod zu erwarten. Da gewahrte ich in meinem halbtodten Zustand ungefähr zehn Schritte von mir in einer etwas tiefer liegenden Wiese einen kleinen Graben, der mit etwas schmutzigem Regenwasser gefüllt war. Mit Zusammenraffung meiner wenigen Kräfte rief ich einem eben an mir vorbeieilenden Kaiserjäger zu, er möge doch einem sterbenden Deutschen Bruder die letzte Bitte um einige Tropfen Wasser nicht versagen, indem ich ihm zugleich mit der Hand nach dem Graben deutete. Er drehte sich auf der Stelle herum, und als er mich blutend am Boden liegen sah, rief er in seinem gutmüthigen Dialect: „Wart, Kam’rad! sollt’s scho’ hab’n!“ nahm meine Feldflasche — von der seinigen war die untere Hälfte weggeschossen — und lief nach dem Graben. Er war im Begriff, die gefüllte Flasche wieder heraufzuziehen, als ihn die Kugel
eines unserer Füsiliere ereilte. Lautlos sank der Brave in den Graben; die Kugel hatte ihm den Kopf zerschmettert. Ein lauter Schrei entfuhr mir; ich sank in Ohnmacht, und als ich erwachte, befand ich mich im Feldlazareth. — Ich bin jetzt wieder ziemlich geheilt; aber meine Wunde brennt jedesmal vor Schmerz, wenn ich des braven Jägers gedenke. Aus seinen Papieren erfuhr ich seinen Namen, er hieß Joseph Schleidner. So lange ich lebe, bewahre ich diesem Braven ein ehrendes Angedenken.“
litz. von den Höhen von Wisok de kühn angegriffen. Die die Westfalen vom 37 es war ein d

Kriegsskizzen.


Ein Correspondent des Pays bringt eine Schilderung des Schlachtfeldes von Sadowa nach der Schlacht und einzelne Episoden aus dem Kampfe selbst, in welchen sich dem Schrecklichen und Traurigen auch komische und heitere Züge beimischen. So haben auch hier die Hasen mehrfach die lächerlichen Scenen hervorgerufen, welche uns von Friedensmanövern her in verschiedener Weise erinnerlich sind. Entsetzt von dem Kanonendonner, vielleicht durch eine in nächster Nähe platzende Granate aufgeschreckt, hatte ein solcher sich mitten in eine Compagnie geflüchtet, die eben, ganz erschöpft von Anstrengung, sich in einer Ruhepause auf den Boden gelagert hatte, und schien in dieser Gesellschaft bleiben zu wollen. Trotz der Ermüdung der Mannschaften aber sprang eine Anzahl derselben auf, um Meister Lampe zu fangen, liefen und haschten, freilich umsonst, denn der Hase entkam; aber die Jagd brachte lauten Jubel und Gelächter im Momente, wo der Tod jedem Einzelnen hundertfach drohte. Beim Vormarsch ins
Feuer hatte ein Füsilier eine Gans am Gürtel hängen, welche, halb erwürgt, noch in den letzten Zügen krächzte „Was soll die Gans da?“ fragte sein Offizier. „Ich habe das arme Thier gerettet, Herr Lieutnant; es hatte schon einen Schrammschuß von einer Granate bekommen.“ Bei der Verfolgung der Oesterreicher fanden ebenfalls sonderbare und lächerliche Scenen statt, mit den traurigsten gemischt. Unendlich viele verschiedenartigste von den Flüchtigen zurückgelassene Dinge bedeckten den Weg derselben, und es wäre auf jedem Schritte beinahe etwas von Werth aufzulesen gewesen; doch ein Gefühl von Respect hielt wenigstens die Soldaten zurück, die Hand danach auszustrecken. Unter Anderem war auch der Wagen eines hohen österreichischen Officiers stecken geblieben; neugierig öffneten denselben einige preußische Füsiliere, wurden aber mit grimmigem Knurren begrüßt, denn auf dem Hauptsitze, auf weichen Kissen gebettet, lag eine Levrierhündin mit vier saugenden Jungen, welche die Störung ihrer Ruhe sehr übel nahm. Trauriger war eine andere Hundegeschichte. Am Wege lag der Leichnam eines sächsischen Officiers. Ein kleines Hündchen bewachte ihn und verfolgte, als man ihn zum Begräbniß aufhob, die Träger mit lautem Gebell und wollte sich von seinem Herrn nicht trennen lassen. Das Schicksal der Verwundeten ist theilweise schrecklich gewesen, da es unmöglich war, die nöthige Hülfe so schnell zu bringen, wie es erforderlich gewesen, und viele Verwundete in den Kornfeldern und Gehölzen verborgen, erst nach langer Zeit aufgefunden wurden. Manche, welchen wohl zu helfen gewesen sein möchte, sind solcher Weise verschmachtet und verelendet. Es wird gerügt, daß auf eine nach Königgrätz gesandte Aufforderung, Chirurgen zu Hülfe zu senden, da ja auch eine Unzahl von österreichischen Verwundeten derer bedürften, vom österreichischen Commandanten der Festung auch nicht einmal geantwortet worden ist.
ginhof an itschin, wo die Entfer

*
Kindliches Vertrauen
. Ein Leipziger Blatt theilt folgende ergreifende Geschichte aus dem letzten Feldzug mit: Aus der Schlacht bei Königgrätz erzählt ein Arzt: „Der erste Verwundete, welchen ich sah, war ein österreichischer Infanterist. Beide Unterschenkel waren ihm durch eine Bollkugel zertrümmert; sie hingen noch mit dem Körper zusammen, waren aber völlig um ihre Axe gedreht, als gehörten sie dem Unglücklichen nicht an. Kameraden hatten ihm seinen Tornister als Kopfkissen untergeschoben, die Blutung war unbedeutend, ein Verband nicht angelegt. Er lag offenbar, ohne die geringsten Schmerzen zu empfinden, ruhig bei voller Besinnung. Ich sprang vom Pferde, verband ihn und reichte ihm eine Erfrischung. „Haben Sie Schmerzen?“ — „Nein, gar nicht.“ — „Ich werde Sie verbinden. Haben Sie vielleicht an die Ihrigen etwas zu bestellen?“ — „Muß ich denn sterben?“ — „Das wohl nicht, aber Sie sind schwer verwundet und es wird jedenfalls lange dauern, ehe Sie die Ihrigen sehen.“ — „Ich bin nur wenige Meilen von hier zu Hause; meine Mutter wird das Donnern gehört haben, sie wird schon kommen und mich abholen.“ — „In der Umgegend ist Alles geflüchtat“ — „Meine Mutter wird schon kommen, das weiß ich gewiß! Sie hat mir immer geholfen, sie wird mich heut’ nicht verlassen.“ — Ich mochte, trotz ernstem Zwange, doch wohl eine sehr bekümmerte Miene gemacht haben, denn er fragte nochmals: „Muß ich denn sterben?“ — „Die Kugeln fliegen hier herüber, wie Sie sehen. Es könnte Sie ja eine treffen.“ — „Wie Gott will! Meine Mutter wird schon kommen.“ Ein rührenderes Kindesvertrauen zu einer Mutter habe ich in meinem Leben noch nicht gefunden. Er war in Kurzem, spätestens in einer Stunde, nicht mehr unter den Lebenden; den rechten Arm bewegte er gen Himmel, den linken hatte er unter den Kopf auf den Tornister gelegt.“

(Einer der von seinem Tode nichtswissen will!) Eine eigenthümliche Scene spielte am 19.
des Monats
d. M.
in einer der Baraken nächst dem Militärspitale zu Klagenfurt. Es wurden von einem Führer, der von seinen Wunden bereits genesen ist, aus einer Zeitung die Verlustangaben an Chargen und Mannschaft in der Schlacht bei Custozza vorgelesen. Als er von einer Kompagnie des Regiments Benedek die Todten nannte, erhob sich ein Leichtverwundeter von seinem Lager und rief: „Was? Ich soll todt sein? Na, da müßt ich doch auch etwas davon wissen!“

— (Die Haasen,) welche so häufig bei den Friedensmanövern zu lustigen Scenen Veranlassung geben, haben auch mitten unter dem furchtbaren Blutvergießen auf dem Schlachtfelde von Königgrätz manches Intermezzo hervorgerufen. Unter Anderem hatte, entsetzt von dem Kanonendonner, vielleicht durch eine in nächster Nähe platzende Granate aufgeschreckt, ein Haase sich mitten in eine Preuß. Compagnie geflüchtet, die eben, ganz erschöpft vor Anstrengung, sich in einer Ruhepause auf dem Boden gelagert hatte, und schien in dieser Gesellschaft bleiben zu wollen. Trotz der Ermüdung der Mannschaften aber sprang eine Anzahl derselben auf, um Meister Lampe zu fangen, liefen und haschten, freilich umsonst, denn der Hase entkam; aber die Jagd brachte lauten Jubel und Gelächter im Momente, wo der Tod jedem Einzelnen hundertfach drohte. Beim Vormarsche in’s Feuer hatte ein Füsilier eine Gans am Gürtel hangen, welche, halb erwürgt, noch in den letzten Zügen krächzte. „Was soll die Gans da?“ fragte sein Offizier. „Ich habe das arme Thier gerettet, Herr Lieutnant; es hatte schon einen Schrammschuß von einer Granate bekommen.“

n Aus einem der letzten großen Gefechte wird der K. n. Z. folgende Episode berichtet: Ein junger Soldat von hier bemerkte mitten im heftigsten Troubel des Kampfes von ungefähr auf dem grasigen Boden zu seinen Füßen ein vierblättriges Kleeblatt. Von einem unerklärlichen Drange getrieben, bückt er sich, um dasselbe zu pflücken, und — in demselben Moment saust eine Kanonenkugel so dicht über seinem Kopfe hin, daß er unfehlbar getödtet wäre, wenn er sich nicht gebückt hätte. Der so wunderbar Gerette hat das verhängnißvolle Blümchen mit dem Bericht seiner Rettung an seine Braut nach Königsberg geschickt, welches es als eine theure Erinnerung gewiß dankbar aufbewahren wird.

— (Ein treuer Hund. ) Als nach der Schlacht am 3. Juli die Todten begraben wurden, fanden unsere Soldaten am Wege den Leichnam eines sächsischen Offiziers. Ein kleines Hündchen bewachte ihn und verfolgte, als man ihn zum Begräbniß aufhob, die Träger mit lautem Gebell und wollte sich von seinem Herrn nicht trennen lassen.
Hörde, im Dezember. [Die Mittheilung folgenden seltenen Falles aus dem jüngsten Kriege ] wird von allgemeinem Interesse sein. Unter den hierher zur Pflege gelangten österreichischen Verwundeten befand sich ein junger Wiener Architect, den das schreckliche Loos des Verlustes beider Augen getroffen hatte. In der Schlacht bei Königgrätz war ihm eine Flintenkugel von der Seite in das linke Auge gefahren, quer durch das Nasenbein und über das rechte Auge fortgestrichen, so daß sein linkes Auge eine völlig leere Höhle, das rechte eine tiefliegende eiternde Masse zeigte. Der Verwundete selbst erzählte, er sei auf dem Schlachtfelde verbunden worden, und zwar habe der Arzt ihm die in der linken Augenhöhle befindlichen Fetzen herausgelöst, demnächst aber auch das heraushängende rechte Auge fortgeschnitten, als gleichfalls unrettbar verloren. So wurde der Unglückliche, ein Bild des größten Jammers, während seines acht-bis zehnwöchentlichen Aufenthalts hierselbst als Erblindeter herumgeführt, an jedem Arme einen Cameraden als Leiter. Wohl wurde des rechte Auge wiederholt ärztlich untersucht, ob an demselben nicht doch noch zu retten sei, auch tauchte ab und zu der Gedanke auf, ihn der Augenklinik des Dr. Mooren in Düsseldorf zu übergeben, doch vergeblich, denn alle Untersuchungen constatirten leider, daß der Augapfel fehlte, somit alle Mühe auf Wiedererlangung von Seh-Vermögen nutzlos sei. Es erübrigte nichts weiter, als die Lebenszukunft des Blinden thunlichst sicher zu stellen, wozu Schritte bei der kaiserlichen Regierung zu Wien gethan wurden, welche auch ein theilweises Resultat herbeiführten. Während die Sache in dieser Lage sich befand, ereignete es sich, daß einer der österreichischen Verwundeten seinen Wunden erlag, dessen Begräbniß der Blinde mit seinen übrigen Cameraden beiwohnte. Diese Feierlichkeit, wohl auch das sich aufdrängende Bewußtsein seines eigenen jammervollen Daseins ergriff denselben so sehr, daß er in heftige Thränen ausbrach und während des ganzen Nachmittags einen reichlichen Thränenstrom vergoß. Am nächsten Morgen, wahrend die barmherzige Schwester mit dem Reinigen des Auges beschäftigt war, brach der Blinde plötzlich in einen lauten Aufschrei, er könne sehen. Diese Mittheilung fand zunächst natürlich nur ungläubige Ohren, man argwöhne eine Fiction, indeß die wiederholten Betheuerungen, er sehe etwas, er sehe die blaue Schürze der Schwester, er sehe dies und jenes, gaben Grund, der Sache näher zu treten und ihn sofort nach Düsseldorf in die vorerwähnte Augen-Heil-Anstalt des Dr. Mooren zu schaffen. Hier stellte sich das überraschende Factum heraus, daß der von sich selbst und von jedem Anderen zweifellos für blind Gehaltene in der That das rechte Auge noch besitze. Die Kugel hatte den größten Theil des linken Auges mit sich fortgerissen, durch das Nasenbein hindurch, und dann vor das tief zurückgedrängte rechte Auge in die rechte Augenhöhle hineingezwängt. Dasjenige, was der Arzt auf dem Schlachtfelde als das vermeintliche rechte Auge abgelöst hatte, war eben ein Bestandteil des linken Auges gewesen, ebenso gehörte die in der rechten Augenhöhle sich noch befindliche sichtbare Eitermasse nur dem linken an und scheinen die Thränen, welche am vorherigen Tage so reichlich vergossen waren, die Lösung und das Durchschimmern des darunter befindlichen, im wesentlichen unverletzten rechten Auges zunächst herbeigeführt zu haben.

(Glückliche Rettung.) Aus einem der letzten großen Gefechte wird der „Königsberger H. Z.“ folgende Episode berichtet: Ein junger Soldat von hier (Königsberg) bemerkte mitten im heftigsten Toben des Kampfes von ungefähr auf dem grasigen Boden zu seinen Füßen ein sogenanntes Vierklee. Von einem unerklärlichen Drange getrieben, bückt er sich, um dasselbe zu pflücken, und in demselben Moment saust eine Kanonenkugel so dicht über seinem Kopf hin, daß er unfehlbar getödtet wäre, wenn er sich nicht gebückt hätte. Der durch diese Schickung so wunderbar Gerettete hat das verhängnißvolle Blümchen mit dem Bericht seiner Rettung an seine Braut geschickt, welche es als eine theure Erinnerung gewiß dankbar aufbewahren wird.

* Ein preußischer Husar bekommt bei Königgrätz einen Hieb über den Kopf, der ihn bewußtlos niedersinken läßt. Als er sich nach einiger Zeit erholt und sich das Blut aus den Augen wischt, ist Alles still um ihn und nur Todte befinden sich noch in seiner Nähe. Brennender Durst quält ihn, und er sieht sich eben um nach Wasser, als sich neben ihm ein Oesterreicher erhebt und dem Kameraden guten Abend bietet. Der Preuße klagt ihm seine Noth und der Weißrock steht ganz auf, geht weg und kommt nach einer Weile mit einer Mütze voll Wasser wieder. Gestärkt dankt der Preuße für die Wohltat und fragt dann, wo der Kamerad verwunddet sei. „Verwundet? I bin holt goar nit verwundet. I docht’, als d’ G’schicht losging, was sollst di todtschießen lossen? Und so fiel i holt hin und blieb liegen, bis der G’spoaß vorbei woar. Itzt oaber bin i dein Gefangener.“
Wien. [Einer der von seinem Tode nichts wissen will! ] Eine eigenthümliche Scene spielte am 19.
des Monats
d. M.
in einer der Baracken nächst dem Militärspitale zu Klagenfurt. Es wurden von einem Führer, der von seinen Wunden bereits genesen ist, aus einer Zeitung die Verlustangaben an Chargen und Mannschaft in der Schlacht bei Custozza vorgelesen. Als er von einer Compagnie des Regiments Benedek die Todten nannte, erhob sich
ein Leichtverwundeter von seinem Lager und rief: „Was? Ich soll todt sein? Na, da müßt ich doch auch etwas davon wissen!“ 


—. In preußischen Blättern lesen wir die folgende Anekdote: Ein Fuhrmann, der in Berlin ansässig und nicht mehr militairpflichtig ist, wurde als Führer zweier Gespanne, welche den ausrückenden Truppen nachzufolgen hatten, engagirt und ging beim Beginn des Krieges mit der Garde nach dem Kriegsschauplatz ab. In der Schlacht bei Königgrätz kam ein Hauptmann vom 3ten Artillerie-Regiment, das besonders stark im Feuer war, an den Wagen des Fuhrmanns gesprengt und befahl ihm, seine Pferde aus- und vor die Schütze zu spannen. Der Mann folgte sofort dem Befehl und benahm sich dabei so sachkundig, daß der Hauptmann ihm zurief: „Waren Sie Soldat?“ — „Zu Befehl, Herr Hauptmann,“ lautete die Antwort, „bei der 3ten Artillerie-Brigade in Magdeburg.“ — „Da können Sie gleich den erschossenen Stangenreiter ersetzen,“ lautete der weitere Befehl, gegen den der Fuhrmann als alter Soldat nicht den geringsten Widerspruch erhob. Er ließ seine Wagen stehen, übernahm den ihm angewiesenen Posten und machte so im Civilanzuge die ganze Schlacht mit, kam auch unverwundet davon und befindet sich noch jetzt gesund und munter bei der Armee. Seine Wagen hat er freilich nicht wieder zu sehen bekommen.

In der Köln. Ztg. lesen wir in einem Berichte von der Elb-Armee: Am Morgen nach der Schlacht von Königgrätz brachten uns die 7. Ulanen eine Unmasse von Gegenständen, welche der Feind auf der Flucht zurückgelassen: Standartenbänder, zum Theil gestickt, Feldtelegraphen mit einer Anzahl Original-Depeschen von Clam-Gallas und Anderen, darunter eine, die uns namentlich viel Spaß machte; sie war vom Obersten Pelikan, dem früheren Militärbevollmächtigten. Der Oberst telegraphirte von Gitschin seiner Gattin nach Hall: „Haben die Preußen tüchtig geprügelt.“
verts befindet sich bereits der Vermerk: „Heute: Glänzender Sieg des Gardecorps. Trautenau wieder genommen.“ Das Weitere ist bekannt.
Compagnie Oesterreichischen Jägern stark besetzt wurde von der 7. Compagnie genomm en Opfern. Unter vielen andern Compagnie, v. d. Trenck, hier Minute
lehre Feldlazareth, welches in dem ase etablirt ist. Oesterrei Man sprach heut rieb en
Gefangenschaft hatte ch. Der Brief, am couvertirt aber
Münchengrätz, 28. Juni, Abends. Die Armee des Prinzen Friedrich Carl, vereint mit den Truppen des Generals v. Herwarth, haben am 28. ein glückliches Gefecht bestanden und Münchengrätz genommen. Die Preußen hatten auf einem überaus schwierigen Terrain zu kämpfen und den zähen Widerstand der Feinde zu überwinden, welche aus der Brigade Kalik und Sächsischen Abtheilungen bestanden. Die Feinde zogen sich eilig über Fürstenbrück zurück. Ihre Verluste betragen mindestens 2000 Mann; die 7. Preußische Division hat allein 600 Gefangene gemacht.

Aus dem Hauptquartier Münchengrätz, 28. Juni, Abends 10 Uhr, liegt folgender Bericht vor:
„Die Aufgabe der Armee bestand für heute darin, die Iser-Linie zu überschreiten und in der Richtung auf Münchengrätz vorzudringen; eine Aufgabe, welche trotz der schwülen Hitze des Tages, die den Truppen das Marschiren unendlich erschwerte, glücklich gelöst worden ist. Die Kaiserlichen suchten das Vordringen der Armee zu verhindern, wurden indeß überall zurückgewiesen. Um Münchengrätz, bei welchem Ort die Oesterreicher die Brücke verbrannt hatten, entspann sich gegen 9 Uhr ein heftiges Gefecht, an dem Infanterie und Artillerie Theil nahm. Die Wirkung unserer gezogenen Geschütze war eine sehr gute. Ein feindlicher Munitionskarren flog in die Luft, und unter dem Schutze dieses Geschützfeuers gelang es, bis gegen Mittag eine neue Brücke zu schlagen. Die Oesterreicher benutzten auch heute das Terrain geschickt. So fuhren sie gegen 10 Uhr Vormittags auf einem steil zum Iserthale abfallenden Felsen-Plateau unerwartet eine Batterie auf, die das Vordringen der Division Horn erschwerte. Indeß gelang es der Division Fransecky, sich dieses Plateaus zu bemächtigen und nach einem Gefecht das Dorf Bosssin
(eine Stunde südöstlich von Münchengrätz, auf dem Wegenach Fürstenbruck) zu nehmen. Auch heut haben die Oesterreicher ungleich größere Verluste gehabt, als wir. Die unsrigen werden 150 Mann im Ganzen nicht übersteigen, wogegen bis jetzt allein gegen 1200 gefangene Oesterreicher eingebracht sind. Alle Ortschaften, die unsere Truppen passiren, sind von den Einwohnern verlassen. In Münchengrätz, einer Stadt von vielleicht 4000 Einwohnern, haben wir nicht 50 Personen vorgefunden. Noch während unsere Truppen einrückten, flohen Familien mit aller Habe. Die Brunnen sind fast überall verschüttet und verdorben. Unsere Truppen haben überall den besten Geist gezeigt. Die Truppentheile, die uns gegenüber standen, gehörten dem 1. Oesterreichischen Corps (Clam-Gallas), der Brigade Kalik und der Cavallerie-Division v. Edelsheim an. Auch Sachsen wurden uns gegenüber wahrgenommen.“

— Von einem Offizier der 7. Division erhalten wir Folgendes über den 28. Juni, Gefechtstag von
Wahrscheinlich Division Horn von Kloster über Münchengrätz auf Bossin; in der Flanke Fransecky über Musky-Dorf ebenfalls auf Bossin.
Musky ; Abends 7 Uhr in Bossim bei Fürstenbruck: Um 6 Uhr von Turnau abmarschirt; beim Rendezvous kurzes, kerniges Schlachtgebet durch den Feldgeistlichen; um 8 ½ Uhr erster Kanonenschuß von General Herwarth; um 10 Uhr bekamen wir die erste Granate und tüchtiges Gewehrfeuer
Dresden, 5. Juli. Das nachstehende Telegramm über die Betheiligung Sächsischer Truppen auf dem Kriegsschauplatze in Böhmen, von dem Gesandten v. Könneritz in Wien an den Gesandten in Paris v. Seebach adressirt, ist gestern Abend an die hiesige Französische Gesandtschaft gelangt: Königgrätz,... Juli. In dem Kampfe bei Gitschin am 29. Juni waren von den K. Sächsischen Truppen engagirt: a. im Gefecht bei Diletz: die Brigade Kronprinz, das 1. Jäger-Bataillon, die Batterieen Walther, Richter und Hering (Fuß-Artillerie), die Division Krug v. Nidda und die 3. Schwadron des Garde-Reiterregiments; b. bei Johweck: das 3. Reiterregiment mit der Brigade Reitzenstein. Obwohl der Kampf bei Gitschin während der Nacht und nach einem forcirten Marsche stattfand, war die Haltung der Sächsischen Truppen doch eine ausgezeichnete und muthige, trotz der ziemlich beträchtlichen Verluste der Brigade Kronprinz, des Jäger-Bataillons und des 3. Reiter-Regiments. Der Gesammtverlust der Sachsen in diesem Kampfe beträgt an Todten, Verwundeten und Vermißten gegen 5—600 Mann und 22 Offiziere. Von den Offizieren sind 8 todt, nämlich: Rittmeister v. Fabrice, die Infan
Sehr gut.

Ueber das Treffen bei Gitschin, durch welches die Verbindung der 1. und 2. Armee erkämpft und somit deren weitere glorreiche Erfolge ermöglicht wurden, erhalten wir noch einen Bericht, dem wir Folgendes entnehmen:
Von der Division Tümpling haben 40 Offiziere für ihren König mit Freudigkeit geblutet, und darunter 8 Offiziere ihre Treue mit dem Tode besiegelt. Es war die ganze 5. Division in allen ihren Waffengattungen, welche hier von halb 4 Uhr Nachmittags bis in die Nacht hinein unter dem Commando des Generals v. Tümpling gegen den General Clam-Gallas und den Kronprinzen von Sachsen kämpfte und siegte, welche feindlichen Generale nach Aussagen der Gefangenen 2—3 Mal stärkere Truppenmassen commandirten, da sie 5—7 Brigaden mit entsprechender Cavallerie
und so weiter
u. s. w.
zur Disposition in vor bereiteter Stellung gehabt haben sollen. Daß der Feind den Kampf zur Festhaltung des überaus wichtigen Straßenknotens Gitschin erwartet und vorbereitet, bewiesen auch die bereits in Position stehenden 40 gezogenen feindlichen Geschütze, welche die Preußischen Truppen mit einem sehr wohlgezielten und, den Distanzen nach offenbar abgemessenen, außerordentlich starken Granatfeuer empfingen, sobald ihre Colonnentêten auf das Gefechtsfeld debouchirten. Der Feind wußte nämlich durch eine am Tage vorher vorgenommene Cavallerie-Recognoscirung, wie auch durch die in seinem Interesse sehr thätige Spionage der Einwohner offenbar, daß die Division bei Rowensko und Ktowa seit dem 28. Juni Vormittags in Bivouac stand. Hier erhielt General v. Tümpling gegen 1 Uhr Mittags, den 29., den Befehl des Ober-Commandos (Prinz Friedrich Carl), Gitschin an diesem Tage zu nehmen und zu behaupten. Von noch östlich Sobotka her sollte auch die dritte Division (v. Werder ) gegen Gitschin marschiren. Um 2 Uhr waren die Truppen der 5. Division bereits gegen Libun in Bewegung. Die furchtbare Hitze und die bevorstehende schwere Arbeit des Tages veranlaßten den Befehl, das Gepäck der 12 Bataillone geordnet vor Libun noch ablegen zu lassen. Bald darauf begann der Kampf, der damit endete, daß die Avantgarde der Division als die ersten Truppen in der Nacht zwischen 10 und 11 Uhr Gitschin besetzten. Als der Tag zum Abend sich zu neigen begann, traten auch die Teten der 3. Division mit Theilen der 5. Infanterie-Brigade bei Lochow auf der Straße gen Sobotka her mit in den Kampf und führten ihn (wie schon näher berichtet) auch an ihrem Theile unter ebenfalls schweren Verlusten siegreich durch. Eine Verbindung zwischen den beiden Divisionen noch während des Kampfes herzustellen, war, wegen des vom Feinde sehr stark besetzten waldigen Gebirgsterrains, welches dieselben trennte und auf dessen Rücken das große Dorf Brada liegt, nicht möglich, so daß man bei der 5. Division nur aus dem Kanonendonner von jener rechten Seite her das Eintreten der 3. Division ins Gefecht com
biniren konnte. General v. Tümpling wurde (um dies noch zu erwähnen) in dem Momente durch einen Schuß verwundet, als er persönlich den letzten Sturmangriff seiner Reserven (2 Bataillone 12. Regiments, denen sich 2 Compagnieen 48. Regiments anschlossen) gegen das die Position beherrschende, sehr stark besetzte und mit Etagenfeuer eingerichtete, der Stadt Gitschin unmittelbar vorliegende, sich an den Bergabhang lehnende Dorf vorführte, welches auch sehr bald genommen und damit der Haupttheil des Tages gegen 9 Uhr Abends entschieden wurde, indem von da ab der feindliche Rückzug ununterbrochen fortdauerte. —
Seine Königliche Hoheit
Se. K. H.
der Prinz Friedrich Carl besuchte am folgenden Tage das Schlachtfeld und beglückte die Truppen mit dem Ausdrucke seiner anerkennenden Zufriedenheit.

Ueber die Theilnahme des 2. Bataillons Grenad.-Regiments König Friedrich Wilhelm IV. (1. Pommerschers) Nr. 2 an dem Gefecht von Nieder-Lochow vor Gitschin, am 29. Juni, wird uns Folgendes mitgetheilt:
Am 29., Mittags 12 Uhr, brach die dritte Division aus den Bivouacs bei Zehrow zum Weitermarsch über Sobotka auf und bald erfuhren wir, daß es unsere Bestimmung sei, die Verbindung mit der Armee des Kronprinzen herzustellen. Auf dem Marsche bemerkten wir überall die Zeichen des in der letzten Nacht und heute früh in diesem Passe stattgehabten Gefechts. Fortgeschleppte Verhaue, Leichen gefallener Oesterreicher, Tornister
und so weiter
u. s. w.
; einstimmig war aber das Urtheil: „wie ist es möglich, einen solchen Paß so leicht aufzugeben?“ — Zu Sobotka, wo das Regiment etwa eine Stunde von der furchtbaren Hitze ruhte, hörten wir Kanonendonner vor unserer Front; doch wollte noch Niemand von uns so recht an Ernst glauben. Vorwärts ging es frohen Muthes. „Ruhig, Grenadiere,“ hieß es, „und das Gewehr fest!“ Allmählich kamen wir dem Gefechtsfeld näher. Vor uns sahen wir die Blücherschen Husaren an der Wald-Lisière an einer Anhöhe halten. Patrouillen jagten übers Feld, brachten Gefangene; Artillerie rückte an uns vorüber und deutlich unterschied man das Tirailleurfeuer und die Salven von den 42er Füsilieren. Die fünfte Brigade formirte sich nun südlich von der Sobotkaer und Gitschiner Straße vor Nieder-Lochow und wurde von Granaten begrüßt, welche aber keinen Schaden thaten. Die Brigade avancirte, um von Südwesten den Feind anzugehen und ihn der fünften Division (was ich natürlich erst später erfahren) in die Arme zu werfen, als die Nachricht über
bracht wurde, daß die 42er Füsiliere, schon völlig aufgerieben, sich nicht mehr lange in Nieder-Lochow halten könnten. Zur Unterstützung wurde das 2. Bataillon des Grenadier-Regiments König Friedrich Wilhelm IV. beordert. Jetzt war kein Besinnen. Vorwärts rückte das Bataillon durch Dick und Dünn, Berg und Thal, den Kammeraden zu Hülfe. Nur noch mit wenigen Füsilieren Nr. 42 hielt der Premier-Lieutnant v. Gallwitz ein Gehöft besetzt, als wir eintrafen. Das Gepäck wurde abgelegt, Schützen vorgezogen und hinter ihnen folgte das Bataillon zum Angriff. Ein furchtbares Gewehrfeuer empfing uns bei unserem Heraustreten; der Commandeur, Major v. d. Osten, stürzte zusammen, die Offiziere vor der Front und hinten ging das Bataillon tambour battant vor, Wir fühlten nur den Feind, weil wir in dem dicken Pulverdampf nichts erkennen konnten. Das Schießen wurde untersagt, da wir unsere Schützen vor uns glaubten, die sich aber mehr links zur Säuberung der Straße gezogen hatten. Bald war die Aufklärung da. Neue Schützen wurden vorgezogen und vorwärts rückte das Bataillon, sich jeden Schritt erkämpfend. Furchtbar decimirt wurden wir aber und jeden Moment hörte man einen schwachen Aufschrei, oder sah einen Kameraden lautlos zusammenstürzen; zwei Drittel der Offiziere waren schon todt oder verwundet. Die Kräfte drohten schon uns zu verlassen, die feindliche Uebermacht war zu groß; denn es standen uns nicht weniger als 5 feindliche Bataillone gegenüber; — als das Bataillon laut betete: „Vater hilf“ — „Keine Schande“ — „Sieg oder Tod!“ Der Hauptmann Freiherr v. Kayserlingk , der mit der größten Ruhe und Umsicht das Bataillon führte, ergriff die Fahne, die Tamboure schlugen, Alles setzte die letzten Kräfte ein und mit Hurrah ging’s wieder auf den Feind, der sich gefangen gab, oder flüchtend auflöste. — Wir hatten die Brigade Kalik durchbrochen. — Endlos war der Jubel unserer Grenadiere, die wie die Löwen gefochten. Klein war nur noch unser Häuflein; Alles rief nach Patronen, um weiter vorgehen zu können. Drei leichtverwundete Offiziere, die sich dem Bataillon wieder anschlossen, wurden mit nicht endenwollenden Hurrahs empfangen und vor Freude fast erdrückt. Andere Bataillone rückten nun an uns voüber und nahmen die Verfolgung des Feindes auf. Wir sammelten unsere Grenadiere und
.... jetzt wurde Meldung gebracht, daß die 42er ebenso wie die „eiserne Brigade“ (Poschacher) die wohl ein Theil des 1. Corps war, bei Podol gegen die 71.72. und 31er unterlegen hatte. Die dem Clam-Gallasschen Corps zugetheilt war und schon bei Münchengrätz gegen die 27er gefochten hatte,
marschirten auf Nieder-Lochow, um uns mit neuer Munition zu versehen, das Gepäck zu holen und die Verwundeten aufzulesen. Meist fanden wir die Leute gefaßt, ja mancher rauchte schon seine Pfeife. Schwer sind unsere Verluste: 12 Offiziere 168 Mann todt und verwundet; es ist aber ein neues Reis in dem Lorbeerkranze unseres Regiments. Premier-
Lieutenant
Lieut.
v. Borcke-Grabow, Seconde-
Lieutenant
Lieut.
v. Massow III., Seconde-
Lieutenant
Lieut.
v. Dewitz sind todt. Drei aus den ältesten Pommerschen Geschlechtern ruhen in einem Grabe. Letzterer erhielt von einem
Oesterreichischen Offizier, dem er Pardon gegeben, den Schuß, als er ihm den Säbel abforderte; noch im Todeskampfe stieß er seinem Gegner den Säbel durch die Brust. — Schwer verwundet: Major v. d. Osten, Premier-
Lieutenant
Lieut.
Rathmann, Seconde-Lieutenants v. Weihler, Mi lentz (Landwehr). Leicht verwundet: Premier-Lieutnant v. Massow I., Seconde-
Lieutenant
Lieut.
und Adjutant v. Pries dorff, Seconde-Lieutnants Graf Schwerin, Tancré (
Landwehr
Landw.
) und Görke (
Landwehr
Landw.
).
25.
Nachstehender Bericht wird uns gütigst zur Benutzung mitgetheilt:
s Am 23. Juni überschritt die 8. Division (General-Lieutnant v. Horn ) Morgens 8 Uhr die Böhmische Grenze, von Zittau aus gegen Reichenberg vorgehend. Der Uebergang über das Lausitzer Gebirge geschah ohne Unfälle, wenn auch am 24. der steile 2890 Fuß hohe Jeschken-Berg namentlich der Artillerie und dem Fuhrwesen viel zu schaffen machte. An diesem Tage bezog die Division bei Eichicht, nahe bei Reichenberg, Bivouac. Zwischen hier und Langenbrück hatten die Thüringischen Ulanen ein Scharmützel mit Ungarischen Husaren gehabt und sich tüchtig herumgehauen. Zur Erholung von den nicht unbedeutenden Strapazen der letzten 14 Tage wurde der Division für den folgenden Tag ein Ruhetag in engen Cantonnements gewährt. Hier wohnten wir der feierlichen Beerdigung von vier Todten aus dem gestrigen Gefechte, einem Ulanen und drei Ungarischen Husaren, auf dem lieblich gelegenen Gottesacker bei. Die Musik des 72. Regiments begleitete sie auf ihrem letzten Wege.
Der katholische Pfarrer des Orts sprach den Segen. Eine ernste Handlung im Hinblick auf die ernste Zukunft.
Am 26. früh hatte die 16. Infanterie-Brigade (General v. Schmidt ), bestehend aus dem 4. Thüringischen Infanterie-Regiment Nr. 72 und dem Magdeburgischen Jäger-Bataillon Nr. 4, der die 3. 4pfündige Batterie Magdeburgischen Feld-Artillerie-Regiments Nr. 4 und eine Escadron Thüringischen Ulanen-Regiments Nr. 6 zugetheilt war, Rendezvous bei Gerzmanitz. Von hier wurde gegen Liebenau vormarschirt, welches die Oesterreicher verlassen hatten. Diese Thalränder jenseit Liebenau werden durch bedeutende Höhen mit schroffen Wänden begrenzt, über welche die Chaussee von Reichenberg nach Münchengrätz führt. Diese Höhen waren von abgesessener Oesterreichischer Cavallerie besetzt. Das 1. Bataillon 72. Regiments und das 4. Jäger-Bataillon bildeten die Avantgarde. Dieselbe marschirte im Thalgrunde, nahe der Eisenbahn, in Colonnen auf, das Gros formirte sich dahinter. Von halb 8 Uhr pfiffen die ersten Kugeln von den Höhen aus über unsere Köpfe weg. Eine durchbohrte die Brust eines Füsiliers (der erste Todte des 72. Regiments); er starb den schönen Soldatentod! Zwei Compagnieen Jäger wurden vom Dorfe Gillowey aus links gegen die Höhen vorgeschickt, die erste Compagnie 72. Regimets auf der Chaussee, die dritte an der Eisenbahn, die zweite und vierte folgten auf der Chaussee.
mit denen der Oesterreicher nicht zu vergleichen, allein 150 Todte wurden am nächsten Morgen in unser Lager geschafft. Der Besitz des Dorfes, so wie an 500 Gefangene, darunter mehrere Offiziere, waren die Frucht des Kampfes. Die Oesterreicher wehrten sich heldenmüthig. Kam von
Zeit zu Zeit das Gefecht zum Stehen, so stürzten sie in großen Haufen über die Brücken unter wildem Geschrei hervor — aber sie hatten gewaltigen Respect vor unserm Zündnadelgewehr, denn sobald unsererseits auf nächste Distanz (30—50) Schritt die Salve erfolgte, machten sie Kehrt, Haufen von Todten und Verwundeten zurücklassend. Die Oesterreicher ihrerseits schossen schlecht; denn bei unseren Attacken schossen sie selbst auf obige nahe Distanzen baumhoch über die Angreifer hinweg. Ein gefangener Oesterreichischer Offizier äußerte, man hätte nie erwartet, daß die Preußen mit solchem Ungestüm draufgehen könnten, — das würden die Oesterreicher auf die Dauer nicht aushalten. Laut weinend seufzte er dann: „O, mein armes, armes Oesterreich!“
Lageplan; Podol (tsch. Podolí; heute: Ortsteil von Mnichovo Hradiště), PodollPodol(tschAPodol. b. d c Podol. A. zerschossenes Haus a g Nebenarm mit wenig Wasser. f Hauptarm mit Wasser. B.
  • e.f.g. drei Eisenbahngitterbrücken. f. die größte mit einem Mittelpfeiler.
  • d. u b. Holzstücke Damm dazwischen.
  • a. das zerschossene neue Bauernhaus
  • c. Steinbrücke mit 2 Mittelpfeilern über einem faulen Iser-Arm
  • A. Chaussee-Damm
  • B. Eisenbahndamm

Die zweiten Schlesischen Dragoner
(Nr. 8) bei Nachod.


Die Theilname des 2. Schlesischen Dragoner-Regiments Nr. 8 an dem Gefecht bei Nachod ist in den Berichten meist unrichtig dargestellt; es sind namentlich vielfache Verwechselungen mit dem 1. Schlesischen Dragoner-Regiment Nr. 4 vorgekommen. Diese erklären sich einmal durch die große Aehnlichkeit der Uniformen, da beide Regimenter gelbe Kragen haben und sich nur durch Farbe der Knöpfe unterscheiden, die beim 4. Dragoner-Regiment weiß, beim 8. gelb sind; dann aber durch den Umstand, daß das 4. Dragoner-Regiment beim 5. Armee-Corps steht, während das 8., dem 6. angehörend, erst am Gefechtstage zum Corps des General Steinmetz stieß. Wir sind jetzt im Stande, in folgendem authentischen Berichte den Sachverhalt wahrheitsgetreu und genau darzustellen.

Das 8. Dragoner-Regiment war bis 26. Juni in der Avant-Garde der 11. Division (Schles. Armee-Corps). Am Abend dieses Tages erhielt es den Befehl, zum 5. Armee-Corps zu stoßen, marschirte um 7 Uhr ab, bezog am 27., Nachts 3 Uhr ein Bivouac, futterte bis 5 ½ Uhr und setzte dann den Marsch fort. Die Sonne brannte glühend, und nur mit Anstrengung erstiegen die müden Pferde gegen 8 Uhr die steile Höhe, auf welcher Nachod liegt. Wir ruhten einen Moment, dann kam der Befehl, uns an dem Gefechte, das sich bereits vor uns angesponnen hatte, zu betheiligen. Man brachte Verwundete, auch solche vom 4. Dragoner-Regiment, bei uns vorbei. Nüchtern, müde auf müden Pferden, machte dies einen unbehaglichen Eindruck, der sich steigerte, als wir in Escadrons-Zug-Colonnen uns neben dem 1. Ostpreußischen Ulanen-Regiment Nr. 1 aufgestellt hatten und nun die ersten Granatschüsse in das Regiment einschlugen. Diese häßliche Situation dauerte wohl eine halbe Stunde. Nun erschien vor uns, von Wisokoff her, eine Cavalleriemasse. Es war die schwere Brigade des Prinzen Holstein, die alten Kürassier-Regimenter Kaiser Ferdinand und Graf Stadion, die sich präcis
entwickelte. Die Ulanen ritten an. Nun auch wir. Die Kürassiere prächtig geschlossen, doch, wie es schien, in etwas verhaltenem Trabe. Signal: Deployiren! Signal: Galopp! Fanfaro! Die müden Pferde flogen. Mit donnerndem Hurrah ging es in den Feind. — Rittmeister von Walther warf seine vierte Escadron durch Rechtsschwenken dem Regiment Kaiser Ferdinand in die rechte Flanke und den Rücken. Ein wüthendes Handgemenge. Die langen, breiten Pallasche der braven Kürassiere schmetterten auf die kleinen Dragoner herab. Diese aber hatten nicht umsonst pariren und hauen gelernt. Walthers Flankenangriff entschied; die Kürassiere wurden vom rechten Flügel aufgerollt.
Lieutenant
Lieut.
v. Raven, der bei dieser Escadron stand, sah plötzlich die feindliche Standarte neben sich. Er, Unteroffizier Reudelsdorf, Trom
peter Tuchale und einige Dragoner werfen sich auf den mächtigen Mann, der sie trägt. Ein Kampf entspinnt sich. Jetzt greift v. Raven zu; er faßt das Panier — noch ein Hieb, der Träger sinkt zusammen, die Standarte ist sein. — Die Kürassiere werden mehr und mehr gegen die Ulanen getrieben, welche ebenfalls ihren Feind besiegt und ihm die Standarte genommen haben. Jetzt beginnt die feindliche Artillerie ein heftiges Feuer gegen das Dragoner-Regiment, welches von Verfolgung des Feindes durch den Regimentsruf und Signal-Appell abgerufen wird. Das Sammeln hinter einer kleinen Höhe geht langsam. Die Mannschaften sind von der hitzigen Verfolgung nur schwer abzurufen; einschlagende Granaten nehmen Leute fort. Des Abzählens: Eins, zwei, drei, ist kein Ende.
Premier-Lieutenant
Pr.-Lieut.
v. d. Borne wird vorbeigebracht. Er hat einen gewaltigen Hieb über das ganze Gesicht.
Lieutenant
Lieut.
und Adjutant v. Prittwitz kommt mit zwei Hieben über Stirn und Backe zurück.
Lieutenant
Lieut.
v. Zawadzky ist am Arm,
Lieutenant
Lieut.
v. Wentzky und der Führer der ersten Escadron,
Premier-Lieutenant
Prem.-Lieut.
v. Poyrell, der sich jubelnd in den Feind gestürzt, sind leicht verwundet. Der Commandeur, Oberstlieutenant v. Wichmann, kommt auf dem Pferde des Wachtmeisters Grindel zurück; er ist an der Tête des Regiments in den Feind gedrungen, hat einen Hieb über die Stirn erhalten und ist dann
überritten worden. Der brave Wachtmeister ist im Handgemenge abgesprungen und hat dem Commandeur sein Pferd gegeben. Da kommt er auf einem Braunen, einem Offizierpferde des Feindes, lustig im Galopp daher. Auch Wachtmeister v. Kontratowitsch hat sich ausgezeichnet.

Eine halbstündige Ruhe, wenn Halten im Granatfeuer Ruhe ist.

Run werden vom Walde von Wisokoff, der links von uns liegt, tiefe Infanterie-Colonnen sichtbar, voran Feldjäger. Die 3. Escadron erhält Befehl zur Attaque. Major v. Natzmer, ein Offizier von seltener Bravour, sprengt seiner Escadron weit voraus, auf den Feind ein. Er sinkt vom Pferde durch das Herz geschossen. Die Escadron rächt den Tod ihres braven Chefs, sie dringt ins Quarré ein. Doch ihre Verluste sind stark. Lieutnant v. Böhm II. erhält einen Schuß in den Leib, Fähnrich v. Damnitz einen Stich durch den Arm. Wachtmeister Otto und Sergeant Schreiber werden erschossen; an 30 Mann und Pferde sind todt oder verwundet.

Indeß sind auch die andern Escadron zur Attaque auf die Infanterie übergegangen. Auch in ein zweites Quarré wird eingedrungen und der Feind zum Theil bis in den Wald verfolgt. Das Regiment ralliirt sich in der Nähe des vorigen Sammelplatzes. Beim Zurückgehen über das vorige Kampffeld, auf dem sich die auseinander gesprengte Infanterie wieder zu einzelnen Klumpen vereinigt hat, geben diese, oft in größter Nähe Feuer, treffen aber nicht. Außer den schon angeführten, die 3. Escadron betreffenden Verlusten, wurde bei dieser Attaque auf Infanterie
Premier-Lieutenant
Prem.-Lieut.
v. Progrell in das Bein und Lieutnant Müller durch die Wade geschossen und viele Leute und Pferde getödtet und verwundet. Durch diese glücklichen Attaquen auf die feindliche Infanterie erhielten die braven 37er und 58er einen Ruhemoment; dem Vordringen des Feindes wurde ein Ziel gesetzt und Zeit zum Herankommen der Unterstützung aus dem engen Defilée von Nachod gewonnen, wodurch der Sieg errungen wurde.

Gegen Abend wurde das Regiment zur Verfolgung des Feindes bestimmt und machte viele Gefangene. Es würden die Resultate indeß weit größer gewesen sein, wenn die Ermüdung der Pferde nicht hindernd in den Weg getreten wäre.

Wenn man bedenkt, daß das Regiment von 7 Uhr des 26. bis 7 ½ Uhr des 27., mit Ausnahme von 2 ½ Stunde der Nacht, in denen es futterte, somit während 22 Stunden nicht aus dem Sattel kam, so wird man die Leistung als einen neuen Beweis für die Trefflichkeit unseres Pferde-Materials ansehen, zumal da das 8. Dragoner-Regiment keineswegs zu den bestberittenen des Heeres gehört. Den Hippologen erfreut die Energie des edlen Thieres, das matt auf den Kampfplatz kommt und, wie der Reiter, beim Schmettern der Fanfare keine Müdigkeit mehr kennt und treu ist bis zum Sterben.

Sergeant Kemski der 2. Esc. des 8. Drag.

Regts. lieferte am 28.
vorigen Monats
v. M.
in Nachod 2 feindliche Geschütze der
vierpfündig
4pfünd.
gezogenen Batterie des Regiments Nr. 10 ab.
Lieutenant
Lieut.
v. Raven hatte die Ehre, am 2.
des Monats
d.
die von ihm selbst eroberte Standarte mit den übrigen Trophäen von Nachod in Berlin abzuliefern. Ihre
Majestät
Maj.
die Königin ließ diesem jungen, braven Offizier einen Lorbeerkranz mit schwarz und weißen Bändern überreichen und beehrte ihn mit einer Einladung zur Tafel.

Vom Kriegsschauplatz.
Amtliche, in Berlin publicirte Nachrichten:

Berlin, den 8. August. Ueber das Gefecht des GardeCorps bei Soor am 28. Juni liegt jetzt folgender amtliche Bericht vor:

„Am 27. Juni Abends stand das Corps mit der 1. Garde-Infanterie-Division concentrirt bei Eypel, mit der 2. eben so bei Kosteletz. Die Reserve-Artillerie und die schwere Cavallerie-Brigade waren noch einen Tagemarsch zurück. Das 1. Corps hatte sich in Folge eines ungünstigen Gefechts bei Trautenau den Abend in die Gebirge zurückziehen müssen. Die Verbindung mit demselben war gänzlich verloren gegangen. Um diese Verbindung wieder herzustellen und das 1. Corps zu degagiren,
waren die Dispositionen dahin getroffen, daß die 1. Division über Eypel debouchiren und die 2. Division zur Unterstützung von Kosteletz nach Eypel vorrücken sollte. Die 1. Garde-Infanterie-Division trat am 28. Juni, Morgens 5 Uhr früh, an und besetzte mit der Avantgarde die Höhen nördlich Raatsch, um das Debouchiren aus dem Eypeler Defilé zu decken. Die Cavallerie patrouillirte gegen die Trautenau Königshofer Straße in der Richtung auf Burgersdorf. Die Nachrichten ergaben, daß das 10. österreichische Corps Trautenau mit einer starken Avantgarde besetzt hielt und mit dem Gros bei Neu Rognitz bivouakirt hatte. Die Bagagen des Corps waren auf der Straße zwischen Burgersdorf und Weiber-Kränke in Abzug auf Königshof begriffen. Auf diese Nachrichten hin erhielt die 1. Garde-Infanterie-Division den Befehl, sofort in der Richtung über Staudenz auf Burgersdorf den Feind anzugreifen. Die 2. Garde-Infanterie-Division wurde über das Defilé herüber geholt und formirte sich bei Raatsch hinter den Höhen.

Zwei Bataillone Kaiser Franz-Garde-Grenadierregiments Nr. 2 wurden sofort auf Alt-Rognitz detachirt, während das Defilé von Sedlowitz, zwischen Eypel und Trautenau, schon vorher von 2 Compagnieen desselben Regiments besetzt worden war. Die 1. Division gerieth beim Vorgehen in ein sehr heftiges feindliches Granatfeuer, indem der Feind 5 Batterien auf den Höhen bei Neu-Rognitz und Burgersdorf aufgefahren hatte. Die 1 vierpfündige und die erste sechspfündige Batterie, welche der Avantgarde der 1. Division unmittelbar folgten, fuhren im heftigsten Granatfeuer mit der größten Ruhe über das vom Feinde in Brand geschossene Staudenz hinaus bis auf 1000 Fuß an die feindlichen Batterien heran und zwangen sie mit Hülfe der mit der grüßten Bravour und Kaltblütigkeit vorgehenden
Infanterie in kurzer Zeit zum Abfahren. Die Division führte hierauf ein sehr heftiges siegreiches Gefecht, welches sie bis über Burgersdorf hinaus brachte. Sie erbeutete 10 Geschütze und 1 Fahne und machte zahlreiche Gefangene. Den Abend bezog die Division das Bivouak bei Burgersdorf. — Unterdessen hatte sich bei Alt-Rognitz ein sehr heftiges Infanteriegefecht zwischen den beiden Bataillonen Franz und einer ganzen abgeschnittenen österreichischen Brigade entsponnen. Das 2. Bataillon Franz ging mit rücksichtsloser Bravour im heftigsten feindlichen Kreuzfeuer gegen das von der feindlichen Brigade besetzte Alt-Rognitz vor und nahm das Dorf mit stürmender Hand.
Dieser glänzende Erfolg kostete herbe Verluste. Der Commandeur des Bataillons, Oberstlieutnant Baron v. Gaudy, blieb an der Spitze seines Bataillons, Hauptmann v. Witzleben wurde tödtlich getroffen, die Hauptleute v. Wittich und v. Reitzenstein wurden weniger schwer blessirt; einzelne Compagnieen hatten alle Officiere verloren und wurden von Unterofficieren weiter geführt. Nach dem Gefechte war das Bataillon circa 600 Mann stark mit 7 Officieren. Als die Heftigkeit dieses Gefechtes erkannt war, wurde die ganze 2. Garde-Infanterie-Division, sobald sie sich formirt hatte, mit Ausnahme der bei Raatsch zurückgehaltenen Reserve, über Alt Rognitz auf Trautenau dirigiert, wo ihr die Früchte des an diesem Tage erfochtenen Sieges in die Hände fielen. Trautenau wurde mit stürmender Hand genommen, eine feindliche Fahne erobert, und über 3000 Oesterreicher geriethen in Gefangenschaft. Die 2. Division bivouakirte Abends in und südlich von Trautenau. Die Verbindung mit dem 1. Corps und der Cavalleriedivision der 2. Armee wurde sofort hergestellt. Das Schlachtfeld zwischen Rognitz und Trautenau war besäet mit Todten, Sterbenden und Verwundeten, die zum Theil noch aus dem Gefechte des. 1. Corps vom Tage vorher auf dem Felde liegen geblieben waren. Das ganze Gepäck und ein großer Theil der österreichischen Bagage fielen in unsere Hände.“
Und werden’s der Tage zu viel, zu viel Und will es nicht kommen das letzte Ziel Vermutlich ein bislang unbekannter Gedichtentwurf Fontanes; Näheres nicht ermittelt.
Fr. WolffhardtBuchbindermeisterPapierhandlungLeipziger Str. 106.