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D9beta

Sonnabend d.
dender
29. April

(Fortſetzung aus Buch 2.Um 7 Uhr Eintreffen in deſchönen, maleriſchen St Quentinmit ſeiner aparten alten KircheDie Stadt liegt meiſt in einer Senkung, ſteigt aber auch am Abhang auf, namentlich die KircheAbgeſtiegen im Hôtel du CygneEr theilt das Schickſal alle„Schwäne“ die ich bis jetzt ider Hotelwelt kennen gelernhabe, nämlich das: alles zu ſeinur nicht gerade Schwan. Thegetrunken. Tagebuch geſchriebenDann müde zu Bett

Sonntag d.
dender
30. Apri l
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Ziemlich früh auf. GepacktAn Emilie geſchrieben.An Emilie geſchrieben. BZweBriefe auf die Feldpoſt gebracht Plan der Schlacht bei St Quen-ti gekauft. Dann diStadt in Augenſchein genomme
    1. Kathedrale; 2. DelatoursStatu; 3. Marktplatz mit dem ſchönen Rathhauſe und dem eigenthümlichen Brunnen (Siehe die betr: betreffenden Notizen hinten.)

Geſpräch, auf dem Prellſteimeines „Cygne“ ſitzend, miden beiden garçons, von deneſich mir der eine als Garde mobile, der andre als Franctireuvorſtellte. Sie neckten ſich untereinander über ihre Heldenthaten
Die mecklenbmecklenburger Dragoner⸗Fähnriche midenen ich am Nachmittage von Reimbis Rethel fuhr, erzählten mivon ihrem Zuge gegen St Quen-ti, bei dem ſie nur 1 Compagni Landwehr hatten. Die Stadt errichtete Barrikaden und ſo mußtman abziehn. Der Zug wurde abeunter Beigabe 2 er Geſchütze wiederholt. Einige Granaten und – ewar geſchehn
GlEtwa um 11 Uhr AbfahrtDie Bahn durchſchneidet genadas Angriffsfeld der 16. Divi-ſio. Die Bemerkungen übedas Terrain ſiehe hinten audem vorletzten Blatt; ebendaſelbſauch einiges über den „MontFaid’herbe. – Die Karte reichbis zur erſten Eiſenbahnſtationdie beiden Dörfer rechts unlinks (eines Castres) ſind großmit hübſchen Kirchen
Die zweite Station iſſchon Tergnier, ein vielgenannter Gabelpunkt. Dorſteigt man um. Der Zu geht dann über Laonach Reims, wo wir etw3 Uhr eintrafen
Von Tergnier über Laon biReims reiſte ich mit eineſehr netten Offizier von deBraunsberger Jägern, der Schefflernoch kannte und verehrte, deSturm auf das Schloß des RobertDle Diabl mitgemacht hatte, mivon Elboeuf und dem KloſterJumiège (Agnes Sorelerzählte und nun nach Brauns-ber zum Erſatzbataillon zurückging. Er kannte auch Laoſehr gut, an dem wir dichvorüberfuhren. Die Gegend iſwie eine Tiſchplatte, auf deſich plötzlich zwei Nachbarbergerheben. Auf dem vorderſten liegLaon, auf dem zweiten (ſcheinba noch etwas höhren) liegt eine Wind-mühl. Dieſer Windmühlenberg beherrſcht das ſonſt ſtattlichLaon. Seine Thürme machen ſicbrillant. Die Zerſtörung bei deExploſion muß koloſſal geweſeſein
Profillinie; WindmühlenbergWindmuehlenbergLaonWindmühlenberg in Laon.
  • a iſt die Citadelle. Die Exploſioſprengte einen Thurm weg, puſtetmehrere Häuſer aus, wie maein Ei auspuſtet (ſie ſtehenoch hohl da) ſchleuderte ein Stücder ganzen Anlage fort unwarf die Trümmer, Splitter etcet cetera zuTheil in die Ober⸗, zum Theiin die Unterſtadt

Mit dieſem jungen Offizier hatte ich nun ein langeGeſpräch über die Franzoſen. Allewas er ſagte ſtimmte abſolut mit meinen Wahrnehmungenſie ſind höflich, gefällig, angenehm, gütig, human, gefühlvoll und mit allen Familienwo er länger als 8 Tage iQuartier gelegen hat, hat egradezu Freundſchaft geſchloſſen„Unter Thränen bin ich geſchiedenmit einzelnen correſpondire ichmit meinen letzten Wirthsleutewerde ich die Correſpondenz beginnen; ich habin in 9 Monatenoch nicht einer einzigeUnhöflichkeit begegnet, wohaber Aufmerkſamkeiten und Zartheiten aller Art.“ Natürlic 7 kommt mal eine Weiberfiguvor, wie die, die auf de65 er Hauptmann (den ich in Harkennen lernte) ein großes Tranchirmeſſer in der Hand losging, miden Worten Monsieur le Capitainsi j’etais devenu, moi, un hommeles Prussiens ne fussent pas iciDer Hauptmann hatte ſcherzhafterweiſe das Tiſchmeſſer genommen, alſie wüthend und keifend eintrat, worauſie das größere Meſſer packte unihm vor der Naſe herumfuchtelte
Die 3 Mecklenburger Dragoner-Fähnrich, die ich interpellirte, ſchloſſemit einem einſtimmigen „Bande“ abSie ſind nur gut, wenn man ihneden Daumen aufs Auge drücktIch halte es nach wie vomit dem Jägerlieutnant; faſalle feinen, gütigen, mittheilſamen Naturen haben dieſelb gute Erfahrung gemacht. AucGeneral v. Strubberg war nichgegen ſie eingenommen undas ganze VIII. Armee-Corplebte mit der Bevölkerung auf debeſten Fuße. Ebenſo die Sachſen
Um 3 in Reims. AufEtappenkommando. OberſtlieutnantRies, Verf: Verfasser einer Darſtellungder „Schlacht bei Warſchau, dier mir ſchicken will. Freunvon Strubberg, den er ſehlobte. Auch Hptm: Hauptmann Lengeric(in Dieppe) war ſehr von iheingenommen
In die Stadt. Parkanlagenam Bahnho. Colbert. MaréchalDrouet, – Duc d’Erlo (ſehr gutſtark über lebensgroß), die Arkaden, neues Theater, Hotel duLion d’o 9 . Gut gegeſſen. Idie Kathedrale. Meine Bemerkungebetreffs der Seitenſchiffe im Verhältniſſe zu denen der normanniſchgothiſchen Kirchen in Rouen ſinnur ſehr theilweis richtig; nurda man ſieht z. B. auch bihinten durch und ſieht auch diSäulen⸗ und Fenſter⸗Wegſchnittenur das bleibt beſtehn, daß hiein Reims die mächtigePfeiler, die das Mittelſchiftragen wohl eben mächtig unbedeutend ſind, aber nicheigentlich wohlthuend wirkenDas Graziöſe fehlt; ſie ſindoch an der Grenze deSchwerfälligen
Der koſtbare 65 er, demit mir im Café des Arca-de Kaffe trinkt und miſeine und ſeines Berliner FreundeLiebesſchickſale erzählt. Ein Original 1
Um ohngefähr 67 Uhr auin Geſellſchaft der 3 mecklenburgiſcheDragoner-Fähnriche nach Retheldann von Rethel bis zuStation Mohon (ſprich: Mõn)Dies liegt noch etwa 2 Meilevon Sedan. Weiter geht deZug nicht. In einem Omnibuerſt durch ein Dorf, dann durcdas verwüſtete Mezières, danin das dahinter gelegene Charle-vill. Abgeſtiegen im Hôteldu Commerc. Geplaudert. Thegetrunken. Ziemlich ſpät zBett

Montag d.
dender
1. Mai
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Früh auf. Gepackt. ZFuß, durch Mezières-Charle-vill hindurch, nach dem Bahn-hofe von Moho (ſpric

Mezières-Charlevill

Umgebungsplan; Mézières (seit 1966 Teil von Charleville-Mézières)Mézières(seit1966TeilvonCharleville-Mézières)Charleville (seit 1966 Teil von Charleville-Mézières)Charleville(seit1966TeilvonCharleville-Mézières)Mézières und Charleville. XX X
  • X X, das eine odeandre, wahrſcheinlich unſre Artillerie⸗Aufſtellung
  • a b c ſind verſchiedene Arme deMaas
  • d. Feſtungsgrabee. eine Art Pall-Maill
  • f. ſchöner Platz mihohen Giebelhäuſer
1Mon). Die Zerſtörunin Mezières koloſſalder ganze Theil am Kirchhügelabhang demolirt, docwohl wenigſtens 20 HäuſerFreilich verſchwindet es wieder neben Bazelles
Um 10 fort, um 11 iSedan. Hotel de l’EuropeUmgezogen. Auf die Commandantur zu Major RitgenNicht getroffen. Spatziergang. Um 2 zu Tiſch. Angenehm geplaudert mit Generalv. Schimmelmann Exc.Exzellen (17. Divi-ſio), Ulanen⸗Leutnant v. Kotze, eineHauptmann von den Ingenieureund zuletzt mit HpMajor Ritgender ſich einfindet. Für morge3 Uhr ein Ritt um Seda 12 verabredet. Beſchreibungen deSchlachten von Beaumont unSedan gekauft. Um 4 Uhin einem Cabriolet übeBazelles, Douzy, Mou-zo nach BeaumontArtillerie vom 9. Regiment daſelbſtGaſthaus am Platz. Melanie„Guten Abend Melanie. „Donnerwetter, wat is denn deheute fürn Deutſch⸗Gerede hier“Beſuch beim Curé. Morgenparthie verabredet

Sie ſind plapprig, aufſchneidrigmit dem Munde vorweg, müſſeſcharf angefaßt werden, ſind ſchlechtPolitiker. Aber nichts iſt komiſcher als ihnen das Leben abſprechen zu wollen. Sie warelüderlich zu Franz I. Zeiten, zuZeit der Regence und ſind e 1noch. Es ſollte ſchwewerden nachzuweiſen, daſie phyſiſch heruntergekommeſind. Sie ſind tapfer, habeſich ſuperb geſchlagen, ſinklug, findig, intelligentman findet zahlloſe ſtarkgeſunde Leute, die Fraueſind fleißig, ſehen nach deRechten, halten alles zuſammeund ſind phyſiſch ganz und ganicht herunter. Im GegentheilSie haben ihre nationalen Fehlergewiß, aber die hatten ſiimmer, das iſt eins, und das zweitiſt: wer hat ſie nicht? Wenicht blos die Oberfläche franzöſiſchen Lebens kennen gelernhat, wer in die Lage gekommen iſt auf Schlöſſern, iHerrenhäuſern, bei den Maires ode 14 den alten Familien, was wiPatronat nennen würden, zu lebenan ihrer Tafel zu eſſen, miihnen zu plaudern, Einblick zgewinnen in ihr ſociales unihr häusliches Leben, der wirnicht umhin können mit Hochachtung davon zu ſpecchen unin dem Ton, der in ſolcheHäuſern herrſcht, immer nocein Vorbild wahrhaft feineSitte zu erkennen

Die Fahrt von St Quentin aLaon vorbei, bis Reims, danvon Reims über Rethel bis Mo-ho. Die Omnibusfahrt voMohon bis Mezières-CharlevilleDer Franzoſe: vous êtes un Allemand. Dies iſt artiger wie PrussienDie Antwort mit: ich pflege die Antwort immer erſt in der ſchwächereDoſis zu geben. Dann Mezières-Charle-vill 1 im Halbdunkel und deEffekt davon. Endlich diAnkunft im Hôtel du Commerce

Dinstag d.
dender
2. Mai
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Um 6 auf. Frühſtück unteam Kamin. Um 6 1/2 beiCuré. Gleich aufgebrochennoch neblig; aber der Nebefällt und es wird ein ſchönerſonniger Tag. Die Zeichnundes Terrains ſiehe hintenGekämpft wurde auf dePlateau, das zwiſchen deSenkung bei Tuilerie und Maisonblanch und der Senkung von Beau-mon liegt. Viele große Gräberweil immer neue Erde aufgeworfen wird. Die ſchlimmſtStelle wo das Steinkreuz aufragt, das 1797 errichtet wurdeDann nach Maison blanche; ganaus ſich errichtet, ein rechtes Hau 16 chriſtlicher Barmherzigkeit. EinigWaiſen. Einige waren in Beau-mon. Drei waren dort unſangen das LieToi je priToi, cheriEt gnadenbringende MarieDie kleine, mulattenhaft braunſang, die beiden blonden ſangen nuden Refrain. Es waren Waiſeaus Bazeilles. Es erſchütterte mich
Oben das „Obſervatorium“ und deniStehleiter des General Scheffler; diNamen der Verwundeten in den verſchiednen Zimmern mit Regimentsangabſtehen noch dienſtlich an den Thüren
Auf dem Heimwege Geſpräcmit dem Curé über die Franzoſen„Der Reſpekt iſt hin, die Manierewerden immer gröber, ſie ſind grossiers.„Es iſt überall ſo, aber bei uns vielleicht am ſchlimmſten“. Er ſtanübrigens gut mit ſeiner Gemeinde
Abſchied. Rückfahrt. In Mouzoeine Art „Wachtparade“. Die Muſi 1des 11. Ulanen Regiments ſpieltvor dem Hôtel und OffizieCaſino. Es liegen hier außeden Ulanen noch 75 er, alſHanſeaten. Ein großer Platam Ausgange des Orts, nichin der Mitte. Kaſtanieumſtehn ihn, eine Allee begleitet die große Straße, Waſſermühlen, auf den Holzblöckeſitzen die Soldaten und horcheder Muſik zu. Entzückend; abeauf wie lange!“ Danzwiſchen Mouzon und Douzy davereinzelte Grab „Hier ruht ein Königlicſächſiſcher Cavalleriſt.“ c’C’est toutDann Bazelles. Es enthälam Aus⸗ und Eingang zwei Schlöſſemit zwei ſchönen Parks; beidſcheint es ſind erhalten geblieben; ſonſt kann man ohnUebertreibung ſagen: der ganze Or 18 1iſt ein Ruinenhaufen. Danebeverſchwindet wieder MeziéresIch habe gegen 80 zerſtörtHäuſer gezählt, nicht HüttenLehmkathen etc. ſondern großzweiſtöckige Häuſer, die wialles hier aus einem ſguteSandſtein gebaut waren. TDazwiſchen erhebt ſich ſchon wiedeein neu gebautes Wirthshaus„Aux Ruines de Bazeilles.Ganz anders wirkt aber eihoher prächtiger Fabrikſtein, deunmittelbar vor Ausbruch deKrieges fertig gewordender hoch und feſt von all deChaos unverſehrt, inmitten dieſeChaos ſtehen geblieben iſt. Ewar unmittelbar vor Ausbruch des Krieges fertig geworden und in ſeiner Mittelhöhlieſt man in weißer Stein 1Moſaik einfach diJahreszahl 1870. Es ſollteinfach die Jahreszahl deEntſtehung geben, nun iſes ein Monument, ein Memento, eine furchtbare Erinnerung an den 1. Sept.September 1870
    Die Kapitel ſo arrangiren
  • 1. Beaumon
    Einleitung. Fahrt (kurz). AnkunftMelanie. Zum Curé. RückkehrDie Kanoniere. Sie gehn daGeſpn „Die Schlacht am Billard“Sie gehn dann. Ich bleibe miden Leuten am Kamin. DieſeKamin mit den Koloſſal⸗Scheitebeſchreiben. Mein Thee. GeplauderDer Verwundete von Forbach. Zu Bett
  • 2. Das Schlachtfel3. La Maison blanche
  • 4. Rückfahrt. Mouzon. Bazeilles|Fortſetzung ſiehe 3 Blätter weiter.|
Gebäudeaufriss; Château Bellevue FrenoisChâteauBellevueFrenoisFrénois (heute: Ortsteil der Stadt Sedan)Château Bellevue in Frenois.
Chateau Bellevuzwiſchen Sedan und Donchery 2
    Anweiſung
  • 1. Es darf niemand Schlound Park betreten ohnErlaubnis des Eigenthümeroder deſſen Gaertners
  • 2. Der Eigenthümer wünſchtdaß nicht mehr als 5 Perſonen zu gleicher Zeidas Schloß beſuchen
  • 3. Jedes Betreten des Raſenund jede Mitnahme voAndenken iſt unterſagtSedan 9. April 1871K. CommandantuRitgen
22 1
Weiter abwärts die großChauſſée, dicht vor der Brückvon Donchery liegt daHaus, wo die Begegnung zwiſcheBismarck und dem Kaiſer ſtattfand. Eine Stunde ſpracheſie in Front des Hauſes ader rechten Ecke deſſelbe(rechts vom Hauſe aus gerechnet); die zwei Stühlauf denen ſie ſaßen, ſinrerk von den Soldaten, diſpäter kamen, genommen worden. Die zweite Stundverbrachten ſie im Hauſe, ierſten Stock. Man ſteigt einſtiegenartige, nur mannsbreitkleine Treppe hinausf, paſſirein Zimmer und tritt dann i 2ein zweites ein, das, wenich mich nicht irre, darechte Eckzimmer der OberEtage iſt und zwar in der FrontEs hat 2 Fenſter, eins in deFront, eins nach der Giebelſeithinaus. Es iſt keineswegs ſärmlich, wie man ſich das gewöhnlich vorgeſtellt hat, wededas Haus, noch dies ZimmerUnſereins könnte ganz ausreichendarin wohnen. Es iſt ſauberdie Decke weiß, die Wändgut tapezirt, ein Kaminein großer Eichenſchrank, eiBild über dem Kamin, daPredigen des St Vincent dPaula (?) vielleicht in der Kathedrale zu Reims (?) darſtellendein König, im Königsmantel iſ 24 1zugegen. Außerdem nur dizwei Strohſtühle auf denebeide ſaßen; auch ganz gutwenn auch einfache Stühle. Audem Kaminſims eine MengNipp, meiſt werthloſe kleinPorzellanſachen. Nichts wirgeändert, nichts wird verkauftEngländer und Amerikaner habeenorme Gebote gemacht. Abeabgelehnt. Es iſt klug diezu verbreiten, damit danein angeblich Bevorzugter ſchließlich mit 100
Pfund Sterling
Lstr
’reinfällt. 2
Gebäudegrundriss; Château ParetChâteauParetDoncheryChâteau Paret in Donchery.
Chateau Pareoben auf der HöheEinfaches Haumit 2 FenſterFront nacallen 4 SeitenParterre unBelle Etagezwei Rundthürmeein 6eckigeThurm, alle dremit Spitze. DaGanze aus Backſtein mit Steineinfaſſung Nach Rückkehr von Beaumonumgekleidet; dann zuCommandanten Major RitgenUm 3 Uhr großer Ritt umSchlachtfeld in Geſellſchaft deMajors, eines ſächſiſchen Lieutenants und eines Ulanen. Erſnach Goly (oder ſo ähnlich;) gegenüber von Glaires; dieſſeitder Schleife) dann nach Floingdann nach Illy, den Berhinauf durch das berühmtbois de garennes hindurchnach links auf Govonne zuBlick in die tiefe Niederung hier, die ganzrechte Seite des Angriffs charakteriſirtdann an den Lagerſtellen defranzöſ. Reſervemaſſen vorbei, übe 2Casale (?) in die Vorſtadt anvoSedan, dann nach Sedan ſelbſhinein. Die Umreitung deengern Zirkels war vollſtändig; nur das Stück von Go-vonn (?) bis Bazeillefehlte noch. Wir ware5 3/4 zurück
Um 6 1/2 zu Tiſch. Franzoſen und Deutſche geſondert. DaGanze macht doch den Eindrucvon etwas UntergeordnetemEs iſt ein ewiges eſſen, trinken, kneipen, ein halbeDutzend verjohrener CitateGeſpräche von der letzten Reiſnach London oder Brüſſelalles ohne Geiſt und Verſtändniß ’runtergearbeitet, bloum da geweſen zu ſein un’mal in einem andern Hôte 2gegeſſen zu haben. Friedthut noth. Der Brotkorb 1muß dieſen jungen Leutewieder ein bischen höhegehängt werden
Um 8 ins Café des GlacesViele ſächſiſche Offiziere. Geſpräcerſt mit dem Brigadier Oberſtv. Abendrot, dann midem Oberſten des 107. Regiment(Leipziger) Lindemann. Deerſtre ſoll ſoviel bedeutewie die militairiſche ZukunfSachſens, als Generalſtäbler unPraktiker gleich bedeutendEr ſagte mir: die Stellunbei Sedan im Oſten (wo diMaas-Armee angriff) waeigentlich unnehmbar; indeſſen entſchied die Wegnahmvon Floing-Illy, die nur a 2jene Poſition grenzen, übeden Tag
Mit Oberſt Lindemann uneinem jungen Offizier übeLeipzig etc. und namentlich aucüber die Familie Neubergeplaudert. Um 10 heim

Mittwoch d.
dender
3. Ma i
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Früh auf. An EmilieAn Emilie geſchrieben. Zur Poſt. Um 9 auden Weg nach DoncheryErſt nach demr kleinen AubergeAu coq galloi; dann nacChateau Bellevue; dann nacFour aux Chauds (wBismarck und der Kaiſer zuſammentrafen) dann bidicht an Donchery heran, dann hinaunach Chateau Paret. CAlle dieſ 3Lokalitäten hab ich theils     1auf den vorſtehenden Blättern,theils hinten beſchrieben. ChateauBellevu iſt aus gelbeSandſtein gebaut, mit Schieferdeckung. Chateau Paret iſaus Ziegeln gebaut, miSandſtein⸗Einfaſſung, Dach und Thürmmit Schiefer gedeckt. DaDach des Hauſes die üblichForm, halb Giebelhaus, halPavillon (wie in den Tuilerien)Chateau Paret liegt mehr ieinem bois drin, Bellevuin einem Park. Der Menſchenzuſtrom, namentlich wohl devon Soldaten, iſt ſehr großDer König ſoll während deSchlacht nicht in Schloß Paregeweſen ſein, ſondern nur au 3dem das Schloß umgehendePlateau; ich glaube er wechſelte ſeine Poſition
Chateau Paret giebkeinen Ueberblick über daGanze, aber zwei Dritteſieht man vorzüglich
Die ganze Maaslinivon Donchery bis Bazeillemit Chauſſee und Eiſenbahn unden nach dieſer Seite hin einſchließenden Höhen haman theils zu Füßen, theilneben ſich. Ebenſo die Maas-Schleife
Aber auch die zweitSeite des Dreiecks dietwa von Glaires bis Illin doppelter Dörferreihreicht, hat man vor ſichnur die dritte Seite, wo di 32 1Maas-Armee angriff, verſteckt ſich hinter der Höhenmaſſe, auf der und in ideren Mulden die franz.französischeArme ſtand
Umgebungsplan; SedanSedanSedan. St. MengeFlenieuFloinIllGlaireSedaBa⸗zeille
    Man konnte alſo währender Schlacht ſehe
  • 1. die Aktion vondes 11. Corps beSt Menges, Floing und deWäldchen zwiſchen beide
  • 2. die Aktion des V. Corps unetwas auch der Garden bei Fle-nieu, Illy und Erſtürmung de3hinter Illy gelegeneWäldchens von Garennes, deſſeBeſitz über den Tag entſchiedweil man nun die
    französische
    franz.
    Stellung einſehen und ſie beſchießen konnte
  • 3. konnte man von deHöhe des Hauſes aus (ſonſhindern die umſtehenden Bäumedie Aktion bei Bazeilles ſeh
  • 4. alles das was ſich unmittelbar an der Maaslinidieſſeits und jenſeits zutrug
    Nur die Aktion de4. und 12. Corps, von denedas letztre glaub ich eineſchweren Stand hatte, konntnicht geſehen werden

  • Das Terrain, das die Franzoſen inne hatten, war ein
3völlige Erdfeſtung, die diNatur hier gebaut hat; 1ſo genial Moltkes Plawar und ſo vorzüglich ein den Märſchen der verſchiedenen Corps ausgeführt wurdekonnte er dennoch noch ſcheitern, wenn die Franzoſeihre Schuldigkeit thaten; − ſidurften ſich Floing und Illnicht entreißen laſſen. Oes möglich war, dieſe beidePoſitionen von den Höhegegenüber unter ein ſuperioreFeuer zu nehmen, weiich nicht; Floing vielleichtIlly aber und freilich nocmehr was ſich nach Südoſteanſchließt ſind dominirendPunkte, höher als die Höhegegenüber. Die Stellung wa 3(gerade wie Königgrätzgar nicht ſo übel, numußten nun auch die Kräftda ſein, die taktiſchen Vorzüge der Poſition deſuperioren Strategie des Gegners gegenüber geltend zu machenEs konnte dann kommen, dadas taktiſche Element übedas ſtrategiſche ſiegte
Um 4 1/2 nach Haus. Geſchrieben. Zu Tiſch. Langweilig. InCafé. Noch langweiliger. Frünach Haus

Donnerstag d.
dender
4. Ma i
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Gepackt, gezahlt. U10 à la gare. Der ganzEiſenbahnbetrieb iſt jetzt verloddert, nichts ſtimmt, nichtpaßt, die Züge verſpäten ſicum ein, zwei Stunden. Ab 36 1fahrt nach 11. Der Weg gehüber Montmedy und Longw(oder ſo ähnlich) bis DiedenhofenWir fuhren gegen 4 StundenBemerkungen über dieſe Fahrtnamentlich über Montmedy und übedie Landſchaft, ſiehe hinten. IDiedenhofen lagen wir 5 Stunden feſt. Genug Zeit einen Orkennen zu lernen, für den ebenſo viel Minuten auch genügen. Daübliche Neſt, in das der mMilitarismus und die Fortifikatioeiniges Stattliche, eine Kaſerneeine Manège, eine hübſche Brückehinein ein Offizier⸗Café mit leiſem ReſidenzZuſchnitt hineingetragen haben. Eiſt aber doch mehr Diedenhofegeblieben, als Thionville geworden; ganz kleinſtädtiſcheCharakter. Im Café françaieinen Imbiß genommen und Kaff 3getrunken. Gang durch Stadt unUmgegend. Auch hier viel zerſtört. Faſt 3 Stunden noch audem Bahnhof gewartet. Endlic109 1/2 Abfahrt. Ankunft in Met11 Uhr. Abgeſtiegen im GrandHôtel de Met, vorläufig ieinem „Salon“

Freitag d.
dender
5. Mai
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Briefe geſchriebenBriefe geſchrieben an Emiliund Hofrath Herrlich. ZweStunden geflickt, geſtopftgenäht. Auf die Poſt. ZweBriefeBriefe von Emilie, 1 von HofrathHerrlic. Im Café françaibei einem Aniſette alles geleſen. Flanirt. − Alles hier wiin Diedenhofen ſpricht franzöſiſchIm erſten Moment ärgert maſich darüber und da ſie deutſcſprechen können, iſt es immerhin demonſtrativ, oder wenigſtenwenig verbindlich einem Deut 38 2ſchen gegenüber franzöſiſch zu parliren. Man darf es aber andrerſeits ſo ſchlimm nicht nehmenda ſich die ſtädtiſche Bevölkerungwenn ſie auch ganz ausreichendeutſch ſpricht, doch vom deutſchſprechen ſo zu ſagen entwöhnhat. Regierung, Geſchäftsverkehr, Militair (grade hieein wichtiger Faktor) waredurchaus franzöſiſch, man iſalſo ganz gewiß ans „parliren“ gewöhnt. Dies muman gegenwärtig haben. Außerdem mögen viele thörichgenug ſein anzunehmendaß es nur „vorübergehendiſt. Aus Straßburg und Metgeht nun Deutſchland nichmehr hinaus
Um 2 nach Haus; noch eineBrief geſchriebenBrief geſchrieben; zur Poſt. Di 3reizende Esplanade; die Muſik; Stuhlvermiethen; kleinParis à la champs ElyséesPlace royale (?); das Carouſſell.Leierkaſten, Pauke, TrommelKinder, die braune Dameder 5 er, der ſo verlegen ausſah. Nachher wurde mirs klarCommandantur. Nach Hptm.Hauptmann Steffegefragt. Rue Noxerne 10Nicht zu finden. ReizendParthie an der einen Moſelbrücke, nahe der KathedraleDie Kathedrale ſehr ſchön, vorzüglich renovirt. Die Thürmenamentlich der mit der Spitze, wirkevortrefflich. Frühgothiſch; ſehreite Fenſter, wie die engl.englischenKirchen z. B. Weſtminſterdie Pfeiler kurz, dick, mehrernoch rund; dennoch wirkt diebeſſer wie die Pfeiler in Reims 40 2die noch dicker, aber iVerhältniß zu ihrer Höhe allerdings ſchlanker ſind
Um 6 zum Diner. Langweilig wie immer. Es iſdoch furchtbar, daß man anſtandshalber das immer durchmachemuß. Zum Glück iſt es nunoch langweilig; iſt es aucpeinlich, ſo iſt es kaum ertragbarMir ſchräg gegenüber 3 UlanenOffiziere; gute Kerle; Preſſierim letzten Semeſter, die endlicmit durchgekommen waren; eineverheirathet; Kuchenkrümel⸗Dameganz Nähſputz, ganz kleine Verhältniſſe, aber doch „Bewußtſein“. Solche Geſtalten, Manwie Frau, giebt es nur beuns. In andren Ländern iſt mawas, oder iſt man nichts; bei unſchiebt ſich noch eine wunderbare Gruppdünner, nach abſolut nichts ausſehender Menſchedie auch wirklich nichts ſind und bedeutenaber „Standesbewußtſein“ haben, ein. Körper unGeiſt und Allüren entſprechen nicht den Prätenſionen 4

Sonnabend 6. Mai

Schnell entſchloſſen diFahrt auf die Schlachtfeldervom 16. und 18 hintereinandeweg zu machen. EineWagen für 50 Francs engagirt; da die Fahrt zweTage dauert, nicht geradallzuviel, namentlich verglichen mit meiner BFahrvon Bukow bis Werneuchefür etwas über 5 Reichstaler eine Fahrdie mir − weil es eiHundefuhrwerk war − ewiunvergeßlich bleibt
Die Fahrt ergiebt ſicganz ſcharf aus der Kartedie gut iſt. Die Bergzügziehen ſich (mit Fort St Quenti 42 2beginnend) am linken Moſel-ufe hin, erſt bei Joubeginnen ſie auch rechts, abenicht ſo nah und nicht ſhoch. Ars und Jouyaux arche ſehr intreſſanwegen der römiſchen Bogenbrücke oder Viadukt. IJouy eine Villa von Mr.Monsieur Drey-fus, dqui a marié unnièce de Mr.Monsieur RothschildUeberhaupt immer die „Proprietaires“ die Hauptſache. Allefeindſelig. Das Wort „Briefkaſten“ ein Troſt. Cornein ziemlich großes Dorfinmitten das Chateau wPrinz Friedrich CKarl wohnte, Zeic 4nung und Beſchreibung ſiehhinten. Bei Noveant übedie Brücke, die vor 10 ode12 Jahren unter zwei Wagemit 2 Fuder Wein zuſammenbrach; der Wein in die MoſelNun auf Gorze zu. Egeht in die Berge hineinReizende Landſchaft; bergaufbergab, zur Seite, wechſelnlinks und rechts der Bachdann wieder das Chateaund Park eines proprietairde Metz (commandandu gGenie) dann in da„finſtre Gorze“, einen kleineBergort hinein. Es wagar nicht finſter. Die Häuſe 44 2hellgelb mit weißen Jalouſieen, viele Gaſthäuſer, einmit dem Blecharm: „l’idée du monde“; ächfranzöſiſch. Glücklicherweiſhielten wir im „chevalblanc. (Iſt richtig) Ein Frühſtück. „Djambon avec choucrout“Ich zog aber doch daSichrere eines gigot vorUnterhaltung. Le pire poula France est encore dcommencer, de payer demilliardes. C’est un bonheur fpour vous, il nfaut pas que voupayez. „J’aimeraimieux de payer et de reste 4chez la France. L’Alle-magn, oh − und dabemachte er eine Handbewegundie etwa ausdrückte „apageoder va-t-en. Gorziſt eigentlich nur eine Straßedie von beiden Seiten durcBerge eingeſchloſſen iſt. Dieine Seite Weinberge. Obeein überall hin leuchtendeweißes Winzerhäuſchen unanin einiger Entfernung danebehellblitzend das vergoldetBild der Jungfrau Maria, didas Thal und ſeinen Weinbaſegnet. Teller; „Bauer unSonntagsjäger“. Bauer. Commentun poulet! . .  Jäger Je l’apris pour un faisan. I 46 2Gorze befindet ſich auch eigroßes Departemental⸗Armenhau„pour les anciens“; für diAltersſchwachen und die Imbecilen. Ich plauderte nachhemit dem Wirthe weiterIch ſagte ihm: wir verſtündedas uns zu eigen machen. Voden
historischen
histor:
deutschen Erinnerungenwollte er nichts wiſſen. Elachte. Dieſe Dinge ſind mauſetodt im Volk. Es iſt lächerlicauf dieſen alten Hammeimmer zurück zu kommen. Dakann erſt wieder geſchehn unwerthvoll für ſie werdenwenn ſie modern⸗deutſcgeworden ſind, ſich mit deDeutſchland der Gegenwart ausgeſöhnt, zurechtgerückt haben, dann wird man zu längſ 4Zurückliegendem zurückkehren und an die großdeutſche Zeit erinnerkönnen. Jetzt iſt noch dinapoleoniſche Zeit alles; abedie Zeit kann kommen, wſie eben auch nur ein Bildeine Vorſtellung, eine Erinnerunfür die Menſchen iſt, wijetzt die Zeit der Frankenund Staufen⸗Kaiſer
Ich ſagte ihm. „Wir verſtehen es. Der Adel währſich lange; hier wird ſich diBourgeoiſiePlutokratie lange währendie eine Art modernen Adevertritt; aber die Leutauf dem Lande werden baleinſehn, welch ein Segen einordentliche, gerechte Regieruniſt, die eine Regierung dereTräger für das Land da ſin 48    2und nicht für die eigne Taſche(Schon vorher hatte er migeſagt − und nurmit ihm ein andreBlaukittel − ſeit 40 Jahren unſeit 20 gewiß haben wiimmer nur ein Gouvernement gehabtdas für ſich da war, daſich bereicherte. Hieran knüpftich an.) Auf dieſe meinAuseinanderſetzung antwortete eſehr eingehend: „Nous savonbien, votre gouvernemenest juste; c’est beaucoupmais nous sommes françainos sentiments sont tout-àfait pour la France et − êtrAllemand, jamais!“ Nouverrons; j’espère de vourevoir comme un „vraPrussien“. So ſchieden wir
HNoch in Gorze ſelbſt erhebſich das Terrain wieder, ſteigt meh 4und mehr und tritt ziemlicgenau bei einer im Gehölz (?gelegenen Kapelle St Thiebaulaufs ein Plateau. Dieſe Kapelliſt ein berühmter Wallfahrtsort. Ichatte wieder 2 Franzoſen bei mireinen Blaukittel im Fond, eineandren vorn neben dem KutſcherDer Blaukittel ſagte mir: es iſſind dort eine Heilquelle; a1. Juli iſt Wallfahrt, viele Tauſende nehmen Theil. Es iſt eigroßer Feſttag. „Wie kommt diesdie Franzoſen ſind nicht ſehr kirchlicund doch dieſe Theilnahme.“ „Ohon danse le soir.
Nun fahren waren wir alſauf dem Plateau, drauf diSchlacht vom 16. geſchlagen wurdund fuhren an der Südſeitdeſſelben hin. Die Kartgiebt es im Weſentliche 50    2ganz gut. Es iſt durch wenigLinien auszudrücken
Lageplan des Schlachtfelds; Mars-la-TourMars-la-TourMars la Tour. MarVionvillRezon-villTronvillFlavignLesBaraqueGorze
Das Terrain iſt ein Plateamit großen und kleinen Einſchnitten, Gehölzen, Waſſerläufenim Großen und Ganzen aber doceine Fläche. Auf dieſer gingenun in der Richtung von Süd nacNord die Unſren vor. Di5. Diviſion wohl zwiſchen Rezonvillund Vionville, die 6. gegen Fla-vign und Vionville und gegedie bois jenſeit des Weges, gegenübe 5von Tronville, endlich das 10.Corp auf Mars la TourEine der großen Cavallerie⸗Attacke (wie man mir hieſagte das weſtpreuß. Cüraſſier-Regimen etcet cetera) fand ſtatt zwiſcheRezonville und Villers aux boiswohl in einer gewiſſen Schrägrichtunvon OWeſt nach Oſt
Der Weg auf der Linivon Mars la Tour bis Gravelottläuft auf und ab Profillinie; Weg zwischen Mars la Tour und Gravelotte.das Terrain iſt überhaupt welliſowohl in dieſer Richtung von Weſnach Oſt, ſo wie auch in deRichtung von Süd nach Nord, ider wir kamen. Dies erleich-terte die Verthei Die Dörfer liegealle in den Mulden des Terrainszum Theil ſo, daß ſie ſich, wenman nicht hoch ſteht und einſehekann, dem Auge entziehn 52 2Mars la Tour, eine ArFlecken, hab ich ſammt Kirchhinten beſchrieben.
Vionville iſt das kleinſte vodieſen Dörfern, zugleich das compakteſte; es bildet drei kurzParallel⸗Straßen von Steinhäuſern (jede Straßnur 7 bis 8 Gehöfte lang) dialle Hof und Garten mit Steinmauern haben, die in deKämpfen am 16. uund 18. ſolche Rollſpielten. Der Kirchthurm iſt hellgelund leuchtet weit. Flavignliegt ganz in einer Mulde; eioder zwei Gehöfte mit allerhanWirthſchaftsgebäuden und den üblicheMauern. In Vionville wie überalviele Wirthshäuſer. Eins: „Au lièvrvivant“; das andre: „A la Poulqui boit“. Dieſe Wirthshausſchildeſind oft ſehr originell. Weſtlicvon Vionville, dicht an der Stellwo der Weg von Tronvilleinmündet, die Gräber der OffizierDie Nameſiehe die Karte. 53vom 24. und 64. Oeſtlich voVionville, etwa in Höhe voFlavigny hein hübſcher kleineObſtgarten mit 3 Gräbervon 35 ern; darunter Ltnt.Leutnant v. Budden-brocIn Vionville oder Mars la Tour. Das Zicklein zuSonntag. Der Blaſebalg. − AllHäuſer: Wein, Birnen, Aprikoſen. ReiRezonville iſt ein großes
reiches Dorf; von allen audieſer Linie am meiſten zerſtörtHier das Haus, wo der KöniübernachteteA la Gloriette
Königlich Preußisches Unter Offiziers
K. Preuß. U. Off:
Casino.1870
Gravelotte vielleicht kleine
als Rezonville, aber auch wohlhabend. Gabelpunkt. Guter Gaſt-ho. „Au cheval d’or; Mr.Monsieur Drouant.“ Hier wohnte Goebein der erſten Zeit; dann Man⸗ſtei die ganze Belagerungszeiüber. Hier, an der Kirche iſauch der Punkt, wo Moltke deKönige die Nachricht vom endlicheSiege brachte. Der König kehrte dan8 Uhr, nach Rezonville zurück 54 2
Die Schlachtfelder vom 16. un18. gehen in einander über, ſdaß man an der Grenze oft nichweiß, ſind das Gräber vom eineoder vom andren Tage. Im Großeund Ganzen kann man abeſagen, der Ravin, die tiefe Schlucht, ider der Bach läuft, iſt die Grenzder beiden Schlachtfelder
Die Stimmung iſt überall durchaufranzöſiſch. Wenn die Vionvilleetcet ceternach Mars la Tour kommen, werdeſie von den Leuten und Kinderſcherzhaft als „Prussiens“ begrüßtMars la Tour ſpielt die Rolle eineHafens des Glücks. „Ich arbeite nunoch 3 Jahre, dann verkauf icund ziehe nach Mars la Tour. MeiJunge hier wird nie den preußiſcheRock tragen.“ Dabei ſind ſie abeartig und umgänglich
Kirche und Kirchhof vonGravelott. „Den 18 AuguſtRuhet ſanft.“ Mehrere Gräber 5Eins: Hptm: Hauptmann Denhardt vo209. Inf. Reg. (3. RheiniſchenEin andres: Hier ruhPaul Barandon, Rittedes eiſer: Kreuzes, einjähriFreiwilliger, Gefreiter deGrenadier Regiments No aus Stettin
Die Kirche iſt ſauber uneinfach im Innern; zwei Fraueſaßen ſtill auf einer Banzunächſt dem Altar. DaAeußre iſt alt; am Choran den ſich auch der Thurlehnt, ein kleiner mesquineBau mit einfacher Spitzkappeſieht man noch die alte gutGothik, während ſie an deFlanken durch Renovirungen verloren gegangen iſtDie Wetterſtange ſteht ſchief 56 2Gillet, Boulanqer, Epiceriet Mercerie; ein kleiner ParterrBau mit Flachdach; das andrEckhaus groß, mit zwei aufgeſetzten StockwerkenDieſe einfache ThurforhabedimeiſteKirchehierdas große Hauwo der Könidie Nachrichvom Siege a18. empfangehaben ſol(durch Moltke)Andre meinedie ganze Szenſpiele in Rezon-vill. So ſagtemir die Offizierin RezonvilleAndre (z. Bdie Wirthsfraumeinen: deKönig haban einer Seitder Kirchhofmauer aueinem großeStein geſeſſewährend der Schlacht
Lageplan; GravelotteGravelotteGravelotte. Hauptdorfſtraße in der Richtung von Rezonville auf Metzalſo voWeſt nach OſVionvillSeitenſtraßHôteldeau chevald’o
57Rezonville. Wenman von Vionville kommthat man rechts zuerſt einiedergebranntes Haus, linkeine Scheune und dann ein Stallgebäude.. Dahinter, auclinks, als erſtes eigentlicheHaus kommt das Haus, idem der König die Nachvom 18. zum 19. geſchlafehat, als er nach 8 oder Uhr von Gravelotte hieeintraf. Oben ſind zwehübſche zweifenſtrige Zimmerda mit NußbaummöbelnBett und Schrank, und Commode und Stühlegut möblirt. Alles tapezirt. Im Zimmer linkſchlief der Kronprinz, recht 58 3daneben der Kronprinzunten in einem Zimmer dePrinz Friedrich Karl. Die Einrichtung der Zimmer iſt überalziemlich dieſelbe. Vor deBetten, Fuchspelzebälge hübſch roteingefaßt. Auf dem Kaminſims allerhand KinkerlitzchenDer Kaminſchirm im Zimmer deKönigs: Ein kleiner Kochat geleſen im Kochbuchdas vor ihm liegt und derweilen verbrennen die Cotelettes(RechtsHinter neben dem Zimmedes Kronprinzen der Korn unHaferbodeHier ſoll es auch ge
weſen ſein, wo der Könierſt auf einer Wagenleiteſitzend etcet cetera, die Nachricht durcMoltke empfangen hatAufgang eine einfache kleine Stiege 59Das Haus iſt groß und beſtehaus zwei Hälften; linkein Wirthſchaftshälfte, rechtdas eigentliche Haus wiedein zwei Hälften, einfenſterloſe und eine 4fenſtrigezwiſchen beiden die ThürAn der Wirthſchaftshälfte ſchöne Spalirbirnen⸗BäumeIm Thorweg zwiſchen den zweHälften wurden jetzt Grabkreuzgemacht und beſchrieben: Hieruht etc
Gegenüber ein Haus, wo deGeneral Frossard am 15. gwohnt haben ſoll
Ein wenig weiteins Dorf hinein, 4 Häuſeabwärts, iſt an der rechte 60 3ZSeite eine kleine Auberge mieinem rothen Wappenblech, das eineLorbeerkranz trägt. Hier wohntFürſt Bismarck
Dahinter die Kirche, under Kirchhof. Ein alter einfacheBau mit 4 eckigem dickeThurm, abgeſtützt, auf deThurm etwa mannshoceine aus Brettern genageltEtage, die nun die Dachſtülpe mit ganz ſchieſtehender Wetterſtange trägtalles wie zum umfallenIn Front zwei Linden; kleinNiſche mit der Jungfrau u. dem KindeVenez, Adorons le SeigneurIm Innern immer ſauber. Füdie Wohlhabenheit zeugen überal 6beſonders hier, die großereichen GrabmonumenteDie Häuſer in den Dörferdieſes Strichs ſind überaldieſelben. Aus Stein gebaut, gemörtelt, gelb getüncht, Parterre oder zweiſtöckigFlachdach, Birnen⸗ oder Aprikoſen⸗Spalier, Stein⸗WaſſertrogReiſigbündel, Miſthaufenzahlloſe Kneipen eingeſprenkelt. Alles doch ſchmutzigunordentlich; im Innerin der Regel beſſer
Die Gräber hier ſind meiſvom pommerſchen Armee-Corps9. uund 49. Regiment; auch einzelnRheinländer (25er) wie mirſchien; alles ſchon verwiſcht 62 3
Gebäudeaufriss; Kirche
  • a. Der altStein⸗Unterba
  • b. Der lökrigezerbröckeltHolzaufſatzwahrſcheinlich füdie Glocken

Sonntag d.
dender
7. Mai
.

Um 10 Uhr Aufbruch voReGravelotte um nun daSchlachtfeld vom 18. zu befahren
Erſt zurück nach Rezon⸗vill
Von Rezonville auVillers aux bois. Hierücken wir nun in diAngriffslinie, reſp. das AngriffsTerrain des IX. Corps einGleich hinter Villers au boifinden ſich ſchon Gräber vo84 ern, 85 ern und 11 ern, alſ
618. Diviſion. Dann bogewir rechts ein auf die großStraße von d’Etain, paſſiredas hübſche (dicht links am Wegbleibende) Chateau Bagneubis zu der großen Ferme vonMalmaiſo
Hier biegen wir linkab auf einen kleinen Weg einder nach Verneville führt. Aucdies iſt noch Terrain des IX. CorpsVerneville hat ein altes intereſſantes Chateau, mit de
Gebäudegrundriss; Château VernevilleChâteauVernevilleVernévilleChâteau Verneville.
üblichen Dachform und vierunden Eckthürmen, die dieinfache Schiefer⸗Filzmütze als Dach tragenNeben dem eigentlichen Bau eialtes Portal, das Ganze voeinem hübſchen Park mit viele 6Schwarztannen und der Park 3wieder von einem Steingemäuer eingefaßt. Dies überalvoller Schießlöcher, ſo daß maſieht, hier war eine ſcharfe Vertheidigung
Hinter Verneville, nördlich, auf einekleinen Höhenzuge der von Weſnach Oſt ſtreicht finden ſich Gräbeſchlesw. holſt.schleswig holsteinischer Kanoniere, vom 9.Feldartillerie Regimen. Hier hattwohl Oberſt Puttkammer ſeine Stellunund feuerte gegen Nordoſtzunächſt wohl auf Champenoise
Man paſſirt nun 80Schritt weiter die FermeChampenois. Sie iſt totaeingeäſchert. Blos mit den Ziegeliſt nachher noch 3 bis 40Schritt lang der Weg beſchüttetum ihn zu verbeſſern. Viel 6leicht ging der Angriff odedas Geſchützfeuer auch übeChampenoise hinaus weiteöſtlich bis Montigny-la-GrangeIm Allgemeinen wird man ſagekönnen hier iſt die Linie wIX. Corps und Garde-Corps aeinander grenzten
Von Champenoise, nordöſtlicherreicht man Amanvillers. Diewar ſchon rechter Flügel deGardeangriffs. Viele Häuſer unMauern ſind gründlich zerſtörund zerſchoſſen. Der Kirchthuriſt der übliche, gerade wie iGravelotte. Die Thürme zMars la Tour und Rezonvillſind zwei Ausnahmen, didadurch bemerkenswerth werden
Hinter Amanvillers fangedie Gräber an in Maſſe aufzutreten. Sie tragen immer meiſt nu 66 3die Inſchrift: 18. Auguſt 1870Mitunter iſt etwas druntegekritzelt z. B. „il ne faupas vous inquieter dces braves“. Vielleicht ernſthaft, vielleicht ironiſch gemeintNoch wahrſcheinlicher iſt es, daes ein Franzoſengrab iſt, undaß ein Franzoſe esunſre Auszeichnung auf dieſe Weiſe ablehnt. Eins der nächſteGräber gleicht die Sache abewieder aus. Sie trägt diInſchrift: 4 + 1 |= 5 FranzoſenMan kann nicht leicht nüchterner verfahren
Nun einmündend in digroße Straße auf St Privazu. Es ſind vielleicht noc1500 Schritt. Man kanſagen es lagen in eineDreieck folgende 6Punkt
Lageplan des Schlachtfelds; Saint-Privat-la-MontagneSaint-Privat-la-MontagneSaint-Privat-la-Montagne. St Marieaux CheneSt PrivaAmanviller
und wahrſcheinlich von 2 Seiten heerfolgte der Angriff, vorausgeſetzdaß man Amanvillers bereithatte, was vielleicht nicht deFall war. Sonſt war es einfacher Frontangriff, der erſgegen Schluß hin von Roncourund vielleicht auch von Aman-viller oder deſſen Vorterraiaus flankirt wurde. Wenigſtens muß von einer Hügellinie aus, die mit deStraße von Amanvillers auSt Privat parallel läuft, eiAngriff erfolgt oder von dieſeHügeln aus ein Artilleriekamp 68 3geführt wurden ſein, denauf der Crête dieſes Hügelbefinden ſich zahlloſe großeraſendoſſirte Gräber, die mada liegen ſieht wie Baſtionenoder Wallkrönungen
Endlich erreicht maSt. Privat, wie Amanvillerein ziemlich unbedeutendes, ziemlicſchmutziges, wenig einladend ausſehendes Dorf. Die Kirche iſklein wie die zu AmanvillersDie Thurmſpitze (wenn überhaupeine da war) iſt weggeſchoſſeoder verbrannt; man ſieht nunoch den kleinen tower, defaſt Kegelfor
ÉgliseÉgliseSaint-Privat-la-MontagneTurm der Église Saint-Privat.
hat. DiForm des Dorfes, das mider Ferme Jeruſalem zuſammenhängt, iſt ein unregelmäßigeDreieck, etwa ſ 6
Lageplan des Schlachtfelds; Saint-Privat-la-MontagneSaint-Privat-la-MontagneSaint-Privat-la-Montagne. nacSt Marieaux chênenacAmanvillier
Die Eckhäuſer ſind die FermeJerusale, die unmittelbaan St Privat anſchließt. Es ſcheinfaſt, daß zuletzt von allen Seiteangegriffen worden iſt, gegea vielleicht die Sachſen, gegeb vielleicht die 2. Garde Diviſiongegen b c. ſicherlich die 1. GardeDiviſio. Dies war der Hauptangrifvon Marie aux chênes ausDie Entfernung beträgt wohl nichmehr als 1500 Schritt
Das Dorf ſelbſt macht deEindruck als wären erſSteinmauern in beliebiger ungezählter Menge dageweſen unals hätte man in dieſe Steinmauer 70 3Quarrés hinterher Häuſer hineingebaut, bis zuletzt eine Art unregelmäßiges Dorf zu Standgekommen ſei
Von allen Seiten her iſdas Terrain derart, daß es ſicim Angriff ſehr ſchwierig machtganz beſonders furchtbar iſt abedas Terrain zwiſchen St Marie unSt Privat wo die 1. Garde Diviſioangriff. Das Terrain ſteigleiſe allmälig an; Deckung exiſtirnicht, nicht Baum, nicht Strauch, keiHaus, keine Hütte, kein Grabenkeine Mulde, − eine einfache Schräglinie zu beiden Seiten der ChauſſéeMan unterhielt ein Etagenfeuewenigſtens vierfac
    1. die Frontmaue2. die Back-Maue3. die 1. Etage der Häuſe4. die Luken-Etage der Häuſer
7An manchen Stellen, wo doppeltMauer-Vierecks waren, oder höhrHäuſer ſteigerte ſich das Feuenoch. Die Wirkung wafurchtbar. Die Häuſer habehier (es iſt die back-fronderſelben) keine Fenſter, bloLuken, ſo daß es unmöglicwar den Feind zu ſehenSchon beim Heraustreten audem Dorf, dann auf 1500auf 1200 Schritt fielen unſreLeut, auf 1000 bis 80Schritt wie gemäht. Da lagedie ſchönen großen Leute voden 4 Garde-Regimentern, namentlicvom 3. und 2., und rechtdaneben, auf der andern Seitedie Gardegrenadiere voKaiſer Franz. Am Wege recht(von St Marie aus) liege13 Offiziere von Kaiſer Franz 7Hier ruht in Gott Richardv. Mirus Portepin Fähnrich, Portepée 3Fähnrich im Kaiſer Franz Garde Grenadier RegetDann folgen: Adalbert v. KehlerLtnt.Leutnant Menckevarn (wahrſcheinlicEnckefort), Lnt.Leutnant Freiherr v. PatowSec. Lnt.Seconde Lieutnant v. Stückradt, S. L.Seconde Lieutenant v. HattenS. L.Secone Lieutenant v. Hallsleev (?), S. L.Seconde Lieutenant KopsRes. U. Off.Reserve Unter Offizier Linau (4 ſind gar nichzu leſen)
Roncourt liegt in derſelbeLinie wie St Privat; wartetman das Eintreffen der Sachſehier ab, ſo konnte viel Blugeſpart werden; der Angrifnachdem man StMarie hattewar eigentlich ein Unſinn, makonnte ganz gut warten, denn malag ja nun ſo, daß deFeind angreifen mußteum zu entkommen 7
St Marie iſt ein ziemlicordentliches, wohlhabendes Dormit Kirche und einem guteWirthshaus. Hier raſtetewir. Nie ſchmeckt es beſſerals wenn man an 20 großeGräbern geſtanden und 100 geſehen hat; denn „aus Gemeinemiſt der Menſch gemacht. Hiehat er nun das vor ſich hatwas ſeiner in Tagen oder Jahreharrt, Heldengräber, die Gräbederer die für König und Vaterlanund für ihn ſelbſt gefallen ſindohne deren Heldentod er dieſheitre Fahrt „über Land“ nichmachen könnte und er bedankſich dafür durch nichts als durcgedoppelten Appetit
St Marie iſt jetzt eine ArWallfahrtsort für sight⸗seeerwie die Engländer ſagen, d. hfür Sehenswürdigkeiten⸗ſeher. E 74 3fliegt aus und ein, Civil und Militair, und ein paar Stunden hiegiebt einem unglaubliche Einblicke
Endlich war ich allein. Es wurdfür mich gedeckt und ein opulentes Mahl aufgetragen. An deStelle wo gehungert und gedurſtetgeblutet und geſtorben war, lieman ſichs gut ſchmecken. Digroße Küche war neben an unich hörte dort das Geplauder. Wioft hab ich ſolche Situationen durchgemacht. In Aarhuus Volksliedern Marennes uund Umgegend Kanarien-vögel, hier hört ich das Geplaudezwiſchen franzöſiſchen Frauen uneinem
schleswig holsteinischen
schl. holst:
Kanonir. Wasiſt das Etappen⸗Franzöſiſcgegen Kanonir⸗FranzöſiſchMadame, St MPrivat bruléeAmanvilliers brulé, mo 7capitaine, Toul, – Touaussi brulé, Madame, Malheur. Nun ſprach Madameine Menge und ſchloß „ vous comprenez“? worauf er antwortet„oui, oui, oui Madamein einem Ton als wollter ſagen: Madame, Sihören nun wie ich franzöſiſcſprechen kann, und Sie zweifelnoch! Dann fuhr efort: Madame, cafémais, Madame, brulé, toujours brulé. Sie verſpraces, worauf er wieder ſagt„malheur“. und ſie antwortetbonheur; worauf er die Contenance verlor und ſchnell ſagte„ich habe mir verſprochenbonheur,.“ Nun war e 76 3entlarvt. Es konnte nach alleVorhergegangenen überhaupt nuein Berliner ſein
Gleich draußen links vorDorf (von St Marie kommendiſt ein Offizierskirchhof
  • 1. Hier ruhen in GotMajor v. Fabeck, Hptm.Hauptmann v. MaſsowS. Ltnt. Seconde Lieutenant v. d. Hagen, S. L. Seconde Lieutenant Graf zu DohnaP. F.Portepee Fähnrich Tepper⸗Lascke (??) P. Haaſs v. G. Sch. BLtntLeutnant Aster vom 6. ſächſ. Reg(Major v. Fabeck hat noceinen beſondren Stein, der audem Grabe liegt.
  • 2. Hier ruht in GotPr: Lnt.Premierleutnant Graf Anton Kelle− v. BrandiPr. Ltnt.Premier LeutnantSchulenburg Werner v. dP. F.Portepee Fähnrich Natzmealle, einzelnvom 1. G.Garde Regiment
    7
  • 3. Baron v. BuddenbrockOffizier im G. Schütz. Bat
  • 4. Hptm.Hauptmann v. Krosigvom 4. G. Reg. z. F.Garde Regiment zu Fu
  • . Paul v. Eichhorn, P. FähnrPortepee Fähnrichvom 2. Gard. Reg
  • 6. Sec. LtntSeconde Lieutenant v. Helldorf(ohne weitre Angabe
  • 7. Dann ein großes weißeKreuz zu Häupten des Fried-hof, mit folgender InſchriftAm 18. Aug. 1870 ſtarben voSt Privat den Heldentod unwurden hier begraben vo3. Garde Reg. z. F
  • Major u Bat.und Bataillon Commandeur Franz v. NotzHptm.Hauptmann Carl Herwarth v. Bittenfeld
78 4
    Pr. LtntPremier Leutnant Fritz v. Twardowski ILt. u AdjutLeutnant und Adjutant Curt v. Quast I—“ — Albr: Albrecht v. GroebeLieutenant Art. v. Wedelstaedt— C. v. Hohenhorst— P. v. Jastrzembski I— Max Leonhardt a. D— Paul Herlth L. d. R.Leutnant der Reserve 35— A. Pawlowski L. d. R.Leutnant der Reserve 35Feldweb.Feldwebel Reinh.ard Meiſsne— Eugen Strycker
Das Ganze iſt wie eigroßes hohes Beet, doſſirtund akirchenſchiff⸗ oder allee⸗artimit 5 Reihen junger Bäumbepflanzt, ſo daß es ſpäter eiGarten, ein
kleines
kl.
Gehölz wird. 7Ein Graben iſt umhergezogeund der Graben von einer Heckenanpflanzung eingefaßt. 4 Erdſtufen führen zu der kleineHöhe hinauf
Die Form von St Privaund Jeruſalem iſt docetwas anders als ich ſie vorſtehend gezeichnet habe. Dieiſt richtige
Lageplan; Saint-Privat-la-MontagneSaint-Privat-la-MontagneSaint-Privat-la-Montagne. StMa⸗ri

a und b. ſind St Privat; ditraße c, incl: inclusive des Einzelgehöfteslinks am Wege, iſt Jerusa-le. Uebrigens bilden beide ei 80 4Ganzes. Was ich vorn übedie Entſtehung aus Mauerwergeſagt habe, iſt richtig
St Marie läuft in eineSchlängellinie, etwa ſ
Lageplan; Sainte-Marie-aux-ChênesSainte-Marie-aux-ChênesSainte-Marie-aux-Chênes.
oder ſo ähnlich. a iſt eindreiſtöckiges, Parterre mitgerechnetes4 ſtöckiges Haus, das elegan-teſte im Dorf; ſehr zerſchoſſenb iſt die Kirche, etwas tief gelegen, mit hübſchem SpitzthurmVielleicht liegen auf dem Kirchhof noch Offiziere; v. Erckerz. B., doch iſt er wohl aucabgeholt
Die Leute fielen gleicbeim Debouchiren aus St Mariedoch ging es noch; bei 150Schritt wurd es ſchlimm, bei 120bis 800 unertragbar, auf dieſe 8Strecke ſind die Gräber maſſenhaft. Hier ſtockte wahrſcheinlich der Angriff und die 1 ode1 1/2 ſtündige Pauſe trat ein. Wdie Truppen in dieſer Zeiblieben, iſt nicht recht erſichtlichViele gingen wohl nach St Marizurück, oder hatten es überhaupnoch nicht verlaſſen; divorderſten Bataillone hattekeine andre Deckung als delinken Chauſſéegraben, dedann und wann aufhört einbloße Rinne zu ſein unwirklich eine Wand kriegdie 20 auch wohl 50 ManDeckung geben kann. Ader rechten Seite iſt nueine Stelle die Deckung giebtetwa da wo die Kaiſer Franz⸗Offizierbegraben ſind, aber etwas weite 82 4vor gegen St Privat zuHier befindet ſich plotzliceine Steinmauer, wohl 80 bi100 Schritt lang, die gutDeckung geben konnte. Abedieſe Stelle war von St Privanoch viel zu weit ab
Genommen iſt St Privaſchließlich und man hat aucnoch in furchtbarem Zordort gewirthſchaftet. Dennocwar das Meiſte wohl ſchozurück und was man nocvorfand, war vergeſſen odehatte die Umgehungen nichbemerkt. Was ſchließlich entſchied muß nothwendi
    1. das Artilleriefeue
  • 2. die Umgehung durch diSachſen von links her (Ron-cour) und durch andre Gardebataillonvon rechts her (Amanvilliers
8geweſen ſein. Auf deTerrain von 800 SchritDiſtance bis an die Mauerheran ſind keine Gräber mehroder kaum welche. Als maſo nahe erſt heran war, ſaheſie ein, daß ſie verſpielt hattenEs war ein furchtbares Angriffsfeld
Die Anſteigung des Terrainhat bei St Privat keineswegden höchſten Punkt erreicht; gegentheils, es iſt nur Stufe, diſchärfere Steigung beginnt nuund erreicht hinter „Marengozunächſt einen Höhenpunkt. Hiehaben wohl noch franzöſiſchBatterien geſtanden und daganze Terrain bis über St Privahinaus, beherrſcht
Dann tritt man in diBergparthie ein, durchſchneide 84 4dieſe quer (hier ſind diLagerplätze der Unſren) unſteigt dann über den Kammälig ins Moſelthal niederMan paſſirt die AHöhen⸗ unAbhangsdörfer Saulny unWoippy, die beide ſchon unterFeuer von Fort Plappevillund Fort St Quentin liegenBei Woippy überblickt maalle 4 Forts, dieſſeits digenannten, jenſeits der MoſeSt Julien und Queuleu


Als wir auf der RückfahrSt Privat erreichten, ſtanden dor3 ſächſ. Jäger vom 12. Bataillon iGeſpräch mit unſren „Privaterinnen“Ah vous êtes Prussiens! DeSachſe erwiederte „pas Prussienmais Allemagne“ 8
Nachträge zu Gravelotte.
Au cheval d’or. Mr.Monsieur Drou⸗an
Nach einer Viertelſtunde ſtelltſich mir „Le Chevalier de Guisemit einer großen Mappe vor unforderte mich auf die „Schlachtbei Gravelotte zu kaufen. Ichätt es wohl eigentlich thun ſollenaber es war zu ſchlecht. Auchierbei verleugnete ſich nicht di
französische
französ:
Wohlerzogenheit. Erplauderte ruhig weiter, erzähltmir daß er aus einer „ligncadet“ des Hauſes ſei, abeallerdings aus dem Hauſe ſtammedas einſt geſtrebt habe d’êtrroi. Er hatte als Sergeant majoin einem Genie-Regiment gedientden Abſchied genommen und wanun Mairie⸗Schreiber. Eflößte mir doch Theilnahme einweil er „Haltung“ hatte 8Das Souper beſtand aus:  4Brühſuppe, Fiſch, KalbsmilchBraten, Butter und Käſe, Kuchenalles ſehr gut; und das in eineDorf
Ich ſchlief dann in einegroßen Zimmer, das 4 Bettſchränkin der Wand hatte. Alles ſaubergut, ordentlich. So auch deCaffe. Und alles verhältnißmäßibillig
Nachtrag zu Rezonville.
In Rezonville blickt ich eineAugenblick in die Kirche hineines war Hochamt; der Geiſtlichbereitete am Altar das Allerheiligſte; die Kirche war gefülltaber nur Frauen. Nach eineViertelſtunde, die ich auf deKirchhofe zubrachte, war diKirche aus; ich ließ ſie alldefiliren; nur Frauen, kein Mann 8
Der Streit darüber, wo Bismarck geſchlafen hat, wie aucdarüber ob die Moltke⸗Meldunin Gravelotte oder Rezonvillerfolgte, dauert fort. Dieiſt nur durch Fürſt Bismarck unGraf Moltke ſelbſt feſtzuſtellen
Nachtrag zu St Marie aux Chênes.
Name der Auberge nicht notirt. Sehr freundliche Leute. VieBeſuch. Das Schlachtfeld wireben eine Sehenswürdigkeit. ZuDiner folgendes: Suppe, Kalbkotelett, Schinken, EierkuchenBrot und Käſe. Alles ſehr gutauch gutes Bier
Die Anordnung des Ganzen vielleicht ſo
    1. Von Metz bis Gorze2. Das Schlachtfeld vom 16. Auguſ3. Gravelotte4. Das Schlachtfeld vom 18. Auguſt5. St Marie aux Chênes. Rückfahrt
Um 7 Uhr wieder in Metz. Gearbeitet Montag ddender 8. Mai. 8Morgenbeſuch von HauptmannSteffen 4. Brief von EmilieBrief von EmilieMete wieder daheim. An EmilieAn Emiliim Café Heaume geſchriebenFlanirt. Eine bairiſche MarſchkolonneBrillante TruppenDer Kathedralen⸗Platz (nirgendein Name zu finden). Hier befindeſich die Kathedrale, die Mairie (?die Hauptwache, die Flabert⸗Statue
Grundriss; Place d'ArmesPlaced'ArmesMetzPlace d'Armes in Metz. KathedralWachMairieStatueHäuſe
Die Statue trägt das geharniſchtRitterkoſtüm etwa aus der Zeides 30 jährigen Krieges. Die Linkhat den Degen gefaßt, die Recht 8hält ein halb entrolltes Pergament in Händen, auf dem malieſt Gouverneur oder Gouvernement (letztres ſcheint richtigerde Sedan 1652. In Frontauf der Eiſen Erzplatte didie Statue trägt, ſteht A. Flabert FabertAm Steinſockel befindet ſich einErztafel: Si pour empêchequ’une place, que lae Rom’a confiée, ne tombât apouvoir de l’ennemi, ifallait mettre à la brêchma personne, ma famille etout mon bien, je ne balancerais pas un moment le faire. Mit welchen Augemag Bazaine, wenn er vorübekam dieſe Mahnung geleſen haben 90    4Die Stadteintheilung iſt wohl iWeſentlichen die folgende
Stadtplan (Ausschnitt); MetzMetzMetz. CarouſſePlatNePlatSpringbrunneBudenreiheZelPalais de JusticeCafé HeaumEsplanadHotel de l’EuropRue des ClercHotel deMetStraßen die zum Fluß hiziemlich ſcharf abfalleMairiWachCathedralKaſtanienAlleeSpringbrunnenCafé ParisienMoſeodeCanal
9Am Nachmittag des 8. (Montag) Fahrt auf die Schlachtfelder im Oſten
  • 1. Peltre (am ſüdlichſtenganz zerſtört
  • 2. Borny⸗Colombey3. Noiſseville
Alle Aufzeichnungen hierübeſiehe die Karte „Les Environde Metz“ auf der Rückſeite.
Auf der Höhe von Noiſse-vill traf ich Hptm.Hauptmann Graffan-de, der mich in ſeinen Wagelud, durch die ſchöne Portedes Allemand mit mir in diStadt zurückkehrte, und mich dannach Chateau Fréscaty hinausfuhr 92 4
Umgebungsplan; Chateau FréscatyChateauFréscatyMetzChateau Fréscaty. DörfeWegWieſeFortSt.QuentiTeicDVieTrauerweidenFrescat
Parterre, Sousterrain, 1 Stoceine zweiarmige, mit wildeWein uund Epheu bewachſenTreppe führt in den Salon 9
der die drei Mittelfenſteeinnimt, das mittelſte de3 zugleich die Thür. In dieſemZimme wurde die Kapitulatiogeſchloſſen. Kukukrufe unNachtigallenſchlag. Jenſeit grad gegenüber glühtes über den Bergen
Es führt vom großen Wegeine geknickte Allee zum SchloßFrescat hin, erſt junge rothblühende Kaſtanien, dann jungBuchen und Elſen, die ſich zeinem Gehölz erweitern. Dalandſchaftliche Bild iſt ſehſchön. Das Schloß hat 7 4 Fenſter Front, Parterre un1 Stock. Alles geſchloſſen; aucdie Jalouſieen. Die Capitulatiowurde in dem Zimmer recht 94 4neben dem Salon, voder Freitreppe aus gerechnetabgeſchloſſen. Tiſch, Schreibzeug (?), Feder, ſind als Souvenirs nach Berlin gewandertDas Schloß war damals vomehreren unſrer Compagnieebeſetzt, ſo daß wir bereits diHerrn, die Empfänger warenOberſt Jarras war, glaub ichder dritte der kam; erſt Chan-garnie, dann ein Grobian, danJarras mit Captain Fey und nocheine. Jarras ruppig, kleinlichFey und der andre würdig. DiEinrichtung war noch gebliebenFauteuils, Stühle, Tiſch, ſelbſBibliothek und Luſtre, dennocſah es ſchon ziemlich toldrin aus, denn die Unſer 9hauſten ſchon ſeit Wochedarin. Es war ein tolleWetter, furchtbarer Wind, dedie Ziegel umherwarf und idem Kamine rumorte. ManDazwolltekalt, dezugig, da Schießſchartegemacht waren. Man wolltein bischen Comfort herſtellenbeſetzte den Kronleuchter mieinigen Lichtern, die maauftrieb, ſuchte Feuer zu machenund ſtellte eine an andreStelle ausgehobne Thür von innen vor diBalkonthür, um den Zug zmindern. Es ging auch einViertelſtunde; plötzlich ſetzte deSturm doppelt ein, fuhdurch die Löcher und währenalles bei der Berathung war, war 96 4der Sturm die vorgeſtelltThür mit ungeheurem Kracin den Salon hinein. Ewar wie eine Pulver-verſchwörun
Am Abend mit denHptm.HauptmannSteffe im Café Heaumſehr angenehm geplaudert. Mannigfache Aufſchlüſſe, wenn aucalles ſehr vom Prinz FriedrichKar-Standpunkt aus. Namentlicdie Schilderung am Morgen de16.; das Erſcheinen eines ZietenHuſaren aus der Gorze-Schluchauf dem Plateau, das rieſigWaldFeldlager, die Erregung, endlicStülpnagel und nun der Angrifder 5. uund 6. Diviſion (Buddenbrook)Der furchtbare Kampf bei VionvilleMitleidslos über die Reiter-Attaquen 9

Dinstag d.
dender
9. Ma i
.

Gepackt. An Emilie geſchriebenAn Emilie geſchriebenBuchpacket. Mit Hptm.Hauptmann Graffan-de flanirt; ſeine WohnungPalais de Justice etc. IOffizier-Caſino dinirt. Ritt-meiſter Werne von den Friede-berger-Dragonern (10.. InCafé Heaume. Zeilen füGraffanderGraffander geſchrieben. Miihm auf den Bahnhof. AſſeſſorStadtrichter LehfeldtStadtrichter Lehfeldt. LoKlingners. Mit dem Herrn„Präfekten“ (v. Könneritzbis Saarbrücken. Abgeſtiegeim Hôtel de la Poste

Mittwoch d.
dender
10. Mai.

Gefrühſtückt. Geſchrieben an EmilieGeſchrieben an EmilieTagebuch in Ordnung gebracht 98 5Auf die Poſt. Hinaus nacSpicheren. Das Terrain udas ſichs handelt, beſteht einfacaus zwei Mulden
Lageplan des Schlachtfelds; Spichern (franz. Spicheren)Spichern(franzASpichern. SaarbrückeWirthshausExercirplatzHöhenzuvon SpicherBlach- u. Ackerfeldſtreifen diſich bis auf die Höhe ziehn, mit BaumparthieegeſprenkeltDichte, mächtigWaldhöhe. LaubholzDichte, mächtigWaldhöhStraße nach Forbac
    a. Douane. b. Etabliſſemenc. Große Fabrik von Stenay (?
Der Angriff erfolgte zu beideSeiten des Schlängelweges, der bis zuCrète aufſteigt und dann inan deandern Seite bis nach Spicherhinunterſteigt. Von woher Goebe 9zu flankiren ſuchte, iſt − voder Front aus − ſchwer zu ſehnEin Vorgehn durch die Waldmaſſen rechts oder links wawohl kaum möglich; wahrſcheinlicwar es mehr ein in deRücken faſſen (wohl von linkher) als eine einfache Flankirung
Wenn man auf der neeinenneuen Brückvon Saarbrücken ſteht, die voder Eiſenbahn aus in die Stadführt, ſieht man, daß die VorderBergwand links von Saarbrückeabſchneidet. Um dieſe herudirigirte Goeben vielleichtſeine Truppen; die großrSpicheren Waldhöhe liegzwar dahinter, ſchneidet abenach links hin wahrſcheinlicähnlich ab wie dieſvordere Bergwand, die Saar-brücke nach Weſten hin umſpannt 100 5
Saarbrücken – St Johann (welchSaarſeite den einen Namen unwelche den andern führt, ſtehdahin; wahrſcheinlich iſt die Seitmit der neuen ziemlich ſtattlicheKirche, mit Poſt, Hôtel de laPoſt, Schule etc. St Johann umgekehrbieten baulich wenig. Die Kircheſind nichts; die Straßen dürftigDas Stattlichſte iſt das Bahnhofs-gebäud, das, in Form unſreHamb. Bahnhof ähnlich, aber audem ſchönen Stein aufgeführt dehier gebrochen wird, geradezden Eindruck eines mächtigeChateau macht. Leidlich Hübſch ſind diBrücken und ein Quai der ſiclinks und rechts an die St JohannSeite (?) der älteren Brücke legtHier ſind einige hübſche Häuſer, einigandre nah der Eiſenbahn; c’est toutDer „Schloßplatz“ wo ſich Schloß, Rath-hau (??) etc. befinden, iſt triſtalles öde, langweilig. Die Stadt geDa der ſchöne Bahnhof St Johanner Bahnhoheißt, ſo muß doch die Seite, die deBrunnen, den leidlich maleriſchen Markt-plat und das Hôtel Guepprat hat, SanktJohan ſein 10hört, ebtwa wie Ruppin, jeneEpoche an (von 1790–1815wo die Baukunſt auf ihreallerniedrigſten Stufe ſtand, wo deSinn todt und der Beuteleer war. Es fehlt daPittoreſke der alten Städte uneine gewiſſe Elegance und Gefälligkeit der allerneuſten. In eineſolchen Gegend, links Metz, rechtTrier, Aachen, Köln, dazu ſolcBaumaterial vor der Thür undoch ſchmuck⸗ und troſtloſe übermörtelte Bauten, in der üblicheArt übertüncht
Man iſt hier ſchon wiedeganz innerhalb der deutſchen Welund Lebensweiſe. Das große Betmit den Vorhängen, hört auf idas man des Abends hineinturnen muß, hört auf undie kleine Knack⸗ und WackelBettſtelle ſtellt ſich, wenn aucnoch moderirt, in ihren erſte 10Exemplaren ein. Die Stutzuhr,Der Fauteuider Kamin, die Pendule hören auf, der 5Kanonenofenund das Sopha fangen an,; und der Wackelſtänder, deſſen Strahlen alleHorizontal⸗Speichelängſt in einen heilloſen Zwiſchen-Mittelzuſtand zwiſchen wagrecht und ſenkrecht übergegangen ſind., fangenanVo allem regt ſich wiededer Antimacaſſar und jendintenfleckige Tiſchdecke, diewie man es auch anfangemag, immer ſich ſchief ſchiebund immer auf dem Punkt iſtdas ganze Kaffegeſchirr in deAbgrund zu reißen. Die telegraphiſche oder elektromagnetiſche Klingemit der Deviſe Pour sonnepressez frappez (?) trois secondes sule bouton hört auf, diSchnur und die Quaſte fangewieder an. Im Ganzen abeiſt doch alles einheitlicher, alle 10mehr in einem beſcheideneEnſemble, während der franzöſiſchGaſthof große Anläufe nimmtuErwartungen weckt und ſie ſchließlicnicht erfüllt
Die Table d’hôte war ſo langweilig wie überall (es iſwunderbar, daß die Menſchheit fütheures Geld dieſe Unſitte erträgund mitmacht) dann ſuchte ich eiCafé auf. Man wies mich ieine „Gartenwirthſchaft.“ Die Lindeim erſten Grün: Tiſche, BänkeKegelſpiel (ein ganz ächteKegeljunge) und drei 39 er mi2 Krücken und einem BeinSo ſaßen wir da, die Vögeſangen, der Kegeljunge ſchrieendlich kam eine Kleine angetrippelt in grünem Kattun unweißer Schürze und |fragte nach meinen Wünſchen. Sie| brachte mir deKaffe. Sie ſprach ein paar Worte, dinicht rheiniſch klangen, wenigſtens nichnach Saar und Moſel. „Sie ſind nicht vo 10hier.“ Nein, ich bin aus der Pfalz. 5„Wo denn da?“ Aus Neuſtadt a. d.Hard. „Wie lang fahren ſSie da?weit iſt das?Nun wir warenfahren von 7 bis 9und dann iſt Aufenthalt bis 12und dann fahren wir wieder bis 3. „Daſind fünf Stunden“. „Ja, mamuß ſichs doch ’mal verſuchenManer denkt ſonſt leicht, daeinem zu viel geſchehn.“Alſo da lag es. Man ſamit einem Male in eiganzes Leben. Ein Stiefmutter, odeeine Zankmutter, was ſo ziemlicdaſſelbe bedeutet, − nun war ſihier „ums zu verſuche“. undm feſtzuſtellen, „ob ihrzu viel geſchehen ſei oder nict.Ich hatte einen ganzen Tag iSaarbrücken zugebracht. Offenbar zlange. ZAuf der Eiſenbahn. „Wenn i 2 Stund iS. bin, mach ich, daß ich hinaukomm.“ Dies waren diWorte eines wWeiſen 10
Von Saargemünd aus fuhr icin Geſellſchaft lauter Will⸗Franzoſen, die Ergänzung zu den Muß⸗PreußenEs berührt wenig angenehm. U7 in Bitſch. Die Feſtung lag prächtig dagar nicht klein. Als Felſen⸗neſt ſehreſpektabel. Zu ſtürmen wohl kaumöglich
Die Stadt zerſtört. Drei Hôtelniedergebrannt. Nur das Hôtel deMet übrig geblieben. Endlich eiZimmer
Gang um „Gottfrieds“ Vater aufzuſuchen. Geſpräch auf der Steinbank, daneben der rauſchende Brunnen mit derJungfrau von Orlean, hinter uns einSchuhmacher Werkſtatt, in der alles fleißig bei der Arbeit war. Der junge Mann. „KenneSie hier einen Weißgerber, deſſen Sohn iLyon arbeitet; der Sohn heißt Gottfried.“ Efreilich. Nun hin. Das Haus. Das dunklZimmer. Drei Männer, zwei Frauen. Die Händgefaltet. Das Käpsel. „Ich war in Lyomit einem jungen Mann zuſammen, der –In dieſem Augenblick trat Gottfried vorNun Erzählung ſeiner Schickſale, dann von BitſchBombardements⸗Nacht etc. Gottfried begleitete mich. „Dies iſt unſer Haus“. Di 106 5
Lageplan; Bitsch (franz. Bitche)Bitsch(franzABitsch. Wald⸗ und Bergkranz der VogeſenGroße Kaſerne. Untedie KaſemattenWachlokal, (hieohngefähr.OffiziersHauBaſtion mit GeſchützeKirchKaſernKleinesFor mideTurcoVorſtadtStadVon hier aus, über Stadt und Vorſtadt weg, die Beſchießung durch die Baiern
10kleinen Kellerfenſter, die durceine Holzlade geſchloſſen waren. DeSchutt. Der rettende Bäcker. Alle Vorräthe an Leder zerſtört. Der Gang vodie Stadt. Die Werkſtatt. Das Gewölbe. DiHängematten für Vater und Sohn
Ins Hôtel. Abendeſſen. DieſelbWill⸗Franzoſenſchaft. UnangenehmParallele mit der literar: literarischen Stuart⸗Begeiſterunder presbyterianiſchen Schotten. DieſZuſtände hier ſind aber noch konfuſerSie ſind Deutſche und haben ein volleEinsehn von der Erbärmlichkeit
französischer
franz:
Gouvernements, ja, ſie betonen diemehr als nöthig. Dennoch ſind ſiin Frankreich ſelbſt verliebt unnennen ſich mit Stolz die „beſteFranzoſen.

Donnerstag
dender
d.
11. Mai
.

Frühſtück im Hôtel. Die Fahrt durcdie Vogeſen zerſchlägt ſich. Alſo zunächſt auf die Feſtung. Commandantur. Billet. „Wollen Sie ſich an dieſen rothbärtigen Jüngling wenden.“ Ein Franken. Auch adieſer glücklichen Ausbeutung der Allerwelts⸗Neugier erkannte ich mein 10Märker. Der Weg zieht ſich 5leiſe anſteigend um den Berg herumAuf einer Wieſe unten zuLinken wurden 89 Spielleute eingeüb5 Trommler und 4 Pfeifer. Alles altwohlbekannte Klänge. Das Geraſſebeim Präſentiren des Gewehrs weneine Prinzeſſin vorüberfährt. DaEcho antwortete aus den VogeſenAls ich nach 10 Minuten einBiegung machte, hart war dasſpielte mir diAkuſtik oder der Schall eineeigenthümlichen Streich; es trommeltdrüben aus den Bergen herausich hörte erſt die Töne des Echund dann erſt das Ooriginale dumdidrum tieftonig um diBergecke herum
Oben führte mich ein 60 eherum. Er trat immer auf diöde daſtehenden Wandpfeiler, dinicht breiter waren als er ſelbſt„Sie ſind wohl Maurer.“ „Dhaben Sies getroffen“. Nichſchwer zu errathen. Er lachte un 10plauderte weiter wie ſdie Soldaten thun von einemdrei TageMittelarreſt, vom Preiſe deButter, von einem Pollacken deman graulich gemacht habe, voallem, nur nicht von dem was mawiſſen will. Aber bekanntlich darman nie fragen. Man muß enehmen, wies fällt. Bitſch ſelbſſiehe die Zeichnung weiter vorſiehe die Zeichnung weiter vor. Ein Sachſe geſellte ſich uns zu. „WiſſeSe, Pietſch iſt ſehr feſt; Pietſch iſt eigentlich gar nicht zu nehmenDas jeht ja über den Valerien.
Zweiter Beſuch. In Bitsch giebt es nu5 Proteſtanten-Familien; aber einigin der Umgegend, ſo daß ſich in deBetsaale doch oft eine
kleine
kl.
Gemeindezuſammenfand, die im Ganzen bi80 Seelen zählte. Der Betſaawar im Hauſe des LohgerbermeiſtersHelle. Beim Bombardement wurdſein ganzes Haus, natürlich auch der Betſaazerstört; es ist die einzige
protestantische
pro-test.
protestantische
Familie, deren Eigenthum 11durch das Bombardement zerſtört 5worden iſt. Die Familie wünſcheine Unterſtützung aus dem Gustav-Adolf-Verei.
BAn Emilie geſchriebenBAn Emilie geſchrieben. Briezur Poſt. Bei Tiſch die üblichEnge und Langeweile. Erſtaunliciſt nur die Eß⸗Fülle. Suppe; Fleiſch unSauce; Spargel; Hammelrücken; Kalbshirn; Kapaun und Salat; Quarkkuchen; Butteund Käſe; Biscuits. Abends ebenſoviel Gerichte. Und das in Bitſch. GegeEnde der Tafel wurde ich ins Geſpräch gezogen. Ich plauderte mider geſammten Bureaukratie der Stadtalles Hierherverſchlagne. TelegraphenDirektor (Märker), 2 Intendanturbeamt(dito), Polizei-Direktor (dito), PoſtSekretair (Baier), 2 Forſtbeamte (Rhein-lan, Pfalz), Friedensrichter (Coburg-Gothawie es ſcheint ein Freund des HerzogsEr machte im Gefolge des Herzogs diganze Campagne mit, war miGuſtav Freytag, Graf Harrach, Bleib-tre, Maler A. v. Werner viel zuſammen; iſt ſelbſt Sohn eines Hofmalersoder Hofmarſchalls; er ſoll Schack heißen 11
Bitſch vom Bahnhof au
Lageplan; Bitsch (franz. Bitche)Bitsch(franzABitsch. BahnhoEiſenbahFelſenwallErdwallEinige Häuſer am Abhander hohen doſſirten Wan
    a. die Wachb. Kirche
  • c. Große Kaſern(unter ihr diKaſematten
  • d. OffiziersKaſerne. Stadt
  • Die anderGebäude dienteverſchiednen Zwecken
112 5Abfahrt erſt gegen 7. Die Fahrbis Straßburg gliedert ſich in dreziemlich gleich große Theile. 1. VoBitſch bis Nieder⸗Bronn; 2. voNieder⸗Bronn bis Hagenau3. von Hagenau bis StraßburgDie Fahrt von Bitſch bis Nieder⸗Bron iſt eine entzückendFahrt durch die Vogeſen, namentlicauf der zweiten Hälfte. DiAehnlichkeit mit Thüringen iſfrappant; nur herrſcht hier in den Vogeſen daLaubholz vor. Dicht vor Nieder-Bron paſſirt man die RuineSchloß Waſenber (?), die ähnlicda liegt wie der Lützelſtein undie Ruinen um Pfalzburg und Sa-ver. Die Ruine Waſenbergehört der Gräfin (?) zu Ober-Bron. − Um 8 1/4 in Hagenauum 9 1/4 in Straßburg. Wiedeeingezogen in meinen alte„Rebſtock“, der neu zu trageſcheint. Der Wirth, ſcheint es, hat gewechſelt 1113. Offiziere von 24. Regiment
    1. wahrſcheinlich Major vSellin2. Rechtern3. Hauptm.Hauptmann Brodowski7. Castenobl8. —9. v. Borke oderBoc4. Helm. Sierk5. v. Quas6. v. Kloesterlei10. Hugo11. —12. —13. Port. Fähnr.Portepee Fähnrich Hay
Die Inſchriften zu dem Separat Grabvon Ebel und Max Krause ſiehzwei Blätter weiter, unter der Kirche vonMars la Tou 114 59 Offizir von Regiment 641. Bat.Bataillon Oberſtlieutnant v. Winterfel8. Brand. Inf. RegimBrandenburgisches Infanterie Regiment No 64 PrFriedrich Karl v. Preuße
Seconde
Secon
Leutnant——————
    Kupermann (??HellerArniv. Derschav. Engelhardv. Banchev. Loeper (runder Stein
Sec Ltnt.Seconde Lieutenant Glaseman(??
An der andern Seite deWeges Max Ebel etc. (ſiehdas folgende Blatt).Hier ruhen in Got13 Kameraden Königl KöniglicherGroßherzog v. Meckleb.MecklenburgSchwerigefallen am 16Auguſt 1870 iTreffen beiVionvillRieſiges Grab miEpheu eingekränztDaneben ein einzelnes GrabDann eine zweite Umhegung
 Bilder in der KircheMars la Tour zu
    116 5
  • 1. Jesus est condamné mort
  • 2. — est chargé de sa croix3. — tombe pour la 1. fois
  • 4 — surmonte sa très caintmère
  • 5. — est aidé par Simode Cyrene
  • 6. Veronique essuie lface de Jesus
  • 7. tombe pour la seconde foi8. — benit les saint femmex9 — tombe pour la 3. fois
  • 10 — est depouillé dses vetements
    1111. – est attaché a la croix12 – meurt sur la croix
  • 13 – est décendu dla croix
  • 14 – est mis danle sépulcre
11Die große Straße iſt zugleich diDorfſtraße; in der Mitte buchteein ganz kleiner Platz aus mijungen Kaſtanien bepflanzund dahinter erhebt ſich die Kircheein einfacher Thurm ohne Spitz
Gebäudeaufriss; Église Saint-MartinÉgliseSaint-MartinMars-la-TourÉglise Saint-Martin in Mars-la-Tour.

Hier ruhen in Gotdie
Reserve
Res:
UnteroffiziereMax Ebel aus Neu-Ruppiunſer geliebter Sohn, unMax Krause aus Berlinneben 5 ihrer Kameradevon preuß. Inf. Regiment No 64gefallen am 16. Aug. 1870ein brauner Sandſtein miſchrägem Kreu
Drei große Gräber. Eins 11mit weißem Kreuz: Hier 6ruht in Gott Lieutnant undAdjutant v. Kopp voInf Regmt 52..1870
Mars la TourKleine gelbe flachdachige Häuschen, meiſzweiſtöckig, aber der aufgeſetztStock ſehr niedrig, nur Lochfenſter, dazwiſchen dann maein verhältnißmäßig ſtattliches Hausſo daß der Eindruck zwiſchen eineStädtchen und einem Dreckdorbeſtändig wechſelt; an vieleHäuſern ranken ſich Aprikoſeam Spalier, Miſthaufen davorBetten und WagenAn der Straße (wenn man von Gorze kommt) die mit RezonvillVionvilleMarslaTouparalleläuft 119 Die Hofſeite von SchloßCorn. (Ein langetunnelartiger Thorweg führdann in den Front⸗Hof
Gebäudegrundriss; Château Corny-sur-MoselleChâteauCorny-sur-MoselleCorny-sur-MoselleChâteau Corny-sur-Moselle. 4 FenſteThüWein aSpalie3 KaſtanieBrunneder fließ10 FenſteEingang thorwegartibis zur Front
In Thionville.  120 6„In Frankreich, deutſches Herhaſt dGerächt die alte Schmach“
Das Schloß zu Corny
Gebäudegrundriss; Château Corny-sur-MoselleChâteauCorny-sur-MoselleCorny-sur-MoselleChâteau Corny-sur-Moselle. 5 FenſteParunWieſParunWieſMaute
Schieferdach, zweiſtöckig, Jalouſieen, Verzierungen aus der Zeit deverflachteJahres 90, RoccocoEin Brunnen der beſtändig ſich ergieß 12fallen müſſen. Sie ſind alſrelativ rathlos und wurdeuns nur, ſo lange wir keiſchweres Geſchütz zur Stelle hattenunbequem, weil ſie die Verkehrslinie unterbrachen
Eine Parallele ziehn zwiſcheden Sachſen (107 er) und der 17. Di-viſio
Scene auf dem Bahnhof von Mont-med. Der Perron gefällt, alleſchnabbert franzöſiſch; VerkäuferinnenPlötzlich aus einem Waggon heraus„Sie, Frau mit de Eier, kommen Simal ’ran.“ Wirkte famos
Die Scenerie von Montmedan auf Thionville zu hat vielfach den Charakter wie diberühmte Tunnelparthie bei Verviersauch hier viele Tunnel, Flußarmeimmer neue Windungen, HügelWieſen, Laubholz. Nur bei Vervierviel ſchöner
Bei Bazeilles die berühmte bairiſchAntwort anbringen. Madame, demaimatin, un enfant roti. Ne pleurepas. Ces sont les traditions dIl fautma famille 122 6hat hier mal eine Rollgeſpielt. (Erinnerung an das ſchöneDenkmal in Roue.
Der Weg führt über Mont-med und Longuyon erſnach Thionville dann nacMetz. Montmedy iſeine Bergfeſtung wie Bitſch unliegt auf einem ſteilen Hügelinnerhalb dieſer Feſtung eine 2 thürmigeKirch und ein Bruchtheil der StadtDie Hauptſache von dieſer liegunten. Ein Tunnel führt durcden Berg auf dem die Feſtunliegt. Dann (nach Thionvillzu) paſſiert man eine geſprengtBrücke, ſpäter in der Nähe voLonguyon noch eine. Mont-med konnte ſich wohl nichlange halten; das ſind allePunkte, die heutzutage, wenman Ernſt macht, in 6 Stunde 12 befindet. Turenniſt ſehr häßlich, eine Art cplinſigealtes Weibergeſicht, langes Haa(es ſieht nicht aus wie eine Perücke), das Coſtüm mehr ein hofmänniſches Kleid mit großegeſtickten Fallkragen, ſwie edie großen Generale damals trugendabei aber herabgeſunken weitReiterſtiefel. Dieſe Statue iſnun mal ganz malachitfarbenaber faſt zu ſehr, grün, ſtatgrünbraun und dabei noch nichfeſt, ſo daß der Kopf ausſieht alliefen ihm grüne Thränen herunterwas unſchön und lächerlich zugleicwirkt. Turenne wurde wahrſcheinlich zu Sedan geboren. DeSteinſockel trägt blos diInſchrift à Turenne. Es giebein Buch in Sedan „Les deuxTurennes, – was bedeutet dasAuch ein Marquis de Brèzeein Sohn der Diana von Poitier 124 6Sedan urſprünglich klein, Neſtdann viele Vorſtädte und suburbs, dann endlich auch Baureform im Innern, einigenach Pariſer Muſter, in gelbeSandſtein, in Tuilerien⸗Pavillostyl. Die meiſten Häuſeaber alt und ſchmutzig; diabgelaufnen Eichentreppen werdemit einer Art Wachsſeife gebohnerum Glanz zu geben, abeman glittert nur drübehin. Kirchen unbedeutend. DiMaaß an der einen Brücke nacDonchery zu (Place de Turennoder ſo ähnlich) ſehr ſchön. HübſcheCafè unter Kaſtanien. Turenne⸗Statu. Sie ſteht auf einePlatz am Ende der Rue deNapoleo, in der ſich das Hôtelde l’Europ 12Der eine dieſer zwei Wälder, ſcharf abgegrenztliegt zwiſchen St Menges und Floing auder Höhe, der andre hinter Illy, nocetwas höher, undauf die Stadt zu. Beidenamentlich der letztre, ſind ſchon mehr aSedan heran und beherrſchen das Terrainin dem die Franzoſen maſſirt ſtandenDie Waldhöhe zwiſchen St Menges und Floinſcheint keinen Namen zu haben, die andrhinter Illy iſt der Wald von GarenneDie Angaben, die ich unterm 3. Mai von ChateauPare aus gemacht habe, ſind alle richtig. Das anſteigende Dorf unmittelbahinter Sedan heißt Cassaloder ſo ähnlich. Außerdem VorſtadBalan und eine aAndre wie Balincour 126 6Mesmer, Bourgerivend à boire et à mangerEin ausgehängtes Wappenblec„Au coq gaulois.Steinhaus, zweiſtöckig, gelb

St Menges ⸗ FloinFleigneux ⸗ IllBeide Gruppen von Dörfern theils in der Tieftheils am Abhang; hinteihnen weg die Umgehungdann die Wegnahme voSt Menges u. Fleigneudann voFloing und Illy
Dieſe beiden letzten Dörfer ſelbſwaren es aber eigentlich nicht auf die es ankamſondern zwei Wälderchen von einer dominirenden Poſition 12
Gebäudegrundriss; Four à chaux (Haus eines Webers)Fouràchaux(HauseinesWebers)DoncheryFour à chaux in Donchery. GlaszimmeSalle mangeCapitulationszimmeSaloBegegnunzwiſcheaiſer uundKöniChambrà c---Napoleogeſchlafein Bett deEigenthümerBibliothequGeneralMoltkgeſchlafeSallmangeDie
französischen
französ.
Generalgeſchlafe
Glaszimmer
128 6
Lageplan des Schlachtfelds; SedanSedanSedan. FleigneuIllSt. MengeFloinGivo-nViller-CernaDaignLaMoncellRube-courBazeille5. 11.Würtenb.Württembergisch2.1.BaierGarde12.4Mou-zo
Der Marſch geht an deäußeren Flußniederung links unrechts entlang. Rechts ohne Störunglinks Kämpfe bei St Menges und FleigneuxNun beſitzt man die Berglinie unhat nun einen neue Niederung und dahinte 12neue Berge, das eigentlichDreieck vor ſich. Nun beginnder zweite Angriff. Alle Dörfewurden gewonne
    Floing – 11. CorpIlly (Spitzpunkt) 5. Corps u. GardeGivonne – 12. CorpDaigny – 12. uund 4. CorpLa Moncelle – 4. CorpBazeilles – 1. bair. Corp
In dieſen Dörfern iſt abenicht zu bleiben, denn diFranzoſen ſtehen in dichteMaſſen auf dem Dreieck unſchießen in die unten gelegenen Dörfer. Zwar wurdeſie von den Höhen der Außenlinie von einem ſuperioreFeuer gefaßt, dennoch genügdies nicht, die Poſition mugewonnen, an einer Stellwenigſtens der Feind in ſeineeigenſten Winkel geſchlagen werden. Sſtürmt man dann Illy 130 6

Beaumont

Lageplan des Schlachtfelds; Beaumont-en-ArgonneBeaumont-en-ArgonneBeaumont. 2 Diviſiovon Corpde FaillBeaumonAB
  • A. drei kleine Etabliſſementeins davon das weiße Haula maison blanche und eikleines Wäldchen
  • B. Der große A---x Wald aus dedie Preußen plötzlich debouchiren. vert
1 Diviſion vonCorpsde Faill, lagertheils auf dePlateau, das etw1/4 M. lang iſt, theilin der Senkung hinterPlateau auf Beaumont z Beaumont. 13
Das Terrain erklärt diUeberraſchung vollſtändig, natürlicwenn man davon ausgeht, daß deVorpoſtendienſt ſchlecht gehandhabt wurde. Uns konntdas Ganze nicht gut paſſirenWir hätten eben Vorpoſten gehabtFeldwachen, Replis und einhalbe Stunde Zeit hätte der Feinmindeſtens gebraucht, ehe er mierheblichen Kräften auf dePlateau hätte erſcheinen könnenHier aber war die Ueberraſchunſo vollſtändig, daß man ſagekann, die Preußen fielen deFranzoſen in die Suppe. Ulanekamen bis auf 300 Schritt adie
französische
franz.
Aufstellung heran ohnebemerkt zu ſein. Es war eirieſiges Lager, in dem makampte und ſichs wohl ſeiließ, vor dem Lager ſchritten einigSchildwachen auf und ab; das waDie Wichtigkeit des Kampfes bei Beaumont und die Verfolgung biMouzon beſtand darin, daß die Franzoſen nun zwiſchen Maas und Belgieſtanden 132 6alles. Die GePferde der Geſchützwaren ablosgeſpannt und fort uimn Dorfe Beaumont getränkt zu werdendie Generale waren zum Theil aucdort um zu frühſtücken. Alein Brigadier durch die Frau voMaison blanche die Nachricherhielt „die Preußen ſind danahm ers leicht und ſagte „deUlans.“ Beaumont war daCentrum, links gingen diBaiern, rechts die Sachſen vound hatten ihre beiden ernſteKämpfe an den Flügeln, beſonders die Baier
Zychlinski ſtieß nun noceine Meile weiter vor, verfolgte bis Mouzon; ob ernahm und in Händen behielſtehe dahin
Die Franzoſen ſtanden dan(vielleicht am 31.) auf den jenſeitigedominirenden Höhen bei Mouzonvor, ſüdlich, gegenüberDie Reihenfolge wird ſo ſein: am 29. Nouart; am 30. Beaumontam 31. Aufſtellung beider Franzoſen bei Mouzon; am 1. Sedan 13Durch Buschman
    1. Biographider Pucell
    2. —der Agnes Sore
    3. —der Diana v. Poitier
    4. —der Gabriele v. Eſtrien
(Ueber letztre auch nocGeneral v. StrubberfragenWegen Agnes Sorean DrDoktor Roquette iRouen ſchreiben 134 6Reims – SedanReims . . . . 6.25Mohon . . . 8.57

Mohon Abgang 9.35. früSedan . . . . 10.20
PGewidmet von de5. Privat Colonndes 9. Ar: Corps 1871Hier ruht ein
Königlich
K.
SächsischerCavalleriſtZwiſchen Mouzon und⸗Mairund Duouzyan deBrückunten 13Kloſter JumiègeGrabſtein derAgnes Sore ieiner kleinen KapelleSchloß Robert le Diable

Rheims, Rethel, MeziniDonchery, SedanSedan, Montmedy, Lon-guyo (?), Thionville, MetzMetz, Nancy, bei LunevilleEpinal, Pont ded’Atelier, VesouGray, Dijon

Walter & Franck.Buchhandlung in Berli 136 6Die Windmühle vor St Quen-ti, wo Faidherbe hieltheißt Moulin tout ven(„die mit vollem Wind“)Es iſt die hölzerne, totazerſchoſſene, mit den 2 kleinen maſſiven HäuſchenDie hdahinter ſtehende (nähezur Stadt heran) maſſiveThurm mit Spitzdach iſes nicht
Das Terrain, das diEiſenbahn durchſchneidet, iſdem von Weſten, wo die 15. Div. Divisioangriff ſehr ähnlich: EinſchnitteMulden, kleine Waſſerläufe; aber im Ganzedoch keine beſonders glücklichPoſition für eine Armee dinur in der Defenſive ihr Heiverſuchen kann. Alle dieſe Einſchnitte etc. ſind auf ebenſovielRuhe⸗ und Stützpunkte für den Angreifer. Mit Amiens gar nicht zu vergleichen 13
Grundriss; MarktplatzMarktplatzSaint-QuentinMarktplatz in Saint-Quentin. Hotel de VillKathedralkleine KirchTheateZiehbrunnen
Der Brunnen, rund, von SteinEiſenſtäbe, Eiſenkuppel, kurze PfeileEiſenfaſſung und nun wird gewundenTheater modern, Renaiſſance. Hotel deVill, gothiſch, Anklänge an die ſchönebelgiſchemanigfacherarten
BasilikaBasilikaSaint-QuentinDetail der Basilika von Saint-Quentin.
138 7Das Ganze nicht übel, frankleicht, hofmänniſch, ebeHofmaleA. Lenglet 1854Untre Palette und ein BündePinſel, was jetzt geroſtetwie ein Cigarrenpacketſogenannte „Rattenſchwänzeausſieht
Die Kirche ganz gothiſcinnen und außen; ſtatdes alten, wahrſcheinlich gothiſcheThurms jetzt die JeſuitenFacade, und ſtatt des Dachreiters ein Ding wieine Krone deaber in der Entfernung gut und eigenthümlicausſieht, beſſer als ein gewöhnlicher Thurm

St Quentin. 

Gebäudeaufriss; BasilikaBasilikaSaint-QuentinFassade Basilika von Saint-Quentin.
Ecclesia collegiatin honore 6. Mariae virginiet S. Quintini MartyriVeromanduorum ApostoliPortal und Thurm bis zu Mittelhöhfrüh gothiſch, drauf ſetzt ſich dandie geſchnittenJeſuiterStyl-Facade; in ihrer Erſcheinung hier decent und nicht unwürdig. Ueber dem Portawohl die Statue S. Quintius

Mariae Quentin Delatorné à St Quentin 1704e, † 1788Peintre de Louis Xconseiller de l’academie de pein-ture et de sculpturFontane an Emilie Fontane, 30. April 1871 aus St. Quentin; vgl. FEF, Bd. 2, Nr. 464, S. 567f. In HBV, nicht verzeichnet.Fontane an Emilie Fontane, 3. Mai 1871 aus Sedan; vgl. FEF, Bd. 2, Nr. 465, S. 568f. In HBV, nicht verzeichnet.Fontane an Emilie Fontane, 5. Mai 1871 aus Metz; vgl. FEF, Bd. 2, Nr. 467, S. 570f. HBV, 71/36. Fontanes Brief an Hofrat Herrlich ist nicht überliefert.Emilie Fontanes Briefe und der Brief von Hofrat Herrlich an Fontane sind nicht überliefert.Nicht ermittelt.Emilie Fontanes Brief an Fontane ist nicht überliefert.Fontane an Emilie Fontane, 8. Mai 1871 aus Metz; vgl. FEF, Bd. 2, Nr. 468, S. 572f. In HBV, nicht verzeichnet.Fontane an Emilie Fontane, 9. Mai 1871 aus Metz; vgl. FEF, Bd. 2, Nr. 469, S. 573f. In HBV, nicht verzeichnet.Fontanes Mitteilung an Graffander ist nicht überliefert.Vgl. die eingeklebte Visitenkarte auf der hinteren inneren Einbanddecke.Fontane an Emilie Fontane, 10. Mai 1871 aus Saarbrücken; vgl. FEF, Bd. 2, Nr. 470, S. 574f. In HBV, nicht verzeichnet.Vgl. Notizbuch D9, Blatt 54r.Fontane an Emilie Fontane, 11. Mai 1871 aus Bitsch; vgl. FEF, Bd. 2, Nr. 471, S. 575. In HBV, nicht verzeichnet.
Stadtrichter Lehfeldt.zur Zeit bei der Praefekturvon Deutsch-Lothringegrüßt Herrn Dr. Mühl voHerzen