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Reise nach
Schleswig-Holstein
und Düppel vom 19. Mai bis 27. Mai 1864.


Mourning.The London General Mourning Warehouse,247 & 249, Regent Street.The Proprietors of this establishment, in respectfully addressing themselves to the attention of theNobility, the Gentry, and the Public, beg leave to renew their thanks for extraordinary supportthey have received. Every article necessary for a complete Outfit of Mourning, for either the familiyor household, may be had here, and made up, if required, at the shortest notice; whilst the atten-dance of competent persons connected with the establishment upon families of rank and of everyrespectable denomination, enables the proprietors or their assistants to at once suggest or supplyeverything necessary for the occasion, and suited to any grade or condition of the community.Skirts, &c., for Widowhood and for Family Mourning are always kept made up, and a note descriptiveof the relation of the parties to the deceased will ensure at any time the proper supply of mourningbeing forwarded, both as to quality and distinction, according to the exigencies of the case; it beingneedful only to send dresses for patterns, when every requisite will be carefully prepared and chosento render the appointments complete.The London General Mourning Warehouse,Nos. 247 & 249, Regent Street, two doors from Oxford Street.

Donnerstag. 19.

Mal wieder nach Hamburg. Diealten lieben Bilder, in ihrem Wechsel immer wiederanziehend. Rehberge, Charlottenburg,Luch, immer saftiger, grüner,immer frischer, feuchter bis diekleinen Flußwindungen durchWiesenland mit niedrigenHäusern und hohen Strohdächernkommen. Mecklenburg hatteein Uebriges gethan zumEmpfang seines Großherzogs.
Hamburg immer wieder schönund lachend. Die 8.er diemit sichrem Tritt durchdie Straßen zogen. Dazu: Blaue Reiter, Hamburger Bürger-militair, Hamburger Contingent,Hannöversche Jäger und Preußen aller Gattungen. – Altona.Palmaille. Bundespalais miteinem Doppeladler und der Umschrift„zu den Bundeskommissären“;dazu Doppelposten und deutscheund schleswig holsteinische Fahnen.Die Soldat-spielenden Kindermit Trommel und Trompeteund deutsche und
schleswig holsteinische
schl: holst:
Fahnen.Der Geist hier ist ein an-drer geworden. – DieBlicke hügelab der Elbe zu.Rainville.
Um 6 12 nach Kiel. BisPinneberg sehr hübsch; einBild fruchtbarer holsteinscherLandschaft, Fruchtfelder, Gehöfte,Knicks, Baumgruppen; als Ein- fassung vielfach die Ebreschestatt das Heckendorns.
Von Pinneberg bis Elms-horn, wo die große Volks-versammlung war, vielleicht nochhübscher weil mannigfacher;alle Stücke holsteinscher Land-schaft sind hier zusammen: Frucht-feld, Haide (mit abgeblühtemHaidekraut) und Torfmoor.
Von Elmshorn an hörteigentlich alle Schönheit und allesCharakteristische, – ein ziemlichunfruchtbarer Höhen (?) oder Land-strich, ein Haidemoor, aberohne alle charakteristischen Zügezieht sich bis Neumünster hin. Neumünster ist ein freundlichesStädtchen, wohl das bedeutendsteauf dieser Linie und mehr thrivingals die andern (weil es Knoten-punkt ist) die Höfe, timber-yards und Gärten lagern sichauch malerisch um die Häuser,dennoch wirkt das Ganzenicht recht gefällig. Ich schiebees auf die rothen Backstein-häuser, die hier ausschließlichvorherrschen. Ein Wort darüber.Unter Umständen liebe ich diesekleinen rothen Städte sehr,einmal dann wenn vielHolz an dem Hause selbst, seies einfach als Fachwerk-Holz oder als Erker; Vorbau etc.auftritt; dann lieb’ ich sieauch massiv überall da, woBäume in mehreren Reihen inden Straßen stehn und theils durchihr Grün theils durch ihrLeben das todte, rothe Stei-nerne – das für den Klein-bau nicht gemüthlich, nichtweich, nicht rund genug wirkt –unterbrechen. Es ist mirmindestens fraglich ob die LeipzigerStraße oder die Linden wennsie aus rothen Backsteinpalästenbestünden, besser aussehen würdenals jetzt. Und doch laß ichschöne Häuser, die palastartigauftreten, auch in Backstein gelten,nur wirkt das kleine Bürgerhaus, das ausBackstein gebaut wird mitrothen Flächen, rothem Giebelund rothem Dach entschiedenhart und ungemüthlich, wennnicht Dinge von außen herzu-kommen, die diesen Eindruckmildern.
An Bordesholm vorbei,wo ein schöner See ist unddie alten Könige (?) begrabensein sollen. Dann wirddas Land hügliger, endlich schiebtsich eine unscheinbare Wasserspitze von rechts bis dicht an die Eisenbahn heran, –es ist die äußerste Spitze desKieler Hafens. – Um 9 12 in MuhlsHôtel.

Freitag
dender
d.
20.

Flanirt in den Straßen Kielsund am Hafen. Das alteSchloß, ein ziemlich unschönerBau
Gebäudegrundriss; SchloßSchloßKielSchloss Kiel.

Das fensterlose Parterresehr hoch, fast die halbe Höhedes Ganzen, dann noch 3 Eta-gen.
Gebäudeaufriss; SchloßSchloßKielSchloss Kiel.

Bis vor dem Kriege wares von Herzog Carl von
Schleswig Holstein
Schl. Holst:
Sonderburg-Glücksburg
bewohnt. Jetzt ist es Laza-reth. So sieht es auch aus.Oder Zuchthaus oder Landarmen-haus; nur die beiden schmalenThürme, die sich anlehnen deutenauf etwas Burg oder Schloß-artiges.
Fast parallel mit demSchloß, ebenfalls rechtwinkligauf den Hafen stehend,liegt die Universität, danebenin derselben Linie die Univer-sität-Reitbahn. Beide sindgleich groß, gleich schön undgleich desolat; es war hoheZeit, daß eine Concurenzwegen Bau eines wirklichen Universitäts-Gebäudes aus-geschrieben wurde. Wohl 6oder 8 Arbeiten (oder nochmehr) sind eingegangen, deutsche,englische, französische – wir hattenGelegenheit die Pläne, die geradeausgestellt waren, zu sehn.
Die Ausstellung befand sichin einer Art Kunst-Aka-demie oder Kunst-Vereins-Lokal. Wir sahen auchdie dort vorhandenen Oelbildermeist Unbedeutendes, docheinige intressante Blätter vonCharles Ross (einem Holsteiner)ein antikes Wandgemälde (Original)Geschenk von dem „frühentschlafenen Knaben JohnRoss“ und Max v. Schwind’s„Kaiser Rudolfs Ritt nach Speier“ ein sehr schönesund sehr schlichtes Bild. DerKaiser famos, die jugendlicheRittergestalt mit dem Helm-busch auch, das Landschaftlicheeigenthümlich anheimelnd, mancheFeinheiten im Einzelnen undüber die seltsame Farbe amEnde sehr wohl hinwegzukommen.Aber viele Figuren sind dochnur unbedeutend, oberflächlichcharakterisirt und ohne die Poësiedie man bei Schwind erwartet. Die Stadt voll von Militair,Leib Regiment und 48er, diealte Brigade Raven, aberauch 60. 64. 35. 53. KöniginAugusta, 3.
und
u
4. Garde Re-giment, westfälische Kürassire.
Die ganze Jugend spieltSoldat. Auf allen Plätzenstarke Trupps, sie sind er-findrisch und haben einePhantasie Uniform von allemwas ihnen am besten gefallenhat: Schwarze Papp-Cylinderaus denen der rothe Husaren-Kolpack hängt, dazu Lanzenvon den Ulanen und Trommelnvon der Infanterie, auf drei Mann immer ein Fahnen-träger mit blau weiß rothin den Lüften.
Bald nach 11 Dampfschiff-fahrt den Kieler Hafen hinunter.Erst: Schloß, dann Bade-Anstalt,dann Düstern-Broock, dannBellevue, dann Holtenau, dannFriedrichsort, dann ’rüber nachLaboi auf der PropsteierSeite. Laboi ist einwohlhabendes Schifferdorf und hatsich einen eignen kleinen Hafenangelegt; heut war dortPfingstfest, eine Art Schützen-platz, wo die Propsteier Mädchenin rothen Röcken und allemPomp ihrer Nationaltracht erschei- nen. Die Propsteier lieferndas berühmte Saatkorn. IhrBoden ist so schön und so eigen-geartet, daß jedes eingestreuteKorn aus der dürftigsten Gegendin Propsteier Erde auch PropsteierKorn giebt und als ächtesPropsteier Saatkorn verkauftwerden kann. Sie verkaufen allihr Korn und säen anderwärtsaufgekauftes, was billiger ist.
Auf der Rückfahrt inBellevue abgestiegen. Sehr gutesDiner. Es ist so der Haupt-vergnügungsort der Kieler undder Badegäste. Von Bellevue durchden Buchenwald von Düstern-Broock zurück in die Stadt. Die Seeleute machen einenguten Eindruck; der Rest Durch-schnitts-people von der Ham-burger Sorte, dabei viel Wohl-stand, ohne – namentlich in denHäusern – alle Pracht. Die Mäd-chen, namentlich der untren Stände,ziemlich hübsch, eher zartund gewandt als ramassirt,mehr Stadtkinder als bäurischeProdukte. – Der Marktplatzmalerisch, einige enge Gassen,die auf den Hafen niederführenauch malerisch, ebenso dieStraßen in ihrer Schlängel-linie, – sonst aber fehltalles was architektonisch interessiren könnte: Schloß,Kirche (stattlich aber roh-gothisch) Universität, Patri-zierhäuser, – alles alt, rumplig,unbedeutend. Schönheit aberverleihen Lage, Natur, Hafen,Buchen und die bunte, malerischeAnlage des Ganzen.
Die Buch- und Bilderlädensind mit „Bildern vom Kriegs-schauplatz“ überdeckt, „Hanne-mann-Carrikaturen“ (voneinem gewissen Maler Achilles)politische Satyren, Bilderbogenaller Art, Seitenstücke zuden Ruppinern.

Sonnabend
dender
d.
21.

Gebäudegrundriss; Schloss LouisenlundSchlossLouisenlundLouisenlund, LuisenlundSchloss Louisenlund. ältester Theil mit denalten ThürmenErlöser mitder WeltkugeldarunterWappen: Fontaine. DelphinRückfrontschleswigscheWappen 1664.Hauptfrontvon 1703 stattlich aber nüchtern,ziemlich schmucklos, namentlich nach dem Hof hinaus,
Diese Rückfrontträgt 6 Giebeldächer.So:
Schloss LouisenlundSchlossLouisenlundLouisenlund, LuisenlundGiebeldächer von Schloss Louisenlund.
mit dem viereckigenziemlich kurzen, dicken Thurm.
Gebäudeaufriss; Schloss LouisenlundSchlossLouisenlundLouisenlund, LuisenlundVorderfront von Schloss Louisenlund.
Westfront
(ältester Theil)
Gebäudegrundriss; Schloss LouisenlundSchlossLouisenlundLouisenlund, LuisenlundWestfront von Schloss Louisenlund. abc.d
  • a. großer, dicker alter Rund-thurm, mit spitzen Schindel- oderSchieferdach.
  • b) zwei Dächer
    Schloss LouisenlundSchlossLouisenlundLouisenlund, LuisenlundDächer von Schloss Louisenlund.
    derRückfront (siehe 1. Blatt)entsprechend.
  • c) dem ältesten Theil entsprechend
  • d) Seitenfacade der Vorder-front von 1703.
Gebäudeaufriss; Schloss LouisenlundSchlossLouisenlundLouisenlund, LuisenlundSchloss Louisenlund.
Luisenlund.
ParkKiesgang.Rasen.SchleiBuchengang4Fenster4Fenster
Am Sonnabend
den
d.
21. von Kiel nachSchleswig. Zuerst nach Neumünster.Dieser hüglige Landstrich namentlich nach Ostenzu scheint doch sehr fruchtbar.Bordesholm am gleichnamigen See schienmir ein kleines Dorf mit eineralten Kirche ohne Thurm; dochwar es schwer zu erkennen.
Neumünster hat den früherbeschriebenen Charakter vorzüglich imNeu-theil an der Eisenbahn. Diealte Stadt ist freundlicher und hatetwa den Charakter guter,großer und reicher Dörfer amOderbruchrand oder in der Nähevon Berlin. Steinhäuser die mitdem Giebel nach vorn stehn,platzartige Erweiterungen ohneeigentliche Platz zu sein, Palmaille’soder „Freiheiten“ im Kleinen. Dannund wann eine Art Teich. VieleLohgerbereien. Das Ganze unbedeutend.
Rendsburg. Bei der Ankunftbemerkt man alte Festungs-werke; nach der Nordseite hinscheinen sie zu fehlen, nur isthier dem Fluß eine künstlicheBreite gegeben, die wahrscheinlichdeckt; das Kronwerk, dasman von der Eisenbahn aus nichtbemerkt, liegt im Westen.Bis Klosterkrug, eine gutehalbe Meile von Schleswigbegleitete uns der aalfressendeBerliner und hielt Vortrag überDüppel, die Schlechtigkeit der Dä-nen und die Inferiorität der
schleswig holsteinischen
schl. holst.
Race.
Von Klosterkrug aus (der dicht hinterJagel liegt) passirt man nunden Kern der Dannevirke-Linienamentlich den alten Margarethen-Wall. Vorher hat man dendominirenden Königsberg zur Rech-ten, den die Oestreicher erstürm-ten und dadurch die Sache au fondentschieden
Lageplan des Schlachtfelds; Königshügel (in Schleswig-Holstein), KönigsbergKoenigshuegel(inSchleswig-Holstein)KoenigsbergKönigshügel. nach FlensburgSchleswigMöwen-InselFahrdorfBusdorfKoenigsbergFriedrichsbergHaddebyGottorp

1848 fand der Hauptkampf am alten Danne-wirk, eigentlich wohl erst in dem dahinter-liegenden Busdorf statt, während Bonin vonder Flanke her kam, Schloß Gottorp attackirteund dadurch die Dänen zu raschestem Rück-zug nach Flensburg nöthigte.
1864 nahmen die Oestreicher die mehrnach Süden hin vorgeschobenen Dörfer und Werke vor allem den Königsberg, der allesandre beherrschte. Zugleich, wie Bonin da-mals von der linken Flanke her, gingenjetzt die Oestreicher von der rechtenFlanke her vor und besetzten Fahr-dorf. Die Dänen durchstachen zwarden Damm, zwischen Fahrdorf und Hadde-bye; die östreichisch- preußischen Batterien bei Fahrdorf | brachten die dänischenBatterien auf der Möwen-Insel zum Schweigen. DieDänen, als sie von dem intendirtenUebergang bei Kappeln hörten, zogenab. Ein etwaiger östreichischer Frontal-Angriff hätte sich wahrscheinlich wiedergegen die Schanzen und Wälle zubeiden Seiten von Busdorf d. h. alsoin Front von Friedrichsberg und Hadde-bye richten müssen. Gegen 1. Uhr Ankunft in Schles-wig. Die Lage ist hübsch undziemlich malerisch. Zuerst nachSchloß Gottorp.
Schloß Gottorp ist ein sehr stattlicherBau, aber ohne all und jede Schönheit.Ziemlich schlimme Renaissance, ohneRoccoco zu sein. Seine historischenErinnerungen das Beste. Es liegtauf einer Insel (wohl zum Theilkünstlich) und nach der Front hin fälltdas Erdreich in Böschungen ab. AmWasser standen Oestreicher und angelten;im Rasen, windgeschützt, die Stadt unddie Schlei vor sich, lagen Kranke wahr-scheinlich von polnischen Regimentern inblauen Mänteln, die blauen
österreichischen
östr:
Mützenruntergeklappt, so daß sie gespenstisch,hexenhaft aussahen. Offiziere allerArt und aller Grade kamen und gingen. Auf Wache waren 35 er. Bitter-böse auf die 8.er. „Diese Kerlesind nur 2 mal im Feuer gewe-sen; sie kommen, laufen unsinnigvor, werden zurückgeschlagen,nehmen nachher mit 2 Compagnienam Sturm Theil und nun hatdas Leib-Regiment alles gemacht,zieht nach Kiel, kriegt guteQuartiere, Blumen und Lorbeer-kränze. Als wir in Schleswigeinzogen, haben wir kaum einGlas Bier gekriegt.“ Von denOestreichern sprachen sie wie vontüchtigen Soldaten, aber doch zugleichwie von wilden Thieren. „Tüchtigaufgezählt wird bei ihnen und dieKerle müssen sich selber die Hosenstramm ziehn, aber es sind auchKerle danach, es geht nicht anders.“ Im Schloß (Gottorp) liegen krankeOestreicher; aber man sieht auch Ge-sunde von allen Waffengattungen;ungrische Grenadiere – wunderschöneLeute – vom Regiment Alexander (oderAlexandra), steiersche Jäger mit Stutz-hut und Federbusch etc. Thüren undTafeln in der Vorhalle tragennoch zum Theil dänische Inschriftenund erinnern an die alten Herrscher.
Um 2 Uhr Gang durch die Stadt.Sehr lang, eigentlich eine Straße ander Schlei hin. Die Häuser zur Linken stehen vielfach an Hügelabhängen, an derenFuß die Straße hinläuft, so daßman, wenn man aus der Thür derHäuser tritt, noch einen kleinengepflasterten Abhang passiren muß,eh man in die Straße tritt. Um 3 12 zu Boot (Dampfschiff)um nach Missunde und nach Cappelnzu fahren. Die Ufer schön, aberdoch nichts besondres. Der
Nord West
N. W.
macht, daß wir die Fahrt auf-geben und uns entschließen eben-falls in Louisenlund anLand zu gehen, wohin fast allePassagiere wollten, um demPrinzen Friedrich Carl (der in Louisenlundsein Hauptquartier hat) ihre Huldi-gungen durch Blumen, weißge-kleidete Jungfrauen etc. darzubringen.
Diese weißgekleideten Jungfrauenbefanden sich mit uns anBord; einige recht hübsch, allemunter, manierlich und ohnejede dumme Ziererei, meist reicheBürgerstöchter. Außerdem an Bord der Sprecher des Fest-zuges, Herr Burgfeldt (?) fernerGeneral v. Hobe, Graf Spee, mehrereOffiziere etc.
Louisenlund, an einer Schlei-Bucht gelegen, ist nicht übel. Esgilt als Sommeraufenthalt zu SchloßGottorp und hatte früher immer dieselbenBesitzer. Die Umgebungen (Buchen-wald
et cetera
etc
) sind reizend genug;am Schloß selbst ist eine gewisseAnspruchslosigkeit das beste. Freundlich,hell, still, geborgen, hübscheBlicke auf Wasser und Wald, sonstaber ausgerüstet mit demStempel charakterloser Langerweile.
Alles sammelte sich 1000 Schritthinter dem Schloß vor einemFörsterhause, wo auch solche sich einfanden, die zu Fuß oderzu Wagen von Schleswig gekommenwaren: Gewerke, Turner, Sänger-verein, Schleswig-Holsteinsche Kampf-genossen, alle mit ihren Fahnenund Emblemen. Dazu die Musikder 35 er.
Nach der Fahne der „Schleswig-Holsteinschen Kampfgenossen“ dievon der Gemahlin des Erbprinzen(oder von seiner Mutter) 1849 oder 50 geschenkt wurde, suchten dieDänen, ohne sie finden zu können.Man hatte das Fahnentuch auf-gerollt und nach Kiel geschafft.Der sie aber dort aufbewahrte,war doch auch ängstlich, daß siegefunden werden könnte und schnittdie 3 schleswigschen Löwen heraus. Neulich zogen die
Schleswig Holsteinischen
Schl. Holst.
Kampf-genossen
mit dieser Fahne vorden Erbprinzen; die 3 Löwenfehlten noch. Er fragte lächelndwo sie seien? Nun wurd’ ihmdie Geschichte erzählt. Er erwiderteheiter: „nun, die 3 Löwenhabe ich; der Kieler hat siemir seinerzeit geschickt“. Sieprangen nun wieder in derFahne.
Um 6 setzte sich der Zug inBewegung. Das Musikcorps vorauf.Der Zug war sehr hübsch durchdie Fahnen. Man marschirtevor das Schloß. Die Damenin weiß mit blau weiß rothenSchärpen, die sehr schön aus-sahen, standen der Rampe zunächst; so bildete sich ein weiter Halb-kreis. Ein Sängerchor intonirte.Dann alles still. Kein Prinz.Endlich erschien der Sprecher (Burgfeldt)und sagte: „Die Damen werdengebeten“. Er führte nun dieDamen in die oberen Zimmer.Hier wurden sie von Moltkeempfangen. Kein Prinz da.Die Damen erschienen wieder.Endlich auch der Sprecher; ersagte: „es sei schmerzlich etc. abernichts destoweniger ein Hoch.“Er war übrigens ersichtlich aigrirt.Dann ging es mit „Schleswig-Holstein“ wieder zurück. DerPrinz war in dem Augenblick in den Wagen gestiegen und fortgefahren,wo sich der Zug in Bewegung gesetzt hatte. Nun Rückmarsch zu Fuß amSchlei-Ufer hin bei heftigemNordwest grade ins Gesicht.Ein toller Marsch. EndlichAnschluß an die 6 oder 7 Schles-wiger Philister, die Lieder sin-gend auch nach der Stadt zurück-marschirten. Zwischen den Knicksging das ganz gut. Der Ein-druck den die Leute machtenund ihre Lieder. Alte Culturund ein damit verknüpftes Bewußt-sein, ruhige, selbstbewußteSteifheit, aber die alteCultur ist keine hohe Cultur; –vieles ist da was wir uns nichtmit einem Male geben können,aber unendlich vieles ist auchnicht da. Das Ganze hat doch einen Anflug von Krähwinkelei,überheblicher Selbstbespiegelung undUeberschätzung, dazu furchtbare Phrasen-herrschaft, weil der geistigeGehalt nicht groß ist. Daß dieseKrähwinkelei weniger häßlich auf-tritt als in manchen mittel-deutschen Gegenden – wo auchübrigens alte Cultur ist – hatdarin seinen Grund, daß die Leutein guten Verhältnissen leben.Erst wenn sich zur Krähwin-kelei die ängstlich-sächsischePfennigwirthschaft, das dünneBemmchen etc. gesellt, wird sieabsolut unerträglich. – Unterden Liedern die die Leute sangenwaren die bloßen Marschir-liederdie besten; die schwungvoll-sein wollenden waren alle entsetzlich,ebenso die Spottlieder aufHannemann. Diese Verspottungder Dänen – wenn zum Theilauch begreiflich – ist dochein häßlicher Zug. Haß laß ichmir gefallen; aber die Dä-nen zu verspotten, ich bezweifledaß die
Schleswig Holsteiner
Schl. Holst:
ein Recht dazuhaben.
Bei Fahrdorf der 15 jährigeallerliebste Junge, dessen Vaterals Sergeant bei Fridericia, dieMutter als Marketenderin beiIdstedt fiel.
Er.
Nun kommt der Däne nicht wieder.

Ich.
Wer weiß.

Er.
Er kann ja
nicht an gegen die Preußen


Ich.
Aber wenn die Preußen fortgehn?

Er.
Ja, dann kann der Däne wohl

wiederkommen.
Dies ist das beste was ichin ganz Schleswig-Holstein überdie Sachlage gehört habe.
Nach 10 endlich in EsselbachsHotel. Zu Abend gegessen;todtmüde zu Bett.

Sonntag
der
d.
22. te

Schlechtes Wetter. Im Hotelgeblieben. Zu Tisch mit lauterOffizieren: Artillerie, 35er,ein Kaplan, Graf Spee, Generalv. Hobe, General v. Canstein;alles heiter und Kreuz-Zeitung lesend.Der alte Wrangel geht vorüberin Reisekostüm und wird vonder Esselbach eingefangen; erkommt aber nicht in den Eß-saal. Einrichtung des Hôtels. GroßesHaus von beträchtlicher Tiefe;nach zwei Seiten hin freierPlatz, nach der einen Breitseitehin wunderliche Nebengebäude die sich inallen Formen und Farben an-lehnen, schräg nach hinten zu einGarten mit einer schönen Blutbuche.
Es besteht aus lauter großenSälen, namentlich auch in derobern Etage. Hier ist eingroßer Tanzsaal mit altmodischerOrchesterloge dicht unter derDecke; im Saale selbst eine be-trächtliche Anzahl alter Oelbilder: Könige, Prinzen und Prinzessinnen,die das Gespenstische des kahlen,fleischfarbenen, großen Saales eher noch erhöhen. Danebenein großes saalartiges Zimmermit Cabinet. Im Cabinetein Himmelbett; im Saalzimmerwunderliche Tapeten: grauer Grundauf der sich die Alhambra undAlhambra-Scenen befinden einbrennend rother Sultan, an den sichirgend eine Zaire in blau undweiß mit langen Haaren schmiegt.Er nimmt aber wenig Notiz vonihr.
Alte Nußbaum-Möbel, schwereverschossene Gardinen, Rouleauxdie nicht mehr ziehn undvon dem der Licht haben will,aufgewickelt werden müssen, hohe Stehspiegel mit einge-schraubten Candelabern, deren großeGlasbehänge laut klingeln undtingeln, so oft man über dieStube geht. Dazu weiß-lackirte Sophas, Sessel undSpiegel, alle mit himmelblauemDamast überzogen, die er-sichtlich das Grundmobiliar bildeten,ehe knarrende Korbstühle undBerliner Schreibtische und Kommodenhinzukamen. Seitdem ist esnun eben styllos geworden.Lola Montez und ein Kinderbildvon Meyer aus Bremen, Oehlen-schläger, Rauch, alles hängt bunt zusammen; auf dem Ofen stehteine Büste König Friedrichs VII undein Kupferstich von ihm hängtan der Wand. Es so schreiben
  • 1) Die Grund-Einrichtung / Tapete. weißeMöbel. Büste Friedrich VII. schwereGardinen. Stutzuhr.
  • 2) Die Nußbaum-möbel: großeschwere Commode, Tisch, Stehspiegelmit Behang
  • 3) Korbstühle, Stickereien, BerlinerSchreibtisch, Lola Montez etc.

Die untre Lokalität bestehtaus einem langen Corridor,an dessen einer Seite dreimächtige Zimmer: ein Lesezimmer, ein Billardzimmer und eingroßes Eßzimmer liegen; ander andern Seite liegt diemächtige Küche, nur durch Fensterund Glasthüren von dem Corri-dor getrennt, so daß jederVorübergehende „eine Fragefrei hat“ an alles wasdort beschlossen ist.
Im Lesezimmer liegen dieHamburger und
Schleswig Holsteinischen
Schl. Holst:
Zei-tungen, wenigstens einigederselben, ferner 2 Kreuzzei-tungs-Exemplare, die wohlnur mit den Preußen gleich-zeitig eingerückt und andie Stelle von Berl: Tidende Dagbladet und Faedrelandetgetreten sind. Im Billard-zimmer ein Riesen-Billard; –im Eßzimmer: die Schlacht beiIdstedt und der (zurückgeschlage-ne) Sturm auf Friedrichsstadt,dänische Bilder zur Verherrlichungdänischer Waffenthaten und aller-dings in der Stadt Schleswigda nur möglich, wo diedänischen Offiziere ihren Ver-kehr hatten.
Im großen Tanz- Saal obenhängen allerhand Fürstlichkeitenund zwischen ihnen Jupiter-Tauruswie er die Europa entführt.Ein ganz dänischer Vorwurf.
Ueberall Reste alten Glanzes,aber ein Trauerflor liegt über demGanzen; nur die Preise grünen weiter.
Am Sonntag Nachmittag gegen3 Uhr Fahrt nach Missunde(Preis 4
Reichstaler
Rthr
, was nicht allzu-theuer.) Das schöne Angeln.Kostbares, frisches, saftiges, Hügelund Heckenland; saubre Bauern-häuser – fast immer Strohdach – dieMädchen fahren auf’s Feld umzu melken, an dem Wagender aus einer Axe und einemSitzbrett besteht, hängen 6 – 8Eimer in dieser Form
Melkeimer
inwendig roth, auswendiggrün. Nicht viel Kirchen.Mitunter ein abgestochner,fast senkrechter Waldhügel, dannwieder Blicke auf die Schleiund deren jenseitige Hügel.Bald nach 5 im Fährkrugvon Missunde. Der netteMann, die noch nettereFrau, völlig gebildet, miteiner Sprechweise, wie sie unsreExcellenzen sehr oft nicht haben.Alles sauber: Stube, Küche.Das Dach- Zimmer wo die Granateeinschlug und durchging durch dasBett des Mannes in der drunterbefindlichen Stube. – Dorf Missundeärmlich; neun Häuser nieder-gebrannt, einige schon fastwieder fertig; keine Kirche.Die Ornummer Mühle, (Holländerund Wassermühle) Herr Dresetodt, starb schon am 8. Februar.
Lageplan des Schlachtfelds; MissundeMissundeMissunde. OrnumOrnummerMühleikg.h.b.f.e.a.c.d.
  • a. Brückenkopf.
  • b. Schiffbrücke.
  • c. Erichs-Haus.
  • d. Fährkrug
  • e. Schiffbrücke (die alte, dorthin gebracht)
  • f. Missunde.
  • g
    und
    u
    h. Dänische Schanzen
  • i
    und
    u
    k. Preußische Artillerie.
Die Windmühle heißt „Ka-tharina.“ Wieder dieselbe Sauber-keit. – Die blauen dänischenPatronen. – Die mächtigenFeldsteine inmitten der dänischenSchanze; der tolle Nordwestwind.Die geschickte Anlage; dasHineinschießen in die Schlucht.
Die Geschichte von KönigErich. „Erichs-Haus“ wohinsie seine Leiche brachten, jetztdurch die Dänen selber nieder-gerissen, – es war noch ächtund ganz hinfällig. Erschlagenwurde er in der Bucht vonLuisenlund. Die Kette, dieMütze im Dom. Woruht er selbst? – Gegen 10nach Schleswig zurück. Beim Thee im Lesezimmer 2 oestreichischeund ein dänischer Offizier(Benzen, verwundet beiOeversee, Schuß an der Schläfevorbei am Ohr heraus, alsoam Schädel entlang gegangen

Montag d.
dender
23. Mai
.

Regenwetter. In den Schles-wiger Dom. Sehr schön.Der berühmte Schnitzaltar.Die Kette und das rotheStückchen Mütze nur nochsehr klein, bis 1850 wares viel größer, die Dänenhaben aber kleine Erinnerungsschnip-selchen mitgenommen, – so wirdsimmer kleiner. – Das Christuskind
im weißen Hemdchen.Neben dem Altar links: diegroße Grabkammer derHerzöge; vor dem Altarrechts: König Friedrich I einschönes Monument; rechtsvom Altar im Seitenschiff dieGrabkammer des Generals vonArenstorff (in dänischenDiensten.) Rundum an derWand der Seitenschiffelaufen, nach außen zu, dieGrabkammern alter reicherFamilien darunter der Revent-lows und andrer.
Um 11 Uhr nach Kloster-krug zurück, von dort nach Flensburg. Die Erzählungen des Dragoner-Rittmeistersvom „Räuber=Commando“. Graf Scheel-Plessen(früher Ministerpräsident). Die Haltung derJüten dabei. Der gute Charakter derJüten, im Verhältniß zu den Schleswigern.Die Holsteiner viel besser. Die Jütenhübsch, namentlich auch die Frauen.
Graf Hardenberg giebt eine hübsche Schilderung desDüppeler Sturms und speziell der Erlebnisseeiniger Compagnien vom 18. Regiment. Abgestiegen in Rasch-Hôtel.Zu Tisch mit Zedlitz-Neukirch,Langenbeck, 2 Söhnen vomGrafen Hardenberg (beide vom 18.)verschiednen andren Aerzten undOffizieren. Gang nach Bellevueins Johanniter-Lazareth. Dasweiße Kreuz im rothenFelde.
Hauptmann
Hptmann
Ballhorn
. Kostbare Aussicht.Norder= und Süder-Stadt. DerFlensburger Kirchhof. DasDänen-Monument. Gang durchdie Stadt. Die Norder-Seite;Rathhaus, Kirchen, schöneHäuser, Eisenbahn.
Am Abend im Gasthof;mit
Doktor
Dr
Heffter
beim Theegeplaudert.
Gebäudeaufriss;

Dinstag d.
dender
24.

Fahrt nach Düppel unddem Brückenkopf von Sonder-burg.
Bald nach 8 in einemoffnen Wagen fort.Kostbare Fahrt amFjord hin. Unterwegszwei Flensburger Zimmermeisteraufgenommen. Rinkenis (Seier’sGedenkstein) Gravenstein, Atzbüll,Nübel, Büffelkoppel, Wielhoi,Freudenthal (hier fangen dieApprochen an und das eigent-liche Düppel=Terrain). Immer weiterauf der Chaussée bis an diedritte Parallele. Marsch durch dieselbe.Die Ausfallpforten. Das Vor- terrain (ein wenig wellig,einzelne niedrige Knicks) einRapsfeld, dann Schanze 1 diefast ganz am Abhang liegt demWenningbund zu. Dann nördlichhinauf, parallel mit den Parallelengeschritten, bis Schanze 2, 3und 4. Dann in den Wagengestiegen; auf der Chausséeweiter an Düppelmühle (diedicht zur Rechten liegt, hinterSchanze 4) vorbei, vorbei amzerschossnen Chausséhaus und an demdänischen Barrackenlager (alles un-mittelbar rechts vom Wege) bisan den großen offnen Brückenkopf, aufden die Sonderburger Pfahlbrücke (die Laternen hat) mündet. Dicht Daneben der Rest einerandern Brücke (Schiffbrücke); rechts und links Laufbrücken, die einedem Sonderburger-Schloß zu. SchönerBlick auf Sonderburg. Die15.er. Der Verkehr mitdrüben. Abfahrendes und kommendesBoot. Scene an der Brücke.Das junge Alsener Bauernpaarund die 15er. Der dänischeOffizier (Schwede, singend) und derCorporal (blond, hübsch. Schleswiger)im Boot. Zur Anmeldung Horn-signale. Der Brückenkopf;exponirt dem Feuer von Alsen;schlimme Lage unsrer Truppen; –wie es kam, das hier alleszusammenströmte. Alles sehntesich nach mehr Kampf, mehr Be-thätigung, so ging man weiter,fand den Feind (9. u 20.
Regiment
Reg.
im Barrackenlager) warf ihn, dieVerfolger vom linken Flügelher schlossen sich an, sodrängte, ohne Disposition, allesnach einem gewissen Naturgesetzund mit Unausbleiblichkeit hierzusammen. Einmal da, wollteman einen so wichtigen Punktnicht wieder aufgeben und erlittschwere Verluste, da der Brückenkopfoffen war. Die 13.er kamenam Strand-Hügelabhang entlang; 6Gefreite fielen und haben ihr schwarzes Kreuzam Wege;
Hauptmann
Hptm
v. Cranach
gingweiter „hier sind wir die ersten“.Dann fiel auch er. DesselbigenWeges, etwas mehr aus dem Cen-trum der Stellung kamen 2. Compagniender 18.er (Graf Hardenberg) und Augusta und Elisabeth, alle von Schanze8 und 9 her, während die13er von Schanze 10 kamen,die kapitulirt hatte; zugleichaber kamen Garden (3.
und
u
4.Garde-Reg
) vom äußersten rechtenFlügel her, die 35 er undvielleicht auch noch Westphalenaus dem Centrum.
Lageplan des Schlachtfelds; Schanzen, Düppel-TerrainSchanzenDueppel-TerrainDüppel (heute: dän. Dybbøl)Düppeler Schanzen. Parallele
Der Zustand der Approchen undParallelen. Was alles drinliegt. Der Spitzberg. – Schanzezehn und das Blockhaus. (Inden Parallelen fand ich: Tornister,Patronentasche, Wehrgehenk, Koch-kesselreste, Säge, Geräthschaften allerArt, Feuerstellen, kleine Heerdein der Wandung des Grabensmit Schornsteinloch, Kommiß-brot, Stiefel, Schuh, Sohlen,Mützen, Helmreste etc. etc.Granatsplitter und Kugeln meist in denSchanzen und dem Vorterrain,doch auch nur wenig; eineTagelöhnerfamilie hat eine Hütteetablirt und sammelt alles alsalt-Eisen.) z. B. die Zerstörung der Brückenach Alsen.
Die komisch-sagenhafte Fi-gur des Rolf Krake deralles gemacht hat.
Die Rückfahrt über Broackerund Ekensund.
Broacker, reiches, schönesDorf, mehrere Gasthäuser, dreiLazarethe, eins im Gasthaus.Propst Carsten und PastorSchleppegrell. Reizende Lage derPropstei. Der Propst wurdeflüchtig, Schleppegrell schonvorher. Er hatte Theologiestudiert, aber seine Exami-na nicht gemacht; trat 1848–50 als Artillerie-Offizier ein underhielt dann die Pfarrstellevon Broacker. Sieben Töchter, schöne Mädchen, enragirte Dä-ninnen. „Und wenn sich10,000 Preußen die Köpfe anden Schanzen einrennen, siewerden sie doch nicht kriegen“.Die Bewohner meist dänischgesonnen. Hauptquartier allerCorrespondenten: Times, Daily-Telegraph, Illustrated LondonNews, Hamburger-Nachrichten. –Broacker, die Halbinsel sowohlwie auch speziell das Dorfwaren für die Belagerung vonhöchster Wichtigkeit; wieeinige meinen, war dieEinnahme nur dadurch möglich,daß man von Broacker aus operiren konnte. Die bloßenFrontal-Angriffe mußtenscheitern. (Beiläufig bemerkt, glaubeich dies nicht. Der Ausganghat schließlich gezeigt, daß wennman von Anfang an eineernstliche Belagerung eingeleitethätte, es auch ohne Broackergegangen wäre. Das Demon-tiren der Schanzen war auchvon den Frontalpositionen ausmöglich und verbot sichs amrechten Flügel, so konnte mansvom linken Flügel aus. Dasmuß man zugeben, daß dasFeuer von 2 Seiten die Situa-tion der Dänen schwieriger machteund thatsächlich wie moralisch den Effekt des Angriffs steigerte.Die Hauptschwierigkeit indeß bliebdoch der Sturm selbst undeine vierte, wenns seinmußte eine fünfte arallele,so daß die Preußen so zusagen nur zuzuspringen brauch-ten hätten vielleicht mehrgefruchtet als alle Gammel-mark-Batterien. Wärennämlich die Schanzen auch noch besser im Stande gewesen unddadurch widerstandsfähiger, sohätte das völlige Nah-gerücktseinder preußischen Macht und ihrunmittelbarer Ansprung aufden Feind dies völlig aus-geglichen. Indeß mög’ es bei dem Ruhme von Broackerund Gammelmark sein Bewen-den haben. Viel wichtigerwar es wohl – abgesehn vomGeschützkampf, den ich nicht sohoch veranschlagen kann, – alsFlankenstellung für die Infan-terie. Hierdurch wurden allegroßen Ausfälle der Dänenfür diese sehr mißlich, weil sie wenn sie zuweit vorgingenjedesmal in Gefahr kamen, durcheinen Flankenstoß ausBroacker abgeschnitten zuwerden. Am 17. März geschah etwas ähnliches.)
Jedenfalls hat nun Broackerseine Geschichte. Interessant ist sein Propst, sein Schleppegrell,seine Eigenschaft als Correspon-dentenherd, seine Eigen-schaft als Heerlager für diehalbe Armee und als Flan-kenposition, seine Gammelmark-batterien, seine Kirche, seinKirchhof, sein Observatorium,seine Lazarethe.
Die Kirche mit zweihohen Thürmen ist gothisch, alt,einfach, schön, sauber, eher dieKirche einer mittelalterlichenStadt als eines Dorfs.
Der Kirchhof interessantdurch seine Gräber und seineInschriften (
Siehe
S.
die Blätter amSchluß) Das Observatorium warvom höchsten Belang. Vonhier aus wurde die ganze feindlicheStellung mit dem Auge beherrscht.Der Mann der auf demQuereisen der einen Wetterfahne stun-denlang ritt ist eine historischePerson geworden, zugleich my-thisch. Die Angaben schwankten.Nach den einen war er gleich-bedeutend mit dem Schiffs-capitain Bartelsen, derbei Arnis und Cappeln thätigund auch später in der Umge-bung des Prinzen war. Nachandern war er ein Conditoraus Kiel; in Wahrheit aberwar er Kapitain Karlsen, eben falls ein Schleswig-Holsteiner,ein sehr stattlicher, muthigerMann mit einem langengrauweißen Bart
Das Wirthshaus in Broacker,zugleich eins der Lazarethe. DieBewohner fast alle dänisch. Dieverwundeten Dänen im Laza-reth. Das Hinterstübchen;der Todtengräber und die beidenKrankenpfleger (Lazarethgehülfen)die Brüderschaft trinken.Vor und Hinterküche; der Brunnenin der Küche. Mein Dinerdraußen auf dem Holzwagen.
Rückfahrt über Ekensund. DerArtillerist aus dem Mansfeldischenmit dem zerbrochnen Säbel.

Mittwoch d.
dender
25.t

Gang durch die Stadt. InsStändehaus (jetzt Lazareth) woder zerstückelte Idstedter Lö-we liegt. Viele Soldatengetroffen vom 35.
und
u
60. vom24. und 64. Regiment; auch ei-nige Dänen, ein jovialerKerl von der Insel Fünen.Um 11 Rückreise angetreten.Das Dannewerk wieder passirt;um 4 in Rendsburg. Kron-werk, Altstadt, Neu-werk. Abgestiegen inPahls Hôtel, das ein wenigreducirt erscheint. Das Wetterscheußlich. Ruhig zu Hause geblieben; gelesen und geschrieben. Unterden anwesenden östreichischenOffizieren ein Jude.
Lageplan; AltstadtAltstadtRendsburgAltstadt von Rendsburg. Altstadt.

Donnerstag d.
dender
26
.

Früh nach Altona. KlopstocksGrab in Ottensen. Die Hauptkirchean der Propst Nievert Geistlicher war.Nach Hamburg. Wilkens Keller. AlsterPavillon. Die Nicolai und St CattarinenKirche. – Am Freitag (27.) früh nach Berlinzurück. X---x Rrrrrrr antreten.
Wrangel gloobte dat er se kriegenwürdeund sagte „Karlken, Karlken laß et,Du kriegst se nich“; unser Prinzaber sagte (hochdeutsch und mit Pathos)„eh ich meine Soldaten noch länger vor den Schanzenliegen sehe, will ich sie lieberin den Schanzen in ihrem Bluteliegen sehn.“ Un dannschloß er sich in Gravenstein einund simmelirte zwee Stunden; unals er fertig war, sagte Wrangel noch ’mal: „Karlken, Karlken laß et sind, dukriegst se nicht“; unser Prinz sagte aber: i, ick werdese schon kriegen
Broacker Kirchhof.
  • Englisch, Häuser von Zieten-Husaren.
  • Vorzüglich die Pioniredrei bis 4 Kreuze.
Ihren bei Erstürmung der DüppelerSchanzen gefallenen Kameraden 18 April 1864 4. Compgn Brand: Pionier
Bataillon Numero
Bat: No
3.

Aehnliche wiederholen sich, zumTheil mit Angaben derNamen, überall aber sind X---x, Sch---korb, Sand-kasten auf Rollen, Spaten, Beil,Hauaxt in Modell beigegeben;bis eine von der 2. Compagnieist eine Malerei aufdem schwarzen Krug; obendasselbe wie immer, demBart, Bootshaken, Ruder.

Leutnant v. Seydlitzvom 60.
Infanterie Regiment
Inf. Reg:

Hugo v. Gerson
das heißt
dh
Premier Leutnant
Pr. L.
u.
Kompanieführer
Comp.führer
im 8t.
Bataillon
Bat.
Infanterie Regiment
Inf. Reg.
Numero
No
64
. gefallen im Gefechtbei Düppel am 17 März 1864.Trauer-Eschen.x---x ein Gebr: und ein Sergeant vom 3. JägerBataillon, beide auch den 17. März. Darüber
Broacker Kirchhof.

Von seinen Kameradengesetzt.
Undercorporal
Hans Nielsen
Brahesborg
af 5te Linie
Infanterie Bataillon
Inf: Batail
faldt i Traefningen
ved Egensund
den
d.
28. Mai
1848.

Sit Löfte har han
holdt den tapre
Landsoldat!Hier ruhen 25 tapfre Dänen
gefallen am 18. April
1864.
Dann 100. Dann 209.

Dann weiter vor d. h. landeinwärts, aber ingleicher Linie:
Hier ruhen 28, am 18. April 1864 gefallene tapfrePreußen.
Daneben: Den tapfren Pr(eußen)am 18. April 1864
G: v.d. 3 H.B.
3. † B. (Schmiede-eisen auf Kiefern-Holz.)
Rinkenis.
Minde om den 6. April 1848.

Förste Skad fro Krigeskare
voldte Byen Skraeg og
Fare;
Men med Tak og Pries
og Heeder
Broderlig vi mindes
Eder,
Som for os i förste
Möde
Seier vandt, hvor
„Seier“ Döde.
Generallieutnant v. Krampf 1860.
–major v. Schleppegrell
Oberst v. Helgesen 1858.
Major de Saint Aubin
gestorben
gest:
27. Juli 1850.
Oberst im Generalstabv. Laesson. Landets drot Fredrik VII
reiste
disse 51 Mindestene
for
Faedrelandets Kaemper
der faldt i Seirens Stund,
den
d.
25. Juli 1850 od Idsted.

Ves Siden af dem Hoilede Vaabenbrødre sommed dem deelte Krigerensstolte Død.
For Konge og Faedrelandet.Deres Navnekunde ei optegnes,men Mindet om demskal leve saalaengedanske Hjerterslaae, thi StorreKjaerlighed heu In-gen, end han somsaetter Livet tilfor sine Venner.

Stadtplan (Ausschnitt); HamburgHamburgHamburg. Katharins K.Nicolai K.Hopfen=MarktMichael K.JohanneumBörseGr.NeumarktPetri K.RathhausGänseM.
Lageplan;
    12–206–10
    2 – 10.73–10
    12 20
    9323 143
    69 34
Pahl’s Hotel 3
Reichstaler
10
Silbergroschen
Sgr
Trinkgeld 16
Schilling
Sh:
Fahrt bis Neumünster 20
Schilling
Sh.
— bis Altona 2
Reichstaler
4
Schilling
Sh.
Kaffe in Altona 12
Schilling
Sh.
Droschke 20
Schilling
Sh.
Wilkens Keller 5
Reichstaler
5
Schilling
Sh.
Kaffe und Thee 16
Schilling
Sh.
Rasch Hôtel 7
Reichstaler
– –
Hausknecht – 15 Schilling
Wäsche – 10 Schilling
Fahrt nach Rendsburg 2
Reichstaler
    9
    Reichstaler
    25
    Schilling
    Sh
    4 12
    Reichstaler
    2 Schilling4–24
    Silbergroschen
    Sgr
Fahrt — 4
Reichstaler
10 Schilling
Fährkrug 12 –
Rechnung in Esselbecks Hotel 7
Reichstaler
24 –
Trinkgeld dem Kellner und Hausknecht — 20 –
Fahrgeld bis Flensburg 1
Reichstaler
30 –
Gepäckträger — – 5 –
    14
    Reichstaler
    – 21 Schilling
    7
    Reichstaler
    7
    Silbergroschen
    Sgr
    6 ₰ Schilling1
    Reichstaler
    23
    Silbergroschen
    Sgr
    9
    Reichstaler
    .
Besorgungsgeld an den Blaukittel — 15
Schilling
Sh.
Gravensteiner Gasthof — — 12
Schilling
Sh.
Chaussée- und Fährgeld — — 8
Schilling
Sh.
In Broacker — 30
Schilling
Sh.
Fahrt — — 7
Reichstaler
Hälfte 4
Reichstaler
9
Silbergroschen
Sgr
8
Reichstaler
25
Schilling
Sh.
Bis Sonntag Mittag inSchleswig noch 1
Reichstaler
23
Silbergroschen
Sgr.
Doktor
Dr
Heffter
H.
bis MontagMittag in Rasch Hotelgut2
Reichstaler
19
Silbergroschen
Sgr

Am Mittwoch früh in Rasch Hôtelstand die Rechnung so:
Fontane
F:
erhält4
Reichstaler
9
Silbergroschen
Sgr
Heffter
H:
hat gut2
Reichstaler
10
Silbergroschen
Sgr
Fontane
F.
erhält1
Reichstaler
29
Silbergroschen
Sgr
4
Reichstaler
24
Silbergroschen
Sgr
6
Reichstaler
23
Silbergroschen
Sgr
Mittwoch Abend in Rendsburg
Fontane
F.
erhält von
Heffter
H
    1
    Reichstaler
    20
    Silbergroschen
    Sgr
    6
    Reichstaler
    10
    Silbergroschen
    Sgr
    8
    Reichstaler
    .
Umgebungsplan; Falkenberg (Märkisch-Oderland)Falkenberg(Maerkisch-Oderland)Falkenberg. NeustadtFalkenbergCöthen

Quem placidos cernis vultushic ferre leonemIs pugnans saevo Dentetimendus erit.Gärtner Wochalski.
Herrenhaus. Metzel.
Von Berlin bis Hamburg 4
Reichstaler
5 Sgr
Wittenberge 7 12
Silbergroschen
Sgr
Hamburg 5
Silbergroschen
Sgr
Hamburg bis Kiel 1
Reichstaler
2
Silbergroschen
Sgr
    1-156
Fahrt 1
Reichstaler
Diner 2
Reichstaler
20
Silbergroschen
Sgr
Hôtel 4
Reichstaler
20
Silbergroschen
Sgr
Fahrt bis Neumünster 20
Silbergroschen
Sgr
Fahrt bis Schleswig 1
Reichstaler
20
Silbergroschen
Sgr
10
Reichstaler
20
Silbergroschen
Sgr
5
Reichstaler
10
Silbergroschen
Sgr
11
Reichstaler
4
Silbergroschen
Sgr
6 ₰
1
Reichstaler
4
Silbergroschen
Sgr
6 ₰
Essen 7
Silbergroschen
Sgr
6 ₰
7
Silbergroschen
Sgr
6 ₰
13- 19 6 ₰
Ober-Tribunals-Rath
Doktor
Dr
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