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A16beta

<Schreiberhand Friedrich Fontane> <Schreiberhand Theodor Fontane>
Um die 9. Stunde kommt Kubalke. Laterne. Sie brachen auf. Lewin und Hirschfeldt geleiten sie durch den Park oder Als sie durch die Hofthür und die Parkallee gingen, sagte Lewin

Ich denk’ an die Kirche von X---x. Aber dieser Gang ist schlimmer.
Hirschfeldt nickte.

Die beiden Alten bogen inzwischen aus dem Parkgang in die kahle Nußbaum-Allee ein, die zur Kirche hinaufführte. Kubalke ging einen halben Schritt vor, um zu leuchten; Ladalinski folgte. Sie sprachen nicht, bis sie halb hinauf waren. Da kam eine Glatteis (Glatteis) Stelle. Kubalke hielt und sagte: Passens Achtung gnädger Herr, hier is es wie die Schwebebahn,
die verdammten Jungens denken nicht daran, daß es alte Leute giebt. Ich meine mich. Sie sind ja noch jung, gnädiger Herr.

Sie hatten nun die Glatteisstelle passirt und gingen jetzt in gleicher Linie. Ladalinski war froh aus dem Schwatzen herauszukommen und sagte: Wir werden so weit nicht von einander sein, Papa. Als ich so alt war, wie Sie, gnädigster Herr, da war meine Melanie noch keine sechs alt und meine Eva, die der gnädige Herr kennen, drüben in Guse, aber jetzt hab ich sie wieder bei mir, die war noch gar nicht geboren.

Da sind Sie über achtzig Papa?

Ja, gnädiger Herr. Nächsten dreizehnten August werd ich dreiundachtzig.

Und Kinder? Ja, gnädiger Herr.
Im Ganzen giebt er sich als Lindau „qui pleure“ und das ist traurig; besser ist er als Lindau. „qui rit.“ Der Maler Kaebke ist gut, die Frau v. Mersberg hat er aus seiner eigenen „Tante Therese“ geborgt, wo die
betreffende
betr.
Figur Gabriele heißt. Er ist also Nachahmer seiner selbst. Ich hätt ihm mehr Geschmack zugetraut ... Im Uebrigen steht es für mich fest, daß die Freunde des Dichters, die so energisch klatschten, mit den Händen gefuchelt haben.
<Beginn Erledigung>

Kurze Pause. Das Gespräch verweilt noch bei der Tante in Guse und es ergab sich daß die Tante muthmaßlich an einem
plötzlichen
plötzl:
Schreck gestorben sei. Etwas Verlegenheit. Der Spargel.
Kirstein. Hang zum Abfall. Die Generäle bedroht. Marie folgte aufmerksam. Die Tante Schorlemmer sehr ruhig.
<Ende Erledigung>

Guter Theater-Rath

Will dein Sohn ein Stück von Sardou Sag entrüstet ihm: D x---x du, Will er aber eins von Il---x Na, dann gibs’.

Berliner Zustände bei Glatteis.

Daheim droht Einbruch und draußen Beinbruch
No 6 Gartenlaube

Es war zwölf Stunden hinüber und die helle Mittagssonne stand über den Sch---x von Hohen-Vietz. die Kubalke sagte schon x---x und x---x x---x
zu X---x getroffen ob er den Rückweg aushält und erst in Nacht in Hohen-Vi Wühl ich das Letzte ist noch zu einer zwischen ihm und R Blumenthal. 1. Lindau hat die „Poesie“ bekommen. 2. Er hat jetzt immer Gedichtbücher auf seinem Tisch; wollte man ihn fra warum, so würd’ er antworten müssen: ich lerne Dichter. 3. Tante Therese war die erste Frucht, die uns der neue „Student der Poesie“ vorlegte. 4. Es werden nun in höchster Noth mehrere Chammissosche Strophen gelesen und am Schluß des Akts wird der Dichter gerufen. Aber siehe da, nicht Chamisso erscheint, sondern Lindau. 5. Dies wiederholt sich mit den Versen andrer, namentlich Heines und man darf sagen Lindau debütirt als poetischer Nassauer.
Gebäudegrundriss; Schloss Plaue, Schloß PlaueSchlossPlaueSchloßPlauePlaue (Havel) (heute: eingemeindet in Brandenburg an der Havel), Rittergut Plaue, PlauerhofSchloss Plaue. Großes Empfangzimmer. Friedrich II Zimmer Aurora Zimmer
Saal.
Deckenbilder. Rundsopha Säule in der Mitte um deckt das Sopha. Supraporte, alte Familienbilder, Spargel, Blumen, Kronleuchter etc Erstes Zimmer rechts daneben. In diesem wurde Friedrich der Große zum Hauptmann gemacht.
X---x schmuck. Wie im Charlottenburger Schloß. Bilder von Sophie Charlotte und aus ihrer Zeit, also aus dieser Zeit stammt auch der Schloßbau
General (Graf?) 90er Jochen v Anhalt an v. Lauer heirathete die Geliebte des Markgrafen von Schwedt, dessen Sekretair er war; wurde wohlhabend, ging nach Oestreich, kaufte Münchehofe, wurde in Oestreich baronisirt. kam zurück und kaufte Plaue, Als Baron v. Lauer v. Münchhofe.
2. Zimer neben dem Empfangssalon. Das Aurora Zimmer.

Drei Bilder von der Aurora; zwei Copien, ein Original.
  • 1. (Copie) im Bley
    und
    u.
    Kneller Manir, über dem Sopha. Als Diana mit Krönchen und Luna-Kopfschmuck. Bis zur Hälfte Ganz in der Manier der Geliebten Karls II.
  • Bruststück { 2. (Copie) Später dann von 30
    oder 35. Viel kleines. Fülle schwarzen Haars, mit Perlen
    und
    u
    Luna-Schmuck im Haar. Soll sich (das Original) in Quedlinburg in der Gruft befinden.
  • 3. Originale. Hauptbild. Kniestück. Von einigem Werth; restaurirt. Sitzt in einer Art Wittwenhaube mit rothem Ordensband in dunkelblauem schwarzen Kleide auf einem Sessel, stützt den rechten Arm auf einen Tisch, hält mit der Linken einen Mohren-Groom oder dergleichen umfaßt. Auf dem Tisch eine Art Kurfürstenkrone.


In demselben Aurora-Zimer. Pastellbild (Bruststück) des Ministers Struensee. hübsch.
Ein großes Oelbild von eben demselben befindet sich (1 dutzend am Tisch) im dritten Zimmer.
Ahnensaal
A. Gosch 1848.
Also 8 große historische Bilder.

Darüber
Darüber 24 Ahnenbilder rundum (an „allen“ 4 Wänden) die Ahnen darstellend bis auf Karl des Großen Zeit. Außerdem 4 lebensgroß Portraits, je 2 an den Schmalseiten aus verschiedenen Epochen: Vier Ritter in Rüstungen in den Ecken. Ueberall Trophäen über den 4 Thüren, Kronleuchter
et cetera
c
Hüner sucht die Ordnung aufrecht zu erhalten. Johannes führt die Prinzeß Beatrix v. Brandenburg den König Erich XII. von Schweden als Gemahlin zu. befestigt (?) den Landfrieden. oder Wieder-Hersteller Oben auf dem Flur An der Wand: Gott und dem Könige. Gedenket Eures Wahlspruchs zur Wohlfahrt des Volkes
und
u
zur X---x der Freiheit.

Bibliothek-Zimmer.

Frühre Kapelle. Jetzt Bibliothek. Schöne Eichenschränke mit Spiegeln, in denen die Bücher drin sind.
Gebäudegrundriss; Schloss Plaue, Schloß PlaueSchlossPlaueSchloßPlauePlaue (Havel) (heute: eingemeindet in Brandenburg an der Havel), Rittergut Plaue, PlauerhofSchloss Plaue.
Gebäudegrundriss; Schloss Plaue, Schloß PlaueSchlossPlaueSchloßPlauePlaue (Havel) (heute: eingemeindet in Brandenburg an der Havel), Rittergut Plaue, PlauerhofSchloss Plaue. Wappen Honor Virtus
zehn beschnittene Lindenbäume an jeder Seite. 6 an den Schmalseiten. Dann fällt die Hügelerhebung ab und führt in den Park
Gebäudeaufriss; Schloss Plaue, Schloß PlaueSchlossPlaueSchloßPlauePlaue (Havel) (heute: eingemeindet in Brandenburg an der Havel), Rittergut Plaue, PlauerhofSchloss Plaue.
Es ist ein Bau aus dem Anfang des vorigen Jahrhunderts, wahr scheinlich 1700, denn in einem Zimmer findet sich noch das Bild der Sophie Charlotte in den japanisch hergerichteten (ganz wie in Charlottenburg) Zimmerwänden. Sophie Charlotte starb aber etwa 1706.

Das Schloß liegt auf einer Bodenerhöhung; nach vorn zu erscheint es aufgemauert, etwa wie der Erfurter Dom. Dies ist aber Täuschung. Es ist entweder eine Erhöhung von Natur oder was wahrscheinlicher durch Kunst aufgeschüttet, und auf dieser Erhöhung, die nach vorn zu durchaus quai-artig, an den drei anderen Seiten in Schräglinie abfällt, steht das gegenwärtige Schloß. Es ist ein 1 stöckiger Bau (Parterre und Bel-Etage) aus dem Anfang des vorigen Jahrhunderts und besteht aus einem 1 stöckigen auf den Fluß blickenden Frontal-Bau, an den sich, nach hinten zu, zwei nur aus einem Erdgeschoß bestehende Flügel lehnen, die nicht ganz von gleicher Länge sind.. Die Front, besteht wieder aus einem nur dreifenstrigen, rysalit-artig vorspringenden Mittelbau, an den sich nach rechts und links zwei etwas niedrigere Flügel von je 6 Fenster Breite anlehnen. Ein Bau wie sie damals ziemlich stereotyp als Mansion houses hierlandes gebaut wurden. An der Frontseite läuft auf dem schmalen Quai, zwischen Schloß u. Fluß ein Weingang, der sich nach rechts und links in Baumgrupppen verliert; inder Mitte dieses Weinganges, in Front des Rysaliths, eine Erhöhung, die als Veranda dient.

Auffahrt an der Rückseite des Schlosses.

Die beiden stattlichsten Räume des Schlosses befinden sich in dem Corps de Logis und füllen dasselbe aus.

Parterre der Empfangssaal oder das Gesellschaftszimmer; eine Treppe hoch, diesem Empfangssaal entsprechend der Ahnensaal.

Dies sind die beiden Hauptstücke, an die sich noch einige Zimmer von einiger Bedeutung (?) anlehnen.

Der Empfangssaal ist das Moderne, gehört der Gegenwart. Hier befinden sich die Portraits des jüngst verstorbenen Grafen, seiner Gemahlin einer
geborenen
geb:
v. . . ., des ältesten Sohnes der eine Gräfin Sayn-Wittgenstein heirathete, des jünsten Sohnes der als Husaren-Offier (Garde-Husar) verstarb und der Tochter, die . . . . . . heirathete. Einige dieser Bilder sind gute Arbeiten Prof. Sohn’s.

Darüber der Ahnensaal. Er hat ganz die seinem Namen entsprechende Einrichtung. Vier geharnischte Ritter in den 4 Ecken, Trophäen über den Thüren, und 28 Ahnenbilder, bis auf die dunkelsten Zeiten (Karl dem Großen) zurückgreifend, die theils friesartig sich unter der Decke hinziehn, theils die Schmalseiten füllen Die bedeutenden Flächen der beiden Lang-Wände sind durch 8 große Bilder bedeckt, je 4 an jeder Seite.

Sie stellen das folgende dar. A. Gosch fragen wegen all dieser Sachen.) Das ganze Schloß ist vollgestopft von Bildwerken: Büsten, Vasen, Stiche, Bilder, darunter ist manches Hübsche, aber nichts was über das Herkömmliche hinauswüchse.

Was noch an historisch Interessantem da ist, beschränkt sich im Wesentlichen auf die drei Räume die rechts vom Empfangssaal liegen (von der Front aus oder von Wiesike aus gesehn links neben dem Empfangssaal.) Hier ist
Haus Wiesike
von der Schloßseite aus gesehen..

Geschwungene Uferlinie der Havel, die dann bald an einer Ecke in den Plauer-See umbiegt. Ganz und gar mit kleinen Gruppen von Weiden und Pappelweiden besetzt. An einer Stelle ist eine weitere Lichtung mit schönstem Rasen überdeckt und mit einigen Parkbäumen Larix, Schwarztanne, Sycomore, Blutbuche besetzt. Zur einen Seite der großen Rasenfläche wird etwas sichtbar wie eine Statue, oder ein Brunnen. Bald werden wir dessen sicher: eine Wassersäule steigt auf und von der Nachmittagssonne beschienen glänzt sie auf dem dunklen Hintergrunde der Parkbäume in allen Regenbogen farben. Auch ein paar weiße Bänke und das Schimmern eines Hauses. Dies Haus ist Haus Wiesike.
Lageplan; Plaue (Havel) (heute: eingemeindet in Brandenburg an der Havel), Rittergut Plaue, PlauerhofPlaue(Havel)(heute:eingemeindetinBrandenburganderHavel)RittergutPlauePlauerhofPlaue. Havel Plauer See Wiesik Schloß Wendt See
An der abgerundeten Ecke von Havel und Wendt-See steht das Schloß. Friedrich Wilhelm Hans Graf v. Königsmarck Lieutenant und Regiments Adjutant der Garde Husaren
geboren
geb.
zu Constantinopel
den 19. April 1838 gest. zu Potsdam den 21. März 1861 in einem Alter von 22 Jahren und 11 Monaten.
  • I
    Nicht im Donner
    der Schlacht
    doch im Kampf
    mit der Welt
    Hat Er gewehrt und
    gewacht,
    Stand Er und starb Er
    als Held.
    Nicht die Seinen allein
    Traf sein Scheiden so
    schwer,
    Denn begraben
    muß sein
    Was von ihm
    hoffte das Heer.
  • II. Vers
    Streng allein gegen
    sich
    Gegen andre so mild,
    Muthig blickt er auf
    Dich,
    Herr u. Dein leuch
    tendes Bild.
    „Gott und König getreu“
    Der Schildspruch seines
    Geschlechtes,
    Führte ihn täglich aufs
    Neu
    Den Pfad der Pflicht
    und des Rechts.
  • III. Vers ausgelassen.

  • _ _ _ _ _
  • IV. Vers (Schluß)
    _ _ _ _ _
    _ _ _ _ _
    Er war ein edles
    Reis
    Von altem Stamm
    erschaffen,
    Manch eine Thräne heiß
    ward still um
    ihn vergossen.

Es rührt von Kiss her. 1863 etwa errichtet.

Das Arnim-Bild 1620 sehr gut, das Goerne Bild 1638 weniger; Das Salder Bild 1575 am schwächsten.
Gebäudegrundriss; KircheKirchePlaue (Havel) (heute: eingemeindet in Brandenburg an der Havel), Rittergut Plaue, PlauerhofKirche in Plaue. Luther Büsten Gorne nigsmark Altar sehr schöne Arbeit aus etwa 1580
Auf dem Kirchboden – weil die Wände der Kirche über die Gewölbe hinauswachsen – zeigen die Innenwände noch Arabesken u. andre Malereien. Also wahrscheinlich ein romanischer Bau, der abgebrochen und dem dann diese gothische Form, wahrscheinlich 1470 (1376 ist unwahrscheinlich und eine 70 ist am Restaurations Pfeiler deutlich zu lesen) gegeben wurde.
Schluß

Der Hauptreiz bleiben doch immer die Erinnerungen an die Quitzow Zeit und die Zerstörung des Schlosses. Zunächst scheint nichts da; forscht man aber so findet man eine Menge Dinge, die das Bild wieder beleben.
  • a. Hundert Ruthen vom Schloß, im Wiesikeschen Küchengarten, war vor wenigen Jahrzehnten noch die Schanze von wo aus die Faule Grete schoß. Zu Loeseke’s Zeit war noch viel. Jetzt ist es abgetragen, aber die Stelle ist noch bekannt.
  • b. Die Kirche. Das Kirchenschiff, wo Johannes im Bock saß, ist noch da. Die Wände sind übertüncht und die Gewölbe sind später, kriecht man aber durch das Loch auf den Kirchenboden und leuchtet umher, so sieht man noch die Malereien aus der romanischen Zeit der Kirche her, die damals auf ihn herabsahen. Vielleicht das Aechteste und Erhaltenste noch aus jener Zeit.
  • c. Nun in den Park. Hier ziehen sich noch, jetzt als Parkornament, die Wallgräben-Reste; dann kommt
  • d. der Schloßberg, der noch deutlich die Burgform zeigt. An und in diesem Berg steckten noch Fundamente von Schloß und Thurm. Letztrer hielt sich ganz und gar bis 1725 (so ohngefähr). Noch später, unter Loesecke, hatte es Erdgeschoß und Souterrain. Jetzt ist das Erdgeschoß fort, aber das Sousterrain, in dem die beiden Ritter etc. steckten, ist noch da.
  • e. Am schönsten ist es aber doch am Rand des Sees, wo Weidicht und Rohr abwechseln. Besser: hoch das Rohr steht. Es ist wie zu Johann v. Quitzows Tagen. Hier sitzen im Abendschein. Dann rauscht und raschelt es. Man horcht auf und fröstelt, als führe Quitzow heraus.

  • 1. Forsetzung des Gesprächs.
  • 2. Eintritt in die Kirche
  • 3. Bis an den Altar.
  • 4. Will sich in den Majorsstuhl setzen.
  • 5. Nicht da, gnädger Herr. Er sah ihn an. Das ist der Majorsstuhl. „Was bedeutet es?“ Da hat seit Anno 59 keiner gesessen. Da legte sie den Major hin und die Gemalin x---x, die ihn gelegen hatte. „Kinder, ich will sterben“ sagte er und riß sich die Bande ab. Das war Anno 59 als sie von X---x kamen. Ich weiß es, als ob es gestern gewesen wäre. Es war den 12. August und der Tag drauf war mein Geburtstag.
Die Beichtstuhl daneben war geschlossen, aber an der Vorderwand lief eine Band hin, saßen. Darauf setzten sie sich jetzt und hatten nun die Bahre, drauf der Sarg stand, nur schrittbreit vor sich. Als sie sich ausgeruht hatten, sagte Ladalinski: Nun Papa wollen wir den Deckel abnehmen.

Noch nicht, gnädger Herr. Sie müssen Ihren Sohn doch sehen können. Ein lieber junger Herr. Es ist erst drei, vier Tage, ja letzten Sontag war es, da hab ich ihn hier eingeschlossen. Mit Marie Kniehase. Das war ein Angst. neben dem x---x da stand er hier und als ich nach einer Viertelstunde wiederkam Und das liebe Blut. Das hatt damals so rothe Backen; aber die Marie, die war noch röther. Ich will erst die Lichter anstecken gnädger Herr.

Damit ging er auf den Altar zu, nahm die großen Wachslichter von den großen Messingleuchten und setzte sie wieder auf. Erst wollten sie nicht brennen und es schien, daß sie wieder verlöschen wollten, aber zuletzte brannten sie ganz hell und nun zog der Alte die Bahrdecke fort, die über den Sarg gelegt worden war. „Nun, gnädger Herr, wollen wir abheben.“

Der Alte erhob sich und ging auf den Sarg zu. Als er an der einen Schmalseite stand, fragte er: Steh ich zu Häupten oder zu Füßen.

Zu Häupten.
Ich will lieber zu Füßen stehn.

So wechselten sie die Plätze und hoben den Deckel ab. Der alte Ladalinski schloß die Augen. Erst als sie den Deckel niedergelegtbei Seite hatten, sah er auch den Sohn. Er war ruhiger, als er gedacht hatte. Was war es? Er war todt. Im Innersten müde herrschte nun ein Gefühl in ihm vor „daß ich an Deiner Stelle wäre.“ Das Leben erschien ihm so arm, der Tod so reich, so begehrenswerth. Und je mehr er sein Auge auf dem Nur Gutes. X---x Erlösung. Bis zuletzt tief in seine Seele, daß es nichts Schreckliches sei. Todten ruhn ließ, desto mehr klang es in seiner Seele „die Ruh ist wohl das Beste.“ Die schönen Züge des Sohns, waren schöner als im Leben; der Zauber des Friedens, der Verklärung war darüber ausgegossen.
Er betete, für den Todten, für sich; dann schwieg er eine Weile, in der alles wie Traum ihn umwogte und dann sagte er: nu Papa, wollen wir wieder schließen.“

Des war er bereit und sie hoben den Deckel wieder und schlossen den Sarg. Auch die Bahrdecke legten sie wieder drüber. Erst Als die Decke wieder lag, wurde dem Geheimrath es fühlbar, wie kahl das alles war und das alte katholische Gefühl, das sich in Kathinka und zuletzt auch in Tubal geregt hatte, es regte sich jetzt auch in ihm.

Er sieht so kahl aus, Papa. Ich möchte das Crucifix nehmen und auf die Decke legen.

Nicht doch, nicht doch, gnädger Herr. Das ist so recht was für ein Crucifix. Dafür ist er ja gestorben, daß ers den Todten leicht macht und daß sie was von ihm haben und die Lebendigen auch.

Kleine Unterbrechung. Das ist noch kein halbes Dutzend Jahr, oder so herum, Anno sechs als die Franzosen kamen, da hab ichs auch vom Altar genommen und nahm es mit nach Haus um es zu verstecken, dann da war die Löffelgarde und die X---x und auch die andern. Es war ihm nicht recht zu trauen. Und da sagt’ ich zu meiner Frau: Frau wo stecken wirs hin. Da sagte sie: „steck es in den Bettsack“. Aber das wollt ich nicht; ich wollte nicht mit meinem Leibe auf dem Heiland ruhn und ich steckt es in das Kopfkissen. Das war nicht so despektirlich. Aber es war auch nicht das Rechte und ich hatte keinen Schlaf und es war mir die ganze Nacht, als drück ich auf die Wunde meines Heilands und als thät ich ihm weh und hört ihn wimmern. Da stand ich auf und nahm es heraus und hing es an den Spiegelpfeiler. „Mutter“ sagt’ ich „er wird sich schon selber schützen und wenn das X---x auch in Kirche einbricht, bei mir armen Küster suchen sie nicht und wenn sie kommen, wird sich der Gekreuzigte schon zu schützen wissen. Denn auch in seinem Bilde thut er noch Wunder, das haben wir hier herum erlebt. kahl. An der Lang-Wand aber, wo der Treppenplatz ist, ist alles Epheu und Aristolochia.

In seiner Stube einige Freilandbilder, rechts Hahnemann, rechtwinklig Schopenhauer. Kleine Landschaften aus dem Klödenschen Nachlaß. im Bilde nicht Denn wir haben es hier herum erlebt, es läßt sich nicht spotten. Auch
Haus und Park Wiesike.
Acazie, Esche, junge Eiche, Ahorn, Platane. Dazu Weidengebüsch aller Art.

Man fährt in eine kleine Linden- und Nußbaum-Allee hinein und hält vor dem Giebel des Hauses. Dieser Giebel ist massiv, abgeputzt,
Gebäudeaufriss; Villa Wiesike (heute: auf dem Margaretenhof bei Plaue), Haus WiesikeVillaWiesike(heute:aufdemMargaretenhofbeiPlaue)HausWiesikePlaue (Havel) (heute: eingemeindet in Brandenburg an der Havel), Rittergut Plaue, PlauerhofFrontansicht der Villa Wiesike in Plaue.
Schloß.
Alles hoch unterkellert; meist wohl aus der Goerne Zeit. Aber an einigen Stellen schiebt sich uraltes wüstes Gemäuer, fast wie Fels, in die Regelmäßigkeit dieser Fundament-Bauten hinein. Eine solche Stelle ist die, die für den Kerker des Herzogs von Mecklenburg gilt. Etwa 9 oder 10 Fuß hoch 9 bis 10 Fuß lang, 6 bis 7 Fuß breit. Dieses Kellerstück liegt nach hinten raus, ohngefähr da wo das mittlere Corps de logis aufhört. Hier stand vielleicht der Thurm. Vielleicht auch da, wo jetzt die Brauerei-Gebäude anfangen. Dort fand man viel Menschengebein. Doch kann das einfach eine Burg-Begräbnisstätte gewesen sein.
  • 2. Wie hängt es mit den Wandmalereien (eine Art trias) zusammen, der oberhalb der Gewölbe, auf dem Kirchenboden sichtbar ist? und zwar oberhalb des hohen Chors (Altartheil) überall gut und deutlich, oberhalb des Theils mit den drei Pfeilern nur ganz schwach, so daß es fraglich bleibt, ob hier überhaupt etwas war.

    Ich vermuthe nun so:
  • a. das Altarstück der Kirche ist der älteste Theil, mit wohlerhaltenen Malereien. Romanisch
  • b. 1250 oder so herum wurde die Kirche erweitert. Aber auch romanisch. Man setzte den Fries fort, aber schlecht.
  • c. 1370 oder 1480 gothisirte man das Ganze, legte die Gewölbe etwas niedriger und gab nun erst die Mittelpfeiler, während man sie in dem Chorstück wegließ.
Die Malereien sind über dem Theil der Kirche, die den Altar enthält. Ich halte diesen Theil für den älteren, von den muthmaßlich 1470 (die 70 ist an demeinen Pfeiler zu lesen; der andre nicht,) der Theil, der jetzt in der Mitte die 3 Pfeiler hat angebaut wurde. Der Anbau von 1710 ist irrelevant und kommt gar nicht in Betracht.
Gebäudegrundriss; KircheKirchePlaue (Havel) (heute: eingemeindet in Brandenburg an der Havel), Rittergut Plaue, PlauerhofKirche in Plaue.
Gebäudegrundriss; KircheKirchePlaue (Havel) (heute: eingemeindet in Brandenburg an der Havel), Rittergut Plaue, PlauerhofKirche in Plaue.
Die Fragen, die sich aufdrängen sind die folgenden: 1. Welcher Theil ist der ältere?
Vorderansicht Ornament; KircheKirchePlaue (Havel) (heute: eingemeindet in Brandenburg an der Havel), Rittergut Plaue, PlauerhofRomanische Ornamentbänder auf dem Dachboden der Plauener Pfarrkirche.
Auf weißem Grunde grüne 2 Finger breite Voluten; alles andre ziegelrothe fingerbreite Linien. Die Dreiecke roth.
Vorderansicht Ornament; KircheKirchePlaue (Havel) (heute: eingemeindet in Brandenburg an der Havel), Rittergut Plaue, PlauerhofRomanische Ornamentbänder auf dem Dachboden der Plauener Pfarrkirche.
Kirche
Gebäudegrundriss; KircheKirchePlaue (Havel) (heute: eingemeindet in Brandenburg an der Havel), Rittergut Plaue, PlauerhofKirche in Plaue.
Der alte Theil war muthmaßlich eine romanische Kapelle so (vielleicht 1270)
Gebäudegrundriss; KircheKirchePlaue (Havel) (heute: eingemeindet in Brandenburg an der Havel), Rittergut Plaue, PlauerhofKirche in Plaue.
Dann kam der Anbau der alles gothisch machte, So
Gebäudegrundriss; KircheKirchePlaue (Havel) (heute: eingemeindet in Brandenburg an der Havel), Rittergut Plaue, PlauerhofKirche in Plaue.
vielleicht 1370 oder auch 1470
Nicht ermittelt.


Zuletzt erhielt die Kirche, um einen herrschaftlichen Chor herzustellen noch eine Verbreiterung, so daß an dieser Stelle die Wand vorrückt und dem entsprechend auch das Dach. So:
Gebäudeaufriss; KircheKirchePlaue (Havel) (heute: eingemeindet in Brandenburg an der Havel), Rittergut Plaue, PlauerhofKirche in Plaue.
Wahrscheinlich 1710
Unzeitgemäße Betrachtungen von
Doktor
Dr
Friedrich Nietzsche
Ordentlicher
Ord.
Prof. der classischen Philologie an der Universität Basel. Ferner (selbstständig): „Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik.“ von
Friedrich
Fr.
Nietzsche
. etc.
Leipzig
Leipz
1872
Hahnemann.
1829, nachdem er vorher das „Organon“ gelesen, lernte
Wiesike
W:
dann Hahnemann kennen. Erst briefliche Anfragen (immer ein Louisdor) dann Besuch in Köthen, dann wieder Briefwechsel.

Sehr bald begann
Wiesike
W.
auf Hahnemanns Anrathen das Practiciren. Er schaffte sich ein
homöopathische
homöpath.
Apotheke an. 1831 auf der Höhe. Mitunter während der Cholera-Zeit 30 Patienten des Morgens um 6 Uhr vor seiner Thür. So blieb es; namentlich bei Epidemieen. Das ging 15 Jahre lang. Dann wurde es ihm verboten, weil Apotheker und Doktoren gleichmäßig darunter litten. Die ganze Gegend ist aber stark homöopathisch geblieben bis diesen Tag. Noch vor Kurzem traten in dem kleinen Ort Plaue 22 Familien zusammen, die gegen ein bestimmtes Honorar einen Brandenburger Homöopathischen Arzt veranlaßten allwöchentlich einen Tag so zu sagen offenen Rath in Plaue zu ertheilen. Die ganze Gegend, Vornehm und Gering, nimmt daran Theil.

Schopenhauer
Schon 1851 oder 52 las er die Parerga. 1853 die Lindner’schen Aufsätze in der Vossin. Nun schaffte er sich das große Werk an. 1855 von Soden aus erster Besuch bei Schopenhauer in Frankfurt; Diese Besuche werden 1856, 57 und 58 von Soden aus wiederholt, nachdem schon im Frühjahr 1858 zum 70 jährigen Geburtstage der Silberpokal geschenkt worden war. Dann hörten die Besuche auf. 1860 (?) stirbt Schopenhauer. 1861 kauft Wiesike den Becher, der 100
Reichstaler
gekostet, für 100 Gulden von der Wirthin zurück; eine Masse Schopen hauersche Manuskripte erhält er mit in den Kauf
1823 wird die Plauerhofer Ziegelei gekauft, das Lokal (wenn auch ein andresHaus) das er noch jetzt bewohnt. Nun Ziegelei-Betrieb.

1829 brennt das Haus ab. Das jetzige ward 1830 und 31 aufgeführt. 1832 zieht er ein, nachdem er sich im selben Jahre verheirathet hat.
1835 nimmt er Plauerhof“ vom Brandenburger Magistrat in Erbpacht. Etwa 1845 löst er den Canon von 800
Reichstaler
mit 20,000
Reichstaler
ab. 1849 wird er, in Folge der neuen Gesetzgebung, völlig freier Eigenthümer. 1853 verpachtet er es an seinen Neffen; 1873 wird es Besitz dieses Neffen. Ihm bleibt nur die Ziegelei als Alten-Theil.

Wie kam nun „Plauerhof“ an die Stadt Brandenburg? Dies ganze Terrain, am Südufer (??) der Havel gehörte mit zum Rittergut Plaue, das im vorigen Jahrhundert einem Grafen von Anhalt gehörte. Dieser brauchte Geld. Friedrich der Große, der ewig Gerechtigkeit übende Landesvater, befahl der Stadt Brandenburg Plauerhof“ für die Summe von 45,000
Reichstaler
zu kaufen, und diese Summe an Graf Anhalt auszuzahlen.
1 798 geboren Klippschule, Höhere Bürgerschule der Altstadt. Zieg in einer untren Klasse. Neustadt hatte ein Gymnasium, Rektor, Prorektor, Conrektor. Subrektor. Conrektor Procks. Geizhalz. Kaufte seine Sachen auf dem Trödel. „Herr Conrektor Sie haben ja einen Rock an.“ Hatte 11,000
Reichstaler
gekostet, großentheils in blanken Sechsern. In der Klippschule war ein Unter In den 20er oder 30er Jahren (?) wurde auch der Roland von der Alt-stadt in offizier aus dem 7 jährigen Kriege Lehrer, zum Theil auf Geschenke angewiesen. Hier war er längere Zeit Primus omnium.
1816 trat er in das Geschäft des Vaters, Materialgeschäft, Essigfabrik
et cetera
etc
und war hier Lehrling und Prinzipal zugleich. Er lernte und war doch auch wieder der erste.
1820–21 Pionier-Freiwilliger in Magdeburg.
1821–23 höherer Commis im Hageschen Geschäft in Berlin. die Neustadt gebracht, durch nächtlichen Diebstahl. Der allgemeine Eintritt ist nicht gestattet.
Ein Wohnung zu vermiethen
Numero
No
32 12 (Ein Fremder hat mitBlei hinzugeschrieben: x---x 9.
Nicht ermittelt.
Wiesike. Schicken: Nein, Ladalinski, das geb ich Ihnen (und was daran einKirchenraub ist, das sieht auch vor Gott
und
u
Menschenx---x zu kurz. Mein Großvater x---x x---x X---x Kirche und ich werd ein neues stiften – X---x Sies. Sie haben mir schon X---x gegeben und alles was ich Ihnen wieder geben kann ist dieses Kreuz. Ah, Ladalinski, ich hab es auch getragen.

Gallerie Schack.

Philipp Christoph Graf Königsmarck.Hans Karl Graf von Königsmarck.In der Sammlung Schack in München befinden sich drei Gemälde, die eine Villa umgeben von Zypressen zeigen. Es ist somit nicht möglich, die von Fontane aufgelisteten Villen eindeutig zu unterscheiden.Die Auflistungen der Gemälde in der Schack-Galerie in München entstanden sehr wahrscheinlich während bzw. kurz nach dem Museumsbesuch am 27. August 1875; vgl. Chronik, Bd. 3, (S. 1988)