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C6beta

  • (Thüringen
    Gotha. Eiſenach
    Coburg. Neuſeß
    chmalkalden etcet cetera

Schlachtfeldvon Jen

(Das Jenaer Schlacht-fel – wo Hohenlohcommandirte und Rücheſpäter von Weimaher eintraf – liegan der Straße (iWeſentlichen) von Apoldnach Jena, meiſt ader weſtlichen Seitenach Weimar zu
Vom Kirchthurvon Vierzehnheilige überſieht man daganze Schlachtfeld vonJena und Auerſtäd
Das hohenloheſcheCorp ſtand auf dePlateau zwiſchen Jenund Weimar
Napoleon und ſeinCorp (Lannes, AugereauSoult und die Gardenauf dem Landgrafenberund zu Seiten deſſelbenNapoleon in Perſoſtand auf dem „Wind⸗knolle.
Lageplan des Schlachtfelds von SchlachtfeldSchlachtfeldJenaJena. ApoldWeimaKapell: drf.KapellendorfKapellendorVierzehnheiligeIsserstedLützerodCospedLanneSoul(Landgrafenbermit deWindknollenAugereaJen

Die Preußen ſtandealſo zwiſchen 14-Heiligeund Iſſerſtedt, Avantgarde biLützeroda vorgeſchoben
Lannes griff iCentrum an, wirft Tauentzieaus Lützeroda hinaus und dringgegen 14⸗Heiligen vor; ſpäter (ſo heißt es) dringen ſtürmen aucNey und Murat – letztremit den Garden – gegeVierzehnheiligen
Dieſer große Stoß iCentrum wird in linkeund rechter Flanke unterſtütztlinks durch Augereau, rechtdurch Soult
Soult ſcheint abewenig mehr zur Aktiogekommen zu ſein; Auge-rea, links ausbiegendwarf ſich wahrſcheinlicauf den von Weimar heraneilendeRüchel
Längsansicht; HörselbergHoerselbergHörselberg.

Hörselberg bei Wutha.

Dies iſt ſeine Längslinie. NacWutha zu fällt er ziemlich ſchrofab. Oben ſcheint es Geſtein unGeröll, im Uebrigen Sand auf dewenige Kiefern und ein paar Laubbäumſtehn. Alles dürr, öde, kahl. Punka iſt der kleine Sattel, der ſich aus deFerne markirt. Die Profil-Linialſo von der Seite her geſeh(mehr nach Fröttſtedt zu) präſentirſich alſo ſ
Dieſe Schrägliniedie äußerſte Dürrund die Einfaltunſind das Charakteriſtiſche
Profillinie; HörselbergHoerselbergHörselberg.

Veste Coburg.

Lutherſtub
Gebäudegrundriss; LutherstubeLutherstubeVesteLutherstube Veste Coburg. Fenſtermit 4 GlasbilderOfeFenſtermit 4BilderHolzſchranThüHolzſchranmaſſiv ThüHolwanddick, eichen
  • a. geht nach deBärengrube hinaus
  • b. geht nach deEntrée oder Vorhallchen zum Bankettſaal
  • c. Thür geht nacdem Innern (?
  • d. Fenſter, geht hardem Abhang zuBlick in die ſchönweite Landſchaft
Fenſter a und d habeTiefe, dem dickeMauerwerk entſprechendNiſchen. In Niſche die Bärenmaſchineriein Niſche d zweSteinbänke, mit aufgelegtem Holz Der größte Theil deZimmers (nur diSeite nach der Bärengrube und die Ofenſtelle machen einAusnahme ſind miEichenholzFichtenholz getäfelt, ebenſdie Decke, ganz HolzWie in SchmalkaldenBretter und die Klinſedurch kanellirte Brettegeſchliffen
Die Bettſtelle ground breit von Fichtenholzerſichtlich unzähligSpähne und Splitter davo abgeſchnitten; der völligReliquien-Dienſt. Maſieht noch an deeinen Hinter Wandung gegenüber dem Kopfende – ein Stück voſächſiſchen Wappenlinks und rechts Roſettedaneben. Das Kopfendnoch wohlerhalten. Oberhälfte: phantaſtiſche Verſchlingungen von Paſſionsblumen, in deneclownartig icweiß nicht Engelsoder Teufelskop ſitzt. Etwa ſ
Vorderansicht (Kopfende) des Bettstelle [Bett]Bettstelle[Bett]falseAnonym/nicht ermitteltLutherbettes in der Lutherstube in Coburg.

Im Ganzen etwa 6 ode7 Paſſionsblumen midieſem Kopfe drinFenſter d. enthälvier Wappen unzwar Familie v.vonHeimendor auWolckersdorfferner v. Stainbühauf Erlenſtegen 1698und die FamilieHuete und noceine alle 4 Nürnbergiſche Patrizier,Die vier anderſind Scenen auder heiligen und Märtyrer-Geſchichte, zu Theil alt, auch auNürnberg entlehnt
Der Lutherkrug
Detailansicht eines Trinkgefäßes des sog.Lutherkrug [Krug]Lutherkrug[Krug]falseAnonym/nicht ermitteltLutherkrugs in der Lutherstube, Veste Coburg.

alles inZinn iHolz eingelegt, dazwiſchen fliegendEngel. Ich Hhalte eauch für Renaiſſance Verſchiedene Sachen audem Holz der Luther-buch; darunter bildartieine Holzſchnitzerei ſeineAufhebung darſtellen
Sein Stuhl: nunoch die Hinterwanund außerdem Latten, offenbar zäch
Vorderansicht einer Stuhllehne des sog. Lutherstuhl [Stuhl]Lutherstuhl[Stuhl]falseAnonym/nicht ermitteltLutherstuhls in der Lutherstube, Veste Coburg.
dies iſdas Hinterſtück; daraiſt daandrangefügtDer eiſerne oOfen
Die bekannten Muſtehier in Eiſen gegoſſenSündenfall. Schlangam Baum, EvaAdam, Scene aBrunnen, mit Brunnenrand, Chriſtus, weiblichFigur, vielleicht deniSamariterin oder diEhebrecheri
Das ächteſte in deZimmer die Deckenbekleidung und der Ofe werden wohl am wenigſten beachtet. Die Aufmerkſamkeit richtet ſicauf Bett, Stuhl, KrugIch bezweifle daß irgenetwas davon ächt iſt. DiStühle waren damalwohl alle ſo
Vorderansicht einer Stuhllehne.
alſhoch⸗ und gradlehnigdieſer Stuhl aber iſſ
Vorderansicht einer Lehne des sog. Lutherstuhls, Veste Coburg.
ziemlich zutrifft) unſolche Stühle exiſtirtedamals wohl kaum
Beim Krug hab icdie Bedenken de Ornaments, namentlichaben die geflügeltenſtark und heiter ausſehenden Engel gakeinen gothiſcheCharakter. Daſſelbgilt vom BettSiehe vorn meinBemerkungen. Ewäre doch vielleichbeſſer zu ſagen: dieiſt das Lutherzimmerhier ſaß er, hiedichtete er und nualles andre der Phantaſie des Beſuchers züberlaſſen. Die gewöhnlichen Menſchen wolle freilich direkt was habenauf dieſe kommt es abenicht an. Es kommt audie feineren an, diumgekehrt durch dieſFalſa in ihrer Andachgeſtört werden

Außerordentlich ſchöiſt das große
an andrer Stelle koſtbareRenaiſſance⸗Schrank und Buffet {
Renaiſsance-Zimmer
intreſſant ſind
  • das gothiſche Zimmemit der vorzüglichen Gläſerund Glaspokal⸗Sammlung
  • das Zimmer der Geſtaltedes 30 jährigen Kriegsmit Tilly (neu) GuſtavAdol (alt), Bernhardv. Weima, Kaiſer Ferdi-nan, Wallenſtein (allneu; letztrer Copie nacdem Bilde in Schloß Fried-lan)

Das ReformatorenZimmer. In dieſe(glaub ich) auch daBild von L. Cranach (Copie)Bild von L.Lucas Cranach (CopieUeberreichung der Augsburg-ſchen Confeſſion anCarolus V

Von der „Gallerie“ ausdie al fresco deVermählungs-Einzug HerzogCaſimir enthält tritman in eine Art Entréeich glaube 1 fenſtrig von verhältnißmäßig weniBreite, das nach recht und links eine Thür hatDie Thür links führt iden ehemaligen Bankettſaal, die Thür rechts idas Lutherzimmer. Dieſdrei Räume füllen wohl zu größreTheil das Erdgeſchoß. Wenigſtenkommen einem nur dieſzu Geſicht
Im Entrée malProfeſſor Schneider diBärengeſchichte al frescoDie Geſchichte ſelbſt iſgut (erzählen). Der Pagflüchtet auf den Ofen, diDame mit Confekt. EiCavalier liegt im Anſchlag
Links alſo der Bankettſaal, jetzt Waffen-und Rariräten⸗Saal. Kron leuchter aus Sporeund Candarrhen, auArmbruſten und Pfeilenund ein drittes aus Fußangeln. Zahlloſe intereſſante Dinge
  • a. Die Rüſtung Bernhardv. Weimaru; nur Oberrüſtung. (keine Beinſchienenkoſtbar eingelegte Augsburger Arbeit, mit degeſchloſſenen Artiſchockdem
    Augsburger
    Augsb:
    Zeichen.
  • b. Kettenhemd ThomasMünze
  • c. Das Grumbach⸗Bei
  • d. Das 101 Richtſchwertkoſtbare Arbeit. Miwelcher Ruhe maauf dieſe Dinge ſiehtTheils weil Raum unZeit ruhig machen, daBlut iſt verduftettheils weil man ſicſagt: wer weiß? regdich nicht unnütz auf
  • e. Dreſchflegel und Morgenſterne aus dem Bauern-krie

Unten, in eineArt Rez de Chauſsé– während das andrHochparterre iſt (vielleicht iſt es auch eiandres Gebäude – diUeberbleibſel von ChriſtiaVIII. Gallion-bildnißder große Danebrog zeltartig darüber, de ein Ca jütenfenſter und das deſchöne, ſaubre ebenDegen Capitain Paludans

An einer andren Stelle auf der Gallerie, wdieal fresco der EinzugHerzog Caſimir iſt – diHochzeits Wagen⸗ und SchlittenſammlungFaſt in allen Zimmern ſind diKachelöfen höchſt intreſſant

In der Stadt iſt daSchloß (Ehrenburg) und deMarkt vorzugsweiſe intereſſant
Das Schloß beſteht aueiner alten und neueHälfte
Die alte Hälfte iſFrüh⸗Renaiſſance; alle
einfach, unüberladen; diErker intereſſant
Der neue Theil eiſehr vereinfachter, ſchnörkelloſer Tudor-Styl, denun all ſeine Kraft audie Altane oder Balkonund auf die Ornamentverlegt, die bildartiin quadratiſcher Forunter den Fenſtern hinlaufen. Es ſind dieſelben Formen, im Ganzevielleicht 4 bis 6, diimmer wiederkehren, (imme
Vorderansicht eines Ornaments, Veste Coburg.
ode
Vorderansicht eines Ornaments, Veste Coburg.
oder weiterVerſchlingungen und Durchſchiebungen) alles migroßer Liebe und vieleFeinheit gemacht. DiBalkone beſtehen auPfeilerbündeln mit reichem Capitell, daganze auf reichornamentirten ViertelkreisStücken ruhend. DiWirkung des ganzeſehr gefällig
Die Renaiſſance wiederholt ſich, ebenſo wie aalten Schloß ſo aucauf dem Markt: Rath-hau, RegirungsgebäudePrivathäuſer, BrunnenHeiligenbilder an deHäuſern – alles zeigfrühere oder ſpätre Renaiſſance formen, doch iſmir mit Ausnahme deeinen Brunnens, der eineMohren oder ein Holofernes mit dem Schwertdarſtellt, nichts als beſonders originell aufgefallen

In der Rückertſtraße(No 91unmittelbar an der eineSeite des Schloſſes, befindeſich das Haus in deRückert 1820 und 2oder bis 26 wohnteZwiſchen den ZimmernFenſterdes 1. Stocks ſeiReliefportrait, ob iMetall oder Thon iſwegen Anſtrichs nichzu erkennen, mit deUmſchrift Friedrich Rücker1820, bis 1826. Die„bis“ fehlt, ſo daß ezweifelhaft iſt ob edie ganze Zeit hiewohnte

In dem Prätoriusſchen Hauſe ider Gymnaſiumsgaſſe lebtJean Paul 1803Hier ſchrieb er deTitan und die Flegel-jahrSchwerdt S.Seite 657,vergl.vergleiche ebendaſelbſt 668 wonach edie Flegeljahrauf dem Adamiberg in eineGartenhauſe daſelbſt ſchrieb

Das PrätoriusſcheHau liegt in einekleinen Gaſſe, dhart ader Moritzkirche zwiſchedieſer und Park⸗ und Gartenanlagen. Es iſt maſivſolide und durch drei wenig verſchiedene Pfeile(basreliefartig) mit corinthiſchem Kapitell, abeauch nur basrelief, geziertZwiſchen je den drePfeilern die 4 Fenſteder Häuſer
Gebäudeaufriss; Prätoriussches Haus (heute: Jean Paul-Haus)PraetoriusschesHaus(heute:JeanPaul-Haus)CoburgPrätoriussches Haus, Coburg.
  • a. Hier wohnte Jean Pau1803 bis 41804
Helm hinter ſich zur ErdeCommandoſtab in der RechtenSchwert an der LinkenSchärpe, geſtrickter GuſtaAdolf⸗Kragen, dickeſinnliches Geſicht, eigneHaar, Schnurr⸗ und vollebreiter Knebelbart. Aucdas Gymnaſial-Gebäudganz Renaiſſance, ſowohder Hauptgiebel, wie dikleinen 6 DachgiebelAber alles einfach unwenig markantes

Das Bild, das in derMoritzkirche ſein ſol
Der Caſtellan ſagte, es ſei von Cranach { und das entweder von Cranac
oder vielleicht (di
Buchſtelle iſt unklar) vo
der Praetorius herrührt
hab ich im Original nichmehr geſehn. Die Compoſition iſt dieſe
Gemäldekomposition; Verlesung der Augsburger Konfession von 1530VerlesungderAugsburgerKonfessionvon1530falseAnonym/nicht ermitteltVerlesung der Augsburger Konfession von 1530.
  • a. und b. ſind diReihen der ſtädtiſcheBurgemeiſter und Abgeſandten
  • alle ſchwarz, jeder durcſein Stadtwappen, das wiein Schild vor ihm ſtehtcharakteriſirt
  • c. Karl V. in Pontificalibus; ich glaube unteeinem Thronhimmel
  • d. Ein Tiſch, an dedrei Rathsherrn odeBurgemeiſter oder Delegirtſitzen, die das Dokumeneben ausgefertigt odeunterzeichnet haben; vielleicht ſind es auch kaiserliche Räthe.
IGanzen iſt einem einſolche Compoſition lieber wi die Biefveſche. Man havon dieſer Naivetät mehals von dem künſtleriſchen Arrangement. Die Farbentrotz des vielen Schwarz, ſinſehr wirkſam, theils durcdieas Kaiſerornat mit Thronhimmel, theils durch die bunteWappenſchilde

Neuses.

Am Eingange deDorfes auf einevon hohen Bäumen kreisförmig umſtandenen und eingefaßten Wieſe erhebſich das Rückert⸗Monumentein etwa zehn Fuß hartohe
Poſtament von graueGranit, auf dem diin Marmor ausgeführtColoſſalbüſte des Dichterruht. Inſchrift: FriedrichRücker. Das Arrangentiſt ſinnig genug. Imengeren Kreiſ An dehohen einfaſſenden hoheBäumen hin, läufeinbenfalls einen Kreibeſchreibend, läuft eiKiesweg, in engreKreiſe umſtehn jungPflaumenbäume daMonument, im engſtenengſte– gleichſam das Schwarzin der Scheibe,– ei anſteigendes, einen Hügebildendes Blumenbeet, eiBlumenhügel, aus denun das Monument emporwächſt
Dies alles iſt hübſch unſinnig genug; aber eiſt doch nicht eigentliccharakteriſtiſch. Ein ſolcheArrangent würde füSchmidt v.von Werneuchepaſſen, oder für Geßneroder für alte Poeten, diWieſe und VWieſenblumebeſungen haben. Für Rückeriſt dies aber höchſtenhalb richtig. Er waeinfach, und wahr und ächt i ſeinem Empfinden, inſoweit trifft ezu; aber er wazugleich glänzend, fremdländiſcorientaliſch bunt und reicund dieſer Rückert, deeigentlichſte, der uns deniOriDichtung des Orienterſchloſſen hat, dieſer DichteRückert muß aus Roſeund nicht aus Feldblumeaufwachſen. Es bedargewiß nur dieſes Hinweiſes, um den Herzogder ein feines Verſtändnifür derlei Dinge hat, hiedas Richtige thun odeanrathen zu laſſen Unmittelbar In dem Augenblicals ich das Dorf erreicht, fuhr ein Wageheraus, auf dem in großeBuchſtaben ſtand: „NeuſeſſeBrodfabrik“. Das Brofr war friſch und unſo traf es ſich, daß icin einem völligen Brotduft wandelnd diStelle erreichte, wſich dicht neben deWege das Rückert⸗Monumen erhebt
Gebäudeaufriss; RückerthausRueckerthausNeuses (heute: Neuses bei Coburg, Stadtteil von Coburg)Rückerthaus Neuses.
               Waſſe

Gitter um eine3 Schritt breiten Vorgarten. Haus ganvon Clematis unwildem Wein umrankt. Nach rechts hiein langes, auch hellgelgeſtrichnes wie daeigentliche Haus migrünen Jaluſieeverſehenes Nebengebäude, an das ſich dieanwieder weiter nacrechts Stallgebäude anſchließen. Thür unFenſter auf. „Die Fenſterauf, die Herzen aufEine niedliche eben erwachſene Enkelin. Innerhaldes Gitters ein halb Dutzend kleiner TannenbäumeNach hinten zu GartenHier erweitert ſich daHaus und ſtatt de4 Fenſter vorn haes 7 Fenſter ierſten Stock. Hieiſt links und rechtneben der Thür, ſo dadieſe mitten durch geht uneine Oeffnung bildeteine verandahaftLaube mit Ariſtolochia
und
u
andremGewächs. IGarten ſelbſt vielLevkojen, Verbenen unüberhaupt faſt lauter rotblühende Blumen. DieſeGarten führt danauf die Rückert-Wieſe
Oben das Bild Rückerts voFrl. Froriep unein ſehr gutes Schillerbilvon Kügelgen, PaſtellPaſtellrothe Bohnenblüthe, rotheFuchsſchwanz, dunkelrothGeorginen etc. Allein rothFrau Rückert (eine ſehhübſche Dame) iſt eine gebornFroriep

Hildburghausen

Schloß verödet; hiewar Königin Luiſmitunter zu Beſuch
Berühmte Irren-anſtal
Meyers großesbibliographiſches Inſti-tu, (wahrſcheinlich derſelbe Meyer, vodem ich 1843 iLetſchin, als ich „theMoneylende“ überſetzt hatte, den famoſeBrief erhielt)Auf dem KirchhoL. Koehlers Denkmaldas dieſem Dichter († 1862ſeine Freunde errichtehaben. (Mein alteAhasver⸗Koehleaus Leipzig 1841)
Jean Paul wohntim obren Stocder Hauptwache alBräutigam des Fräuleinsv.von Feuchterslebe,Die Hauptwache (wendie Notiz im Schwerdt & Zieg-le richtig zu verſteheiſt) war damals daHaus des Bäckers Hardt in deNeuſtadt NoNumero 112. Wird aber wohalles anderſein
Hier Herrn Türke fragen, der darübeNäheres weiß

Eisenach

Gebäudeaufriss; BrauereiBrauereiEisenachSchloss-Brauerei Eisenach.

Schloß⸗BrauereiDas iſt dieine Frontvon der andern Fronſieht man nuden Giebel bUnten Kneipe; obeniedliche kleinfenſtrig Privatwohnungen mit Blumentöpfen und Vogelbauern bunt geſchmücktDas Portal führt auden Brauhof. Inſchrifin der Mitte: Schloß⸗Brauere. DaGanze ſteht ſchoauf der unterſten Hügel⸗Terraſſwährend parallel damit, aber abwärtunten die Hauptkirchliegt. Früher alſo SchuleIn der That hat edie Proportionen eineKloſter⸗Schulgebäudes. Allehellgrün geſtrichen. Kaſtanieund Ahornplatanen davorPortikum ſeheinfach. Hofbräucharakter Wittwe Cottaſche Hauauf dem Lutherplatz, wLuther gewohnt habeſoll. Eine Treppe hocwird das betr: betreffende Zimmegezeigt. Es erhebnicht die Prätenſioächt zu ſein; ſchoimmer gut. 2 fenſtrignach der Straße hinausdie Decke mit einzelneBalken und das Ganzgeſchrägt. S
Schräge; Decke mit Balken im Lutherzimmer, LutherhausLutherhausEisenachLutherhaus Eisenach.

DieEinzelnes wird gezeigteine Caſſette, ein Thür gitter, ein 6 getheilteKaſten, wie um ebenſo viel Flaſchen hineizu ſtellen; alles iKeller oder auf Bodegefunden. Dennocwahrſcheinlich nichts alund ächt, denn die einEngelsfigur rechtüberm Portal trägdie Jahreszahl 1563Das älteſte iſt ein Sand-ſtein-Basrelie, das jetzzwiſchen den zwei Parterrefenſtern ſicbefindet, entſchiede gothiſch und vielleichfrüh ins 15. Jahrhunderzurückgehend, vielleichnoch älter. EinAuferſtehung. Chriſtulanglockig, mit Glorienſchein trägt die Kreuzesfahne d. h. eine Fahnedie oben ein Kreubilde
Reliefdetail eines Auferstehungsrelief [Relief]Auferstehungsrelief[Relief]falseAnonym/nicht ermittelt Auferstehungsreliefs im Lutherhaus Eisenach. itic
linkzweKriegsknechtſchlafen, eine(ein dritter, rechts) mit deSpeer ſcheineben zu erwachen

Wartburg. Lutherstübchen

Für ächt gilt
    1. Der Ofe2. Der Stuh3. Der Kru

Aecht iſt diAusſicht, aber aucnicht ganz weiſie auf die belebtPlatform der Reſtauration und die MeiningiſchEiſenbahnlinie gehtMan ſieht den Meißnein ſtorr langeLinie am Horizonund eine MengKuppen; im Uebrigegeht es ſteil abwärts in einherrlich wald⸗erfülltTiefe
Die 2 Fenſtedie nah der Tiefhinunter ſehn ſinrund mit Blegefaß
Vorderansicht eines Fensters mit Butzenscheiben, WartburgWartburgWartburg.
das Zimmer iſt miFichtenholz bekleidetſowohl Wände wiDecke, alles iprimitivſter ArtDie Bettſtelle iſwahrſcheinlich nichlutherſch, ſwenig wie ditCoburg. Auch hieiſt das wohlerhaltene Kopfbretder VerrätherDas Ornament iHolz geſchnitteiſt das folgende
Vorderansicht des Kopfbrettes des sog. sogenanntes Lutherbett [Bett]sogenanntesLutherbett[Bett]falseAnonym/nicht ermitteltLutherbettes in der Lutherstube auf der Wartburg.

links und rechts Köpfein der Mitte deſpringende Löwedieſe Ornamentiiſt aber nichgothiſch, ſondern ſchoRenaiſſance, iſt alſerheblich ſpäterDaſſelbe gilt voden Kapitellen de4 Säulen die deHimmel tragen; daſſelbgilt endlich von deHolzhimmel ſelbſtder ſehr vereinfachdie Feldertheilung eineRenaiſſance⸗Deckzeigt
Der eineStuhl haebenfalls all diMuſchel⸗Ornamentik der Re naiſſance
Einiges Gothiſcheiſt da, z. Bein Wandſchränkchedas an der Wanhängt und diTruhe, die alsdie Ueberſchrifführt: „Archiv für eineder Deutscheevangeliſhechen KirchenConferenz“; abebeide haben natürlicnicht in ſeineeinfachen Stübchedamals exiſtirt

Die Truhe miden Lutherbücheriſt auch ſpäter hinzugekommen

Der Boden iſausgetretner Eſtrich
Dazu einzelnLutherbriefvon ſeiner Hanounter Glas unRahmen. FerneBruſtHarniſch und Helals Junker Georgnatürlich auch unächt. Bleibt beſtehenur der Eſtric(vielleicht) und deOfen, docſieht es ſo ausals ſei er auchieher getragen. Ekönnte aus deLutherzeit ſeinkönnte damalſchon hier geſtandehaben, ſeineStyl, ſeiner Arnach; aber ſchwerlich hätte er ſican dieſer verwüſteten Stellſo glau und glatgehalten. Es iſkein Unthätchean ihm. Er iſaus einem ſaubreSchloß oder Patrizierhaus hieher geſchafft
Auch der Ofeiſt nicht aus jeneZeit; es treteFiguren ziemliczahlreich auf iſolcher Rüſtung wiman ſie zuGuſtav Adolf Zeitrug und großſtehende Halskrageſowohl bei Männewie Frauen, d. hbei Rittern wie Damen. Es ſind diedie Kragen, diſtark getollt ungefaltet ſind, etwſ
Rückansicht eines Halskragens.
So bleibdem eigentlicnichts. Nuder Dintenfleck iſächt. Die Leuthaben ſi ihn ſtückweis wie Theileines al frescBildes weggeführtimmer ein bischeTintenkalk unſo iſt ein Locentſtanden. Niemankann beweiſendaß der richtigDintenklex hienicht geweſeſei

Gleich wenman adurch das Burg-tho iſt und den in den Fels gehauenen Schrägweg emporſteigt, ╒, hat maein altes Gebäudrechts, unten maſſivoben Fachwerkoben 6 Fenſter miRundblei gefaßt, von deSeite her rankſich etwas Weiheran, alles unſcheinbar. Maſteigt eine engTreppe hinauf, Vorflur und nun durceine gothiſch kleinThür in die Luther-ſtub. Sie liegder Hofſeite gegenüber; ihre Fenſtegehen ins Freihinaus und blickein die LandſchaftVorn ein paar Steinbänke, eine gothiſchWaſſer oder RegenRinne. Cest tout

Ein wahres Glüciſt es, daß das v.Ritgenſche Buc eigentlicſelber die Unächtheialler dieſer Dingzugiebt
Kann man ſo etwaganz ächt in allen Stückegeben, ſo iſt das natürlich ſehſchön. Kann man das nichtſo giebt es eigentlich nur Wege: entweder man zeigblos den Raum und überläßes der Phantaſie jedeEinzelnen dieſen Rauzu bevölkern, odeman ſtellt Goethe⸗Schiller⸗, Wieland⸗Zimme her, poetiſchErinnerungsſtätten, didem Genius – unteAnlehnung an ihn huldigen ſollen, diaber nicht prätendireUeberbleibſel deMenſchen zu ſein, dedieſen Genius in ſicbargDenie friſche reine LuftO, himmliſche Mächte. Waiſt Berlin dagegen. Von deguten Gegenden vor dePotsd.Potsdamer Thor etc. rede icgar nicht, ſelbſt in deInnenſtadt liegen diDinge grundverſchiedenAlleDie Berliner Luft, aucda wo ſie nicht angenehm berührt, iſt ſzu ſagen friſch von deQuelle, ſie iſt jungohne Geſchichte. Wie anderhier. Die Luft in dieſeότελς iſt altehrwürdig unman kann ohne Ueber treibung ſagen die Jahrhunderte haben an ihgearbeitet. Sie iſt geworden und wie dakolniſche Waſſer Jahrzehntlang lagern muß, ſdaß die einzelnen Flaſcheunerkennbar werdeund in einer höhereAn Einheit aufgehnſo auch hier. Nuumgekehrt

Der zinnerne Deckelkrug iſt ausreichenalt. Aber wie iſt nu anzunehmen, daß dieder Krug ſei, den eiHerzog von Holſtein odeKönig von Dänemar(ich weiß nicht genauihm dieſen Krug miEinbecker Bier gefüllt in Wormpräſentirt habe unwenn dies in Wormwirklich geſchehen wärewie kommt dann dieſeKrug auf die Wart-bur. Iſt es der Becherden Joſeph heimlicin den Sack ſeiner Brüdepacken ließ? Daſſelb gilt von Grubenlaterne von LuthersVate, von Chor (?)mantel und Currentbüchſe. „Chormantelwar doch wahrſcheinlicder Mantel der Currendeſchüler
Die Herren, didies alles gegründehaben: Arnswald, v.Ritge und viele andrenehmen eine völlig korrekte Stellung dazu eindurch die Führer hat diSache aber völlig ihreeigentlichen Charakter verloren und artet i eine Art Schwindeaus. Es heißt nicht mehr„dies iſt die LutherſtubeSie war wüſt und leerMan hat Dinge zuſammengetragen, die ohngefähſeiner Zeit angehören, udas Zimmer dadurch zmöbliren. Unter dieſeDingen ſind einige, vodenen die Sage gehtſie hätten Luthern ſelbſgekannt, oder ihm währenſeines Wartburg-Aufenthaltgedient. Es kann ſeinauch nicht ſein. Voeinigen Dingen iſt eſicherlich nicht der Fall, beandren iſt es möglich.Statt deſſen macht madem Andrängen der Luther-ſtube-Beſucher immer größerConceſſionen; von Sommezu Sommer werden diDinge „ächter“; diZweifler werden mitßtrauiſch angeſehn, weil ſidas Geſchäft verderbenDas alles iſt höchhſunpaſſend und unwürdigEs iſt Reliquien-Schwindel allerſchlimmſter Sortegerade weil es eineMann betrifft, dem aldas ein Greuel warder aber die Wahrheiwollte und nur die Wahr heit. Wie es ſeinerzeiſo furchtbar eifrige Lutheranegab, daß er ſelbſt ſchrieb„ſie wollen mich zuPapſt machen“, ſmußwird er jetzt ausgenutzt, um Dinge iScene gehen zu laſſendie gerade er mehperhorrescirte denirgendwer
Es muß da Abhülfgeſchaffen werden. DiDinge liegen iviel zu rohen HändenDas Publikum freilicläßt ſich alles bieten; abeeben deshalb mu es erzogen und nichirregeführt verführt und misleitet werden

    Luther⸗PlätzeLucas Cranach⸗PlätzWallenſtein⸗PlätzGuſtav Adolf-Plätz
  • (vielleicht einmalJean Paul⸗Plätze
  • Goethe-PlätzSchiller-PlätzBürger. UhlanTieck⸗PlätzeTell-PlätzeMaria Stuart-PlätzeJeanne d'Arc PlätzeShakeſpeare-PlätzeWalthter Scott-PlätzeDie Bedeutung dieser Unterscheidung in „neu“ und „alt“ ist unklar, da alle fünf erwähnten Gemälde zur selben Zeit (um 1840) entstanden sind; vgl. Kunstsammlungen der Veste Coburg, .Das Original zu dieser von Amalie Prätorius gemalten Kopie, das sich in der Morizkirche befand (vgl. Blatt 28r), stammt nicht von Lucas Cranach, sondern ist wiederum eine Kopie nach Georg Balthasar von Sand (um 1652-1718); vgl. Braunfels 1996, S. 36.Dieses Gemälde ist eine anonyme Kopie nach Georg Balthasar von Sand (um 1652-1718). Von Amalie Prätorius hingegen stammt die bereits zuvor erwähnte (vgl. Blatt 17r) spätere Kopie, die sich bereits zu Fontanes Zeiten auf der Veste Coburg befand; Braunfels 1996, S. 36 sowie Kunstsammlungen der Veste Coburg, M.049.Vermutlich eine aquarellierte Bleistiftzeichnung; vgl. Hellermann 2001, P 206.