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<Schreiberhand Friedrich Fontane>
  • Theater 1881
    (Magdalene – Meeres-u. d.der Liebe Welle

    Ein Kind des Glückes
    LeibarztLeibarzt – auch a
    Schluſs noch Theater?
<Schreiberhand Theodor Fontane>
Richtig: „Der Hausarzt“. Friedrich Fontane verwechselt hier offenbar die beiden, von Fontane besprochenen Stücke, die in einer Saison kurz nacheinander gespielt wurden: Leopold Günters „Der Leibarzt“ (Aufführung am 19. April 1881) und Gustav von Mosers „Der Hausarzt“ (Aufführung am 1. Juni 1881).

Hausſegen

Wo Glaube, da LiebeWo Liebe, da FriedenWo Frieden, da SegenWo Segen, da Gott Und wo Gott iſt keine Noth

Befiehl dem HerrnBefiehl dem HerrDeine Wege unhoffe auf ihn, Ewirds wohl machenDenn der Tod iſtDenn der Tod iſder Sünde Sold, abedie Gnade Gottes iſdas ewige Lebein Chriſto Jeſunſrem HerrnEp.Epistel an die Röme6. Vers 23

Magdalena.

Akt I.

Was iſt emit dem 20. September
Die Barkany ſchwachfalſch betont, abenicht übel aSchluß ihrer 1. großeScene mit deFrieb
Hellmuth-Brägut. Die Friegut. Der Gegenſatgut
Es iſt alles 1ein bischen trivial, aber nichohne Wirkung gut gebackneEierkuchen

Meeres und der LiebeMeeres und der Liebe.WelleDas Zwiegeſpräczwiſchen Berndal unMeyer vorzüglichwo ſie das Glüc

ihres Lebens, ihre Tempelſtille beſchreibt,– ſihat Liebe und Zerſtreuungenug
Es iſt mancheFremde dran, abees iſt doch ſchön. Schlaim geiſtigen Inhalt unſchön waren die meiſteGrillparzerſchen Dichtungeals Bild. Das iſſehr wichtig, weies für den, der folgtdie Wirkung ſteigert undem der nicht folgt

„,„welche diTochter der Baronigerettet hat.
Ein gezähmteRochester
„.. jemals eiMann zu werden.
Die Schlußliebes-ſcen langweilig
Keibel.

Akt II.

Hübſch arrangirmit Hülfe voSchräglinie
Die beideProfeſſoren gut
Im 2. Akt iſſie (die Barkanyſehr reizend in deErſcheinung, ſo ſehrdaß man vieledarüber vergeſſekannaber es reicht 1doch ſchließlich nichaus
einen hübſchen Erfolg füden Inhalt bietet
Herr Müller ſehr gut zBeginn des 2. Akts, aler humoriſtiſch die Ereigniſſrecapitulirt, er ſpielt ealles richtig, nur ein bischenatürlicher Humor fehlt
So reizend die Meyein der großen Scene des 2.Akt iſt, ſo wenig iſt eLudwig. Allerdings iſt eſehr ſchwer
Die ganze Scene hat etwaUnwahrſcheinliches und iſt abeungriechiſch gedacht. Trotzdeſie geſtern noch frei war

Akt III.

Die ſchwache Parthiiſt der 2. Akt ſowohpſychologiſch⸗inhaltlicin der Haltung Herodie doch nur prieſterlicwirkt und aucwenig glücklich undalBild: Müller zgelb und Ludwig zſchwarz. Er iſt zſchwer zu ſpielen
Der 3. Akt ſetzt gleicwunderbar ein, überhaupt alles Dialogiſchzwiſchen Berndal unMeyer ſehr ſchön
Eine ſonderbarHolzthür in dem Thurm„Beſeh ich mir den Ortwie weit, wie leer– über die Thür leuchtet ſie glücklich hin
Ein Liebesverhältnix---xmit naſſen Locken unnaſſem Kleid kanich mir nicht denkenweil es häßlich unlächerlich zugleich iſt
Die Liebesſcene brillangeſpielt
Der 3. Akt iſt ſchöin jedem Betracht, in Inhalt, Wahrheit, SpielEs iſt auch ein Unterſchiedhier in Einſamkeit und Stilleſtehen ſie Menſch zMenſch, am Tage iHain ſtehen ſie Prieſterizu Liebhaber. Das macheinen großen Unterſchied

Akt IV.

Wunderſchön iſiſt die Schilderung derKrauſevon der Nacht, wieſtill und lauſchig war undoch huſchig und laut unbewegt – wundervoll. Emuß dies auch abſonderlicgeſprochen werden, abedas Pathos iſt nicht darichtige, zu keuſch; efehlt was drin
Die Scene bei Hero’Auftreten, wo ſie voLeda ſpricht und ſpricht alob ihr alles gleich wäriſt wundervoll und dahöchſte Ideal großekommt er von Tiefnicht weiter
Die 2. Scene des III.Akt wie er midem Schwert herauskommteigentlich lächerlich
Die 3. Scene zwiſcheBerndal und Meyewie der Abend hereinbricht und ſie diBriefe holen ſollwunderſchön
Was dann kommiſt ein bischen zlang und ſchwächt daIntereſſe ſehr abJa, dieſe 3. (Schluß)Scene des 4. Akt iſzu lang und alles ztief und düſter gehalte– es geht alles imNacht⸗ und Kellergrunumher, wird unverſtändlich und wirkungslos

Akt V.

Ich? Verſchweigen
Ich? mein GlückWundervoll dieſStelle, – wiewohl ſinicht Kraft genu

Sie iſt umiVerdacht eineſtarken Techtelmechtel– ſolche nimmman nicht zuErzieherin

Es iſt ja alleſehr unbedeutenmit Gretelaber ſie ſpielt 1es ganz allerliebſt

Mehr Frl. v.Hage nun künftigHofdame a
Großherzoglichen
Großherzogl.
Hofeals Erzieherin

Hübſch und ſchauſpieleriſche Routine, aber nichtweiter.
Wenn mamit Hausſchlüſſeln 1ſo ſchlimme Erfahrungehabt gemachhat, ſo ſolltmans nichzum 2. Malthun

Akt III.

„Das war nichwohlgethan, danicht, Magdalena“nein, es war 1nicht wohlgethan

Es waeinmal eiKönig
Der hatte Gott ſei Daneinen treueDiener

Alle Puppemüſſen tanzen


Was heißt 1DiskretionGeheimnißSchwur in ſolchefrappanteFällen ſagman: „diSache verhälſich ſo“ geſchieht danicht, ſo habewir einVerſchrobenheit. 1Solche Verſchrobenheitegiebt es unwerden iLeben tolerirtauf der BühnSind ſie unacceptabelEs iſt alles gangewöhnlich unman ſtauntdaß von einem 2Berliner Publikum ſo waGewöhnlichesund zugleich Geſchraubtes hingenommen wirdAber auf Sentimentalität wirimmer ’reingefallen
Erste Strophe.
Erſt ein LeibarztErſt ein Leibarzt in de

Ein Kind desEin Kind des.Glücks 2

Akt I.

Oberländer gut (franzöſiſch
Müller daGegentheil
Scene 2. Die Pensionsmädchen ganAſchenbrödel, ganunfranzöſiſch. DiConrad rechgut

Akt II

„Einſam als Denkſtein audem DenkſteinGrabihres Hauſes.
„Was ſoll daalles heißen?ſagt die Stollberg
Sie hat daſſelbKleid an undoch wird daBillet gefunden.
Sie ſagen ſicdoch alle ſehbrutale, und 2ſehr mäßigSachen. Außerdem iſt edoch hier ider großen Scenfurchtbar geſchraubtWenn ich verſtoßen werdeſoll, ſag ich ewas los iſ
eingreifen.eingreifen. 2
Das iſein Einſetzewie Macbetwie Learalle brillanaber immer ader Kippe
Die Stollberbrillant
Die Schwartin den erſteLauteſehr gut. 2
Iſt das Größtvon Theaterwirkunwas ich jgeſehn und midurchaus erlaubten Mitteln

Akt I.

Akt I.

„Die ſeligeBrüderlein“ – diGeſchichte nachleſen
Schöne Scenzwiſchen Keßleu. Schwartz
Die in daWetter hineingebrüllte Liebesgeſchichte, daLiebes-Selbſtgeſpräch unter Gebrüldanur zu viel
Und nuwieder ein hereingetragenes Frauenzimmer – dieſWiederholung iſder zweitFehler. DiGeſchichte mitdem Geie iſauch mißlich.|Derder immeſo wie defürſtliche Pudeſo an der Peripherie ’rumläuft
Der Toder PinſchgauereiPinſchgauereſehr komiſch zu unächt
Das ſchlechtSpiel hier deHaacke ſtörſehr
Es iſt allerdings miallen Chikanen nun auch nocGeſang
Die Schwartbrillant

Akt II.

Die Schilderunvon Joſeph undem Stiewundervolrezipvorgetragenaber es iſt doczu viel voHeldenthum; hier wirktvorzugsweidas brillantSpiel
dafühat
Die Haackreicht nicht auund ſchädigt ſehdesen Effektdadurch.
Hier großeBeifall, diSchwartz vortrefflich, abeAfra zu unbedeutend

2. Scene.

Große Scenzwiſchen Kahlu. Schwartbrillant

Schwartvorzüglich ider Scenemit demHochzeits-bitte
Der Ausdrucihres Jubelbrillant. 3
Schlußſcenwundervoll

Akt III.

Immer wenwas los iſoder knalllt odedergleichen, iſimmer Joſepda
Die Nacht-ſcen paßmehr füBeſchreibunals Drama

Es iſt nichunnatürlich, ſie darf ſagetödtet ihnaber der andrdarf es nichthun. Eiſt pſychologiſcnicht unrichtigaber es iſt 3doch einfaczu viel unſtreift diKarrikaturEs iſt ſtarkeToback

Akt IV.

Warum „Afra“Dies iſt eins voden UebertrumpfenHillern gerufen„Wenn ich 3ihn habe x---xx---x laſſeetcet cetera etcet cetera“ brillant
Die Herz⸗ unEiferſuchts⸗Quälerei iſt zviel
Die ganzScene zwiſchen den2 Weiber iſnicht ſehr gut
Der Schluß vodeSchwartz brillant 3geſpielt

Akt V.

Das BilAnfangs wigeſucht; abees iſt aucrichtig unwahr unſchön
Das Verhältniß zu Afriſt etwas düſterDie Löſung mit 4der „Schweſteriſt etwas bequem, abeauch richtig
Und in derſelbeNacht, wo eſeine Lieb’ erklären will, dſchießt ihn denieder
Die HohnGeſchicht muſie ihm nicht 4erzählen, ekennt ſie unwir kenneſie, – all damuß ganz kurſein und ſie munur ihre Thabekennen noch viel

Fünf Beobachteeiner SchlußLiebesſceneEs wirkdieſe Schlußſcengrenzenlounwahr, ſolche Internverhandelman nichin conspectomniumEr hat imme„gearbeitet.Der dar

„Mein liebeEdmund
„Herein,Das iſt ſehniedlich; abedoch wenig

Akt IV

Alles ahoc, immeauf die einzelnScene hin
Die Verhältniſſe ſind allſo complicirtdaß ſie unklaund unverſtändlicwirken, mafindet ſich nichdrin zurecht
Es iſt docalles Plunderhin und hezerrt ſich’spoſſenhaft ohnPoſſe zu ſein
„Herr Markhofiſt nichts aldas leere Futteraeines Gentlemans.“ ſagLudwig
Wie ſie „Bär„Bär“ ruft iſt ſie in ihreCoquetterie ganFrl. v. Korſa-ko„Eine Da haben ſie eine Deformatioder Liebe ſtargenug eineOchſen ztödten“, ſagtdie Barkany
„KommeSie oft, rechoft.

Akt III

Scene zwiſcheBerndal unKeßler gugeſpielt unauch gugearbeitet
Nur verſteh icdie Korsakow-Sach nicht. Waruſoll er dendas Geld nichin „Friedrichshütte“ anlegenda, glaub ichnoch nichfeſtſtand, daFriedrichshüttnichts werth ſei
Die Scenzwiſchen LiedtckeAbich. Frieb recht ſchwach
Dann Ludwiund BarkanyImmer wiededas Dorf. etc

„Geachtet hab icſie ſtets, ja, ſiübten eineZwang aumich aus..Mit ihrer Heiterkeit war enicht weit heraber kommeſie als ältreBruder.
Die ganze Liebes-ſcen iſt ijeder Beziehunſchwach, ſie iſnicht leidenſchaftlichnicht graziösnicht witzignicht wahr
„O Schneider iDorf aFrühlingstag.... } lächerlich

„Ich werdarbeiten“ – wirkunglaublich

Wenn ſie hör„ich bin arm“, ſhat ſie noch dafükein Recht, gleicaus dem Hauſe wegzugehn
Sie muß bleiben und wenſie nicht bleibewill, ſo hat ekein Recht iheinen ſolchespeech zhalten „alältrer Bruder.

Sie entſchuldigeſich, ſich gegenſeitinicht erkannt zhaben und ſie habeguten Grund dazu

„Er liebt michtrotzdem ich ihndas Märchen eineArmuth erzählhabeKriemhildKriemhild weißwas der Mördegethan, ſie ſuches nicht erſt zerfahren; jedenfallaber könne ſie danach der Sargſzene nichzu Etzel ziehn

Die „Barkanywieder iToiletten⸗Ueberglanz.

Liedtcke: Geſchichtder Renaiſſance

Markoff paßzu Korsakow

Berndal vorzüglich; auch diRolle iſt nichübel

Hübſche Scenzwiſchen Banquieund Gemahlin

Er „doktertihretwegeund doch ſtörihr Wiederſehihm die Arbeitsluſt, – emüßtſie ſteigernGoethePhiole, großScene des 1.Akt. Blaudas Eiſefließt, danhämmert er’sEs iſt nichwirkungslos, abealles komiſchgroß patſchig

Akt II

Ich habe midie Korsakoreicher gedachtEine Eiſengrube

Akt I.

Der Ofender blauSchein
Sie müſſeſich in fünJahren merkwürdiverändert habeund beide. Icerkenne deMenſchen nac30 Jahren wiedeund finde dandaß ſie ſicgar nichveränderhaben
Exzerpt aus Psalm 37,5.Exzerpt aus Römer 6, Vers 23.Fontanes Notizen zu A. Weimars „Magdalena“ entstanden während der Theateraufführung am 14. Mai 1881. Die Kritik erschien am 17. Mai 1881 in der Vossischen Zeitung (Nr. 225); vgl. Bibliographie, Bd. 1, Nr. 3802.Fontanes Notizen zu Franz Grillparzers „Des Meeres und der Liebe Wellen“ entstanden während der Theateraufführung am 12. Oktober 1881. Die Kritik erschien am 14. Oktober 1881 in der Vossischen Zeitung (Nr. 479); vgl. Bibliographie, Bd. 1, Nr. 3819.Fontanes Notizen zu Gustav von Mosers „Der Leibarzt“ entstanden während der Theateraufführung am 1. Juni 1881. Die Nachtkritik erschien am 2. Juni 1881 in der Vossischen Zeitung (Nr. 251); vgl. Bibliographie, Bd. 1, Nr. 3805, die Kritik am 3. Juni 1881 in der Vossischen Zeitung (Nr. 253); vgl. Bibliographie, Bd. 1, Nr. 3806.Am 19. April 1881, also nur wenige Wochen zuvor, wurde Leopold Günthers „Der Leibarzt“ gespielt; Fontane hatte das Stück am 21. April 2881 in der Vossischen Zeitung (Nr. 183) besprochen; vgl. Bibliographie, Bd. 1, Nr. 3794. Das erklärt auch, warum Friedrich Fontane im Inhaltsverzeichnis das falsche Stück („Der Leibarzt“ statt „Der Hausarzt“) notierte.Der handschriftliche Befund ist hier noch unklar und noch nicht endgültig in der Codierung festgelegt; ggf. hat Fontane diese Zeile durchgestrichen.Fontanes Notizen zu Charlotte Birch-Pfeiffers „Ein Kind des Glücks“ entstanden während der Theateraufführung am 11. Juni 1881. Die Kritik erschien am 14. Juni 1881 in der Vossischen Zeitung (Nr. 269); vgl. Bibliographie, Bd. 1, Nr. 3807.Fontanes Notizen zu Wilhelmine von Hillerns „Die Geier-Wally“, deren Anfang nicht überliefert ist, entstanden während der Theateraufführung am 8. Oktober 1881. Die Kritik erschien am 11. Oktober 1881 in der Vossischen Zeitung (Nr. 473); vgl. Bibliographie, Bd. 1, Nr. 3818.Fontanes Notizen zu Adolf Wilbrandts „Kriemhild“ entstanden während der Theateraufführung am 6. Januar 1872: „Am Abend ins Theater: Wilbrandts ‚Kriemhild‘, alles vortrefflich, brillant componirt, geistvoll im Dialog, reich an guten und wirkungsvollen Scenen, aber doch todt und beinah langweilig, namentlich der 2. Akt; der 3. Akt (au fond vielleicht noch schlimmer) macht wenigstens so viel äußerlichen Lärm, daß man zu keiner Langenweile kommen kann“; vgl. GBA–Tagebücher, Bd. 2, S. 248. Zu einer Ausfertigung und Publikation der Theaterkritik ist es jedoch aus gesundheitlichen Gründen nicht gekommen; vgl. Chronik, Bd. 3, S. 2439.Anspielung auf Goethes „Faust“: „Ich grüße dich, du einzige Phiole!“ („Faust I“, Vers 690), sowie: „Schon in der innersten Phiole / Erglüht es wie lebendige Kohle.“ („Faust II“, Vers 6824.)Fontanes Notizen zu Hugo Lubliners (Bürgers) „Gold und Eisen“ entstanden während der Theateraufführung am 20. September 1881. Die Kritik erschien am 22. September 1881 in der Vossischen Zeitung (Nr. 441); vgl. Bibliographie, Bd. 1, Nr. 3817.