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GroſsbeereBlankenfeldZepernic }
    SonnenburgFreienwalde unFalkenbergTamsel
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Großbeeren.

Bemerkenswerth ſind das Siegesdenk⸗ma, die Kirche und das Herrenhaus
Das Siegesdenkmal (von Gußeiſen) ſtehauf dem Kirchhof gleich zu Anfang des DorfesEs iſt ein Oblong mit einer gothiſchen Spitzezuoberſt ein Kreuz. Das Ganze iſt ziemlicſchmucklos und hält keinen Vergleich aumit dem Kreuzberg⸗Monument. DiInſchrift lautet: „Die gefallenen Heldeehrt dankbar König und Vaterland. Siruhen in Frieden.“ (Hieran ſchließen ſich einzelne Mittheilungen über die Hauptmomentder Schlacht: Kampf auf dem Kirchhof; vBorſtells entſcheidender Angriff; ein paaDetails und Anekdoten.) Neben deDenkmal befindet ſich ein Häuschen davon 2 Invaliden bewohnt wird. Sihaben Ordre nach dem Rechten zu ſehund Auskunft zu geben, wiſſen aber garnichtsDer eine iſt ganz, der andre halb taub unnur der abgeſchoſſene Arm des einen erzählt ſeine Geſchichte 2Die Kirche (gemeinhin die „DenkmalsKirche⸗ “ geheißen, weil eh das eigentliche Mo⸗numen errichtet wurde, dieſe Kirche zugleicein Denkmal und Erinnerungszeichen ſein ſolltewurde 1818–20 nach einem SchinkelſchePlane gebaut. Die alte Kirche, eiFeldſteinbau aus dem Jahre 1508 (debenachbarten Heinersdorfer Kirche ſehähnlich) wurde im Jahre 1760 durch diRuſſen eingeäſchert und war noch 1813während der Schlacht, eine bloße RuineDie Gemeinde pflegte nach Klein⸗Beerezum Gottesdienst zu gehen. Die neueKirch bildet ein griechiſches Kreuz; jededer 4 Flügel trägt drei Türmchen, diaber mehr Unruhe als Schmuck gebenDas Innre iſt nüchtern; kein Grabſteioder Denkmal von Intereſſe
Das Herrenhaus. Iſt nach dem Todſeines letzten Beſitzers, des Rittmeiſter’Brieſen († 1857.) unbewohnt, verſchloſſeund unzugänglich. Es iſt ein zweiſtöckigesſaubres Haus von mäßigen Dimenſionendeſſen weiße Wände aus dem Grün deParks hervorleuchten. Eine Feldſteinmaue3faßt Haus und Garten ein; zwei kurze Stein⸗ pfeiler auf denen als Ueberbleibſel aus deSchlacht ein paar Kanonenkugeln liegenbilden die Einfahrt. Das Haus iſt intereſſant durch die Reihenfolge mehoder weniger origineller Figuren, diſeit Anfang dieſes Jahrhunderts Groß⸗beere beſeſſen und dies Haus bewohnt haben
Zuerſt Hans Heinrich Arnold von Beerengenannt „Geiſt von Beeren.
Er war der letzte ſeines Geſchlechts, eikleiner, ſchmächtiger, lebhafter Mannwitzig, ſarkaſtiſch, hämiſch. Zwietracht anſtiften, zanken und ſtreiten, opponiren unprozeſſiren war ſeine Luſt. Er war nichtsdeſtoweniger eine populäre Figur, auGründen die ich ſpäter namhaft machewerde
Bis in ſein hohes Mannesalter blieer unverheirathet und führte ein wüſtesſittenloſes Leben. Er hatte einen völligeHarem um ſich her. Mit ſeiner Favoritizeugte er einen Sohn, der des Vaterwürdig war und zweimal das ganzGehöft anzündete und in Aſche legte4Geiſt von Beeren indeß nahm keinen Anſtoß daran (vielleicht, weil er ſich ſelbſt in deallen wiedererkannte) und ging damit umdieſen Sohn zu adoptiren. Dazu war diEinwilligung ſeines (des alten Geiſt) einzigeBruders nötig, der als General in preußiſcheDienſten ſtand und in Erſcheinung und Sinnesart die volle Kehrſeite des unſres Helden „tollenGeiſ“ (wie man ihn nannte) bildeteDer General verweigerte ſeine Einwilligung. Geiſt von Beeren war nicht deMann, das ruhig hinzunehmen. Er beſchlojetzt ſich zu verheirathen, lediglich ſeineBruder zum Tort. Der Harem wurde migroßen Koſten aufgelöſt, indem Abſtandsgelder und Penſionen gezahlt werdemußten. Seine Wahl fiel auf eiFrl.Fräulein von Eyſſenhardt, mit der er nuwenige Jahre verheirathet war. Eſelbſt ſtarb 1812 und hinterließ eineinzige Tochter. (Sein Bruder der General und deſſen zwei Söhne waren voihm geſtorben.) Das plötzliche Erlöſchen deFamilie, wie aller Unſegen der theils votheils nach dem Tode des alten Geiſt, all5Angehörigen des Hauſes betraf, wird mit folgender Familienſage in Verbindungebracht. Es iſt das die Geſchichte vo

Allerhühnchen.“ *

Vor mehreren hundert Jahren waeine Frau von Beeren eines Kindleinglücklich geneſen. In einem großen Himmelbett, deſſen Gardinen halbgeöffnewaren, lag die junge Frau, neben ſicdie Wiege mit dem Kinde und verfolgtin träumeriſchem Spiel die Schatten, diin dem ſpärlich erleuchteten Zimmer, aWand und Decke auf und ab tanztenPlötzlich bemerkte ſie, daß es unter deKachelofen, der auf vier ſchweren Holzfüßen ſtand, hell wurde, und als ſie ſicaufrichtete, ſah ſie deutlieh, daß eiTheil der Diele wie eine kleine Kellerthür aufgehoben war. Aus der Öffnunſtiegen allerhand zwergenhafte Geſtalten, von denen die vorderſten kleinLichtchen trugen, während andre diHonneurs machten und die nach ihneKommenden willkommen hießenSie waren alle geputzt und ſchienen ſeh* Alräunche6heiter. Eh ſich die Wöchnerin von ihrem Staunen erholen konnte, ordneten ſicdie Kleinen zu einem Zuge unmarſchirten, zu zwei und zwei, vor daBett der jungen Frau. Die zwei vorderſten baten um die Erlaubniß, ein Familienfeſt feiern zu dürfen, zu deſie ſich unter dem Ofen verſammelhätten. Frau von Beeren war einliebenswürdige Frau; ihr guter Humogewann die Oberhand und ſie nicktbejahend mit dem Kopf. Die Kleinekehrten nun unter den Ofen zurücund begannen ihr Feſt. Aus der Kelleröffnung wurden Tiſchchen heraufgebrachtandre deckten weiße Tücher darüberLichterchen wurden aufgeſtellt und ehzwei Minuten um waren, ſaßen diKleinen an ihren Tiſchen und ließeſich’s ſchmecken. Frau von Beerekonnte die Züge der einzelnen nicherkennen, aber ſie ſah die lebhafteBewegungen und konnte deutlich wahrnehmen daß alle heiter waren. Nacdem Eſſen wurde getanzt. Eine leiſ7Muſik, als ob Violinen im Traum geſpielt würden, klang durch das ganzZimmer. Als der Tanz vorüber warordneten ſich alle wieder zu einem Zugund erſchienen abermals vor dem Betder jungen Frau. Sie dankten füfreundliche Aufnahme, legten eiAngebinde auf die Wiege des Kindenieder und baten die Mutter, deGeſchenkes wohl Acht zu haben: diFamilie werde blühen ſo lange madas Geſchenk in Ehren halte, aber werdvergehen und verderben, ſobald maes mißachte. Dann kehrten ſie unteden Ofen zurück; die Lichterchen erloſcheund alles war wieder dunkel und ſtillAls Frau von Beeren, unſicher ob ſigewacht oder geträumt habe, nach deAngebinde ſich umſah, lag es auf deWiege des Kindes. Es war eine kleinBernſteinpuppe mit menſchenähnlicheKopfe, etwa zwei Zoll lang und deuntre Theil in einen Fiſchſchwanz auslaufend. Dieſes Püppchen, das Leutdie zu Anfang dieſes Jahrhunderts lebten8noch geſehn haben wollen, führte den Namen das „Allerhühnchen“ (Alräunchenund galt als Talisman der Familie. Evererbte ſich von Vater auf Sohn unwurde ängſtlich gewahrt und gehütetGeiſt von Beeren kümmerte ſich natürlicwenig um das wunderliche Familien⸗Erbſtück, er war kein Freund von Sageund Geſchichten, von Tand und Märchenſchnack und was ſeiner Seele ſo ziemlicam meiſten fehlte, das war Pietät under Sinn für das Geheimnißvolle
Allerhühnchen hatte lang im Schrank gelegen, ohne daß ſeiner erwähnt wordewäre. Da führte das Weihnachtsfeſeine luſtige Geſellſchaft bei Geiſt vonBeere zuſammen, und der Zufall wolltedaß einer der Gäſte vom „Allerhühnchenſprach. „Was iſt’s damit“ hieß es voallen Seiten. Die Geſchichte wurderzählt und das Allerhühnchen herbeigeholtGeiſt von Beeren ließ es rundum gehenwitzelte und ſpöttelte und warf es danins Feuer. Von dem Augenblick abrach das Unheil herein, über Schuldig9und Unſchuldige und jene Schläge kamenderen ich theilweis ſchon erwähnte. Zweimabrach Feuer aus, Krieg und Miswachzerſtörten die Erndten und raſche Todesfällrafften die Glieder der Familie fort. DeGeneral ſtarb plötzlich, bald darauf dibeiden Söhne deſſelben, endlich Geiſt vonBeere ſelbſt. Aber der Groll der „Kleinenſchien noch nicht erſchöpft. Die jungWittwe die Geiſt hinterließ, verlobtſich zwei Jahre ſpäter mit dem HauptmanWillmer, einen liebenswürdigen Mannund die Hochzeit ſtand nah bevor. Dgerieth Willmer in Streit mit eineKameraden, einen Herrn v. Dolfs voden Gardekuiraſſiren und in der Haidvon Wulckow kam es zum DuellWillmer wurde erſchoſſen. Sein Grabefindet ſich auf dem Kirchhofe voGroßbeeren. Neben ihm ruht die Tochtedes „tollen Geiſt“, die ebenfalls auräthſelvolle Weiſe ſtarb. Sie war iBerlin im Penſionat und fuhr nacGroßbeeren hinaus, um ihre Muttezu beſuchen. Als der Wagen vor de11ſeinen rechtmäßigen Titel verweigerte und 1wahrhaft erfinderiſch war in der Auffindunimmer neuer Namens⸗Verdrehungen. Eſchrieb z. B. An das Königliche „Pillen-Kollegiumzu Berlin und als man ſich das verbat unauf Beobachtung der üblichen Formen drangantwortete er: er habe nicht gewußt, daihnen an der betreffenden erſten Silbe ſviel gelegen ſei, er ſchicke ſie ihnen hiermit nach und wünſche – viel Vergnügen
Mit ſeinem nächſten Gutsnachbareinem Herrn v. Hake auf Genshagen, waer in ſtetem Streit. Die Correſpondenzdie er mit dem letztgenannten Herrnin einem Zeitraum von 25 Jahren geführt hat, ſoll ein wahrer Anekdotenſchatz und für die Freunde des Hake’ſchenHauſe eine unerſchöpfliche Quelle deErheiterung geweſen ſein. Leider iſdieſe Correſpondenz verbrannt. ZweGeſchichten aus der langen Reihe dieſegutsnachbarlichen Rancünen und Streitigkeiten exiſtieren noch. Geiſt, im Uebrigekein Freund der Jagd, ließ ſich eine Jagd⸗und Schießhütt baun, wenig Schritt12von dem Punkt entfernt, wo ſeine eigne 1Feldmark mit dem Genshagner Forſzuſammenſtieß. Hier ſaß er halbe Nächtlang, und ſchoß von ſeinem Territoriuaus, dem Herrn v. Hake die Rehe todtein Wilddieb aus purer Malice. Alv. Hake Beſchwerde führte und auf Abbrechen der Hütte antrug, antwortetGeiſt: die Hütte haben keinen offenſiveCharakter, er (Geiſt) habe von Jugenauf immer rückwärts geſchoſſen unmüſſe es ablehnen, in ſeinen alteTagen nach einem neuen Prinzip auauf Jagd zu gehn
Bei andrer Gelegenheit beſchwertſich Herr v. Hake, daß er – bei Paſſiruneiner Brücke für deren InſtandhaltunGeiſt Sorge tragen mußte, – miſeinem Juſtitiarius Buchholtz eingebrocheſei. Geiſt replicirte: „über die Brückwürden täglich 26 ſeiner ſchwerſteOchſen getrieben und niemals haber gehört, daß einer derſelben irgendwie Schaden genommen hättees ſei mindeſtens eine auffallende Erſcheinun13daß gerade Herr v. Hake mit ſeinen Juſtitiarius 1durchgebrochen ſei“. Herr v. Hake hattnicht Luſt den Streit ruhen zu laſſen unging an’s Kammergericht die Gerichte. Als Geiſt einVorladung empfing, erſchien er mider Brücke, die er abtragen und alcorpus delicti auf einen Holzwagen hattladen laſſen, vorm Kammergericht iBerlin und erſuchte die Räthe, ſich durcOcular-Inſpection von der Richtigkeiſeiner Ausſagen zu überzeugen
Bei andrer Gelegenheit hatte eStreit mit der Potsdamer Regierungdie bei Abſchätzung ſeines Guts, deBodenwerth oder die Ertragsfähigkeideſſelben zu hoch oder zu niedrig taxirhatte. Die Regierung, den Streiendlich zu ſchlichten, ſchickte einUnterſuchungs⸗ und Begutachtungs-Commiſſion. Die Zeit (Mitte Dezemberwar allerdings nicht günſtig gewählund Geiſt, in ſeinem nächſten Schreibean die Regierung, faßte was er zu ſagehatte, dahin zuſammen
Gerechter Gott des Himmels und der Erde14Was ſoll aus deiner heiligen Juſtitia werden? 1Die Erde iſt bedeckt mit Eis und SchneeDa unterſuchen ſie die bonité; Oweh, o weh, o wehSein beſter, weil treffendſter Streicwar vielleicht der folgende. Es war eiKiehnraupenjahr und die Forſthaideder Mark waren im traurigſten ZuſtandDie Kriegs⸗ und Domainenkammer zPotsdam (?) ſah ſich veranlaßt eine Verfügung zu treffen, worin ſie angab, widen Raupen am beſten beizukommen unweitrer Schaden zu vermeiden ſei. DiVerfügung ſchmeckte etwas nach „grüneTiſch“ und war unpraktiſch. Geiſt antwortete wenige Tage ſpäter: „Probatuest! Ich bin in den Wald gegangen, habden Kienraupen das Reſkript einer Königl.KöniglichenKriegs⸗ und Domainenkamme vorgeleſeund ſiehe da, die Raupen haben ſicſämmtlich todt gelacht.
Solche Repliken gingen alsbald voMund zu Mund und machten ihn beiLandvolk, auch wohl bei manchem Gutsbeſitzer beliebt, die, um ſolcher Schnurre15und Abfertigungen willen, gern vergaßen, 1was ſonſt wohl gegen den „tollen Geiſtzu ſagen war, denn der Landmanunterhält eine natürliche Abneigungegen den Städter, deſſen überheblicheWeſen ihn verdrießt und deſſen Erlaſſeund Geſetzen er mißtraut. „Der Städteweiß nichts vom Land“ das erbtiſt ein Satz der ſich voVater auf Sohn. vererbt
Frau von Geiſt verkaufte das Gu1824 an den Lieutenant Mumme
Er war ein Mann ohne geiſtige Bedeutung oder Charakter⸗EigentümlichkeitDie Kriegsjahre hatten ihn zum Offiziegemacht und ihm jene Lieutenants⸗Eitelkeit gegeben, die, wenn ſie gewiſſe Lebensjahre überdauert, ſo unerquicklichFormen annimmt. Reiche Parthien (ewar zweimal verheirathet) gaben ihein Vermögen, und renommiſtiſche Reichthums⸗Entfaltung vertrat die Stellder Vornehmheit. Mumme konnte ſicnicht halten; die Elle war länger alder Kram und 1827 verkaufte eGroßbeeren an einen Herrn v. Beier16Von Beier (wahrſcheinlich einer erſt 1unter Friedrich Wilhelm II. geadelten Familie zugehörig) beſaß es zehn Jahre vo1827–37. Er war vor allem ein Lebemannein Mann der Laune und des Vergnügenund natürlich ein ſchlechter Wirth. Wedeeitel wie Mumme, noch hämiſch wie Geiſtvon Beere renommirte und ſtritt enur aus Cavalier⸗Uebermuth, aueinem vollblütigen Herzen herausFür den „tollen Geiſt“ hatte er einArt Verehrung und bezeugte dieſeſo oft er konnte. Er ſetzte einAufgabe darin, dem Herrenhauſe voGroßbeeren den Ruf der Originalitäzu erhalten. Da er ſelbſt nicht allzuviel davon hatte, ſo kopirte erAls er erfuhr, daß in Zoſſen eialter Mann lebe, der zur Zeit de„tollen Geiſt“ eine Art Kammerdienebei dieſem geweſen war, ließ eſich’s angelegen ſein, dieſen zengagiren. Der alte Mann kaund wurde ausgefragt, wie ſein Gehaltſeine Beſchäftigung und vor alle17ſeine Kleidung geweſen ſei. Kniehoſen, 1Puderperücke, Silberborten und Schuhſchnallealles wurde beſchafft, wie es in alteZeiten geweſen war und wenn Beſuckam wurde der Diener des tollen Geiſpräſentirt, als ob es dieſer ſelbſt geweſen wäre. v. Beier’s Ehe (mit eineFräulein Beyrich aus Berlin) war nichglücklich und wurde bald getrennt. Eliebte das Theater und die Zerſtreuungeder großen Stadt. Gab es ein neueStück in Berlin, ſo ſtieg er um 5 zPferde und hielt um 6 vor dem Schau⸗ſpielhauſ; er ritt die drei Meilein einer Stunde. Bald nach der Trennunvon ſeiner Frau verließ er Großbeerenbeſtellte einen Verwalter und ging nacOeſterreich. Hier trat er als Lieutenanbei Walmoden-Küraſſier ein. DaRegiment lag damals in Ungarin Garniſon und v. Beier, der ohnein „Verhältniß“ nicht beſtehen konnteverliebte ſich in eine vornehme ungariſchDame. Da der Vater derſelben diParthie nicht wünſchte, ſo ſah ſic18v. Beier genöthigt, die liebeskranke Dame 1in der Rolle eines berühmten Arztes zbeſuchen. Die Krankheit zog ſich in diLänge, bis der Vater ſchließlich frowar „ja“ ſagen zu können. Nunahm v. Beier ſeinen Abſchied unführte die junge Frau im Triumpnach Großbeeren. Wenn bis dahialles im Styl des „tollen Geiſt“ geweſen war, ſo wurde nun alleungriſch eingerichtet. Pferde, TabakWein; Diener, Koch, Kammermädchealles aus Ungarn. – Die Leute iOrt ſagten, ihr Herr ſei ein Türkgeworden. Alles war ungriſch undie Wirthſchaft – polniſch dazu, 183verkaufte er das Gut (an den Ritt⸗meiſter Brieſe) und ging in diWelt. Ueber ſein Ende exiſtireverſchiedene Verſionen
Er iſt ſeitdem verſchollen. In deErinnerung der Dörfler hat er nur ſchwachSpuren zurückgelaſſen, aber das Bildes alten „Neck⸗ und Feuerteufels“ lebt fort voGeſchlecht zu Geſchlecht und die Leute im Krugwenn ihnen wohl wirund bei der Stummelpfeife ein gewiſſes Behageüber ſie kommt, erzähleſich lachenx---xvotollenGeiſ odedem „Geiſtvon Beere“Rittmeiſter Brieſe19
Rittmeiſter Brieſen, aus der 1alten havelländiſchen Familie von Brieſenhatte auch eine ſtarke Ader vom „tollenGeiſt von Beere“, von dem er ſich andrerſeits d. h. weſentlich unterſchiedGeiſt von Beeren hatte gezankt unprozeſſirt weil er hämiſch war unam Streiten und Widerſprechen ſeinFreude hatte, Brieſen zankte unprozeſſirte, weil er glaubte daß enöthig ſei. Jener war ein Koboldder Ver     halber Streit und Unruhe ſtiftete, dieſer war ein gutangelegter Charakter, der aber eine allzuhohe Meinung von der eignen Rechtſchaffenheit und eine zu niedrige voder aller andern Menſchen hatte
Deshalb glaubte er überall auftreteund den Advokaten des Rechts machezu müſſen. Er hat eine Menge ſinnloſer Anklagen erhoben, nur weil eüberall Unterſchleif und Beſtechung witterte. Er hatte den Krieg mitgemachund ſich mehrfach ausgezeichnet. IJahre 14 war er Kommandant von Nanc20geweſen und während ſeiner Befehlshaber⸗ 2ſchaft mit ſo viel Takt, Umſicht unHumanität verfahren, daß ihm die Stadeinen reichvergoldeten Ehrenbecher alZeichen ihres Danks überreicht hatteEr blieb zeitlebens Militair in Erſcheinung und Weſen, und doch warees ſpeciell allerlei Kränkungen vodenen er als Soldat betroffen wordewar, die in ſeinem Herzen eineStachel zurückgelaſſen hatten. DieſKränkungen müſſen manches iſeinem ſpätern Thun entſchuldigen
Was ihn auf Lebenszeit hin verbittertewar das Folgende. Er hatte (anno 14) eiVorpoſten⸗Commando und ritt recognosciren. Der Zufall wollte, daß eeinem ruſſiſchen Offizier begegneteder von 2 Koſaken begleitet warBrieſen, ſo heißt es, fuhr den ruſſiſcheOffizier an: was er hier wolle? weer ſei? wer ihn geſchickt?, und begleitete dieſe Fragen mit einem tüchtigeCavallerie⸗Fluche. Der Ruſſe ſpraceinige Worte zu den Koſaken un21ritt dann dicht an Brieſen heran, als ob 2er ihm Antwort geben wolle. Idemſelben Augenblick aber riſſen dibeiden Koſaken den nichts ahnendeBrieſen rücklings vom Pferde und begannen mit ihren Kantſchu’s übeihn herzufallen. Zum Ueberfluß banman ihm noch die Hände mit ſeineeignen Schärpe zuſammen. Danbeſtiegen beide wieder ihre Pferdund Offizier und Koſaken ſprengtefort. Schäumend vor Wuth traf Brieſebei ſeinen Leuten ein und erzähltwas ihm geſchehn. Seine Kameradebedauerten ihn anfangs, aber aus deBedauern ward bald ein Achſelzuckeund Naſenrümpfen. Man vermied ihn„Ein preußiſcher Offizier darf ſich nichſchlagen laſſen, es iſt ſeine Sache wier den Schimpf los wird“ ſo hieß eim Offizier⸗Corps. Der Commandeudes Regiments ſagte ihm endlich: „BrieſeSie müſſen etwas thun; gehn Sie nacPetersburg und ſuchen Sie ſich Satisfaktiozu verſchaffen.“ Brieſen nahm Urlau22und ging. Der Kaiſer Alexander geſtattete 2ihm jedes Mittel zur Ausfindigmachunſeines Gegners, und binnen Kurzem ſtanin allen ruſſiſchen Zeitungen einHerausforderung Brieſens, worin eſeinen Beleidiger anging, ſich zſtellen oder ſich zu nennen. VergeblichBrieſen kehrte nach Berlin zurücund nahm ſeinen Abſchied. Das Maader Bitterkeiten aber war noch nicherſchöpft. Brieſen (darüber war keiZweifel) hatte ſich während der Campagnmit Muth und Bravheit enommenaber konnte man einen Manne daeiſerne Kreuz geben, der, nach deeinmal gültigen militairiſchen Codeeinen Makel auf ſeiner Ehre hattund ſchließlich nicht umhin gekonnt hatte, udieſes Makels willen ſeinen Abſchiezu nehmen! Brieſen erhielt das Kreunicht. Verbittert in tiefſtem Herze zog er ſich auf eine kleine Beſitzung beHeinersdorf zurück, von wo aus er 20 Jahrſpäter Großbeeren kaufte. Im Verkehmit Untergebenen war er human23aber gegen Adel, Offiziere und Behörden 2immer gereizt. Dem Prinzen Auguſtder ohne Erlaubniß auf der GroßbeererFeldmar gejagt und dem empörteBrieſen hinterher eine Geldentſchädigung angeboten hatte, ließ er ſagen„er möge das Geld ſeinen Weibergeben nicht ihm“ und dem Könige ſelbſ(Friedrich Wilhelm III.) ſchickte er das eiſerne Kreuz, das ihm ſchließlich (gegeEnde der 39er Jahre) doch bewilligworden war, mit dem Bemerkezurück: „er habe längſt Verzichgeleiſtet auf die Zahlung dieſer verjährten Schuld.“ Dem damaligen Kron⸗prinze hatte das harte, zum guteTheile unverdiente Schickſal Brieſen’immer ein Intereſſe eingeflößt unbald nach ſeiner Thronbeſteigungerſchien er (während einer Jagdparthiein Großbeeren und nahm ein Frühſtück dort ein. „Brieſen, Sie habemeinem Vater das eiſerne Kreuzurückgeſchickt; werden Sie’s aus meineHänden nehmen?“ Ein minder charakter24feſter Mann hätte dieſer Freundlichkeit 2nicht widerſtanden; Brieſen aber antwortete: „nein, Majeſtät; ich wilmir treu bleiben.“ Der König gab ihdie Hand und ſagte: „ich glaube Sihaben Recht; ich reſpektire dies „nein.“Die ſpätern Jahre ſchufen wieder einEntfremdung; Brieſen war von Natuein Whig, ein Mann der OppoſitionDie Politik ſeit Olmütz, die Hohenzolleralt und jung, gefielen ihm nicht mehund nur den Prinzen Friedrich Wilhelſchloß er in ſein Herz. Er nannte ih„den Mann der Zukunft, mit dem diGeſchichte Preußens von Neuem anfangewerde.“ Als der Prinz die Jagdgerechtigkeit auf der Großbeerner Feldmarnachſuchte und hohe Pacht bezahlewollte, machte ihm Brieſen ein Geſchendamit und ließ ihm vermelden, „daer ſeinem Erbbegräbniß (das mitteauf dem Felde ſteht) eine Etage aufgeſetzt habe, damit der Prinz eineRendez⸗vous Platz und ein ungenirteEßzimmer habe.“ Schwerlich hat dePrinz von dieſem Anerbieten Gebrauch gemacht

Blankenfelde.

In einer Chronik der BerlineNikolai-Kirche (wahrſcheinlich von 1707), in der die Geſchichtvieler Dörfer des Barnimſchen Kreiſeerzählt wird, finden wir über Blanken⸗feld folgendes
„Das Dorf hat eine gute und neuKirche, ſo vor 27 Jahren (alſo wahrſcheinlich um 1680) erbaut von dem ſeligeHerrn von Grumbkow. Oben der Boden iſt bemalt und mit Sprüche beſchriebenEin wohlgemachtes Altar von Holz, drauin der Mitte geſchildert das Nachtmahl ununten darunter die Verba institutionimit güldenen Buchſtaben geſchriebenoben aber die Auferſtehung ChriſtiHat einen hohen ſpitzigen Thurm. Ider Mitte der Kirche befindet ſich eiadliges Begräbnis, ſo obgedachter Herrvon Grumbko ihm (ſich) hat machelaſſen, drin ein Hofmeiſter nebſt 2 adligen Leichen ſtehn. Die Taufe iſt ganaus einem Stein wie ein Kelch ausgehaun.So in der Beſchreibung von 1707, dizum Theil noch zutrifft. Die Sprüche ader Decke fehlen. Die beiden Altarbilde(Abendmahl und Auferſtehung) ſind nocvorhanden, aber ohne allen Werth. Dekelchförmige Taufſtein exiſtirt noch. Er iſt von Sandſtein und aus dem Jahre 1596. SeinInſchrift iſt folgender Spruch
Intereſſanter iſt das Taufbecken voMeſſingblech, augenſcheinlich eine alte Arbeiaus derm 15tn oder 16t Jahrhundert. Adam unEva, zwiſchen beiden der Baum mit deSchlange, rechts die Pforte des ParadieſesEin alter Kirchenleuchter von Blei trägdie Inſchrift: Kobus Nimans 1658
Das bemerkenswertheſte iſt da„adlige Begräbniß“ von dem der Chroniſvon 1707 ſpricht. Dieſe Gruft, die ider Mitte der Kirche war und in deein „Hofmeiſter und 2 adlige Leichen“ beigeſetzt waren, iſt zu Anfang dieſes Jahrhunderts zugeſchüttet und der Grabſteider über der Gruft lag, von der Mittder Kirche fort, dicht vor den Altagelegt worden. Er iſt nur zuHälfte beſchrieben und trägt folgende Inſchrift
* Joachim Emſt von Grumbkow ſtarb in deNähe von Weſel (im Reiſewagen) auf einer Reiſdes Hofes nach Cleve, am zweiten Weihnachtsfeiertage 1690. Der Hofpoët Beſſer pries ſprach in ſeinean die Wittwe gerichteten Trauergedicht „von dem zwar nicht ſeligen, abedoch ſanften Tod“ des Hingeſchiedenen. Grumbkow hattnämlich am Abend vorher zu viel getrunkenPöllnitz in ſeinen Memoiren ſagt von ihm: „Er liebtdie großen Unternehmungen und war kühn in ihreAusführung. Man würde ſeinen Charakter großartig habenennen können, wenn ihm die Beförderung ſeiner Familiweniger am Herzen gelegen hätte, für die er großSchätze mit Leichtigkeit zuſammenhäufte. Man fand iheines Tages todt in ſeinem Wagen, als er von eineFeſt (in der Nähe von Weſel) zurückkehrte, wo der Wein nichgeſpart worden war.“ – Wahrſcheinlich iſt er in Weſebegraben worden; wenigſtens bin ich in märkiſchen Kirchenirgends ſeinem Grabſtein begegnet. Sein berühmgewordener Sohn der „Fa⸗vorit iſt inbegraben
„Erb-Begräbniß 2des Wohlgebornen H. H. Joachim Ernſt’svon Grumbko SrSeiner churfürſtlichenDurchlaucht zu Brandenburg höchſt anſehnlichewürklichen Geheimen Etats⸗ und KriegsRaths, Oberhoff⸗Marſchalls, General-KriegsCommiſſarii und Schloßhauptmann, Erbherauf Grumbkow, Runo, Cuno (?), Dar⸗li (?), Nieder-Schönhauſen, Blankenfeldund Charo (Karow).
Hiermit ſchließt die Inſchrift ab. Eiſt ganz erſichtlich, daß von Grumbkoanfänglich die Abſicht hatte, Blankenfeldzum Erbbegräbniß ſeiner Familie zu machenſpäter aber andren Sinnes wurde. Eſcheint mir unzweifelhaft daß Joachim Ernſtvon Grumbko in der BlankenfelderKirch nicht begraben iſt. Er ſtarb 1690Wäre er in dem früher intendirteErbbegräbniß zu Bl.Blankenfelde beigeſetzt wordenſo würde die zweite Hälfte des Grabſteindie Daten ſeiner Geburt und ſeines Todes enthalten, auch würde die Chro-ni, die 17 Jahre nach ſeinem Tode geſchrieben wurde, nicht blos ganz allgemein vo„zwei adligen Leichen“ ſprechen, ſondereinen Mann von der Bedeutung Grumb⸗kow eigens namhaft gemacht haben.
Dieſer Joachim Ernſt von Grumbko
Porträtzeichnung; Küster, HerrKuesterHerrKüster in BlankenfeldeKüster in Blankenfelde.
Küſtein Blankenfelde
war mit einer Grote vermählt, voder ihm im Jahre 1678 der bekanntGeneral und Favorit-Miniſter FriedrichWilhelms Friedrich Wilhelm von Grumb⸗ko geboren wurde. Der Vateſcheint ſeinerzeit wenig populärer geweſen zu ſein als der Sohn. 1684 wurddie dem Volke ſehr verhaßte „Acciſein dieden brandenburgiſchen Landen eingeführt, und Joachim Ernſt v. Grumbkoſtand als Geheimer Rath an der Spitzder betreffenden Verwaltung. Er under Commiſſair Wilmann, die den Tarigemacht hatten, wurden in Berlin inſultirt und Tumulte entſtanden in großeund kleinern Städten
Ueber der Kirchenthür in Blanken-feld befindet ſich eine große, eingemauerte Sandſteinplatte mit 2 Wappen, wahrſcheinlich deGrumbkowſchen und dem ſeiner FrauErDer Stein trägt folgende Inſchrift
Has ego divinas posui, Grumbkowius aedes pro queis coelestetu mihi icia dabis

Ein im Dorfe befindliches, ſehaltes, maſſives Gebäude, welches gegenwärtig der Gutsherrſchaft gehört und zWohnungen für die Dienſtleute verwendewird, ſoll in früheren Zeiten eikurfürſtliches Jagdſchloß geweſen ſeinIn Roſenthal war dies, wie hiſtoriſch feſtſteht, wirklich der Fall. DaRoſenthaler Jagdſchloß hat bis 174eſtanden. (Berghaus II. S.Seite 468;Bericht des Predigers Weiſse zu Roſen⸗tha.

Zepernick.

Beſitzt eine alte gothiſche Feldſtein⸗ Kircheder man, trotz mannigfacher Umbauten im Innern, die alten Kreuzgewölbgelaſſen hat. Zwei ſtarke Pfeiler auf denedie Gewölbe ruhn, theilen die Kirchder Länge nach in 2 Hälften. Altaund Kanzel befinden ſich an derſelbeWand, die Kanzel unmittelbar übedem Altar. Der Thurm baut ſicin 3 Schichten aus Feldſtein, Ziegel unHolzwerk auf. Das Holzwerk iſt ohnGeſchmack und zeigt die X---x des 17tenund 18.verhältnißmäßig modern, vielleich aus dem Anfang des vorigen Jahrhunderts. – Was dekleinen Kirche in ihrem Innern eineReiz und eine Eigenthümlichkeit giebtdas ſind die in ungewöhnlich großer Zahl vorhandenen Gedenktafeln und Todtenkronen, für die die Brüſtung deEmporen buchſtäblich bedecken. Aucdiejenigen, die im Kampf gefalleſind und die ſich in andren Dorfkirchen damit begnügen müſſen, ihre Namen auf der allgemeinen Kriegs⸗ und Erinnerungstafel genannt zu ſehn, haben hier ihreigne Gedenktafel und eine EhrenkrondarüberSolcher Gedenktafeln zu Ehren gefallneSoldaten ſind 6 vorhanden. Zwei datiren ſchon aus den 90 er Jahren devorigen Jahrhunderts, aus der Rheincam-pagn und aus dem Feldzug in Polen. Diandern ſind aus dem Jahre 13, wo diZepernicker vorzugsweiſe bei Bautzen und Leipzigefochten zu haben ſcheinen. ZweBrüder Pentz, der eine bei Bautzeder andre bei Leipzig gefallen, habeeine gemeinſchaftliche Tafel. Die Inſchrifderſelben lautet
Für König und für VaterlandMit Gott, im blutgen KriegErkämpften ſie mit tapfrer HanUns Ruhm und ſchönen SiegJa für uns floß ihr HeldenblutFür Freiheit, unſer hohes GutDrum ſei auch heilig uns ihr TodMit dem entſchwand des Landes Noth
Eine beſondre Zierde des Dorfſind ſeine ſchönen alten Bäume. Aueinzelnen der Bauerhöfe ſtehen rieſigemächtigUlmen (?) und in der Dorfgaſſe befindeſich ein ſo völlig ausgehöhltes Rieſen-Exemplar derſelben, daß der ſcheinbar nur noch auRinde beſtehende Stamm, wie eine, bloße Hülſewie ein Gehäuſe des übrigens in voller Laubpracht daſtehenden Baumes ſich ausnimmtDer größte Schmuck des Dorfes abeiſt die alte Linde, die innerhalb deKirchhofsmauer nur wenige Schritt voder Kirche ſelbſt entfernt ſteht. Sie beſteht aus 3 bis zur Wurzel higetheilten, mindeſtens drei Fuß im Durchmeſſer meſſenden EichensStämmen, die ſo gewachſen ſind, daß das Ganze einer x---x>Rieſenleier gleicht, auf deren reichem Zweiund Laubwerk der Wind in der Thanicht müde wird, mal laut, mal leiſzu ſpielen

Klein-Machnow.

Casparus JackMauermeiſtezu Potsda1597
Kirche, Altar, Fenſte(Hake und SchulenburgſchWappen) alles audieſer Zeit
Zwei Fräulein, dahe2 Sorten Steine

Sonnenburg.

Lageplan; Sonnenburg (heute: Słońsk)Sonnenburg(heute:Słońsk)Sonnenburg. Raſenplatz3 KanoneStadt. Stadt. StadStadtFeld. BruchWieſen
a uund b. ſind preußiſche Maſtbäummit Netzen verbunden. cdie Brücke auch mit Guirlandeund Netzen geſchmückt, Fiſchdarin ſchwebend. Dies iſdas hübſcheſte
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Gebäudeaufriss; Johanniterschloss Sonnenburg (heute: Zamek Joannitów), SchloßJohanniterschlossSonnenburg(heute:ZamekJoannitów)SchloßSonnenburg (heute: Słońsk)Sonnenburg, Johanniterschloss.

Erdgeſchoß und 2 hohe Stockwerke. An Thür und Balkodas Johann Kreuz. a und b.Wappentafeln. Naſſau uundJohanniter: Kreuz mit SchwertQuo patet orbis. Blumenberdrum herum. 1663
Alle Häuſer in EichenGuirlanden. Hôtel Wrangein Guirlanden und Fahnen
Als hier aber mehr denn 10Jah
Sich niederließ die Ritterſcha
Da tönte ſchon mit volleLuſ
Ein Vivat aus der Fiſcher Bruſt
Das moderne HausSt Johannis MaltheſeOrdens Regierung unMagiſtra
1792. 1858
Den Meiſter mit der RitterſchaBegrüßen wir auch dieſes JahrNach Herzensluſt mit Hurrah dor
Beim Einzug durch die Ehrenpfort
Volksfeſt, die Brücher audem Warthebruch, gebräuntGeſichter von wenig Schönheitein Deutſch das ſchon iKlang einen leiſen loniſcheAccent hat. Kirſchen. Quarkund Beſingkuchen
Sonnenburg (heute: Słońsk)Sonnenburg(heute:Słońsk)Sonnenburg; Näheres nicht ermittelt. EichenguirlandBlumenkörbe miVergißmeinich
und
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X---x-lilien
Net

Von Frankfurt bis Hohensaaten Von Frankfurt bis Schwedt.


Der Kölner breite Quai, die alte Holz⸗ debrücke, wo dort die Schiffbrücke iſt, dahinter Berge.Dom, die niederrheiniſcheUfer, dieſelbe Bruch⸗WieſeNatur. Das Waſſer iſt gelblich. Die Ufer nciht ganflach überall ein klein X---xdung mit Weidengeſtrüpp beſetzt. Inſeln. Werder. Untedie Weidenufer blicken hieund da Felder und rothe Dächeweg. Erſtes Dorf voLebus maleriſch am Abhang; in gleicher Höhe recht1 Meile nach Oſten ein ſpitzeKirchthurm zu dem wie e ſcheint von Frankfurt eine 3Baumchauſſée fährt. BiPodelzig iſt diesas Links⸗Ufevon Hügeln eingefaßt, die völliden Charakter von Baſtionen, voErdwällen haben, vorn leiſabgerundet. Auf und ueine ſolche größere Baſtion heruliegt Lebus ſehr ſchön. Eiſt eine Ober⸗ und Niederſtadtjene eine Linie auf deBerge, dieſe eine gewundene Linie aUfer hin, am Fuß des Abhangs Straßenkleine Schluchten führen auder Stadt an den Fluß hindie Unterſtadt hat Höfe unTreppen die an das Waſſe führen, die Oberſtadhat Zickzackwege diam Anfang hinunterſteigenAuf dieſen Zickackwegebewegt ſich das Leben, einzelne Frauengeſtalten ſtehedort in Oderbrucher TrachtGänſe und Ziegen weidenDie Kirche (modern) liegzwiſchen Ober- und Niederſtadam Abhang. Als hier nocder Biſchofsſitz lag und eine gothiſche Kirche muß es nocſchöner geweſen ſein
Dann ziehen ſich die Hügeetwas zurück; Oetscher ſieht ma nicht, aber Groß Rahde (?), Podel-zi ſieht man, aber nicht die Kirchedie mehr nach der andern (BruchSeite hin liegt. Dann Goeritein weißer Vierkant⸗ Thurm mit einegewöhnlichen Kappe, dann daſchöne Reitwein, roth auf Laubholzgrün, das, ſeiner Schönheiwie x---x, ſich überalzeigt, hier ſowohl wiwenn man auf der Chauſſéim Rücken der Berge fährt
Reitwein immer nocen vue taucht Küſtrin aufmit ſeinen beiden Thürmen, dikeine Thürme ſind, – die WartheEinmündung, Baſtion Philipp, BaſtionBrandenbur: der Thurm, der Giebelder Weißkopf, der ganze Schauplatz de Katt⸗Tragödie
Nun neuer Zuzug; daSchiff füllt ſich, man merkdaß man in immer bewohnterGegenden kommt

Hier verläßt uns deGipsfigurenmann, ſeineZeichens urſprünglich ein Tiſchlerdann „Bildhauer“ und Glockengießer. Er hat die Gegendie wir paſſiren, „begoſſen„da hängt eine 7 centrigevor mir“, da eine vo4 Centnern etc. X---xAlles waſtill in den Lüften, aber aeinem Sonnabend Abend mu dem Mann für ſonderbazu Muthe werden, wener an beiden Ufern hiſeine Glocken gehen hörtEr unterhielt mich aucüber x---x x---x, deTropfſtein, den er In in diFormen hineintropfen laſſewollte, eine Art x---plaſtiſches d. h. Niederſchlageverfahren; – alſo ein Teufelsgenie. Seine Puppen warenGoethe, Schiller, Leſſing – letztrvielleicht aus Demonſtration zweimal. Außerdem königlicheHaus, Aurora
und
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Flora.Man ſieht was das Volk kauft Rechts ſchöne reiche Dörfer, dahinter Weidehügeldahinter Tamſel und Zorn-dor. Der Strom wirbreiter, waſſerreicherdie Segel mehren ſich bizu einer kleinen Flotte, deNordweſt treibt ſie unbauſchig entgegen, dabeder Strom an einigen Stellemit Flößen bedeckt. Heukähne am rechten Uferwo die Oderbrüche volinks zum Theil Wieſenland haben und daHeu ſich holen
Man paſſirt zuerſt 3 hübſche Dörfer links Zechin, Friedrichsau 3(alle die Oderbruchkircheneu und weil ganneue aus einer guteZeit, wo die kraſſen Geſchmackloſigkeiten fehlen) in Höhe voFriedrichsau rechts einkleinere Stadt mit einer ſcheinbar ſehr hübſchen Kirche
Dann Kienitz, (Goertzke. Koppe)danNeuendorf
(Die Ufer ſ nicht ganflach, nur rechts eiHöhenzug mit Wald abein der Ferne;) dies gleicſagen nach der Paſſirunvon Cüſtrin.
Der Reichthum des Oder-bruch entzieht ſich allerdings dem Blick, maſieht nur das Vorlanddahinter den Damm, dahintedie Häuſerreihen, wo überhaupt Dörfer ſind; abedas Ackerland das nuhinter dieſen Dörfern liegverbirgt ſich man würdauch die Dörfer nicht ſehewenn ſie nicht eben höhewären als der Damm
Zellin liegt ähnlicwie Lebus, nicht voll ſmaleriſch aber auch ſehr hübſchzum Theil deutlich anders, jdie Haupt-Linie (weil der Hügel ſo läuft ſich nicht parallel 4mit dem Fluß zieht, ſondern ſenkrecht drauf ſtößt. Die Kirchiſt hübſch, auch die Amts-gebäud liegen gut. AAbhang unterm Amt liegein Stück Parkgarten ſehhübſch. Aber freilich fehlder poëtiſch⸗maleriſchKleinkram, die Treppcheund die X---x wie beLebus
Blessin. GüstebieseBeide maleriſch an Hügelaabhängen gelegen. Die Hügetreten hier überhaupt vielfacdicht an’s Ufer heran, wäh rend das linke Ufer flacbleibt
Von Cüſtrin aus windeſich das Blatt und alleMalerſche, alles HiſtoriſcheWaldhügel, Städte, Dörferalles liegt rechts, währendas Oderbruch nur wenizur Geltung kommt; wilernen ſeine Schönheiteſpäter kennen. Von deHügeln des Barnim aus

Ein Floß beſchreiben
Kiefern und Tannendrei oder 4 groß Ruder hinten und vornzum Theil als Rudertheils als Steuer. Birkenſtämme drauf, die Strohhütten, die Erdhügel zuKochen und die ausgebrannten Raſen⸗Herde zuDraufſpringen, wie kleinInſeln, wenn eine Waſſerwelle kommt. So kommedieſe Kerle weit her
  • Alt-Güstebiese hübſche Kircheweiß nicht mehr wie
  • Alt Lietzegöricke hübſchKirch
    Gebäudeaufriss; KircheKircheAlt Lietzegöricke (heute: poln. Stare Łysogórki)Kirche in Alt Lietzegöricke. gelblicrothbrau

  • Alt Rüdnitz die hübſchneue Kirche à la X---Kirch
    Gebäudeaufriss; Kirche (heute: poln. Kościół Najświętszego Serca Pana Jezusa)Kirche(heute:polnAAlt Rüdnitz (heute: poln. Stara Rudnica)Kirche Alt Rüdnitz.

  • Alt⸗Küstrinchen diſchöne, alte, maleriſchKirch
    Gebäudeaufriss; KircheKircheAlt Küstrinchen (heute: poln. Stary Kostrzynek, poln. Dorf der Gmina Cedynia), Alt-KüstrinchenKirche Alt Küstrinchen.

Lauter reiche alte Dörfer, alles Ziegeldach, ziemlicviel Einwohner. DerIhr Hauptreichenthum die Wieſen, überalſtehen Schober und die Scheuneliegen an der Liſière der Wieſ die Scheunenthore gleich auf 4die Wieſe hinausführendandres Aclkerland am unauf den Bergen, die überalunmittelbar hinter den Dörfern liegen
Es wird dann landſchaftlich immer ſchöner
Dann kommen an diStelle der proſaiſchen Namedie ſchönen Namen: HohenSaate, H.Hohen Finow, HohenKrähni, Raduhn
Endlich die Brücke, diParkmauer, der Parſelbſt, dahinter (verſtecktdas Schloß der Markgrafe

Freienwalde Siehe v. d. Hagen’s

Falkenberg. Carlsburg auf dem Paſchen-berg
Gehört zu Cöthen und iſBeſitz des Herrn v. JenaWird verpachtet. (50 Reichstaler PachtDer Weg von Falkenberg hinauiſt ſehr reizend, man biegan einer Schmiede rechtein (wenn man Freienwaldkommt links) paſſirt eiKornfeld, dann rechts iein Waldportal ſchöneBuchen. In einiger Höhſind Durchblicke durcdas Laubholz gehauen, vodenen nur zu tadeln iſt [42Freienwalde.daß man ſich wiederholt 4hat. Es ſind 4 Durchblickvon denen je zweerſt Durchblick auDorf, Kirche, Landſchafdann auf Dorf, VictoriaStiftung, Berg dahinter. Dieſbeiden (erſten) Durchblickſind ſehr ſchön; in deWiederholung ſind ſie ſchwächerMan muß überhaupt nichtwiederholen (ohnenur Steigerunder Schönheit erlaubt es) aallerwenigſten aber ſchwächewiederholen
Die Carlsburg ſelbſt iſein freundlich ausſehender Bau das nach rechts unlinks eine andere PfeileColonnade, nach vorne unhinten einen laubenartigeVorbau hat. AkazienPappeln, Eichen (eine) umſtehedas Ganze im Kreiſe, ungeben die Umrahmung füDurchblicke her. Im engernZirkelIn Fron der Vorderlaube ſteheRoſenbäume und Caprifolien am Pfeiler. Zur Zeiten Böller. Die Ausſicht iſt ſehgefällig: faule Oder (Finow?alte Oder, neue Oder (unſichtbar) Hügelterrain ider Ferne, Dörfer aden Abhängen, Saatfelder etcim Vordergrund Falkenberg, WieſenHeuſchober etc Nach rechts hin ſieht man bis 4Freienwalde (ſeine alte Kirche) unWrietzen ins eigentliche Bruchinein; zu beiden Seitedie Hügelabhänge und vVorſprüngdes Barnim⸗Plateaus
Hier iſt viel Leben iSommerZeit, von Freienwalde ausvon Berlin u. von FalkenbergViele ſpeiſen hier oben, trinkein kleinen Tempeln, dian der Liſière ſtehn ihreKaffe und kneipen Natur
Falkenberg ſelbſt eiehemaliges (armes) FiſcherdorfJetzt Wieſen⸗Dorf. Jede15 Morgen nur Wieſenweiter nichts, kein Acker viele haben wenigeMorgen, manche nur 10Sie leben jetzt zum Theivon Sommerwohnung, zieheauf den Boden, das Hauwird von Berlinern ge eingenommen. (wie in Herings-dor.) Es lebt ſich gut hierweil die Leute nocbeſcheiden ſind und dieſer Aushülfe ſehr bedürften, es ſineben keine Oderbrücher; daführt auf die Geſchichte ihreElends: 2 Reichstaler Pacht Steuevon Morgen an die Deichkaſſe zu zahlen (1 Reichstaler wolleſie zahlen für beſſeres Land un1/2 Reichstaler für ſchlechteres) dies ſag ſie aus. Sie leiden unteder Gleichſtellung mit dem 4Oderbruch, die doch au fonUnbilligkeit
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Ungleichheitiſt. Es iſt dies vertheilnach der Waſſerhöhe wovoman ſie befreit hat. Ihnehat man 11 Fuß Waſſegenommen, den Brüchervielleicht nur 11 Zollmüſſen die Falkenberger alſ12 mal ſo viel Steuer odeBeitrag zur Kaſſe zahlen, dies iſt natürlich ein UnſinnGeh. R.Geheim Rat Wehrmann ſagt: dies iſnicht ſo unſinnig; freilich iſt es gleichgültigob das Land 3 Fuß hoch oder 12 Fuhoch überſchwemmt wird; die Sache iſt abedie, daß diejenigen die im ſchlimmſten Falnur 1 Fuß oder 3 Fuß Waſſer kriegenſehr oft gar keine Ueberſchwemmung kriegen und doch bezahlen müſſen, währendie 12 füßigeimmer Waſſer kriegen. Kirche. Reſtaurirt, gefällig, praktiſch, abedoch zugleich – wie eſein ſoll – unter verſtändiger Wahrung des GutenAlten, Intreſſanten, waſonſt ſo oft als Plundeauf die Rumpelkammekommt. Der gothiſche Charakter der Kirche außen wiinnen gut gewahrtkeine Glasmalereien, – charakteriſtiſch iſt dieſer Hang nacLicht in allen proteſtantiſche 46 [45 die alten Fenſter ausgenommen weil ezu dunkel macht.Beſonderheiten
Außer einem eigenthümlichen Altarbild „ eineGeiſelung Chriſt“ (durceine Geſtalt iTurban (weiß
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roth) undweißem Bart auffällidie eine ſonderbarHandbewegung macht, ſ daß man nicht weiob die Zwieſpältigkeit,d deſſen angedeutewerden ſoll, der nichweiß ob er rechts odelinks gehen ſoll; odeaber ob die anzüglicgeformte Maus deHand etwas weitrebedeuten ſoll
ich ſage außer dieſeAltarbild befindeſich 3 Gruppen voSehenswürdigkeitein der Kirche
  • 1) Ziemlich modernein eigner Cultuund Apparat in Bezug audie Leute von 13. 14. uund15Am Ende der Kirche iſein Ding Ständer angebracht, grader Art wie die Ständeſind, worin man Billardqueuses hinein ſtellt. In dieſeStänder ſtehen vielleich2 Dutzend ſchwarze Standarten⸗Stäbe, die alle eieiſernes Kreuz u. draudie Zahl 13. 14. 15. tragenAußerdem eine ganze Anzahſchwarzweißer Schärpeoder Ordensbänderaußerdem ein ſchwarzeTraueradler; – all dieſeApparat wird beim Toeines CKameraden iBewegung geſetzt. Es iſintereſſant zu ſehn, widieſe allerdings großZeit, dieſer ganz merkwürdige, moraliſche, allgroßen Züge habendVolkskrieg überall eineeigenthümlichen Cultuhervorgerufen hat, ugroßen Ganzen natürlich immer daſſelbe, abein der Ausbildung deDetails je nach deSinn, dem Geſchmackder Pietät der Gemäldſehr verſchieden. (z. B. WuſtrauLinum etcet cetera etc. nun hieFreienwalde.) 31 ſind geblieben aus Freienwaldfort lauter Landwehrmänneund die meiſten aus de3. churmärkiſchen LandwehrInfanterie⸗Regimen; 4ſind ſeitdem ſchon wiedegeſtorben, da gewinoch 30 leben, ſgiebt das eine Betheiligung von 100 Mannwas ganz enorm iſt
  • 2) Das Kurortartige tritt doch hervor. So befindet ſicam Kanzelpfeiler daPBruſtbild (Oelportrait deJohannes Nicolas Holt-torf, der einNichte des berühmteSpener, geb.geboren 170zur Frau hatte; ewar Kreisphyſikus und 4Brunnendirektor

    An der andern Seitiſt die Grabſchrift, unoder blos die Todes und ErinnerungsTafel eines HerrSimon Chriſtian vonSchroede aus Geda(Gedan einmal heißes im Genitiv Gedanian andrer Stelle abAdjektiGedanensis) die ihſein Sohn errichtehat. Er (einder Altewurde 1662 geboreund ſtarb 1723. DiHauptſtelle lautet
    Postremo ValetudinAdversissima conflictatus Sanitatem QuaesturuIn Thermis EmbsLerensibus Sanitatem FreyenwaldiaInvenit. Heißdas nun er zuerſerprobte ſie an ſicoder doch was andres3) Andenken an 5die UchtenhagensBeziehen ſich alle beide auden früh verſtorbeneKnaben
    • a) Hinter deAltar befindet ſicein Oblong Nicht ermittelt.Bilzwei Unterarms⸗Längehoch, drei UnterarmsLängen lang. Es iſein offener Sarg abgebildetin dem ein Kinim Sterbehemde, miHalskrauſe und Manſchettchen liegt; allemit Blumen d. h. miRoſen und Rosmaribeſtreut. Im blonden Haar einen blühendenRosmarinkranz.ObenAuf deBruſt ein ſchwarzeBand, daran ein OvalGold⸗medaillon und druntewieder ein goldnewinkliges Medaillon

Oben ſtehen zweVerſe: lateiniſch undeutſch. Der lateiniſchlautet Ah tibi Jesu lectulu
In me para molliſsimu
Meo quiesce pectorEt intime servabo t
DanebenAch mein herzliebes Jeſulei
Mach Dir ein rein ſanffBettelei
Zu ruhen in meines Hertzens Schrei
Daß ich nimmermehr vergeſſe dein
An derm Untertheides Bildes ſteht
Des lieben und ehrenfeſten Caspar von Uch-tenhage wahre Contrafactur nachdem eim 1603ten Jahr (alſo160) den 8. Aprizu Mittag um 12 Uhſelig in dem Herrentſchlafen. Alſo egelebet hatte 9 Jah8 Monat 3 Wocheund 3 Tage, erwarte zu Freyenwalde allhieunter dem Altar ider von UchtenhageBegräbniß die fröhlichAuferſtehung der Todtezum ſeligen ewigeLeben
Zwei Wappen
  • links ein Rad iFelde; oben eiBär oder ein Eichhörnchen mit etwaLaub in den Pfoten
  • rechts ſieben weißSterne auf blaueGrun
    Wappen; in der Kirche zu Freienwalde. Näheres nicht ermittelt.

    dieoben ein Hahnenkamm oder
    dergleichen
    dgl:
    darinein Band mit Sterne
    Wappen; in der Kirche zu Freienwalde. Näheres nicht ermittelt.

Das Bild links laedirtmuß ausgeflutet werden
Ueber der Skriſtei Thür befindet ſich 5das beinah lebensgroßBildniß (ganze Figurdeſſelben kleinen Uchten-hage. Ein ſehr intereſſanteerziehendes Bildchen; daKöpfchen fein, zart, blaßroſig, leis rothblondeHaar, ein feiner kleiner Mund ein Köpfchen wipraedeſtinirt zum LeidLinks und rechts dieſelben Wappen wioben beſchrieben. DaBild ſo breit wiein Stock lang iſbis zum Dolch hin, wenig anderthalb Bleiſtiftlängen, die Höhdes Bildes genauStocklängeund 3 Zoll. Ebefindet ſich auf deBilde ein Tiſchchen mirother Decke, auf demſelben eine hohe Sammtmütze, faſt wie diOtterfellmützen ausſehnlinks ein kleiner Bologneſer Hund, der liebkoſend⸗warnend adem Kinde hinaufſpringt Das Kind ſelbſt rothes 5Unterkleid, grünes Ueberkleid, Hals mit rieſeGoldbeſatz, Halskrauſeweiße Aermelchen unſchwarze Sammtſchuhe, – dazu eine große ſchönBirne in der Hand faſtſomehals halb ſo groß wie deKopf des Kindes. Darunter ſteht
Da ich Casper vonUchtenhage bin geweſt, dieſer Geſtalwar ich viertehal Jahr alt, Ann1597 den 18. November

Auf derm Burg derFreya⸗TempelBerUchtenhagen doch, audem jetzigen Ruinenberg
Die Alten haben es docam beſten verſtandenman hat hier, vielleichnicht die ſchönſte, abedie umfaſſendſte und dilehrreichſte, anſchaulichſtAusſicht. Man erkenndeutlich das Vorland, da Mittelſtück (Neuenhagen) und 5dieas eigentliche Oderbruch, dadurch die neumärkiſcheBerge begrenzt wird.
Der ganze große Botticdes Bruchs d. h. daLand zwiſchen deBarnimſchen und deneumärkiſchen Bergen, daLand der dreifachen Odeder faulen, der alten under neuen liegt klavor einem, allerdings am deutlichſten die Links⸗Seite (nach Falken-berg zu) und die Rechtsſeite nur ſoweit, alſie noch den Linksſeiten Charakter d. hden Wieſen⸗GrasHeu⸗charakter hatKeine Felder, keine Dörfer, nur WaſſerarmeWieſen, Heuſtaken, dazwiſchen einige Weidenmal ein Kahn, eiFuhrwerk, ein Stroh⸗ odeZiegeldach, aber iGroßen und Ganzen nichtals eine 2 Meilen langWieſenfläche. Da wdas reiche, fruchtbare, 5vielbebaute, eigentlichBruch anfängt, ſo weiträgt das Auge kaumDeshalb dgeben die Blickon der SeelowerHöhe etcet cetera etcet cetera aus einen ſchöneBlick in’s Land, mehSchönheit, Reichthum, Fruchtbarkeit tritt eineentgegen. Aber unteallen Höhen in deNähe Freienwalde’iſt der Ruinenberder charakteriſtiſchſte, lehr reichſte, überſichtlichſte undie Uchtenhagener (?) hatteRecht. (ihre Burg ſtand nicht hier
Es ſteht noch eiStück Thurm⸗Ruine(falſch, iſt modernwieviel davon ächiſt, ſtehe dahin, jedenfallſtand hier noch vo30 oder 40 Jahren eiStück ächter Ruine (nein). Jetziſt es darin eine ArKamin zum Kaffekocheangebracht, aber aucſchon wieder ein veränderteHerd, die Straßen⸗ Jugend voFreienwalde hat ihm eibedenkliches Anſehn gegebenOriginell⸗ſpießbürgerlich iſt es, daß x---xdie ächtRuine, als ſolche wieder auferſtand unſtatt des Freya⸗Tempelseine Art Kapelle des Pantheismus erfand„O wunderſchön iſt Gottes ErdUnd werth darauf vergnügt   zu ſeinwäre ehrlichegeweſendas abmahnt,
respektive
resp:
abschreckt.Kaum ſchöner iſt vo30 oder 40 Jahren ditadt reſp: respektive Bade-Direktiondamit umgegangen, die übedem Eingang in den Thureine Tafel anbrachte, auder wir leſen
Wie ſchön iſt Gotte ErdeHölty⸗Matthiſonſche Anklänge ain der Burg deUchtenhagens
80 Schritt Dahinter iſt eine Art Feldſteinwand errichtet, ain dieine Marmoroder Kalkſteintafel eingelaſſen war, auf deFreya war untergegangen und Matthiſſon ſtand auf; dasiFreienwalder Bade⸗undChronik ſchrieb in Stein: Wie ſchöiſt Gottes Erde. EDabewörtlich citirtes: wir leſen, daß 182anim Novembe(Datuwegdie Herren ſo und ſ90 Schritt weiter abwärts, 4 Fuß tie(ſoll wohl heißen unteder Erde) die Fundamente eines heidniſcheTempels gefunden habenDenie ganze Kalkſteintafel, iſt z3/4 ſchon wieder zerſtört

Unter 1606 im Kirchenbuch 12. Februar Nachmittazwiſchen 1. u. 2 Uhiſt die edle, viel Ehrund thugendtreiche Fra Sophie Sparre, Hansv. Uchtenhagens 5 auFreyenwald Erbſeſſeſeine eheliche Haußfrau iGott verſtorben und de12. Martii in der Pfarr-kirch unter dem Altabegraben Ihres Alters 4jahr, weniger 3 Monatund 3 Tage
Unter 1603
Freitags nach Laetarwar der 8 April IſCaspar v. Uchtenhagendes edlen, geſtrengen un ehrenveſten Hansv: Uchtenhageneiniges Söhnlein Mittags zwiſchen 12 un1 Uhr ſeliglich im Herrentſchlafen und den 20April. . . . (Weitereicht es nicht und wadaſteht iſt unterſtrichen.

Unter 1618
Am Abend Judicwar der 21. Martizwiſchen 12 und 1 Uhr iſder Edle geſtrenge und Ehrenveſte Hans von Uchten⸗hage dieſes Städtlein Erbherr und Juncker, und 5der letzte dieſes Geſchlechtſelig im Herrn eingeſchlafen und verſchieden, unddanach amin am SonntagEx Exaudi, war der 1Mai, allhier in StNiclauß Kirch unter deAltar in ſein gewolbteBegräbniß nach adligeWeiſe zu ſeiner in Gotruhenden Frauen und Söhn-lei geſetzt, da Er iſeinem gantzen Alter da64. Jahr erreicht hatte
Die beiden Gold⸗Sachen audem Bilde, wurden beOeffnung der Gruft (wiauch die Leiche wohl erhaltewar, aber zerfiel) gefundeund werden aufgehoben. Daeine iſt ein Goldſchau Münzaus dem Jahre 1579
ein Ritter oder Könimit Schwert, Schild unKrone iſt darauf zu ſehn
Intreſſanter iſt das andreEs iſt ein etwa 1 1/2 Zollanges und 1 Zoll breiteMedaillon von ſchönem Gold in Geſtaleines alten Geſangbetbuchs d. h mit dickem, geripptem 6Rücken und vorn mit 2 claspsEs läßt ſich aber nichmittelſt dieſer claspöffnen, ſondern die einkurze ZSeite die deSchnitt des Buches entſprichwarkann weggezogen und wiedeeingeſchoben werden. Aueiner Seite ein Engel dedas Sparr’ſche Wappehäl
Wappen; Sparr, märk. AdelsfamilieSparrmaerkAWappen der Familie Sparr in der St. Georg Kirche (heute: Konzerthalle)StAFreienwalde (heute: Bad Freienwalde/Oder), freienwalde, FreyenwaldeSt. Georgs Kirche zu Freienwalde.
außerdem diZah597 und S. S.Sophie Sparrd. h. Sophie Sparr
Auf der andern Seitdas Uchtenhagenſche Wappe(das Rad) auch von eineEngel gehalten. Auch 159und die Buchstaben
Caspar von Uchtenhagen
C. v. V.
Caspar von Uchtenhagen

Freienwalde

  • 1) Einleitung. Allgemeines. Brunnenort. Alaunbergwerk; Heubau. Die Bilder in deKirche. Die Loyalität. DiLeute von 13. 14. 15. etc
  • 2) Der Ruinenberg und diUchtenhagens
  • 3) Der Schloßberg und daSchloß (die Geſchichte dekleinen Höfe hier.alkenberg. Cöthen. uund die andernDörfer
  • 4) Monte CaprinValentini

Im Sarge fand man auch in Holz nachgebildet, daſſelbe Bologneſer Hündchen, das audem Bildſich befindetTamsel. Die Kirche. 6Linker⸗Flügel
1 u. 2 Hans Adam unſeine Frau
links davon die Büſtdes Sohn’s in Marmorreiches Epitaph miThemis (Wage in deHand) und eine GandrGottheit, die aus eineGefäß et einen Strahin eine Muſchelſchalgießt, hinter ſich eiSandſtein ungetünch Füllhorn miBlumen und eineBlumenkranz im Haar
Sein Kopf hornlosunbedeutend, nicht deVater; der ſeinerſeitdem großen Kurfürſtegleicht
Rechts WappffenTrophäen, H(Holzſchnitzwerk, vergoldetFahnen, Schwerter, Kanonen, MarſchallſtäbHelm, Handſchuhe etcet cetera etc. un das Schöningiſche Wappen
Der alte Schöninund Frau ſtehn ieiner Art großex---xfellengeſchmückten Schrein von Stein, dezwei Niſchen hat, in dedie Statuen ſtehn

Links vom Altar Chriſtus am Kreuvom Altar mitgebracht (?von Wach reſtaurir
Rechts eine Himmelfahrvon Wachdieiſdabeßre
Gruf
Recht
    1) letzter Schönin
  • 2) zwei nebeneinande
  • 3) Zwei anbewieder, daniedrigſtedavor, daberühmte
Links. 6
    1) unbekann
  • 2) zwei, eineder letzteWrec
  • 3) dre

Rechts von der Grufein ſchmaler Gang in einältere Gruft, in demuthmaßlich die Schoen-beck (?) ſtehn
Tamsel. Schloß. Bilder.
Großes BildCölln an derSpre 1605 Fuß hoc6 Fuß breiDie Schloß⸗eckealles beibehalten, gothiſch; Front gothiſchunten Colonnade widie Stechbahn in rotheMalenichbekann(iBillardzimmerStein. In Front 6gothiſche Giebel, dazwiſchen kleine Giebewie an Privathäuſeretwas gerundet; Tograu; Colonnade röthliclinks auch ein Eckthurm. In der Mittein ſonderbarer SäulenBalkon im erſteStock Prinz Heinrich; GeneralUniform, TigerfelAermel. Plan deSchlacht bei Freiburg; iHintergrunde die Schlachſelbſt,
Das Portrait Frie-drichs des Großewahrſcheinlich aus d daBild, das er der Frauv. Wreec geſchenke(ſiehe die Briefe) oder ei Bild etwa aus der 6Zeit ſeiner Thronbeſteigung, denn es zeigſchon einen bläulichen Barttoum’s Kinn. Er trägweißgepudertes natürlicheHaar, ſieht ſehr wohl unleidlich voll (auch ſehr hübſchaus und erinnert an dealten Fritz KönigFriedrich auMenzels Tafelbild. Nebeihm liegt ein Hermelinmantel und ein mit Lorbeer geſchmückter Helm Er trägt einen eleganteblauen Rock, mit rotheFutter und Goldbrokat⸗Beſatzweiße Aermel die auden kurzen Rockärmelhervorgucken, den Sterund das Orangeband deſchwarzen Adlerordensden Cüraſſier Waffenroc(weiß-gelblich) den blanken Küraß darüber, einSchärp
Tamsel. Ahnensaal.
| v. Schoening G. F. M.General Feld Marschall79 Fuß hoch, 10 Fuß breitbraunes Pferd (Schlachtroßmit kurzem, breiteHals. Gelblederner Waffenrock, rothe Gamaſche. rothe Satteldecke reich mit Gold und Silbegeſtückt; kurze braune PerückeDreimaſter (ode ſo ähnlich) miweißen Straußenfedern; Galanterie⸗Degen
  • 2.) Das Pendant dazudie Feldmarſchallin. Nocjung. Weiße Locken unPerlen drin. Weißes Atlaskleid mit Goldſtickerei drinebenſo die Schuhe. 5 Kindeum ſie her, das 5tnackt auf ihrem Schooß5 Hunde, Windſpiele unB---x mit einer Diana; eiLamm, das ein Kind führt ein Füllhorn, daein Kind trägt. Im Hintergrunde Schloß Tamſel vo1686. Links in der EckGenien mit Kränzen unPalmen
  • 3) Generalin Wreicgeb.geborene v. SchoeningBruſtbild, lebensgroß. Simag hier zwiſchen 3und 40 Jahr ſein, alſaus dem Jahre 17. .ȃAusgeschnittenes weißes Atlaskleid, kurze Aermel, breitFell⸗Unterärmel, ſchönvolle Büſte, Halskrauſe trottief ausgeſchnittenen Kleideein ſchwarzer Sammtjankermit buntem Futter übedie eine Schulter geworfegeworfen. In der Haneine SchnupftabacksdoſeAusdruck hübſch, feinunrenommiſtiſch, überlegenbeſcheiden, hausmütterlichfeſt, aber nicht ſehr ſchön
  • 4) Frau v Wreicnoch einmal. (Knieſtück.) ZehJahre jünger. Nocſehr hübſch, klug, üppigſtramm, feſte. WeißeBrokatkleid, mit 6natürlichen Blumen aufgeſteckt; hellblauere ſeidenſilberoder weißgeſtickte UeberjackeGranatblumen im weigepuderten natürlichen Haar; PerlenOhrbommel
  • 5) Frau v. Wreich zudritten Mal, iWittwenkoſtüm; etwamehr als Bruſtbild. Siträgt ein ſchwarzes Kleiund über dem ſchöneNacken einen weißedurchſichtigen Tüllkragemit einer kleinen Halskrauſe daran. Die ſchwarzSchnebbe der Wittwenhaube geht bis tief idie Stirn an der Haubhängt der ſchwarze Wittwenſchleier. Dieſes Portraiiſt als Bild das beſteSie ſieht noch ſehr guaus und es ſcheint deZeit nach zwiſchen 1 un zu ſtehn, ſo daß NoNumero1 ſie (in weißem Kleide) ſidarſtellt nach Ablegung deWittwentrauer
  • 6) Kurt, Graf v. SchweriGeneralfeldmarſchalDie Geſchichte erzählenKnieſtück. Sehr Gutes Bildlebensvoll, freundlicherkluger, feſter, ſchlichteGeſichtsausdruck. Ganin Rüſtung (mehr Ritteals Küraſſier). Ueber dilinke Schulter ein PurpurSammt⸗Ueberwurf, (rein als Drapirung) audenſelben der ſchwarzAdlerorden. Ueber dehalben linken Schulteein rothes Ordensband quer übeden Bruſtharniſch, ſo dadas Ordenskreuz an ſeinerechten Hüfte klebt eiJohanniterkreuz, blaugrün, in den offneWinkeln Nicht ermittelt. Nicht ermittelt. mivier Adler
Schoening hatte das Ahnherrn Bild gelobt und gewünſcht; Graf Herr-mann Schweri ließ es kopiren u. ſchenkte es ihm. Dafür daVermächtniß Nun kommt § 12 Iſt nach § § dePan § 12aus deTestamenKurt v.Schoe⸗ningDas Bild von GeneralfeldmarſchallGrafen Schweri erhält der liebenswürdige edle GHerr GrafSchweri auf Tamſelnur wenn er eheals ich das Zeitliche ſegnetedann das Schloß voTamſel zu derſelbeAnerkennung der treubewährten AltSchöningſchen Erinnerungen über und unteder Erde Ebenſo 3 Bilderdes Generals vonWreic ihreGemahlsFerner ein Bild desMiniſter v. Brandtund ſeiner Gemahli(Nachſehn ob dies Eusebiusv. Brand iſt. Sehr wahrſcheinlich. [70

Letschin. OderbruchFordans

Mittheilungen übedie HardenbergeTracht. Beſchreibunderſelben
Seine Mittheilungeüber den alteKoppe; ſwie ſich’dieſer ſchön gedachhatte in Beestaleben und dort als Patriarch wirken zu könnenSeine alte Mutter. Sei(Koppe’s) ſich in etwaSeine alte Mutter, die ihr Altgedinge nicht verlaſſen wollte und ihm (den Sohn) immer Vorſtellungen machteer ſei zu üppig irren dabei, weier der ſonſt immer deVerſtand die Ehr gabhier ſeinem Herzefolgte
Drittens daBild des Markgrafe; ſehwahrſcheinlich das richtige, denn es ſieht deJoachim II (ſeinem Bruder) auf deRoſenfelderſchen Bildähnlich. Starker Schnautzund Kinnbart; einArt Huſarenpelzmütz
und
u
Schnürrock; keine Spurvon Aehnlichkeit mit deSchwedter

Zorndorf. Zorndorf.

Alles GranitDreizwei Stufejede 1 Fuß hochUnterbau voFeldſtein 1 1/2 FußAuf dieſem, zweWürfel, der zweitſchmal, auf dieſeein Oblong, alldrei 5 Fuß hoch, darauwirdes ein 1 Fuß hoher, etwaübergreifender Stein 7
Vorderansicht; Denkmal Schlacht bei Zorndorf 1758, MonumentDenkmalSchlachtbeiZorndorf1758MonumentZorndorf (heute: poln. Sarbinowo)Denkmal der Schlacht bei Zorndorf.
Goldumſchrift: Hieſtand Friedrich. . . . MDCCLVII Abgepflügter Hügelder höchſte PunktRund’rum Liguſtewie eine Wildniauch viele Diſtelund CampauleUnkengetön aus deZaber und Galgengrun(Beſuch um 7 UhAbends) auch EchiamKornfelder ringsumetwas von gewehteGebüſch. (Siehe 34 Seiteweiter. Kupfer⸗ und Blechſchmidt. Graf Hermann SchwerinDie heimliche Aufſtellung vor etwa 15 JahrenSieben Fuß hoch in Blech. Der Schrecdes Bauernſohnes und das Zwiegeſpräch übeden Spukhaften. Die heimliche fFortſchaffunwieder bei Nacht. Seitdem nichts mehdarauf. Kam nach Tamſel in den Kellerexiſtirt jetzt nicht mehr
Dann die Schilderung der Landſchaft, deSchlacht⸗lokalität und nun erſt gewiſſe hiſtoriſchpoëtiſche Sätze. Dann Schluß Bauer Schulz, der es es meiſtmanches aufhebt; dameiſte wird als Alt⸗Eiſen verkauft. DeStuhl in der Neu⸗Dammſchen Mühle. DaMonument iſt halbwegs nach Quartſchenzwiſchen Zaber⸗ und Galgengrund; beide jetztranken und bebaut; meiſt Kornfelderzum Theil auch Kartoffelfeld
Die Beſchreibung des Abends, desr Landſchaft, des Monuments, der Umgebung
Dann die heitre Epiſode: der Küſtriner Fahrt nach Zorndorf. Zorndorf nur guter Hhalber Weg voTamſel bis zum eigentlichen Schlachtfeld. DiKirche. Das Kirchenfenſter. Wir halten deſhalbeim Gaſtwirth (Krüger) einen hünenartigeMann, der den für ſein Metier etwas auffälligen überraſchendeNamen Namen „Nonnenprediger“ führt. SieEr iſt übrigennett und gut. Er erzählt: Kanonenkugeln, Flintenkugeln, Flintenſteine (mit den Bleiſtücken drum) werdevielfach gefunden; ein Pfahl vorm Dorf wurdeauch Degenklingen gefunden, doch iſt diAusbeute (die immer noch vorkommt) jetzt nichmehr bedeutend. Das Ackerland gehört zumeiſt einem
Dorf Zorndorf.
„Zum Gedächtniß de25 Auguſt 1758“ ieinem rundeGlasfenſter aThurm etwas hocüberm Porta4 ſolche Spitzche
Gebäudeaufriss; KircheKircheZorndorf (heute: poln. Sarbinowo)Kirche Zorndorf.
    Bilder im Schloſſe zu Schwedt1)Henriette Marie1702–82. (Die Coep-nickerin ) 2) Anna Elisebeth Luis
  • Gemahlin dePrinzen Ferdinan(Außerdem noch zwei Schweſtern) geb.geboren 1735 geſtgestorben 1820
  • 3) Portrait des tollen Mark-graf Friedrich Wilhel
  • 4) Portrait des Hansvon Küſtri(
    Vergleiche
    Vgl.
    die Fordaniſchen Notizen)
    5) Portrait des i
  • Italien gebliebenejungen MarkgrafenLudwi
  • ZweiPortraitvon ihm.
Fontanes Reiseaufzeichnungen zu Sonnenburg entstanden am 24. Juni 1862. Insbesondere die beiden Bleistiftskizzen (das Johanniterschloss und der Lageplan Sonnenburg) belegen, dass die Aufzeichnungen noch während der Reise entstanden sind. Sie dienten als Grundlage für den zwei Tage später veröffentlichten Aufsatz „Sanct Johannistag in Sonnenburg“ in der „Neuen Preußischen [Kreuz-] Zeitung“, Nr. 146, 26.06.1862; vgl. Bibliographie, Bd. 1, Nr. 2516, und Chronik, Bd. 2, S. 1192.