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<Schreiberhand Friedrich Fontane> <Schreiberhand Theodor Fontane>

Falkenberg.



Dies ist der eigendste Punkt, der die mannigfachsten Bilder gewährt. Der Weg der bis hieher scharf an den Abfällen des Barnim, genau an der Linie zwischen Berg und Bruch hinlief, birgt hier in die Bergparthien ein und um statt der Lisiere am Bergrand die Schlucht zwischen zwei Bergwänden passirend, läuft er zugleich durch Falkenberg hin, – denn in dieser Schlucht liegt Falkenberg.

Diese Schlucht und alles was darin wohnt, ist wenig märkisch. und wenn englische Aerzte im Hinblick auf das Klima der Insel Wight sagen: Italien liegt vor unserer Thür“ so dürfen die Berliner Aerzte sagen: „wir haben Falkenberg, – Thüringen liegt vor unsrer Thür.“ Berglehnen, und Schluchten, Fließe und Waldbäche, Laubholz und Tannen alles ist da. Und mehr denn das; mit der feineren Natur ist auch ein feinerer Sinn für Natur und Schönheit eingezogen und man begegnet hier (nicht als einem Werk des Zufalls, sondern bewußten aesthetischen Sinns) in der Anlage von Häusern und Gärten feinen Details, feinen auf das Auge des Beschauers berechneten Linien, denen man sonst hierlandes selten begegnet. Wo man ihnen begegnet, sind solche Linien – wie fast alles Schöne und Gute hierlandes – auf Anordnung, auf das Besserwissen Einzelner hin, in’s Leben gerufen nicht aus dem Drange, dem Bedürfniß des Ganzen heraus entstanden.

Und doch giebt es solche Instinkte, wie der schöne Süden auf Schritt und Tritt es lehrt.

Es scheint also doch daß dieser Sinn für das Schöne von selbst an der Hand der Natur erwacht, wo die Natur schön genug ist, um Schönheit lehren zu können, wo man die Natur steril, oder monoton ist, da schließt sich der Naturmensch, der aus dieser Natur hinauswächst, der Sterilität oder Monotonie der Natur an. Er ringt nicht wenigstens zumeist nicht) danach, diese Monotonie durch doppelten Eifer zu bekämpfen, sondern er ordnet sich ihr unter als einem herrschenden Gesetz.

Welch Unterschied zwischen einem märkischen Sanddorf, (drin nichts Lebendes ist alsdie Kastanien-Allee die irgend ein König oder ein Prinz gepflanzt) und diesem gebirgsdorfartigen Falkenberg. Um die alten Obstbäume rankt sich, gepflegter am Gitterdraht gezogener Epheu, Weingänge, laufen in der Rückfront der Häuser, die Bänke, die Brunnen; selbst die Binnenhäuser alles hat seinen bestimmten Platz, nicht nach Gutdünken oder nach Gewohnheit, sondern nach einem vorhandenen Schönheitssinn, der in jedem Augenblicke selbstständig thätig ist.

Die schöne Natur schafft den Schönheitssinn, aber sie thut hier mehr, sie modelt den Menschen überhaupt. Diese Modelung versteht sich freilich halb von selbst. Der Mensch mit dem leise erwachten Sinn für das was schön ist, was kleidet, was sich schickt, ist nicht derselbe mehr, der er vorher war und so begegnen wir in Falkenberg neben einer schöne Natur nicht nur einen Sinn für Schönheit und Schmuck, wir begegnen auch einer Bevölkerung, die diesem Sinn entspricht. Eine feinere Sitte, wie sie den Mitteldeutschen zumal den Sachsen und Thüringern eigen ist, findet sich hier und eine Geneigtheit nicht aus sich selbst sondern auch andern das Leben angenehm zu machen.

Noch einmal, Falkenberg ist ein Stückchen Thüringen mitten in die Mark hineingesetzt, aber mit all diesem Lob, ist auch ein Stück Tadel ausgesprochen. Eben weil es thüringisch ist, ist es nicht märkisch und zusammengesetzt aus dem ätlichen Material einer Gebirgslandschaft zweiten Ranges, ist es schwer seine charakteristischen Seiten zu zeichnen. Sein Charakteristisches besteht darin, daß es ganz anders ist als wie sonst wohl märkische Landschaften zu sein pflegen, aber charakteristisch im Besondren, d. h. verglichen mit der Mark, ist es doch andrerseits gar nicht charakteristisch verglichen mit jenen Landschaften wie sie die Ausläufer des Mittelgebirges bieten. An jeder märkischen Landschaft bild ich mir ein sofort den charakteristischen Zug entdecken zu können, wodurch sie sich von allen andern unterscheidet, hier nicht. (?? dies alles ändern und kürzen). Es ist schöner hier als sonstwo in der Mark, aber es ist /Dieser ganze Gedankengang ist nicht richtig – ich muß es ganz fortlaffen, oder ganz kurz fassen.)

An der Stelle, wo ich von den bewußten Arrangements spreche, die überall das Schöne im Auge haben, muß ich auch der Kirche erwähnen, die früher im Grünen stand, jetzt aber auf der Höhe und vor allem des Turnplatzes auf höchster Bergeshöhe. Wer hier täglich herauf marschirt ist schon ein halber Turner noch eh er geturnt und war da oben, wo immer ein Wind weht, turnt ohne sich zu erkälten, der hat sich für Sturm und Bivuac gestählt.

Viel hat hier die Natur und im Geleit der Natur der natürliche Sinn der Bevölkerung gethan, viel aber kommt auch auf Rechnung Einzelner, und wirklich künstlerischer Intentionen, die Terrassierung der großen Sandberges, Baumpfleg---x, Gänge von wildem Wein, malerische Häuser in italienischem Geschmack. Der gegenüberliegende Hügel (Paschenberg) ist schon der Cöthen oder Jena-Hügel, der parkartig gepflegt ist. Dann die Carlsburg beschreiben (siehe das andre Buch).

Das Arrangement so treffen. General-Ueberschrift: Freienwalde.

Falkenberg ist doppellebig. Seine Natur, bringt das so mit sich. Es war einst ein bloßes armes Fischerdorf, aus dem Fischerdorf wurd’ es ein Heu- und Wiesendorf, dann wurde es ein Badedorf.

. . . . doppellebig. Seine Natur bringt es mit sich. In seiner Front Fluß und Wiese, in seinem Rücken eine Berglandschaft. Bis vor 50 vielleicht bis vor 20 Jahren waren Fluß und Wiese alles und es war ein hübschgelegenes armes Fischerdorf, das nur bessere Tage hatte, wenn mal die Ueberschwemungen ausgeblieben waren; seitdem ist es allmälig, um seiner schönen Rückseite willen, auch ein Sommeraufenthalt ein Badedorf geworden, das seine Saison hat.

Diese Doppeltheit wiederholt sich in seinen Bewohnern und führt zu einer eignen Mischung. Als alte Fischers-Abkommen sind sie märkisch, sind fleißig, strebsam, ordentlich, aber mißtrauisch, eigensinnig und zum Krakehl geneigt. als Badedörfler und Schöne-Gegend-Bewohner sind sie völlig mitteldeutsch, freundlich, gebildet, manierlich, entgegenkommend. Sie sprechen auch in der That 2 Sprachen und wenn man sich mit ihnen unterhält, namentlich im Herbst wenn sie schon wieder aus der großstädtischen Sprache etwas heraus sind, lösen sich die plattdeutschen und hochdeutschen Worte recht unter einander bei ihnen ab.

Die Falkenberger also sind halb märkische Fischer und halb thüringische Badeörtler und es ist durchaus nöthig sie von beiden Seiten her zu betrachten.

Der Winter und Frühlings-Falkenberger, der Wende, der Märker, ist ziemlich aigrirt und vielleicht hat er Recht dazu. Er hat die schöne Natur, aber in allem andern d. h. also zunächst im Geld und Gewinn, fühlt er sich gegen die andern Brücher zurückgesetzt. Es ist nöthig hierbei einen Augenblick zu verweilen (Nun die Schilderung im anderm Buch)

Der Badeörtler, der thüringische Falkenberger, ist der wahre Ruhlenser und an die Ruhl erinnert hier überhaut allerhand. Die schöne Natur hat den Sinn für das Schöne geschaffen und mit dem Sinn für das Schöne ist auch die Form, die Manierlichkeit gekommen
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5. Hübschheit, Sauberkeit, gute Form und gute Sitte treten einem überall hier entgegen: der Bauer bietet guten Tag, alles gibt Auskunft, begleitet, zeigt den Weg und statt der Lattenlaube und dem hergebrachten Hübschheits-Apparat des gewöhnlichen märkischen Dorfs, schafft und wirkt hier der Schönheitssinn selbstständig. Nun die
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und
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4 Schilderung von auf den ersten Blättern: Laubengang, Epheu, wilder Wein, Bienenstock, die Art der Ueberbrückung etc. etc. nur eines fehlt – die Tracht. Könnte man sich bis dahin versteigen (und die alten Trachten hier waren so malerisch) so wäre alles gut.

Ein natürlicher Schönheitssinn hat hier überall gewirkt und ist noch thätig, aber der geläuterte Geschmack Einzelner ist freilich hinzugekommen. Nun aufzählen: Hufland’s Häuser u. Terrassen, die Kirche, die Ida’s Eiche etc. etc. und der Turnplatz. Einzelne dieser Punkte ist es nöthig aufzusuchen: Die Ida’s Eiche. Blick über Hohen-Finow bis fast nach Neustadt hin. Das Doppelbild von Bruchlandschaft und Kessellandschaft mit Häusern, Fahrwegen, Schmied und dem Köthner Thurm.
Die Carlsburg.
Cöthen.
Das Dorf. Die Kirche, das Gehoft. Der Charakter des Parks. Er ist eigner Art. Man sieht jetzt nur noch wenige der Art. Er ist altfränkisch, aber er war vielleicht immer eigenthümlich, weil das Stück Natur, das man zu seiner Anlage nahm eigenthümlich war. Es ist eine reich mit Laubholz, namentlich mit schönen Buchen besetzte Schlucht, durch die sich ein Fluß zieht. Dieser Fluß, der in seiner Vertheilung dem Park an einzelnen Stellen den Charakter eines Elsbruchs giebt, ist seine Hauptschönheit und schafft seine Eigenthümlichkeit. Ob man wirklich mehr Wasser und namentlich rascher, besser fließendes hier hatte als in andern Parks, oder ob der Anleger des Parks sich besser auf die Benutzung des Vorhandenen verstand, – gleichviel man hat überall Wasser. Wie es eine Erzählung von einem berühmten französischen Diner giebt, wo alles pomme de terre war: die Suppe, der Fisch, die Mehlspeise, der Braten, so ist hier alles Wasser, aber immer anders, immer verschieden serviert, als Springbrunnen, als überlaufende Vase, als Drehscheibe oder Wasserrad, als Wehr, als Ausströmung aus allen möglichen Mäulern von Delphinen, Löwen etc. welchen letzteren armen Marmorthieren vom vielen Speien das Maul längst eisenbraun geworden ist. Dazu überall die Musik des fallenden, plätschernden, rauschenden, rieselnden Wassers, je nachdem es vom Wehr fällt oder leise bergab sickert.

Vorher: Carlslust, Sophientempel, Muschelgrotte mit einigen eingeklebten Marmorköpfen.

Dann erst die Wassergeschichte. Am wenigsten glücklich ist der Park in Inschriften z. B. an der Hauptstelle neben dem Sophientempel, befindet sich ein Steingrab oder Steinhügel mit folgender Inschrift an einer schwarzen Tafel:

„Grabmal und Trinkbrunnen von den hier ermordeten Hirschen 1832.“ Zugegeben, daß Hirsche „verwundet“ werden kann, so trinkt man doch erst eh man begraben wird.

Vielleicht dies alles vor dem Lob der Wasserbenutzung, so daß das Lob den Schluß bildet.

„Diese Anlagen werden als Durchgang bei 1
Reichstaler
Rthr
Strafe verboten; desgleichen werden alle Besuchende gebeten, Kinder nur an der Hand und nicht Hunde mit zubringen, sich auch des Tabakrauchens auf den Promenaden zu enthalten, indem der Wärter diese Anlagen ganz besonders darauf angewiesen ist, auch jede Uebertretung ein wachsames Auge zu haben und den Uebertreter sowie unanständigen Andrang zurückzuweisen, wozu ihnen jede gesetzliche Unterstützung verheißen ist. Dominium Coethen.


In Falkenberg, (dicht an der Bank wo ich saß – Weg nach Coethen): „Diese Promenade darf bei 12
Silbergroschen
Sgr
Strafe von keinem Viehe betreten werden“.

(Hierbei die allgemeineBemerkung über „Bekanntmachungen“ und amtliche „Warnungstafeln“.) Sei es indessen darum, die Schönheit des Parks, die Liebenswürdigkeit des Bx x x x x x dürfens, helfen
Umgebungsplan; Cöthener WegCoethenerWegCöthen (heute: Ortsteil der Gemeinde Falkenberg/Mark), CoethenCöthener Weg. Freienwalde X---x Weg
wie er von Cöthen her in die Dorfgasse tritt: „Diese Promenade
et cetera
etc
et cetera
etc
leicht darüber hinweg, wenn aber x---x (?) ist und mit seiner Vergebung x---x, der kehre nach Falkenberg zurück und erheitre sich an der Inschrift, die ihn begrüßt so

Neuenhagen

Das Blut Jesu Christi reiniget uns von allen unsren Sünden. Johannes 3. Anno 1592 (oder 97) den 13.Dezember. Hier ruhet (dies ist unklar) die vieltugendreiche Hippolyta von Uchtenhagen, in Gott Die Kirche ist ein trauriges Fachwerkgebäude, innen sauber gehalten, aber im Uebrigen ein bloßer Betsaal, der obwohl erst 70 Jahre alt schon wieder ein wenig schief steht. Das Dorf und der Kirchhof Prendenartig. seliglich entschlafen.

Scheint eine Frau von beinah 40 Jahren mit steifer Halskrause und einem kleinen Kopfdeckel; dabei lang herunterhängendes Haar. (Sandstein) Es befinden sich drauf, links ein Cruzifix, rechts
Wappen; Näheres nicht ermittelt.
Stier oder Löwe oder Bock oder Löwe obenauf wie eine Köni gin. dann (2. Reihe) links das „Rad“ rechts nichts. 3. Reihe links
Wappen; Näheres nicht ermittelt.
, rechts
Wappen; Näheres nicht ermittelt.
(oben derselbe Lilienschmuck).

Der andre Grabstein von 1651 mit Psalmsprüchen, Namen nicht ersichtlich, keine Uchtenhagen weil diese 1619 ausgestorben.
KircheKircheNeuenhagen (heute: Ortsteil der Stadt Bad Freienwalde)Altar in der Kirche Neuenhagen. Leuchter Alles Basrelief () Mönch Mönch Leuchter Hase Greif X---x Wiede hopf
Alles dies weiß, in Stuck, und basreliefartig, oder Sandstein und weißgetüncht;
Dies war gewiß Hauskapelle und dies ein Altarschmuck; an den Kreuzstücken oder Kuppen befindet sich in Alhambra Manier Arabesken und in der Mitte kleine Engelsköpfchen. Keller erdflx---x, ebenso Erdgeschoß; der andre Raum ist ein Saal, wahrscheinlich eine Halle ebenfalls gewölbt wie die Kapelle.

Freienwalde: Schloß

  • 1) Stühle mit angesteckten (Charnier) Lehnen
  • 2) Tisch mit Stehleiter.
  • 3) Bett
    Friedrich Wilhelm
    Fr. W.
    IV
  • 4) Die Elle von M---gang die
    Friedrich Wilhelm
    Fr.W.
    Friedrich Wilhelm
    IV
    gedrechselt vielleicht 1806. Wieder gesehn 1841. Bis 48 alle Jahr da. 49 auch. 53 auch in Januar zur Jagd. 53 in 11
    und
    u
    12. Juni auch bei einer Grundsteinlegung in Oderberg. Alles parkettirt; die Zimmer zum Theil mit Cattun bekleidet, andre mit Rosensträucher bemalt, andre chinesisch; viele weiße Möbel, mit geblümtem Kattun, hübsche altmodische BlumentischeTische und Schränke: der Speisesaal sehr freundlich.
  • 7) Der Leierkasten. Das Papagenolied. Von Männlein und Weiblein, die Textesworte citiren. Die andern Lieder nicht mehr zu verstehn
andre mit Blumen, mit Px---xvögeln, Schweizerlandschaften. Das Ganze Schloß ist eins von denen die stumm und trüb daliegen, mal fahren Wagen vor, Vorreiter, Fackeln, dann springen Diener rechts und links, die Zimmer beleben sich, nicht der ängstliche Tritt der Besucher klingt durch das Haus, sondern der feste Tritt derer die hier Hausrecht haben – müde werfen sie sich auf die Betten, früh wieder auf, dann ist alles vorbei, ein Traum den das alte Schloß über Nacht gehabt.

Vor 60 Jahren und drüber hatte es ’mal eine Zeit –„Großmutter“ wohnte hier, viele, viele Jahre und die Enkel spielten hier. Einer dieser Enkel behielt, wie für alles das mit seinem Leben namentlich mit seiner Jugend und seiner Mutter zusammenhing, ein Gefühl und freute sich jedesmal wenn er die alten Räume wieder betrat. (Nun die Zimmer schnell schildern) Dann die Sachen aufzählen, die er liebte oder die an ihn erinnern: die Elle, der Leierkasten, das Theebrett

Dann kurz den Rest abmachen. Das Ganze heißt Schloßgarten mit dem Schloß. Vielleicht gehört der Kapellenberg dazu. Monte-Caprino. Ein Fähnchen 1847 am Dach. Valantini-Ruh“ hinten und vorn, er ruht jetzt wo anders. In Sommerszeit sind hier bunte Glasscheiben, so daß man die Landschaft auch in blau und roth haben kann. Der eigentliche Natur-Cultus wird durch eine lange Inschrift, schwarz auf Zinkblech besorgt. Es Der Ruinenberg, trotz seiner Inschrift
et cetera
etc
et cetera
etc
, giebt einem das Bild in einem gewissen Naturzustande, hier sehen wir überall das Bestreben, das Bild zu retouchiren. In der That ist viel der Art geschehn Aber das X---x und für Point de vue sorgen hat noch nicht genügt, es ist auch eine Art Camera obscura Haus. gebaut werden, das dem „Wanderer“ führt die Ueberschrift Wer mit Gott ist, mit dem ist Gott. Dann kommen 2 Spalten voll Pantheismus. Es fängt an:
„Gott ist die Seele seiner Schöpfung in der Er sich gleichsam wie in ein herrliches Gewand hüllt.“ Dieser Dativ stimmt schon bedenklich. Der Schluß lautet: „Wie ein freundlicher Talismann erhält uns die Religion über die Wellen im Schiffbruch des Lebens.“ So vollzieht Gelegenheit giebt die Landschaft durch bunte Gläser; mal blau mal roth zu betrachten. Die Aussicht hübsch, aber wirkt ein wenig komisch. Nun die Inschrift etc. etc. Dies die Landschaft verbessern oder gar den Besucher geistig erheben wollen sich eine Art von Gerechtigkeit und die anfänglich  beim Accusativ gemachte Schuld wird schließlich gezahlt.
Königs-Höhe. Bietet vielleicht mit die schönste oder reichste Aussicht, vorausgesetzt, daß man sich nicht in das unglückliche Zeltgeripp begiebt, das

Allen Ernstes aber die herzliche Bitte an die Freienwalder ihre hübsche Gegend X---x x---xsprüche und Abhandlungen nicht länger zu x---x
{ Freienwalde schuldet diesem Monte Caprino seine ehemalige X---x Valentini; X---x wir X---x die Aussicht an und erzählen wir die Geschichte In verzeihlichem Stolze hat er das Haus dessen Fenster die Inschrift in blau und roth erkennen lassen: Valentini’s Ruh. genannt. Er ist seitdem zu X---x Ruhe eingegangen.
auf der höchsten Höhe steht, wo Kiefern, Ebreschen und Akazien die genau rund herum gepflanzt sind die Aussicht beinah sprerren; Aber 50 Fuß mehr abwärts, sieht man nach der einen Seite hin in das schöne Brunnenthal, nach der andern Seite hin in’s Bruch hinein; – der Blick ist dem von der Ida’s Eiche verwandt, wo man auch beides (Waldlandschaft und Bruch) sieht.

Das Brunnenthal und der Brunnengarten.


Der Weg am Schloß vorbei an Hügelwindungen vorbei führt endlich in eine Waldschlucht, drinnen der „Brunnen“ und der „Brunnengarten“. Das eigentliche „Etablissement“ der Brunnengarten sammt den dazu gehörigen Gebäuden mannigfacher Art, liegt in einer zu einem Kessel erweiterten Schlucht. Ein natürliches Eingangsthor abgerechnet, schließen von allen Seiten her bewaldete Hügel einen freien Fleck ein. Es ist eine Art windgeschütztes „bei Kroll zu dessen Seiten sich schützende Hügel erheben. So anfangen: Es ist ein Etablissement wie alle dergleichen im mittleren Deutschland: Ein Kessel in dessen Tiefe sich Gartenanlagen zwischen die Bäume schieben und einzelne Häuser das Ganze einfassen.


Dann die obigen Vergleiche. Für Leute die den Wind nicht lieben, ist es reizend – er ging scharf und doch saß ich völlig geschützt.

Die Baulichkeiten bilden ein Rechteck:
Grundriss; Gesundbrunnen (heute: Fachklinik und Moorbad)Gesundbrunnen(heute:FachklinikundMoorbad)Freienwalde (heute: Bad Freienwalde/Oder), freienwalde, FreyenwaldeGesundbrunnen in Freienwalde. a Parterre
und
u
erster Stock, Fachwerk, hohes Dach, Uhr
b c
  • a) alt-königlich – 1 Stock
  • b) churfürstlich – 1 Stock
  • c) neu-königlich – 1 hohes Stock und Mansarde;
  • alle drei haben eine Colonnade stechbahnartig mit Pfeilern; altköniglich (überhaupt am poplichsten) Holzpfeiler mit wildem Wein umrankt. Vor b
    und
    u
    c. 8 Musterstücke von Tannen, schlank, hoch. Zu dem Ganzen gehört außerdem ein Berghaus und ein Landhaus; in allen diesen Baulichkeiten a. b. c. mitgerechnet) wohnen wohl gelegentlich 200 Gäste, von denen ein Drittel sich bei der Table d’hote treffen. Es herrscht ein guter ungenirter Ton; man sieht, und Brunnenkirche. es hat doch immer noch seine Freunde.

    Einzelne Spielbuden gesellen sich hinzu, – keine Spielsalons, wie wohl in Freienwalde nicht erst versichert zu werden braucht.

    Die üblichen schönen Punkte und Unterhaltungsplätze fassen es ein, da ist die Quellen sind wohl an 3 oder 4 da, sogar eine Augen-quelle.

    Es sind noch mehr Gebäude da, so daß das Ganze diese Form hat
    Grundriss; KurfürstenquelleKurfuerstenquelleGesundbrunnen (heute: Fachklinik und Moorbad)Kurfürstenquelle in Freienwalde. Hauptquelle mit der Statue.


    Die Johannisquelle, sehr einfache Holzumzäunung (ausreichend).

    Dicht dabei die Augen-Quelle; ebenfalls mit ein paar Bohnenstangenstöcken umzäunt.

    Gleich am Badehause ist eine Art Haupt-Quelle, eine Najade mit einem Ruderstück liegt in der üblichen Attitüde da und aus der Urne neben ihr fließt ein Wasserstrahl, eben der Heilquell. So weit ist alles gut; aber eine sonderbare Oekonomie hat drauf gedrungen, daß das Wasser nicht frei in ein Bassin oder eine Rinne, sondern in ein untergestelltes Gefäß fließt, das zwischen Blumenvase und Topf nothdürftig die Mitte hält. Der Effekt ist überaus komisch und man begreift den kleinen Najadrich völlig, der über den Leib der Najade fort, lächelnd in den Topf und auf das fließende Wasser blickt. Das Ganze ist vielleicht ein Unicum heitrer Naivetät und erinnert, während es alle Grenzen des aesthetisch Antiken einhalten will, doch zuerst an die bekannte kleine Brunnenfigur in Brüssel.

    Schloßberg. Abendroth im Rücken.

    Die Bäume seiner Krieger; der X---xx---x Ast. Das schwarze Loch in der rothen Erde, so roth. Der Böttcher, die Fahrt über’s Wasser. Schwarze Hund als Führer hin
    und
    u
    zurück: Gold, Silber Kupfer. „Nun ist’s genug“. „Das Der Pommern-Krieg. Der verbannte Jagow, nun Uchtenhagen. Den poetischen Gehalt dieser Dinge erkennt man freilich nicht schwarz auf weiß, aber sie verfehlen ihres Eindrucks nicht, wenn sie jemand erzählt, der dran glaubt. Das war bei diesem Kutscher der Fall. ist dein Glück.“ In der Pfingstsonnabend-Nacht. Maienholen. Die Rehe schrien unten im Grund und die Krähen schrien überm Berg; wer das hier sieht, dem wird sehr greulig.

    Die Geschichte mit dem Böttcher im Kiez (oder am Rathhause) ist die beste. Er wird dreimal gerufen; er fährt über das Wasser, nachdem ihm der Prediger gesagt: thue alles und nimm auch, aber nimm nicht mehr. Der schwarze Hund. Als Führer bergan. Die Fässer mit Gold zuschlagen. Das 13te oder das 33 oder so es ist besser eine große unbestimmte Zahl zu nehmen, war für ihn. Er rollt es bergab. Inzwischen denkt er: wirst noch eins nehmen. Er rollte das 2te bergab. Als es unten ankommt, liegt nur ein Faß da. Er steigt wieder bergan und rollt noch eins herunter. Wie vorher. Der Hund sitzt auf dem Faß und sagt: „nun iß’t genug“. So fahren sie zurück, der Hund an der Spitze des Bootes. Der Böttcher machte dann die Schwenkung des Bootes, daß der Hund wieder in’s Wasser fiel. „Das ist Dein Glück“ sagte der schwarze Hund, daß du die Spitze nach dem Wasser gedreht hast. „Wer nicht den Kahn dreht, dem dreh ich den Hals.“
    Der Schloßgrund (die schöne malerische Tiefe hinterm Schloßberg).
    Das klingende Fließ. Das Wasser das unten fließt.

    Schloßbauer (?) Ackermann, der ein Stück vom Schloßgrund bewirthschaftete. Wer weiß, wie seine Vorfahren dazu gekommen waren, vielleicht durch Unrecht, vielleicht gebunden, verkauft an die Uchtenhagens. Kurzum das Familiengespenst gönnte ihnen nicht den Besitz, chikanirte sie, schädigte sie und wiewohl es gute Leute waren und fleißig und ordentlich, so brachten sie doch nichts vor sich und gaben endlich diesen Fleck Erde auf und gingen in die Welt.

    Beim Nachfolger war es nicht besser; aber nun jetzt ist es mit den Uchtenhagens vorbei, sie sind bezwungen. Es nahmen ihrer nun schon zu viele in diesen Waldschluchten, wo es sonst so einsam war und dadurch haben die Uchtenhagens verspielt. Einen konnten sie graulig machen, aber viele zusammen graulen sich nicht und so sind sie jetzt ruhig. Nur dann und wann geht es hier noch wild her,

    Der Kapellenberg (ist der Berg mit Kapelle beim Brunnen) Schloßgarten-Berg Schloßberg. Das alte Stadtschloß bei der Kirche.

    Cunersdorff.

    Wir beginnen mit dem Bibliothekszimmer.
    Die Bibliothek. Zunächst Büsten, Bilder, Stiche, ein Oelbild Thaer’s, ein Kupferstich Thaers, Alexander von Humboldt (Gemalt von Weitsch, gestochen von Freieidhof 1808; ein Bild das ich noch nicht kannte, er sitzt in Hemdsärmeln auf einem Stein, ein
    In Cunersdorf soll Chamisso den Peter Schlemihl geschrieben haben. Ich glaube auch Savigny etwas
    Savigny schrieb in Gross-Bähnitz auch eine berühmte Arbeit. großes Buch vor sich und eine Tropenblume in der Hand.) Wildenow, Reil, Rudolphi, dazu natürlich specifisch
    preußisch
    preuß:
    Militairisches und der große König, Prinz Heinrich, Stiche von Dähling, Schadow, Cunningham alle in Chodowiecki’s Manier.

    Das eigentlich Interessante aber sind die Dinge, die auf die friedericianische Zeit direkt Bezug nehmen und zwar auf jene Schlachten, Thaten, Ereignisse, in denen sich Lestwitz, der Gründer dieser Herrschaft (Friedland -Cunersdorf) auszeichnete. Alle diese Dinge haben in einem bestimmten pultartigen Schrank Platz gefunden, in der Art wie man in England in einen Glaskasten ausstellt, was sich auf Shakespeare, oder Sir John Franklin, oder Walter Scott Zug bei Christian Gottlob Hilscher. oder die Tudorzeit bezieht.

    Dieser Glaskasten (die obere Hälfte des Ganzen) ist in 3 Theile getheilt, wie ein Klappaltar, wo die beiden Flügel, die Hälfte der Breite des Centrums haben – Im Centrum befindet sich groß und sauber ausgeführt der Schlachtplan von Tor gau , der Lestwitz-Tag. Dazu: Ausführlicher Bericht wie die merkwürdige ohnweit Torgau am 3. November 1760 geschehen ist. X---x

    Daneben, in den kleinen Flügeln, Mappen 1) mit Schlachtplänen: Breslau, Leuthen, plänen: Lowositz, Breslau, Roßbach, Leuthen, Kunersdorf, Reichenberg Böhmen in  ( d.
    dender
    21. April 1757) – hier steht Generallieutnant Lestwitz wo an der Spitze des HauptCentrums, vielleicht ist dies Lestwitz der Vater des Berühmten – Liegnitz (1760) Zorndorf. Kesselsdorf (1745) 2) mit Dispositionen, Manöverplänen

    Es heißt wörtlich: „Charten und Manöverpläne, die der Generalmajor von Lestwitz selbst gebraucht“. 2) Charten, die auf den 7 jährigen Krieg Bezug haben bis 1763 3) Militairische Pläne und Charten seit 1763.

    * Diese Pläne sind zum Theil gezeichnet
    und
    u
    getuscht, zum Theil „zu finden in Johann Jacob Korns Buchhandlung in Breslau“, zum Theil gestochen von Glaßbach in Berlin. Glassbach. also vor der Schlacht bei Prag.

    Es befinden sich ferner in dem Kasten, die beiden Degen, die der alte Lestwitz getragen; messingdraht-umsponnener Griff und einfache Lederscheide.

    Bilder
    • 1) Gartensalon. Friedrich der Große alt und jung,
      Friedrich Wilhelm
      Fr: W.
      III und ein feiner Herr mit weißer Perrücke und rothem Sammtrock (wer?)
    • 2) Zimmer daneben. General v. Lestwitz Gemahlin nebst. Alter Herr zwischen 60
      und
      u
      70, hell gelbe Unterweste, blauer militairischer Staatsrock, pour le Merite, Stock (Rohr) oder Commandostab in der Rechten. Feiner straffer Kopf, fast mehr staatsmannisch als militairisch, beinah kleine, kluge, wohlwollende Augen, voll ruhigen Blicks, ein Ausdruck der Festigkeit der durch den hübschen, kleinen zusammengepreßten Mund noch sehr gesteigert wird.
      Seine Gemahlin, stramm, voll, etwa ein Frau von 40, noch gut aussehend, wohlwollend, kräftig, energisch – weißes Kleid, eine Art weiße Tüll-Ueberjacke, wie sie jetzt wieder Mode sind, unter Jacke und Kleid, direkt über Busen und Nacken ein weißes dünnes Nackentuch, ein dünner, schleierhafter Tüllkragen; blonde kurze Locken im Nacken und ein zurückgeschlagener weißer Schleier. Beide Bilder gut gemalt.
    Geheimer
    Geh.
    Staatsminiser v. Borke
    , derselbe dessen Kupferstich existirt.
    In demselben Zimmer: Frau v. Friedland, also die Tochter der beiden obigen. Es ist nicht mehr die gute Pesne-Schule, sondern um schon die Dresdner Pastell Schule, die Ausläuser von Raphael Mengs. Sie ist scharf en profile genommen, wodurch das eigenthümlich männliche der Erscheinung noch mehr hervortritt. Aber nicht etwa etwas Bärtig-Männliches, sondern etwas sehr fein Männliches, aber doch immer männlich. Das Haar ist kurz, das Brusttuch wie ein weißes Halstuch und das Kleid halb Hausrock- halb Kaftan-ähnlich gehalten – kurzum man glaubt das Portrait eines feinen Professors, eines Naturhistorikers zu sehn, der sich eben vor seine Zuhörer stellt, um ruhig und sowohl seiner Sache wie seines Erfolges sicher, über Sauerstoff oder Staubgefäße zu sprechen; ein Linnée oder Lavoisier-Kopf. Der Kopf ist klein, eher mager als voll, die Nase bedeutend, gradlinig, nicht römisch, der Mund fein, scharf geschliffen – das Ganze durchaus Vater’s und nicht Mutters Tochter. In einem andern Zimmer (schon in der Front):
    Gräfin Itzenplitz, die Mutter des jetzigen Ministers. Sie ist die Enkelin des alten Lestwitz und die Tochter der Frau v. Friedland. Mit erstrem zeigt sie keine Aehnlichkeit mehr, aber doch noch mit letztrer.

    Wie beide im Leben sich vielfach ähnlich waren und in der Sage, in den Erzählungen der Leute beständig verwechselt werden, so giebt sich diese Aehnlichkeit, bis auf einen gewissen Grad, auch hier in den beiden Bildern. Das Gräfin-Itzenplitz Bild ist auch völlig en profile aufgefaßt (was ja fast nie geschieht bei großen Familienbildern) aber in Oel ausgeführt. Sie trägt einen blauen weiten Sammt Hausrock (auch mannsartig) mit Pelz besetzt und hochstehenden Pelzkragen, über den noch höher und auch nach vornhin, also den aufrechtstehenden Kragen überall garnirend, eine getollte Fraise ragt. Sehr eigenthümlich das Ganze. Das Haar natürlich auch kurz geschnitten. Hauptsächlich ihrer Wirthschaftstugenden hat es der Maler fast zu gut gemeint, indem er ihr eine Wirthschaftsrechnung mit rothen Linien und Thaler, Groschen, Pfennig, in die Hand gab. Es hätte sich gewiß etwas schöneres finden lassen. Aber wie es ist, ist es wenigstens apart.

    Daneben das Bildniß ihres Gemahls, des 1815 ge---x v. Itzenplitz, der auch auf dem Thaer-Denkmal ist. Von demselben befindet sich auch eine Kreidezeichnung im Schloß, wahrscheinlich von Wach oder Krüger.

    In demselben Zimmer auch das Bildniß eines alten Itzenplitz, wahrscheinlich dessen der bei Kunersdorf fiel, es ist als Kupferstich ohne Bedeutung und zeigt nichts von der guten Pesne’schen Schule, die damals existirte. (Gegenüber diesem, das Bildniß seiner Frau, − der Frau v. Lestwitz sehr ähnlich, nur dies hier viel älter).

    Eine Treppe hoch befindet sich ein Bildniß des Generalmajors Hans Sigismund v. Lestwitz.

    Welcher ist nun der richtige? Der untre oder der obre?

    Oder ist der eine der Sohn und der andre der Vater?

    Der eine sieht beinah dumm aus, der andre sehr klug. Die ganze Sache hapert.
    Lageplan; Kunersdorf (heute: poln. Kunowice), Kunersdorff, Cunersdorff, Schlachten-KunersdorfKunersdorf(heute:polnAKunersdorf. c b. b g. e f. a b d


    Das Schloß wurde, wie seine Jahreszahl überm Portal besagt, 1773 beendet.
    Es ist ein Bau wie damals überhaupt gebaut wurde, am meisten vielleicht an das jetzige Voß’sche Palais in der Wilhelmsstraße erinnernd, nur etwas kleiner.
    Es hat Erdgeschoß und erster Stock; dann Doppel-Dach (
    Dach des Schloss CunersdorfSchlossCunersdorfKunersdorf (heute: Ortsteil der Gemeinde Bliesdorf), Friedland-CunersdorffSchlosses in Kunersdorf.
    ) natürlich auch Sousterrain. Vorhalle, dahinter Gartensalon; außerdem eben eine Fülle von Zimmern, die sich drum herum ziehn. Die direkte Ornamentik bietet nichts besonderes.
    Die Ruhmeshalle.
    Der Begräbnißplatz, der sich an den Obstgarten anschließt und vor dem Schloß liegt, ist sehr eigenthümlich. Er steht zwischen dem Humboldschen in Tegel und dem Marwitzschen in Friedersdorff mitten innen. Der erstre ist noch künstlerisch feiner stylisirt; der andre ist viel einfacher, aber er ersetzt dafür wieder durch das persönliche Durchklingen dessen, der ihn stiftete, alles das was ihm nach der künstlerischen Seite hin fehlt. Das Eigenthümliche, Charaktervolle tritt einem dort so fesselnd entgegen. Wie gesagt, dieser Cunersdorfer steht zwischen beiden. Es erinnert sehr an die Ruhmeshalle bei München, nur mit dem Unterschiede, daß dies hier zugleich wirkliche Begräbnißstätte ist. Es ist eine vielleicht 10 bis 12 Fuß hohe starke Wand mit 10 Nischen, jede Nische wird rechts und links von einem einfachen Säulenpaar (nicht ganz dorisch, denn es fehlt die Canellirung) flankirt. Vor den Nischen liegen große Grabsteine, zwischen den Grabsteinen sind Epheu auch dazwischen,x---x Beete von Immergrün (?) Rosen, Geis blatt um die Säulen.und in den Nischen stehen die Grabdenkmäler alle in Marmor ausgeführt, aber von verschiedenster Form: Aschenkrüge mit den Reliefbildnissen des Verstorbenen, Obelisken (?) Tafeln, Kreuze Epitaphien etc.
    Unter den Aschenkrügen, am Postament befinden sich die Inschriften. Es ruhen hier:
    • 1) hell Graue schlesischer Marmor-Urne, über 2 Fuß hoch, von der Reliefkopf, oben auf der Urne Helm, Schwert, Handschuh..

      Gruft des irdischen Ueberrests von Hans Sigismund von Lestwitz.
      Königlich Preußischer
      Königl. Preuß:
      Generalmajor der Infanterie. Geboren zu Kontop in Schlesien am 19. Januar 1718 Gestorben zu Berlin am 16
      Februar
      Febr:
      1788.
    • 3) Eine niedrige, etwas mehr als trommelhohe Säule von Marmor (an dieser das Reliefbild) mit einer Urne auf derselben. Diese Urne zeigt am obren Rande: Pflug, Egge, Sense, Sichel, Harke; in der Mitte einen Amor der weint oder den eine Biene gestochen hat, er hält in der Rechten das seltsam geformte, ziemlich häßliche Thier an den Schmetterlingsflügeln, mit der Linken faßt er sich an’s Auge oder die Backe, wie wenn er weint oder verletzt oder gestorben ist. Den Schmetterling (oder was es sonst ist) hält er mit der Rechten nach hinten zu, als sei es böse mit ihm, wolle von ihm nichts weiter wissen, vielmehr ihn je eher je lieber los sein oder abliefern. Hinter ihm eine Parze mit einem Lorbeer, an der andern Seite eine andre Parze mit einem Pinier (?) x---x in der Linken und einer Blüthe, Spindel, Scheere oder sonst dergleichen in der rechten Hand
      Detailansicht; rechte Hand des Armors auf einer Urne, Grabkolonnade der Familie Lestwitz-ItzenplitzGrabkolonnadederFamilieLestwitz-ItzenplitzFriedhofGrabstätte der Familie Lestwitz/Itzenplitz in Kunersdorf.


      Es rührt wahrscheinlich von Canova her und wurde durch
      Wilhelm
      Wilh.
      v. Humboldt
      in Rom veranlaßt, in den Jahren die dem Tode der Frau v. Friedland folgten.

      Inschrift:
      Dem thätigen Geiste der diese Fluren belebte, ordnete und nun schützt (?), Helenen Charlotte v. Friedland geborene v. Lestwitz.
      Geboren
      Geb.
      zu Breslau 18 November 1754, gestorben zu Cunnersdorf d. 23. Februar 1803.
    • 4) Ein verjüngtes 4 eckiges Pfeilerstück, ein kleiner zugeschrägter Ofen (das Wort dafür suchen). Obendas Bildniß des Grafen Itzenplitz, darunter Reliefs: ein pflügendes Stiergespann, darüber eine Najade mit einem Füllhorn in der Hand. Die WasserUrne fließt: wo es hin fließt (das alte Bruch) Eichen und Storch oder Reiher; an der andern Seite das neue Bruch (erobertes Land) Apfelbaum und Garbe. Darunter Eichenkranz. In dem Kranz:
      Peter Ludwig Friedrich Johann Alexander
      P.L.F.I.A.
      Graf v. Itzenplitz
      . Zu Groß Behnitz geboren
      den
      d.
      24. August 1769, gestorben
      den
      d.
      18. Sept. 1834. Am Postament:
      Sein Herz reich an umfassender Liebe, sein Geist voll Durst nach Wissen, wirkte mit lebendiger Einsicht und beharrlicher Kraft, was in dauernder Frucht uns trostvoll umgiebt.
    • 5) Ein zugeschrägte Marmortafel; ebenso wie 4, aber bloß Fläche, während das andre Tiefe hat. Gräfin Itzenplitz sitzt in dem Kostüm, das wir kennen, auf einer Bank. Neben ihr ein Fruchtkorb, worauf die Linke ruht, in der Rechten ein aufgeschlagenes Pflanzenbuch, zum Hinweis auf ihre Vorliebe für Botanik.
      Inschrift (am Postament) Henriette Charlotte Gräfin von Itzenplitz geborene von Borcke, genannt von Friedland, geboren zu Potsdam 18. Juli 1772, vermählt zu Kunersdorf 23.
      September
      Sept:
      1792, gestorben zu Berlin 13. April 1848.
    • Zu 3. „Auf der Urne wünscht man ein
      allegorisches
      allegor:
      Basrelief, wozu das bekannte Basrelief von dem Genius mit dem Schmetterlinge und zwei andre allegorischen Figuren, das sich auf der Vase im Pallast Chigi befindet, das beste und schicklichste wäre.“ So schreibt
      Wilhelm
      W.
      v. Humboldt
      an E. Keller.
    In der Bibliothek.

    Der Flötenkasten. Es ist ein Porzellankasten, hoch von a bis b, lang wie dies Buch und von a bis b dazu, tief wie dies Buch und anderthalb Zoll; überall bemalt mit Früchten, Blumen, geöffneten Nüssen, Erdbeeren, Rosen etc. In diesem Kasten der mit rothem Sammt ausgeschlagen ist, liegt in 4 Stücken eine Flöte von schwarzem Ebenholz, mit Elfenbeinrändern und Silberklappen, im Ganzen etwa 4 mal die Länge dieses Buches, 6 Einsatzstücke und Ober und Unterstück.
    Vorderansicht; Flötenkasten in der Bibliothek, BibliothekszimmerBibliothekBibliothekszimmerSchloss CunersdorfBibliothek des Schlosses in Kunersdorf. b a


    Dazu gehört noch als M. d. von der Hand des Königs eine 7 Seiten lange Partitur. Die Ueberschrift lautet:
    Aria per il Paulino del Opera Di Demofonté allegro di Molto non odi Consiglio. (rechts oben in der Ecke: di federico.

    Friedland.

    Karte von Alt Friedland siehe auf einer der letzten Seiten.
    Nonnenkloster, noch die Umfassungsmauer da; ein altes Stück Gebäude, Parterre gut erhalten. Hierin befindet sich noch das Refektorium von 3 Säulenpfeilern getragen. Zwei der Pfeiler sind rund, der mittelste 4 oder 6 eckig. Die Gewölbe die auf den Pfeilern ruhen, sind vielgeribbt, so daß immer 16 Ribben auf einen Pfeiler ruhn, oder aus demselben palmenhaft aufwachsen. Der Raum zwischen den Pfeilern ist verschieden, von oben nach unten zu wird der Zwischenraum immer um 1 bis 2 Fuß kleiner. Nach meiner Meinung (Wil---er meint es seien bei der Ribbung Formsteine benutzt, was ich fast bezweifle) ist dieser Bau sehr alt, vielleicht 13tes Jahrhundert.

    An das Refektorium lehnt sich, in gleicher Linie damit, ein Stück Kreuzgang (Definition davon) die andern Stücke fehlen. Mitten auf dem Hofe steht auch noch ein altes schlichtes Gebäude, das als Priorhaus gilt.

    Die ehemalige Kirche des Klosters, die dicht daneben steht und nach einigen direkt mit dem Kloster zusammenhing, ist total renoviert, so daß sie jetzt namentlich in ihrem Innern den Eindruck einer Kirche aus dem Anfang dieses Jahrhunderts macht. Das Mauerwerk (das seine Feldsteine hinter Mörtel und Tünche verseckt) ist aber sehr alt, wenn ich auch nicht annehmen kann, daß die Kirche einst romanisch rundgewölbt war. Man sieht noch scheinbar an beiden Giebelwänden solchen Rundbogen, aber das ist einfach bei der Restauration aus der vorhandenen Giebelwand in dieser Weise herausgeklopft worden
    Gebäudeansicht (Ausschnitt); KircheKircheAltfriedland (heute: Ortsteil von Neuhardenberg)Kirche des Klosters in Altfriedland
    Die Tonnengewölbe waren hier überhaupt selten und in dieser bedeutenden Breite so daß die Form nicht
    Vorderansicht; KircheKircheAltfriedland (heute: Ortsteil von Neuhardenberg)Tonnengewölbe in der Kirche zu Altfriedland.
    sondern
    Vorderansicht; KircheKircheAltfriedland (heute: Ortsteil von Neuhardenberg)Tonnengewölbe in der Kirche zu Altfriedland.
    ist, verstand man damals wohl kaum zu wölben.

    Die Kirche wurde 1546 (oder 64 ??) protestantisch;Dorfkirche aber wurde sie wohl erst viel später, da wahrscheinlich das alte Dorf auch eine Kirche hatte.

    Aus dieser Dorfkirche, die glaub ich im vorigen Jahrhundert niederbrannte, wurde dann das berühmt seinsollende, wie es heißt von Kugler erwähnte Taufbecken in die Klosterkirche gebracht, die nun Dorfkirche wurde. Dies alles geschah zur Zeit des Markgrafen Carl. Er schenkte der nunmehrigen Dorfkirche auch eine Glocke, die noch seinen Namen trägt.
    Markgraf Carl war ziemlich oft in Friedland und bewohnte das jetzige Amts- oder Wohnhaus. Es ist ein massives aber durchaus einfaches Wohnhaus, solide aber ohne jede Spur von Schmuck. Es existiren noch einzelne sagen DorfVolks aus seiner Zeit, die aber alle zu sehr den Charakter der Schwederter Markgrafen tragen, um sich für die Mittheilung zu eignen. Seine Lieblings-Geliebte, die er auch in Berlin um sich hatte, eine Mamsell Siebert, war von Amt Friedland.

    Am Kloster-See hin zieht sich auch ein hübscher Park, mit einzelnen hübschen Blicken auf den See, es ist aber fraglich, ob er aus der Markgraf Carl Zeit ist, – wahrscheinlich erst von Frau v. Friedland.

    Eine Hauptsehenswürdigkeit der Kirche sind die 3 reich vergoldeten Abendmalskelche, alle noch aus der katholischen Zeit und alle 3 sehr schön
    Vorderansicht; KircheKircheAltfriedland (heute: Ortsteil von Neuhardenberg)Abendmahlkelch in der Kirche zu Altfriedland. a b c


    Zwei sind ziemlich von gleicher Größe und sehr ähnlich; der eine enthält davon in b. das hohl und von durchbrochner Arbeit ist, eine Reliquie (Knochenstück oder Zehe);auf demselben steht unten: Martha. Welsickendorp. Johannes. Der schönste an Arbeit ist der dritte, der größte, wiewohl im Wesentlichen von derselben Form. Auf C. trägt er 3 einradirte Marienbilder, noch Stellen aus der Offenbarung und 3 aufgelöthetete, aparte kleine Goldarbeiten: Christus am Kreuz, Maria und Johannes unterm Kreuz; St Georg tödtet den Drachen und noch ein Drittes.

    Das Markgraf Carl Bild, in deren Wohnzimmer rechts; hübscher Mann von etwa 40 Jahren; das Bild ziemlich gut.
    Schließen so: So war Friedland als es an Lestwitz fiel. Dann Cunersdorff

    Moeglin.


    Vor dem Academie Gebäude (oder im Rücken)

    Zur Erinnerung an das 50 jährige Bestehn der landwirthschaftlichen Akademie zu Moeglin im Oktober 1856. | Vorn Thaer’s Reliefbild | Unten die Namen der x---x Schüler.

    Die Büste im Saal des Wohngebäudes von Wichmann, sehr schön. Rechts und links die Geschenke zum Jubiläum.
    Lageplan; Möglin (heute: Ortsteil der Gemeinde Reichenow-Möglin), MoeglinMoeglin(heute:OrtsteilderGemeindeReichenow-Moeglin)MoeglinMöglin (ParkParkMöglin (heute: Ortsteil der Gemeinde Reichenow-Möglin), MoeglinPark). c b Front Schilf Schilf Schilf d a Früher der ganze Teich damit ein gefaßt. e f g
    Kirche. sehr alt. Feldstein.
    et cetera
    etc
    . . .

    Links neben der Kanzel ein Barfus’sches Wappenschild. Inschrift Alexander v. Barfus ist geboren 1580 den 11 Decembris. gestorben den 19 Decembris 1647. Ditloff v. Barfus ertrank auf einer Nachtfahrt von Wriezen her in einem kleinen See oder Sumpfteich. Es ist oval, von Holz, Grundfarbe grün, hier und dort ein bischen roth, in der Mitte das Barfus’sche Wappen, oben auf 3 rothe Vasen mit Lilien.

    Pritzhagen Nichts. Nur die Geschichte von Junker Hans von Reutze (Rheutz). Junker Hansen’ Kehle.

    Haus Tornow.

    Dachsberg, der kleine Tornow, dunkel, traurig, poëtisch, x---x.

    Durch die Silberkehle zum großen Tornow, der 40 Fuß niedriger liegt als der kleine Tornow und vielleicht 200 Fuß niedriger oder mehr als die Höhe des Dachsberg.

    Es wäre möglich mitten auf dem See einen Springbrunnen zu haben (weil der kleine Tornow 40 Fuß höher liegt) was Nach Berghaus liegt der große Tornow 50 Fuß tiefer als der kleine, und die Tiefe jedes Sees ist bis 30 Fuß. sehr reizend aussehen würde.

    Die Silberkehle ist eine völlige Gebirgsschlucht und außerordentlich intressant. Es ist schwer zu sagen wo sie schöner ist, oben oder unten. Unten, selbstverständlich kommen die Quellen von allen Seiten aus den Bergen (, zum Theil eingefaßt und mit Namen ausgerüstet z. B. MarienquelleFrau v.
    der
    d.
    Marwitz
    zu Ehren) und beleben das Bild für Auge und Ohr; oben ist in großer Steile oder Schrägung das trockne Bett. Hier liegen mächtige Feldsteine, in den Sand eingerammt und umgerissene Buchen, die seit Jahren trotzdem weiter grünen bilden eine Brücke die an der andern Seite in die Buchenkrone hinein wie in eine verwachsene Laube führt.
    Es ruht da, wie eine Mühle Sonntags, wenn das Wehr gesperrt ist oder andern Abfluß hat, – im Frühjahr aber wenn der Schnee schmilzt oder im Sommer wenn die Regengüsse kommen, dann wird es lebendig hier und das Rauschen, Lärmen und wirken des Mühlwerks beginnt. Dann jagt das Wasser hier zu Thal, dann werden neue Bäume unterhöhlt und gefällt und die mächtigen Steine werden weiter nach unten gerissen wie Kiesel.

    Dicht unten steht die Königs-Eiche, wo
    Friedrich Wilhelm
    Fr: W.
    III
    am 15. September (?) 1855 verweilte.

    Silberkehle heißt es, weil die Wände zum Theil an einigen Stellen kahl sind und einen weißen Glimmersand zeigen, der so fest liegt, daß man Namen drin einschreiben kann.

    Der kleine Tornow wird wie emporgereicht; er liegt wie auf einer Terrasse.
    Er ist düster. Wer über ihn fährt der fühlt eine Stimme oder eine Hand, die ihn nach unten zieht; – der andre ist heiter, gepflegter fast, Tauben, das Reh, das auf den See blickt und alles verkündet, was den Reiz des Platzes schafft – Frieden.

    Ringenwalde.


    Schöne alte Kirche, Cisterzinser Bau, zu Kloster Friedland gehörend – viel schöner als die Friedländer selbst; behauene Feldsteine und noch sehr schön 6 romanische Fenster sichtbar
    Vorderansicht (Fenster); KircheKircheRingenwalde (Mark)(heute: Ortsteil der Gemeinde Märkische Höhe)Fenster der Kirche in Ringenwalde.
    Die Oeffnung vielleicht 6 Zoll, nach innen 2 Fuß. Es sind Fenster aus der Zeit, wo man noch keine Scheiben einsetzte; die Scheiben sind ersichtlich später.

    Intressant ist der riesige Schlüssel, das entsprechende Schloß und die schwere eisenbeschlagene Eichenthür.

    Quilitz oder Neuhardenberg

    Neu-Hardenberg.

    Gartensalon: blau und weiß (Stuckarbeiten) das ganze schöne Zimmer mit dem Blick auf Park, Teich und Statue, noch aus der Prittwitz-Zeit. Hierin befinden sich
    • 1) Große Vasen von chinesischem Porzellan.
    • 2) Die Melachit-Vase Geschenk vom Kaiser von Rußland.
    • 3) Das Portrait Friedrichs des Großen aus seinem letzten Lebensjahr von . . . . . Eigenthümlich milde schwermüthige Auffassung.
    • 4) Der Staatskanzler als junger Mann von 18 oder so am englischen Hofe. Blauer Frack mit rothem Kragen, eine Art Kammerherrn-Uniform, das Ganze im Pastellbild von Benjamin West.
    Entgegen den Tod ist kein Schild.
    Eßzimmer.
    • 1) Schinkel. Im Hintergrunde die Ruinen der Burg Hardenberg. Ein Festzug, Landvolk, geschmückte Stiere, kommen herab, an einer Eiche vorbei um vor einer Ceres oder Pomona oder sonst dergleichen, zu huldigen (Copie in der Wagner-Gallerie)
    • 2) Mondlandschaft von van der Neer, ein vorzügliches Bild in braunem Ton, von Schinkel immer sehr bewundert.
    Im Park hinten der bestattete Schimmel den Prittwitz bei Cunersdorf ritt.


    Das Volk sagt: „Das ist Prittwitz und seine Frau, die um den alten Fritz trauern.“ Es hieß auch mal in dem Helm oder unter der Hand, Arm, Urne der Minerva habe eine Eule genistet.

    Vorhalle und Gartensalon sind ganz Prittwitz -Zeit.

    Die reizende Geschichte von Diner des Staatskanzlers und dem Fürsen Pückler. Während des Diners die Ausholzung und Umgestaltung des Parks. (Pückler war Schwiegersohn.) Vorher war der Park viel einfacher gewesen; ein paar Allen rechts und links und etwas Gehölz; weiter nichts.

    Als der jetzige Graf die Herrschaft übernahm und es zur Ausgleichung mit der Familie kam, wurde Inventar aufgenommen, auch über die Bilder. Da hieß es beim Rubens: Oelbilder Nackte Weibspersonen, von einem gewissen Rubens - 15
    Silbergroschen
    Sgr.


    Der Staatskanzler besaß, eh er Quilitz erhielt, bereits Tempelberg und zwei benachbarte Güter. Alles was sich jetzt von ältren Sachen, sowohl Bücher wie Gemälde, in Neu-Hardenberg vorfindet, stammt aus dem alten Familienbesitz in Tempelberg, wohin er auch erst zu Anfang des Jahrhunderts (?) von dem eigentlichen Familienbesitz in Hannover (?) gebracht worden war. Aus diesen alten Zeiten stammt z. B. die Bibliothek die aus 16,000 Bänden besteht, – aus dieser Zeit stammt auch, in Mappen, eine Sammlung werthvoller Stiche, die dem Räuberauge Davousts entging.

    Dieser (Davoust) führte nämlich 4 Fracht(?) wagen voll Kunstschätze aus und zwar von Tempelberg nach Paris. Als 1815 und 16 (oder vielleicht auch schon 14) diese Dinge wieder redressirt wurden (z. B. Victorin; die römischen Kunstschätze etc. etc.) hätte Hardenberg das auch in seiner Hand gehabt; er leistete aber darauf Verzicht, ob aus übergroßer Noblesse oder aus Politik, steht dahin.
    • 8) Ein Lucas Kranach. Die Feuerprobe der Kaiserin Kunigunde (Gemahlin von dem Gegenkaiser Rudolf, dem die Hand abgehaun wurde?) Der glühende Löwe seht da und sie steckt eben den Finger in seinen Rachen. (Proehle fragen wegen der Geschichte); ihr hellblauer Hofnarr hält sie umklammert; der Kaiser, ein Bischof, ein Rathsherr, ein Edelfräulein
      et cetera
      etc
      etc.
    • 9) Ein van den Bosch (oder so ähnlich) Ein Violinspieler; Tischdecke, Noten etc. überaus sauber ausgeführt.
    • 10 und 11) Zwei Nicolaus Berghems; sehr hübsche Landschaften.
    • 12) Ein ganz vorzüglicher Teniers. Ein alter Bummler, legt voll Einverständniß seine Hand auf die Schulter einer noch ältren Person, eines runzligen alten Weibsbildes; sie hält ihm das Glas hin und er schenkt ein. Es scheint fast hoghartsch-anzüglich. Dann ein Alter (muthmaßlich der Mann der Alten kuckt aus einem kleinen Fenster bedenklich der Scene zu). Die runzliche Alte in der Nachtmütze ist vortrefflich.
      13) Ein Bürger oder Rathsherrenkopf von Rembrandt; ganz ausgezeichnet – das Prachtstück der Sammlung.
    • 14) Die Adamiten von Rubens. Etwa 12 Weibergestalten und 3 oder 4 Männer, – sie baden sich und verkehren nackt mit einander.
    Nackte Weibsbilder von einem gewissen Rubens 15
    Silbergroschen
    Sgr.
    Zimmer links neben dem Gartensalon (der Eß-Saal ist rechts von Gartensalon)
    • 5) Der junge Hardenberg (mit Dreimaster
      et cetera
      etc
      ) von Benjamin West.
      Siehe
      S.
      8–12
      Seiten
      S.
      vorher.
    • 6)
      Friedrich Wilhelm
      Fr. W.
      III
      jung, in
      östreichischer
      östreich:
      Husarenuniform
    • 7) Die
      chinesischen
      chines.
      Vasen und die Malachit Schale
      Siehe
      S.
      oben.
    • 8) Der schöne Mosaik Kopf à la Diana. Sehr Beatrice Cenci gleich, schön, sinnlich, schwärmerisch, eine ganz vorzügliche Arbeit. Nicht vom Papst; sondern schon früher Familienbesitz, aber doch wahrscheinlich erst von Hardenberg zwischen 1790 und 1806 angeschafft. Der Kopf ist von weißem Teint, halb Profil, dunkles schwärmerisches Auge, dunkelblondes Haar, ein Kleid (nur 2 Finger breit
    • 9) Im Nebengemach das große Mosaikbild von Papst (Pius VI ?) wegen HX’s Verdienste bei Gelegenheit des Con cordats. Es stellt die Gegend dar, wo die drei Tempelruinen von Paestum stehn, rechts Baumgruppe, links Trümmer und Laub, in der Mitte die 3 Ruinen, im Hintergrunde Bergzüge, vorne einige wenige Gestalten.

      Der König
      Friedrich Wilhelm
      Fr. W.
      III
      wollte ein ebensolches für sich machen lassen und man erfuhr bei der Gelegenheit in Rom, Der Preis sei 6000
      Reichstaler
      . Ein alter General (v. Rohr) als es ihm erzählt wurde, sagte treuherzig: „aber doch mit’m Rahmen“. Es trägt oben am Rahmen, sehr groß das päpstliche Wappen über 1 Fuß hoch. Das ganze Bild hat die Länge von beinah 4 Um4 Fuß lang.x---x bis zur Fingerspitze, nur eine Handlänge fehlt. Höhe – Unterarm bis zur Spitze des kleinen Fingers.
    Das kleine Zimmer neben dem Billardzimmer.
    • 1) Die alte Burg Hardenberg, wie sie noch vor 150 (?) Jahren war
    • 2) Die jetzige Burg Hardenberg (Ruinen.
    • 3) Ein lithographirtes und gedrucktes Blatt von Goethe, aber nur in einem Exemplar gedruckt. Es ist wie folgt:

      Obendrüber der Büstenkopf des Staatskanzlers, darunter ein Eisenkranz.

      Darunter folgendes: Carl August Fürst v. Hardenberg,
      Königlich
      Konigl.
      Preußischer
      Preuss:
      Staatskanzler
      geboren
      geb.
      31. Mai 1750.
      Die dem Stundenglas ent
      rinnen,
      Würde Zeit und Ziel ver
      fehlen
      Solchem Strome nach
      zusinnen.
      fehlen
      Solchem Strome nach
      zusinnen.

      Auch vergehn uns die
      Gedanken
      Wenn wir in Dein Le
      ben schauen,
      Freien Geist in Erdes
      schranken,
      Festes Handeln und
      Vertrauen

      So entrinnen jeder
      Stunde
      Fügsam glückliche
      Geschäfte.
      Segen Dir von Mund
      Zu Munde!
      Neuen Muth und frische
      Kräfte!

      von Goethe Zum 31. Mai 1820. (Auf Kupfer lithographirtvon den
      Gebrüdern
      Gebr:
      Henschel
      WerderRosenstrasse No 4 in Berlin.)

      Es scheint doch, daß der Staatskanzler es handschriftlich erhielt, vielleicht sogar auch die Zeichnung handschriftlich von Goethe und daß Hardenberg hinterher es stechen ließ, um an seine Freunde Exemplare austheilen zu können.
    Das Vorwerk Bärfelde oder Bärwinkel, aus Thoneisensein (bräunlich) gebaut und mit Backstein garnirt und ornamentirt, ist ganz gewiß von Schinkel. Kein Wriezner kann so was angeben. Es ist gebaut wie ein Kirchenschiff, mit zwei niedrigen Seitenschiffen und einem verbreiterten Chorstück hinten. Also etwa so:
    Gebäudeaufriss; MolkenhausMolkenhausBärwinkel (heute: Ortsteil der Gemeinde Neuhardenberg)Molkenhaus in Bärwinkel.
    So ist der eigentliche Bau, der eine Tiefe von vielleicht 40 Fuß hat; hinten – ihn überall überragend, lehnt sich ein großes Stück an diesen Bau an, das einfach
    Gebäudeaufriss; MolkenhausMolkenhausBärwinkel (heute: Ortsteil der Gemeinde Neuhardenberg)Molkenhaus in Bärwinkel.
    (höher) diese Form hat und dessen Charakteristisches einfach darin besteht, daß es überall überragt, das Gebäude wie beflügelt oder ihm einen Schild von hinten vorhält, der eben größer ist, d.h. mehr Fläche hat, als das Gebäude selbst. Quilitz brannte ohngefähr 1801 (?) ab. Seitdem ist es wieder aufgebaut und zwar nach bestimmten Gesetzen.

    Es ist (überwiegend) eine lange, breite Straße; der Fußweg an jeder Seite der Straße von einer Reihe Linden, Pappeln etc. eingefaßt. Das macht sich passabel gut, hält aber doch keinen Vergleich aus, mit den schönen Allée-Dörfern in der Nähe von Berlin, die schon blos dadurch schön sind.

    Die überaus breite Dorfstraße ist eben zu breit, so daß kein richtiges Verhältniß zwischen der Höhe der Häuser und der Breite der Straße existirt.

    Die Häuser haben meist noch Strohdächer und stehen mit dem Giebel nach vorn.

    Allgemein gilt die wendische Bevölkerung dieser Gegenden (Quilitz, Quappendorf, Platkow, Gusow) Einer besser als die Colonisten. Sie sind schwerfällig, nicht geistig weniger begabt, abergläubisch – aber kräftig, fleißig, zuverlässig; treuer und weniger liederlich als die Pfälzer etc. Von Poesie haben sie ebensowenig oder ebensoviel die Hübschheit der Mädchen 4 Seiten weiter als die andern. Vielleicht etwas mehr, als sie bestimmte Traditionen haben, die den Colonisten eigentlich fehlen.

    Die Schwedenschanze. Unter diesem verdrehten Namen – hier waren eine Schweden (?) – ziehen sich wohl 18 oder 110 Meile lang Erd- Hügel durch eine jetzt mit hohen Fichten bestandenes Haideland. Bei einzelnen Nachgrabungen hat man hier Urnen gefunden, in einzelnen auch Schmucksachen (Ringe und Spangen von Gold) die, wohl noch zur Zeit des Kaplans, in Besitz des hier anwesenden Fürsten Pückler kamen. Es war dies gewiß ein großer heidnischer Begräbnißplatz, der sich durch den Sumpf zog, – der Sumpf war sein Schutz, im Sumpf wurden nun Erdhügel aufgeschichtet und in den neu- formirten Sandhügel wurden nun die Aschen-Urnen hineingesetzt. (Dies auf Spezialkarten verfolgen.)
    Die Tracht. Rother Friesrock mit gelbem Rand, beblümtes schwarzes Manchester Leibchen, weißes Hemd mit einem breiten, getollten Ueberfallkragen, weiße Aermel bis zum Mittelarm, Kopftuch und Schürze. Die Tracht ist Alltags und Sonntags x---x nur im Stoff verschieden, Alltags: blauebeblümte Cattun- oder Leinwandschürze und dito Kopftuch; Sonntags weiße Schürze und schwarzseiden Kopftuch. Die Schürze jedesmal länger als der Rock. Es ist sehr kleidsam; sie sind oft sehr hübsch, aber fast alle drall.
    Die Kirche.

    Siehe meine frühren Notizen. Das Herz ist jetzt nicht mehr zu sehn. Der Maler hieß Bertini. (Der Bildhauer derPark Statue Joseph Martini Lucen : soll wahrscheinlich heißen Lucenensis von Lucca oder dergleichen). Sie sollen alle nach den 4 Evangelisten im Pallast Pitti zu Florenz gemalt sein; doch heißt es wiedrum von Marcus, er sei nach Michel Angelo (also wahrscheinlich inder Sixtina?). Der Marcus ist in der That sehr gut, unvergleichlich besser als die drei andern. Prittwitz und die Freiin v. Seherr Thoss. Er war Rittmeister, Major oder
    dergleichen
    dergl:
    (als er in Quilitz einzog war er schon verheirathet). Nach einem siegreichen Kampf kommt er aufs Schloß der Seher Thoss. Die Tochter verliebt sich. Er sucht den Consens nach. Der König antwortet nicht. Er erzählt seinen Kameraden von seiner Verlobung. Einer sagt: „Prittwitz, nun wirst du der Freiin mehr dienen als dem König“. (Dies muß viel besser und entsprechender formulirt werden). Er setzt sich auf ein isabellfarben Pferd, reitet vor die Festung Glatz (wo sie standen) undfängt an sie zu umreiten. Nun Geknatter von der Festung. Der König hört davon. „Er kann heirathen.“

    In Quilitz befindet sich auch handschriftlich die Autobiographie des Götz von Berlichingen. Sie beginnt: Insonders liebe Herrn, gute Gönner und Freund’. . . .“ und ist unterzeichnet Gotfried von Berlichingen zur Hornburg (nicht Jaxthausen).

    Als Hardenberg in Anspach war, ließ er dort rum suchen und in Heilbronn fand einer der Seinen (wer Nagler ) das
    Manuskript
    M.S.
    Es ist wahrHardenberg fand auch die Memoiren der Markgräfin von Baireuth. scheinlich eine Abschrift, aber damals direkt gemacht.


    In dieser Reihenfolge: Diese Reihenfolge deshalb, weil die beiden ersten, als Johanniterbesitz und dann als Prittwitz-Lestwitz-Dotation durchaus zusammen gehören.
    Friedland etwa schließen: „So war das Gut, das General Lestwitz erhielt“. Bollersdorff und Pritzhagen bei Buckow abhandeln.


    Dann Cunersdorff so anfangen: Lestwitz besaß nun Friedland. als Lehn, oder glaubte doch es nur als Mannslehn zu besitzen. Ein schöner Besitz, aber was frommte er ihm, – er hatte nur eine Tochter. Um sicher zu gehn und der Tochter etwas zu hinterlassen, kaufte er Cunersdorff etc.


    Die Ueberschrift des Neu-Hardenberger Schlosses lautet: Gratia Regis. Es war zu Prittwitz Zeiten wie das Gusower Schloß : nur Parterre und Wasser (als breiter Graben) rund herum.

    Eintheilung

    Freienwalde

    Freienwalde.

    Freienwalde – hübsches Wort für hübschen Ort. Seine Rechtschreibung schwankt; aber ob wir Freienwalde schreiben (von „frei im Wald“) oderFreyenwalde (von Freya im Wald) in den Marken giebt es wenig Namen von beßrem Klang. „Fehrbellin“ klingt schöner vielleicht (wie Trompetensignale hallt es dazwischen) aber Freienwalde klingt freundlicher.

    Viele Wege führen nach Freienwalde (dies hat es mit Rom gemein). Wir wählen heut nicht den kürzesten, quer über das Plateau des Barnim hin, sondern den üblichsten, über Neustadt Eberswalde, der trotz des Umwegs am raschesten zum Ziele führt. Bis Neustadt – Eisenbahn, von da aus Post; der Postillon – einer von den alten, mit zwei Trassen auf dem Arm – bläst zum sammeln und während links die weiße Wolke des weiter dampfenden Zuges am Horizont verschwindet, biegt unser Postwagen rechts in die Chaussée ein, die uns auf der ersten Hälfte des Weges abwechselnd über Thal und Hügel, dann aber, vom schönen Falkenberg aus, am Fuße des Barnim=Plateaus hin, dem heitren Freienwalde entgegenführt.

    Wie oft bin ich dieses Weges gekommen! um Pfingsten wenn die Bäume weiß waren von Blüthen, und um Weihnachten wenn sie weiß waren von Schnee; heut aber nahmen wir den Weg zur Pflaumenzeit, und freuen uns des Segens, der lachend und einladend zugleich, an den gestützten Zweigen hängt.

    Es ist um die vierte Stunde, der Himmel klar und die niedersteigende Sonne kleidet die herbstliche Landschaft in doppelt schöne Farben.. Der Wagen in dem wir fahren, hindert uns nicht, uns des schönen Bildes zu freuen; es ist keine übliche Postchaise mit Ledergeruch und kleinen Fenstern, es ist einer von den großen Sommerwagen, wie sie zur guten Jahreszeit zwischen Neustadt und Freienwalde auf und abgefahren, ein offnes Gefährt mit 20 Plätzen und einem „Himmel“ darüber, der auf 4 Stangen ruht, Dieser „Himmel“ – die Urform eines Baldachin und der Wagen überhaupt dem alten Geschlecht der Kremser noch verwandt, an deren Stelle mehr und mehr das Kind der Neuzeit „der Omnibus“ zu treten droht.

    In leichtem Trabe geht es auf der Chaussée wie auf einer Tenne hin, links Wiesen, Wasser, weidendes Vieh und schwarze Torfpyramiden, rechts die steilen aber sich buchtenden Hügel wände Plateaus, deren natürlichen Windungen die Straße folgt. Aber nicht viele befinden sich auf unsrem Wagen, denen der Sinn für Landschaft aufgegangen; – Erwachsene haben ihn selten und Kinder beinah nie. Die Besetzung unsres Wagens besteht aber (drei Mütter abgerechnet) aus lauter Kindern und während mein Auge sich links hält und den Maschen des blauen Wassernetzes folgt, werden sich die Kinderaugen immer begehrlicher dem näher liegenden Reiz des Bildes, – den blauen Pflaumen zu. In vollen Büschen hängen sie da, eine verbotene Frucht, aber desto verlockender. „Die schönen Pflaumen“ klingt es von Zeit zu Zeit und so oft unser Kremser den Bäumen nahe kommt, fahren etliche kleine Hände zum Wagen hinaus und suchen die nächsten Zweige zu haschen.

    Aber umsonst. Die Bewun derung fängt bereits an (wie mir in solchen Fällen) in Mißstimmung überzugehn; da endlich beschleicht ein menschliches Rühren das Herz des Postillons und auf jede Gefahr, links folgt der Pfändung und Anzeige hin, links einbiegend, fährt er jetzt dem wachsleinenen Baldachin mitten in die Zweige des nächsten Baumes hinein. Ein Meister-Coup. Wie aus einem Füllhorn, fällt es von Front und Seite her, in den Wagen hinein, alles greift zu, der kleinste aber, ein Blondkopf, der vorne sitzt und die Leine mit halten darf, Das ist der Daum, Der schüttelt die Pflaum. und während alle Insassen des deklamirtes jetzt auf den x---x x---x Postillon zeigend: Wagens, jung und alt, in den Kinderreim mit einstimmen, geht es an und Wassermühlen, an Gärten und Fischernetzen vorbei, in das hübsche aber holprige Freienwalde hinein.

    Freienwalde ist eine Bergstadt, aber nicht minder ist es ein Badeort, eine Fremdenstadt. Wir haben erst eine einzige Straße passiert und schon haben wir fünf Hôtels und eine Hof-Apotheke gezählt; noch sind wir nicht ausgestiegen und schon rasseln neue Postwagen die von rechts und links heran; das Blasen der Postillone nimmt kein Ende;, Herren in grünen Reiseröcken und Tyroler Spitzhüten wenige sich auf ihren Stöcken und umstehen das Posthaus blos in der vagen Hoffnung ein bekanntes oder gar ein hübsches Gesicht zu sehn; Hausknechte erheben ihre Stimme zu Ehren der „drei Kronen“ oder der „Stadt Berlin“ und die ersten Anfänge des Ciceronenthums, räthselhafte Gestalten in Flaußröcken und Strohmützen, stellen sich schüchtern dem Neu-Ankommenden vor und erbieten sich ihmmmling die Schönheiten der Stadt zu zeigen. Nur der fliegende Buchhändler fehlt noch der der „Schönheiten Freienwalder“ besungen und lithographirt mit beredter Zunge anzupreißen verstünde.
    Freienwalde ist ein Badeort, eine Fremdenstadt und trägt den Charakter davon zur Schau, was ihm aber ein ganz eigenthümliches Gepräge giebt, das ist das, daß alle Bade, und Brunnengäste, alle Fremden die sch hier zusammenfinden, eigentlich keine Fremden es, sondern märkische Nachbarn, Fremde aus nächster Nähe sind. wenn wir zwischen Berlin, Frankfurt und Schwedt ein Dreieck ziehn, so haben wir so ziemlich das ganze Gebiet eingeschlossen, daraus Freienwalde sein Fremden-Contingent bezieht. Dadurch ist der Charakter dieses Bades wüßte nicht, daß es hierlandes auch reiche Leute giebt, aber sie bilden eine verschwindende Minorität, und jedenfalls kommen sie nicht nach Freienwalde die Mehrheit (und zwar weit mehr noch als sie selber weiß) des Vorzugs einer gewissen Bedürfnißlosigkeit, wenigstens eines Leichtbefriedigtseins sich erfreut. man erzählt den Leuten von der guten Küche der Frau daheim und von der Die kleine Minorität und verwöhnter Leute, die der reicher x---x großstädtische Welt tourist, der den T--x See ausgemessen, kommt nicht nach Freienwalde ländische Handschuh, der mehrfach durch die Brönner-Probe gegangen,
    Nicht ermittelt.

    Hensel.

    • 1) HoffmannsBrautwahl“. Darin der Maler Lehsen die Figur Hensel’s von damals.
    • 2) In den Briefen Felix Mendelssohns, wenn er an Schwester Fanny schreibt, wird Hensel oft genannt.
    • 3) Er excellirte in Improvisationen, namentlich auch in Stanzen Wir halten’s nicht mit andern oder abern Wir haltens nicht mit abern oder odern und nun die Reime darauf.
    Siehe (wegen Hensel) eines der andern blauen Bücher.
    Thaer junior hatte 2. Frauen, beide Töchter des alten Oelsner aus Breslau. Dieser war ein excentrischer, gestreuter Mann und hatte unter anderm eine Hosenträger-Sammlung aller Nationen.

    Der Junker von Reutz auf Pritzhagen bei der Hirschjagd.

    Der Bollersdorfer oder Pritzhagner, der erst für seinen todten Bruder gedient hat und dann für sich selbst.

    Die Spukgeschichte aus Groß Rietz. Zugeschlossen und Schlüssel oben auf gelegt.
    Umgebungsplan; Klostersee, Kloster-SeeKlosterseeKloster-SeeAltfriedland (heute: Ortsteil von Neuhardenberg)Klostersee Altfriedland. Neu-Friedland Kiezer See Weg von Cunersdorff Kloster See

    Allein im Schloß.

    Härter rinnt die Zeit vorüber. Morgens. Es ist ein Septembertag und die Herrschaft ist weit fort. Ein alter Diener (beschreiben) und eine alte Haushälterin machen die Honneurs. Das Zimmer ist im Oberstock und blickt auf den Park hinaus, durch dessen Mitte, gerade vor uns, sich ein breiter Kanal Teiche zieht. Rechts hin ruht der Park in voller Breite und vollem Schweigen, links hin lichtet er sich und durch die Bäume hin, oder die Gänge und die weißen Birkenbrücken entlang, blicken wir in Wiesenland. Noch liegt ein grauer Morgenton über dem Grün. Die Gänge des Parks sind geharkt, keine Fußspur hat die Harkenfurchen niedergetreten, nur hier und da sieht man ein kleines Gekräusel von einem Huhn herrührend, das sich aus dem Hof her in den Park stahl um zu promeniren.

    Die Bosquets sind abgeblüht,
    =Rondell das rothe Beeren trägt; sund die Spätlinge des Jahres haben an der Rampenwand ein warmes Plätzchen gesucht; aufgestellt, Er trifft sie die Morgen sonne die just über den Canal her sie bescheint. Es sind meist rothe Verbenen, ein paar Geranien
    et cetera
    etc
    etc.

    Stille, Friedlichkeit. Auf dem Küchenfenster sitzt ein Spatz, er pickt eine Krume auf, die ihm niemand wehrt und fliegt langsam
    fort, unterwegs seine Flügel in das Wasser tauchend über die Breite des Kanals hin.

    Stille, ein Herbstessonnenschein, Von der Linde, großen vor der Auffahrt die schon halb geblich dasteht, löst sich bei jedem Luftzug ein Blatt und fällt zu den übrigen; Vogelstimmen klingen, nur vereinzelt, das Wasser des Teichs fällt über ein Wehr und scheint zu erzählen wie das Wasser hier ruhig, gleichmäßig, still verlaufen die Stunden hier, ein kommen und gehen. Bilder fallen in den Strom, Frühjahrs grün und Herbstes gelb, heiter und rauh, so fließt das Wasser, das Leben, die Zeit. Hörbar rauscht die Zeit vorüber An des Mädchens Einsamkeit. Die blaue Nuthe; die Lebensader; jetzt nicht mehr so nöthig: die tiefen Brunnen. Das Fließ (Kanal) durch die Stadt existirt nicht mehr
    Nicht ermittelt
    Geschichte der Kreisstadt Jüterbogk und ihrer Umgegend von Dr. Johann Carl Brandt. Siehe auch die Seite vorher Die Lehre vom Menschen Seele und Leib, sowohl während des Erdenlebens, als nach seinem Abscheiden aus demselben von Generalmajor v. Rudloff.
    Heffter Chronik über Jüterbogk. Die Braut des Handwerkers (bei Lenz) Die Volksharfe (erst zu erwarten bei
    Theobald
    Th.
    Grieben
    .) Novellen von Frau Steinlein unter dem Namen Freese

    Martin Chemnitz
    geboren
    geb.
    den
    d.
    9. November 1522 zu Treuenbrietzen. „Wer etwas in der
    evangelischen
    evang.
    Kirche
    geleistet hat, sagt Walch, der hat es auf den Schultern von Luther, Chemnitz und Gerhardt gethan.Fontane meint hiermit den Kurpark und die umgebenden Hügel von Freienwalde.Mit „a)“, „b)“ und „c)“ meint Fontane die drei Flügel des ursprünglichen (inzwischen abgerissenen) Badehauses in Freienwalde.
    lieber X---X leicht zu einzahlen Morgen bei mir. Schoenen Gruß für Dich liebe Frau. 29 August 62 Correktur für Bosselmann. Biographie von Treskow. Biographie von Eckardtstein. Herrn v. Treskow schreiben. Martha Merington schreiben. Meding schreiben