nächste Seite

E5beta

1879.

<Schreiberhand Friedrich Fontane> <Schreiberhand Theodor Fontane>
WichtigVorarbeiten
17 Schritte lang.Zwei große Ge-wölbe. Jetztweiß, die Giebelroth, zweigroße breite Seiten-Fenster, eineben solches inFront, die Fenster-kreuze (d. h. Stäbe)kunstvoll geschnitzt.Lebens---sche 23 SpalteW. Lübke 23 SpalteRob. Koenig einehalbe Spalte weniger4 Zeilen.861161 56 Spaltealso1 23 Spaltegleich10
Reichstaler
.Das Ganze umetwa 14 Fußhoch. DerNebenraumauch gewölbt,das Frontfenstergeht auf dieHauptstraße.Kleine Eisen-furchen inden Wänden.In den Gärten
Situationsskizze (fiktional) zu „Grete Minde“.

wo sie zusammen-stehen Run-dungen mit
kleinen
kl.
LöwenGreifen undandrem Fabel-thier, damalsnatürlich allesbunt.
Ein Hof nicht lang,der zu beiden SeitenVorrathsfächer, Ställehatte. Unten standendie Wirthschaftsthiere,Kühe, Ziegen, Pferdeund andre Kofen.Hühnerstall. Hühnerauf dem Hof, Köchelofen.Die obere Etage derStallgebäude, sprangvor, hatte Schrägbalkendie es trugen undbildeten daruntereinen Gang. Nachhinten zu warein Eisengitter, schöngearbeitet, zierlichdünn, ein Pracht-stück der Schmiede-kunst mit Schildernund Emblemen undman sah durch diedünnen Stäbe hin-durch auf denGarten, der inBlumen schwamm,in der Mitte einalter Kirschbaum,an den SeitenHimbeerhecken undam äußersten Randnach hinten zu eineGeisblatt-Laube.
So stellt sich dasBild dem Auge dar,als die beiden Frauenoben in der Giebel-stube sitzen unddurch das offene Fenstermit kleiner Glasmalerei inHof und Garten nieder-sehn.Unter dem Ueber-bau der Stallgebäudestand ein Häcksel-lade, eine Feuer-tine, Wasser-butten, Hühner-körbe. Eine Katzelag in der Sonneund die Jungenwaren um dieAlte her.
Minde darf keinGeschäft haben; erhat ein halbes Ritter-(?)gut in Buch odersonst wo er lebt vonseinen Renten. Zer-nitz aber hat nochein Geschäft, aber einGroßgeschäft, nicht endetail. Die Vor-räthe waren ineinem Seitenspeicher.
Auf dem Hofeauch ein Tauben-haus, wie dasbei Krauses, odernoch besser einVorbau am Vor-bau, auf desselbengothische Spitzchen(Holz) die Tau-ben saßen. Einwundervolles Bild.
Die Dielehatte ganz einenvornehmen Anstrich.Oben Balken-logen, die mitSchnitzwerk nachunten hingen;an den Wändenhin hohe geschnitzte Schränke undan den vorderstenBalken, der Thürzunächst, nistetenSchwalben, also vorndie Schwalbennester.Die Hausthür standoffen und dieSchwalben flogenaus und ein.Alles ein Bilddes Friedens, desGlückes.
Vier Steinstufen führtenhinauf, dann kameine ziemlich breite und tiefe Thür.Rechts und links vornsteinerne Sitzbänkein kleine Wandnischender Thür einge-mauert. GeorgiusCrullius 1543,Petrus Crullius 1542. Medaillon-portraits. DarüberEngelsgestalten; schützend,aber halb im Mauer-werk steckend.
Wenn man am „Eulenthurm“vorbei (früher wahrscheinlichJerichower-Thor alsBurg-Thor oderirgendsonstwie) indie Vorstadt kommt,die den Namen„Hünerdorf“führt, so gehtman eine kleineStrecke die Haus-dorfer Straßeentlang, dannbiegt man rechtsin eine kurze alte Straße ein,die „Schloß-Freiheit“heißt, früher vielleicht„Burgfrieden“ oderso was Aehnliches.Dann steigt manzur Burg hinan,die aus zweiHälften besteht,aus einer eigent-lichen und einerArt Vor-Burg.Also etwa so
Lageplan; BurgBurgTangermündeBurg Tangermünde. B.ACAmtshausabcD
Von dieser scharfenEcke aus erschließtsich einem einwundervolles Bild.Vor einem un-mittelbar und fastzu Füßen dieElbe, von der rechtenSeite her mündet„der Tanger“ ein.Drüben weiteWiesenflächen, amHorizonte Wald-linien, aus denenKirchthurmspitzenhoch hervorragen;am weitesten rechtsBuch, dann Jerichowmit Doppelthurmdann Fischbeck, tieferdahinter Kablitz, und dann Schönhausen. Mehrkann man nicht sehen.Dem scharfen Eckschräg gegenüber, amandern Elbufer,das Forsthaus.In den WiesenRohr, Weidicht,Heuschober, weidendesVieh; ein paarWindmühlen.Und am Uferlag das schwere Fähr-boot. Ziegen,Schaafe, Pferde-koppel.
Lageplan; TangermündeTangermuendeTangermünde. Stendaler ThorWiesenDer TangerWasserthorEulen-thurmSchloß-freiheitBurgHünerdorfDie Elbe

Die Stadtmauer ist nochjetzt mit einer Anzahl vonThürmen besetzt.
Auf der eigent-lichen Burg stehtjetzt nur dasverfallene Amts-haus (Blick auf denFluß) und die soge-nannte Kapelle.Auf dem Burghofdamals einigealte Linden. Und ein alter Nußbaum. Die Wandung desKegels, auf demdie Burganlage liegt,ist ummauert, mitPfeilern, undEpheu faßt es ein. Im Burggrabenjetzt Gartenbäumeetc. damals S---x-wasser etc.
Ich darf von derVor-Burg, so gutwie gar nicht sprechen.Es muß alles auf dereigentlichen Burg spielen.Die Kinder sitzen ander „scharfen Ecke“, dieden Blick auf das Gegenüberund dann rechts hinauf die Stadt hat.Dann gehen sie von der Rechtsfrontder Burg nachder Linksseite
Lageplan; BurgBurgTangermündeBurg Tangermünde. abBurg-Bau-lichkeitStadt
  • a. Scharfe Ecke, Blickauf Fluß und Stadtnach rechts hin;
  • b. Andre scharfe Ecke.Blick auf Flußund Wald, nachlinks hin. Wennsie vom Stadtwaldsprechen, müssen Sienach links hinübergehn. Von derLinks-Ecke aussieht man auch denhinteren Theil der Stadt,wo sich die jetzige „katho-lische“ Kirche befindetmit einem altenStorchennest drauf.
St. Stephan
Der Kinds Grab-mal in Stein (Hautrelief) 1603, 1604 und 1608 geboren, alle starben 1613 am 4., am 2. und am 12. September also wohl an einerSeuche. Sie sindfür mich wichtigdurch ihre Tracht,die also genauin eine Zeit fällt,Strümpfe bis zumKnie; kurze Schuhemit Bandschleife;weite luderhosevon reichem geblümtem odergepreßtem Sammt-stoff; Wamms, dasunter dem schmalenGürtel (Schmacht-riemen) noch 3 Fingerbreit, als eineArt Halb- oderbis zumKnie gehendViertel-Schooßehervorblickt
Grabmal; Epitaphien Familie AlbornEpitaphienFamilieAlbornSt. StephanDetail eines Grabmals aus St. Stephan in Tangermünde. a
  • a. ist aufgereiht(wie bei den Ulanen,aber viel schmaler,und trägt eine ReiheKnöpfe.)
  • Radmantel (wieein Kurrendejunge)mit kleinem Kragen,reich gefüttert und
bis zum Kniereichend. Gefaltetesteife Krause, wieMaria Stuart. DasHaar einfach, natür-lich, wie wirsjetzt tragen. DieHände gefaltet,so daß man dieSpitzen an denAermeln desWamses sieht.

Daneben ein Raths-herr aus derselbenZeit.
Alles ebenso.Die Kniehosen untenauch mit Schleifen.Der Hut ähnlichwie wir jetztdie Filz-hüte tragen
Ratsherrnhut.

mit Band-giftenbesetzt.Einen Degen ander Linken, Hand-schuhe in der Hand.Starker Kinnbartetwas zugespitzt undstarker Schnurr-bart. Haar krausnatürlich. Mantelmit Schnüren vornbesetzt
Ob er ein Wamsträgt oder einLederkoller odereinen Brustharnisch,ist nicht klar zusehn; es hat ganz dieForm eines Brust-harnischs, aber dieKnöpfe deutendarauf hin, daß esein dickes Wamssein muß.Es ist ein Albinund die 3 Kinderauch. Alborn.Das Wappen istintressant: einZiehbrunnen mitEimer.
Wappen; Alborn, Familie aus TangermündeAlbornFamilieausTangermuendeWappen der Familie Alborn.
Jungfer Lorenz [Votivbild]JungferLorenz[Votivbild]falseAnonym/nicht ermitteltVotivbild der Jungfer Lorenz.

Jungfrau Lorenz. Obenein Eisenreifen zwischenden Hirschgeweihenund einRing daran zumAufhängen.DreischiffigeKirche, auch dieSeitenschiffe breit,fast ebensobreitwie das Mittel-schiff. Alles schöngothisch gewölbt.Damals natürlichalles bunt, allesmit Bunt- Glasfenstern.Hinter dem hohenChor (der abernur sehr niedrig,zwei, drei Stufen)ein Chorumgang.Die ganze innereAusschmückung: Bilder,Kanzel, Altar, Bänke,Quasi-Chorstühle, –alles modern.
Neben demhohen Chor, im linkenSeitenschiff, (zeigtaus der linkenWand derKirche selbst nach außen hin(also auf denKirchenplatz hinaus)ein kleiner gothischerBau nach außenheraus (Z)
Gebäudegrundriss; St. StephanStATangermündeSt. Stephan in Tangermünde. Z

Dieser kleine An-bau, neben demlinken Stück desQuerschiffs, is wieeine Hoch-Logegebaut, so daßman von ihmaus, in Höhe von18 bis 20 Fußeinen Blick aufden hohen Chor undden Altar hat.
Der hohe Chorist 24 Schritt (gute)lang. Bis zumhohen Chor 60Schritt. Auf Auf jeder Seite9 mächtigePfeiler
Der Kirchplatzist nüchtern, leer,langweilig; diePhantasie hat hieralles zu thun.Hinterseite einesBäckerhauses, dessenHof hier (auf denPlatz) mündet. Hierwurde leichtesFichtenholz zumBacken abgeladen.Er selbst war be-schäftigt und eineMagd; ein Hahn undein paar Hühnerwaren aus demHof herausgekommenund genossen derKirchplatz-Freiheit,und kakelten undkrähten.

Zwei langeStraßen führendurch die Stadtdurch, parallel mitdem Tanger-fluß.
Lageplan; TangermündeTangermuendeTangermünde. TangerElbeStendalThorEulenthurm,Jerichow-Seite(nicht rich-tig;Jerichowliegtdrüben

Die Hauptstraßeheißt jetzt die„Lange-Straße“,die damit parallel-laufende, ebensogroß und fast hübschheißt die „Kirch-Straße“. In derMitte zwischenbeiden liegt derMarktplatz, mitdem Rathhause,so daß die LangeStraße von einer Seite desPlatzes hinläuft, dieKirch-Straße an derandern.
Gebäudegrundriss; RathausRathausTangermündeRathaus Tangermünde.

Ein acht-eckigergothischerSpitz-thurmBerühmtegothischeFaçadeUnter derTreppenlaubeist der Ein-gang.24Treppen-stufenmitEisen-gelän-derführenin einegothischeLaube; an derandren Seite springtwie der Linksflügeleines Querschiffs eingothisches Stück vor,das auf offnengothischen (niedrigen)Bögen ruht. Da-rüber, um dann indas eigentliche Rath-haus hineinreichend,liegt der Rath-haus Saal.
Der ganze Bauist eigentlich kleinund der Vor-sprung nach linksist nöthig, umeinen Saalraumzu schaffen.
Gebäudeaufriss; RathausRathausTangermündeRathaus in Tangermünde (Vorderansicht).

Das Stendaler-Thor ist ein großerhübscher Rund-thurm, neben demder große gothischeThorbogen fürdie Einfahrt ist.Links daneben (von der Stadt aus)und schon etwasin die Stadthinein, steht einviereckiger alterThurm mit gothi-schemDach. Große Scene zwischenValtin u. Grete,als jener stirbt;romantische Sceneriebei Arendsee; dasKind 2 Jahr alt.Er hat Gewissens-bisse. „Es wardoch wohl nichtrecht; ich mußteDir abreden; mitmir ist es nunvorbei, aber mitDir! Mache DeinenFrieden, Grete. Schiebes auf mich; ichtrag’s gern; söhneDich aus; werdewieder ehrlich. (Ermuß sie vorhergeheirathet haben;
katholische
kathol:
Trauung;ein Mönch vonArendsee. Frauen-kloster.) Er stirbt.

Grete will daraufeingehen. Aber wie?Sie findet keinenWeg. Sie kommt unterdie fahrenden Leute.Puppenspieler. Siekann es nicht aus-halten. Diesfahrende Lebenmuß beschriebenwerden. Lüderlich-keit. Es widersteht ihr. Siedenkt an Valtin, undwill es nochmalsernst versuchen anihre Verwandten heran-zukommen. Sie hört,daß die Puppenspielerwieder nach Tanger-münde wollen; dakann sie nicht dabeisein. Sie flieht.Und kommt nunselbst ans Thor.Nun drittegroße Scene: DasWiedersehn der Stadt,der Burg, derKirche, der Häuser.Sie weint. Siesieht des BrudersKind. Sie gehtin die Kirche, wodas „Jungfer LorenzBild“ hängt, sie be-tet. Und nungeht sie in desBruders Haus.Dann die Kata-strophe.Hohe Fingerhutstauden. Erd-beerbüschelchen mit Blüthe undrother Frucht. Johanniswürm-chen am Abend. (Das Bilderweitern.)
Italien hält die Treu’,
Und schafft es auch
Beschwerden
Es hat darob nicht Reu’,
Es schwingt noch die alte Fahne
Von 76 her,
Und senkt sie vorEs bleibet ihm Fontane
den alten .
Mein lieber ChevalierZoellner, ohnediesen Tombini hätt’ ichnicht geschrieben und essteht nun bei Dir, obDu ihn um des St---lerwillen, den er mir gegeben hat, hassen oderlieben willst. Einkurzer Brief kann esfreilich nur werden,ein Auffahren aus dem Traum, wieMalcolm und Donalbain(Macbeth, Akt II.) an ihren vorüber | oderwie Lepel als er,gierig und verschlafen,die berühmte Fragethat: „wieviel Stückehast’en gekriegt?“Denn um weiterzu citiren, unser ganzes Dasein hier drehtsich um „Schlafsüßer Schlaf
et cetera
etc
“ nur mitdem Unterschied, daß KönigHeinrich ihn nicht findenkonnte und daß wirumgekehrt uns seiner kaum erwehren können. Und das allesvor Kälte | | lethargische Müdigkeit hält uns in ihren Banden, müde auf demx---x die Doktoren x---x es Anästhesie Schildwachen, weil jederdas Gefühl hat, daß diewir g x---x sind betäubt sch---x (alten Stätten) die sindein Tropfen Aether be wurde halb berauscht und halbx---tet Anästhesie. ein| Abends wenn wirauf unsrem Balkon sitzenrufen wir uns an, Schn, um unsvor dem Einschlafen und dadurch vor dem „Tode durch Erstarrung“ zu sichern. nicht. MitHeyden hab ich ein parBriefe gewechselt. letztennevorz.(er war in Goslargewesen) lobte er das 12. Jahrhundert, sprach vonden 60,000 Einwohnern die die Stadt früher gehabt habe undschloß: „Selbst Wislicenus,von dem eine unpartheischeKritik sagt, behauptet, daß er aufond nur Kinder machenkönne, wird d denOrt nicht auf seinealte bringenHöhe, x---x Einwohner-Zahl Ich find esvorzüglich. Der alte W.ist jetzt hier und spuckt
und
u
schopenhauert weiter; im Uebrigenhaben wir uns seiner Anwesen-heit aus hundert Gründen zu freuen, so z. B. weil er heizen läßt und da-durch Erinnerungen weckt an Tage, wodie Vögel nicht todt aus der Luft fielen. Von Partien- machen | ist natürlich keine Rede und | n,aber was nutzt einem dieFlöte, wenn man nicht so werdich denn wohl heimkommen, ohne vorhermeinen Namen sammt Vers in dasBrocken-Buch eingetragenzu haben. Das Lebenist eben eine Reihe von Enttäuschun-gen“x---x. Und indem ichDich inständigst bitte dieses Satzes auchbei Lesung dieses Briefes entschuldigend ein-gedenk sein, zu wollen, unterherzlichsten Grüßen an dietheure Frau, wie immerDein Noel.So erstaunt ich war Ihr „PaulLindau“ zu lesen – d. h. nachmeinen persönlichen Erfahrungen einerx---xx---xfreundlichenX---xx---xso x---x x---x x---xx---x die x---xdes X---x.Wer nebenbei x---xx---x X---xist x---xdaherX---xx---x?Roman.
Er gehört zu Leuten, die meist Zahnweh und immer einen hervor-guckenden Rockhängselhaben.
7 u. 8.
Seite
S.
76.„Und das FürstenthumHohenfließ lag nur nochein Fürstenthum weitvon ihm.“
Seite
S.
79 die ersten zwei Zeilen
Seite
S.
80 „Kränklichkeit“.
Seite
S.
81.„Dr. Sphex schüttelte nunsein Herz aus, wie einigeihreGallen-blasenennen.“
Seite
S.
189
Eine Figur wie Kühling.Maler, Stimmungslandschafter.„Er macht mich nervös.“Diese Wendung bei all und jedem.Leitartikel-lesen macht mich ner-vös; ebenso eine Predigt, einLustspiel vonBenedix, einHaus in demgewaschen wird,Vorspiele, Anekdotenerzählen, im Vorzimmerwarten
et cetera
etc
    1 Glas Madeira 3 Selterser Wasser 2 Schlei2 Schmorbraten1 Kalbsniere1 Kaffe.3 Seidel.
    51153 –212545
    7,95
Hochgeehrter Herr Doktor. Mein Wernigeröder Aufenthalt sollnicht zu Ende gehn,ohne daß ich Ihnenvon hier aus, x---x für die2. Abtheilung Ihrer X---xx---x wurde, meinDank für eben deshalb ausgesprochen hätte. Ein neben mir wohnenderSommergast, alter Schopen-hauerianer, erhob das Buchsofort zu seiner Sommer-lektüre, las mit Eiferund dankt Ihnen mitmir. Meine kl.
kleine
Besprechung der1. Abtheilung (in der Vossin ) Ihnenhoffentlich zu Händen gekommen.noch gleichzeitig mit IhremBuche traf auch ein sehr freundlicherBrief Ihres Kollegen Panteniusbei mir ein; bitte dankenSie ihm in meinem Namen bestensdafür. Allem was er schreibt,stimm ich zu; daß sich seine x---xder Buchausgabedes Romans günstigen Erwartungen einigermaßen erfüllen möge,kann ich nur wünschen. An Fleißhab ich es nicht fehlen lassen, die Gesinnung ist untadeligund das (so hoff ich) Talent, ist wenigstensnicht ganz gemein ich hab esaber, vielleicht unter andermin einem unkte x---x,da eigentlich aus etwasLöblichem erwachsend,darin, daß ich das bloßeReferat vermiedenund statt dessen immer, dramatisch,die Scene selbst gegebenhaben. Dies ist, in richtigerAnwendung, habt,unbedingt ein Vorzug, ich hab es allesim Maaß versehn unddadurch Breiten geschaffen. Anstattzu sagen: „er genas“ oder„er begegnete dem und dem“oder sie hatten eineAussprache, fuhr ich all diese Dinge dem Leser x---x vor undwerd’ ihn dadurchVielleicht ist es auch nichtso schlimm. Was mir natürlich sehrwillkommen wäre!
Mit Ihrer Literaturgeschichtewerden Sie Glückmachen. Soverhaßt mir die nordischeIllustrirerei ist, das schrecklicheHerz, alles unterdie Aegide des alleinseligmachenden Bidertageszu stellen, so sehr ge-fällt mir das imschweren Laufe befagteVerfahren. Denn esdient einem hübschen Zweckeund unterstützt dasIntresse an den Dingenin hohem Maaße.x---x X---x komm ich wieder nach Berlin, bleibe 14 Tage und will dann noch ein paar Wochenan die See. So „kalfatert“ x---x wird man dannwohl über dieWinterstürmewegkommen. Invorzügl.
Seite
S.
192
. Hier isteine Stelle, wo sichauch wie die „Roman-Geschicklichkeit“ auf IhrerHöhe zeigt, als wär esvon Wilkie Collins. Esist die Stelle von „Brustohne Herz“ und dadurchdie Erinnerung an dasgeheimnißvolle „Herzohne Brust.“
Seite
S.
203
. „In starkenMenschen werden große Schmerzen undFreuden zu überschauen-den Anhöhen des ganzenLebensweges.“ Und dannunten auf derselben Seite: „Albano hatte den FehlerAber eine Erklärung wollt‘ ich Ihnen wenigstens gegebenhaben. Ihrseine Meinungen einemfreier und stärker zu sagenals da, wo er fürchtenkonnte, grade durch dieseFreiheit der Meinungs-äußerung ein paarHimmel seines Lebens zuverspielen.“
Seite
S.
214 „der Trieb nachKompletirung.“

W. Roeseler war doch schlauerals ich, weil er beharrlicherwar. Wer ausdauert, machtalles. Ich schrieb ihm,ich wäre bereit, bezweifelte aber, daß Ihnendie Sache genehm wäre. EinSchleswig-Holsteiner aber – imVertrauen, ich habe nur un-verschämte und hochrothekennengelernt –weiß sich zuhelfen.Ich muß nun also, um so gutzu sein wie mein Wort. Der historische Verlauf dieses Handels istdas folgende. W. R., unmittelbar im Verlag, eines Pantenius-Artikels, ersichtlich aus der Betrachtung heraus: „Halt, das ist meinMann; das wärmtalte Geschichten auf“.Dem Briefe folgte einBuch mit einer schoflichen, aufder Rückseite desTitelblatts geschicktangebrachten Dedikation an.Alles etwas komisch.. DieSachen selbst scheinenaber talentvoll, wie denn all diese Niedersachsen, selten etwas Schlechtes machen schon weil sie zu unausstehlich-dünkelhaft, sind, um sich durchLodderei etwas zu ver-geben. Ich sprach x---x in meinem Dankes- schreiben leichtsinnigerweisemeine Bereitwilligkeit aus,setzte aber hinzu: ichbezweifelte die Ihrige,da Sie schon den PanteniusArtikel nur aus Gefälligkeitgegen mich gebracht hätten.Dies schien mir nunein vorzüglicher Schachzug;aber ich hatte einen
Wilhelm Roeseler
W. R.
doch erheblich untertaxirt. ,Er ist ausder FamiliejenerPertinaxwie sie nur nochin
Schleswig
Schl.
Holstein
vorkommen;fragwürdige Tugend aus derDänenzeit her. Den Rat erkennen Sie leicht;er hat mich eben überlistet.Einen heut von ihm einge-troffenen Brief, derin seiner K---heit,in seiner Mischung vonBescheidenheit und Selbstbewußt-sein, von Gemüthlichkeit, Schmeichelei undangedeuteter Freimaurer-Mogelei (manis manen
et cetera
etc
) als einMeisterstück schleswighosteinischer Schlaubergerschaftgelten kann, schließ ichzu Ihrer Erheiterung bei.Den Artikel selbstschrieb ich; die StoffeBornhöved, Hemmingstedt, MissundeErich und Abel, find ich alleintressant, so daß manwenigstens nach dieser Seitehin gedeckt ist. MögenSie in dem himmlischen Düster-brook, dessen Buchen nur noch von seinem Hôtel über-troffen werden, glückliche Tage ver-leben. Ich eile übermorgen zur Wahl.Mein aufgeführtes Wahl- Sch---x-X---xist seit 10Jahren sogroß,daß ich essie endlich einmalgesinnungsvoll abtragen will. In
vorzüglicher
vorzügl.
ErgebenheitIhr
Holländisch. 1650.
Schwerer Tisch mitdicken Füßen. Chine-sische Vase blau undweiß. HochlehnigerStuhl mit Lederüber-zug u. messingblan-ken Knöpfen. Schmuck-und Toilettenkastenvon Holz mit Intarsien,Blumenmuster. EinAbfeger wie jetztdie Damenhut-bürsten. HellgelbeFenstergardinen.Das Haar blond,einfach gescheitelt,breite weißeAtlasbänder hauben-artig um den Haar-dutt, an der Seite mitrother Bandschleife. Sieträgt einen kurzen jacken-artigen Pelzrock, vornoffen, und breit mit weißemPelz besetzt. Neben demFenster ein kleiner Glas-spiegel mit Rahmen.
Holländisch. 1650.Schmiedewerkstatt. Groß-geräumig, Herd, Wasser-butte, Eimer, Leiter,Großer alter Schleifstein miteiner Kurbel zum Drehen,Trinkkrug von Blech, Hammerund Janken, Schraubstock.Ein großer Vogelkorb oben an der Decke.
Holländisch 1650.Küche. Zinnteller, Messing- Kessel, Messinggreifenauf 4 Füßen, Messing-leuchter, Laterne vonMessing mit Fensterchendrin, Sieb (Perforat vonBlech), Blasebalg, Korbfür Handtücher wieein Papierkorb, rotherWasserkrug. Trinkkrugmit Deckel, Blechlöffel,kleines niedriges Wasch-faß mit Reifen zumTeller-abwaschen.Kasserolle. Dickes Buchrother Schnitt, Schweinsleder-band. Die Fenster groß genug, aberaus vielen kleinen Stückenmit dünner Blei-Einfassungbestehend. Gemüsekost undHolztonne, ganz wie heut.
Trachten gewöhnlicheLeute 1660.
Hemd oder Wolljacke;Große Tuchweste (ohneAermel) so daß mandie Jackenärmel sieht;Hosen bis zum Knie;Strümpfe bis zum Knie;Schuh. Filzklapphut.Ledertasche an einemLedergurt, bandelierartig.
Um 1600 einfeiner Herr mitBacken-, Schnurr- und Spitzbart. Haar ein-fach, natürlich. Rockbis hoch hinauf, so daßnur noch geradePlatz bleibt für einejabotartige Hals-krause.
Halskrause.
(Krauseaber kleiner.)

Amme und vornehmesKind. 1650.
Amme: Kopftuch vonweißen Spitzen (holländisch)plattgefältete Halskrause.Schwarzes Kleid.Kind: Brokatrockmit zugespitzter Taille,Mützchen von demselbenBrokat oder gepreßtemSammtstoff, das Mützchen vorn mit feinenȃSpitzen besetzt, ebensoSpitzen vor über demMiederchen und vonSpitzen auch einenStreif (wie Papier)und in horizontalerLinie abstehenden Kragen.Feine dünne vielfacheGoldkette an linkemArm und um den Hals;an der Halskette einMedaillon.
Jairi-Töchterlein.
(1650.) Holländisch. Himmel-bett derart daß der Himmelüber das ganze Bett fort-geht (blau) ebenso Bett-gardine am Kopfende und links und rechts desKopfes, sonst alles offenoder zurückgeschlagen.Starke Kopfkissen (wieunsre) leichtes Deckbettund über das Deckbettnoch ein prächtiges türki-sches Tuch gelegt. DieStühle fast antik.

Was die Renaissance-formen angeht, z. B.von Krügen, Gläsern, Hum-pen
et cetera
etc
etc. so ist Lüb-kes deutsches Renaisancesehr zu gebrauchen.
Trachten um 1580 (Münster
und
u
Braunschweig)Feine Dame und ihre Toch-ter. Rother langer Sammt-rock bis zu den Knöchelngehend
Tracht einer Frau aus dem 16. Jahrhundert.

Der Rockvon schönemrothemSammetauf Plattschur (gemustertem)besetzt, ebensodie kolben-artig aufgepufftenAermeldie bis zum Armgelenk reichen,dann die weißenAermel des Unter-kleides. Getolltehohe Stoffraise; ebensoam Handgelenk. AmHandgelenk die weißenUnterärmel mit dreigoldnen Knöpfchen.Unterkleid von gelb-lich-weißem Damast.Alles, über das gemusterten Platt-schur hin mit kleinenzierlichen knöpfenGoldMetallEng-anliegende, mützen- oder kappen-artige Kopfbedeckungvon schwarzem Sammtmit Goldspitzen garnirt. Viele Goldketten.
Das Kind ebenso.Das Hausmädchen derselbeSchnitt, aber nur einKleid (schwarz) obere Aermel-form, Unterärmel,hoher Kragen, hohe Fraisealles ebenso. Weißeeinfache, enganliegende abernach hinten zu latzartigabfallende Küchenhaube

Männerportraits (hollän-disch) 1650. Alle Sor-ten Bart. Natürliches Haar.Halskragen: bei demeinem wundervollerPlattkragen wievon irischen Spitzen,(Edelmann) bei dem andern (einenGelehrten) hohe getollteKrause, die sich wieein Tortenform überallvon gleicher Höhe undSteife rund umseinen Hals legt. –Ein Rechtsgelehrterebenso. Die Kleidungganz schwarz bei allemHolländischer Spitzfilz.Der Alte eine Sammt-kappe auf dem Haupt.

Männertracht 155 0 Deutschland.
Schwarzes Unter-kleid, eine Art kurzerKittelrock, oben mit rothem Besatz bis dicht an die Achselhöhlegehend, wie bei aus-geschnittenen Frauen-kleidern. Den Platzdarüber ein feines weißesvielfach gefältetes Hemd,oder Spitzenhemd, dessenaufrechtstehender Spitzen-kragen fast den Halsbedeckt. Dazu einefellartige schwarzeMütze, wie sie jetztdie englischen Matrosentragen.
Mütze aus dem 16. Jahrhundert.
. Hand-schuh. Degen. Ueber demGanzen ein,früher ziemlich lang, späterwohl kürzer. ImSommer fehlte wahrschein-lich der Pelz.
    Fast sieht es so aus.Sie tragen
  • 1. ein weißesfeines Hemd.
  • 2. darüber einelegantes, oft rotheskittelartiges Kleidungs-stück, dessen Aermelman nachher sieht.
  • 3. darüber einenschwarzen Rock, mit hübschen Ueberfellkragen ohne Aermel.
  • Dies wohl nurfür den Winter. { 4. Einen pelzbe-setzten Rock, dessenAermel aber nurbis an das Arm-gelenk gehn, sodaß man den rotheneleganten Unterärmel sieht.
    Mannkostüm
  • 1. Schuh
  • 2. Strümpfeüber Knie
  • 3. weiteKniehose.
  • 4. LeinenesHemd.
  • 5. Leibchen
  • 6.(unter Umständen auchWeste) mit Aermelauch ohne Aermel;meist bei feinenKerlen mit Aermel,dann aber hat derRock keine Aermel.
  • Dieser Rock hießJacke. Hat nun
Wamms Aermel wenndas Wamms keinehat, und hat keineAermel, wenn dasWamms welche hat.Darüber wird dennals eine Art mantin(Mäntelchen) die „Schaube“getragen, die unsremMantel oder Mantel-rock entspricht. DieseSchaube ist mit Pelzgefüttert u. besetztoder auch nicht besetzt;im Sommer blos mitSammt oder Seite.

Strümpfe: weiß, blau,schwarz, grau, roth.UnterUmständen aus Stärke genäht.Hose: schwarz, grau-lila, roth, braun.Wamms: gestreifteSeide, grau undschwarz.vorn immerzugeknöpft.Jacke (eventuell Leder-Poller;): schwarze Seide, mit Atlasoder Sammt besetzt, undschwarzen oderweißen oder silbernenKnöpfen. Die Jackemeist ein bischenoffen um dieWeste zu zeigenx---x, das Hemd.Schaube. Das Man-telchen. Brokat.Grüner Teppichstoffmit Schwarz;halbsteifab stehenderSeidenkragen.Eventuell länger(bis zum Knie) und außen und innenvoller Pelz.

Frauenkostüm
Hier passen mirganz die Trachtenauf dem Münster-Braunschweigischem Bildevon 1580 und dieFiguren auf demMünchner Bilderbo-gen.
  • 1. Weiße Haube.
  • 2. Spitzhut.
  • 3. Schürze.
  • 4. Korsett, Leib-chen, Mieder.
  • 5. Unterkleid

  • 6. Langer, offnerOberrock.
  • 7. Krause. Teller-krause. Spitzenkragen.steifabstehender Kragen.

Die eine Figurmuß im Kostümder dicken Holländerin auf
dem
d.
Münchner Bilderbogen oder der Holländerinauf dem Museums-Bilde (die Perlen-Toilette) entsprechen.Die andere, GerdtMindes Frau, der eleganten Frau aufdem Bilde von 1580.
Grete selbst mußgekleidet sein, wiedie hübsche Frau (
Numero
No
4 )auf dem MünchnerBilderbogen.
NürnbergerPatrizierhaus.
  • 1. Sousterrain,(Keller.) Hier befindetsich ein Weinkeller,Weinfässer, auch wohlOelfässer. Mangel-holz zum Mangelnder Wäsche auf einemgroßen Eisentisch; wasch-zuber
    et cetera
    etc
    ; einiges Ge-rümpel; größererVorrathsraum für Dinge,die nicht auf denBoden gehören.
  • 2. Erdgeschoß (Parterre)

      Vier Compartiments.
    • a. Küche
    • b. Speisekammer
    • c. Mädchen (Gesinde-)Stube
    • d. Weißzeug- undVorrathsstube.

    • a. Küche. EinfacheWandung. Herd. Rauch-fang (wie jetzt.) Küchen-schrank, aber niedrig,kommodenartig, wie ineinem Kramladen.Salzmetze, Eimer, Trichter,Durchschlag, Schippe, Borst-wisch, Besen, Eimer,großer Wasserbehälterdies alles von Zinnoder Blech und an dereinen Wand stehend.
      Auf dem RauchfangBratpfanne, Kasserollenvon Messing und Eisenblech.
      Auf dem Herd: aller-hand Töpfe, Bratenrost.
      Auf dem Teller-schapp an der Wand: viele Schüsseln und Teller,alles von Zinn oderBlech; ebensolche Tellerauch über der Küchen-kommode, die zugleichals Küchentisch dient.
      Holzgestell zumAbtrocknen, ablaufenlassen. Löffel, Kellen,Schaumlöffel.
      Niedriger Küchentischauch von Metall. Da-rauf Löffel, Messer undGabel. Steinmörser;Holzbutten für Milch,Rahm, Wasser.
      In der Küchenkommodeallerhand Kästen undin der Mitte zweiSchrankthüren.
    • b. Vorraths-stube und Speisekammer.In diese mündet vonoben her die Treppe.
      Vorrathsschrank. Hierhölzerne Fässer mitAufschrift: Gries, Graupe,Mehl, Linsen, Erbsen, Reis.Darunter kleinere Holzbüch-sen mit Gewürzen: Nelken, Pfeffer, Ka---x,Zimmt, Ingwer, Carda-mom. Kräuter: Majoran, Dill, Thy-mian
      et cetera
      et.
      Kaffe-mühle (?) EingemachterIngwer in chinesischemGefäß blau und weiß.
      Waschzuber. Hühner-korb mit Huhn drin.Bequemer Holzstuhl. Servietten-und Tischtuch-Presse. Obenauf dem großen Schrank: Zuckerhüte, Präsentir-bretter (von Blech, bunt-bemalt, und allerhand hoheund flache Körbe. Einehölzerne Mulde mitallerhand Sorten Obstdarin.
    • c. Mädchen- und Ge-sinde-Stube. Mädchen-Bett, sehr anständig, obenmit hohem Brett, untenniedriges (Fuß-)Brett, aberkein Himmel und keine Gardi-nen. Eine große Truhe;eine metallene Bade-wanne. Eine hübsche, großeWiege mit Betten darin.Ein niedriger, grünerKachelofen
      Kachelofen.
      . EinSpinnrad, ein einfacherEichentisch auf Schräg- (Säge-bock) Beinen. Garn-winde. Handarbeit-oder Näh-Körbchen;Schale mit Schmucksachen.Am hohen Holsimmse, dasin Höhe der Thür läuftstehen ein paar Büstenund chinesische Schalen,blau u. weiß. So daßman vielleicht anneh-men muß, es sei dasZimmer einer erwachse-nen Tochter, oderdie Mutter zieht esmitunter vor, hier undnicht oben zu logiren.
    • d. Waschschrank-ZimmerDies ist neben demvorigen, vielleicht hates den Blick auf Hof undGarten. Es wirkt zugleichwie ein Garten-und Theezimmer. Ein großerrunder Theetisch mit
      chinesischer
      chines:
      Thee-leuchte und Theetassenist servirt, gepolsterte Stühle(etwa aus der Zeit von1690 oder noch später;geschweifte Beine) drumherum: Ein langes Sopha-Gestell, groß, breit, bequem,wie ein Bett, mitgroßen, braunen Kissen;dazu drei, vier kleineOvrillers. Auch hierein Spinnrad. Der Wäsch- schrank, ein schöner aus-gelegter großer Schrankmit allen Wäschartendarin, namentlich Bett- undTisch-Wäsche.
  • 3. Bel-Etage.
    • a. Großes Familien-zimmer.
    • b. Damen-Zimmer;zugleich Putz- undEmpfangs-Zimmer.
    • 3. Schlafzimmer.

    • a. Großes Familien-zimmer. WeißeWände, durch gemalteSäulen in Felder ge-theilt, zwischen den SäulenFestons

      Decke, weiß-holzgetäfelt,Felder; Wände auch vonHolz aber mit obiger Malerei(weiß, blau u. Gold); aufdem bedeutend vorspringendenSimms oder Carnice (inDrittel- oder Viertel-Höhedes Zimmers) stehen Bilderin schwarzer Umrahmungvon Ebenholz. Lauterholländische Stillleben,Fruchtstücke, Thierstücke,Gerichte, Pasteten, Bra-ten, wunderschöner Glas-pokal mit Wein,Krüge, Vasen mit Blu-men.
      An den drei Wän-den hin (die 4., Fenster-wand) stehen: α Buffetreich mit Krügen besetzt,ganz wie bei Lucae; wundervoller Schrank,wahrscheinlich mit Garderobe.Der Schrank von Nußbaummit 3 gedrehten (schlangen-artig) Säulen. Obenaufauch wieder chinesisches oderholländisches Porzellan;β. Glasthüren-Schrankmit Tischgeräthschaften,unsre Etagèren ent-sprechend; obenauf eben-falls Porzellan; dannin der Ecke der großeRenaissance-Kachelofenmit irgend einer Darstellungaus der biblischen Geschichte; gestickte hochlehnigeStühle zwischen denSchränken. An der drittenSeite (γ ): theils derOfen, ein Stuhl, einSpiegel und die Thür,die in das Nebenzimmerführt. In derMitte schwerer Eichen-tisch auf 4 gedreh-ten dicken Füßen und8 schemelartige, abersehr feine Stühle (wieauf Heydens Flur,aber noch feiner)drum herum.
    • b. Damen-Zimmer. AehnlicheEinrichtung. Land-schaften. EleganterDamen-Kleider-schrank mit Putz-sachen. Rundtisch.Gesteckte Stühle.MadonnenBuch-Etagere.Ofen.
    • Bettzimmer.Himmelbett. SpanischerWandschirm,Bibel, LeuchterLicht. Wasch-apparat
      et cetera
      etc

Heinrich v. Kleistgest. 10. Okt. 1776 gest. 21.
November
Novb.
1811
.

Noch malEr lebte, bang undIn früher, X---xlitt
die treuen, die blauen,
Ich aber liebe den rothen
Mohn.“

Ich glaube, Trud istSchuld.“ sagt Val-tin und Grete ver-spricht nun Regi-nen zu fragen.

Zernikows Hôtel.
  • 4 – 10
  • 3
  • 3
    18 12
20
Silbergroschen
Sgr

  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
5.

Thee

MeteSodaBier2 32
Er suchte hier den TodUnd fand UnsterblichkeitMatth. 6.
Vers
v.
12Zeit. Unglücklich Kind. Sie hatdas Zeichen.
Ilse lachte. „Sie hatschwarze Augen, Domina;die hab ich auch.
Aber Deine lachenund ihre brennen.Ich kenn das. Esschlug eine Flammeheraus. Das bedeutetTod und Verderben, sich und an-dern.
Ilse lachte. „Domina,Du siehst zu viel.“Und Ihr seht zuwenig. Alte Augensehen gar nicht oderscharf.

„Da lag ich furchtlosan dem Busendes Fensters.“ Erstan der Fenster-brüstung, darauswird Fensterbrustund endlich sagt erDies ist ganzgut, aber esmuß doch in einembestimmten Tonvorgetragen werden,sonst sinkt esaus dem Komischenins Sonder-bare. Um einmildes Wort zugebrauchen.
Reizend derVortrag vondem Fiacre, derihm zum Einstei-gen einladet.Sehr gut vorge-tragen. Aberwie reizend isthier auch dieDurchführung. Einunendlich liebens-würdiges Stück.Krause am Schlußdes 1 Akts als ihmauch der Muthwächst, sehr gut.

Maria Stuart

Schluß von Akt II.
Sir Paulet warnt denNeffen; dann kommtLeicester dazu; diesemsagt er nun in seinenletzten 4 Zeilen scharfeSachen und zwar mitEmpressement und Auf-muckung; das gehtnicht; vorher mitMortimer warer richtig, gegenLeicester abernicht; so wagteniemand mit demGünstling der Königinzu verfahren; manversucht höfischer, selbstdie, die charaktervollwaren.

Die Scene zwischenMortimer und Leicesteram Schluß des 2. Aktsgeht wie verloren;sie sprechen zu rasch,mit halber Stimme,und doch wiederumnicht deutlich genug,nicht intensiv, nichtenergisch genug, so daßdiese bedeutende Scenein den Brunnen fälltNamentlich gilt diesvon Goritz.

Akt III.
Theatralisch, zu leb-haft, zu bewegt.Und doch viel Gutes,sie wirkt weib-lich in dieser Rolle,schwach, weich, selbst sinn-lich, all das unter-stützt die Wirkungund läßt über dieMängel hinweg-sehn, – als sie weg-geht und nicht kommenwill, theatralisch.Daneben wirktsie hofdamenartig,nicht königlich, Hof-dame die sich verg---xund vom Hofe soll.Dies alles trifftes halb, aber nichtganz. Und dann istwieder etwas weiches,musikvolles in ihrerSprache, das gut paßt.„Denn ich bin eineKönigin wie Ihr“das glaubt mannicht; die ganzeStelle nicht gut, aberdann wieder guteZeilen dazwischen.die Worte bis zu„feurige Begegnung“ziemlich gut; etwa8 Zeilen.
„Habt mich zerstörtin meiner Blüthe“sentimental; allesklarer Stil; dekla-matorisch. Nuretwas all----xweiblich Wirkendesist gut.
„.. Möcht ich voreuch so stehn, wieIhr vor mir“...
Ziemlich gut.Die Stelle: „Annav B---x dasSch---x bislang“ ganzgut und wirksam.Auflistung von Spalten, Lebensskizzen Lübke, Robert Koenig (betrifft Rezension zu Wihelm Lübke: Geschichte der italienischen Malerei vom 4. bis ins 16. Jahrhundert. In: VZ Sonntags-Beilage, 7.7., 24.11. und 14.12.1878//Rezension zu Robert König: Deutsche Literaturgeschichte (Velhagen und Klasing 1878). In: VZ, Nr. 158, 9.7.1878 NFA XXI/2, S. 405