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<Schreiberhand Friedrich Fontane> <Schreiberhand Theodor Fontane>

Kiel Nordisches Museum.

  • 1. Zwei Schränke, aufdem Hauptbilde dasAbendmahl darstellendund die Leidensgeschichte.
  • 2. Truhe die Leidens-geschichte darstellend.
  • 3. Hängeschrank. Abra-hams Opfer darstellend.
  • 4. Eine Lade, die GeburtChristi darstellend.
  • 5. Eine Bücher-Etagèrezum Anhängen, ganzwie jetzt, die Säulchen alsdicke Weinreben mit Trauben.
  • 5. Stickerei auf Lein-wand, 16. Jahrhundert,aus einer alten Patrizier-familie. Wappen.Herr u. Dame dane-ben; darunter eineWelt von Thieren: Hahn, Hund, Schmetter-linge, Pfau, Leopard,Löwe, Papageien,Blumen. Das Ganzevon einem Rande ein-gefaßt; Blumen und schrei-tende Löwen.
  • 6. Schreibpult mit derGeschichte vom verlore-nen Sohn.
  • 7. Breiter Leder-Lehn-stuhl, mittelhoheLehne, alles grad-linig.
  • 8. Der Susannen-Schrank. Mittel-bild von der heiligenSusanne.
  • 9. „Die Zuflucht allerStände“. Maria,(mädchenhaft) mitdem Jesuskinde.Es knien anbetendum sie her: Papst,Mönch, Nonne,Franziskaner, König, Bürger,Bauer, Kranker, Bettler.Diese Köpfe der Anbetendensind sehr schön; dieMaria ohne Bedeutung.
  • 1. Berliner Ton.
  • 2. Adel u. Judenthumin der Berliner Ge-sellschaft
  • 3. Alte und neue ro-vinzen.

Aufmerksamkeitengegen den
König
K.
DiesBuch gehört demKönig.“ Brief-wechsel mit ihm.
Schwerin stand später beider Garde du Corps, vorherbei den Gensdarmes, beidenen der Dienst sehrleicht genommen wurde,eben wie später bei denLeib-Kürassiren in Breslau.
Am 8. Juni 1805 Vermählung.am 9. der Landmann-Brief (
Seite
S.
139
).
Seite
S.
145
.Im Herbst, vielleicht im September oder Oktober ziehen die Garden fortnach Thüringen.
Seite
S.
150
.
Nach
Seite
S.
153
kehrten dieGarden erst am 13. Februar 1806 zurück. Etwaam 15. September rückensie wieder in den Krieg. Alsoim Ganzen sieben Monate in Berlin.
Die Novelle mußalso Ende Februar be-ginnen und etwa EndeMai oder Juni schließen.
Zu brauchen ausSophie Schwerin istnur
Seite
S.
184
und
u
188
.Das eine behandeltdie Schlittenfahrtder Gensdarmes im Sommer 1806, dasandre das Ständchenbei Hardenberg und das Fensterein-werfen bei GrafHaugwitz, etwa AnfangSeptember. Auch von diesen Dingenkann ich nur daserstre brauchen,weil es noch inden Sommer fällt.
Also Themata.
Die Hauptsachen mußich der Zeitung von 1806 entnehmen. Im Uebrigen: Charakterzeichnung Schachs u. Victoires.
Nur allzuhäufig
sind die schönsten
Züge
Nichts andres als
eine schöne Lüge.
Ob den Gedanken
auch das Wort
verhülle
Wenn zwei sich
lieben mit
Gottesflammen
Geschieht ein Wunder
und bringt sie
zusammen
Schlecht empfangen.

Akt II.

Ludwig sprichthier, wo er denFreund erwartet, brillant.Leicht und doch hört mandie Verse heraus.
Wer einen Korb vertheiltDas
et cetera
etc
Wer einen Korb
erhält?
Der ist geprellt.
Ludwig und Berndalsehr gut in dieserScene.
Man kann den
Freund nicht
besser wählen
Er sollte nur noch
silberne Löffel
stehlen.
Dies glaub ich warnicht nöthig gesprochen.
„Mit solcher kindischgroben List zu streiten“.die Meyer
Ich weiß nichtrecht was. DerDichter wird behauptenes läge an mir;ich behaupte, esliegt an ihm.Maulschellen werdengegeben und angeboten.„Keine Stinkadores“
et cetera
etc
sagt Ludwig.Ich habe dafürkein Organ.Andres ist sehrkomisch, nicht blosdurch reizendesSpiel, sondern auch durch die Dichtungselbst.
Es hat sehrkomische, amüsanteund es hat sehrpoetische Stellen,die Verse sindreizend, geistvoll,natürlich in ihremFall, gut inihrem Vortrag –aber den ganzenApparat hab ichnicht verstanden,es ist alles will-kürlich, unabsicht-lich, blos umgewohnte Dingezu sagen. Dernatürliche Verlaufder Dinge wirdunterbrochen. Esgefällt mir nicht„Nun habt ihr„wohl genug vonunsren Possen.“

Tremp, KüsterRembrand, Hals,von den Holst.Jedes einzelne dieser 8 Bilder hat einenbedeutenden Zug, aberdaneben viele häßliche,karrikirte, ridiküle.
  • Blatt 1. die Frauensind gut, namentlichMaria, die halbniedergeworfen, ihnzu halten sucht.
  • Blatt 2. Christus mitein paar Strichen, vonhinten her, alsChristus zu charak-terisiren ist eineLeistung; auch andresist scharf charakteri-sirt, aber das Ganzewirkt doch klein,elend, ruppig, un-erhoben, etwa alsob oben einer beischlechtem Wetterbegraben werden soll.
  • Blatt 3. ist dasbeste und originellsteund genialste. Aberwas hat man vondiesem kahlen,nüchternen Realis-mus, der allesauf einen Alltags-leisten bringt.
  • Blatt 4
    Der Todte, der sichunter Christi Händenerhebt, ist gut.
  • Blatt 5.
    Zinsgroschen. Macht keinen Eindruck
  • Blatt 6
    Verspottung. Gut,fast in allen Figuren
  • Blatt 7.
    Statt der Marien,Magdalena u. Jüngersehen wir ungebühr-liches Volk. Die Römergut. Im Uebrigenalles als ob imSaatgarten einer ge-hängt werden soll.
  • Blatt 8.
    Christus in derHölle. Der üblicheSalat von Unver-ständlichkeiten undVerzerrungen. Christuswie ein Irren-haus-Doktor, derkommt, ihnen den Puls zu fühlen.

Frau Anna Bring-friede Meyer.
geborene
geb.
v. Wangenheim
.Traugott Wilhelm v.
Merckel
M.
Reisender an einergroßen Mittelstation.
„Sie kommen von

München? Wo haben

Sie denn übernachtet?“

„In der Götter-


Priester.
„Sagen

Sie, Unglücklicher, was

hat Sie hergebracht?

„A Schandarm, Hoch-

würden.“

„Jetzt wollen die gar

Nachts was bei mir

finden, und ich kann

bei Tage nichts finden“!

Zwei für Einen. Kü-rassierwachtmeister.Abraham Oppenheim„In Abrahams Schooß“–als Kneipenschild.

Marquise von Villette.

„Sie sind ein fürchter-licher Richter, Boling-broke“, – dies Blechantwortet sie, nach-dem Bolingbrokeseine Biedermanns-Speech über durch LouisXIV. verdorbeneeuropäischen Sittengehalten hat. Boling-broke im Glase Wasser ist ächter. Manfaselte damals nichtin dieser Weise. Esspringt eine „Minerva“ aus seinem oder ihremHaupte etc. Ein un-glückseliger Blech-Dialog. Er auchim Vortrag so papp-stofflich wie möglich.

Die Marquise zuKahle: „Sie brennenwie eine Kohle“. Da-bei ist er blaß.
Orleans zu Kahle: „Nichteinen einzigen anständigenSkandal hat man vonIhnen gehört.“ Das istein Berolinismus.
Orleans, als er zur Mar-quise über seine Ehe undseine Frau spricht: „Ich küsse nie eine Frauin ihrer Gegen-wart, und das istgenug.“
„Sie langweilen sichwohl?“ Ja, ja. Ichsehe lieber Lustspiele.Es intressirt mich garnicht.

Akt II.

„Ach liebe Tante,hier (auf das Herzzeigend) ist allesRepublik.“ Vorhersagt die Alte: Inder Jugend ist unserHerz eine Republik,im Alter wird eseine Monarchie und der Geist regiert.“ Dasklingt nach was,ist aber doch kümmerlich.
Die ganze Scenewirkt straff dadurchdaß die Kessler steht,keinen Augenblick Platznimmt. Dies mag demCeremoniell entsprechen,aber das ist Nebensache;sie muß aufgefordertwerden Platz zu neh-men. Muß diesaber bleiben, so kannich nicht sagen, daß die
Keßler
K.
die Schwierigkeitüberwindet.
Die Scene zwischen der Stollberg undLiedtcke ist ziemlichgut; der Vortragseiner Ehren- und Gewissens-position ganz leidlich. Doch„Lord Bolingbroke ist Pro-testant, er wurde ge-schieden, es ist gegenein Gewissen insolche Partie zu willi-gen.“ Warum sagtsie ihm nicht dieWahrheit, – es scheintmir daß es sich umdie Stuarts han-deltweißich nicht, ob es sich hier um seineUeberschrift handelt. Ichdachte eshandelt sich um die Stu-arts.
Du Maine istin Marion verliebtund wird deshalb,wo er gegen Boling-broke operiren soll,Dummheiten machen.
Die Scene zwischenStolberg u. Friebam Schluß des 2. Aktssehr gut. Gerufen.

Akt III.

König. Arzt. Diener.„Es waren doch schöneZeiten“ und nun zählter seine alten Geliebtenauf. Das Verhältnißder Diener (Frieb undKrause) zu den Herr-schaften ist gut geschildert;aber Krause ziemlich
schwach. „Wirwerden ja sehen,Bontemps.“ Allesso schrecklich trivialim Dialog.
Scene 2. Mas-kenball Saal. PrinzessinConti ist die Ge-mahlin des du Maine.
Die Kessler in demrothen Kleide siehtgut aus.
„Sie ist keinerNiederträchtigkeitfähig.“ Im Uebrigenmerkt man, daß Eng-land schon damalsviel Geld hatte, denner erfährt alles.Herr Abendstern. Mankommt vor Sonne, Abendund Morgenstern ganzum. „Aber ehrlich.“Die ganze Rolle paßtihm nicht. Es ist dasSchwächste, was ich vonihm gesehn habe. „Ichmöchte Dir alleszeigen.“ „Ach, dasist eine reizende Aus-sicht.“ „Das hätt ichdem Herzog nichtzugetraut.“ „Dashat er von seinemVater.“ Es hießmal, das Glas Wasser“ schändige dasmonarchische Prinzip,das kann man auchvon diesen Stückensagen.
„Ich werde wohlgezwungen sein Friedezu machen, da mirGott seine Engelschickt.“ – Eshandelt sich allerdingsum die Stuarts.Weshalb also dieScene mit derMaintenen.
Die Scene desErscheinens Bolingbrokesist famos. Hier zeigt sich die brillante Routine.„Befehlen Sie nochsonst etwas?“schließt Bolingbrokeab zum Herzog vonMaine.

Akt IV.

Das Bild Jacobs II.Er sieht aus wieKuprili oder Guy Fawkes. Derganze Gedanke istwieder sehr gut.Die Jacobiten hattennatürlich englischgesprochen.
Alle diese Heldenzu entwaffnen,sobald sie nurverständig genugsind zu unterschreiben.
Das Ziehen derDegen ist lächerlich.Durch all das ver-liert die Scenewieder.
„Das Geschäft istnicht schlecht.“
Berndalausgezeichnet indieser Scene, auchLiedtcke.

Akt V

Die Kessler siehtgut aus „DieWirthschaft gebeden Kuß auf dieStirn“ – ist ridi-kül.
„Ohne Speisesoll ich sie ver-lassen“ während4 um sie sind.„Klugheit und den Taktvermißt, der dasErbtheil geistreicherFrauen ist.“
„Jetzt ist siedrunter durch undunten“ durchHandbewegung; ichhalte das nichtfür richtig.
„Er ist jaProtestant“ sagtnun spöttisch derKönig.“
Monica.

Die Geschwister

Scene 1. Der junge Kauf-mann ganz gut.
Was wohlthuend berührt, ist,daß sie alle für sich selbstspielen (wenigstens wirktes so) das Publikumist wie nicht da,so sind sie durch ihre Auf-gabe in Anspruch genommen.Das ist was sehr Gutesund zeigt, bei der eitlenNatur der Menschen,daß dieser Punkt klugbetont wurde. – Vielnatürliche Begabung, ganz Nie-mann-Rabe, mitunter genaudie Klänge, Gesten, Bewegungen,dazu auch Aehnlichkeit inFigur und Profil. Auchgewisse Bewegung: so gut,so geliebt, so ver-wandt.
„Behaltet einander, Ihrseid einander werth.“Mit sehr gutem Aus-druck und Wirkung.

Doch Brutus sagtedaß er voll Herrschaftwar, – in derWiederholung nicht gut.Das Pathetische ganzgut. Das Gefühl-volle auch.
„Ihr seid ja Menschen,es macht euch rasend“– diese Stelle sehrgut. Er hat Talent.Kleine Bühne: Blaue Tapete, drei
kleine
kl.
braune Thüren. Rothe Soffite. Einhoher Souffleur-Bau. Braune Gar-dine. Fünf Gasflammen. Hinterder Bühne Petroleum-Lampen,Linkes Fenster fünf Reihen von Stühlen.An der Wand Photographie vonSchauspielern und Komödienzettelunter Glas
und
u
Rahmen. Gardinenvor den Fenstern. Obenfrei. Der Mond schiendurch. Beim Scenenwechsel dasSchieben u. Rut-schen und Stellen. Diesereigenthümliche Bretterlärm.Schilderung der Gesellschaft.Junge Schauspielerinnen undihre Freundinnen, die auchschon halb dabei sind,alte Theater-Suitiers,Rezensenten, Freunde desHauses, Hauswirth.
Die Scene wodie
Hofmeister
H.
fragt: wiekommt es, daß zweiPersonen über ein unddasselbe so verschiedendenken. Hier istes nicht pikantgenug, weder inihren Fragen nochin seinen Antworten.
Verlorner Posten.Kann man einenPosten als verlorennennen, von demman eine so schöneAussicht genießt.„Gehen Sie mir ausmeiner Sonne. StörenSie mir meine Kreisenicht.“ Das sindja zwei Dinge.

„Ich liebe Sie“. Eswurde sehr gut ge-sprochen, aber es bleibtdoch zu schwach. „Derbeste Einfall, den feu-dale Schlösser habenkönnen.“
Eine Minorität dachte: geben
Goritz renommirtdoch zu sehr in seiner Partie. So kann nie-mand sprechen.
Weil er den Au-gustus so dekla-mirt etc. O großerCorneille.
„Meinen Vaterhab ich nicht gekannt;als meine Mutterstarb war ich achtJahr; alt genug.“Dies müßte vielweniger sentimental ge-sagt werden. „Anihrem Sterbetag
et cetera
etc
alles falsch. Wasihn sonst auszeichnet,Natürlichkeit fand ichnicht.
Der Ausdruck seinerFreude, als er erfährtMaria liebt Mauricenicht, wie er wiederauf dem Seilt tanzenwill
et cetera
etc
, dies allesist sehr schön.
„Muß man gutgefrühstückt haben,um Bewunderungfür Sie zu fühlen.“(Goritz.)

Akt II.

Caulain-court
und
u
die Meyer.Als er erfährt, daßsie die Tochtereines Marquis.
Sehr schön.

Die ganze 1. Scenedes 2. Akts (Kleinund Manon) sehr hübsch.

2. Scen. Wurmund Maurice.

Akt III

„Du kannst Dichneben Talmastellen“ – ich konntes nicht finden.Beifall wie ver-rückt. „Ich stehemehr auf demStandpunkte Didiers,„der es nicht begrei-fen kann.“

Akt IV

„Ein Marquis fandimmer mehr alsein Schauspieler.“Nur nicht aufder Bühne und inStücken. Sohat auch das ge-fallen.
Das ist diebeste Scene mitDidier erzähltLudwig habe nurzum Kaiser ge-sprochen alsob er ihmeine Lektionin der Groß-muth gebenwolle und derKaiser habe auchdarauf geantwortetund zwar mitBeifall. Dasalles ist sehrhübsch. Auch seineScene mit Ludwigunmittelbar darauf.„Mit geschlagnerBrust und todtekranke Lunge.“Ich bin auch fürSchule und Tradi-tion. Und hierist Sensation.Darum wirktes auch.
Wurm undzuletzt Schmoock,„soll ich für einpaar Louisdorauch nochallwissend sein.)Urban undUrbain. „MeineMutter erwartetmich.“ Es giebtHanswurststück-werke, Anekdoten –„ich kann ihnnicht sehen, dennich bin es selbst“.All das spukt hier.Du sollst und mußtweinen.

Der Schlußsehr schön.

Pitt u. Fox.

Klein 2. Akt brillant.Nur das „Guten Morgen“am Schluß klang ber-linisch.

Akt III

Es regirtsich am besten mitdem Bambus,ich preise Ihnenmit diesen Bambusdie öffentliche Meinungvon England zumLande hinaus.

Der Traum einLeben.

Schön ist die Stelle,wo Rustan zusammen-schrickt, weil er ge-logen hat und derKönig wohl sah, daßer der „Mann vomFelsen“ war. DerFelsen, x---x Kapellen-bau, etwas klein undwacklig. – Danndas Erscheinen groß-artig; das Trinkenausdem Quell; ersieht aus wieein Jongleur,so famos esist. Die ganzeScene ist großartig,aber Verschiedenesist an der Schwelledes Lächerlichen.
Die Schlage, diezweite Schlage, derJongleur, dasHerunterstürzenu. tollen todt amBerg.
Drei Stellen
  • 1. Der Mannam Felsen
  • 2. Kaleb.
  • 3. Die letzteBrückenscene,das zu Grundegehn amPlatz seinerSchandeebenso ist
  • 4. derSchluß sehrpoetischmit denselbenTraum-engeln.
  • „Der Traumist nicht blosein Leben“ wie auch ein Stück,das Stück.

Malchow.

Von Berlin bis Weißensee

Pferdebahn. Schulkindermit Mappen, hübschefrisch aussehende Jungen mitspitzen Schaffellmützen undüberall über die BerlinerWeihnachtsbäume. Dievom Markt nach Haus fahrendenWagen überholten wir,Eiswagen X---geschäftekamen uns entgegen,dazwischen eine Trauerkutsche,vom Kirchhof zurück, einjunges Elternpaar darob.Sie hatten ihr Kindbegraben, vielleicht ihrerstes. Schneemassen,verdorrte Grasspitze hervor-ragend wie Strandhafer,hunderte von Krähenund am Wegehin Vergnügungslokale„zum Greifswalder Schlöß-chen“ wunderbare Schöpfungender Kunst und des Gefühlsfür Comfort. Stillstand.Die Kummet wargerissen. Endlich mitHülfe einer Eisen-kette vorwärts.Die Pappeln am Wegwie in die Höh gekehrteWesen. Frisch gestrichengrauer Staketten-zaun um die Ver-gnügungslokale her unddaneben die Schneemassen.Ohne logischen Zusammen-hang fiel mir HeinesWort ein, daß unserSommer ein grün-angestrichener Wintersei. „Kaffeküche“.„Tanzsaal“. „Jäger-Haus.“ Lauter 2 und
7schirge. Sörgel-Klapproth. Uther-mann.
3 stöckige Häuser, allesneu. Dazwischen Villen.Schloss-Restaurant Weißensee. Dieses Vorhergehendeund folgende Kindersind getauft wordenvon mir, Johann Porst,Prediger in Malchow u.Schönhausen. O Herr Jesu,Du Fürst des Lebens,schreibe aller dieser Na-men aufs Beste insBuch des Lebens ein, undbind ihre Seelen feinfeste ins schöne Bünde-lein, Der (derer) dieim Himmel grünen undmit Dir leben frey,so will ich ewig rühmen, daß Dein Hertz treuesey. Lasse sie nimmer-mehr entfallen ausder Gnade ihres Tauf-bundes, laß sie durchDeinen Heiligen Geist,welchen Du über sieausgegossen, alle Zeitgeleit’, regiert und ge-führt werden auf Dei-nen Wegen, und wo siestraucheln und fallen, sowirff sie nicht wegvon Deinem Angesichte,sondern züchtige sie väter-lich, daß sie sich wiederumbekehren und Deiner Gna-den theilhaftig werden.O laß ja Dein Blutan dieser Keinem ver-gebens seyn, versiegte siealle an ihren Stirnen,damit sie in Deinem Jeru-salem, das droben ist,Dir ewiges Allelujasingen. Alleluja Amen!

  • Erste Taufe 2.
    Oktober
    Oktob.
    1698
  • 2. Taufe 12. Januar 1699
    • Erstes Jahr sechs Taufen,
    • Zweites Jahr 7 〃
    • Drittes Jahr 7 〃
    • Viertes Jahr 7 〃
    • Fünftes Jahr 6 〃
    • Sechstes Jahr 9 〃
Oktober 1704 muß er fort-gegangen sein, denn am 24. November tauft einanderer.
Am 19. Juni 1704 wurden Zwillingegetauft, Kinder eines Kossäthen, ein Knabe und einMädchen und unterden Pathen waren Dieselben Namen kommennoch öfters vor; amhäufigsten Monsieur Hänsch-gen, Gerichtsverwalter, der,neben der Excellenz, dieHauptstandesperson gewesenzu sein scheint.
Ein andrer Pathe:
Johann Goltz Musque-tier unter des HerrnMajor v. GerßdorffCompagnie.
Dann Pathe: JohannPorst Prediger inMalchow.
Madmoiselle JohannaZollighoferin, Kammer-mädchen bei
Madame
Md
la Baronne de Fuchs Dann der „Krüger“läßt einen Sohn taufen.
Pathen:

Andrer Fall:

Printz MarggrafLudwig
stifftet allhier Gottzu Ehren:
Kirch-fenster,Sakristei,
Nebst zweienneuen Chören

Gott sei sein
Schild, sein
Lohn,

Sein Schutz, sein
Eigenthum.

Er ließ es fest
stehn

zu seinem ewi-
gen Ruhm.

Spezifikation
derjenigen
derj:
Stücke, inAnnahme das
Malchower
M.
Kirchen-Inventa-rium vermachtwerden von Anno 1697 bis 1703.

Als ich 11. Trinitatis Anno 1698 das Seelen-hirten-Amt allhierin
Malchow
M.
antrat,befand ich daß derVerfall des Christen-thums unterandern auch mit-her rührte ausdem Mangel dernothwendigenBücher, welche zuErbauung erfordertwerden. Dennals ich
die
d.
Unter-thanen besuchte,fand ich in vielenHäusern wederNeu Testament, Gesang-bücher, noch andre zur Uebungdes Christenthumsnöthige Bücher;daher war ich alsbaldauch bedacht, daßder Mangel indiesem Werkersetzt werdenmöchte undweil diemeisten von dendie Unterthanenin größter Ar-muth stehn, hatteich keine Bedenkenaus den Kirchen-geldern ihnen andie Hand zu gehnund das aus folgendenUrsachen:
  • 1. ist die Seele derMenschen in denAugen Gottes unendlichhöher geachtet alsder Leib, da mannun zu einem Kirchen-haus, in welchemdie Menschen währten,einmal zusammen-kommen großeKosten anwendet, wa-rum soll mannicht zu dero-selben täglichenSeelenErbauung etwasanwenden.
  • 2. Versaget mannicht leicht einemUnterthanen etwasvon Kirchengeldern,wenn er dasselbezu seinem leiblichenBehuf nöthighat; man giebtauch jährlich anfremde Armeetliche Thaler vonden Kirchengeldern;warum soll mandann ein Beden-ken haben einemGlied der Gemeindezum Heil seinerSeelen etwaszu einem Buchvorzustrecken?
  • 3. Man wendetoft 10, 20
    und
    u
    mehrThaler an zumBau der eben nichtnöthig und niemandnützet; warumnicht vielmehrdie Erbauung unddas Christenthumder Gemeinde zubefördern, da hierzu diesem Zweckdie Wohnhäuserund alle das andreerbaut sind.
  • 4. So ist solchesGeld nicht verloren;sondern die Bücher,an welche das Geldverwendet worden,bleiben der Kircheneigen; nur daßsie den Einnahmenzum Gebrauch ver-gönnt werden;dagegen müssensie für den Schadenstehn und wennjemand stirbt odersich verändert, müssensie als ein Inventariumbei dem Hausebleiben, daß sie derS---x wiederzu genießen hat.
Johann Porst
wurde von DrSpener 11. Sonntag nach Trini- tatis introducirtnachdem er den 3. August 1698 von Herrn v. Fuchsnach Malchowund der K. Poln: Kur Sächsischen General-lieutnant ChristianDietrich v. Roebelnach Hohen-Schönhau-sen votirt worden.Hat auch eine Zeitlang einen AdjutantenJohann HeinrichMichaelis, nachmaliger Inspektorin Gardelagen.Zieht nach Berlin 1704 im Advent zuerst bei der Werder-schen und Dorotheen-städtschen Kirche undnach---gedachtemAufsatze ist erdahin 1705 zumPrediger berufenworden.

Philippine Welser

In der 1. Scene zwischenden Freunden, Lieck undUrban, Urban sehrgut, besonders alser schildert wie er Phi-lippine am Erkergesehn und dann amSchluß, sein Abschied vonFreund „nur heuteweck mich nicht.“

2. Scene. Welserund Frau. Er giebteinen richtigen Patrizier,reich, selbstbewußt,der, von der Eitelkeit hörtdie aller Menschen Theil ist, auch sein Theil empfangenhat. Aber der Grundtonseines Wesens bleibt dieserdas Patrizische in seinerernsten, glänzenden Gestalt, währendder Welser des HerrnBerndal in erster Reiheerst eine eitle Naturist, die patrizisch wurde.Also: Berndal giebtihn als einen Eitel x---x-ren der patrizischwurde, Bräm giebteinen Patrizier, der inseinem Patriziergesicht auch eitel wurde. Diesmacht einen großenUnterschied. Auch die vornehm leichtealt-cavalirhafteArt wie er mit derSchwägerin verkehrt.

Akt II

2. Scene. Mädchenund Philippine. Schilderungder Liebe. Es ist einblauer, schweigender Himmel und an demHimmel ein Sternen-strom, und dahinterfließt es immer rechtsund immer wieder linksund der blaue Himmelist das Herz
und
u
dertiefe Licht und Sternen-strom ist seineLiebe. Etwas gesucht. Mehr Redwitz alsPhilippine.
Scene 3. Ganz besonderstrat der Unterschied hervorals Welser mit demCölner spricht und erzähltwie Fugger in Es-kurial erinnert habe,die Fugger seien dieSonne etc. Ueberallhier ist es würdig,frisch, munter, stolz –aber von ältlich-komischerEitelkeit keine Spur.

Akt III.

1. Scene. Genug. Herr Statthalter Böh-mens. Er geht noch heute ab nach Prag“.Dies gewaltsamausgestoßen brillantgesprochen von Klein. Dann kommt Welser. „Und nun nochdie Stirn habtvor Euren Könighinzutreten..“
Dann Er ablesend: „.....Majestät..!“Er ist in seinemMuth und seinerWürde und Kraftsehr gut; aber ichglaube, das Charakter-bild leidet hier, –er ist hier zu müssigetwas wird Mühsal Midler vor dem Kronhalter. Aber der Unterschiedist hier doch größer;denn die „Majestät“ istein eigen Ding, andas die „Excellenz“ nichthineinreicht. Es liegtihm hier ob, durchausstark und natürlichzu sein und dochden ungeheurenAbstand erkennenzu lassen. Ich fand,daß er dies nicht vollgetroffen hatte.Natürlich gradehinaus mit Beifall. –
Scene II Urban,Meyer, Breitbach,Stollberg. DieBreitbach merkwürdiggut.
Die Meyer ganzpassabel; aber auchgerade in dieser Scenemußte sie bessersein. – Zuletzt dieBreitbach schwach.

Akt IV.

Scene 1.
Die beiden Diener.
Scene 2. Philippineallein. In rothemKleide. Sehr hübsch.Die Stollberg in blauebenso schön.
Scene 4: Welserkommt. Seine Maskeund Erscheinung billiant;so gut wie Klein; charaktervoll. Gebrochenin seinem Herzen, abernicht in seiner Kraft.Ein vorzügliches Bild.„Mein Haar wirdgrau; aber dochnoch der Welservon Augsburg“ – diesfand ich wieder erheb-lich zu stark –Urban in seinemSchmerz zu schwach,ridikül.
Wundervolldie Scene, wieer das Gesprächder beiden über-hört hat, ihr habtmeinen Segen.
Versöhnung. Sehrgut.

Pomponia v.Pomponinski.

Die furchbareVielsprecherin beiFrau v. Werthern (mit der Viede-bant zusammen.)Ihr Lieblingswortist „pompös“. Siebeginnt mitVenedig, Marcus-platz, venetianischerSchmuck, Campa-nile, Goldgrund,Taube auf demMarcusplatz, Assun-ta, Salviati, –Fresko-Bild, Antonvon Werner, Bis-marck, musivischeKunst, „Napoleonbei Arcola.“

Wilhelm Tell.

Hacker. Als eres gehört hat und denStauffacher halbumarmend anfaßt,ist er etwas theatralischebenso ist er mannig-fach in seinen Attitü-den; aber einzelneStellen, so das, wasoben unmittelbarfolgt, und als erdie berühmte Stelledeklamirt, diesalles sehr gut.
In der 2. Hälfte schwächer, da,wo die Rolle politischwird.
Hellmuth Bräm
In der Scene mit
Walter
W.
Fürst
undMelchthal imGanzen recht gut,ein paar maläußerlich, lang-weilig. Aucham Schluß (beimSchwur) nichtbesonders.
Auch Hacker schwach hier.

2. Akt.

Attinghausenam Schlusse rechtgut
Rütli. Hell-muths Vortrag,wie das allesso kam, nur in denMittelpartienrecht gut. – „Wirstehn für unsreWeiber unsre Kinder“und alles wies weiter-geht, schwach. Vielzu jugendlich, dekla-matorisch, thea-tralisch. – Dieganze Scenewirkte sehrmatt; zuviele sind schwachin dieser schönenScene.

„Wer selbstsich hilft inseiner eignenSache. X

Akt III

Berndal gut alser die Geschichte derBegegnung mit Geßlererzählt.
Telegramm anScherz. „HerzlichsteGlückwünsche. Briefmorgen.“ Rudenzsprach eben zu Bertha,als mirs einfiel undnun war es zuspät.
Er kniet und betetnach dem Schußzu viel.„hätt ich nicht gefühlt“u. was vorherging, ganz thea-tralisch.

Neoterpe

„Doch ist’sviel schwererals mandenken mag“.Dies mußteviel heitrervorgetragenwerden; sieküsst das
x---x, Sinnig- Graziose- Poetische – aberdas Heitre, Schel-mische fehltein wenig.„Griesgram“vorzüglich.
„Wenn er auchgleich von ... nichtverstanden wird“ diessprach er grob spöttisch alsob es dem Habe-recht gölte, esist aber eigentlichdas Richtige wasjener sagt.
Der 1. Aktamüsant; der2. langweilig;nur der Schlußschreider Keßler gut.Das Publikum ent-zückt; ich kanneinfach nicht folgen.

Braut v. Messina.

Im Ganzen die Chörerecht gut: Bräm undKahle. Das Zwischen-reden wirkte gut undzuletzt (Schluß des 1. Akts)wie sie das Atridischedes Hauses auskramen erst Cajetan (Kahle )u. dann wieder Bohemund(Bräm.) Aber daswas unmittelbarvorherging, die Betrachtungenüber Krieg u. Friedenüber Jagd und Meer undWelle, war langweiligund wirkte nicht.Kahle war apart gut, weil er dieschweren Accentefallen ließ; erkann noch leichteroperiren. Brähm überall gut, nur nichtzu Beginn derAllgemein-Betrach-tung, als Manfredeben abgetreten ist.
Hacker scheintein eifriger, streb-samer, gebildeterMann, aber entwederhat er keine guteTheaterschule gehabt, oderes steckt ihm vonNaturetwas Theatralisches imGeblüt. Haltung, Stellung,Gang, Sprechweise – allesist belastet davon undläßt eine Freudenicht aufkommen; mansieht keine Aechtheit,ohne die Wirkungnicht möglich ist.

Akt II

Don Ceser in seinerersten großen Scene mitBeatrice spielt im Stilvon Richard III., allesmehr bös-heldisch, charakter-haft, als Liebhaber. – Scene 2.Vortrag der Stelle, wieer seine Braut zuerst sah,sehr gut. In der ganzen Sceneauch die Stollberg recht gut. „Durchalle Meeresuchet eure Schwester“dies ist lächerlich. –Alle Meere wäreauch genug.

Akt III

Scene 1. „Duwarst bei DeinesVaters Leichen-feier
et cetera
etc
“ Andieser Stelle Goritzsehr gut. – Dieganze Scene bedeu-tend. Hacker gut. Und diebeiden Parteiengut;von ungeheurer dramatischer Wirkung.Auch das Folgende anseiner Leiche. –

Akt IV

Scene 1. Hier Kleins Worte recht gut.Welches Worthast Du geredet“(Beatrice.) gut.Die Stollberg. „Unglück-liche Mächte, esist mein Sohn.“ Brillant.Das Zuschreiten aufdie Leiche etwas zutheatralisch. Auch allesFolgende im Ganzenmerkwürdig gut;nur dann undwann overdrawn, outrirt. Abersie wird daslos werden unddann wird sieeine große Schau-spielerin werden.Ein neues Beispieldenn, wie vor-sichtig man imTadel sein muß.Das über Prophetenund Orakel – sprichtsie schlecht. DasEinfallen des Chorsan dieser Stelle sehrschön. Klein hier an der einenWarnungsstelle wiedersehr gut. Sonderbar;erst mit der steigendendramatischen Gewaltwird er besser.
„Wen Mutter,meinst Du, hab ichDir gesendet“schwachund das folgendeschwach. Aber ein-zelne Zeilengut; im Ganzenaber nicht. Diegroßen Schlußworte: „so ist es meineThat
et cetera
etc
“ wieder
ziemlich
z.
gut, beinah ganzgut. Auch dieletzte große Gewalt-scene merkwürdiggut.Fontane besuchte am 26. September 1878 das Thaulow-Museum am Sophienblatt in Kiel, das erst wenige Tage zuvor am 10. August 1878 als Sammlermuseum eröffnet wurde; vgl. Fontanes Brief an seine Tochter Martha Fontane, 26.09.1878 (FMF2, , Nr. 22, S. 62: „In einer halben Stunde wollen wir wieder in ein Museum, nordische Alterthümer oder dergleichen“). Das Museum, das auf Initiative von Gustav Ferdinand Thaulow (1817-1883) gegründet wurde, versammelte dessen Sammlung von regionalem gotischem und nachreformatorischem Schnitzwerk der Renaissance (insbesondere kirchliche Plastiken, Möbel und weitere Wohnungsgegenstände) sowie Vasen und Krüge. Fontanes Reiseaufzeichnungen, die vermutlich noch während des Museumsbesuches entstanden sind, legen es nahe, dass er sich vor allem für die „Entwicklung häuslicher Kultur vom Mittelalter bis zum letzten Viertel des 17. Jahrhunderts“ interessierte (vgl. Brandt 1911, Einleitung). Einige Exponate, die sich Fontane notierte, werden noch in Brandt 1911, beschrieben: der Abendmahlsschrank mit der Passionsgeschichte von Hinrich Ringelink (vgl. Nr. 1, S. 34), der Susannenschrank, das „wertvollste und schönste Profanmöbel [der] Sammlung“, nach einem Entwurf von Julius Vogel (um 1580; vgl. Nr. 8, S. 27) sowie eine Truhe „mit der Kreuzigung, Kreuzabnahme, Grablegung und Auferstehung“ Jesu (vgl. Nr. 2, S. 34), eine „kleine zweifeldrige Kassette mit der Verkündigung und Geburt Christi“ (vgl. Nr. 4, S. 51) und ein Wandschrank von Hans Gudewerdt, das „Opfer Abrahams“ darstellend (vgl. Nr. 3, S. 54).Da drei Bildschnitzer mit dem Namen Hans Gudewerdt existierten, kann der Schöpfer des Wandschranks nicht eindeutig bestimmt werden. Allein Hans Gudewerdt der Ältere erscheint auf Grund seiner stilistischen Verhaftung in der Ornamentik der Renaissance unwahrscheinlich. Vgl.Brandt 1911, S. 53-54.Die Beschreibung bei Brandt lässt nicht mit Sicherheit darauf schließen, dass es sich um die von Fontane erwähnte Lade handelt.Die Titelzusammenstellung der drei Prosa-Entwürfe „Berliner Ton“, „Adel und Judenthum in der Berliner Gesellschaft“ und „Alte und neue Provinzen“ entstand vermutlich kurz nach dem Besuch des Thaulow-Museums in Kiel (zwischen dem 26. und 28.9.1878). Sie wurde auch in Fontane–Fragmente, Bd. 1, S. 438, abgedruckt, allerdings missverständlich unter dem Titel „B1“. B1 ist weder ein Werktitel noch der Titel des Notizbuchs, sondern lediglich die Signatur des Notizbuches. Vgl. auch den Kommentar in Fontane–Fragmente, Bd. 2, S. 350-352 (Die Juden in unserer Gesellschaft), S. 352-354 (Adel und Judenthum in der Berliner Gesellschaft) und S. 357-359 (Alte und neue Provinzen). Die Handschrift der drei Prosa-Entwürfe befindet sich im Theodor Fontane-Archiv Potsdam.Die Notiz zu Bettine von Arnims Buch „Dies Buch gehört dem König“ ist vermutlich zwischen dem 26. und 28.9.1878 geschrieben worden.Fontane schrieb die Disposition zu „Schach von Wuthenow“ vermutlich während seines Aufenthaltes in der Villa Forsteck bei Kiel nieder. Die Benutzung des Notizbuches, das Schreibgerät (Bleistift) und der Duktus sowie die Reihenfolge der Blattbeschriftung lassen erkennen, dass die Aufzeichnungen zwischen seinem Besuch des Thaulow-Museums in Kiel (am 26. September 1878) und der Aufführung von Wilhelm Jordans Lustspiel „Durchs Ohr“ (am 28. September 1878) entstanden sein müssen.Fontanes Notizen zu Wilhelm Jordans „Durchs Ohr“ entstanden während der Theateraufführung am 28. September 1878. Die Kritik erschien am 1. Oktober 1878 in der Vossischen Zeitung (Nr. 230); vgl. Bibliographie, Bd. 1, Nr. 3623.Die Malerfamilie Hals hat mehrere Maler diesen Nachnamens hervorgebracht. Eine genaue Bestimmung ist deshalb nicht möglich. Bei diesen acht Bildern handelt es sich auf Grund der Bezeichnung als ‚Blatt‘, der vorangehenden Nennung von des Künstlers Rembrandt (neben anderen Künstlern) und Fontanes Beschreibung der Darstellung von Blatt 2 („mit ein paar Strichen“), wahrscheinlich um Graphiken. Da diese wegen der ungenauen Verzeichung im Notizbuch leider nicht exakt zu bestimmen sind, kann ein letzter Zweifel an diesem Befund nicht ausgeräumt werden, weil es sich Möglicherweise auch um Alterblätter o. Ä. handeln könnte.Entweder handelt es sich um die Auferweckung des Lazarus oder um die Auferweckung des Jünglings zu Naïn.Bei dieser Graphik könnte es sich um das bekannte Blatt mit dieser Thematik von Rembrandt handeln.Die folgenden fünf Notate (es könnten Dialoge, Zitate und Titelideen sein) wurden in Fontane–Fragmente, Bd. 1, S. 385f., unter der Rubrik „Erzählungen“, Kapitel 1.7 Figuren, Situationen, Dialoge, Textbruchstücke, ediert. Diese Klassifizierung (die Herausgeberinnen bezeichnen sie zudem als „Projektnotizen“) wurde ohne Begründung vorgenommen. Sie überzeugt nicht, denn aus den Notizbucheinträgen geht nicht eindeutig hervor, dass es sich tatsächlich um fiktionale Textbausteine handelt. Ob Fontane diese Notizen für konkrete Projekte verwenden wollte, lässt sich ebenfalls nicht ermitteln. Vgl. Fontane–Fragmente, Bd. 2, S. 295-298.Fontanes Notizen zu Charlotte Birch-Pfeiffers „Die Marquise von Villette“ entstanden während der Theateraufführung am 23. Oktober 1878. Die Kritik erschien am 25. Oktober 1878 in der Vossischen Zeitung (Nr. 251); vgl. Bibliographie, Bd. 1, Nr. 3626.Fontanes Notizen zur einhundertsten Übungsvorstellung der Theaterschule von Eduard Kierschner (1825-1879) entstanden während der Aufführung am 8. November 1878. Gespielt wurden Siegmund Schlesingers „Die Gustel von Blasewitz“ und Goethes „Die Geschwister“. Fontanes Kritik zu beiden Stücken erschien am 10. November 1878 unter dem Titel „Director Kierschner’s Theater-Schule“ in der Vossischen Zeitung (Nr. 265); vgl. Bibliographie, Bd. 1, Nr. 3629, und Chronik, Bd. 3, S. 2147.Fontanes Notizen zu Alfred Friedmanns „Geben ist seliger, denn nehmen“ entstanden während der Theateraufführung am 14. November 1878, bei der auch Carl Wartenburgs „Die Schauspieler des Kaisers“ gespielt wurde. Die Kritik zu beiden Stücken erschien am 16. November 1878 in der Vossischen Zeitung (Nr. 270); vgl. Bibliographie, Bd. 1, Nr. 3631.Fontanes Notizen zu Carl Wartenburgs „Die Schauspieler des Kaisers“ entstanden während der Theateraufführung am 14. November 1878, bei der auch Alfred Friedmanns „Geben ist seliger, denn nehmen“ gespielt wurde. Die Kritik zu beiden Stücken erschien am 16. November 1878 in der Vossischen Zeitung (Nr. 270); vgl. Bibliographie, Bd. 1, Nr. 3631.Fontanes Notizen zu Rudolf von Gottschalls „Pitt und Fox“ entstanden während der Theateraufführung am 30. November 1878. Die Kritik erschien am 3. Dezember 1878 in der Vossischen Zeitung (Nr. 284); vgl. Bibliographie, Bd. 1, Nr. 3635.Fontanes Notizen zu Franz Grillparzers „Der Traum ein Leben“ entstanden während der Theateraufführung am 12. Dezember 1878. Die Kritik erschien am 14. Dezember 1878 in der Vossischen Zeitung (Nr. 294); vgl. Bibliographie, Bd. 1, Nr. 3637.Fontanes Notizen zu Malchow entstanden vermutlich während seines Ausflugs dorthin am 18. oder 19. Dezember 1878; vgl. Chronik, Bd. 3, S. 2157, *18.12.78*. Diese Annahme wird durch die Schreibchronologie im Notizbuch bestätigt. Der Entwurf enthält auch Exzerpte aus dem Malchower Kirchenbuch (Blatt 39r-49r). Der Aufsatz erschien am 1. und 15. Januar 1879 unter dem Titel „Malchow. Eine Weihnachtswanderung“ in der Zeitschrift „Der Bär. Berlinische Blätter für vaterländische Geschichte und Altertumskunde“ (Jg. 5, Nr. 1f., S. 5-7, und 17-19) und wurde dann 1882 unter dem selben Titel im Abschnitt „Rechts der Spree“ in die erste Auflage des vierten „Wanderungen“-Bandes, „Spreeland“, integriert; vgl. Bibliographie, Bd. 1, Nr. 3641, und zur Entstehungs- und Druckgeschichte GBA–Wanderungen, Bd. 4, S. 566f. (Kommentar), dort ohne den Hinweis auf den Notizbucheintrag.Exzerpt aus dem Malchower Kirchenbuch und Taufregister, in die Fontane offensichtlich während seines Besuchs im Dezember 1878 Einblick gewährt wurde. Nicht autopsiert.Fontanes Notizen zu Oskar von Redwitz’ „Philippine von Welser“ entstanden während der Theateraufführung am 22. Dezember 1878. Die Kritik erschien am 24. Dezember 1878 in der Vossischen Zeitung (Nr. 2302); vgl. Bibliographie, Bd. 1, Nr. 3639.Der Prosa-Entwurf „Pomponia von Pomponinski“ wurde zwischen dem 22.12.1878 und dem 28.12.1878 geschrieben. Denn er folgt unmittelbar den Theaternotizen zu „Philippine Welser“ (am 22.12.1878) und die Theaternotizen zu „Wilhelm Tell“ (am 28.12.1878) folgen direkt auf den Prosa-Entwurf. Dieser fehlt in Fontane–Fragmente, . Fontanes Notizen zu Schillers „Wilhelm Tell“ entstanden während der Theateraufführung am 28. Dezember 1878. Die Kritik erschien am 31. Dezember 1878 in der Vossischen Zeitung (Nr. 306); vgl. Bibliographie, Bd. 1, Nr. 3640.Fontanes Telegramm und der Geburtstagsbrief an seinen Freund Hermann Scherz in Kränzlin (terminus post quem 28.12.1878) sind vermutlich nicht überliefert. Sie sind in HBV, nicht verzeichnet.Fontanes Notizen zu Goethes „Paläophron und Neoterpe“ entstanden während der Theateraufführung am 31. Dezember 1878, bei der auch Shakespeares „Die Komödie der Irrungen“ gespielt wurde. Die Kritik zu beiden Stücken erschien am 3. Januar 1879 in der Vossischen Zeitung (Nr. 3); vgl. Bibliographie, Bd. 1, Nr. 3642.Platzhalter für „andern“.Fontanes Notizen zu Shakespeares „Die Komödie der „Irrungen“ entstanden während der Theateraufführung am 31. Dezember 1878, bei der auch Goethes „Palaophron und Neoterpe“ gespielt wurde. Die Kritik zu beiden Stücken erschien am 3. Januar 1879 in der Vossischen Zeitung (Nr. 3); vgl. Bibliographie, Bd. 1, Nr. 3642.Fontanes Notizen zu Schillers „Die Braut von Messina“ entstanden während der Theateraufführung am 7. Januar 1879. Die Kritik erschien am 9. Januar 1879 in der Vossischen Zeitung (Nr. 11); vgl. Bibliographie, Bd. 1, Nr. 3645.Vgl. Knudsen 1942, S. 233, Fußnote 458: „Fontane verwechselt hier Bohemund mit Berenger. Außerdem vertauschte Fontane hier versehentlich die Namen der Darsteller, wie es sich auf dem Theaterzettel [...] ergibt.“Vgl. Knudsen 1942, S. 234, Fußnote 459: „Isabellas Worte lauten an dieser Stelle: ‚Durch alle Meere setzt dem Räuber nach Erobert euch die Schwester!‘“Vgl. Knudsen 1942, S. 234, Fußnote 450: „Im gedruckten Text heißt es: ‚Du warst – bei meines Vaters Leichenfeier?‘“. Vgl. auch Fontanes gedruckte Kritik in der VZ, 09.01.1879, Nr. 11. Vgl. Knudsen 1942, S. 234, Fußnote 461: „Die betreffende Textstelle der Isabella lautet: ‚O himmlische Mächte, es ist mein Sohn.‘“Vgl. Knudsen 1942, S. 234, Fußnote 642: „‚Wen, Mutter, sagst du, hab’ ich dir gesendet?‘ lautet die Textstelle Don Cesars.“Vgl. Knudsen 1942, S. 235, Fußnote 235: „Fontane meint hier wohl folgende Zeilen im Dialog: ‚Ist sie wahrhaftig seine, meine Schwester, so bin ich schuldig einer Greueltat, die keine Reu’ und Büßung kann versöhnen.‘“