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VII

    Königs WusterhauseMittenwaldeTeupitz
  • Von Frank⸗fur
    bis Schwed

Nach Königs-Wusterhausen.

Pfingſtſonnabend: Schwüle, StaubHauderer, Maien und Heiterkeit
So ging es hinaus. Zünächſböhmiſch Ricksdorf. Es nahmſich ſo gut aus, als eskonnte, aber es iſtnicht ganz und ſchwankt zwiſcheniſt Alltags nicht halein Mittelding zwiſchen Arbeiter⸗Vorſtadt und Tagelöhner⸗Dor. Aber heut am Pfingſtheilig⸗Abend nahm es ſich gugenug aus, in den Thüren (nebeviel Elend) ſtanden Kindemit ſtädtiſch⸗klugen Augen unlangem blondem Haar, das wi Mähnen auf die Schultefiel, die Jungen blieſeauf Kalmus und ein Kinvon 3 Jahren, das eben aueinem Tümpelbade kommen mochtelief nacktend über die Straße unwirbelte den Staub auf
Eine Meile weiter iſt Wal-tersdor, mit ein ſchönes Dormit einer prächtigen alten KircheKiekebuſch. Schöner Wald auBirken und Lärchen. Danöffnet ſich der Wald, mablickt in eine fruchtbare Niederung (das Nottethal) und eben erſt deThurms von W.Wusterhausen anſichtig werdend, fährt man ſchon berga in die Hügelſtraße W’sWusterhausehinein. Drei Poſtillone ſchmetterndas Preußenlied und x---xden X---xDeſſaueralle Kinder ſchreien Hurrahalle Häuſer ſtecken iBäumen, die Poſtillone ſchmetterund eh wir noch deWirrwarrs Herr gewordeſind, hält der WagenDer Gaſthof iſt nebenbeiMit Freuden ſprech’ ich es aus, es wird beſſer. Man findemanirliche Leute, feſte Bettſtellen, Matratzen, eiBett das nicht den Alg ſtatder Federn in der Zietche hatwWaſſerkaraffen und – Fortſchrit (Bucher horche auf) Waſſead libitum und zwei Handtücher. Nur das towelhorse fehlt noch. Wird auckommen. Wer kein Philiſteoder Nörgler iſt, dem mues genügen
Der Mond ſtand ſo izweiten Viertel am Himmeldie Luft ſtill, weich, unabgekühlt. Das iſt jetzt diZeit, wo man Städte beſichtigemuß, alles Häßliche ſchwindetalles maleriſch Schöne wird doppelſchön. Ich ging einen breiteLindengang hinauf, ian deſſen Mitte rechte Seite, etwas zurückgelegen, daSchloß gelegen iſt. Wohn- unWirthſchaftshäuſer bilden einegroßen Vorhof, den Baumparthien theilweis füllenim Hintergrunde des Vorhofliegt das Schloß
Es iſt ein ſehr einfacherBa: zwei Giebelhäuſeſind mit ihrer Längsſeite zuſammengeklebt, ſo daß manach vorn und hinten Giebelfronten ſieht; vorlehnt ſich ein Rundthurmit einer Zwiebelkuppel aden Schlitz an, hinten ein gleic gültiges Gebäude. Parkbäume faſſen dies Jagdhauvon 3 Seiten ein; LindenTannen, Lärchen   durch diBaumgruppe ſchien der Monund hinter dem Park fieein Waſſer über ein Wehund unterbrach die Stille – ickonnte den Aufenthalnicht ſo ſchrecklich finden ungedachte der Schilderung dePrinzeſſin von Baireuth

Am andern Morgen begreifman’s. Treppenthurm. DreTreppen hoch, die letzte führin’s Dach. Zwei Treppehoch iſt auch nichts, alein Zimmer mit Thür unGitterfenſter, durch das main 4 Gruppen etwa 10Aktenſtücke liegen ſiehtweiß, grün, blau; ieinem Winkel ein Haufezuſammengerollter Karton, dewahrſcheinlich Spezial Kartooder Tabellen
Eine Treppe hoch ſinnoch Spuren. In der Mitte eine Halle mit 6 Hirſchgeweihen. Rechts eipaar Zimmer von demeneeines das Schlafzimmmer deKönigs geweſen zu ſeiſcheint – denn ein Waſch becken befindet ſich drines iſt mehr eifeſtgemauertes Waſchfaß, wgenau wie diAbgüſſe in mancheKüchen; Vvon Stein gemauert, dann eine SteinEinfaſſung, Loch drin unStöpſel, ſehr reinlich gewiß aber ſehr einfach
Schloss Königs Wusterhausen, ein sehr einfacher BauSchlossKoenigsWusterhauseneinsehreinfacherBauKönigs Wusterhausen, Königswusterhausen, WusterhausenKönigs Wusterhausen, Schloss; Näheres nicht ermittelt.
Königs Wusterhausen, Königswusterhausen, WusterhausenKoenigsWusterhausenKoenigswusterhausenWusterhausenKönigs Wusterhausen, Schloss; Näheres nicht ermittelt.
Links zwei Zimmer, die ebewohnt zu haben ſcheint.höchſt lächerlich ausgeſchmücktdas eine mit 4 Lyrain den Deckenecken unein Kamin, mit eineKaminbild drüber, wjetzt meiſt Spiegel zſein pflegen. In Stuck, Basrelief, mit einem Goldran
Reliefdetail (Gemäldeausschnitt); Toilette der Venus [Relief]ToilettederVenus[Relief]falseAnonym/nicht ermitteltRelief „Toilette der Venus“ im Schloss Königs Wusterhausen.
die Toilette der VenusTauben um ſie her, eindie das Haar ſtrählt, Amobringt ihr einen Kranz, andrhalten ein PerlengeſchmeideDies Zimmer hat ein nie driges anderthalb Fuhohes Eichenpaneel unhängt durch eine ſchwerEichenthür (aber nichFlügelthür) mit eineandern Zimmer zuſammendas ganz ebenſo eingerichteiſt, nur das Kaminrelief unverſtändlichDoch. Es iſt einBüſte der Tollen Venusum die herum bacchantiſchTänze ausgeführt werdeneine Schönheit kniet davoretntweder huldigend oder u Erhörung flehend, während einBachantin tanzt, der eiSatyr auf den Nackegeſprungen iſt und ſich feſan ſie anklammert
Rechts an einer Thürſo wie man in diHirſchgeweihhalle tritt„Wachtſtube der Artilleriemit Kreide dran geſchriebendies iſt ganz im CharakterZwei Treppen hoch waregewiß die Schlafzimmefür die Kinder; nebeder Halle rechts ein großer 1 Schritt im Quadrat habenderhallenartiger Eßſaal, ider Mitte durch eine ſchoflHolzſäule geſtützt; der Fußboden mit einer dicken Gipsdecke, ſo daß er wie Steiiſt(Dieſer Saal durch eine kleine Treppoder Stiege im Zuſammenhang mit der Küche.Was ich eine Trepp
hoch genannt habe, iſnur Hochparterre, ſo daer von links her idie beiden oben geſchildertenZimmer aus dem Parher mit Hülfe einer ArRampe Rampe, Schloss Königs Wusterhausen. hineigeſchoben oder gerollt werdekonnte, ganz wie in Coſſen-blat oder die Potsd: Potsdamer Garni-ſon⸗Kirch
Der Thurm iſt bis anzweite Stock des Hauſehinan ſehr alt und rundneu iſt der Aufſatz deden beiden in gleicher Höhſtehenden Hausgibeln entſpricht, er iſt 8 eckig unträgt ein halbzwiefbelförmigeSchindel⸗ oder Schieferdach. Neiſt auch der Eingang in deThurm, ein kleiner tempelartigeVorbau, mit in Holz geſchnitzteſehr unglücklich ausſehenden Amoretten und einer mit große Nägeln beſchlagenen Eingangsthür von Fichtenholz
Man ſieht deutlich daes früher eine alte Burwar, es liegt noch aueiner Terrain erhöhung und wariſvon einem breiten Grabeder erſt halb ausgefülliſt, umgeben, in dejetzt prächtiger Wieſewachs ſteht
Der Park iſt kümerlicheinige ein ſchöner Baumgang von alten LindenKaſtanien und Buchen, ziehſich an der Notte entlang bildet zuletzt einen rechteWinkel und faßt dadurch eiStück Wieſenland ein, – dieiſt alles
Wahrſcheinlich war dealte Schloßbau von denſelben Dimenſionen (denalle Fundamente ſcheinealt) und ſah etwa ſo au
Grundriss; Schloss Königs Wusterhausen, ein sehr einfacher BauSchlossKoenigsWusterhauseneinsehreinfacherBauKönigs Wusterhausen, Königswusterhausen, WusterhausenKönigs Wusterhausen, alter Schlossbau.
Nun kam der König, liealles, riß nur die oberHälfte ab, ſetzte das Stüc achteckige Thurm auftheilte das Viereck, wenigſtens nach außen hin, d. hfür das Auge des Draußenſtehenden in zwei Hälfteindem die er 2 Giebeldächer drauf ſetzte, wahrſcheinlich hätte eins zu vieSpannung gehabt
Gebäudeansicht; Schloss Königs Wusterhausen, ein sehr einfacher BauSchlossKoenigsWusterhauseneinsehreinfacherBauKönigs Wusterhausen, Königswusterhausen, WusterhausenSchloss in Königs Wusterhausen.
Unmittelbar am jenſeitigen Notte⸗Ufer, ohngefähr 1000 Schritvon der Waſſermühle entfernt (rechts hin) ſteht ein ganz ſchlichtes Hausmit 2 Thüren und 2 Fenſtern, nichts drin als ein Kamin. Es heißt, hier habe er geraucht; das iſaber doch ſehfraglichvielleicht waes eine Schießhütte

Mittenwalde.

Paulus GerharduTheologus in Cribro Satanae tentatus et devotupostea, obiit Lubbenaanno 1676 aetate 70Daneben HexameterSculpta quidem PauliGerhardviva est at imago Cujus in ore fides, spes, amor atqufuitHic docuit nostris Assapredivivus in oriEt cecinit laudes Christe benigne tuasSpiritus aethereis venietveniet tibi dedibuhospesHaec ubi saepe canes, carmina sacrDeo Gottl: Wernsdorff D.

DarunterMaria Eliſabeth Pauli Gerhardts damaligen Proſbſtes allhier zMittenwalde und AnnaMaria Bertholdinerſtgebohrenes herzliebeTöchterlein, ſo zuWelt kommen d.den 19. MaAnno 1656 und wiedeabgeſchieden d.den 14 JanuaAnno 1657 – Hhat allhie ihr Ruhebettlein und dieſeTäfflein zum Gedächtnivon ihren lieben ElterGeneſ.Genesis 47. V. Wenig und böſe iſt diZeit meines Lebens

Ein grüner Kranz miGoldſtreifen und 4 Engelsköpfen in den Ecken

Daneben eine Marmortafel mit Goldbuchſtaben
Meine Grabschrift.
Mein Land iſt durch den Tongeſtorben
Mein rechtes Leben hebnun an
Der Herre der uns daHeil erworbe
Hat mir den Himmeaufgethan
„Wer an mich glaubwird nicht verderben
So ruft mir Jeſu Stimmzu
Darum legt den Leib unhin zur Ruh
Mein beßres Weſen kannicht ſterben
Ich glaube was meiHeiland ſpricht:
Glaubt ihr es auch unzaget nicht
Amen
K. A. F.Karl August Friedrich StraubeDiener des Wortan dieſer Kirchvom 8. Februar 180bis zum 21. Auguſ1841

Mittenwalde.

Wir reiſten nach Mittenwalde!Niemand; und doch iſt dieseein ſehenswerther, weil eialter und hiſtoriſcher Ort. DaAeußre der Stadt bietedie Straßen ſind breit unluftigfreilich nicht viel; es fehleaberdie Lindenbäume in denraßeSt, die Hausbänke unFreitreppen, die ſo oft vieunbedeutenden Städten in unrer Markſe ein freundlichmaleriſches und bei günſtigerBeleuchtung ſogar ein Großſtädtiſche| Anſehn, das Anſehn eineMittenwalde hat nicht nur eine Geſchichte, es hat auch eine ſagenhafte Vorgeſchichtedie den Reiz des Unbeſtimmtehat. kleinen Reſidenz gezu gebenpflegen. Oft waren ſie’ja auch
Mitttenwalde’s Erinnerungegehen weit zurück. bis in die Wendenzeit. Nach Nordehin, inmitten eines Wieſengrunde(früher Sumpfland) wird nocdie Stelle gezeigt, wo dihalb ſagenhafte „Wendenburg“ geſtanden haben ſolund am Südrande der Stadſteht die hiſt erhebt ſicein andrer Hügel, derdaraunoch bis vor kurzer Zeit diFundamente der alten BurgMittenwald ſichtbar waren(Dies noch ausführen) Das jetzige Mittenwalde, wie es bis dieſen Tag vor einer halDer hiſtoriſchen Zeit gehöremorſchen Mauer umgürtet iſt, gehört der hiſtoriſcheZeit an und drei Sachen ſah der X---x: Burg, StadtmauerKirche
Näher ſtehen unduns diReſte (?) aus der eigentlichenZeides ſpätren Mittelaltersdie alte Stadtmauer, deThorthurm, die Kirche. Erſtriſt halb abgetragen und ziehſich mehr wienur noch in Höhe einer FeldſteiKirchhofsmauer um die Stadherum; verhältnißmäßig wohlerhalten aber iſt ſind diThürme und. . . . (oder iſdie Thurm⸗Parthie) am Berliner (?)Tho. Sie zeigt nicht nueine beſondre Feſtigkeit, ſonderiſt auch baulich inſoweit intreſſant, und nich
das ſie nicht unweſentlich abweichent voder Mehrzahl der Thorthürme, dider KurMark, der Stadt zwiſchen Elbe und Oder erhalten gebliebeſind (Jüterbok, Bernau, Tem-pli) etcet cetera). Wohl aber erinnerſie an die ſchönen, verwandten Bauteder Altmark, ſo daß mamühelos die Muſter wiedererkennt, wie ſie den verwandteBauten in Stendal, Werben unTangermünde entnommen ſindDas Mittenwaldener Thor waerſichtlich ein Doppelthoreine Art Kaſtellbau auder Mauer nach außen hivorſpringend, ſo daß alle dieſedi es paſſiren wollteein gothiſches Außenportal und danerſt das eigentliche Thord. h. die Maueröffnung, dedirekten Eingang in die Stadpaſſiren mußten. Das Au-ßentho exiſtirt noch unſeine ſtehengebliebene Facade vielmehr iſt es nicht) erinnerTheils an die ſchönen StendtaleralerThorthürm, theils in ſeinedurchbrochnen Giebel⸗charaktean die ſchöne Giebelfront deTangermündener Rathhauſes
Aus derſelben Zeit esſindie Kirche beiden KircheMittenwaldes: die Spitalkirchund die Probſteikirche, jenvor der Stadt, dieſe aNordweſtrande der Stadt gelegenDie Spitetelkirche, mit einem ſehähnlichen Giebelſchmuck wie daseThorthurm, iſt äußerlich vortrefflicerhalten und ein beinah intakt erhalteneBeiſpiel für den Bauſtil jener EpocheDem Gottesdienſt (?) dienen ſie nichlänger, ſeitdem ſie 1806 zeinem Heumagazin für diFranzoſen wurde. Die Stadtkirchgenügt außerdem dem Bedürfniß
Die Probſteikirche waurſprünglich aus derſelbeZeit, vielleicht noch älterdas ſpätre Mittelalter abeund ſchließlich die Renaiſſance devorigen Jahrhunderts haben ihviel von ihrem alten Charakter genommen. Derie Schiffder alten Kirche waren muthmaßlich höher; man erkanntſehr deutlich wie die altePfeilerbünde
Mittenwald
in beſtimmteHöhe abgebrochen und dineuen Kreuzgewölb
Mittenwalde
aufgeſetzt wurden. Der Baumeiſter hat es mit eine fabelhaften Ungenirtheit gethan, denman ſieht den Zackenbruch dealten Pfeiler als wäre eiZacken entzweigebrochen. Einenach viel ſpätrenverhältnißmäßig modernen Zeit (1781) gehörder Thurmbau an, aber alob es Sitte hier geweſewäre nichts verheimlichen zu wollen, unddas Alt hat der Baumeiſtedes vorigen Jahrhunderts derix---xFundamente des alten ſehr breiten Feldſtein Thurmein Mannshöhe ſtehen laſſeund auf dieſem breiten Untergrunde einen verhaltnißmäßigeniSſchmalenThurm aufgeführt, ſdaß der Thurm von 1781 audem alten Fundament von 135 wie eine Statue aueinem Poſtamente ſtehtDa Tagroſen und Holunder drauf wachſen, ſo iſt es ſehr x---ſchDie Kirche iſt reican Bildern und GrabſteinenAn der Wendung des hoheChors entlang, im Rücken deAltars, ziehen ſich Chorſtühle entlang 45 an der Zahl und jedeeinzelnen Chorſtuhl ein Gilden⸗ odeZunftwappen in das Holz deRückenlehne geſchnitzt: SchmiedeFeilenhauer, Schlächter, SchneiderZimmermannleute, Würſtelmache(wahrſcheinlich Drechsler) etc. VoBildern ſind die Altarbie beſtldedien den Grabſteinee bietet keiner ein hiſtoriſcheIntereſſe; unter den vieleBildern aber behaupten diAltarbilder einen gewiſſeRang. Es iſt dieDer Altaüberhaupt iſt (ein Holſchnitzweraus der Zeit Joachims Ixiſt einer von den Klappaltarendeſſen Thüren in der PaſſionsAdvents⸗ undauch eigentlich inzeit geſchloſſewurden. Es traten dann (untreten noch) vier Bilder nacvorn: Maria, Eliſabethdie Verkündigung, die EmpfängnißDieſe Bilder ſcheinen allerdingaus der Holbeinzeit, d. h. etwa
Herr v. Quast ſchließt es audem angebrachtetn ſchwediſchen undäniſchen Wappen. DasEs ſin früher, denn 1537 odeſo herum wurde die Marbereits proteſtantiſch. Untedem Altarſchnitzwerk, unmittelba
Altar der Kirche Mittenwalde, spätgotisches Schnitzwerk [Altar]AltarderKircheMittenwaldespaetgotischesSchnitzwerk[Altar]falseAnonym/nicht ermitteltAltar der Kirche Mittenwalde.
über dem Atltartiſch, zwiſchedieſem und dem Schnitzwerbefindet ſich ein ſehr guteChriſtuskopf mit der Dornen-kron, dem ähnlich in dePredikower Kirche, abe
nämlich 3 Wappen de
Wappen; Näheres nicht ermittelt.
weiß unſchwarze FeldeBrandenburblauer Grunmit 3 goldeneKronen drin viel größer und viebeſſer. Zwei ſchwebende Engelgeſtaltehalten das Schweißtucund auf dem Schweißtuch daBild; – viel weniger ſchön albei Correggio, aber eigentlich markiger, x---xvielleicht nudraſtiſcher, ſo daß es ſicfragt, ob nicht noch eiandres berühmtes Bild deArt (nach der Veronica Legendeexiſtirt
Dieſe Dinge ſind intereſſant (?) genug, aber wabeſagen ſie gegen das Intreſſedas uns im Kirchenſchifzur Rechten und eben hal ſichtbar werdend, eimodernes Oelbild einflößtnicht durch ſeinen Werthwohl aber durch den Namedes Mannes, den es darſtellt. Es iſt ein lebensgroßes Oelbild Paul Ger-hardts
Paul Gerhardt war Propſzu Mittenwalde von 165bis 1658. Es war ſeierſtes geiſtliches Amt. Wikommen darauf zurück
Das Bild iſt einKopie nach dem Bilddas ſich in der LübbenerKirch befindet und trägeine doppelte Inſchrift. ZuLinkenzZur Rechten folgende HexamterDanach eine Ueberſetzung gebenWann das Lübbener Bilgemalt wurde, vermaich nicht zu ſagen. DieſCopie iſt etwa ſeit 3Jahren eine Zierde der Mitten-walder Kirch. Wie ichörte, wird für die Nicolai-Kirche in Berli (die bisheſein Bild merkwürdigerweiſnicht hatte) ganz ebenfall eine Kopie nach deLübbener Bilde gefertigwerden
Paul Gerhardt waProbſt in Mittenwaldevon dieſer ſelben Kanzeher er gepredigt, vor dieſeſelben Altar hat er geſtandendieſelben Grabſteinevor ſichdie noch jetzt dorliegen. Dies alleiwürde genügen Mitten-wald zu einem Wallfahrtort zu machen. Unwieas alles bis deLebe des herrlichen Mannes, wiviel Schweres und wie vieSchönes knüpft ſich nichgerade an dieſen Ort
Bis 1651 war P. G.Paul Gerhardt iBerlin. Er war bereits 4Jahr und kein Amt hatte ſicgefunden, nach dem es ſeinSeele ſo ſehr verlangte. Elebte im Hause Bertholds etcarm, fromm, geliebtDa ſtarb der MittenwalderProbſ und Anfrage ginnach Berlin
Nun dies ſchildernSeine Freude, ſeine Nothſeine Bedeutung, ſeine Lieder Bei Gelegenheit von „BefiehlDu Deine Weg“ in eineAnmerkung die reizendBuchholtz⸗Geſchichte erzählen
1656 (?) verließ eMittenwalde. Er ging nacBerlin zu höherem WirkenDer Verlauf ſeiner Lebensgeſchichte gehört nicht hierherhier drängt ſich unstritt nudie Frage an uns heraniſt nichts mehr da, waan ſein Leben dort ſichtbarlich erinnerte, ſteht nichtmehr an dem Hauſe daesr bewohnte, blühts in de Garten nicht mehr, driihm und andern ſo viel erblühteEs iſt alles fort. Wo diProbſtei ſtand, iſt eben eiSchulhaus errichtet und deGarten wo das Lied gedichtewurde, liegt öd und braczwiſchen zwei Nachbargarten, es ſoll ein Turnplatz füdie Schuljugend drauf errichtewerden. Vor 30 Jahreſtand die alte Probſtenoch, die Keller warenoch wohlerhalten, nudas Haus ſelber einhalbe Ruine; ſeitdem iſ alles verſchwunden biauf den letzten SteinWer mit Sicherheit Nudie Kirche bewahrt noceinen Gedächtnißſtein auder Gerhardtſchen Zeit, eiGedächtniß an die Prüfungendie ihm in den erſteJahren ſeines Amtes auferlegwurden. Ebenfalls iRechtsſchiff der Kirche, nebeunter dem Portrait des Lieder-dichter iſt ein Steiin die Mauer eingelaſſender folgende Inſchrift trägt Ein grüner. . . Kranfaßt die Inſchrift ein unEngelsköpfchen ſchmücken diEcken des Steins
Aber die Erinnerungen Mitten-walde ſchließen miPaul Gerhardt nicht ab. 179erhielt der Oberſt v. Yordamals in Johannisburg garniſonirend, folgenden Brief
Die Folge dieſes Briefewar die Uebernahme deKommandos. Mit dieſeMittenwalder⸗Tagen deckte er deRückzug bei. . . . undie Gedächtnißtafel dan de Kirche zeigt deutlichdaß York und die Jägein Mittenwalde ſtandenWährend von anderOrten der langen Reihvon: MusketierMs---t.,ȃ   FüſilirFſliund LandwehrmannLandwehren begegnete, tragen diNamen der MittenwaldeGedächtnißtafel alle ei
Jäger
J.
ein
Garde Jäger
G. J.
oder einF. J. (Jäger, Garde-F. J.Freiwilliger Jäger (Jäger, Garde-jäger, Feldjäge)York war 7 Jahrlang in Mittenwalde. Da Haus ſteht noch, daßas ebewohnte, es iſt eiGaſthaus geworden und führwie billig den NameHôtel York. Ueber demeThür iſt eine Niſche angebracht und wo ſonſder „Mohr“ oder der „Engelzu ſtehen pflegte, ſtehhier General York. IHauſe ſelbſt erinnernoch manches an ihn- -.--- - - - - - In ſeinem Zimmer hängein Jeremias (das Muhrſche überm Sopha und einKamphinlampe an deDecke. Beides ein Produkandrer Tage
Wer reiſt nacMittenwalde? Niemandund doch iſt Mittenwaldeine ſehenswerthe Stadtein hiſtoriſcher Ort. Icwar in dem Hauſe, idem Shakeſpeare geborenwurddas Licheerblickte, anin dem Hauſrichtiger von dem die Saggeht, daß er darin dgeborewurde. Selbſt die Unſicherheihat Niemanden abgehalte die Pilgerfahrt zu machenTauſende von Namen ſinin die niedern Wändder Shakespeare-Stube eingeſchnitten, ſelbſt die Deckiſt mit Inſchriften bedecktWer reiſt nach Mitten-wald? Und docſo freudig um wie vielegrößer auch der Genius deſſen warder in den Garten voStratfort auf und abſchritund als der Genius deſſender im Probſtei-Garten zu Mitten-wald ſeine Lieder ſang, waiſt alle Höhe und Tiefe iHamlet und Lady Macbet gegen das Tröſteliedas viele Millionegetröſtet, gehoben, gerettehat, gegen das Tröſtelievondes Mittenwalder Probſtei-garten„Befiehl Du Deine Wege“ etcet ceter

  • 1) Altar und KanzelDie vier Frauengeſtalteam Altar ſind wahrſcheinlich: Maria, EliſabethHanna und der verkündigendEngel. Das Schnitzwerk eine Kreuzabnahme. Wegeder Kanzel an Herr PredigerSandman ſchreiben.
  • 2) LindenbäumeDie Stadt hat Lindenbäume in den Straßeaber ſo jung, daß ſigar keinen Eindruck macheund die Straße kahl erſcheint
  • 3) Auf dem Steinunterbau des Thurmes ſteheHageroſen und Hollunderbüſcheletztre blühten; ſehr ſchönAuf dem Kirchhof vieweiſe Roſen
  • 4) Es war Pfingſteund die Stadtmuſicbliebſen einen Choral vom Thur11 Uhr nach der Kirche
  • 5) York beſaß daganze Haus. Die Frahat ihn noch gekanntwar 6 Jahr alt. Ewar nicht geliebt, ſeinFrau ſehr. Das Zimmedas noch erhalten – Staatsgaſtzimmer; vielleicht daſſelbwo die Scene mit deFeuerkugeln ſtattfand. (?
  • 6) Die Spitalkirch
    Gebäudeaufriss; SpitalkircheSpitalkircheMittenwalde, die Stadt, der alte und historische OrtSpitalkirche in Mittenwalde.
    a) Rundbögen durch einen Stab in 2 Hälften getheilt
  • 7) Der Thorthurm hat aſeiner Außenfacade di
    Gebäudeaufriss; Tor, Berliner ThorTorBerlinerThorMittenwalde, die Stadt, der alte und historische OrtBerliner Tor in Mittenwalde.
    a. b. kleine Rundthüren,in Front (d. h. in derFacade) faſt en ligne, abernach hinten hinein die Rundun
  • 8) Kopie nach Kroepsc
    Gebäudeaufriss; Tor, Berliner ThorTorBerlinerThorMittenwalde, die Stadt, der alte und historische OrtBerliner Tor in Mittenwalde.
  • 9
    Lageplan; Mittenwalde, die Stadt, der alte und historische OrtMittenwaldedieStadtderalteundhistorischeOrtMittenwalde. Notte⸗CanaSüdeOſteWeſteNorHotelYorHausgrabenberAKirchProbstei, jetzSchulhauſehr alter Rund-thurThorthurBcd
      A. Alte Stadt
    • B. Dorſtelle(nahe beim „Vogelſang“
    • c) Penningsberd) BurgwalE) Weinberg (der große Sandbergf) R---x eines Winzerhauſe

Der Hausgrabenberſcheint immer ein bloßemächtiger Erdberg geweſen zu ſein; man findekeinen Stein in ihm, überhaupt nichts drin; alAuskiek ſehr reizenund eine kapitale Sommerwohnung
Der PenningsbergTEr iſt ſehr abgekarrund abgepflügt; man fanfrüher viel Münzedort, auch Urnen, ſdaß man glaubt, es wa eine heidniſch wendiſchBegräbnißſtätte
Der Burgwall. Hieſoll die alte Burg (wendiſch oder Deutſch) geſtanden haben; man findenoch mächtige Balkeund Bohlen (die vielfacbenutzt worden ſind) unüber dieſen Balken, dreFuß hoch, aufgeſchüttetFeldſteine. Dies iſganz erſichtlich ein Damdurch den Sumpf geweſender vom Sand⸗ odeWeinberg aus, überhaup vom Sandterrain ausdurch den Sumpf hindurchzur Burg führte. Icglaube daß dieſe Burdeutſch war und deHausgrabenberg wendiſchDoch ſteckt das Ganzim tiefſten Dunkel

Teupitz.

Um Mitternacht in Zoſſenum 4 in Teupitz
Dieſe Fahrt iſt einzigSo lang es noch Nacht iſtfährt man auf der Chauſſeeſo wie man abbiegt idie eigentliche Teupitzer Gegenhinein, beginnt ſchon diDämmerung  das Grau wirweiß, das weiß chamoisfarben, dann roſig, danfeuergelb  bei der Einfahrin Teupitz ſelbſt ſteigt derothe Ball der Sonne hintedem alten Kirchenthur hervor
Ich ſagte in di„Teupitzer Gegend.“ MiRecht. Die TeupitzerGegen iſt etwas beſondreseine märkiſche Landſchaftaber eine Spezialität, wiſie nur hier ſich findet
Es iſt Haideland, ameiſten verwandt jeneAusläufern der Tegeler⸗Heidwie ſie ſich z. B. umdenam Plötzendenam Plötzenſee etcet cetera ſich findenDas Material aus deſich das Bild zuſammenſetzt, iſdas alte, wohlbekannteSand und See, Kiefer unKuſſel aber die Vertheilun iſt eigenthümlich. DiKiefer, groß und klein, tritbeinah nirgends in geſchloſſeneMaſſen auf, wir begegneihr nicht um en colonnoder en quarré, esSie bildeTirailleurdienſt Schützenlinie und Knaeuell⸗bildun überall, aufgelöſteGefecht. Da ſteht einer, dſtehen zwei und drei, dhaben ſich mehrere zu eineKnäuel zuſammengeſtellt, abenirgends geht der einzelne ider Maſſe unter, jedes Lebemacht ſich bemerklich., unohne daß die Bäume durch Schönheibeſonders auffiele*n, feſſeln ſi* gegentheils. doch das Auge, weiſie einzeln ſtehn. Dabewelche Terrainbenutzung. Hieſtehen drei alte auf deKuppel des Hügels und halteUmſchau, am Abhang lagerſich eine Feldwacht jungeVolks eine Verbindungskettzieht ſich am See entlanund reicht eineer O anderFeldwachtTriumph die Hand auf demx---x Höhenzuge gegenüber. die Hand
Es iſt immer heller geworden, dasies grau wurdweiß, das weiß ein lichteiſabell, das iſabell ein roſenroth, das roſenroth ein Feuerliliengelb nun loſen Fruchtfeldedie Heide ab, da liegt dedann und wann ein Sumpf, ein kleineSee, ein Kornfeld wie einbeſcheidene Anfrage an di Teupitz⸗See im Morgenſcheiund der Sonnenball ſteigeben hinter der Kirche aufals wir in Teupitz einfahren
Der Wagen hält aufeinem Plat vor der Poſtſchräg über iſt der Gaſthofzum Ster, zwiſchen beidemitten auf dem Platz, eine koſtbare alte Eichenach der Mitte des Platzes.iNoch eine Stunde Schlafdann weckt uns daPinken des Nagelſchneidernebenan und diTeupitz hauns
    Der JachenbergDie KircheDas SchloDer See
Dann ganz kurz die Fahrt übeden See. Es iſt nichts beſondres, zweckloaus dem Schilheraus, zweckloin das Schilhinein, anlegenan die Rohrinſean diKornfeldinſel, abees iſt ſchön vieleichweil es ſo zwecklos iſt Natur Dann Umblick wieder auf dem Marktplatz unkleine Abhandlung über TeupitzTeupitz iſt viel beſſeals ſein Ruf. Es iſt wiLeute, die in ihrer Jugenarm waren und ſehr ſtilund häuslich lebten. Runduheißt es noch immer: „diarmen Leute“, aber kommman zu ihnen, ſo bemerkman daß ſie durch Sparſamkeit und Umſicht und vielleichdurch gutes Glück auf, etwaaus ſich gemacht haben. Fr.FriedrichW.Wilhelm I pflegte zu ſagen „meintreuſten Unterthanen wohnein Teupitz; wären ſie nicht ſtreu, ſo wären ſie längſt ausgemodert bis auf den letzteMann.“ Das mag nicht ſgeweſen ſein, die Loyalität dejetzt lebenden Geſchlechtes abeiſt nicht ſo hoch zu veranſchlagen – ſie haben zu lebenEs hat dies ſich Hineinwachſen armer Landesſtrichin eine verhältnißmäßige Wohlhabenheit etwas höchſt wohlthuendes und man kriegt dabevor zweierlei Reſpekt: vodenr Reſultaten praktiſcher Wiſſenſchaft, die mehr und mehauch zu den in’s Volk eindringt und es einmal nachgerüttelt von Stufe zu Stuftreibt, dann vor dem ſtilleWinken unſrer Regierung
Früher war Teupitz einFiſcherſtadt, oder die Fiſche ware ſo zu ſagen das einzigwodurch es mit der Weldraußen zuſammenhing, jetzeinmal wachgerüttelt und drauaufmerkſam gemacht, daß diNatur überall ihre Schätzverbirgt für denund ſie degiebt, der ſucht, jetzt findeſie ſich ausch. An den reſtlichen Hügelabhängen, die die Sonnenſeite haben, wirdwerden Wein unObſtarten gezogen, in demoorigen Niederungen proſperireTorfgräbereien und überalam See hin, namentlich nacMotzen zu ſind Ziegeleieentſtanden, denn 10 oder 2Fu tief unterm Sande liegedie koſtbarſten Thonlager unbieten ihr Material. Ekann nicht ſoviel geſchaffwerden, als die raſtlos bauendHauptſtadt conſumirt, eiHerr mit dem ich fuhr, haſchon weit über eine MillioSteine geliefert und allegeht auf dem Waſſerwegerſt durch die Seen, dandurch die Notte und Dahman Wuſterhauſen uund Coepenicvorbei, bis nach Berlin
Eine Haupterwerbsquellbleibent freilich nach wivor die Fiſcherei, die Stadführt nicht vergeblich eineKarpfen im Wappen. Di Fiſcherei iſt jahraus, jahreid. h. das ganze Jahr hindurcbedeutend (der Fiſch⸗Großhändlezahlt 800 Reichstaler Pacht, währenz. B. die Rheinsberger Seen 4 ReichstalePacht eintragen) aber freilicderie Haupt⸗Einnahmequellbildet ſeiner eine Winterfiſchzug, der gewöhnlich iJanuar vorgenommen zu werdepflegt und den poëtiſchenan hohe Thaten der Kunſt anklingenden Namen führ: deZander⸗Zug. Vor ſeineHAusfall hängt das Wohlbefindeder Fiſcher ab, es kommt vodaß ſie für 12 bis 150 Thaler ziehn, zu anderMalen gehen ſie faſt leeaus. Die Durchſchnitts⸗Einnahmdieſes einen Zuges iſt 600 ReichstalerDer Zug ſelbſt hat ganz deCharakter einer Jagd, ſchwankt aucin Bezug auf das immer Schwkendean| ſo in ſeinen ReſultatenDie Netze werden unterEiſe gezogen mittelſt eineManipulation, die mir nichklar geworden iſt, nur ſovieiſt gewiß, daß das Ganzden Charakter einer Treibjaghat und daß die Fiſche (Zander) an beſtimmten Stellein einen Keſſel gleichſa zuſammengefegt, um wiGoldfiſche aus eineGlasbaſſin mittelſt eineNetzkelle leicht herausgeſchöpfwerden. Alle die Fiſchgehen dann auf eineWaſſernetz von See, Canal unFluß bis Berlin
Aber der Fiſchtag ſbedeutend er iſt, bereichereigentlich nur den Fiſch⸗Großhändler der in Berlin wohnund erwähnt die wenigen Teupitzer Unterfiſcher, die ihm dienen, – dieſeErwerb wäre nichtein ausreichend geweſen die Lagder Stadt zu verbeſſern. Wadie Lage wirklich verbeſſert hat das iſt das endliche ſich freimachen, ſich los⸗löſen aus deSchlendrian und die Bemühungeder Regierung, durch Canaliſirung unEröffnung von Verkehrsſtraßeden erwachten Handelsgeiſtden Strebeeifer zu unterſtützen. Nun aufzählen: deWeinbau, Gemüſebau, Obſtbau, diTorfgräbereien, die Ziegeleie(der ſchöne Thon unterm Sand) PfeilWort ſcheint wahr zu werden; voSand und Sumpf
Der Teupitz⸗See iſt großzwei Landzungen, Schwerin unSchloß⸗Teupitz
  • Das Schloß. (beſchreiben. DiGeſchichte
  • Die Kirche
Die verſchüttete Gruft unterder jetzigen Sakriſte, diMetalltäfelchen mit deInſchriften: Namen: Schenk v. Lands-ber, Datum und Jahreszahl. Alleverloren gegangen beim Umbades Predigerhauſes. Die Särgwaren halb zerfallen. DiGlasſcheibe, Die kleinen Fenſter; das Durchblickenkönnen durch die ganze Kirchbis auf die Kirchhofsmauer undie alten Bäume
Noch eine Sehenswürdigkeihat Teupitz ſeinen Jeeſen-ber, ſeine hohe Zinnevon wo aus die alteSchenken das ſchöne, male riſche, berg⸗ und waſſerreichSchenkenländchen (?) überſchauen könnten. Was dieſeBerg uns bietet ſind nichErinnerungen, nur Bilderdennoch gehen wiihm zu. Nun die Beſchreibungen
Am Süd⸗Ende hördie Herrlichkeit auf, aNordende ſehen wir dieeThurm von. . . Vodort her kommen die BerlineSegler, auch das Dampfſchiff war zweimal hier
Es muß reizend ſeinan Coepenik und den Müggelbergeorbei, dann an Wuſterhauſen etcet ceteravorbei, dieſe Tour zu Waſſemachen können. Auch Dampfſchiffe wagen es unwaren im Sommer 6zweimal hier. Daiſt eine empfehlenswerthe ParthieSchlufinden
Zwiſchen Frankfurt und Stettiiſt während der Sommermonatein ziemlich reger Dampfſchiff⸗Verkehr. Schlepp⸗ſchiffe und Paſſagier⸗bootgehen auf und ab und die Rauchſäulen der Schloote ziehtn ihreSchattenſtrich über die weißen Seegeder Oderkähne hin, die oft iganzen Geſchwadern |(und viemaleriſcher als man es Oderkähnen zutrauen möchte) Flußabwärts ziehn|. dieſe Fahrt machen
Von beſondrer Wichtigkeiſind die Schleppdampfer. Handeles ſich darum eine werthvollLadung in kürzeſter Friſt Flußſtromau oder ab zu ſchaffen, ſ wird ein Schleppſchiff alVorſpann genommen und i24 Stunden iſt erreicht waſonſt vielleicht 14 Tage gedauert hätteIhre eigentlichen Triumphe abefeiern die Schleppſchiffe, wenſie – jemals erhofft aber kaumwarteer⸗wie vor ohngefäht – plötzlich innerhalinmittenb einekritiſchengewordenen Lage Situation erſcheinen undurch ihre bloße Erſcheinung diHerzen der geängſtigten Schiffewieder mit Hoffnung erfüllenSie ſind dann was der Führefür den Verirrten, was deZuzug für die Geſchlagenen iſund beherrſchen natürlich die SituationDieſe Situation die ſie vorfinden iſt faſt immer dieſelbe: entwedeiſthat der Rettung⸗erwartende Kahn ſich auf den Grunfeſt gefahren und müht umſonſt ſicab wieder flott zu werden, xxxxxodeer ſchwimmt bereits noch, |iſt x---xabeer iſt in ein mit Flößeund verfahrenes Defilée gerathen ſo dasß jeden Augenblick eineZuſammenſtoß zu gewärtigen läßtſteht.. Ierſteren Fall muß der Schleppdampfſeinehandelt es ſicheum Kraft, im andren Fallſeinum Geſchick und ſeine Schnelligkeit, einſetzen, um das Kritiſchder Situation zu überwindeund der Schleppdampfer iſt ider glücklichen Lage beidesje nach Bedürfniß, bieten zkönnen. Aber freilich – gegen Zahlung Nun beginnen die tragikomiſchſten Unterhaltungen, die mitund ohne Sprachrohr,die man ſicdenken kann, vom Kajütendach des Oderkahns einerſeits und voRadkaſten des TDampfers andrerſeits augeführt werden. Der geängſtigtSchiffer ruft ſein Hallohun hebt ſeine Hand in diHöh, alle fünf Finger deutungsreich ausſpreizend. Der Mann audem Radkaſten ſchlägt einhelleverächtliche Lache auf, und donnert ſeineBefehl zu größerer Eil iden Maſchinenraum hinein, bidas bittende „Halloh“ des Schiffers, ihwieder zu einem stobeſtimmt. Der Schiffer heb diejetzt ſeine Hand mit den geſpreizteFingern zweimal in die LuftDaſſelbe Lachen als AntwortSo geht es weiter, bis degeängſtigte FiſcherKahnführer, der namentlich, wener zwiſchen Holzflößen ſteckt ſeineRuin vor Augen ſieht, diSumme bewilligt, die der Capitaides Dampfers zu fordern fügut befindet. Dieſe Forderungen wechſeln, da Der mit ſcharfeAuge nach dem Grund deGefahr die Taxe beſtimmt. Ekommt vor daß der geängſtigtSchiffer ſeine fünf Finger zehnmal erheben, oder nach x---xMaßen x---x ülfe einer halben Stud. h. alle ſeinerfahrenen Defilé aus demverfahrenen Defilée diHndeBefreiung mit 50 Reichstalepreußiſch bezahlen muß
Die Schleppdampfer, (auf dasagierboot kann natürlicholchePaſſ alſ, wie hieraus genugſaerhellten wird, ſpielen alſo auf der Oder-ſtreck zwiſchen Frankfurtettin unddie ſie befahreSt die Doppelrolle – deRetters und des Tyranneund im Einklang mit dieſer Doppelrolle iſt auch die Doppel-Empfindung mit der ſie ſeitens der angeSchiffer betrachteſehen werden: man liebAlles je nachdeſie und haßt ſie. Die Xxxxxadie Gefahr im Anzuge oder glücklich überwunden iſtzwiſchen Horizont heraufdämmernde ſchwarze Dampfſäule wirerſcheint ihm als Hoffnungsbanner begrüßt, iim einen Falaliſt wie Lichtgewand, die abandren Fall als abziehende x---xals eine Piratenflagge. verwünſchtDie Capitaine wiſſen dasſie;Dazwiſchen liegt die Rettung. Nichts iſt kürzeals Dank. Die Capitaine wiſſen esdas, daß der GrolGeretteten länger dauerts ihr Dank deral aber esals ſind prak kein kennen | Empfindelei und haltetiſche Männer, die nicht mitden Empfindungen beim nächſten Fall.rechteandrerwerden rühmen nichtſich ſchadlo. Sie haben zudem diſtille ruhige Ueberlegenheit Superiorität der herrſchendeKaſte wie wir geſehhaben,
Die Schiffer blicken, migemiſchtergetheilter Empfindung auf deSchleppdampfer; – nicht ſo diFloß⸗Führer; –ſDieſe geben ſicungeſchwächt einger einzigen Empfindunghin ihrem polniſchen (wenn ſie vor der Warthe kommen) böhmiſch⸗oberſchleſiſcheHaſſe hin. Sie können es wagendas Floß, das an manchen Stelledie halbe Breite der Oder deckkann wohl den Schleppſchiffenaber das Schleppſchiff kann in dernie un nimmer dem Floße (wenigſtens nicht ernſtlich) gefährlicwerden. Nur anregen kderan es. Es liegt alſo keiGrund vor, weſhalb ſie ſichnicht einem, ungeſchwächten HaſſderThat gutermieihrer Abneigung hinter dem Berghingebehaltenn ſollten. Zu dieſemHaſſeAbneigung liegten nun allerdings auch dietriftigſten Gründe vor. DiSchleppſchifferdampfer nämlich, da dſie, wie eben angedeutet den Flößeſo zu in Wahrheit weder nützen nocſchaden können, benutzen deſhaihre Superiorität, um amFloßergenügen ſich auch damitldie ſl reizbare ſlaviſche Natur z nergeln und zu aergern. WiReiter die luſtig durch die Plätzeeinen Waſſer-tümpelzogen und ihren Spaß habwenn das ſpritzendewaſſerhumoriſtiſches Unheil anrichteten,allesbwas in der Nähe iſt Schlam- nach rechts und links hin, mit Waſſer unnac rechts und links einhibeſpritze ſobeſtehen die kleinen ReiſUnterhaltungen des Schleppſchiffsdarin, das Floße-jagen hier die Dampfe dasan dem ſchwerfällizur Seite oder wohl gaim Fahrwaſſer liegt, durchdie Wellenbewegung des plötzlicſeine Ruhe geſtörten Stromsrliegenden Floß vorübeund unterhalten ſich damit dainFloß unter Waſſer zu ſetzen. Edas Verfahren iſt einfach.iſt dies ein etwa grauſameSpaß (wo es überhaupt ein Spaiſt) ſonſt muß man zugebendaß es ebenſo komiſch wie maleriſch iſt. Die zur Seite gedrückte Welle eilt auf immehöher werdend auf daFloß zu, jetzt trifft ſiden erſten Balken und ſpritzt hoc auf,. aAber nicht genug damit; die untre Hälftder Welle ſetzt ſich untedem Floß hin fort unüberall, wo eine Lücke ſicbietet, nach oben treibendſetzt ſie an 6ſechs, achStellen zugleich das fFlounter Waſſer. Nun ſolltman glauben, die Flößemüßten gleichgültig ſein, gegedas laue Flußwaſſer, das halchäumend über ihre Füße läbein ſolches Fußbaſuftaber, als wär es Feuerſieht man nun die Beſetzundes Floßes, auf deBäumen und Querbalken hiund her ſpringen, als gält’ ehäuslichen Einrichung deſſelben bilden. Bei dieſer häuslichen odewirthſchaftlichen Einrichtung des Floſſes hab’ ich noch einen Augenbliczu verweilen vor ihren bitterſten Feinzu fliehn. Dieſe raſche wunderlichZickzackRöſſelſprünge nehmen ſich zuoderaber zugleichTheilx---xx---x ſehr maleriſch aus. undie Felder auf ſdie die Geängſtigten ſpringen, ſind weidie Mmit vielem Geſchicwiſſen ſie immer eine Stelldes Floßes zu treffen, wein Querbalkon, ein Holzblocoder am liebſten einer derjene Erd⸗ und Raſenhügel Erdfleckchen ſich vorfindet, daraeigenthümlichen Floß⸗Herde ſtelleſich findet, von denen wohllb eingefallen Grabdie eineſicein Dutzend und mehr aufſolchenhaRaſen-hügel ſich übehides Floßes ausbreiten. ſindDieſe HerdſtellenErd und Raſenplätze, die ebenſoweite X---x de Floſſes bilden di oder Kochgelegenheiten des Floßex---xviele (oft ein Dutzend) ſich übedas Floß hin ausbreiten und einen weſentlichen Theil der Hälfte der geſammtewirthſchaftlichen Einrichtung eineFloßes. |(Abſatz) Die Geſammt⸗Oekonomieeines ſolchen Floſſes beſteht nämlicberhaupt nurü aus zwei gleichwichtigen Theilen, aus eineKochplatz und einem Trocken-Aufbewahrungsplatplatz. d. h. aus einem Platze,der einfach die Aufgabe hatoder aus Küche und KammerBeide ſind gleich wichtig und von gleich einfacher ConſtruktionDer Kochplatz, der Herbeſteht aus eben jenen Erdhügeln d. h. aus ein paar DutzenRaſenſtücken, die Morgenam Ufer friſch abgeſtochen unwie Mauerſteine neben unauf einander gelegt werdenAn jedem Morgen entſteht ein neueHerd; der halbweißgewordene alten Herdwieder auf. oder nimmt ſie auch wohl, naceinigen Tagen; als Herdſtellſtellen aber gönnt man ihren alten Platzund benutzt ſie entweder als Inſeln, wenn die Wellen komme Auf dieſem improviſirteHerd wird nun gekocht, undſe Feuer beinah unmidem Waſſer neben ſicpoetiſch genug aus, wenneinen Abends dieſe Feuer, wiIrrlichter, vor ſichwadiettelbarſich natürlich genug ausnimmt, beſonderauf hum die Abrandſtaude, wenn dieſFeuer wie x---x auf deeWaſſer zu tanzen ſcheinenhat. Ebeſo wichtig iſt wie der Kochplatz iſt der Trockenund Aufbewahrungsplatz. Seine Conſtruktioiſt von derſelbennoch größerer Einfachheit unbeſteht aus einem halbausgebreiteten Bündel HeuAuf dieſer Heuſchicht liegedie Röcke, Jacken, Stiefeder Floß⸗leute und ausgerüſtemit dieſen Uranfängen primitivſten Formen eine Küche und KleiderkKammermachen die Flößer ihre ofwochenlange Reiſe
Nach dieſer Beſchreibung wires jedem klar ſein, waeine überallzunächſtſolche Dampfſchiffswelle, die zunächſt die zunächſt die Flankdes Floſſes faſſende dann obwohleroder au jede Lücke des Floſſehervorbrodelndet,x---x Welle für diFloßleute zu bedeuten hat. Einſolche Welle ſpült nicht bloüber die Füße der Betroffenehin, ſondern ſprudelt ſie ihreswirklican ihrem Hab und Gutst, oder beſchädigt es weniens wie eing-als handle es ſicſte wirklicheum eine Ueberſchwemmung im Kleinen. DasHiefährt das Waſſer fährt ziſchend in diFlammen und löſcht es; dort dashebes das Heubündel x---x über, mit demſammſeinen Garderobenſtückendie es trägt,werden im Nu vonmitvon unten her in die Höund tränkt es, entweder mit Waſſer getränkt oder ſchwemmt es gar hinweg.geſchwemmDas weckt dann freilicStimmungen, die dieerHerzenweitabführen von den Pfadenſchöner BrüderlichkeitVorſtellundes Menſchengeſchlechtsvon mir x---x X---x„Fraternität“ x---enHohn ſprechen und zu Unterhaltungen führen von denen edas beſte iſt, das ſie, kaumgeſprochen, auch ſchon wiederiWind und Waſſeverklingen
Soviel von den Schleppſchiffern. Der Dampfer aber, deuns heute von Frankfurt bis Schwedtragen ſoll, iſt natürlich ein Paſſagierſchiff, deren mehrere den Perſonen verkehr auf |dieſer Strecke deOder unterhalten| Von geringereBedeutung ſind die Paſſagierbootedie übrigens, wie ſich von ſelbſverſteht, gelegentlich die Rolltauſchen und auch ihrerſeitals „Retter“ und „Tyrannen“ (ganin der oben geſchilderten Weiſedebütiren
Die Paſſagierboote gehen voFrankfurt aus 2 mal wöchentlic(Mittwoch und Sonnabend) und machen die Fahrt nacKüſtrin in 2, nach Schwedt i8 nach Stettin in 10 StundenDie Benutzung erfolgt mehr ſtationsweiſe, und auf kleineren......Strecken, als für die ganzTour Der Grund mag darin liegendaß die Eiſenbahn (trotdes Umwegs über Berlin) diReiſenden zwiſchen Frankfurt und Stettin, doch eher und ſicherer ans Zieführt. Eher unter allen Umſtänden; Sicherer in ſoweit, ales bei niedrigen Waſſerſtandvorkommt, daß die Fahrt auStunden unterbrochen oder wohganz eingeſtellt werden mußDie Regulirung des Oderbetts, eiin den Zeitungen ſtehend gewordeneArtikel, würde K---x einzig und allein dieſem Uebelſtande abhelfen und, wenigſtier die Sommermonatenhe, einConcurrenz der Dampfſchiffx---x Waſſerſtraßeinen weiten Kreis beſchreibende mit deeEiſenbahn möglich machen könne
Damit hat es abenoch gute Wege (einige meinen, es ginge überhaupt nichtund ſo werden ſich die beidePaſſagierboote, die jetzt daBedürfniß decken, noch längerZeit mit dem Publikubehelften müſſen, das jetzt zihnen hält. Dies Publikumwenn auch nicht zahlreich, iſimmerhin mannigfach genug: Tagelöhner die auf die GüterHandwerker die zu Marktziehn, dazu Kaufleute und Gutsbeſitzer, auch gelegent- lich Badereiſende, ſ beſonders ſolche diin den ſchleſiſchen Bädern waren)Kaufleute und Gutsbeſitzer, nNueine Klaſſe ſelbſt, der maſonſt wohl auf den Flußdampfern unſrer Heimath, beſonders im Weſten und Süden, zbegegnen pflegt: der Touriſvon Fach, der eigentliche Reiſende, der keinen anderZweck verfolgt als Land unLeute kennen zu lernen
Dieſer „Eigentliche“ fehlt nochaber er ſollte nicht fehlenun wird auch nicht immer fehledenn ohne das unfruchtbare unmißliche Gebiet der Vergleichbetreten zu wollen, ſei doch daEine hier verſichert, daß aden fruchtbaren Ufern hierder Oder hin, allerhand alte Städtund reiche Dörfer liegen undaß, wenn Sage und Legende auch ſchweigendie Geſchichte um ſo lauter und ver nehmbarer an dieſen Uferſpricht
Sehen wir ſelbſtEs iſt Sonnabend und 5 Uhr Morgens. An dem Breiten Quai desealten Stadt Frankfurts, die OderbrückRückeim, hohe Häuſer und Kirchezur Seite (das Ganze ausnehmend an diParthieCölner Quai zwiſchen der Schiffbrücke und deEiſenbahn⸗Brücke in Cöln erinnerndliegt der Dampfer und huſteund pruſtet. Es iſt höchſte ZeitKaum daß wir das Deck betreten,an Bordſo wird auch das Brett zurück ſchon ein gezogeund der Dampfer ohne vieCommando und Schiffs⸗X---xHalloh löſſich leicht vom Ufer ab und ſchaufel ſtromabwärts. Zur Linkeverſchwindet die Stadt iMorgennebel; nach rechts hinzwiſchen maleriſchen BaumfruppenPappeln und Weidehindurch, blicken wir in jeneFeldmarkHügelterrain hinein, derſſen Namhiſtoriſchen VollkKlang hat troteinem., Verſchleiert, hinter jenepeln und Weiden liegtunersdorfn– KunersdorfPaK. Wir werdenoch oft, während unſrer Fahrtan dieſees FeldmarkTerrain und dieſeNamen erinnert werden
Der Morgen iſt friſch; deWind, ein leiſer mäßiger aber ſcharfeNordoſt, kommt uns entgegen unwir ſuchen den Platz am Schornſtein auf, der Wärme gewährt un zugleich Deckung gegen deWind. Es iſt nicht leicht mehr eineguten Platz ausfindig zu machendenn bereits vor uns hat ein Gips-figurenhändle, mit ſeinem Bretvoll Puppen, an eben dieſer StellPlatz genommen. Er iſt abeumgänglich, rückt ſein Brett beSeite und wartet auf UnterhaltungDas Puppenbrett bietet debeſten Anknüpfungspunkt. König unKönigin;alte Amor und Pſyche; Goethe, Schiller, Leſſingdrei „betende Enge Knaben“ unzwei Windhunde, außerdem (allandren überragend) eine Aurorund eine Flora bilden die Beſatzung des Bretts. Der Aurorſind ihre beiden Flügel von der Schultunde der Flora zweidas Bouquets aus Haar und Hand genommen; beides, und Bouquet und Flügel liegten, wie abgelegter Schmuck, oder wie Beutſtücke,e zu Füßen der Figuren
Was geht denn ſo abeſten? eröffne ich die Converſation
„Ja, das iſt ſchwer zu ſagenmein Herr,“ erwiedert der Fi-gurenman (der ſich durch dahierlandes ſelten gebraucht„mein Herr“ ſofort alein „Gebildeter“ Mann von gewiſſen „Allüren“ einführt) „erichtet ſich nach der Gegend.„Ich dachte König und Königin“„Verſteht ſich,“ verſteht ſich“ unterbricht mic der Figurenmann, als ſei er mißverſtanden, „Königliches Haus und Goethe⸗Schilleimmer waren. Selſtverſtändlich“„Aber außerdem?„Ja das war er eben,. mein Herr. Hierherüber (dabei deutete er nacrechts hin, in die Sandgegenden des Neumarhinein) verkauf’ ich   und den betenden Knaben. Ickönnte von meinem Standpunkaus ſagen – und dabei überfloein feines Lächeln ſein Geſicht wo der Sand anfängtgute Boden aufhört, da fängauch der „betende Knabe“ an„Nun da gehen dieſwohl in’s Bruch“ erwiedert ich lachend, indem ich auFlora und Aurora zeigte
„Aurora und Flora gehein’s Bruch“ ergänztewiederholte emit humoriſtiſcher WürdeMit derAber mit Venushab ich aberGlück gehabt. Sie„Amor und Pſyche“, wenigerkeinSie ſind nicht für dNackte in der KunſasDas macht die Pſychet
Er lächelte verſtändnißvoll. Wir waren gutFreunde
Wir ſtanden nun auf untraten an die Schiffswandung. Er ſah, daß ich eineBlick in die Landſchaft thuwollte und wartete deſhalb bis ic die Unterhaltung wieder aufnehmen würde. Die linkOderufere
Denas linken UOderufer, wenſtens zu Anfang der Fahrt, ſindigiſthüglig und maleriſch, zumzur reReUfer iſt flachchtenes Bruch⸗ undenland Wie⸗hin dehnt ſicſ. das rechte flach und reizlos. Der eigentliche Uferraniſt aber auch nach dieſer Seithiner ſteil abſchüſſig und diſteile Seitenwand iſtWandung mit Weidengebüſch beſetzt. Das Waſſeiſt gelblich, flach, voll Inſelund Untiefen und deſhalb diführt Paſſage, ohne ſelbſt bei genaue r Kenntniß deFahrwaſſers, kaum ſehr ſchwierigWenigſtens um die SommerzeitVorn am Bugſpriet ſtehen zwe Schiffsknechte (ich weiß nichob man bei Flußdampfervon „Matroſen“ ſprechen darfmit langen Stangen unnehmen beſtändig Meſſungevor, die um ſo unerläßlicheſind als die Sandbänke ihre Stellwechſeln und heute hier, morgeda zu finden ſind
Fluß, Ufer, Fahrt, allehat den norddeutſchen Charakter
Inzwiſchen iſt es heller geworden, die Nebel haben deSonne Platz gemacht und mit deSonnenſchein zugleich dringen, vol rechts her, Glockenklänge zu unherüber. Die Glocke hat eineollen, dabei einen ſchönen Klader in dieſer Stille uind UmgebungundnDorf oderund Kirche aber iſtſind nicht ſichtbarvngreine Ich horche eine Weile; dan wend ich mich zu meinem Nachbawendend, der erſichtlich demKlange gelauſcht hat wie ich,wend’ ich mich mit derie Fragan ihnicht und frage: wo klingt das her
Das iſt die 7⸗centnerigvon Groß⸗Rade; – mein beſondreLiebling
Was tauſend, Kkennen Sie die Glocken hieherum ſo genau
Ach, mein Herr, ich kennſie alle. Viele davon ſinmeine eignen Kinder und hat maſelber erſt Kinder ſo kümmert maſich auch um die Kinder andreLeute
Aber Wie dennas? haben Sie denn diGlocken gegoſſen? ſind Sie Gürtle oder Glockengießer? Oder ſindſie’s geweſen.
Ach, mein Herr, ich bin ſehvieles geweſen: TiſchlerKorbmacher, dazwiſchen Soldat, danFarmer, dann Glockengießer, nugieß ich Gips. Es hat mir allenicht recht gefallen, aber daGlockenſchlaggießen iſt ſchön
Da wunderts mich doppelt, daſie vom Erz auf den Gipgekommen ſind
Mich wundert es nicht, meinHer, aber es thut mir leidWenn der „Zink“ nicht iner Weld wäre, ſo göſſ‘ ich nocGlocken bis dieſen Tag
Wie ſo
Seit der Zink da iſt, iſt emit dem reellen Glockengu vorbei. In alten Zeiten hiees: „Kupfer und Zinn“ und waren’die rechten Leute von altem Schrod Korn, Patrizier oder ſoun, ſgebenab’s ſie noch ein gutauch wohl ein StücSilber mit hinein. Damit iſt’s vorbei. Jetzt wirabgezwackt; von Silber iſt keinRede mehr; wer’s billig machtder’s hat’s. |Da kommen dendie Herrn Collegen und ſteckeein| der Zink regiert diWelt und die Glocken dazu. Aber dafür klapperſie auch wie ein geſprungenerBunzlauer Töpfe. WerIch kabald zu kurz; Wer nochdie Elle wurde länger als für Zinn iſt, der kann nicht beſtehnder Kram; wer nach denn Zinn iſt theuer und Zinkt iſbillig
Wie viel Glocken haben ſSiwohl gegoſſen
Nicht viele., aber doch Sſieben odeacht; die Groß⸗Redener iſt meine beſteUnd alle für die Franfurterk- Gegen hier
Alle hier herum. Unwenn ich mir mal eineFeierabend machen will, dannehm ich ein Boot an der Frank-efurter Brüc und rudere ſtromabis über Lebus hinaus. Wendann die Sonne untergeht unund rechts und links die Glockeden Abend einläuten und meinGlocken dazwiſchen, danvergeß ich vieles, dieſen Turbahier und alle meine Puppenwas mir ein Leben ſchiegegangen iſt und vergeß aucden „Turban“ dena. ich jetzt trage
Dabei zeigte er auf dirunde, kiſſenartige Mützdie die Gipsfigurenhändler ztragen pflegen und die er jetztjetzt vorläufiin Ermangelung eines beſſerenandern Platzesdemr Rietſchelſchen Goethe-Schiller⸗Statu von Rietſchel über die Köpfe geſtülpt hatte
So plaudernd waren wirbald darauf eine Viertelſtunde ſpäter bis Lebus gekommen;. DeGipsfigurenmann verabſchiedetſich hier und während das Booanhieltanlegte, auf Minuten ſeiFahrt unterbrnach, hatt’ ich Gelegenheit die „alte Biſchofsſtadtzu betrachten
Freilich erinnert hier nichtmehr an die Tage ehemaligenalteGlanzes und alten Ruhms.. Die alte Kathedrale das noch ältre Schloß, ſiſind hin und ſelbſt da eineLächelns kann man ſich nichverwehren, wenn man ialten Chroniken lieſt, daß uden Beſitz von Lebus heißSchlachten geſchlagen wurden, dahier die ſlaviſche und digermaniſche Welt, Polenkönigund thüringiſche Herzöge hierin heißen Kämpfen zuſammenſtießen und daß deSchlachtruf mehr als einmalautete: „Lebus oder der Tod“Unter allen aber, denen dieſeSchlachtruf jetzt ein Lächeln abnöthigen wird, ſtehen gewidie Lebuſer ſelbſt obenan ImDer Stadtſiegel iſt ein „Wolmit einem Lamm im Rachen“die neue Zeit iſt der Wolund Lebus ſelbſt iſt das LammMitleidslos wird es verſchlungen
Lebus, die Cathedralen⸗ſtad, iſt hin, aber Lebusdas vor dreihundert Jahreeinen fleißigen Weinbatrieb, das Lebus exiſtirt nochEs baut nicht Wein mehr,Wenigſtens landſchaftlichNicht daß es noch Wein gebautawerdeſeine Berglehnen, aberx---x, nur eben der maleriſchCharakter eines Winzerſtädtchens (wie ſie in andren TheileDeutſchlands ſo oft zuſich finden ſindiſt ihm erhalten geblieben
Die Stadt, ſo klein ſie iſtzerfällt in eine Ober⸗ und Unter⸗ſtad. Jene ſtreckt ſich,(wenigſtenvom Fluß aus geſehn,) in gradLinieerihrem x---x auf der Höhelichen Theile am Firſte des Bergehin, entlang, dieſe zieht ſicam Ufer entlang und folgt deWindungen von Fluß und Hügel. Zwiſchen beiden, am Abhang, und wie Beide Theile liegen gleices heißt an ſelber Stelle wo einſt die alte Kathe-dralemaleriſch und fügen ſich z ſtand, erhebt ſich jetzt die LebuſerKircheeinem reizenden Geſammtbilde zu, ein Bau aus neurer Zeit.ſammen. Die „Unterſtadt“ haHöfe und Treppen die adas Waſſer führen; die „Ober-ſtad“ hat Zickzackwege unSchluchten⸗ſtraßen die deAbhang herunter bis in die Unterſtadt hinunterſteigen. Au dieſen Zickzackwegen bewegſich ein Theil des ſtädtiſcheLebens und Verkehrs. Gänſund Ziege weiden dort unteGras und Geſtrüpp; einzelnFrauengeſtalten, ſtehen auf dSchluchtenrademrzum Theil in eineungen, in deniemaleriſchTracht des Oderbruchs gekleidet;vor allem maleriſch ſtiegenſchrittebergab, den Zickzackwehinauf aber ſteigt ebeunſer Freund der Gipsfiguren-man und alle ſeinPuppen,( nicht blos di„Aurora“ die wieder ihFlügel angelegt hat) ſchimmerim Morgenſtrahl
Nun aber Commandowart vom Radkaſten aus ununſer Dampfer ſchaufelt weiter
Lebus liegt hinter uns unwir treten nunjetzt, auf etweine Meile hin, in jenes Terraiein, wo die Namen rechtsinks voll hiſtoriſchen Klangs undStadt und Dorl zbeiden Seiten des Fluſſes, aKunersdorf mahnen und an didie Tage die jenenmſchwarzTagee 12. Auguſt vorausgingen undie ihm folgten. Es ſind vierdiNamen vorzugsweiſe denen wir hier, voll hiſtoriſchen Klangs, am Ufer hin begegnen; von denen jeder mit Wde Gorgaſt, Reitwein, Goeritund GOetſcher, jederalle die mit der Geſchichtjener Tage verwoben
Gorgaſt (zur Linken des Fluſſes liegt ſchon ein gutes Stücin’s Bruch hinein und entzieht ſich unſrem Blick. Hiewar es.
In Reitwein erſchien a10. Auguſt die Avantgarddes Königs, um eine Schiffbrückvom linken aufs rechtre Oderufezu ſchlagen; Man wählte dazu die Schmälung des Fluſſes Am 10. Abendzwiſchen Reitwein und Goeritz.erſchien der König ſelbſt unführte die Armee ſein Bataillon (60 an der Zahl) hinüber; diCavallerie ging durch eine Furth╒eine Viertelmeile ſüdlicherIn Goeritz aber blieb General Flemmig zur Deckung mit 7 Bataillonszur Deckung der Schiffbrücke zurückZwei Tage ſpäter (am Abend des 12.) befandeſich die mühſam geſ Trümmeder geſchlagenen Armee aderſelben Furth, an derſelben Schiffbrücke Wie damalsAber tatt das Spiel war vertauſcht; ſtatt vomn linkesn unſenach rechtesUfer, ſo gingen ſieging es jetzvomn rechtens aufsnach linkes. AllesDiBrücke, die am Abend des 10ten von Reitwein nach Goeritvorwärts geführt hatte, führte jetztam Abend des 12., von Goeritz nacReitwein zurück

wo die alte Stadt Goeritz, maleriſcam Hügelabhang, gelegen, dem DorfReitwein gegenüberliegt

Man hatte dazu mit Vorbedacht dieſStelle gewählt, wegen der Schmälung denn des Fluſſes iſtam ſchmalſten hie zwiſchen Reit-wei und Goeritz. Am 10. Abenderſchien der König ſelbſ

Der König |war an der Stellwo die Cavallerie durch die Fuging.rt Reſte ſeiner Reiterei abermaldie Furth paſſirten.| verbrachte diNacht eine Viertelmeile ſüdlich voGoeritzder Schiffbrücke, im Dorfe Oetſcher; eſchlie auf Stroh in einer verödeteBauerhütte. | Andren Tagnahm er Quartier in ReitweinIn ReitweinHier war es alsdann (damalnoch den Burgsdorffs gehörigwo er alsdann die berühmte Inſtruktiofür den General Fink ſchrieb,aufſetzte (ebenfalls für Finkenſtein) entwarf, wieider er ſein den BPrinzen Heinrich alGeneraliſſimus der Armee bezeichnetund den Willen ausſprach, daß die Armee ſeinem Neffen ſchwören ſollte
An dieſen Plätzen führt unjetzt unſre Fahrt vorüber. Oet⸗ſche (wiewohl nach gelegen) verbirgſich hinter Hügeln, deſto maleriſcherklaretreten Reitwein und Goeritz hervorSchoener freilich noch muß der Anblick dieſeBildes geweſen ſein, als die altAuf dem Rücken Rittmeiſters v. Prittwitz, der ihgerettet, ſchrieb er hier mit Bleiſtift die Wortan den Miniſter Finkenſtein (in Berlin): Alles iſverloren, retten Sie die Königliche Familie; Adieu für immer. Goeritzer Kirche (ein berühmteWallfahrtsort) noch auf der Höhdes Hügels lag und ſich mider Kirche von Reitwein,drübenam andern Ufer begrüßte. AbeGoeritz iſt und ſeine Kirche ſind, in jedem Sinne voſeinerihrer Höhe herabgeſtiegen. MeinWallfahrtener kommen ſo mehr unals ſei es nicht länger nöthig, daberühmte Wallfahrtshaus, die Kirche, ſchoweithin zu zeigen, iſthat man die neue Kirch(nachdem die alte, von dem Rufkurz voder Zorndorfer Schlacht, von den Ruſſezerſtört worden war) in der Tiefwieder aufgebaut
Die Goeritzer Kirche hat unzu guter Zeit an die Ruſſen undie Zorndorfer Schlacht gemahnt denn wir verlaſſen ſo ebedas Terrain der KunersdorferSchlach nur, um in ähnlichergleicherWeiſe, in das Terrainden Schlachtengrundderan Zorn-dor einzutreten
Was wir zunächſt erblickeiſt Küſtrin ſelbſt (thurmlosgrau in dünne Nebel gehülltdie alte neumärkiſche Hauptſtadtum deren Rettung es ſich handeltals am 2021 Auguſt 1758 deKönig von Schleſien her inam rechtenlinkeGegendenOderufer erſchien. Alle Namehier, zur Linken und Rechtenbeiden Seiten dedes Fluſſes, erinnern an jenTage bittrer Bedrängniß, ſchweerkauften Sieges
Links liegtZuerſt Gorgaſt daſſelbeorgaſG am linken Oderufer. I Gorgaſt war es wo deKönig ſeine chiffonirt ausſehendeTruppen mit den glatt und wohlgenährausſehenden Truppen Dohms vereinigte und wo die berühmteWorte fielen: meine ſeheaus wie Gralteufel, aber ſibeißen
Weiter Flußabwärts die Fähre von Güſte-bieſ. eEin wenig poëtiſcher Namaber voll hiſtoriſchenguten Klangs. Hieführte der König ſeine Bataillonüber, als er von Küſtrin au(wo der Feind en fronte deUebergang erwartete) jenen berühmteBogenmarſch ausführtemachte, deihn, an derſelben Stelle wder Gegner immer noch eineFrontal-Angriff erwartete, plötzlic von in den Rücken deſſelbeführte
Rechts hin, faſt am Ufedes Fluſſes entlang, dehnt ſicdie Drewitzer Heide, wie ein grüner Schein, der das eigentlicher Schlachtfeld dem Augdes Vorübergehenden entziehtDahinter liegen die Dörfer und Stätten, dereNamen mit der Geſchichte jeneblutigen Tages verwoben ſindQuartſchen, die Neu⸗DammſcheMühl, der Zaber⸗ und Galgen⸗Grun, endlich Zorndorf ſelbſt
Wir haben Küſtrin paſſirt ein ſcheuer Blick nur traf die jene enge halb verbaute Stellauf Baſtion Brandenburg wo ajenem 6 November 1730 Katts Haup in den RSand rollte – auch daSchlachtfeld liegt bereits hinter uns, da28 Jahre ſpäter dieſe Ufer unDörfer zu hiſtoriſchem Anſehn erhound wir fahren nun, als hätteſichs dieſe Ufer vorgeſetzt durcContraſte zu wirken, in jene friedlichfruchtbaren Gegenden ein, die vohundert Jahren oder doch 150 Jahrenoch ein ödes, werthloſes Sumpflandſeitdem ſo oftmals (und mit Rechtdie Kornkammern unſres Landes genannworden ſind. Das Oderbruch dehnſich auf Meilen hin zu unſreLinken aus
Der Anblick, den es, iVorüberfahren, vom Fluß augewährt iſt weder ſchön unmaleriſch, noch verräth er einbeſondr Fruchtbarkeit, gegentheils daVorland, das ſich dem Augbietet macht kaum den Eindruceines gehegten Stück Wieſenlandund die Raps und Gerſtenfelderdie ſich golden dahinter ausdehnenwerden dem Auge durch diehohenendloſich hinziehende, proſaiſch ausſehende Dämme und Deiche entzogendie aber freilich, indem ſie die Mündung gegedie frühren Ueberſchwemmungen ſicheſtellten, erſt den Reichthuſchufen, der ſich jetzt hinteihren proſaiſchendieſen Deich⸗ Linien verbirgtWir Aber Der Reichtum dieſeGegenden ſpricht nicht in goldneFeldern zu uns, aber wierkennen ihn doch an ſeineerſten und natürlichſten Folgen – aden Dörfern die er geſchaffen Da giebt es kein Strohdach mehrder rothe Ziegel lacht überall audem Grün der Wieſen hervound ſtatt der dürftig⸗holznem Kiesthürme devorigen Jahrhunderts, die oft wieährend des vorigen Jahrhunderwkümmerlich wie ein Schilderhauauf dem Kirchendach zu ſitzepflegten, wachſen jetzt in ſolideBackſteinbau,, – die CampanelleItaliens glücklich und heiter kopirend, die Kirchthürme in die LuftAn dieſem Reichthum nehmedie Dörfer des andern (des rechten Oder-ufer theil und anſteigend ader Hügelkette gelegen, die ſicheine Meile unterhalb Cyſtrin, arechten Oderufer hinzuziehen beginntgefallen ſie Schönheit und maleriſch Lage (vielmehr als man idieſen Gegenden erwartetzu dem Eindruck des Reichthumund beinah holländiſcher Sauberkeit
Nun ſind wir über AmKienitz (ein altes Dorf, wazwei Jahrhunderten dem alteGoertzke, dem „Paladin“ des großen Kurfürſten gehörig.) und nuüber Kloſter Zellin hinausdas maleriſch – wie Stadt undAmt Lebu zu Anfang unſreFahrt – | der Fluß wird ſchnelleaber tiefer und das Landſchaftsbild verändert ſich. WiDer Barnim links, die neumärkiſchenUfe rechts, liegen hinter unund wir fahren in die Uker-mar hinein. Es ſind ſchoähnliche Uferlandſchaften, wiſie die Umgegend Stettinin ſo reichem (?) Maßedem Auge bietet. Andre Namen, inichts mehr an halb die triviale komiſchKomiklingende Namen wievon „Guſtebieſeoder „Lietzegörike“ erinnerndtauchen auf; – Namen volpoetiſchem Klang und SchimmerHohen-Saathen, Raduhund Hohen⸗Krähnig
Der Fluß bis dahin in eineBette fließend, fängt an ein Netvon Kanälen durch die Landſchafzu ziehn herhin dorthin windeſich der Dampfer, aber eh euns noch gelungen iſt, uns i dem maleriſchen Wirrſalal zurechtzufinden, tauchen plötzlic(bis kurz vorher unſrem Augntgangen)e weiße Giebelwändehier und dort von Thürmen unhohen Linden überragt aus deLandſchaftsbilde hervor. Noceine Biegung und das übliche Hound Hoh, wie es immer beginntlaut wirwenn das Schiff ſich einer Landungs-ſtell nähert, beginnt aufNeu. Eine alte Holzbrücke mihunderten von Menſchen beſetztſperrt uns den Weg; ein Tanzſeil fliegt, | ein alter, halb in Bäumenbengängen verſteckt, wirft ſSchattenbild in den FluSchloßbauunLaueiund unſedie Maſchinx--dem Brückengelände zuder Dampfer legt an. EiDrängen, ein Grüßen, dazwiſchedas Läuten der Glocke. Volinken Ufer her aber reichein alter weitläuftiger Bau, in Bäumen unLaubgängen halb verſteckt ſeiSpiegelbild in den Fluß. Daiſt das alte Markgrafen-ſchlo. Wir ſind am Ziel, iSchwedt

Umgebungsplan; TeupitzTeupitzSchwerinSchwerinTeupitz und Schwerin. SchweriTeupit
Ein Zirkel von Bergenvon Seevon Felderder Jeeſenberg ider Mitte
Der Wind weht ſcharf, abeeine Hecke von wildePflaumbaum giebt uns Schutundwährend Einſchnitte in der HeckeEinſchnitte wie Schießſchartengönnen uns einen Blicain die Landſchaft gönnen.. Es träumſich prächtig an dieſer Stellund der Platz iſt prächtigewählt. Wir ſpielen wiVerſteckens mit dem Win weht | Wir ſpielen wiVerſteckens mit dem WindMacht er’s uns zu weniſo ziehen wir uns iunſre Heckenwand zurückdann aber wieder beugewir uns in ihn hineiund er kommt wie eiStrom auf uns zu, daßund eiſt als möge ſich unteſeiner Wucht die ganzLandſchaft ſich uns mehr entgegeund lege ſich uns mehr anHerz. Die rothen Schürzeund weißen Kopftücher deMägde, die beim Heuen beſchäftigt ſind flattern im Winde am Segelboot gleitet über deSee ein Fiſchreiher über deBoot, Schulkinder mit rotheKopftüchern kommen den Feldweentlang und die Teupitzer Kirchbeginnt zu läuten. AUebeden See gleitet ein Boot, übedem Boot ein Fiſchreiher unhinter beiden ſchwimmt ragdas Kornfeld der Werderinſeauf und ſcheint wie eiKornfeld auf dem Sezu ſchwimme

Die Mittagsglocke ruft zurückFrugal. Wir haben einen Karpfeim Wappen, aber ſelten audem TiſchNach einer Fahrt auf dem See. Was war es? MahnungenErinnerungen an altes romantiſches Land. Dankam Regen und zog ſeine Wand vor diBilder und diX---und alleverſanin Grau damit begnügen in die eine Hälfte Seitder Landſchaft, in den öſtlichnördlicgelegenen Halbkreis hineinzublicken
Ziemlich an höchſter Stelldes Berges, aber doch ſchoan ſeiner Schrägung iſt einwindgeſchützte dichte Hecke vowildem Pflaumbaum, diſich als eine Grenzſcheide voder Höhe des Berges bis idie Tiefe zieht. An eineStelle hat die Hecke eiThor, in dies Thor ſetzewir uns und haben mit leichterKopfbeugung nach vorn einen freieBlick in die Landſchafhinein, während der heftig wehendWind ohne Motivirung an uns vorüberfährt Ein Kornfeld ſteigt bis zum Abhandes Hügels, nieder, am Abhanläuft die ein Feldweg, hintedem Feldweg die Gärten unWieſen hinter der Stadt, hinteden Wieſen die Stadt ſelberhinter der Stadt der Seund am jenſeitigen Ufeanſteigend die Höhenzüge deandren Ufers. Landzungen ſtreckeſich an den See und Inſelſchwimmen auf ihm, die eineiſt klein und ſteht im Rohdie andre iſt ein gelbeKornfeld, das auf dem Waſſeſchwimmt
Es träumt ſich prächtig in dieſewindgeborgenen Hecke. Der Winder ſtark vom See zu uns he

Der Jeesenberg

Erſt der Rundblick, daPanorama, es iſt daganze alte Land deSchnecken, das man hier überblickt. Ein weitgeſpannter Kreivon Hügeln, theils kahl, theilWald, theils Fruchtfelder, Seeziehen legen ſich an deFuß dieſes Hügelkreiſes andann Felder nach der Mitte deKreiſes zu, endlich im Centruder Berg auf dem wiſtehn
Dies Panorama iſſchön, ſchöner aber wird daBild, wenn wir auf deRundblick verzichten und un
Umgebungsplan; Mittenwalde, die Stadt, der alte und historische OrtMittenwaldedieStadtderalteundhistorischeOrtMittenwalde. Notte⸗CanaHausgrabenBerAlteStadSumpfgegenPennigsberSandber
Mittenwalder Chronik
171Darin heißes im Gegenſatzu Fidicivomitttelſder Penningsberg-Bur, „dialte Stadt(vielleicht wendiſch) zerſtörworden ſei
nobil. v. Otto Schenkv. Landsb.Landsber156reſtaurirgebauEnde de13te
Nicht ermittelt.
Fontanes eigene Auflösung "Feldjäger" ist falsch; er korrigiert dies in den Wanderungen zu "Freiwilliger Jäger".