nächste Seite

E6beta

Tages
Notizen


<Schreiberhand Friedrich Fontane>
  • Aufgeklebte Notizen 
    (Tagebuch-artig) aus Kreuz
    u. andern Zeitungen
  • Dann
    viel Handſchriftliches
    ebenfalls tagebuch⸗artig
  • Aber auch z. B. Bericht übe
    einen Beſuch bei Geh. R.Geheim RatStieh
    , Geſpräch mi
    Rud. Löwenstein (Hufeland)Rud.Rudolf Löwenstein (Hufeland
    etc. etc
  • Dann
    Wrangeliana – Sche-renbergian
    – Bis-markian
<Schreiberhand Theodor Fontane>
Irrtum Friedrich Fontanes: Mit Löwenstein ist hier nicht Rudolf, sondern Adolf gemeint, das „Tunnel“-Mitglied Hufeland.
Am 30. u. 31 . t
Faucher als Kandidat i4ten Berliner WahlbezirkHält, unter erträglicheBeifall, eine ächt Faucherſche Rede

1862.

2t Januar.
Von Meyerbeer ſagtH.Heinrich Heine: „Meyerbeer, ja der iſt berühmt durcſeinen Ruhm.
Roſſini als er Wag-ner „Tannhäuſer“ geſehehatte, äußerte im Hinausgehn„Teufel war das ſchlimm, wendas Muſik war.Heine ſagt: „EntſchuldigeSie, wenn Sie mich ſdumm finden, – Wiehwar bei mir und wihaben unſre Gedankeausgetauſcht. 5. Dezember 1861. 

Die
National Zeitung
Nat: Ztng
bringt die Ministerin 3 Gruppen und ſchreibt
Dem Auge des Wahlmanns ſtellen diMiniſter ſich in drei Gruppen dar. Die eine aus den Miniſtern des Auswärtigen, des Handels und des Kultus beſtehend, iſt ihm durch die Verborgenheit ihrer Abſichtemerkwürdig, ihre unbedingte Unterſtützung würde wahrlicleichter zu fordern als zu verſprechen und auszuführen ſeinHerr v. Bethmann⸗Hollweg iſt ein, wenn das nicht zu beſtimmt geſprochen iſt, liberal gewordener Miniſter mit reaktionägebliebenen Räthen; nun ſage einer voraus, wie ſein Unterrichtsgeſetz ausfallen und ob die Kammer es anzunehmen odezu verwerfen haben wird. Herr von der Heydt wird ieinem Jahre den Zollverein zu kündigen haben, aber widenkt er ihn wieder aufzubauen? Wir kennen bloß deGrundriß, nach dem ſein Wohnhaus vor dem Thore ſeineVollendung entgegen wächſt. Graf Bernſtorff iſt eine reinHieroglyphe, ein Bild, in dem vielleicht ein Begriff ſteckt
Die zweite Gruppe iſt der Kriegsminiſter: ihn kennewir deſto beſſer als offenherzigen Soldaten, doch bedauerder Steuerzahler, ihm noch keine ſtaatsmänniſche Seite abgewonnen zu haben. Der Kriegsminiſter kann Ausſtellungeauf der Tribüne des Oeftern „nicht goutiren“ und Erſparungsbeſchlüſſe findet er leicht „nicht acceptabel“; mit ihm haben die Volksvertreter ſehr vorſichtig umzugehen und für dender zahlen ſoll, iſt es wirklich nicht behaglich, ihm an deSeite zu wandeln. So bleiben uns in ungefährlicher Nähnur die vier Miniſter Auerswald, Patow, Schwerin, Bernuth, * ihnen wollen wir gern genau ſo treu bleiben wie wi
dieſelbe Geſinnung von ihnen hoffen6 Dezember 1861. Wahltag. Die Wahlmännewählten die Abgeordneten füdie Kammer. In Berlin werdegewählt: Geh. R.Geheim Rat Kühne, TwestenTaddel, Waldeck (zweimal); Vir⸗cho (zweimal), Schultze⸗Delitscund Diesterweg. Es finden alſNachwahlen ſtatt. Die Conſerva-tive überall in einer peinlichen Minorität
DrDoktor H.Hansemann erzählt folgende Wahl⸗ Anekdote aus dem Jahre 1849. Lo⸗kal: „bei George’s in der Bellevue⸗Straß. Als die Wahlzettel verleſewerden, heißt es immer abwechſelnd
    Hansemann – StahHansemann – StahHansemann – Stahl (ſtahl
endlich ruft eine Stimme, nachdem eben wieder das „Han⸗seman – Stahl (stahl)“ erklungen war„was denn?!
In einer Stadt in Smaland (Schweden) begegneten ſich kürzlich, nach der „Nerike Allehanda“, zwei Bauern, zwiſchen deneſich folgendes Geſpräch entſpann: Kannſt Du mir Auskunft übeEtwas, was ich Dich fragen will, geben? — Ja, Du mußt Dicaber beeilen, denn ich habe viel zu thun und muß gleich weitegehen. — Was gabſt Du deiner Kuh ein, da ſie kürzlich kranwar? — Ein Pfund Terpentin! Hierauf trennten die beideBauern ſich, trafen einander aber wiederum nach Verlauf einigeTage. Es entſtand nun folgendes Geſpräch: „Du haſt mir deinen ſchlechten Rath gegeben. — Wie ſo? — Ich gab meineKuh, wie Du der deinigen, ein Pfund Terpentin ein und ſiſtarb gleich darauf. — Ja, das that meine auch!“ 10
— In Malmö fiel in dieſen Tagen ein liſtig ausgeführteDiebſtahl vor. Eine wohlgekleidete Perſon trat in den Ladeeines Pelzhändlers, ließ ſich mehrere Pelzmützen zeigen. Nachdem er ſich eine der koſtbarſten ausgeſucht hatte, ſtelle er ſich ider Nähe der Thür vor einen Spiegel und fragte den Pelzhändler, wie dieſelbe ihm kleide. Ehe dieſer aber noch antworten konnte, öffnete eine Perſon auf der Straße die Ladenthüund rief aus: „Wie ein dummer Schaafskopf!“ Der angeblichKäufer ſtürzte mit raſender Geberde dem flüchtenden Beleidigenach, behielt aber die ſchöne Peltzmütze auf und iſt noch nichwieder erſchienen um dieſelbe zu bezahlen. 10
7. Dezember.
— Ein Deutſcher, der ſeine letzten Lebensjahre in Paris zugebracht, hat ſein Vermögen „Denjenigen, die ihm Vergnügen gemacht“, teſtamentariſch hinterlaſſen. Zu den ſo Beſchenkten gehören einige Romanſchriftſteller, Feuilletoniſten, dramatiſche Autoren und Componiſten. Der Fall iſt gewiß ſelten, daß deSchöpfer eines geiſtigen Genuſſes dafür einen wirkſamen Danvon dem Genießenden empfangt und wir theilen das Beiſpiemit, auf daß es vielleicht einmal Nachahmung findet. 10
Aus Berlin vom 29. Nov. berichtet die Gerichts⸗Zeitung: „Der Ernſt eineSitzung hoher Beamten hierſelbſt wurde unlängſt durch kurze Heiterkeit unterbrochenIn der Berathung kam auch die Dappenthal⸗Begebenheit zur Sprache, wobei deKaiſers Ludwig Napoleon Erwähnung geſchah und der Verſicherungen ſeiner Liebzum Frieden. «Dieſe Liebe», ſagte Graf X., «iſt in der That da und ſehr ſtark; ſikennt keine Grenzen.
(Während des italieniſchen Krieges heißt evon ihm: „Fortiter in re, Zonavitein modo“8. Dezember. 1Ein Profeſſor begann ſeinen Vortrag folgendermaßen„Meine Herrn es hazu alten Zeiten Menſchegegeben die an eineGott glaubten und es haſolche gegeben, die nichan einen Gott glaubten; meine Herrn, es wirhier wie überall, diWahrheit in der Mittliegen.
9. Dezember.
Schlimme Nachrichten von deAdmiralität: die Amazone. (mit 7. Offizieren un11 Kadetten) wahrſcheinlicuntergegangen.

Die Times vergleichdenJohn Bright ſehr hübſch midem „advocatus diaboli“ beden Heiligſprechungen dekatholiſchen Kirche odemit dem Irländer, dereh er zur Beichte gehtſeine Frau prügelt, damidieſe, voller Wuth, ihſein ganzes Sündenregiſtenoch ’mal in die Zähnſchreit. – Daily Newbemerken ſehr hübſch: „Wihaben auch in EnglanLeute, die jeden Tag debritiſchen Löwen reiteund das Ausland anbrüllen à la König deThiere.
Der 13. Dezember.
Diner bei DrDoktor BeutnerDie alten bekannten Geſichteanweſend; nur Prof. Hensefehlt, der inzwiſchen heimgegangen
Geſpräch über die Hohen⸗zoller
Leo in Halle pflegte in ſvertrauteKreiſe zu ſagen: „die Stuartund die Bourbons waredankbar, das iſt ihr Lound – ihr Tadel; die Hohen⸗zoller ſind undankbar, daiſt ihr Tadel und –ihr Lob.Das iſt ſehr gut. Ein gleicheläßt ſich vom preuß: preußischen Staat ſagener braucht alles, verbrauchesund ſchmeißt es wegdennoch ſtößt er auwenig Undank und jedermaſitzt lieber ärmlich beihm zu Tiſch, als daß ermaLuſt hätte anderswo aleckerer Tafel zu ſchwelgenJe abſtoßender er auftritt (der Staat) je indifferenter er ſich gegen deEinzelnen zeigt, auf deſſemehr wirkliche Zuneigung ſtößt ernur geſchimpft wirwacker
Die Prinzen d. h. diSöhne Fr: W: Friedrich Wilhelm wurdeſo unterſchiedenFried: Wilh: Friedrich Wilhelm IV nobel und geiſtreich
  • Prinz Wilhelm nobel aber nicht geiſtreich
  • Prinz Karl geiſtreich aber nicht nobelPrinz Albrecht keins von beidenEine andre Eintheilung iſt folgende
  • Prinz Wilhelm – Stabs⸗Wachtmeiſtebei den Küraſſieren, miSchnalle und
    allgemeinem
    allgem:
    Ehrenzeichen.
  • Prinz Karl Major, wegeSchulden kaſſir
  • Prinz Albrecht Leutnant, wegen Schulden kaſſir
  • Der Kronprinz (ſpätre Fr: W.Friedrich Wilhelm IVRath im Cultus⸗Miniſte-riu mit Vortraüber Kunſtſachen
  • Der 14. Dezember.
    Beſuch bei Geh. R.Geheim RatStiehl „Ich habe 5 Söhne, abees iſ mein BWunſch, dakeiner Beamter wird. Deälteſte iſt Arzt, der zweite iſt Offizier, der dritte iſKaufmann. Ich halte nichtvon der Beamten⸗Carrièrund ich halte nichts vounſren Schulen. Meidritter Sohn, ſeit KurzeKaufmann, iſt ein ganandrer Menſch ſeitdeer von der Schule iſtEr war träge, trübeunglücklich, jetzt iſt eheiter, fleißig, glücklichDie Berührung mit dewirklichen Leben hat ihgeheilt; es muß docetwas faul ſein in unſrem ganzen Schulweſen unUnterrichts⸗Apparat, daein Jungen heut auf deSchule unbrauchbar unmorgen hinterm Comtoir oder Ladentiſch brauchbar iſt
    Mein Jüngſter iſt jetzin Sexta. Wie freuich mich als ich neulicvon ihm hörte: Vaterwir kriegen nun auc Naturgeſchichte. Ich dachtan meine Jugend zurückwo man mir vom Fucherzählte hatte, wie ſchlau eſei, daß er ein BüſchelHeu oder Stroh oder Mooins den Mundaul nähme, unin’s Waſſer gehe, bis allFlöhe ſeines Pelzes ſich auden ſchwimmenden Büſchegerettet hätten. Danlaſſe er den Büſchel lound kehre flohlos anUfer zurück. Das hattmich amüſirt, mich zuNachdenken angeregt; was muß ich jetzt mimeinem Jungen erlebenEr ſitzt 2 mal nach in eineWoche und als ich fragewarum? antwortet emir, weil ich meine „Naturgeſchichte“ nicht auswendigewußt hatte; „ich konnt’ enicht lernen“ ſetzt er hinzuWas war es denn? „Wiſollten die 160 Knochedes menſchlichen Körperauswendig lernen;“ – ickann es nicht lernen, abeich will es noch einmaverſuchen.“ „ „Nein, neindann ſitze lieber nach.“
    Es iſ grauſam wiman mit den Jungenverfährt
    keine Spur von Eingehn audas Individuelle, auf die Eigenart. In alter Zeit, wendie Rekruten eingeſtellwurden, ſtülpte man ihneeine Metze auf den Kopund ſchnitt, am Rand deMetze entlang, den Bauerkerlen die Haare ab; abeman ließ ihnen wenigſtenihre Haarſorten, braunſchwarz, blond, roth; – hätteine Schulautorität diSache zu machen gehabtſo hätte dieſelbe ſicherlicauf ſofortige gleichmäßigFärbung der Haare gedrungen, wahrſcheinlich grau“
    Als ich ihn mit den Worten unterbrach: „aber SchulrathWies hat doch ein ſo hübſches Buch über England undengliſches Unterrichtsweſegeſchrieben“ – antworteter trocken: „zwiſchen eineSchulrath in Büchern uneinem Schulrath in Leben unPraxis, iſt ein großer Unterſchied.“ Wie kann eauch anders ſein, fuhr er fort, ſei50 Jahren oder länger habewir in Preußen niemaleinen Gymnaſial⸗Schulratgehabt, der Kinder gehabhätte – Geh. R.Geheim Rat Schultz hatte einTochter, aber weiter habeſie’s alle nicht gebracht“.(Kortüm (?)Schultz, Wiese, Kiſsling, Mützel hatten und haben allkeine Kinder(Bei Tiſch in Stiehl’s Hauſe„Herr Oberlehrer Promtowmein Fritz hat 58 Fehleim letzten Extemporalgemacht. Ich weiß, deJunge iſt ein Eſel; wenaber ein Quartaner beiExtemporale⸗ſchreiben 5Fehler macht, ſo trägt enicht allein die Schuld; es fehlt irgendwo. Als Beiſpiel wie er zu helfen verſtand
    Stiehl beim eben geadelten Banquir v.Opperfel. (Am Abend vorher war eiarmer Lehrer bei St. geweſen, dem es aGarderobe fehlte, um ſein neues Amt antreten zu können)
    St: Stiehl geht zu O.Oppenfeld um ihm mitzutheilendaß er für des letztern Gouvernante einpaßliche Stellung gefunden habe. O.Oppenfeld iſt beTiſch
    Der Bediente. Sie müſſen wiederkommenHerr v. O.Oppenfeld iſt bei TiſchStiehl. Ich bin nicht einer der wiederkommtmelden Sie michEr wird gemeldet. O.Oppenfeld ſtürzt mit der Serviettheraus. St.Stiehl macht ihm die Mittheilung daß allearrangirt ſeiv. O.Oppenfeld Ich danke Ihnen herzlichſt. Kann ich Ihnemit irgend etwas wieder zu DienſteſeinSt.Stiehl Jav. O.Oppenfeld Mit wasSt.Stiehl Mit Rock und Hoſev. O.Oppenfeld Zurückgrollend. Verlegen. Endlich: „GewiHerr Geh.Geheim Rath“. Folgt dann zuletzt unte
    Lachen die Auseinanderſetzung

    den
    d.
    15. Dezember
    Telegr. Dep: Telegraphische Depesche am 14.tn u11 Uhr Abends iſt PrinzAlbert (Prince Consortin Windſor geſtorben d.den 16. Dezember 3Auerswald (mit deſſeFinanzen es bekanntlich nichgut ſteht) iſt Miniſteohne Portefeuille; ſeinGegner nennen ihn abeMiniſter ohne Portemonneie G. H. meint: A.Auerswald ſei keipolitiſcher Gegner, ſondereinfach ein politiſcher G..nerEr lüge, ſei lüderlichgrundſatzlos und werdüberwiegend durch perſönlichRückſichten beſtimmt; übrigens habe ihn v. d. Hdurch aufgekaufte Wechſezu ſehr hohem Betrage, völliin der Hand
    den
    d.
    17.
    und
    u
    18. Dezember
    .
    Die ganze Stadt wiedein Aufregung, die
    Kreuz-Zeitung
    Ztng
    Kreuz-Zeitung
    soll wieder gelogenund die Worte deKönigs, die er bei Einweihung der LetzlingerKirch geſprochen hattendenziös übertriebed. h. gefälſcht haben. Undoch hat alles ſeinRichtigkeit; er hat ſgeſprochen; mehrerhundert Perſonen warezugegen und die Berichtdibei uns von den verſchiedenſten Seiten her eintreffenbeſtätigen die Richtigkeiunſerer erſten AngabenEr hat über die demokratiſche Wahlen geklagthat es beklagt daß maihm 48 er, jetzt erſamneſtirte Leute ſchickehat ſeine Gottesgnadenſchaft drei⸗vierfach betont und hat erzählt, dain Königsberg bei deKrönung nur das „Bildes Gekreuzigten“ ihaufrecht erhalten, ihm dinöthige Kraft gegebehabe. Es iſt rührenzu ſehn, wie er ſickrampfhaft – übrigengemäß in alleer Aufrichtigkeit – an derie Gottesgnadenſchaft anklammert, uſich daran aufzurichten. Zgleicher Zeit iſt die Unſelbſtſtändigkeit beklagenswerthdie ihn nach 24 Stundeimmer wieder die Hälftalles Geſagten zurücknehmen läßt. – Heuwar wieder ſtark voMiniſterkriſis die Rede29. Dezember 4Geſpräch mit DrDoktor Loewen-stein (Hufeland über Mer-ckel’s Vate
    Er hatte früher in ſchleſ: schlesischen Fried-lan gelebt und dort alKaufmann (Leinwandhändleetcet cetera?) ſein Vermögegeſammelt. Er wohnte audem „Ring“ in einehohen, alten Hauſe, untemit einer Art Säulengang, unterhinter der die Kaufhalle war
    In Breſlau lebte eblos ſpäter als reicherMann un Rentier. Ewaſehr reich und ſehr geizigDie Frau längſt todt; nuder eine Sohn, der ſtrengehalten wurde, aber nunicht mehr im Hauſe warMit ihm lebte nur eiBedienter von mittlereJahren, der ſchwere Taghatte. Mit heiſer bellendeStimme wurde er angefahrenDer Tag verging miMöbel⸗poliren, pSachen putzen, alles in Ordnunhalten: Pflege des Haushalts (darunter die koſtbareGedecke) und Wahrung unVerwaltung des VermögensGegen zwölf oder aucnoch ſpäter ging er zBett, dann durchleuchteter, den Blaker in deHand, die ganz Wohnungkuckte in alle Ritzen unEndcken, befühlte alle Thüreund Schlöſſer, dann giner zu Bett, bSeine Papierbei ſich. Vor dem Hofflügel (a) gegenüber Grundriss; Haus, in dem Familie Loewenstein und Herr von Merckel wohnten.(ab) ſaheihm die Kinder des Loewen-ſteinſchen Hauſe zu und ſchauderten zuſammen, wenn ſidas Geſpenſt mit deLicht kommen ſah
    10.t Januar.
    Faucher, nachdem ein Wetzlar Bürgegeworden und in Berlivergeblich candidirtwird in Delitzſczum Abgeordnetegewählt.
    DrDoktor v. Arnims Kutſcheund Frau v. Arnim bringeihn (den alten v. AArnim) auf den Bahnhof. Ereiſt nach Carlsbad od. d. U.Als er abfährt ſagt „Sternkieker“ (der alte Kutſcher„Gnädige Frau, den ſehn wiauch nicht wieder“„‚Aber Sternkieker!“„Ach, watt, Gnädige Frau, Sie können e
    woll aushalten, abewat wirt’ er aumir?

    Nach dem KItalieniſchenKrieg hieß es von LouisNapoleo und ſeiner PolitikFortiter in re, sed Zonaviter in modo
    14. Januar.
    Ein Reiſender in Süd⸗Afrikſpricht bei einem Kafferoder Buschmann
    oder
    od.
    dgl.vor. Der Kaffer, deGaſtfreundſchaft üben willbeklagt daß er nichts paſſendes im Hauſe habe, ehabe nur etwas „kalten Miſſionär“ was dem Reiſenden wohl nichſchmecken werde
    15. Januar.
    Der Herzog von Deſſahört daß der Herzog voBernburg ſo gut wie verrückt ſei. Er ſchickt eineHofmann an den BernbugerHo und derſelbe (der Hofmannhat ein längeres Geſpräch midem Bernburger Herzog
    Der Hofmann hat ſich voder paſſablen Verrücktheides Bernburgers überzeugt unkehrt nach Deſſau zurückNun wie ſteht’sSchwachWie ſpricht erSehr ſSchwachWie benimmt er ſichSehr ſchwachAlſo unfähig zur RegierungDer Hofmann O. oh vermag dafür keinen genügenden Grund einzuſehn und erwiederte nur: oooh16. Januar. 5
    — Daß es namentlich im Stifte Aarhuus in alten Tagemit der Aufmerkſamkeit in der Kirche nur ſchlecht beſtellt geweſeist, scheint aus einem
    königlichen
    königl.
    Rescript an den dortigen Stift-amtmann vom 17. Mai 1746 hervorzugehen. Es heißt nämlicdarin: „Da überall durch Schlafen in den Kirchen große Unordnung begangen wird, wollen
    Seine
    Se.
    Majestät gnädigst, daß injedem Kirchſpiel des Stifts Leute angeſtellt werden, welche während des Gottesdienſtes mit langen Stöcken in den Kirchen umher zu gehen haben und Diejenigen auf den Kopf ſchlagen ſollewelche ſchlafen, um dadurch die Aufmerkſamkeit auf die Predighinzuleiten.

    Wrangeliana.

    • 1.) Subſkriptionsbälle„Ich komme auf allen Vieren“
    • 2) Beſtellt einen Ring mider Inſchrift „Ich liebe Dir“Die junge Dame im Juwelier⸗laden, verlegen, bitteExcellenz die Worte aufzuſchreiben. „Ei, ſie kleiner Schäker, Sie wollenur ein Orthograph!
    • 3) General Peteri. Abendmahl mit dem Könige. „Wär es nicht guKönigliche Hoheit es vorheblind durchmachen zu laſſe
    • 4) Peteri. Am Weihnachtstage„Wir nehmen Hheute ſei „Rom“ dieals Parolals den Namen der alten Stadt, wo in deunſer Herr und Heiland geboren wurde.“ (Die andrGeſchichte: Porzellanteller aufgerolltauf Ehre Caroline, ihrer zwo.
    • 5.) Bei Möllendorffs Jubiläum: „ Kamerad, Nnenne mir Du.Alle andern brachten GeſchäfteGeſchenke, er half ſich ſo
    • 6) Rittmeiſter v. Troſchke (?kommt zu ſpät oder ſein Schweben hatte ſchlecht manövrirt und ſetzt elegant über Heck u. Grabeund hält mit einem Ruckvor Wrangel. Dieſer droht mit dem Finger u. ſagt lächelnd: „Rittmeiſter v.T.Troschk Sie beſtechen mir nicht.
    • 7) „Ich kann warten; Unteroffizier holen Sie mir eineStuhl aus dem Hôtel in „Branden-bur.“ (Vom Schauſpielhaus 1848 Oktober
    • 8) Beim Empfang in einer 5Stadt haben ſich die jungeMädchen ſtaffelförmig aufgeſtellt, die hübſcheſten ierſten Glied, hinten die häßlichen. W.Wrangel küßt das erſtGlied und ſagt dann ſchmunzelnd: „Eulenburg (ſein Adjutantküſſen Sie weiter.
    • 9) Wrangel und der Kron-prin gehn „unter denLinden. Ein Schuſterjungkommt ihnen pfeifend entgegen; als er ſie ſiehthört er auf zu pfeifen. AlsDem Kronprinzegefällt das und er ſagzum Schuſterjungen: „Daiſt hübſch, daß Du zpfeifen aufgehörſt.“ „Jaantwortet der Schuſterjunge „Wenn ichWrangeln ſeähe, muick immer lachen unun denn kann icnich pfeifen.
    • 10) Bei Anlaß des Patent
    Ein Unteroffizier meldet„waren heut nur 5 Evangel’ſche undrei Kattolſche zum Abendmahl; habe dru2 Malpropre zukommandirt.Der Stuhexiſtirt nocim Hô⸗te

    Scherenbergiana.

    LouisLouis Schneider beſtätigte iWeſentlichen all die bekannten Züge von ihm und fügteiniges Neue hinzu. Er habihn ſehr geliebt und verehrthabe indeß zuletzt docallerhand bedenkliche Eigenſchaften an ihm wahrgenommen„Berechnung, RaffinementUndankbarkeit.“ Die Bekanntſchaft machte ſich ſodaß er Schneider’n eiStück überbrachte; nach 8 Tagen holt er ſich das UrtheilS.Schneidertadelt es und Scherenberzerreißt das Stück auf deStelle („Komödianten“ iſt 5meine Meinung.) S.Schneider verwieihn dann an Blesson, wihm eine Buchhalter⸗Stellbei der Rentenbank voohngefähr 1200 Reichstaler angebotewurde. Er ging aber nichhin. Er meinte: „Stellungenwo ich jeden Tag zu beſtimm ter Stunde da ſein und meine Vormittage dranſetzemuß, kann ich nicht acceptiren“; – in dieſem Punkwar und blieb er bewundernswerth, die Schwelgerein Muße, und freier Zeit unungeſtörter Meditation waihm höchſter LebensgenußS.Schneider las dem König vielevor und der König wavon Waterloo entzückt. Ewollte etwas für Scherenberthun; und es kam auch wieworauf S.Schneider antworteteMajeſtät, Stellung kann er nichbrauchen und Geld verthut erdas beſte iſt, Majeſtät kaufedie ganze Auflage, ſo fällihm (das dem Scherenberg) ſofordas Honorar für eine 2tAuflage zu. Dies geſchah denauch; ſo wie denn überhaupder Abſatz nicht ſo ſehr grogeweſen iſt, – theils wurdes von oben her in die Maſſegeſchleudert, theils ein neueTitelblatt vorgedruckt (ich glaube 65te Auflage vor den ſtarkeReſt der 4ten)
    Sein Schreiben auf Dinten unContobuchblätter bei Kollmack’s hat vollſtändig ſeinRichtigkeit
    Seine berühmte Scene iKriegsminiſterium auf deLeiter etc. Sein Verhältnizu Smidt. Das Popliche deStellung. Die Löſung des Verhältniſſes. Das Recht auf ſeiner Seite
    Er wußte es, hinter Schnei⸗der’ Rücken, zu betreiben, daer dem König vorgeſtellwurde. Graf Bismark⸗Boh-le beſorgte das. Er laiCharlottenburg im engſteZirkel Scenen aus Abu-ki (vgl. Tagebuch 1teBand). Weitre Einladungeerfolgten nicht. Vielleicht weier nicht kurios genug warSSchneider’s Mittheilungen hatten mündlicdie Vorſtellung vermerkt, Scheren-ber ſei eine Art Meerwunder, ein geniales Mondkaloder Trampelthier und nuſah man einen höchſt feinen Mannder ſich ausgezeichnet zu benehmewußte. Es hieß, Schneidehabe Märchen erzählt und dochatte alles ſeine Richtigkeit, es war eben dieſe Zwieſpältigkeit in ſeiner NaturScherenbergs politiſche PoſitionPatriotiſch aber ſehr liberal. SeiVerhältniß zu Friedberg, Wied-man, Orelli. Stellen auſeinen Gedichten
    Sein Verhältniß zu SchrammSeine Ungenirtheit im mitfortſchleppen: das Sopha etcvon Schneiders eine Ssehr werthvolle Muſchelſammlung in 21 Käſtenwofür er ein Gedicht ſchickewollte, was aber nie geſchah
    Seine Hinneigung zu ſchlichteLeuten, ſein Mißtrauein alle Menſchen, die ſelbſirgendwelche Anſprüche erhebenSein Verhältniß zu v.Loos Als er 100 Reichstaler (oder einandre Summe) von der Schiller-ſtiftun erhält, konntBormann ihn nicht abfaſſen, um ihm diSumme einzuhändigen. Egelang erſt mühſam (Bor⸗man fragen)
    6— Der „Kölner Zeitung“ ſchreibt man aus Berlin: „DeErnſt der Lage hat dem Berliner Witz keinen Einhalt gethanEs wird erzählt, als an hoher Stelle Jemand gefragt wurdewas die Berliner zu dem neuen Miniſterium ſagten, die freimüthige Antwort gelautet habe: „Man iſt zufrieden, daß es eiEinheitsminiſterium iſt, möchte aber lieber, daß es keiHeydts Miniſterium wäre. (V. d. Heydt, die Seele dejetzigen preußiſchen Miniſteriums, iſt bekanntlich ſehr wenig beliebt in Preußen.
    Beſſer ausgedrücktEinheits⸗Miniſterium iſt es nunKein Heydts⸗Miniſerium wärbeſſer

    Die Adresse.

    (Eine Idylle.)

    Morgen war es, da rief der Gutsherr Alles zuſammen
    Knecht und Magd, was ihm auf dem Gut von Sterblichen diente
    Weithin ſchallte ſein Ruf; da kam’s in wimmelnden Scharen
    Bienen gleich, die in ſummendem Schwarm ausfliegen zum Tagwerk
    Alſo ſtrömte die Menge hervor aus Ställen und Scheunen
    Allen voran kam Jörg, der Pfleger des borſtenumſtarrte
    Langgerüſſelten Schweins, gleich hinter ihm ſchlorrte die Kuhmagd
    Rieke des Friedens, das einzige Kind des herrlichen Schnorrke
    Peter auch ſtellte ſich ein, der Hirt ſchwer wandelnden Rindviehs
    Jette ſodann, der Küche Beherrſcherin, hinter ihr rannte
    Hochgeſchürzt neun Mägde daher, der Küche Dragoner
    Hanne und Tine und Annemarie, und Kathi und Lina
    Jule, die fette, und Mine dazu und Doris und Phyllis
    Weiter dann kamen vom Felde herein ſtarkknochig Mägde
    Unbeſtrumpfte, und Knechte dazu, die Schwinger des Flegels
    Siehe da kam auch Hans, der kundige Lenker der Roſſe
    Mit ihm viele der Knechte, der pferdeverſtändigen Männer
    Aber zuletzt von allen kam langſam dröhnenden Schritte
    Lebrecht Kniller, der Wächter der Nacht, der liebliche Sänger
    Als ſie nun alle verſammelt den Herrn umſtanden voll Ehrfurcht
    Alſo begann er zu ihnen und ſprach die geflügelten Worte
    „Hört mich, Männer und Frauen, und ihr unſchuldigen Kindlein
    Nicht zum Scherze berief ich euch her, nein! wichtige Ding
    Warten auf euch, denn ernſt iſt die Zeit und es naht das Verderben
    Grimmige Feinde verwüſten das Land, Fortſchrittler geheißen
    Nehmen den Kühen die Milch durch Zauber, auch die Kartoffel
    Machen ſie krank und ſchaden dem Korn durch Würmer und Mehlthau
    Geht es noch lange ſo fort, dann nagen wir bald an des Hunger
    Gräßlichem Tuch, und es theilen das Land die tückiſchen Juden
    Denen wir dienen alsdann, wie einſt ſie ſelbſt in Aegypte
    Dienten, bevor ſie dem Herrn, dem Pharao liſtig entwiſchten.
    Dieſes bedacht’ ich vergangene Nacht, in Sorgen mich wälzend
    Wie in dem Tiegel die Wurſt, die ein Mann ſich bratet zum Frühſtück
    Siehe! da kam mir, von Oben geſandt, ein guter Gedanke
    Heut noch zur Hauptſtadt reiſe ich hin in eurem Auftrag
    Daß ich den Regierenden kund thue das nahende Unhei
    Und mich beſpreche mit ihnen, wiefern die Rettung noch möglich
    Hier dies Schriftſtück hab’ ich verfaßt, wo alles darin ſteht
    Was wir wünſchen und was des Landes wirkliche Meinung
    Tretet nun vor und jeder von euch mit beſcheidenem Anſtan
    Schreibe den Namen darunter, mit dem die Menſchen ihn nennen
    Jedem ſtell ich es frei; er thu’ es, oder er laſſ’ es
    Läßt er es aber, dann ſcheer er ſich fort noch heutigen Tages
    Daß ich nicht etwa vom Hofe hinweg mit Hunden ihn hetze
    Wer nun des Schreibens von euch nicht kundig, brav doch von Herzen
    Macht drei Kreuze, das gilt ſo viel als Namen und Siegel
    Und ſo ein Weib hier iſt, das ein Kind trägt unter dem Herzen
    Zeichnet der Kreuze ſechs, für ſich drei, drei für das Kindlein
    Welches ja doch dereinſt, ob Knab es ſei oder Mägdlein, 66In der Geſinnung erwächſt der conſervativen Erzeuger
    Kurz, was gemacht kann werden, wohlan! wir werden es machen.“
    Alſo ſprach er, da drängte ſich gleich die Menge zum Schreibe
    Und die Adreſſe bedeckte ſich ſchnell mit Namen und Kreuzen
    Gerne ſah es der Herr des Guts; als Alles vorüber
    Rief er mit fröhlicher Stimme die Schaffnerin, alſo gebietend
    „Heda! Schaffnerin du rotharmige, Schlüſſelumklirrte
    Hol aus dem Keller heraus ein Fäßlein lieblichen Tranke
    (Nektar nennen die Göttlichen ihn, die Olymposbewohner
    Aber die Sterblichen heißen ihn Schnaps, den Löſer der Sorgen)
    Schnell dann hole vom Boden herab die längſte der Würſt
    Und mit dem ſchneidenden Erz zertheile ſie; jeder erhalte
    Wie ſich’s gebührt, ein Stücklein davon und ein Gläschen des Trankes.
    Alſo ſprach er, und jene ſogleich erfüllte den Auftrag
    Theilte die Wurſt und ſchenkte den Trank in funkelnde Becher
    Feſttag wars auf dem Gut und Freude belebte die Herzen
    Jubel herrſchte bis ſpät in die Nacht, des gelungenen Werke
    Freuten ſich alle bei Speiſe und Trank und lobten den Gutsherrn.
    Als die Adreſſe des folgenden Tags gelangte zur Hauptſtadt
    Fröhlich ſprachen zu ſich die Schriftgelehrten des Kreuzes
    Siehe! ein Vögelein wieder da fliegt, ein lieblich gebratne
    Uns in das Maul — das preußiſche Volk wird immer vertretner
    Ja, wir treten es ſchön — risum teneatis amici
    (Glaßbrenner’s Montags⸗Zeitung.
    Die Augsb: Ztng beBeſprechung der Varnha-gen’ſchen Tagebüche, und charakteriſirt den geſammteBerolinismus wie folgt
    öffnet, ſelbſt ſkandaliſirte? Der richtige Standpunkt, der zu eigener unfremder Belehrung und Aufklärung dienen kann, ſcheint uns nur der zseyn daß wir den Einzelnen als Typus einer allgemeinen, großen, faſt allumfaſſenden Gattung nehmen: daß wir in Varnhagen das großartigſtBeispiel dafür finden zu welchem abſoluten Nihilismus das abſtractPolitiſiren immer führt, auch da wo es mit noch ſo viel Verſtand und Kenntniſſen verbunden iſt, ja nur um ſo gewiſſer, je mehr das Individuusich von allen Vorausſetzungen und Rückſichten der Pietät frei weiß, durcwelche ein weniger abſoluter Standpunkt ſich ſonſt noch zurückgehaltefühlt
    Wenn wir der Wahrheit die Ehre geben wollen, ſo müſſen wir ſagenwie Varnhagen denkt und urtheilt, ſo haben nicht bloß vor vierzehn JahreTauſende gedacht, ſondern ſie denken und urtheilen auch heute noch ſodieſe Tagebücher ſind nichts als allgemeine Confeſſionen, Bekenntniſſe iwelchen einer für Tauſende die geheimſten Neigungen, Sympathien unGelüſte ausſpricht, denen ſie nicht im Stande geweſen wären einen gleicſcharfen und eleganten Ausdruck zu geben. Man kann es nicht läugnenVarnhagen iſt in der That wofür er ſich ſelbſt hält, das Sprachrohr de„öffentlichen Meinung,“ ein auserwähltes Organ für die Unzähligen diaufs leidenſchaftlichſte politiſiren ohne alle Politik, die nicht auf das Möglichund Wirkliche ſehen, ſondern überall nach dem Abſtracten verlangen, undieſem die reinſte und ſchneidendſte Formulirung geben, weil ſie an deöffentlichen Dingen eben nur einen ideellen und keinen wirklichen Antheinehmen, weil ſie bei dem leidenſchaftlichſten Intereſſe für dieſelben ihnedoch immer fern bleiben, ſich nicht ein⸗ und unterzuordnen wiſſen, unandern Pflichten aufbürden, über deren pünktlichſter Erfüllung ſie mit un
    ſelbſt, uſteckens anzumerden wärlehnt nung; amachen könnte, nung freGedankeſondere den Ergaber icund wüdie mit Weiſe, mmeiner eilich den als wendie Streigeordnetedigkeit thBerathunſichere StOrten ſeiholt, ſein
    nachſichtiger Strenge wachen, während ſie nicht mit dem kleinen Fingedaran zu rühren Luſt haben
    Von dieſem allgemeineren Standpunkt aufgefaßt, gewinnt jede Zeildie Varnhagen geſchrieben hat allerdings eine bleibende Bedeutung; ſeinTagebücher ſind ein Spiegel aus welchem uns nicht nur das treueſte Conterfei jener abgelaufenen Revolutionsperiode entgegentritt, ſondern in deauch die gegenwärtige Zeit mit ihren unklaren, phantaſtiſchen Wünſcheſich ſelbſt beſchauen kann, der namentlich Preußen zur Selbſterkenntnidienen könnte, dem Staat in welchem nichts ruht und doch auch nichts fertiwird, der alles fallen läßt und nichts aufgibt, der dadurch daß er ſich einnebelhaft großartige Miſſion zutheilt, und doch ſelbſt nichts zu deren Erfüllunthun will, ſondern alles von andern erwartet, in einem Zuſtand unaufhörlicher revolutionärer Unruhe und Gährung iſt. Der Inhalt dieſer Tagebücher wird aber in jeder Beziehung um ſo lehrreicher und intereſſanter, alihr Verfaſſer, in der Rolle die er mit ſo viel Eifer und Empreſſement ſicbeilegt, ſich doch eigentlich fremd fühlt, da ein doppelter Menſch aus ihſpricht, und er in einem hellen Augenblick, wo er wieder zum vollen Bewußtſeyn ſeiner wirklichen Bildung und Einſicht gelangt, alle ſeine leidenſchaftlichen und überſtürzenden Aeußerungen für null und nichtig, für lediglich in den Wind geredet erklären muß
    oft geradezu auf ſicaus dieſer WahrnehEntwicklungszeit docSichverborgenhaltenung. „Wie ernſmit der Name ſo glein Reih und Glied: weder Auf⸗ noch Undaß ſeine Parteinasey, geht er recht inehmen könne: Ranja im weitern Verlauverlieren, und ſey keſtellerei leide von denicht Volksvertreter mit den Steuern, miperſönliche Beſchwergehabt als ſie ſchoich erſtrebe das iſZerfallen des Wahn

    Bismarckiana.

    B.Bismarck als es ſich um den Ein-marſch in Schleswi Januar 1864 undeshalb für unſre Truppeum den Durchmarſcdurch Hannover und Holſteihandelte
    Der hannoverſche Geſandte proteſtirt
    Darauf Bismark: WarumSie wiſſen wir geheraſch über Harburg nacHamburg, das dauer2 Tage; freilich wenSieHannover uns hindertda ſo weiß ich nichwie lange wir bleiben werden
    Der ſächſiſche Geſandte proteſtirtauch. Es ſtünden jSachſen da und wo Sachſen ſtündenkönnte doch nicht Preußen ſtehn
    Darauf BismarckWenn Das Land iſja groß genug; wigehen uns aus deWege, ſtellt ſicSachſen aber iden Weg, ſo müſſewir es freilich gefangen nehmen ſie gehen ein biſchezur Seite und wimarſchiren vorbei
    Frau Prof. BeyricEggers. Blomberv. HülseDr. HalPlockhorst
    Bismarcks berühmte CigarrenScene mit Prokesch-Ostein Frankfurt a. M.am Mai
    Die Geſchichte mit deSeidel in der Kneipe. Die Geſchichte miHerrn Rose oder Herrn Stengel
    * Bei Aufzählung der Miniſter iſGraf Pückler durchaus vergeſſen. Dieerinnert an den Ausſpruch der circulirtals Bernruth eintrat: „Pückler habe erklärt, er ſei es überdrüſſig noch längeder dümmſte zu ſein.